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Diskutiere im Thema Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich" im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #31
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Kurz OT, weil doch immer wieder ein Thema.

    LadyCuckooo schreibt:

    Was ist eigentlich "normal"? Alles was der Norm entspricht, die sich irgendwer irgendwann mal überlegt hat?

    Wer entscheidet das?
    Das sind Fragen, die hier sehr oft gestellt werden und ich verstehe das auch in gewisser Weise, weil es wohl viele sehr bewegt, nicht in besagtem Normalbereich zu liegen, aus diversen Gründen

    Niemand entscheidet, was normal ist oder nicht, sondern die Normalität selbst entscheidet das und das ist ein dynamischer Vorgang.
    Was vor 100 Jahren normal war, ist heute nicht normal.
    Vor einigen Hundert Jahren konnte man an einen Fluss gehen oder an ein Seeufer, eine Lanze reinwerfen und man hatte einen Haufen Fische aufgespießt.
    Das war da einfach normal.
    Heute es ist das nicht mehr der Fall, heute muss man die Fische suchen .... das ist heutige Normalität.
    Heute ist es normal, in ein Flugzeug steigen zu können und in alle möglichen Länder zu reisen.
    Vor vergleichsweise gar nicht mal allzuvielen Jahren konnte man das nicht, da war es normal, sich durch unbefestigte Wege von einem Ort zum anderen zu kämpfen.
    Heute ist es normal, ein Dach über dem Kopf zu haben, ein Auto vor der Tür und über das ganze Jahr hindurch mit Nahrung versorgt zu sein.
    Das ist eine gänzlich andere Normalität, als noch vor 150/ 200 Jahren.
    Die Welt verändert sich und der Mensch passt sich an.
    Er ist wahrscheinlich das anpassungsfähigste Wesen auf dieser Kugel.

    Wir unterliegen einem ständigen Wandel und damit wandelt sich genauso auch die Normalität.

    Und Normalität ist eben nichts, was irgendjemand bestimmt oder festlegt, sondern etwas, das regelhaft passiert, etwas, das üblicherweise in den allermeisten Fällen zu erwarten ist.

    Das, was mehrheitlich passiert, egal ob es nun gut oder weniger gut ist, das ist das, was als normal betrachtet wird.
    Es geschieht regelhaft, also in der Regel, üblicherweise.

    Dabei ist es egal, was das ist und es findet dabei erstmal überhaupt keine Bwertung statt, sondern nur eine Beobachtung und Zuordnung.
    Das ist alles.

    Wenn man z.B. einen IQ von etwa 100, plus minus ein paar Prozent, hat, ist das der Normalfall.
    Die allermeisten Menschen liegen in diesem Bereich.
    Der Bereich wird auch nicht willkürlich festgelegt, er wird dem Gaußschen Verteilungsnormal entnommen.

    Wenn nun jemand deutlich mit seinem IQ von diesem Normalbereich abweicht, ist sein IQ nicht mehr das, was üblicherweise in den allermeisten Fällen zu erwarten sein dürfte, ganz egal, ob der IQ nun darüber oder darunter liegt.
    Wie gesagt, findet dabei keine Bewertung statt (was wir leider aber sehr gerne machen, denn wenn man sagt "der ist ja nicht normal", wird das von vornherein (negativ) bewertet ....)
    Jemand mit einem hohen IQ liegt genauso außerhalb des Normalbereiches, wie jemand mit einem niedrigeren IQ.

    Und wenn man üblicherweise von einem Menschen erwarten kann, dass er sich z.B. auf gewisse Dinge willentlich konzentrieren kann oder eine brauchbare Zeitplanung durchführen kann oder oder oder .... weil das die allermeisten Menschen können, (nicht alle gleich gut, aber gut genug um eben im Normalbereich der besagten Gaußschen Glockenkurve zu fallen), dann kann man davon ausgehen, dass diese Personen eine Ausnahme bilden.

    So einfach ist das und wie gesagt: Ohne jede Bewertung.

    Ca. 95% der Menschen können alle Farben in etwa gleich sehen.
    5% der Menschen, vorwiegend männlich, haben damit jedoch Probleme und können eine oder mehrere Farben nicht oder nicht in gleichem Maße erkennen und damit lässt sich feststellen, dass diese 5% etwas nicht können, was man aber üblicherweise, also in einer überwältigenden Mehrheit von Menschen erwarten könnte.


    Normalität wird nicht willkürlich festgelegt oder entschieden, sie legt sich selbst fest und wird beobachtet.
    Geändert von Fliegerlein ( 9.06.2016 um 20:20 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  2. #32
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    luftkopf33 schreibt:
    Es mag (noch) keine "Überdiagnostik" im quantitativen Sinne geben,allerdings wird-imho-zu oft ADHS geschrien,wo gar keine ist und andere Faktoren,wie eben zu frühe Beschulung,Medienkonsum etc.dabei als mögliche Ursachen für bestimmte Schwierigkeiten völlig ignoriert.

    Hier im Forum vielleicht
    Aber überleg mal, Luftkopf, würde so oft ADHS "geschrien" werden, gäbe es dann so unglaublich viele Leute die erst im Erwachsenenalter diagnostiziert werden weil sie auffällig sind und waren? Ich gehöre ebenfalls dazu. Ich bin ein typischer Träumer und bin 20 Jahre durchs leben gekommen ohne dass nur EINER jemals an ADHS gedacht bzw. es ausgesprochen hätte, obwohl ich bei etlichen Psychologen und in der Schule auffällig war.
    Wie erklärst du dir das?

  3. #33
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.984

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Ich sprach von der Tendenz bei Schulkindern heute,nicht von Deiner/meiner Kindheit.

    Davon abgesehen ist die steigende Zahl von Diagnosen bei Erwachsenen auch nicht zwingend und in jedem Fall Folge oder Ausdruck eines Versäumnisses in der Vergangenheit.
    Geändert von luftkopf33 ( 9.06.2016 um 12:43 Uhr)

  4. #34
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    luftkopf33 schreibt:
    Ich sprach von der Tendenz bei Schulkindern heute,nicht von Deiner/meiner Kindheit.

    Ich habe nicht den Eindruck, dass sich in 10 Jahren so viel geändert hat. Das einzige was meiner Meinung nach vielleicht gewachsen ist (was auch gut so ist), ist die Wahrnehmung.

  5. #35
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.984

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Schau,da unterscheidet sich unsere Wahrnehmung der Situation. Ich sehe-gerade wenn ich mir aktuell das neue DSM anschaue-gewaltige Veränderungen in der Herangehensweise und im Umgang mit und der Einordnung von (nicht nur) kindlichen Emotionen und "Zuständen".

  6. #36
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    luftkopf33 schreibt:
    Schau,da unterscheidet sich unsere Wahrnehmung der Situation. Ich sehe-gerade wenn ich mir aktuell das neue DSM anschaue-gewaltige Veränderungen in der Herangehensweise und im Umgang mit und der Einordnung von (nicht nur) kindlichen Emotionen und "Zuständen".

    Jetzt bin ich interessiert. Welche Veränderungen siehst du wo und woran?

  7. #37
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.984

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Es wird z.B. schneller pathologisiert.

  8. #38
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    luftkopf33 schreibt:
    Es wird z.B. schneller pathologisiert.
    Änderungen im DSM-V

    In der fünften und aktuellen Auflage des Klassifikationssystems DSM-V wurde die Definition der diagnostischen Kriterien der ADHS überarbeitet.

    • Die Zahl der für die Diagnose erforderlichen Symptome wurde für Patienten ab 17 Jahren von sechs auf fünf Symptome reduziert. Dies ergänzt die Diagnosemöglichkeit der ADHS im Erwachsenenalter
    • Die 18 im DSM-IV beschriebenen Kernsymptome werden teilweise um Kriterien für die Lebensbereiche Erwachsener ergänzt
    • Die Diagnose Autismus-Spektrum-Störung wird nicht mehr als Ausschlusskriterium für die Diagnose ADHS geführt
    • Das Alterskriterium für die Erstmanifestation von ADHS-Symptomen wurde vom siebten auf das 12. Lebensjahr angehoben.
    • Es finden sich nun Hinweise darüber, dass im Rahmen der Diagnosestellung zur sichereren Einschätzung der situationsübergreifenden Problematik mehrere Informanten befragt werden sollen
    • ADHS wird nun unter Neurodevelopmental Disorders kategorisiert



    Wo genau siehst du da jetzt das Problem?

  9. #39
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Diagnostiziert wird in Deutschland aber doch nach ICD-10 und nicht DSM 5

  10. #40
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Darina schreibt:
    Diagnostiziert wird in Deutschland aber doch nach ICD-10 und nicht DSM 5
    luftkopf33 schreibt:
    Ich sehe-gerade wenn ich mir aktuell das neue DSM anschaue-gewaltige Veränderungen in der Herangehensweise und im Umgang mit und der Einordnung von (nicht nur) kindlichen Emotionen und "Zuständen".

    Darauf hab ich geantwortet.

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