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Diskutiere im Thema Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #41
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    Hallo creatrice, ich habe mal unten diejenigen Stellen herauskopiert, die für ein gesundes Aufwachsen eines Kindes gefährlich sind. Je nach persönlicher Resilienz fallen die Folgen für die Entwicklung des Kindes mehr oder weniger krankmachend aus. Was es in jedem Fall ist: Besorgniserregend für Fachleute! Ich bin Pädagogin und Ergotherapeutin, habe mein Examenspraktikum in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie gemacht, bin mit unserem autistischen Adoptivsohn selber bei unzähligen Fachleuten gewesen, meine Schwester ist Sozialarbeiterin und arbeitet mit Brennpunktfamilien, ich kenne die die Alarmthemen der kindlichen Entwicklung.

    Vielleicht habe ich in meiner Fachsicht hier in unserer Diskussion zuviel angenommen, dass der Artikel doch deutlich für sich spricht, das war evtl. nicht so klar. Und ich habe in meinem vorigen Beitrag geschrieben, wie Kinder das auffällige Verhalten der Mutter emotional verstehen. Das habe ich mir also nicht ausgedacht, was das Verhalten der Mutter für Kinder bedeutet, sondern beschrieben aus all den vielen vielen Erfahrungen mit entwicklungspsychologischen Themen.

    Die Autorin schreibt nicht soviel über sich selber, aber wenn sie als Kind viel unter Anspannung stand und erst kürzlich verstanden hat, dass ihre eigenen Gefühle auch wichtig sind, dann sind schon gravierende Folgen anzunehmen. Sie hat als Kind ihre Mutter betreut und nicht umgekehrt, das schreibt sie selber. Ihre Mutter ist wie ein Kind, also reagiert nicht erwachsen, war nicht Vorbild, war nicht all das, was eine Mutter sein muss, auch wenn sie nicht perfekt ist: Schutz, Sicherheit, Verlässlichkeit, Streicheln, Trost, Wertschätzung, Struktur und erwachsenes Verhalten und vor allem Urvertrauen fehlen.

    Wenn Eltern krank sind und sich nur eingeschränkt um Kinder kümmern und es ist keine Sicherheit durch eine andere sichere erwachsene Person da, dann ist das entwicklungspsychologisch äußerster Mangel und muss von Fachleuten betreut werden, wenn es jemand merkt.

    (Narzissmus war ein ganz anderes Thema, ich schrieb da von meiner Mutter, die kein ADHS hat, deren psychische Störungen mich aber auch sehr geschädigt haben.)


    Ein großes Kind


    Wie ist es, mit einer ADHS-kranken Mutter aufzuwachsen?

    denn ich weiß eigentlich nie, wie meine Mutter reagieren wird.

    Ich stand oft verloren an Bushaltestellen, weil sie vergessen hatte, mich abzuholen,

    Sie packten ihren Kindern ein Pausenbrot ein, streichelten ihnen liebevoll den Kopf und verbrachten Zeit mit ihnen. Bei mir war das nie so.

    und oft unzusammenhängend. Emotionen sprudeln ungefiltert aus ihr raus.

    Wenn ich ihr etwas erzähle, unterbricht sie mich oder packt ihr Handy aus und schreibt Nachrichten oder macht Fotos.

    Neulich musste ich sie daran erinnern, mir mein versprochenes Geburtstagsgeschenk zu geben.

    Meine Mutter ist launisch und unberechenbar.

    Auch Wutausbrüche sind keine Seltenheit. Ein paar mal schmiss sie sogar mit Gegenständen um sich.

    In meiner Kindheit war ich oft angespannt.

    Ich habe dann das Gefühl, mir keine Fehler erlauben zu dürfen, weil es sonst wieder Krach gibt. Ihre extrovertierte Art gleiche ich mit scheinbarer Ruhe aus, tief drinnen koche ich aber meist vor Wut.

    war es bei uns umgekehrt: Ich musste immer Rücksicht auf meine Mutter nehmen."

    Oft reicht eine kleine Kritik aus, um sie zum Weinen zu bringen oder sie wütend zu machen. Dann legt sie das Telefon auf oder haut während eines Streits einfach ab.

    Im Grunde ist sie wie ein großes Kind. Es fällt ihr schwer, sich an gesellschaftliche Normen zu halten. Ihre Mutterrolle überforderte sie.

    Vor ein paar Jahren noch hätte ich diesen Text nicht geschrieben – ich hätte die Gefühle meiner Mutter wichtiger genommen als meine eigenen.



    Wenn deine eigenen Eltern, creatrice, viel unterwegs waren, dann ist die Frage, wie alt ihr Kinder wart, ob andere erwachsene Bezugspersonen da waren und wieviel gemeinsame verlässliche liebevolle Zuwendung eure Eltern euch aber gaben, wenn sie da waren. In dem Artikel fehlts ja an so vielem.


    Liebe Grüße! Maggy
    Geändert von Maggy (21.12.2015 um 22:58 Uhr)

  2. #42
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    creatrice schreibt:

    In dem Artikel steht übrigens auch nichts von Narzissmus.
    Den Begriff habe ich mit reingebracht, weil der Untertitel des verlinkten Artikels lautet
    Wie ist es, mit einer ADHS-kranken Mutter aufzuwachsen?
    ... Eben weil ich der Meinung bin, dass die dargestellten Verhaltensweisen der Mutter, die ja anscheinend über die Jahre unverändert geblieben sind, eher in die Narzissmuss-Richtung zeigen und nicht primär der ADHS zuzuordnen sind.

    Ich befürchte, dass dieser Untertitel die ADHS eher stigmatisiert und sich damit auch nachteilig für ADHS-Betroffene auswirkt, die nicht dem Bild der beschriebenen Mutter entsprechen.

    Jemand, der von der Sache keine Ahnung hat, hat fortan ein pauschales Bild von Betroffenen vor Augen ... wird vielleicht niemals einen ADHSler einstellen, niemals eine ADHSlerin als Partnerin haben wollen etc usw usf ...

    Für mich ist dieser Artikel in erster Linie eine Art Abrechnung mit der Mutter, eine Katharsis. Die verkauft sich besser, wenn man das ADHS-Label draufklebt, als wenn die Autorin einfach nur geschrieben hätte:"Meine Mutter war blöd, weil ..." (ironisch gemeint).

    Mir ist klar, dass der Artikel nicht das Ziel hatte, für Verständnis über die ADHS allgemein zu sorgen.
    Die Ergänzung
    Ein Erfahrungsbericht
    mag ein Hinweis darauf sein.
    Er differenziert aber m.E. unzureichend und stellt die ADHS sogar in meinen Augen falsch dar - und das ist meiner Meinung nach unsauberer Journalismus (den ich bei einem offiziellen Zeitungsartikel trotzdem erwarte) und gehört eher in die Kategorie "Persönliches Tagebuch".

  3. #43
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    Ich finde nicht,dass die ADHS AN SICH wirklich FALSCH dargestellt wird.

    Ja,es werden keine Abgrenzungen zu (möglicherweise noch) zusätzlich vorhandenen anderen Störungen vorgenommen,-wobei das höchstwahrscheinlich auch die Fachkompetenz der beteiligten Personen überstiegen und für mich viel eher in Richtung unseriösem Journalismus gedeutet hätte.

    Dennoch gilt-abgesehen davon,dass es eben ein persönlicher Erfahrungsbericht ist-,meiner Meinung nach noch immer das,was ich schon einmal schrieb:

    Es gibt schwere Verläufe der ADHS-die EIGENTLICH auch eher nicht die Ausnahme sein können,wenn ich mir die Phänomenologie anschaue-,die in ihren Auswirkungen für die Person und das Umfeld-v.a.natürlich unbehandelt-extrem schädlich sind und die mittlerweile leider sehr häufig in die NPS-Ecke befördert werden.

    Dahin gehören sie aber nicht.

    Auch hier gibt es also durchaus Potenzial für Falschdarstellungen,bzw.in diesen Fällen eher Verharmlosungen der ADHS. Was dann,ganz ähnlich anderer Stigmata und Verzerrungen, zu Lasten der Betroffenen geht.

    Es sei nochmals gesagt: Ich möchte das Geschilderte weder entschuldigen noch verharmlosen. Ich bin in einem echten narzisstischen System aufgewachsen und nichts könnte mir ferner liegen,als das. Nur liegt genau da auch der Hund begraben. System.

    Und das vermag ich in den Schilderungen der Autorin nicht zu entdecken,werde den Artikel aber wohl auch nochmal, ganz in aller Ruhe und mit etwas zeitlichem Abstand,lesen.


    LG v. Luftkopf
    Geändert von luftkopf33 (22.12.2015 um 10:35 Uhr)

  4. #44
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    Mir ging es jetzt zuletzt um das, was im Artikel steht, in Bezug auf das Kind.

    Mich persönlich erinnert das Verhalten der Mutter zwar auch wirklich sehr an erwachsene hyperaktive ADHS-ChaotInnen, einschließlich meines Vaters und mir, bei uns aber schwächer ausgeprägt. Und bei mir noch seit Jahren behandelt und vorher als Depression auch schon behandelt.

    Aber ich kann mir gut denken, dass schon ADS, das Frauen ja meistens haben, da anders aussehen kann und bei jedem von uns ist ADHS unterschiedlich ausgeprägt.



    LG! Maggy

  5. #45
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    All das was du unterstrichen hast kenne ich selbst Maggi, und ja, es ist eine Belastung, aber es MUSS NICHT krank machen, mit Katastrophendenken, Terrorgefühlen etc einhergehen.

    Fachsicht hin oder her...... gerade wenn man vom Fach ist sollte man doch auch mal dem Klientel zuhören und glauben, auch Einzelfällen, ohne gleich die berufliche Qualifikation und Lektüre vorzugrätschen oder eben "andere Umstände" annehmen, wenn die Reaktion nicht genau ins Lehrbuch passt. Sorry, das ist wiederum für mich typisch.


    Meine Mutter gebraucht teils die Worte auf meinen Vater, die du benutzt, Terror, Katastrophe etc....., ich bin u.a. damit aufgewachsen, das mein Vater aufgrund seines gefährlichen Fahrstils (den er heute noch hat) die Schwerbehinderung meiner Mutter verursacht hat, und allem anderen, was hyperaktives ADHS auch an Defiziten mit sich bringt und auch in dem Artikel steht, ich kann auch all das benennen, und trotzdem habe ich nie die Liebe, Zuneigung und Verlässlichkeit meines Vaters angezweifelt, und ich verdränge auch nichts. Wie gesagt, es gibt noch sooooo viel mehr als ADHS. Bei mir war sogar meine Mutter das Problem, aber das gehört hier nicht her.

    Ich verstehe es, das andere, genauso wie meine Mutter unter solchem Verhalten leiden, aber es gibt eben auch Fälle wie mich, davon so einige in meiner Verwandtschaft und auch hier im Forum, und die sollten genauso respektiert und "hingenommen" werden, wie die, die leiden, ohne wenn und aber und vielleicht.

    Der Artikel handelt von ADHS, es sind auch typische Verhaltensweisen eines ADHSlers beschrieben, es scheint keine komorbide Diagnose zu geben in Richtung NPS, ich gehe von dem aus, was da steht, und das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Ob da nun eine NPS zusätzlich da ist oder nicht vermag ich nicht zu wissen, ich weiss aber, das mein Vater keine Anzeichen einer NPS hat, aber ich glaube denen, die solche Eltern haben und respektiere es. Aber bitte verlangt doch nicht, das ich meine Geschichte umschreibe oder etwas annehme, was bei mir nicht so ist.
    Geändert von creatrice (22.12.2015 um 09:51 Uhr)

  6. #46
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    ich glaube, das Problem liegt wirklich in dem Artikel. da sidn zu viele Fragen offen.

    und zuviele Interpretationsmöglichkeiten.

    hätte das zB eine Pubertierende geschrieben (und wer weiss, ob die Autorin nicht erst 19 oder 20 ist), dann hat er wieder eine ganz andere Färbung. Denn alle Eltern sind peinlich. alle Eltern haben Fehler gemacht. Viele Kinder empfinden in einem gewissen Alter ihre Eltern als kindisch. die Begriffe oft sind zu interpretierbar. Heisst oft 5 Mal oder jede Woche ? immerhin finden die anderen Schulkameraden die Mutter nicht als peinlich, sondern als lustig. und als Beispiel hat sie, dass die Mutter einmal (!) vergaß, das Geschenk zu überreichen. Sie hatte es gekauft, es wqar wohl auch verpackt und in greifbarer Nähe. und es war ihr wohl einmalig passiert.
    wir haben keine Einzelheiten über die Mutter noch über die Tochter. War die Mutter in Behandlung ? Gab sie ihr möglichstes ? was lief denn alles gut in dieser Elternschaft ?

    ehrlich gesagt, hatte ich bei diesem Artikel schon den Eindruck, dass das eine sehr junge Frau schreibt. und auch ein bisschen auf hohem Niveau jammert.
    Von Gründen, dass ein Jugendamt einschreiten soll, sehe ich wenig bis gar ncihts konkretes. Da ist letztendlich nur von vergessenen Pausenbroten und Abholen an der Bushaltestelle die Rede. Ok, ich hab mein Pausenbrot selbst gemacht und mich hat nie jemand am Bahnhof abgeholt noch wurde jemand anderes regelmäßig vom Bahnhof abgeholt, auch wenn der Fußweg dann locker noch 1-2 km beträgt. Bei Bushaltestellen eher weniger..
    Wenn es nicht gerade eine 5jährige war, sondern eine 12jährige, die ein Block vom ihren Elternhaus entfernt in einem harmlosen Wohngebiet wohnt, ist es auch kein Drama
    Ok, die Autorin hat sich oft fremdgeschämt für ihre Mutter. Auch das ist, tut mir leid, zumindest in einem gewissen Alter normal.
    über vieles beschwert sie sich nicht. Ich hab den Eindruck, für sie selbstverständliches. Wenn sie dann nach Hause kam, war vielleicht ein hervorragendes Mittagessen gekocht, die Wäsche gewaschen, das Zuhause in Ordnung und die Mutter hatte Zeit, um ihr bei den Hausaufgaben zu helfen. Sie strich ihrer Tochter vielleicht nicht über den Kopf, aber ich lese da sonst keine Lieblosigkeit raus.
    ich lese da auch nichts von Tobsuchtanfällen und Szenen (außer im Auto, da war Töchterlein schon erwachsen) . und Auto fahren mit den Eltern, wenn der Führerschein noch frisch ist, da würde ich mal behaupten, da kann die Mehrkeit der Normalos so einiges berichten.

    es fehlen mir einfach zu viele Hinweise. Vielleicht hat die Mutter mittags einfach nur beim Kochen zu spät auf die Uhr geschaut und 1,2 Mal imMonat nicht wie gewohnt ihr Kind an der Bushaltestelle abgeholt, als sie schon 12 Jahre alt war.

    Letztendlich sind die konkreten Hinweise eher harmlos, oft zB heisst nicht ständig. Man kann viel rein- und rausinterpretieren. Ist es die Bushaltestelle an der Schule, die Mutter schlief auf der Couch und das 6-jährige Kind steht 3 Mal die Woche stundenlang im strömenden Regen oder ist die Bushaltestelle ist 100 m vom Haus entfernt, das Kind ist schon relativ groß und Mutti empfängt das Kind, wenn es aus dem Bus steigt netterweise schon dort und geht mit ihr die letzten Schritte und kommt ab und an 10 Minuten zu spät bzw das Kind geht dann schon allein nach Hause und das Ganze passiert 1,2 Mal im Monat ?

    da ist jede Menge SPielraum und die Frau (von der ich einfach annehme, dass sie recht jung ist, es klingt so) jammert ein bisschen auf hohem Niveau , sonst hätte sie glaub ich eindeutigere Beispiele und würde eher von "ständigem" Vergessen etc reden.

    Kinder, die ohne Pausenbrot in die Schule gehen gibt's es zuhauf und nicht jede Mutter streicht ihrem Kind über den Kopf. das fand ich etwas albern.

    Aber ich denke, der Artikel wird mit sehr unterschiedlichen Augen gelesen. erweckt es in jedem anderen unterschiedliche Assoziationen

    Über Kindeswohlgefährdung las ich da aber übrigens nicht viel und Eingreifen des Jugendamtes fand ich auch nicht nötig- und ich bin auch vom Fach.

    vielleicht kann ich den Artikel deswegen nicht so ganz dramatisch wahrnehmen. In den Akten der Kids, die ich habe stehen wirklich andere Dinge als solche. Wenn ein einmal nicht gleich überreichtes Geschenk als Beispiel genannt wird, dann kann ich das auch nicht sooo ernst nehmen. und Menschen, die in Gesprächen auf ihr Smartphone schauen gibt's leider auch zuhauf.

    ích kenne etliche, die mit dem Kellner flirten (was auch immer sie damit meint, Töchter haben da oft eine sehr kritische Sichtweise), wenn es andere tun, ist das anscheinend auch in Ordnung, zumindest wenn es ein gewisses Maß nicht verletzt. die eigene Mutter aber: noGo.

    ich denke mir, jeder hat Eltern, die Fehler machten und es sind wirklich einzelne Fehler, die die Mutter ihrem Kind gegenüber machte. und fast jeder hat eine Phase in seinem Leben, in der er sich für zumindest einen Elternteil schämt. und jeder hat eine Phase, in der er die Eltern anderer idealisiert. die idealen Eltern gibt es aber nicht und manche brauchen lange auch noch im Erwachsenenalter, um sich damit abzufinden. Es gibt sogar Menschen, die zeit ihres Lebens über die Eltern auf recht hohem Niveau jammern und sich damit selbst darstellen. Als Ausrede für eigene Fehler (du weisst doch, Schatz, ich komme aus einem unordentlichen Haushalt, ich hab nie gelernt, dass die Schmutzwäsche in den Wäschekorb kommt) bis hin zu Partygags. Meine Mutter, die Peinlichkeit.

    ich glaube schon, dass es für Kinder furchtbar sein kann, von Eltern mit ADhs vor allem wegen der komorbiden Störungen und Gealterfahrungen in unterschiedlichster Weise aufgezogen zu werden. und ich glaube auch, dass die Tochter das, was sie so schreibt auch so empfindet. aber der Arktikel ist sehr subjektiv und einseitig. sie vergleicht ihre Mutter mit einer sehr idealisierten "normalen" Mutter. sie vermisst die perfekte Mutter scheint mir. die hatte aber niemand. zumindest habe ich noch niemanden getroffen, der das behauptet.

    Aber : man kann den Artikel auch durch die Brille der eigenen Kindheit sehen und die Verletztheit widergespiegelt.

    ich bin nun 49 und ich sehe meine (verstorbene) Mutter als Mensch mit all ihren Fehlern. Sie war auch keine ausgebildete Pädagogin, sie hat vieles so gemacht, wie man es ihr selbst beigebracht hat oder was sie für richtig hielt. sie hat vieles auch falsch gemacht. Aber sie hat uns geliebt und sich sehr bemüht, das Beste zu geben. und ich könnte mir vorstellen, dass das auch die Mutter der Autorin gemacht hat

  7. #47
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    creatrice schreibt:
    trotzdem habe ich nie die Liebe, Zuneigung [...] angezweifelt
    Das ist in der Tat ein wichtiger Moment, der vieles puffern/auffangen kann und wichtig für die Entwicklung von Selbstheilungskräften ist.

    Es gibt eine tolle Sammlung an Medienbeiträgen zum Thema "Intuition" in der BR-Mediathek ( Suche: Suche BR.de | Suchen & Finden | Service | BR.de ) ... habe heute aus dieser Reihe einige AHA-Effekte erfahren, die eng mit unserer Disskussion hier verknüpft sind.

  8. #48
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.124

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    @Moselpirat Alles was du schreibst klingt irgendwie
    logisch aus der Sicht eines Erwachsenen, der selber in geregelten Verhältnissen aufgewachsen ist. Egal ob mit
    ADHS oder nicht.
    Für ein Kind ist es relativ gleich
    Ob die Mutter es 2 mal vergisst
    Oder 50 mal. Es sieht nur daß es vergessen wurde. Ausserdem ist ab einer gewissen Regelmäßigkeit
    In der solche Unzulänglichkeiten zutage treten absolut Wurscht wie
    oft es geschieht. Es tut der Psyche nicht gut. PUNKT

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  9. #49
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    Dein Punkt,noch dazu gross geschrieben empfinde ich als sehr unhöflich, das interpretiere ich als eine Mischung aus"Halt den Mund" und " duhast keine Ahnung".gross beschreiben ist es besonders unhöflich,muss ich denen.zumindest in anderen Foren gilt Grossschrift als schreien.und Punkt kenne ich in diresem Zusasmmrenhsng nur als sehr autoritäre Äußerung von Eltern,wenn sie kein Widerwort dulden.aber ich gehe mal davon aus,dass es so nicht gemeint war

    Nein,es ist nicht die Sicht eines Erwachsenen und meine eigene Kindheit spielt Darin auch keine Rolle.ich kritisierte nur einen Artikel und werfe ihm mangelnde Objektivität und Ungenauigkeit vor. Und Verharmlosung. ich kann aufgrund des Artikel das Geschilderte über haupt nicht einschätzen.es ist kein Post im Forum , noch ein Blogg oder eine Kolumne. der Titel ist recht universell gehalten und der Text hält nicht,was der Text verspricht.jeder hier hat eine andere Sichtweise, aber Intension des Artikels sollte wohl sein, nichtbetroffene über adhsler als Mutter aufzuklären. Den Unterschied auzuzeigen.Journalistisch nicht gelungen,finde ich.

    Zum Beispiel erweckt sie im Leser den eindruck,dass ihre Mutter lieblos gewesen wäre. “weil sie mir nicht über den Kopf streichelte wie andere Mütter. Ehrlich gesagt sehe ich solch eine Geste bei Muttern eher selten.und es ist sich bei Normalos schonmal vorgerkommen, dass ein Geschenk nicht überreicht wurde. Oder eine Mutter 2 Mal {und nicht etwa 200 Mal) zu spät zu einem Termin mit Tochter kam. Ich hab einfach bei dieser einen Tochter den Eindruck,dass sie auf recht hohem Niveau jammert und dieser Artikel die Sache eher verharmlost.ich wette,viel hier könnten den Artikel besser schreiben. Ich hasb eher den Eindruck,dass sie andere Mutter idealisiert.dass sie eine Normalomutter mit der aus einem Bilderbuch verwechselt.

    Meine Kindheit hast mit diesem Artikel gar nichts zu tun. Schon eher meine Erfahrungen im Job.auch mit ADHS-Eltern. Und da neige ich weniger zur Eltern Sichtweise

    Mir ist schon klar,dass eine Kindheit mit Ashslern hart sein kann und auch sehr oft so ist.dem unbedarften Leser dieses Artikels wird das aber vermutlich nicht klar. Das ist schon fast verhamlosnd.wenn ich unter meinen Normal Freundinnen eine Umfrage machen würde, wer von seiner Mutter über den Kopf gestreichelt bekam, wer nach dem Führerschein Stress mit einem im Wagen sitzenden Elternteil hatte,wer schonmal vergeblich auf seine Mutter wartete,wer sich schon mal für seine Mutter fremd schämte, werden mir die meisten ähnliche Antworten geben. Ichbin sicher,hier könnten etliche besser schildern,wie sehr sich nur ihre Kindheit aufgrund des ADHS von anderen unterscheidet. kurz : ich meine:mies geschriebener Artikel.verharmlosend. nicht überzeugend. entweder sie wird in ihren Schilderungen genauer oder aber der Artikel wird Missinterpretiert.

    Und das ist eine möglichst objektive Äußerung über diesen Artikel und keine Meinung über das Leben eines Kindes mit Adhs-Anteil.
    Und meine Kindheit,die ich hier im übrigen eigentlich gar nicht dargelegt habe erst recht nicht als "geregelt" dargestellt spielt in meinem Post keine Rolle. Ebenso wenig wie ich den Artikel für geeignet halte,die Kindheit eines anderen Betroffenen darzustellen.er ist einfach zu schlecht geschrieben und zu sehr verallgemeinernd..und er dient nicht dazu,dass man seine eigene Kindheit widergespiegelt findet,sondern soll Nichtbetroffene darüber aufklären. das gelingt ihm meines Erachtens ganz und gar nicht.un das beurteilen ich vor allen in meiner Eigenschaft als Zeitungsleser

  10. #50
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.124

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    @Moselpirat sollte ich dich persönlich angegriffen haben,
    bitte ich um Entschuldigung.
    Ich habe Eingangs schon geschrieben daß ich einiges
    von dem was die Autorin erzählt persönlich erlebt habe.
    PUNKT steht dafür dass ich mich dagegen wehre zu diskutieren
    ab welchem Grad eine elterliche Verfehlung schädlich für das
    Kind ist.
    Du schreibst die Autorin erweckt den Eindruck dass ihre Mutter lieblos
    wäre. Und begründest ihre angeblich "übertriebene falsche Wahrnehmung
    mit dem berühmten mal vergessen, mal nicht gelobt, über den Kopf gestreichelt,
    nicht getröstet ect. unendlich.
    Ich denke jeder hier kann sich vorstellen was das "mal" bei einem AD(H)Sler
    bedeutet. Da liegt eben auch ein Unterschied zum Normalo, bei dem solche
    Dinge mal vorkommen können.
    Im Übrigen habe ich dir keine geregelte Kindheit unterstellt.
    Ich habe geschrieben aus der Sicht
    So wie ich meine Beiträge zum Thema aus der Sicht eines verletzten Kindes schreibe..

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    Geändert von Sunpirate (23.12.2015 um 14:45 Uhr)

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