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Diskutiere im Thema ADHS und Bindungserfahrungen im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    lostinthoughts

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 69

    ADHS und Bindungserfahrungen

    "Nevena Vuksanovic vom Uniklinikum München stellte in ihrem Vortrag eine Verbindung her zwischen ADHS und Bindungsstörungen. Vuksanovic fand heraus, dass Jungen mit ADHS mit starkem Anstieg des Stresshormons Cortisol auf bindungsspezifische, emotionale Stressoren reagieren, etwa Bilder von Gesichtern mit negativen Emotionen. Auf kognitive Stressoren – etwa Rechenaufgaben – reagieren sie hingegen vergleichbar stark wie gesunde Kontrollkinder. „Was für einen Unterschied würde es machen, wenn die Kinder neue Bindungserfahrungen machen könnten“, ist Vuksanovic überzeugt. "

    Psychosomatik: Ist Bindung der Schlüssel? - Medizin - FAZ


    Also zuerst hatte ich den Artikel so verstanden (und vielleicht verstehen ihn auch andere so), dass schlechte Bindungserfahrungen in der Kindheit an ADS Schuld sein sollen, und das hat mich geärgert, denn das glaube ich nicht. Aber es ist wohl doch eher so gemeint, das Kinder mit ADS empfindlicher auf schlechte Bindungserfahrungen reagieren und das ist zumindest bei mir tatsächlich der Fall.

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 241

    AW: ADHS und Bindungserfahrungen

    Interessanter Artikel mit nachvollziehbaren Erkenntnissen und daraus resultierenden Lösungsansätzen.

  3. #3
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: ADHS und Bindungserfahrungen

    Sehr gute Artikel! ich fand auch die erste Teil über Fibryomyalgie sehr interessant, da meine Mutter daran leidet... Ja, so ist es auch so, vermute ich!

    Wegen ADS: ich frage mich auch was als erste war ei oder henne? Baby mit ADS sind schon irgendwie anders als stinos und es ist auch logisch dass sie manchmal "anders" behandelt werden. Also, vielleicht sind wir sensibel von geburt an, aber auch etwas schwieriger und erleben früh auch mehr negatives, weil der umfeld mit uns überfordert war.

    Eigentlich war ich eine ruhiges kind... Aber sehr sensibel, es gab rasch Geschrei wenn mich etwas nicht gepasst hatte... Meine Mutter ist zwar darauf eingegangen wie sie mich sagt... Aber es kann auch sein dass es ihr mehr gefordert hatte als meine 2 Brüdern...

    Dazu erlebte ich sicher vieles was "normal" war einfach intensiver... Es prägt sicher auch stark!

    Ich finde auch der Teil mit auf das Kind eingehen statt eine timeout machen interessant... Aber ich habe im Leben sehr oft erlebt dass auf mich wirklich eingehen vielen gar nicht können, es doch verschlimmert und dass ich oft selber aus der Raum gehen muss, als Selbstschutz. Geht doch ein Mensch auf mich ein, werde ich tatsächlich sehr rasch beruhigt. Andere Chaoten wissen manchmal sehr gut wie machen und erreichen es in ein einzige Satz die mich gerade zu lachen bringt...

    lg

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 241

    AW: ADHS und Bindungserfahrungen

    Baby mit ADS sind schon irgendwie anders als stinos
    Ganz klares "Ja" Junior war schon von Anfang an anders. Deutlich sensibler auf Umweltreize reagierend, sehr Nähe bedürftig. Ich hatte ihn die ersten Monate tatsächlich 24h an! mir. Nachts schlief er auf mir, bis er zu groß/schwer war Ich stillte ihn mehrere Jahre. Also alles Dinge, die bei einem nicht betroffenen Kind so nicht wären. Ich stand mit meiner Art und Weise häufig an der Front und erhielt viel Unverständnis.

    Ich finde auch der Teil mit auf das Kind eingehen statt eine timeout machen interessant...
    Timeout mag vielleicht für Kinder funktionieren, die sich selbst regulieren können. Aber bei Junior hätte es überhaupt keinen positiven Effekt. Er steckt situationsbedingt in einer "Sackgasse" und da ist es doch meine Aufgabe, ihm zu zeigen, wie er da wieder rauskommen kann. Er muss sich doch nicht den Schädel einschlagen, weil er krampfhaft versucht, durch die Wand zu kommen ...
    Was schon mal vorkommen kann, dass ich mir ein timeout erbitte, weil ich emotional zu geladen bin. Das erkläre ich ihm dann aber auch und meist reicht es aus, um wieder runterzukommen.

  5. #5
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: ADHS und Bindungserfahrungen

    Meine Mutter ist auch mit mich anders umgegangen als mit meine 2 jüngeren Brüdern... Einfach so, weil ich anders war und es war auch richtig so... Ja, dumme Kommentaren von Umfeld hat sie auch gehört, so einfach war es nicht...

    In der Schule war es dann anders... Ich war da irgendwie mehr mit andere Kindern verglichen... Musste mich mehr anpassen und hatte auch viel gelitten.

    Als Kind hatte ich keine timeout, aber auch keine vernünftige Anleitung dazu wie mit meine Emotionen umzugehen ausser dass ich doch nicht so sensibel sein darf. Sehr hilfreich . Ich musste irgendwie selber herausfinden und naja... Bleibt irgendwie immer noch ein Thema. Jetzt weiss ich dass es mich hilft einfach zulassen, annehmen dass ich mich so fühle, es geht es wieder vorbei, ist nur eine Reihe von empfindungen, passiert im Körper... Mich richtig beruhigen kann ich nicht und will es auch nicht umbedingt, aber zulassen, annehmen und vorbei ziehen lassen passt mich gut. Manchmal fluche ich innerlich heftig über diese saublöde Welt und einige so dumme Menschen und es hilft mich auch.

    lg

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: ADHS und Bindungserfahrungen

    Bei spiegel ohnline ist heut ein schöner Artikel zum Thema Bindungephobie, der auch einen Weg zeigt, der sich bei aller Mühe lohnen könnte: Bindungsangst-so-gehen-sie-mit-liebesphobikern-um ).
    je mehr ich über das Problem nachdenke, desto mehr komm ich wieder zu einem eigentlich älteren Schluss (2008 ), dass wir in einer Gewalt- und Missbrauchsgesellschaft leben: "Normalität" - ADHS hin oder her - in der Mitte zwischen
    (1) Gewalterfahrung zu Haus bis hin zu Missbrauch und
    (2) übersteigerter Kompensation (a) Angst-verhärtet oder b) verweichte Behütetereltern) hat Seltenheitswert ( immer-mehr-frauen-bleiben-kinderlos ). Ein stabiler Weg der Mitte zwischen beiden biographischen Straßengräben ist aber m.E. viel Kraftaufwand aus begründeter Hoffnung wert! Eine gute Familie fällt nicht vom Himmel, wenn man's nicht kann. Erlebe zuviel Stockholmsyndrome und Feigheit zu entschiedener Arbeit an sich! Kein Wunder, wenn's dann schiefgeht.
    Lg
    L.
    Geändert von Loyola ( 8.11.2013 um 11:44 Uhr)

  7. #7
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: ADHS und Bindungserfahrungen

    Hallo Loyola,

    Ich finde auch dass unsere Gesellschaft sehr viel Gewalt hat... Es ist mich auch irgendwie immer mehr bewusst... Ich sehe es wenn ich beobachte wie Menschen miteinandere umgehen oder mit sich selbst umgehen... Es ist auch so "normal" dass es die meistens nicht mehr so auffällt...

    lg

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 284

    AW: ADHS und Bindungserfahrungen

    Erlebe zuviel Stockholmsyndrome und Feigheit zur Arbeit an sich!
    Lg
    Lieber Loyola erkläre mir doch bitte etwas genauer was du mit Stockholmsyndrome meinst.
    Feigheit zur Arbeit an sich. Was wenn man bei sich überhaupt keine Probleme erkennt oder erkennen will?
    Was wenn man über Jahre hinweg an sich arbeitet, selbst reflektiert und keiner da ist der korrigiert?

    Der Artikel war garnicht schlecht, wichtig wäre es diese Erkenntnisse den Jungen Müttern weiter zu geben.
    Für mich kommt die Erkenntniss zu spät.

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: ADHS und Bindungserfahrungen

    Zumania schreibt:
    Lieber Loyola erkläre mir doch bitte etwas genauer was du mit Stockholmsyndrome meinst.
    Mit dem " Stockholm-Syndrom " mein ich i.W., wenn aus vermeintlichen Strukturzwängen die "Opfer" am Ende noch beginnen, ihre Peiniger zu verteidigen. Bei Ptbs-Heilung ist z.B. Abbruch des Täterkontakts Voraussetzung, auch wenn's die Eltern sind... Der Schritt gelingt m.E. zu selten. Erst dann ist erst ausreichend Freiraum dafür, an sich zu arbeiten. Das wäre wichtig, wenn das Ziel besteht, die schlechten Erfahrungen möglichst zu überschreiben, um sie nicht unfreiwillig weiterzugeben.
    Lg
    L.
    Geändert von Loyola ( 8.11.2013 um 11:37 Uhr)

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 241

    AW: ADHS und Bindungserfahrungen

    Erlebe zuviel Stockholmsyndrome und Feigheit zur Arbeit an sich! Kein Wunder, wenn's dann schiefgeht.
    Ich würde es nicht Feigheit nennen. Kinder sind den Eltern "ausgeliefert" und nur durch Verdrängung und Verleugnung sind sie teilweise in der Lage ihre Kindheit zu überstehen. Es ist ein Schutzmechanismus. Es ist aber nicht leicht, diese eingefahrenen Muster zu durchbrechen, bzw. zu erkennen, dass da `was schief gelaufen ist. Es ist auch nicht leicht, den Eltern die Schuld zuzuschieben, da es, und da gehe ich mit Alice Miller, in unserer Gesellschaft sich auch nicht gehört, Kritik an den Eltern zu üben.
    Ich erlebe das gerade sehr stark an mir. Ich bin 40! und bin jetzt erst in der Lage zu sehen, warum ich so bin wie ich bin. Und es ist noch gar nicht so lange her, dass ich mich von meinem Elternhaus habe richtig! abgenabelt. Es gibt immer noch Situationen, in denen ich mich meinen Eltern "kindlich" gegenüber verhalte, weil ich da noch keine Reifung erfahren habe ... Das muss einem aber erstmal bewusst werden.
    Meine Mutter ist über 60 und merkt nicht, wie stark ihre Kindheit ihr Leben noch heute prägt. Egal wie meine Kindheit für mich war, ich habe Hochachtung dafür, wie sie es überhaupt geschafft hat, uns Mädels so groß zu ziehen! Es hätte noch ganz anders laufen können ...

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