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Diskutiere im Thema Ein neuer Ansatz? Eisenmangel im Gehirn... im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #31
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 309

    AW: Ein neuer Ansatz? Eisenmangel im Gehirn...

    Was für n Motor soll es denn sein, wenn man Kondome beim Sex und Depression bei Frauen als Vergleich nimmt?
    Ja, vielleicht überzeichne ich gerade... Eines meiner Schwächen durch adhs...

    Ich sage auch nicht könnte könnte könnte. Und ich sage auch nicht, dass dies die Lösung ist.
    Ich sag nur nicht, dass es das nicht gibt und dass es klar ist, adhs is nicht heilbar.

    Wenn es keine neuen Möglichkeiten geben wird, dann nehm ich halt mph mein Leben lang.
    Aber vielleicht gibt es ja anderes....

    Also, warten wir mal ab, was da raus kommt. Steht ja am Anfang.
    Wie sovieles schon gewesen und in Zukunft auch sein wird.

  2. #32
    salamander

    Gast

    AW: Ein neuer Ansatz? Eisenmangel im Gehirn...

    ich finde, es geht dabei noch um andere ansätze.


    das mit der heilung, ist ja so eine sache. heilen läßt sich was krank oder verletzt ist.
    das ergibt mit adhs nicht so richtig sinn, wenn man da an heilung denkt.


    adhs ist aus meiner sicht, eine art die welt zu erleben, die sich von der von nicht-adhs-menschen unterscheidet.
    man könnte das ding auch umdrehen und draus machen, die nicht-adhs-menschen von ihrer art die welt zu er-
    leben heilen zu wollen.


    weder das eine noch das andere, ist heilbar


    wenn wir weiter zurück gehen, in lebensformen, die nicht so geprägt und gestaltet sind, wie die unser hier und
    heute, dann war adhs auch eine gabe, die von den nicht-adhs-menschen genützt wurde. die art der wahrnehmung
    hat im leben geholfen, den anderen.


    also warum sollte etwas "geheilt" werden, was eine andere art ist die welt wahr zu nehmen, die genauso ihre da-
    seinsberechtigung hat.


    das "eigentliche" problem scheint mir vielmehr, dass die zahl der nicht-adhs-menschen höher ist, und deren art
    zu leben den maßstab von normal und nicht der norm entsprechend vorgibt.


    also, warum verlassen wir nicht das feld des etwas heilen wollens, was eine andere art die welt zu erleben ist.


    der springende punkt scheint dabei doch zu sein, dass wir mit adhs in einer welt zurecht kommen müssen, die von
    menschen ohne adhs geprägt und überwiegend gestaltet ist. daraus entwickeln sich für uns enormen problem-
    stellungen, weil wir anders ticken. aber ins unser anders ticken deshalb krank? und muß es geheilt werden? wir
    wollen in dieser anderen welt bestehen. das ist etwas ganz anders. das derzeit dazu geeignete mittel, um der vor-
    gebenen norm zu entsprechen ist und in dieser gesellschaft zu funktionieren, wie es die gesellschaft von uns er-
    wartet, ist ritalin.


    adhs als etwas wahr zu nehmen, was weder krank noch funktional gestört ist, hängt maßgeblich davon ab, von
    welcher warte aus es betrachtet wird. und damit auch wie lösungen gesucht werden und welche ansätze verfolgt
    werden.


    eine störung ist immer nur das, was außerhalb der norm liegt, es gab auch gesellschaften, da wurden menschen
    mit adhs nicht als gestört oder in ihren funktionen eingeschränkt erlebt/eingestuft, sondern diese andersartigkeit
    gerne aufgenommen.


    vielleicht ist es hilfreich, sich davon zu verabschieden, es heilen zu wollen? statt dessen, damit zu leben, und zu
    sehen, wo die guten ansätze wäre. also was kann ein leben in einer gesellschaft, die für menschen die ticken wie
    adhsler aussehen, was kann helfen, mit dieser gesellschaft klar zu kommen, die so anders tickt als adhs-ler, was
    ja nicht bedeutet, dass diese gesellschaft, wie sie lebt, was sie erwartet, was sie beruflich voraussetzt das ist,
    was man normal nennen möchte.


    unter diesen gesichtspunkten, können alle ansätze, egal für wen richtig oder falsch, verfolgt werden. was dem
    einen nicht als diskussionsgrundlage erscheint, kann es für den anderen sein. aber das mit dem heilen, das würde
    ich mir ganz persönlich schon mal abschminken, dieses wort und was bedeutet, zu denken, denn heilen läßt sich
    nur was krank ist. und sind wir wirklich in der klassischen definition krank, wie ein krebskranker? finde ich nun nicht.
    wir funktionieren und ticken anders, aber ob das krank, das wage ich mal ganz, ganz stark in frage zu stellen, weil
    wie eben "nur" anders sind.

  3. #33
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Ein neuer Ansatz? Eisenmangel im Gehirn...

    Naja salamander, das sieht ja auch noch mal jeder anders, aber das wäre nun echt OT.

  4. #34
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 309

    AW: Ein neuer Ansatz? Eisenmangel im Gehirn...

    Hi
    Ich folge Deiner Ausführung bedingt, liebe Salamander.
    Unterstelle ich mal, dass es wirklich nur daran liegt, dass die Mehrheit kein adhs hat und es nicht störend wäre, wenn es umgekehrt wäre, dann frage ich aber, wie unser Zusammenleben aussehen würde....
    Warum nehme ich mph?
    Nicht weil ich anders bin... ich nehme mph weil die Symtome mich beschränken.
    Ich habe 53 jahre damit gelebt und habe sehr gelitten. Damit meine ich nicht verpasste Chancen. Nee, mir ging es scblecht. Die Gedanken, die Streitereien, die Emotionen und und und.
    Wenn nun die Mehrheit so wäre... auweia. Und laut meinem Doc habe ich eine leichte Form.
    Ich habe adhsler nun kennen gelernt. Dagegen sind meine Symtome lächerlich. Aber mein Leid war gross.

    Vielleicht reden wir auch aneinander vorbei. Heilung meine ich eher, dass man Symtome in den Griff bekommt, wenn sie mich quälen. Ich will ja nicht anders sein. Ich will einiges loswerden.

    Nehmen wir mal an, dass leere Eisendepots im Gehirn meine Emotion hochkochen lassen, oder meine 100 000 Gedanken vermengen. Und nehmen wir weiter an, man könnte gezielt mit was auch immer einwirken, dass dies dauerhaft reduziert werden kann indem die Eisendepots aufgefüllt werden, dann spreche ich von Heilung.
    Ich bleibe trotzdem wer ich bin.
    Mph hilft ja. Lass ich es weg, sind die Symtome wieder da.
    Also, so meine ich das. Meine Symtome beeinträchtigen mich.
    Ja, Adhs als Ganzes ist keine Krankheit und ist so gesehen nicht zu heilen.
    Aber wenn durch bestimmte biochemische Prozesse bestimmte Symtome hichkommen, die mich quälen und wenn man wüßte, das man es mit was auch immer ändern kann, dann wäre das heilbar.
    Mein Charakter is wie er is. Den will ich auch behalten. Meine positiven Seiten durch adhs auch.
    Aber manchmal is die Qual gross. Und das meine ich.

    LG

  5. #35
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 309

    AW: Ein neuer Ansatz? Eisenmangel im Gehirn...

    Ixh kann mich an viele Situationen erinnern...
    Als ich für mein Examen lernen musste, und über den Büchern weinte, weil ich nicht verstand, was ich da las. Nicht weil ich nicht konnte, sondern weil viele Gedanken mich nicht lesen lassen wollten was da stand.

    Oder ich eine Frau kennen lernte, die ich richtig klasse fand und als man sich dann näher kam und die Hitze aufstieg, dann aber nicht möglich war, sich hinzugeben und zu nehmen, weil die Gedanken im Supermarkt waren.

    Oder die innere Unruhe mich keine Minute im Urlaub zur Ruhe kommen lassen wollte, obwohl es so nötig war.

    Oder die Schlange an der Kasse oder der Stau mich zur Ohnmacht brachte.

    Oder in Meetings meine Ausbrüche alles zu Nichte machte, was ich mühevoll tagelang vorbereitet hatte.

    Oder oder oder.

    Ja, mph hilft nun sehr sehr sehr.

    Wären solche Auswirkungen runterzufahren, weil eben irgendwas zuwenig oder zuviel vorhanden ist, ja, dann spreche ich von Heilung.

  6. #36
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ein neuer Ansatz? Eisenmangel im Gehirn...

    DonRob schreibt:
    Was für n Motor soll es denn sein, wenn man Kondome beim Sex und Depression bei Frauen als Vergleich nimmt?
    Hmm, ...
    Mir scheint als wäre für mich der Punkt gekommen, den Thread wieder zu verlassen.

    Ich habe das nämlich nicht als vergleich genommen, sondern lediglich angebracht, dass es auch einfach eine Korrelation sein kann, nichts mehr, aber auch nichts weniger.
    Soll heißen:
    Es ist ja gut möglich, dass die Studie sich bestätigt, aber das muss nicht zwangsweise eine Kausalität bedeuten.
    Die genannten Beispiele waren allenfalls Vergleiche für eine Korrelation, nicht für die Sache an sich.

    Wollt's nur noch erklären und halte mich dann erstmal von dem Thread fern.

    Thx & viele Grüße
    Fliegerlein

  7. #37
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Ein neuer Ansatz? Eisenmangel im Gehirn...

    Schade Fliegerlein.


    Da DonRob der TE ist, und auch auf das Thema eingegangen ist, wage ich es auch mal trotz OT:

    Ich finde auch, das ADHS durchaus sehr viel Krankheitswert haben kann. Allein innere und/oder äussere Unruhe, Gemütsschwankungen und Impulsivität verursachen unverhältnismäßig viel Stress. Was mit dem System "Körper" bei viel Stress passiert, wissen wir sicherlich alle.
    Ob das nun zu anderen Zeiten oder in einer anderen "Welt" anders wäre, wage ich zu bezweifeln.

    Auch zeugt mangelnde Aufmerksamkeit weder früher, noch heute, und erst recht nicht in anderen Lebensformen (die ein Hirn haben), von langem Überleben. Egal ob für die Nahrungssuche, Fortpflanzung, zur Flucht oder Verteidigung.
    Der Hyperfokus (so denn es ihn wirklich gibt, und es nicht "einfach" gesteigertes Interesse wie bei jedem anderen auch ist), nützt uns lebenslang auch nicht bei den vorgenannten Aktivitäten, denn er ist ja nicht kontrollierbar.
    Von motorischen Defiziten die einige zusätzlich haben, habe ich bisher auch noch nicht den nutzbaren Vorteil entdecken können.
    Prokastrination ist sicherlich auch nie von Vorteil gewesen und wird es wohl auch nie sein. Aktivität sichert Leben.

  8. #38
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.962

    AW: Ein neuer Ansatz? Eisenmangel im Gehirn...

    Schade Fliegerlein, wenn ich das mal so eben einwerfen darf.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ihr eigentlich von sehr ähnlichen Sachen sprecht. Jedoch nennen es die einen Leidensdruck und Heilung, die anderen die Umkehr des eigenen Selbst. Die Frage wäre doch aber eher, ob nicht das Potential, was wir in uns tragen - weitgehend frei von der damit verbundenen Problematik - uns bleiben lässt wie wir sind, aber das Leben für uns eine Idee lebenswerter und vielleicht ... mir fällt gerade kein anderes Wort ein ... erfolgreicher machen könnte. Geformt hat unseren Charakter doch nicht nur AD(H)S, das ist doch nicht die Grundsumme unseres Seins, dazu kommen doch noch die Erlebnisse, Erfahrungen usw..

    Wenn man Eisenmangel im Gehirn zur Diagnostik ranziehen könnte, dann wären doch einige Irrwege weniger auf dem Weg zur Diagnose zu beschreiten. Was mir jedoch Angst machen würde, wäre der Gedanke, das es dadurch - angenommen, die 90 % würden tatsächlich erreicht werden - es für die restlichen 10 % noch schwieriger wird, die Diagnose zu erhalten, wenn Eisenmangel eines der wichtigsten Kriterien wäre. - Aber das ist ja noch weiter weg als Zukunftsmusik. Generell finde ich das zunächst einmal spannend und vielleicht ergibt sich was, vielleicht ist es aber auch wirklich nur ein zufälliges Zusammenspiel.

    Falls das alles Unsinn sein sollte, vergebt mir, denn mein Kopf plagt mich heute arg doll.

  9. #39
    salamander

    Gast

    AW: Ein neuer Ansatz? Eisenmangel im Gehirn...

    ich schließ mich den andern an, schad fliegerlein, dass du dich ausklinken willst.

  10. #40
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ein neuer Ansatz? Eisenmangel im Gehirn...

    salamander schreibt:
    ich schließ mich den andern an, schad fliegerlein, dass du dich ausklinken willst.
    Naja ,...
    Basierend auf einigen Vorfällen in der Vergangenheit, ist es einfach eine Selbstschutzfunktion, ...

    Sätze wie der von mir zitierte und besonders auch dieser:
    DonRob schreibt:
    Ich bin erstaunt wieviele Experten es zu allen Themen hier gibt. Es wundert mich dass hier noch keine neuen Möglichkeiten zur Reduzierung der Symtome gefunden wurden :-)
    Nein, Spass!
    haben mich vorsichtig werden lassen und es scheint mir das Beste für mich zu sein, dem fern zu bleiben.
    Auch wenn da anschließend "nein Spaß" steht, sowas mag ich nicht und ich empfinde es als polemisch.
    Niemand hier maßt sich an, ein Experte zu sein.
    Und ich will nicht, dass es wieder ausufert und in endlose Diskussionen ausartet.
    Dazu fehlt mir nicht nur generell die Lust, sondern derzeit auch entschieden die Kraft, dann lieber rückzug solange es mich noch halbwegs nicht triggert.


    Die Frage, ob wir es mit einer Krankheit oder nicht zu tun haben, ist ja auch, ähnlich wie die Frage nach Vorteilen einer ADS, eine, die immer wieder vorkkommt und sich beide wie rote Fäden durch das Forum ziehen.
    Das zeigt deutlich, wie wichtig diese Punkte sind und wie sehr sie einen beschäftigen.

    Ich persönlich denke, dass wir uns alle darin einig sind, dass ADS, unter bestimmten Bedingungen, z.B. dem geeigneten Umfeld, zu Beeinträchtigungen führen kann, die, wenn sie nicht vernünftig gemanaged werden, durchaus ein ausreichend starkes Leiden hervorrufen, das von Krankheitswert ist.
    Wenn diese Schwelle überschritten ist, dann bekommt man die Diagnose.

    Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass eine diagnostizierte ADS auch eine Krankheit ist, denn Gesundheit muss man nicht diagnostizieren und wird auch nicht diagnostiziert.
    ADS bezeichnet ein Spektrum, von leichten Zügen bis zu schwer betroffen.
    Dazwischen ist alles möglich und als Syndrom gibt es auch genug unterschiedliche Symptome, welche unterschiedlich stark ausgeprägt sein können und somit unterschiedliche Beeinträchtigungen in unterschiedlichen Umfeldern bewirken können.

    Aber wer den Gang zum Arzt gegangen ist und eine Diagnose erhalten hat, der hat die Schwelle erreicht, ab der seine ADS zu ausreichendem Leiden und Beeinträchtigungen geführt hat, um diese zu rechtfertigen.


    Es ist wie der besagte Eisbär oder Pinguin in der Wüste.
    Die sind beide nicht krank im eigentlichen Sinne, wie wir im allgemeinen Verständnis Krankheiten kennen und verstehen.
    Sie haben keinen Virus oder so etwas, aber niemand wird bestreiten, dass beide in Wüste nicht funktionieren.
    Aber weder die Wüste, noch der Eisbär oder der Pinguin können etwas dafür.
    Also gesteht man ihnen zu, dass sie hier und in dieser Umgebung Beeinträchtigungen haben, die solches Leiden verursachen, dass es Krankheitswert hat.
    Damit will man sie ja nicht als "krank" "abstempeln", sondern ihnen zugestehen, dass man hier auf ihre Beeinträchtigungen, die hier in dieser Umgebung nun mal bestehen, Rücksicht nimmt und ihnen hilft, ihr Leiden so gering wie möglich zu halten.

    Vor diesem Hintergrund betrachtet, erhält man vielleicht eine ganz andere Sichtweise auf den Begriff "Krankheit".

    Aber selbstverständlich hinkt der Vergleich (er passt besser zur Erklärung der Definition für Behinderung), denn wir sind ja offensichtlich keine Eisbären oder Pinguine oder Aliens (obwohl ich darauf wetten möchte, bzw. gaanz mächtig das Gefühl habe, sowas wie ein Alien unter Menschen zu sein ).
    Wir sind Menschen, die gegenüber 95% der anderen Menschen bestimmte Funktionen nicht haben oder ausüben können.
    Und man kann anhand von heutigen Diagnosemitteln und Forschungsergebnissen schon ziemlich genau viele dieser Funktionen und Beeinträchtigungen definieren und eingrenzen und erklären.
    Die exekutiven Funktionen z.B. sind ein sehr gutes Beispiel.
    Bestimmte Verbindungen im Gehirn, die bei ADS'lern anders oder eingeschränkt oder gar nicht vorhanden sind oder Umwege gehen (da wäre z.B. der Belohnungsaufschub, der bei ADS'lern über das Angstzenztrum läuft und somit leider das Gegenteil dessen bewirkt, wie es bei Nicht-ADS'lern der Fall ist ... deren Vorfreude auf ein entferntes Ziel ist angenehm, während es bei ADS'lern Angst bewirkt).
    Diese Beeinträchtigungen führen aber nicht automatisch zu Krankheitswert.
    Wenn ich eine gebrochene linke Hand habe, aber Rechtshänder bin, kann ich, je nach Beruf, noch arbeiten gehen oder auch nicht.
    Mit einem Schnupfen kann man noch arbeiten gehen, ein Pilot dagegen DARF dann schonn nicht mehr arbeiten, denn die verstopften Nebenhöhlen führen bei einem Luftdruckwechsel zu unertäglichen Schmerzen und können ihn vollkommen handlungsunfähig machen (und das sind wirklich Höllenschmerzen, ich weiß wovon ich da schreibe).

    Das gleiche Symptombild kann also für den Einen bereits Krankheitswert haben, für einen andren, in einem anderen Umfeld aber nicht oder zumindest noch nicht.

    Und je mehr sich die Gesellschaft in eine Richtung bewegt, in der genau die Funktionen benötigt werden, die dem ADS'ler so schwer fallen, desto mehr beeinträchtigt ihn das und führt zu Leiden und Krankheitswert.

    Die Symptomatik als solche war aber dennoch schon da.
    Wichtig ist, die Beeinträchtigungen so gut wie möglich zu managen und den Betroffenen das auch zubilligen zu können.
    Dazu muss es aber für Nichtbetroffene auch erkennbar sein, und da hilft eine Diagnose unter dem Begriff Krankheit.
    Egal was es für uns letztlich ist.

    Und um den Bogen zum Ursprungsthema zu schlagen:
    Ich hatte in diesem Monsterposting ja gerade erwähnt, dass man aufgrund des heutigen Wissens schon erkennen kann, welche Gehirnareale bei ADS'lern anders oder nicht oder nurn kaum verbunden sind und das kann man auch heute schon sehr gut anhand von FMRT's, also funktionalen Kernspintomographien sichtbar machen.
    Das ist aber ein Höllenaufwand und dabei ist es nicht mit einem einzigen Scan getan, sondern dafür ist eine ganze Reihe von Scans nötig, die anschließend aufwändig gegengrechnet werden müssen etc.
    Das ist schlicht unirtschaftlich und dient daher ausschließlich der Forschung, die darüber mehr über die "Funktionsweise" einer ADS erfahren kann, eben um die Beeinträchtigungen deutlicher eingrenzen zu können, aber nicht der Diagnostik.

    Insofern frage ich mich natürlich eh' schon von Anfang an, inwiefern eine Messung des Eisengehaltes über ein MRT da einen signifikanten Unterschied in Kosten und Aufwand ausmacht, dass es als Diagnosemittel überhaupt in Frage kommen könnte.
    Darauf geht der Artikel ja nicht ein.


    So, das war jetzt mal wieder ein Fliegerleinsches Monsterposting .... wahrscheinlich werden die meisten Beteilgiten dieses Threads jetzt froh sein, wenn ich weiterhin die Finger still halte oder wären froh, wenn ich mich dran gehalten hätte ....
    aber auch das ist ADS .... es einfach nicht lassen zu können, sondern dem Impuls zu folgen ... und sich am Ende vielleicht doch wieder selbst zu schaden...


    Liebe Grüße
    Fliegerlein

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