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Diskutiere im Thema Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich" im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    In dem Presseartikel auf sueddeutsche.de wird subtil suggeriert, es gäbe in der Region Würzburg anhand einer 2,5-fach überdurchschnittlichen Diagnoserate von ADHS im Vergleich zum Bundesdurchschnitt eine Überdiagnostik von ADHS. Beweise!? Genauso gut könnte man diesbezüglich die Frage in den Raum stellen, ob es im Rest von Deutschland eine 2,5-fache Unterdiagnostik bezüglich ADHS gibt.

    Die Süddeutsche hat sich wie tendenziell alle linksliberalen "Qualitätsmedien" in der Vergangenheit übrigens durch pauschales ADHS-Bashing und ADHS-Ignoranz hervorgetan. Und der Autor des oben verlinkten Presseartikels, Guido Bohsem, hat mal bezüglich der Medikation mit Ritalin bei ADHS vorgeschlagen, die "dem Lifestyle fröhnenden" Eltern, die der Erziehung ihrer Kinder zu wenig Zeit und Priorität einräumen würden, sollten das Ritalin ihrer Kinder selber fressen.

    Angehörige der "Gauche caviar", der "Kaviar-Linken", wozu auch die der städtischen "Latte-Macchiato-Bourgoisie" zugehörigen Autoren der Süddeutschen tendenziell gehören, vermischen das komplexe Thema ADHS allzu oft mit pauschaler Kapitalismus-Kritik....nach dem Motto, die Mama vom ADHS-Kind soll mal nicht zu viel vom Leben wollen und nicht 3 Nebenjobs gleichzeitig machen für die 3-malige Urlaubsreise im Jahr (die sich städtische "Eliten" wie Guido Bohsem übrigens leisten können, das Gros der Familien in Deutschland jedoch nicht), dann hat sie auch wieder mehr Zeit für die Erziehung von ihrem ADHS-Kind und das ADHS-Kind braucht dann bei größerer Zuwendung auch kein Ritalin mehr. Zuwendung statt Ritalin - Ja, Ja, wenn es doch nur so einfach wär.....

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Mir wird genau das Gegenteil vorgeworfen. Mein Kind hat deshalb so große Probleme im Sozialbereich, weil es zu viel von mir betreut wurde. Ich hatte ihn länger als 25 Stunden/Woche in der Kita lassen sollen, damit er lernen kann, mit anderen Kindern zu spielen.
    Also, egal was man tut, als Mutter eines ADHS-Kindes kannst du es nur falsch machen.
    Geändert von Darina ( 8.06.2016 um 21:58 Uhr)

  3. #23
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    @ Darina: damit wirft man dir dann quasi vor, dein Kind hätte durch deinen Erziehungsstil eine "Beziehungsstörung" entwickelt. Auch so ein Standard-Argument von ideologisch verbrämten ADHS-Gegnern, das ins Feld geführt wird, um den Eltern die Schuld in die Schuhe zu schieben.

  4. #24
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Nun, ganz zu von der Hand zu weisen ist das Argument der Modediagnose ja nicht:

    ADHS: Wenn frühe Einschulung zur Fehldiagnose führt - Gesundheit - Süddeutsche.de

    "

    • Kinder, die früh eingeschult werden, erhalten einer Studie zufolge wesentlich öfter die Diagnose ADHS.
    • Viele dieser Diagnosen sind vermutlich falsch, da das jüngere Alter der Kinder unberücksichtigt bleibt, unnötige Behandlungen sind die Folge."


    Solche Vorfälle helfen uns Betroffenen leider wirklich nicht, weil der ganzen "das gibt es ja gar nicht"-Diskussion neue Nahrung verschafft.

  5. #25
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    War ich doch letzte Woche bei einer Veranstaltung in unserem Klinikum, (es ging und geht um die Gründung eines "Bündnisses zur Förderung der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen", analog zum Bündnis gegen Depression).

    Waren viele Leute aus der Jugendhilfe da. Ich erwähne, dass im November in der Würzburger Uniklinik eine Veranstaltung über ADHS sein wird, da gehen mich gleich zwei ältere in der Jugendhilfe tätige Herren (mit grauen Pferdeschwaenzchen - nein ich habe keine Vorurteile) von wegen "ueberdiagnostiziert in Würzburg" usw. an.

    Ehrlich, wenn ich nicht nach vielen Jahren in der ADHS-Selbsthilfe so gechillt wäre, ich haette sie .... können. Wahrscheinlich stecken sie am Montag ihre Nase in das Nachrichtenmagazin aus Hamburg und rühmen sich, die SZ zu lesen.

    Frage mich wie die Zusammenarbeit zwischen Ärzten/Therapeuten/Institutionen/Ämtern und vielleicht Eltern aussehen wird.

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Dass solche jüngeren Kinder stärker auffallen und somit eher einer gerechtfertigten Diagnose ADHS zugeführt werden, im Vergleich mit älteren Kindern, die unterdiagnostiziert werden, lässt sich genauso darin hinein interpretieren. Jedoch gehen Beispiele, die man für eine vermeintliche Überdiagnostik heranziehen könnte, viel eher über die Presseagenturen als umgekehrte Beispiele. Auch gerade, weil sich eine vermeintliche Überdiagnostik viel besser skandalisieren und zuspitzen und damit medial vermarkten lässt.

  7. #27
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    @ChaotSchland:

    Ich kann gerade nicht nachvollziehen, wieso Überdiagnostik leichter medial auszuschlachten sein soll wie Unterdiagnostik: "Nur die Hälfte aller Krebspatienten werden erkannt!" als Schlagzeile sorgt garantiert auch für Aufruhr.

    Ob die jüngeren Kinder einfach nur besser erkannt werden, wage ich zu bezweifeln. Leider ist es ja so, dass viele unserer Symptome erstmal nichts mit ADHS zu tun haben müssen, zumindest im frühen Kindesalter. Wir selbst als Betroffene - zumindest mir geht das so - sehen die vermutlich schneller als krankhaft an.

    Leider sind wir als Betroffene nicht die besseren Ärzte und erkennen auch die Symptome nicht zwingend besser oder schlechter. Unsere eigene Betroffenheit lässt uns eben alles durch eine gewisse Brille sehen, vor allem, wenn eine entsprechende Leidensgeschichte bis zur Diagnose zurückliegt. Mir geht das immer wieder so, dass ich das bei mir bemerke. Der Umstand macht uns aber nicht gerade objektiv.

    Ergänzung:
    Ursache könnte laut Barmer eine gehäufte Anzahl von Kinder- und Jugendpsychiatern* sein. Zudem sei die medizinische Fakultät auf die Ausbildung von Medizinern dieser Fachrichtung spezialisiert. Barmer-Chef Christoph Straub sagte, die regional stark schwankenden Steigerungsraten ließen sich nicht ausschließlich medizinisch begründen.

    wo siehst du da die subtile Suggestion?
    Geändert von oracle.kid ( 9.06.2016 um 09:43 Uhr)

  8. #28
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Nach den vorliegenden Versorgungsstudien werden ja in Deutschland "nur" im Promille-Bereich Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ADHS-Medikametnen behandelt. Egal, ob nun eine Verdoppelung oder Halbierung in Würzburg vorliegen würde, es wären immer noch enorme Unterversorgungen.

    Wenn man von einer Prävalenz von 4,3 bis 4,7 Prozent ausgeht in der Allgemeinbevölkerung (und da wäre der unaufmerksamen Subtyp bzw. Konzentration Deficit Disorder nach Barkley = frühere sluggish cogntive tempo - Störung noch nicht dabei) und selber nur mal von einem Drittel medikamentös behandelter Kinder und Jugendlicher ausginge, zeigt sich wie da eine Fehlinformation verbreitet wird.

    Sicher muss es nicht so wie in den USA werden, wo 2/3 aller ADHS-Kinder medikamentös behandelt werden und vielleicht auch eine Überdiagnostik herrscht. Aber bei uns gibt es bisher überhaupt keinen Anhalt a) für Überdiagnostik und b) massenweise Verschreibung von Stimulanzien.

    Zumal c) seit 2 Jahren die Verordnung von Psychostimulanzien ABNIMMT und nicht zunimmt, obwohl immer mehr Mädchen mit ADHS erkannt werden bzw. natürlich auch mehr Erwachsene mit ADHS behandelt werden.

    Nicht die Überdiagnostik ist das Problem. Sondern der Mangel an qualifizierten Psychotherapeuten und Ärzten, die dann die Behandlung BEGLEITEN und zu bezahlbaren und für die Therapeuten wirtschaftlichen Bedingungen steuern können.

  9. #29
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    oracle.kid schreibt:
    @ChaotSchland:

    Ich kann gerade nicht nachvollziehen, wieso Überdiagnostik leichter medial auszuschlachten sein soll wie Unterdiagnostik: "Nur die Hälfte aller Krebspatienten werden erkannt!" als Schlagzeile sorgt garantiert auch für Aufruhr.
    Weil Überdiagnostik suggeriert auch Geldverschwendung. Da kommen ganz viel mehr Stimmen die sich darüber aufregen, das ihre KV-Beiträge mal wieder verschwendet werden. Also hat man potentiell eine grössere Anzahl von Lesern die sich davon betroffen fühlen könnten. Bei der Unterdiagnostik wissen die "Geschädigte" nichts davon (sie sind ja nicht diagnostiziert) und der Stammtischbruder kommt gar nicht im die Aufregungszone.

    oracle.kid schreibt:
    Ergänzung:
    Ursache könnte laut Barmer eine gehäufte Anzahl von Kinder- und Jugendpsychiatern* sein. Zudem sei die medizinische Fakultät auf die Ausbildung von Medizinern dieser Fachrichtung spezialisiert. Barmer-Chef Christoph Straub sagte, die regional stark schwankenden Steigerungsraten ließen sich nicht ausschließlich medizinisch begründen.

    wo siehst du da die subtile Suggestion?
    Subtil ist es nicht, Suggestiv aber schon. Es wird nur die fragwürdige Interpretation der Krk dargestellt, die die Kompetenz von "Spezialisten" indirekt infrage stellt.

    Eine Recherchearbeit, eine tiefere Betrachtung und eine kritische Auseinandersetzung sehe ich in diesem "Artikel" nicht.

  10. #30
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.986

    AW: Süddeutsche:"Zahl der ADHS-Diagnosen steigt deutlich"

    Es mag (noch) keine "Überdiagnostik" im quantitativen Sinne geben,allerdings wird-imho-zu oft ADHS geschrien,wo gar keine ist und andere Faktoren,wie eben zu frühe Beschulung,Medienkonsum etc.dabei als mögliche Ursachen für bestimmte Schwierigkeiten völlig ignoriert.

    Wenn allerdings eine ADHS vorliegt,sollte auch und gerade bei Kindern eine medikamentöse Therapie erfolgen,damit andere Maßnahmen richtig greifen können. Sonst holt man sich die späteren Probleme doch erst in's Haus.

    Soweit ich das verstanden habe liegt das Hauptaugenmerk im Artikel auf (meinem) Absatz 1.
    Es gibt kein "Ritalinbashing" ala "amerikanische Verhältnisse".

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