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Diskutiere im Thema Stern.de (28.07.14): Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #31
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 186

    AW: Stern.de (28.07.14): Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen

    Meinst du, Kinder lesen solche Artikel, wenn sie geistig noch nicht dazu in der Lage sind? Hab ich so meine Zweifel.

    Im übrigen: Immer wenn es um Schule (und deren Inhalte), Kinder und Medien geht, wird immer so getan, als hätten Kinder einen Hohlraum im Kopf und alles, was sie sehen, lesen und hören würde völlig ungefiltert und unhinterfragt übernommen. Das ist Quatsch.

    "wie soll ein Kind verstehen, dass es genau das hat, worüber ständig das wort zappelphillip oder Störenfried benutzt wird, wenn es ein stiller Träumer ist?"

    In dem es sich informiert (nein, nicht nur im Stern)? Mit Mama und Papa spricht wenn es Probleme hat? Oder mit einem Arzt?

  2. #32
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Stern.de (28.07.14): Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen

    Kinder sind nicht nur 6 Jahre alt. mein Sohn recherchiert im internet seit Jahren alles was ihn interessiert. jetzt ist er 14. und natürlich stolpert er auch über solche Artikel. die verunsichern.


    ja, mit mama spricht er genug, weil ich dauernd mit ihm spreche. von selbst kommt er da sehr wenig daher. er ist ein "stiller". der redet über dinge, de ihn super interessieren. das Weltall, wie es aufgebaut ist etc. er ist keine Quasselstrippe wie ich. daher unterhält er sich lieber über Alltag und intressengebiete. und trotzallem stolpert er natürlich über Artikel im netz oder über berichte im TV.

    und ein "Sonderfall" ist er da bestimmt nicht. Kinder sind doch nicht blind oder können nicht lesen...

    das kann doch kein argument sein, dass Kinder schließlich mama haben oder noch nicht geistig in der Lage dazu sind das versteh ich jetzt grad gar nicht. das rechtfertigt doch keine suggestiven presseartikel für die breite masse....

  3. #33
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Stern.de (28.07.14): Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen

    es kann doch nicht sein, dass man - nur damit presse schreiben kann was sie will - als Eltern da ständig dagegenarbeiten muss.

    und ein gut recherchierter Artikel, der die ADHS in ihrer normalen Bandbreite zeigt und dabei respektvoll bleibt - schließt ein Gespräch zwischen Eltern und kind nicht aus. deswegen unterhalten sich Eltern doch trotzdem mit dem kind darüber und erklären.

    also ich finde, dieses argument hinkt seeeeeehr.

  4. #34
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Stern.de (28.07.14): Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen

    Moin und erstmal vorweg:
    ich war von dem Artikel ebenfalls positiv überrascht.
    Sicher, der Begriff "Zappelphilip" ist eine Sache für sich und hätte da nicht unbedingt aufgeführt sein müssen, ... aber naja, ... anscheinend brauchen alle Artikel letztenendes vielleicht doch zumindest ein Schlagwort um Aufmerksamkeit zu erregen oder ein Klischee zu bedienen oder den Leser zumindest in irgendeiner Art zu triggern, damit er überhaupt liest.
    Und zugegeben, der Begriff "Zappelphillip" ist ein solcher, auf den nicht von ADS betroffene Leser anspringen.
    Also würde ich den Radakteuren, angesichts des ansonsten wirklich für seine Verhältnisse recht guten Artikels, diesen einen Begriff zubilligen.


    Schlimmer hätte ich es gefunden, wenn ich solche Begriffe/ Phrasen wie "mit Drogen ruhiggestellt" lesen würde ...


    Steintor schreibt:
    Um ADS und ADHS miteinander in Verbindung zu bringen, bedarf es schon einen mentalen Spagat. Selbst Betroffene bekommen diese Kurve nicht, wenn z.B. die Äußerung kommt, weswegen ein Betäubungsmittel bei nicht Hyperaktiven angewandt würde.
    Da gibt's gewiss schon genug, die nicht verstehen, dass das Betäubungsmittel ja tatsächlich eine Stimulanz ist und hyperaktive aber ruhiger macht ...
    Aber selbst Fachleute haben durchaus auch heute noch Probleme mit diesem Spagat, und das auch nicht zu Unrecht.

    Und wie kompliziert dieser Spagat schon mal sein kann, ist hier sehr schön zu sehen :


    Addler86 schreibt:
    Für mich ist das sachlich sehr geschludert. Es müsste dann entweder ersetzt werden durch ADHS alleine:

    "ADHS: Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen"

    oder es müsste dann eigentlich auch noch eine zweite Überschrift zusätzlich geben wie :

    "ADS: Wenn Kinder zuviel zur Ruhe kommen"
    Daran kann man schon mal sehen, wie missverständlich die hypoaktive Definition selbst unter Betroffenen ist.
    Das ist nämlich so nicht korrekt!
    Auch hypoaktive haben eine extreme Unruhe, es ist ein Irrglaube, dass sie zu viel Ruhe haben.

    Der Unterschied bei Hypoaktiven gegenüber den Hyperaktiven ist, dass ihre Unruhe nahezu komplett nach innen gelenkt ist und das ist kein Deut besser, als wenn sie sich nach außen zeigt.
    Hypoaktive sind mitnichten nur die Träumer, die im Halbschlaf durch die Weltgeschichte taumeln.
    Sie sind innerlich getrieben, gedanklich, es wird aber die motorische Komponente unterdrückt.
    Warum genau das so ist, darüber besteht noch keine durchgehende Klarheit.

    Was man weiß ist, dass typischerweise bei ADHS in der Entwicklungsphase des kindlichen Gehirnes sich der Bereich für die Motorik schneller entwickelt, als bei Kontrollgruppen, während der Bereich im Gehirn, welcher für die Selbstkontrolle, also auch die Impulsunterdrückung zuständig ist, sich verzögert entwickelt und das ist eine ganz ungünstige Kombination.
    Was genau nun bei Hypoaktiven da anders läuft, ist nicht komplett klar, aber offensichtlich schaffen sie es, die nach außen gehenden Impulse besser zu unterdrücken, man kann aber nicht klar sagen, warum.
    Es ist auch gut möglich, dass sie, warum und wie auch immer, es schaffen sich mit einem enormen Energieaufwand regelrecht dazu zu zwingen.
    Dennoch erkennt man bei hypoaktiven Betroffenen häufig eben diese "innere Getriebenheit" und die ist kein Deut besser als die tatsächlich nach außen laufende Aktivität, im Gegenteil, man sieht diesen inneren Kampf ja nicht und kommt daher nicht auf die Idee, dass da was nicht stimmt, mit der Folge, dass ADS-Betroffene deutlich schwerer zu erkennen sind.
    Auch findet man bei hypoaktiven ADS'lern dennoch eine immense äußere Unruhe und Aktivität, nur vieeel subtiler und schwerer zu erkennen.
    Meistens sieht man sie mit irgendwas zwischen den Fingern rumspielen, nur dezent, aber nahezu immer.

    Generell wird auch vermutet, dass es sich bei hypoaktiven ADHS-Betroffenen auch selten nur um "rein hypoaktive" Formen der Störung handelt, sondern um Mischformen, da Langzeitstudien zeigen konnten, dass im Laufe der Entwicklung durchaus Symptomverschiebungen stattfinden und daher die meisten eher vom kombinierten Subtyp sind, als von entweder nur hyper- oder hypoaktiven Subtyp.

    Es ist auch durchaus möglich, dass ein guter Teil, vor allem von männlichen, als hypoaktiv diagnostizierten Betroffenen, eher in Richtung SCT oder Asperger (oder ganz anderen Störungen wie z.B. Traumafolgestörungen) gehören, als zu den ADS-Betroffenen, aber da ist man wie gesagt noch recht unsicher.
    Genauso gibt es auch noch die Theorie, dass hypoaktive ADS'ler im Grunde genommen eine Art "mildes ADHS" haben, eben weil sich entweder ihr motorisches System nicht zu schnell entwickelt oder die Selbstkontrollbereiche nicht zu langsam ...
    Man weiß einfach über die genaueren Hintergründe der ADS gegenüber der ADHS noch nicht wirklich alles.
    Genauso kann es sein, dass weitere Untersuchungen/ Studien dazu führen, dass man die hypoaktive ADS als eine gänzlich eigene Störung ansehen muss.

    In einer Faktensammlung über ADHS schrieb Barkley:
    Dr. Russell Barkley schreibt:
    There is considerably less research on the Predominantly Inattentive Type of ADHD, or what used to be referred to as attention deficit disorder without hyperactivity.
    What research does exist suggests some qualitative differences between the attention problems these individuals experience and those with the other types of ADHD in which hyperactive or impulsive behavior is present.
    The Predominantly Inattentive Type of ADHD appears to be associated with more daydreaming, passiveness, sluggishness, difficulties with focused or selective attention (filtering important
    from unimportant information), slow processing of information, mental fogginess and confusion, social quietness or apprehensiveness, hypoactivity, and inconsistent retrieval of information from memory.
    It is also considerably less likely to be associated with impulsiveness (by definition) as well as oppositional/defiant behavior, conduct problems, or delinquency.
    Should further research continue to demonstrate such differences, there would be good reason to view this subtype as actually a separate and distinct disorder from that of ADHD.
    Direktlink zum Quelldokument
    Link zur Seite mit der Sammlung von Fact Sheets

    Mal abgesehen davon, dass selbst den Wissenschaftlern und uns bei alldem schon der Kopf qualmt:
    Wwie soll ein fachlich gewiss nicht so versierter Redakteur das alles in einen Artikel pressen, der nicht nur mit Sicherheit eine vorgegebene Maximallänge zu haben hat, sondern am Ende ja dann auch noch von völlig unbedarften Lesern gelesen und halbwegs verstanden werden soll?

    Nachdenkliche Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein ( 1.08.2014 um 10:24 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur/ Link zugefügt

  5. #35
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.123

    AW: Stern.de (28.07.14): Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen

    Klar wird über Hypoaktive ADS viel weniger berichtet, die davon Betroffenen sind ja auch ziemlich unauffällig,abgesehen von ihrer "Träumerei ". Dass aber ein Spezialist von einer leichteren Form redet finde ich beschämend. Trotzdem finde ich den Artikel im Ganzen gar nicht so schlecht. Man muss nur den Mist von Dr.Döpfner ausblenden.

  6. #36
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Stern.de (28.07.14): Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen

    Sunpirate schreibt:
    Dass aber ein Spezialist von einer leichteren Form redet finde ich beschämend.
    Zunächst mal sind das Vermutungen und Theorien.
    Es ist nicht so, dass Spezialisten sagen, dass es so ist.
    Und wenn man Erklärungen finden will, dann muss man vorher auch Vermutungen äußern und Theorien entwickeln, die dann zu erforschen und zu beweisen/ widerlegen sind.
    Das ist ein Aspekt von vielen, denen es nachzugehen, die es zu verstehen und die es zu bestätigen oder zu widerlegen gilt

    Und das ist nicht "ein" Spezialist, darüber denken schon auch einige mehr nach, bzw, haben nachgedacht, was ja auch durchaus logisch ist, denn wenn ansonsten Ähnlichkeiten/ Gleichheiten bestehen, einige Symptome der Störung aber nicht oder nur geringfügiger vorhanden sind, dann ließe sich daraus schon auch der Schluss folgern, dass bei den Betroffenen die Störung in einer milderen Form vorliegt und das gilt es dann herauszufinden.
    Insofern kann ich nicht erkennen, dass das beschämend sein soll.
    Ich finde es auch nicht beschämend, wenn mir jemand sagt, dass das Asperger Syndrom eine milde Form von Autismus ist ... ich finde das eher eine gute Nachricht .
    Geändert von Fliegerlein ( 1.08.2014 um 13:13 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  7. #37
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.123

    AW: Stern.de (28.07.14): Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen

    Es ist dann beschämend wenn man sein ganzes Leben lang darunter leidet dass man nicht weiß warum man täglichh kämpfen muss, wo Andere es leicht haben.

  8. #38
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Stern.de (28.07.14): Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen

    Das Eine hat doch mit dem andern nichts zu tun, denn niemand spricht einem die Beeinträchtigungen ab.
    Es ist lediglich eine Aussage über die Ausprägung der Störung, nicht jedoch über die Art und Ausprägung der Beeinträchtigungen im Leben.

    Und dabei geht es auch gar nicht darum, dass man sein Leben lang kämpfen musste und das auch heute noch muss, sondern darum, dass man möglicherweise mit den richtigen Strategien vieles in den Griff bekommen kann, vielleicht sogar ein wenig besser als bei schwereren Fällen.
    Das ist doch eine überaus positive Sache.

    Also ich hab lieber eine mildere Form, egal ob ADHS oder Autismus, allein wegen der Aussicht, damit späterhin besser zurechtkommen zu können.
    Das ändert nichts an meinem Leidensweg in der Vergangenheit, wohl aber an meiner Einstellung zu den Möglichkeiten in der Zukunft ... zumindest ein bisschen.

  9. #39
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Stern.de (28.07.14): Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen

    Sunpirate schreibt:
    Klar wird über Hypoaktive ADS viel weniger berichtet, die davon Betroffenen sind ja auch ziemlich unauffällig,abgesehen von ihrer "Träumerei ". Dass aber ein Spezialist von einer leichteren Form redet finde ich beschämend. Trotzdem finde ich den Artikel im Ganzen gar nicht so schlecht. Man muss nur den Mist von Dr.Döpfner ausblenden.
    ich erlebe auch, dass ich es mit ADHS weitaus (!!!!!) einfacher hatte als mein Sohn mit ADS.

  10. #40
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Stern.de (28.07.14): Wenn Kinder nicht zur Ruhe kommen

    einfach weil Menschen mit ADS viel größere Probleme haben, aus sich heraus zu kommen, das zu kommunizieren, nach Hilfe zu suchen. die soziale Isolation ist definitiv weitaus stärker. ängste werden mit Rückzug kompensiert etc etc.

    wo ADHSler oftmals nach vorne stürmen, ziehen sich menschen mit ADS lieber zurück und leiden im stillen.

    in der Familie wird das vllt erkannt, vom weiteren Umfeld her bist dann nur dieser seltsame mensch. und wirst aus der Entfernung beäugt.

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