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Diskutiere im Thema Motive der AD(H)S-"Gegner"? im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 77

    Frage Motive der AD(H)S-"Gegner"?

    Hi Leutz,
    es wird ja viel und heftig diskutiert über AD(H)S...
    Während ich als selbst Betroffener gut nachvollziehen kann, dass unsereins sich recht leidenschaftlich in die Diskussion ´reinhängt (denn Leiden schafft Leidenschaft!), ist mir das Engagement vieler nicht betroffener Laien auf Seiten der AD(H)S-"Gegner" rätselhaft. Unsere Probleme (und wie wir damit umgehen) gehen diese Leute wenig bis gar nichts an und könnten ihnen somit einfach in astronomischer Entfernung am A**** vorbei gehen. Nichtsdestotrotz wird fleißig mitdiskutiert, oft ohne tragfähige sachliche Basis.
    Ich frage mich, was das soll...
    Wie denkt Ihr darüber? Was bewegt wohl diese Leute zu ihrem Tun?

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 197

    AW: Motive der AD(H)S-"Gegner"?

    Die Perspektive ist eine andere. Den Gegnern geht es mehr darum dem Freiheits- und Bewegungsdrang von Kindern keinen Krankheitswert aufzudrücken. Ist ja auch richtig so, leider ist eine differenzierte Diskussion (gerade im Netz) oft nicht möglich, da immer wieder Hardliner beider Seiten clashen und man auf diese Weise nicht weiterkommt.

    ADHS existiert, aber nicht jedes auffällige Kind hat ADHS - das wäre im Prinzip die Grundlage, auf der man sich unterhalten müsste.

  3. #3
    MoC


    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 365

    AW: Motive der AD(H)S-"Gegner"?

    Wenn ich ehrlich bin frage ich mich das auch andauernd
    Ich habe erst vor kurzer Zeit zu hören bekommen " ADHS gibt es nicht!". Diese Aussage muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Diese Aussage war logisch inkonsistent, da diese Person wohl offensichtlich keine Nachweise dafür liefern konnte. Diese Aussagen habe ich am liebsten.

    Ich habe den Standpunkt, dass wenn ich keine Basis und überhaupt Kenntnis über etwas habe, dann verhalte ich mich mindestens NEUTRAL dem gegenüber. Wenn ich eine Meinung habe dann meine Eigene und dafür ziehe ich alle Möglichkeiten in Betracht.

    Wenn sich jemand äußert und im Kern das selbe bei raus kommt wie beim Rest, wozu äußern!? Zugehörigkeit!? Ich will jetzt nicht alle über einem Kamm scheren. Es gibt mit sicherheit Kritiker die sich auch ihren eigenen Standpunkt erbauen und da auch gut argumentieren können, solche Leute muss es meiner Meinung nach auch geben. Zumindestens wenn man eine vernünftige Basis hat.
    Natürlich darf jemand auch die Meinung anderer vertreten aber eben mit BASIS.

    Ich denke was noch eine Rolle spielt ist, dass ADHS eine Spektrum-Störung ist und dass viele unsere Probleme und Symptomatik fließend ist und auch jedem mal im Altag passiert.
    Aber auch hier frage ich mich immer wieder warum es denn so schwer ist es zunächst einmal hinzunehmen, dass es Menschen gibt die auf neurologischer Ebene krankhafte Züge haben.
    Schwer zu glauben, dass es Menschen geben soll, die vllt. eion Leben lang garnicht oder nur schwer im Altag klar kommen sollen, was für andere selbstverständlich ist und vllt. das eine oder andere durch ein bisschen WOLLEN bewältigt werden kann.
    Wir sind ja von Natur aus so geschaltet alles und jenes zu bewerten. Tun wir das bei Aussagen auch sofort!?

    Ich könnte noch mehr schreiben, weiß aber grad nicht wie ob ich's formulieren soll
    Vllt. komme ich nochmal drauf zurück


    LG MoC

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.739

    AW: Motive der AD(H)S-"Gegner"?

    Da habe ich ja wie immer Glück. Überall wo ich hingehe und wenn es passt ich auf das Thema ADS komme, sagen die Personen,
    ja sie haben auch ADS oder ein Kind mit ADS oder kennen das.

    Wenn einer sagt, das ist eine Modediagnose, übergehe ich das einfach, was soll ich diskutieren.

    Das gleich gibt es auch z.B. mit dem Thema Armut, es gibt eine Armut in Deutschland, da sagen auch viele, gibt es nicht oder haben keine Ahnung davon.

    Alle Ärzte und Helfer und Psychologen oder was es so gibt die ich kenne, die akzeptieren ADS.

    Letzlich traf ich einen Holländer, der kennt auch ADS, doch lehnt ab, das es eine Krankheit ist, was ich ja auch tue. Er meint wenn man jeden akzeptiert wie er ist als Mensch, dann braucht es solche Diagnosen gar nicht geben. Das stimmt.

    Doch mittlerweile finde ich geht es nicht nur noch um ADS, sondern alles und jedes wird abgelehnt was nicht in diese Gesellschaft passt.

    Was ich schon seltsam finde, jeder der Depressionen oder Schlafstörungen hat, da sagt keiner was, wenn er Tabletten nimmt, nur beim Ritalin oder Amphetamin regt man sich auf. Allerdings bin ich auch dagegen wenn Kinder nur damit sie gesellschaftsfähig sind Tabletten bekommen.

    Verstehen kann ich trotzdem wenn Eltern oder Mütter aus Verzweiflung den Kindern Ritalin geben, doch auch das liegt wiederum an unserer Gesellschaft.

    Alle Kinder müssten viel mehr Möglichkeiten haben sich draussen zu bewegen und sich auszutoben, ob mit oder ohne ADS. Doch es gibt immer mehr Autos und immer weniger Spielplätze oder Bauwagenburgen für Kinder oder Jugendliche (gab es in Berlin).

    Passt das überhaupt was ich da schreibe. Keine Ahnung, bis dann mal Gruss Paula

  5. #5
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Motive der AD(H)S-"Gegner"?

    Ich habe in diesem Thread schon Einiges angedeutet.

    https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-no...tml#post630175

    Und die Befürchtungen der Mütter und der selbst Betroffenen im Umgang mit den Medikamenten zeigt, wie groß der Erfolg der Organisation mit den schwarzen Beeren ist.

    Ich fände es auch schön, wenn dieser Thread in einen nichtöffentlichen Bereich verschoben werden würde, zumal sich das Thema nicht auf ein bestimmtes Medienprodukt bezieht.
    Geändert von Steintor ( 6.07.2015 um 16:04 Uhr)

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 69

    AW: Motive der AD(H)S-"Gegner"?

    Paula schreibt:
    Er meint wenn man jeden akzeptiert wie er ist als Mensch, dann braucht es solche Diagnosen gar nicht geben. Das stimmt.
    Das kann ich so, zumindest für mich, nicht bestätigen. Meine Probleme hätte ich auch ganz unabhängig davon ob Leute mich akzeptieren oder nicht.
    Weil zum Beispiel in eine Glasscherbe treten weil man vergessen hat die Schuhe anzuziehen auch dann weh tut wenn es keiner sieht das man keine Schuhe trägt.
    Und selbst wenn es so weit geht das man sich vorstellt es hätte nie eine Gesellschaft gegeben, so würde man auch sterben wenn man es nicht schafft Essen für den Winter zu organisieren, selbst wenn man der einzige Mensch auf der Erde ist.

    (Es tut mir leid wenn ich dich falsch verstanden haben sollte.)

    Was mir oft auffällt bei "ADHS-Gegnern" kenne ich bereits von anderen Krankheiten, wie zum Beispiel Depression.
    Du findest solche Menschen aber auch in Diskussionen über Krebs, Viren und (wie bereits gesagt) Armut, Rassismus usw..

    Oft werden diese Standpunkte vertreten von Personen die man als privilegiert bezeichnen könnte (relativ gesund, intaktes Umfeld, in einem wohlhabenden Land geboren,...) und die in vielen Bereichen der (lokalen) Norm angehören (Muttersprachler, TV-Besitzer, omnivor, Fußball-mögend, heterosexuell, ...).

    Ich habe den Eindruck viele Menschen die zu diesem Personenkreis gehören haben eine innere Überzeugung das alles auf der Welt gerecht zu geht.
    Alles was passiert wäre auf die eine oder andere Art das Ergebnis von dem eigenen Verhalten, der eigenen Planung, dem eigenen Willen, usw..

    Es ist ein bisschen wie bei einer Religion.
    Es ist bereits ein Angriff wenn du diese Weltsicht durch deine Existenz in Frage stellst. Und die Einstellung basiert auch nicht auf rationalen Argumenten sondern auf der subjektiven Einschätzung über die Relevanz der eigenen Erfahrungen.

    Wenn du dein Leben lebst, ohne je wirklich schlimme Probleme zu haben (auch das ist subjektiv, aber ich behaupte man kann eine schwammige Grenze ziehen) und nie aneckst dann bekommst du vermutlich fast automatisch den Eindruck alles läuft so wie du es willst und weil du es willst.

    Meiner Meinung nach wird das besonders deutlich wenn so jemand dann vom Schicksal getroffen wird. "Ich dachte früher immer....", "Ich bin davon ausgegangen nur andere....", usw..
    Das Internet macht es nun möglich das sich die Norm und die Privilegierten mit dem "Rest" (der Mehrheit) vermischen.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.739

    AW: Motive der AD(H)S-"Gegner"?

    Humanstapler:

    Danke für deinen Text. Das ist mein Problem, was ich denke und fühle oder wirklich meine, kann ich nicht so gut ausdrücken. Das hast du ja jetzt für mich gemacht.

    Da hast du Recht viele Probleme habe ich auch, auch wenn die Menschen mich akzeptieren.

    Das Problem ist bei mir, ich kenne viele Menschen deren Leben nicht so verlaufen ist und die sehr schlimme Probleme hatten, traurig ist, das dann da auch Konkurrenzen entstehen mittlerweile, wer hatte es schwerer, wer hat weniger Geld und so weiter.

    Ich bin hier in meinem Umfeld in gewissen Kreisen und da wiederum auch eine Aussenseiterin, weil ich ADS habe und mich nicht so anpassen möchte oder in spirituellen Kreisen habe ich auch Probleme, da wird alles schöngeredet oder ähnliches. Dadurch bekomme ich nicht die Hilfe wie die anderen Leute, die viele von Hartz 4 leben doch sich gegenseitig helfen.

    Doch das ist jetzt widerum ein zu komplexes Thema und bestimmt kann ich es nicht so erklären was ich genau meine. Ich fühle mich auch in den Randgruppen, Öko-Natur-Schutzgruppen und in vielen ADS-Gruppen wiederum als Aussenseiterin z.B. weil ich finanzielle Probleme habe.

    In der Antifa-Gruppe oder gegen Rechte wiederum fühle ich mich auch nicht anerkannt, weil dort das ADS nicht verstanden wird. Letztens wurde ich sogar als N.... beschimpft, weil ich was ansprechen wollte.

    Also jetzt lass ich mal lieber das Geschreibsel, sonst bekomme ich hier noch wiederum Antworten die mich verletzten.

    Liebe ADSler und alle anderen, schöne Grüsse aus dem Pott von Paula

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Motive der AD(H)S-"Gegner"?

    Verstehen kann ich trotzdem wenn Eltern oder Mütter aus Verzweiflung den Kindern Ritalin geben, doch auch das liegt wiederum an unserer Gesellschaft.
    hallo Paula

    Ich nehme MPH nicht aus Verzweifelung - sondern weil das Leben einfach leichter ist mit MPH.
    Und ich hätte es auch gerne als Kind bekommen, obwohl ich viel draußen gespielt und getobt habe.

    Es macht mir Spaß mich fokussieren zu können

  9. #9
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.124

    AW: Motive der AD(H)S-"Gegner"?

    Ich denke, dass es in der Natur des Menschen liegt, alles was er nicht versteht entweder zu verdammen oder als nicht existent zu erklären.Das muss irgendwie ein uralter Selbstschutz sein den sich ja alle Religionen und Kirchen zu nutze machen. Man kann dagegen nur mit handfesten 100% sicheren Beweisen ankommen. Aber wie geschrieben das ist meine persönliche Meinung.
    Geändert von Sunpirate ( 8.07.2015 um 20:25 Uhr)

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.739

    AW: Motive der AD(H)S-"Gegner"?

    Ja da ist was dran.

    Vorgestern erlebte ich wieder ein Vorurteil über Hartz V - Empfänger (die man ja so gar nicht kennt). Das war schon ganz witzig.

    Kurz und knapp. Ich traf eine Bekannte mit ihrem Freund und ihren Bruder (der Bruder war früher schwerster Alkoholiker, sieht man ihm auch noch an).

    Nun laufe ich ein Stück mit weil ich auch nach Hause musste und es die gleiche Richtung war. Ich lief neben dem Bruder, da erwähnte ich den Sperrmüll der an einer Strassenecke stand, sagte: Das steht da schon ein paar Tage.

    Der Bruder erwiderte:
    Das ist typisch, das waren Hartz IV - Empfänger, auch da wo er wohne stellen die Leuter alles an den Strassenrand, natürlich nur die Hartz IV-Empfänger.

    Später zu Hause überlegte ich mir, wovon hat er den in den Jahren gelebt wo er schwerer Alkoholiker war, komisch.

    Ob das nun hier rein passt in diesen Thread? Egal, nur das geht mir auch so auf den Nerv alles dieses dumme Gerede mancher Menschen.

    Allen einen schönen Tag noch ob Hartz IV, ADS, Asperger oder was auch immer, Mensch ist Mensch und bleibt auch Mensch. LG Paula

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