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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 171

    Mathematiker und die Nichtexistenz der Dyskalkulie.....

    ......und ADHS gibt es natürlich auch nicht.

    Dyskalkulie: Rechenschwäche gibt es nicht - Spektrum.de


    In den Leserkommentaren versteckt sich noch ein sehr interessanter Link wie ich finde.

    Gruss, Plänzje

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 68

    AW: Mathematiker und die Nichtexistenz der Dyskalkulie.....

    Dachte ich auch immer, aber aufgrund einer neurologischen
    Erkrankung kann ich mir nun zumindest vorstellen,
    dass es so etwas wie Dyskalkulie geben KÖNNTE.

    Ich bin eines morgens aufgewacht und konnte
    Zahlen nicht mehr in Worte ausdrücken,
    zumindest nicht im Deutschen.

    Beispiel: 23 ist twentythree -> kein Problem
    aber ich bin nicht darauf gekommen, wie
    man das auf deutsch sagt... und das
    als jemand der Mathematik als LK in der
    Schule hatte...

    Ich kann mir vorstellen, dass bei Dyskalkulie
    auch neurologische Schäden bzw.
    Verknüpfungsfehler bestehen.

    P.S.
    Das Spektrum war eine meiner lieblings Zeitschriften als Schüler,
    sollte ich vllt. auch mal wieder in die Hand nehmen ^^

    P.P.S.

    Ich habe gerade den Beitrag überflogen und fast angefangen zu ko....
    Wie kann es ein Mathematikprofessor wagen sich als Experte für
    ADHS also Neurobiologie auszugeben?
    Andererseits mit ist sehr wohl klar, wie das zustande kommt.
    Viele Akademiker (also 90 % meiner Mitmenschen) scheinen das gefühl zu haben,
    mit ihrem akademischen Titel in einem Fach gleich das gesamte Wissen der
    Welt gepachtet zu haben (Besonders schlimm bei den Naturwissenschaftlern).
    Ignoranz lässt grüßen.
    Geändert von Hagakure (20.02.2014 um 02:39 Uhr)

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 386

    AW: Mathematiker und die Nichtexistenz der Dyskalkulie.....

    Ich dachte immer, ich hätte "keine Mathe-Synapsen". Dabei lag es nur an den Lehrern, die mir die Zahlen dermaßen vergällt haben, dass ich innerlich komplett dicht gemacht habe. Dann kam eine total tolle Dozentin im Studium, erklärte mir Mathe so, dass ich es verstand und habe seither einen Faible für Zahlen.

    Was ich damit sagen will:
    Nicht alles, was Zahlen nicht kann, muss Dyskalkulie sein und nicht jeder Mensch kann Mathe als Lebensinhalt haben. Ich denke, ein gesundes Maß ist -wie immer- auch hier der beste Weg.

  4. #4
    Eti


    fliegFederflieg

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 848

    AW: Mathematiker und die Nichtexistenz der Dyskalkulie.....

    So unrecht hat er nicht was die Mathevermittlung an unsere Kinder angeht.
    Und seine provokativen Aussagen gelten durchaus für den Alltag.
    Sie denken sich mit meinen Erfahrungen aus dem Schulalltag.

    In meinen Studium lernte ich das Fach Mathematik anders kennen.
    Das Wort Mathematik kommt aus dem griechischen Mathanein und bedeutet soviel wie erfahren & kennenlernen.
    Dabei sind nicht die einzelne Objekte wichtige sondern die Beziehung der Objekte untereinander sozusagen die mathematischen Relationen.
    Eigentlich eine sehr tolle und spannende Sachen.
    Was machen wir In der Schule mit unseren Kindern?
    Ich kann mich nicht erinnern solche lebendige Gedanken mit der Mathematik je in Verbindung gebracht zu haben.
    Kein Wunder war mein Interesse eingeschränkt.
    Ich wo ja eh anders denke


    Zitat aus Artikel Wolfram Meyerhöfer: "Ich war an der Entwicklung des Jenaer Rechentests beteiligt. Dabei haben wir uns völlig von der statistischen Religion verabschiedet und nur darauf geschaut, was das Kind verstanden hat und wie es Zahlen und Rechenoperationen denkt. Ich spreche dann nicht von Rechenschwäche, sondern von "besonderen Schwierigkeiten im Rechnen", kurz bSR. Die kann man inhaltlich gut bestimmen. Man landet so bei einem anderen Konstrukt mit einer völlig anderen Sicht auf Rechenprobleme, auf die Kinder und auch auf den Unterricht."
    Das ist in meinen Augen genau die Haltung das ein Kind braucht um sich selbstsicher entwickeln zu können.
    Den Rechenschwächen sind nur definierbar im Verhältnis zu einer Norm. Was dem Kind im Schulalltag ausser einem Stempel keinen Vorteil bringt.
    Mit der beschriebenen Haltung von Meyerhöfer wird das Kind dort abgeholt, wo es steht und wirklich! gefördert und weitergebracht. Das stärkt unsere Kinder. Akzeptieren wo sie stehen und wie sie sind und darauf aufbauen/ anknüpfen.

    Oder ein weiteres Zitat aus dem Artikel Wolfram Meyerhöfer: "Es passiert viel zu wenig. Stattdessen werden Rechentechniken eingeübt. Viele Lehrer behaupten, dass schlechte Schüler erst einmal Techniken üben müssten und dass nur die guten Schüler verstehen könnten, warum die Rechenverfahren funktionieren. "
    Genau das erlebe ich tagtäglich im Schulalltag. So ein langweiliger "Sch…..!"
    Das Kind am richtigen Entwicklungsstandort abholen in die weiterführende Zone der Entwicklung führen ist eine wahre Kunst beim vermitteln von Wissen.
    Und genau das Thema bringt er auf dem Punkt.

    Spielerisch den Zahlenraum von 1-20 erfassen zu können und die wirklichen mathematischen Relationen begreifen lernen im Altern von 4 bis 8 Jahren sollte ein Kinderrecht sein. Ich glaube die Dyskalkulielandschaft würde sich wirklich verändern.

    Ich habe meine Grenzen und Einschränkungen im Umgang mit Zahlen und konnte im Studium der Sonderpädagogik in meinen Alter einen wichtigen mathematischen Schritt nachholen betreffend der Einstellung des Faches.

    Ich finde den Artikel sehr gut und lohnt genau zu durchdenken.
    Den er beschreibt die Mathematik und den in meinen Augen einzigen wahren Förderansatz. Nämlich das Kind abholen wo es steht und ohne zu stempeln. Das zeigt dem Kind, dass es ok ist wie es ist. Und das brauchen wir doch alle dringend mehr als genug.

    Da drücke ich gerne ein Auge zu, wenn er mir meine kleine Schwäche für Zahlenzusammenhänge absprechen möchte. Denn mit seiner Haltung, hätte ich in meiner Schulzeit massiv profitiert.

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Mathematiker und die Nichtexistenz der Dyskalkulie.....

    Hatte Meyerhöfer Ende Oktober meine Haltung zum Thema geschrieben u ihm das kleine ADHS-ABCDarium mitgeschickt. Wenn ihr noch Gedanken, Verbesserungen u Ergänzungen dazu habt, können wir sie ja ergänzend zusammenstellen.


    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Meyerhöfer,

    danke für Ihre Auseinandersetzung mit dem Thema Dyskalkulie. Ich selber bin betroffen - auch von AD(H)S - und habe keine gute Erfahrungen mit dem Matheunterricht, den ich selten gut nachvollziehen konnte. Dass mir Mathe trotzdem nicht das Abitur kostete, verdanke ich v.a. meiner regen mündlichen Mitarbeit, die Gottseidank so honoriert wurde, dass ich unterm Strich nie in den "roten Bereich" gerutscht bin.

    Zum Thema AD(H)S möchte ich sie bitten, die Diagnostikverfahren anzusehen. Besonders diejenigen, welche die Aufmerksamskeitsspanne messen, z.B. der Test, wo simple unterschiedliche Lücken in einem O markiert sind (oben, unten, links, rechts). Gewisse Os sollte man in einer gewissen Zeit kennzeichnen, die auf allen Zeilen eines Blatts standen. Bei ADHS gelingt das zwei Zeilen, dann steigt die Fehlerquote plötzlich signifikant - bei der simpelsten Übung und trotz allen guten Willens zur "Konzentration", die für viele ADHSler ein Fremdwort bleibt.

    Auf Mathe übersetzt heißt das, dass mehrere Terme jeder Art für ADHS-Betroffene nicht lesend erfasst werden können. Wenn Terme erfasst werden sollen, dann eher "meditativ" - zergliedert Stück für Stück:

    So kann der sog. "Hyperfokus" bei Betroffenen entstehen (statt "Konzentration"). Der HF ist eine Art Marathonkonzentrationsfähigke i t, die aber kommt und geht wann sie will. Das hängt mit der Dopaminstoffwechsel im Hirn zusammen, die der Unterricht selber schwer beinflussen kann. Der Hyperfokus wird i.d.R. auf Dinge gelenkt, die besonders interessieren. Ich kenne Spitzenmathematiker unter ADHSlern, die ich ihnen vorstellen könnte, damit der Schritt zu einen ADHS-spezifische Mathedidaktik gelingt, was mich freuen würde.

    3.
    Bei mir lag der Hyperfokus nicht auf Mathe, sondern auf Philosophie und Geschichte, wo ich promoviert hab.

    4.
    Medikamente sind ja an sich indifferent - weder a priori gut oder schlecht. Es gibt sicher Missbräuche, m.E. v.a. auf Druck von Eltern, die ihre Leistungsprojektionen auf ihre Kinder übertragen. Das ist ein schlimmer Missstand. Anderseits bewähren sich Medikamente oft bei der Lebensbewältigung und helfen zu konstanter Leistungsfähigkeit, die es sonst nicht gibt. Ich selber mache bei ADHS die Grenzmarke in seiner Bewertung als "Persönlichkeitsvarianz" oder "Krankheit" mit der Frage, ob wir in den jeweiligen System (nicht nur Matheunterricht) mit der Störung der Dopamintransmitter v.a. in Gruppensituationen so bestehen können, dass Leben gelingt.

    Ihnen und dem Team einen schönen Wochenstart und alles Gute bei der Forschung.

    Freundlich grüßt
    Loyola
    Geändert von Loyola (20.02.2014 um 10:55 Uhr)

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 308

    AW: Mathematiker und die Nichtexistenz der Dyskalkulie.....

    Also mal abgesehen von dem ADHS-und-Pharmaindustrie-Spruch (das finde ich für einen Akademiker einfach mal traurig, so über etwas zu tönen, wovon man Null Ahnung hat) geht gar nicht!

    Zitat:
    "Ich spreche dann nicht von Rechenschwäche, sondern von "besonderen Schwierigkeiten im Rechnen", kurz bSR


    Für mich klingt das nur nach einer anderen Beschreibung für das gleiche Problem.
    Heißt: Es gibt nun mal ein paar Menschen, die mit den bekannten Lernmethoden nicht klarkommen.

    Diese brauchen ein anderes Herangehen. Nichts anderes passiert doch in den LRS- oder Dyskalkulie-Spezialkursen, oder bin ich da falsch informiert?
    Und ob man sich durch das Etikett Dyskalkulie "stigmatisiert" fühlt oder durch die Tatsache, daß man im normalen Unterricht nicht mitkommt,
    (oder durch irgendeinen anderen Umstand, der einen von der Mehrheit unterscheidet)

    Es gibt auch keine "Sehschwäche" - wieso wird einem, der nicht so sieht wie die Mehrheit der Menschen das Etikett "Sehschwäche" aufgedrückt.
    Sollen doch die Lehrer in der Schule gefälligst größer an die Tafel schreiben, dann müßte man nicht schon kleine Kinder mit Brillen "stigmatisieren".

    Sorry, aber ich denke, manche machen sich die Welt zu einfach

  7. #7
    Eti


    fliegFederflieg

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 848

    AW: Mathematiker und die Nichtexistenz der Dyskalkulie.....

    september schreibt:

    Zitat:
    "Ich spreche dann nicht von Rechenschwäche, sondern von "besonderen Schwierigkeiten im Rechnen", kurz bSR


    Für mich klingt das nur nach einer anderen Beschreibung für das gleiche Problem.
    Heißt: Es gibt nun mal ein paar Menschen, die mit den bekannten Lernmethoden nicht klarkommen.

    Diese brauchen ein anderes Herangehen. Nichts anderes passiert doch in den LRS- oder Dyskalkulie-Spezialkursen, oder bin ich da falsch informiert?
    Und ob man sich durch das Etikett Dyskalkulie "stigmatisiert" fühlt oder durch die Tatsache, daß man im normalen Unterricht nicht mitkommt,
    (oder durch irgendeinen anderen Umstand, der einen von der Mehrheit unterscheidet)
    Genau das mit den Spezialkursen finde ich je länger ein zweischneidiges Schwert. Spezialkurse separieren die Kinder die eine Schwäche haben.
    Der "normale Unterricht" sollte unbedingt mehr Platz haben für Entwicklungen die etwas ausserhalb der Norm verlaufen.
    Bis zu einem gewissen Punkt kann und wird da einiges gemacht.
    Glaube mir. Wie ich soeben gesehen habe, nicht nur in der Schweiz.

    Die Spezialisten sollten meiner Meinung nach mehr in die Regelklassen integriert werden und die Kinder die es brauchen vor Ort unterstützen.
    Ich erlebe immer wieder Kinder die mit ihrem besonderen Förderbedarf lieber in der Klasse lernen möchten und nicht separiert werden möchten.
    Integratives Niveauorientiertes Lernen vermindert eine Förderung mit Ausgrenzung und Stigmatisierung.

    Von den Lehrpersonen wird aber ein anderes Denkbild/ Haltung und Kooperation mit Heilpädagogen & Förderlehrkräften abverlangt.

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