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Diskutiere im Thema Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
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  1. #31
    Mumford

    Gast

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    Maggy schreibt:
    Die Mutter im Artikel verletzt, enttäuscht und ängstigt ihr Kind dauernd und blamiert und nervt die Jugendliche und die erwachsene Tochter. Die Fröhlichkeit, Unkonventionalität und Intelligenz, die andere Kinder bei ihr sehen, reißt das andere nicht raus.
    Wie mir mal jemand erzählte: Die Mutter weckte ihre Kinder manchmal im Winter nachts zu wahnsinnig tollen Eislaufwegen auf den zugefrorenen Bächen und Flüssen im Norden, aber am nächsten Tag blieb sie im Bett und war für ihre Kinder nicht da oder total überreizt und explosiv. Nicht zu verarbeiten für ein Kind, diese Schwankungen! Und wenn schlechtes Gewissen dann erst recht solche Berg- und Talfahrt verschärft......
    Das kommt mir ein Stück weit bekannt vor. Durch meine eigene Diagnose kann ich eben dieses Verhalten meiner Mutter (auch in der Vergangenheit) zwar besser nachvollziehen und (bis zu einem gewissen Grad) verstehen. Das alles ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir nicht miteinander klar kommen. Und ich glaube, dass das zu einem nicht unerheblichen Teil an ADHS liegt. Ja, die positiven Begleiterscheinungen (-wie bereits beschrieben-) sehe ich bei bei meiner Mutter auch, aber das wiegt das (immer noch vorherrschende) gegenseitige Unverständnis und die (freilich unbeabsichtigten) Kränkungen nicht auf.



    Bummel77 schreibt:

    Etwas in den falschen Hals zu kriegen, Mißinterpretationen, eine wütende Kurzschlußreaktion, sich mißverstanden zu fühlen... (...)

    (...) wir Betroffenen verstehen uns untereinander ja nicht einmal.
    Ich glaube auch, das da oftmals zuviel romantisiert und idealisiert wird. Und je mehr idealisiert wird, desto größer sind nachher die Enttäuschungen, Mißverständnisse und die Auseinandersetzungen. Das ist wie eine Spirale, in die man immer wieder gerät und hinterher sitzt man vor einem Scherbenhaufen. Ich bin momentan an einem Punkt angelangt, wo ich aufgehört habe meine Störung zu idealisieren (-auch wenn es mitunter mal ganz gut tut). Sie hat mir nämlich (-im Nachhinein betrachtet-) das Leben eher versaut, als bereichert. Das liegt sicherlich auch daran, dass sie erst spät bei mir diagnostiziert wurde. Wäre dies früher geschehen, wäre ich mir meiner Lage früher bewusst geworden, dann hätte ich vielleicht auch besser damit umgehen können. Vielleicht...
    Geändert von Mumford (19.12.2015 um 17:25 Uhr) Grund: ...

  2. #32
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    Maggy schreibt:
    Ob ich persönlich mich mit meiner Biographie versöhnen kann, das ist eine ganz andere Frage und auch, ob manche späte Einsicht eine Versöhnung mit misshandelnden Eltern möglich macht. Das macht das Ganze aber nicht ungeschehen. Und wer sich zwingt, die eigene berechtigte Wut und Verzweiflung und Trauer und Angst des misshandelten Kindes für das große Verständnis aufzuopfern, der verrät sich selber und somit ist man dann doppelt verraten..
    *tiefseufzwegen-vollverstandenwerden

    ganz haargenau so meine ich das ... an genau diesem mich-NICHT-dazu-zwingen arbeite ich gerade!

  3. #33
    ellipirelli

    Gast

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    es gab vor etlichen Monaten zu dem Themenkomplex "(kranke) Mütter" einen langen Thread in der Ü-50 Gruppe, in der ja etliche der hier Schreibenden (aus Altersgründen) nicht sein können.
    Und mir ist das hier zu öffentlich, um mehr zu schreiben

    Nur ganz kurz also
    Dies http://www.amazon.de/gp/product/3442...dp_o_pC_nS_ttl Buch steht bei mir ganz klar auf der Kaufliste.
    Nach vielen vielen anderen Büchern, die von "narzisstischer Mutter" bis "Weitergabe von (auf Mutterseite unbearbeiteten und verleugneten) Kriegstraumata" reichen...

    Leider nicht mehr aktiv, aber mit Infos und Gästebuch noch online: http://www.narzissmus.org/

    Das in beiden Fällen (offiziell) "nur" Töchter angesprochen werden, sollte Söhne nicht abhalten.
    Geändert von ellipirelli (20.12.2015 um 15:55 Uhr)

  4. #34
    cocolores

    Gast

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    ellipirelli schreibt:
    Und mir ist das hier zu öffentlich, um mehr zu schreiben

    .... von "narzisstischer Mutter" bis "Weitergabe von (auf Mutterseite unbearbeiteten und verleugneten) Kriegstraumata" reichen...
    Mir geht das auch so, dass mich mit Themen wie diesem lieber in den Forenbereichen der Voforis (vorgestellte Foris) bewege würde.... in letzter Zeit bin ich irgendwie empfindlich geworden mit dem Gefühl, dass mein Beitrag "googlebar" ist. Legt sich hoffentlich wieder.
    Den Hinweis mit der Altersgruppe und den Kriegstraumata finde ich wichtig, weil ich denke, dass das einen Unterschied macht. Meine Mutter und ihre Mutter haben beide den Krieg erlebt. Und an vielem erkenne ich, seitdem ich selber älter bin, dass früher in sehr vielen Familien das Konfliktmanagement und die Kommunikation über Probleme völlig anders angegangen wurde als heute. Meine Oma hat kurz vor ihrem Tod mal versucht, über mich mit meiner Mutter, ihrer Tochter, ins Gespräch zu kommen. Ins Reine zu kommen vielleicht sogar. Ich war damals 17 und damit überfordert, aber später war das für mich ein rückblickend sehr trauriges Erlebnis. Zu sehen, wie sich Frauen/Mütter/Töchter älterer Generationen so schwer damit tun, Nähe herzustellen, Verhaltensmuster oder Konflikte anzusprechen, vielleicht Verletzungen und Missverständnisse auszuräumen. Für Väter/Söhne gilt das sicher auch.
    Für mich selber habe ich mir vorgenommen, mit meiner Mutter, die jetzt sehr alt ist, einen anderen Weg zu gehen, aber das ist auch nicht immer einfach.

  5. #35
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    Beim Lesen in Ruhe finde ich diese Mutter gar nicht mal so schlimm. Ja, sie war nervig und belastend für ihre Tochter durch ihre Impulsivität und ihre emotionale Unberechenbarkeit. Aber sie scheint jetzt keine gewesen zu sein, die ihre Familie tyrannisiert und fertig macht.

    Rückblickend tun mir einige meiner Verwandten sehr leid, wie sie ihr Leben ohne ADHS-Behandlung gelebt haben.

  6. #36
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    Das ist mir zu verharmlosend! Das ist auch keine Frage der persönlichen Ansicht! Jedes Jugendamt würde da einschreiten müssen, wüsste es das!

    Dass es noch viel schlimmer hätte sein können, heißt nicht, dass es nicht schlimm war. Stimmungsschwankungen, Brüllerei, Unberechenbarkeit machen Kindern große Angst. Es ist wie auf einem total schwankenden Untergrund stehen, der einen andauernd in Angst und Schrecken versetzt, abzurutschen. Ängstigung durch Brüllerei und Rumschmeißen von Porzellan ist auch schon Gewalt. Stell dir vor, als Kind schaust du von Klein hoch zu jemandem, der austickt. Du stehst oft alleine da, weil du vergessen wirst von deiner Mutter. VERGESSEN! Angst, du bist allein! Und es gibt keine Regeln, die du verstehen kannst, du bist in ständiger Unsicherheit und Katastrophenangst.

    Und du fühlst, dass du ja wohl sehr unwesentlich sein musst, wenn deine eigene Mutter dich vergisst. Der soziale Vergleich zu anderen Müttern unterstreicht das noch. Mal ist Weihnachten kein Geschenk da, mal kein Baum.

    Mal ist kein Essen da, mal steht deine Mutter nicht mit dir auf, mal ist keine frische Wäsche da. Verlässliche Fürsorge und Schutz und Trost und Geborgenheit hast du nicht. Es ist wie in einem Haus, in dem es von allen Seiten kalt hineinweht, wo Regen, Monster und Gefahr reinkommen kann, denn es gibt keine verständliche Struktur und nichts Verlässliches.

    Die Versprechungen hält deine Mutter oft nicht. Das verzweifelt, ängstigt und entwertet ein Kind innerlich. Wo kann es Geborgenheit finden? Statt Trost kann sich ein Abgrund von Vergessenwerden auftun. Und da sich deine Mutter nicht in dich hineinversetzen kann, schreit sie dich an, du übertreibst und lügst und steigerst dich in was rein, wenn du es mal wagst, zu klagen. Wenn das keine Tyrannei ist, was dann?

    Du als Kind passt auf deine Mutter auf, damit wenigstens einiges klappt! Rollendiffusion und verkehrte Welt, aber deine Mutter sagt, das bildest du dir nur ein. Und du fragst dich, ob das vielleicht auch stimmt. Vielleicht bist du sogar schuld dran.

    Also bitte, das ist der Horror und der Terror.

    Dass es noch Schlimmeres gibt, macht die Krankheit nicht klein und die Folgen im Leben des Kindes, das kein Urvertrauen lernen konnte, auch nicht.


    Aber ich meine das nicht als Angriff, denn auch ich fragte mich lange und oft, was eigentlich wirklich schlimm ist. War schließlich selber als Kind auch nicht auf sicherem Boden und dazu kam noch ADHS. Wo konnte ich da Maßstäbe finden? Schließlich war ich "auch" zu empfindlich. Hat gedauert, mich da selber zu entlasten. Und meine Mutter sagte auch immer: "Ach, stell dich doch nicht an." Schließlich kann man Flöhe UND Läuse haben, eine unmögliche Mutter und eine besondere Wahrnehmung.

    Darum ist es mir immer wichtig gewesen, die gesunden pädagogischen Leitlinien für ein gesundes kindliches Aufwachsen als Mutter bei der Erziehung unseres Sohnes zu kennen. Nicht aus dem Bauch heraus. Der war zu verwundet.
    Geändert von Maggy (21.12.2015 um 18:38 Uhr)

  7. #37
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    Okay, ich glaube ich muss es ein weiteres Mal lesen.

  8. #38
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    Sorry Maggy, das ist DEINE Interpretation wie es für diese Frau als Kind ist. Die Frau aus dem Bericht schreibt nichts, was deine extremen Szenarien unterstreicht. Ich denke auch da gibt es Abstufungen, wie oft wird vergessen, wie sensibel ist das Kind, wie ist sonst der Zusammenhalt, wie und wann wird gebrüllt etc.

    Ich habe so einen Vater und bin bei Eltern aufgewachsen, die beide im Aussenhandel und teils Ausland (ohne mich) tätig waren, also sehr wenig Verlässlichkeit, trotzdem war es kein Horror oder Terror, der des Jugendamtes bedürfte. Ja, es gab auch mal wirklich blöde und gemeine Situationen, bestimmt auch mehr, als bei anderen, deswegen gibt es aber trotzdem zwischen dem was du verallgemeinerst und dem was auch sein kann, etliche Graustufen.

    Die Frau in dem Artikel schreibt was Schwierigkeiten sind, was auch weh tut, aber sie schreibt nicht von Horror und Terror in dem Ausmaß.

    In dem Artikel steht übrigens auch nichts von Narzissmus.

    Ja, es gibt auch die fast schwarzen Abstufungen, aber nicht alles ist so, genauso wenig wie jeder, der andere verletzt Narzisst ist. Genauso, wie wie uns öfter nicht konzentrieren können als andere, öfter den Drang nach Aktivität, Reizen haben, genauso schreibt die Frau was bei ihrer Mutter öfter als bei anderen "normalen" passiert, das heisst aber nicht, das es nur passiert, und deswegen kann sie vielleicht auch ein gesundes, recht objektives Bild zeichnen.

  9. #39
    ellipirelli

    Gast

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    ich bin nach vielen vielen Jahren in denen ich mich mit dem Thema auseinandersetzen musste, ÜBERZEUGT davon, das niemand, der nicht eine Mutter mit zumindest ähnlichen Anlagen hatte, verstehen kann, was das bedeutet und was für Auswirkungen das hat...
    Ist, wie Blinden die Farbe erklären... Kann niemand was für, aber verstehen kann nur, wer selbst erlebt hat

  10. #40
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Erfahrungen einer Tochter mit ihrer Mutter: Ein grosses Kind

    Anscheinend erkennt jeder von uns andere Ähnlichkeiten.

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