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Diskutiere im Thema Mind and Brain Blog von Prof. Gerhard Gründer im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 172

    Mind and Brain Blog von Prof. Gerhard Gründer

    Ein sehr interessanter Blog von Prof. Gründer (Psychiater, RWTH Aachen) zu den Themen Psychiatrie und Psychopharmakologie (obwohl ADHS dort leider bisher nicht vorkommt):
    Mind and Brain Blog - Der Blog von Prof. Dr. med. Gerhard Gründer

    Sehr gut sind auch seine vielen Videos (Vorlesungen etc.) dazu auf seinem YouTube-Channel; besonders empfehlenswert sind dabei die Schizophrenie-Vorlesung,
    die mutigen und offenen Patientenvorstellungen sowie 'Warum ich Psychiater bin'...

  2. #2
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Mind and Brain Blog von Prof. Gerhard Gründer

    Danke für den Hinweis!

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Mind and Brain Blog von Prof. Gerhard Gründer

    Ja, das ist ein Blog, den ich auch regelmässig lese. Ich kenne Gründer noch als Kollegen (bzw. Oberarzt) in Mainz. Einer der wenigen "Guten" Psychiater, halt sehr biologisch ausgerichtet. Aber seine Vorlesungen und die Blog-Artikel sind wirklich toll.

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Mind and Brain Blog von Prof. Gerhard Gründer

    Ich schau auch regelmäßig in den Blog und die Videos von seinen Vorlesungen.

    Konnte viel lernen, bin aber auch sehr stark auf der biologischen Schiene!

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 97

    AW: Mind and Brain Blog von Prof. Gerhard Gründer

    (Mindestens) ein Mal wird ADHS erwähnt, und zwar im Artikel "Antipsychotika: Was kommt Neues?" in der englischen Schreibweise "ADHD". Dort geht es darum, dass mit Brexpiprazol ein neues Mittel in Hinblick auf ADHS geprüft wird. Vielleicht wird dann ja in nicht all zu ferner Zukunft ein neues Medikament zur Behandlung verfügbar...

  6. #6
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Mind and Brain Blog von Prof. Gerhard Gründer

    Oh, das ist ja interessant.

    Danke für den Link.

    Liebe Grüße,

    Luzie

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 217

    AW: Mind and Brain Blog von Prof. Gerhard Gründer

    Hi,

    Brexpiprazol ist im Grunde eine "verbesserte" Variante von Aripiprazol (Abilify).
    Es ist zwar kein Isomer wie das bei vielen anderen Nachfolge-Medis gemacht wird, aber chemisch und von der Wirkung scheinen sie sich ziemlich ähnlich zu sein.

    Und, ähm, ja, wer schonmal das Vergnügen hatte, Abilify zu nehmen, wird wissen, dass der Versuch, ein Antipsychotikum gegen ADHS einzusetzen, ziemlich vergebens ist.
    Laut Wikipedia ist es auch in der Phase II-Studie für ADHS durchgefallen.
    Brexpiprazol hat zwar einen partiellen Dopaminagonismus, aber da Dopaminagonisten auch keine Wirksamkeit bei ADHS haben, ist die Sache schon von vornerein zum Scheitern verurteilt.

    Außerdem sollte man hellhörig werden, wenn ein Medikament sowohl für Schizophrenie, als auch für ADHS zugelassen werden soll.
    Schließlich hat man bei ADHS noch nichts effektiveres gefunden als die Wiederaufnahmehemmung von Dopamin à la Methylphenidat/Amphetamin, und die können halt die Positivsymptomatik von Psychosen verschlimmern.
    Man hat ja auch versucht, Vyvanse gegen die Negativsymptomatik von Psychosen einzusetzen, aber da ist man auch in der Phase II-Studie gescheitert.

    Wenn man es halt schaffen würde, ein Medikament sowohl gegen ADHS, als auch gegen Psychosen zuzulassen, hätte man als Pharma-Firma quasi den Mega-Blockbuster (weil man es dann offensichtlich gegen aaaaaaalles einsetzen könnte), außerdem ist Schizophrenie ein kleiner werdender Markt (fast alles ist als Generikum vorhanden), ADHS, vor allem für Erwachsene, wächst dagegen.
    Das Problem: Die Medis gegen ADHS sind so ausgereift, dass es seeehr schwer fallen dürfte, da noch etwas neues zu entwickeln.
    Lilly ist ja, so weit ich weiß, an einer Weiterentwicklung von Atomoxetin dran, aber das ist dann auch nur ein Isomer, also im Bestfall weniger Nebenwirkungen.

    Insofern sind die Psychopharmaka-Entwickler da im Moment ein bisschen arm dran, bei ADHS ist mit nichts Neuen zu rechnen, gegen Depressionen gibt es Medis en Masse mit unterschiedlichsten Wirkmechanismen und bei Schizophrenie verzweifelt man daran, etwas neues zu Entwickeln.
    Es gibt da Ansätze mit Medikamenten, die auf das Glutamatsystem einwirken, aber anscheinend ist da bisher noch nichts draus geworden.

    Liebe Grüße
    Schneekind.

    Edit: Zu der Glutamat-Sache gibt es auch etwas im Mind and Brain Blog: http://www.mind-and-brain-blog.de/17...rie/#more-1702
    Edit-Edit: Ich habe mal in der Pipeline von Lilly nachgeschaut und das Atomoxetin-Gedingsda steht nicht mehr drinnen, dafür aber Edivoxetin, was auch ein Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer ist und Reboxetin(Ednorax) ähneln soll: http://www.lilly.com/SiteCollectionD...x.html#PhaseII (Ist für Depressionen in Phase III durchgefallen - wie Strattera damals - und wird jetzt für ADHS erprobt)
    Geändert von Schneekind ( 8.02.2015 um 10:07 Uhr)

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Mind and Brain Blog von Prof. Gerhard Gründer

    Tja, in Sachen Psychopharmaka-Therapie gibt es nicht wirklich weltbewegende Neuheiten zu erwarten. Das kritisiert Gründer ja auch. Einige seiner früheren Kollegen (Armin Szegedi) sind zur Pharmaindustrie gewechselt, ein anderer Kollege damals auch. Der ist jetzt aber Chef in einer Privatklinik. Mainz war früher ja quasi das Zentrum der biologischen Psychiatrie in Deutschland.

    Das hat sich ein ganz klein wenig verschoben.

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 84

    AW: Mind and Brain Blog von Prof. Gerhard Gründer

    hm wird wirklich nichts weiteres neues kommen ?
    Geändert von Schneestein (10.02.2015 um 07:45 Uhr)

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: Mind and Brain Blog von Prof. Gerhard Gründer

    Erstmal super, dass der Thread so aktiv ist, hatte gar nicht mehr damit gerechnet...

    Danke für den Hinweis auf den Eintrag mit Brexpiprazol, hatte das noch nicht gelesen. Am aussichtsreichsten scheint mir aber bisher immer noch
    wenn überhaupt Vortioxetin, was gerade auch für ADHS geprüft wird (Studie läuft) und wohl kurz vor der Markteinführung steht.
    Weiss jemand den genauen Termin?



    Schneekind schreibt:
    Hi,

    Brexpiprazol ist im Grunde eine "verbesserte" Variante von Aripiprazol (Abilify).
    Es ist zwar kein Isomer wie das bei vielen anderen Nachfolge-Medis gemacht wird, aber chemisch und von der Wirkung scheinen sie sich ziemlich ähnlich zu sein.

    Und, ähm, ja, wer schonmal das Vergnügen hatte, Abilify zu nehmen, wird wissen, dass der Versuch, ein Antipsychotikum gegen ADHS einzusetzen, ziemlich vergebens ist.
    Laut Wikipedia ist es auch in der Phase II-Studie für ADHS durchgefallen.
    Brexpiprazol hat zwar einen partiellen Dopaminagonismus, aber da Dopaminagonisten auch keine Wirksamkeit bei ADHS haben, ist die Sache schon von vornerein zum Scheitern verurteilt.

    Außerdem sollte man hellhörig werden, wenn ein Medikament sowohl für Schizophrenie, als auch für ADHS zugelassen werden soll.
    Schließlich hat man bei ADHS noch nichts effektiveres gefunden als die Wiederaufnahmehemmung von Dopamin à la Methylphenidat/Amphetamin, und die können halt die Positivsymptomatik von Psychosen verschlimmern.
    Man hat ja auch versucht, Vyvanse gegen die Negativsymptomatik von Psychosen einzusetzen, aber da ist man auch in der Phase II-Studie gescheitert.

    Wenn man es halt schaffen würde, ein Medikament sowohl gegen ADHS, als auch gegen Psychosen zuzulassen, hätte man als Pharma-Firma quasi den Mega-Blockbuster (weil man es dann offensichtlich gegen aaaaaaalles einsetzen könnte), außerdem ist Schizophrenie ein kleiner werdender Markt (fast alles ist als Generikum vorhanden), ADHS, vor allem für Erwachsene, wächst dagegen.
    Das Problem: Die Medis gegen ADHS sind so ausgereift, dass es seeehr schwer fallen dürfte, da noch etwas neues zu entwickeln.
    Lilly ist ja, so weit ich weiß, an einer Weiterentwicklung von Atomoxetin dran, aber das ist dann auch nur ein Isomer, also im Bestfall weniger Nebenwirkungen.

    Insofern sind die Psychopharmaka-Entwickler da im Moment ein bisschen arm dran, bei ADHS ist mit nichts Neuen zu rechnen, gegen Depressionen gibt es Medis en Masse mit unterschiedlichsten Wirkmechanismen und bei Schizophrenie verzweifelt man daran, etwas neues zu Entwickeln.
    Es gibt da Ansätze mit Medikamenten, die auf das Glutamatsystem einwirken, aber anscheinend ist da bisher noch nichts draus geworden.

    Liebe Grüße
    Schneekind.
    Schneekind, da muss ich doch in einigen Punkten entschieden widersprechen. Du hast zwar Recht damit, dass die R&D Pipelines der Industrie ziemlich ausgetrocknet sind und leider in nächster Zeit nichts weltbewegendes zu erwarten ist (auch deshalb, weil viele Unternehmen den Psychiatriebereich fatalerweise komplett dichtgemacht haben). Aber das liegt ganz bestimmt nicht daran, dass die vorhandenen Medis so perfekt wirken und nicht mehr verbesserbar wären. Denn bei praktisch allen psychischen Störungen ist die Medibehandlung noch relativ inadäquat und es gibt jede Menge Nonresponder -- da ist also noch deutlich Spielraum für Verbesserungen. Der wahre Grund ist doch, dass wir kaum was über die molekularen Ursachen wissen...
    Bei ADHS kann man aber inzwischen ziemlich sicher sein, dass die Ansatzpunkte der heutigen Medis (Dopamin, Noradrenalin, Serotonin etc.) fast nichts mit den echten Ursachen zu tun haben, die warscheinlich ganz woanders liegen z.B. in der Synapsenverknüpfung während der Embryonalentwicklung (siehe Text, den ich gerade hier gepostet habe) ADHS ist eben keine reine Dopaminstoffwechselstörung! Und natürlich würde eine Therapie, die gezielt diese Ursachen adressiert viel tiefer und nachhaltiger wirken als das, was wir jetzt haben (und das sind eben Stimulantien, die eben nur ziemlich an der Oberfläche wirken).

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