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Diskutiere im Thema Psychopathie - Ähnlichkeit mit ADHS? im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #101
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Psychopathie - Ähnlichkeit mit ADHS?

    Smile schreibt:
    .... Adhs / den Emotionen / Reizen / Einflüssen den Extremen ausgeliefert.

    oder

    ..... Blockieren / sich schützen von äusseren Einflüssen - kein Mitgefühl zu lassen.

    Wie lebt es sich leichter?
    Mal rein nach eigener Erfahrung: mit keinem von beiden war es leicht, aber die erste Variante finde ich viel besser (und psychisch gesünder).

    Sich abgrenzen zu lernen halte ich generell für nicht leicht, auch ohne Adhs. Für Adhsler scheints mir schwerer aber doch auch etwas das sich erarbeiten lässt.

    Eine wirklich funktionierende emotionale Blockade kenne ich nur als Trauma-Folge und dann nicht bewusst gesteuert sondern vom Unterbewusstsein im Alleingang kontrolliert. Also als Folge einer Störung und dabei - so hab ichs jedenfalls erlebt - extrem quälend und das Leben ruinierend. Das Mitgefühl hat es übrigens bei mir trotzdem nicht blockiert, das war noch genauso da wie zuvor. Dafür waren eigene Gefühle teils ausgeschaltet und ohne bewusst darauf zugreifen zu können.

    Deshalb kann ich mir gerade nicht so wirklich vorstellen, dass man vorhandenes Mitgefühl wirklich blockieren, reduzieren kann. Oder wenn es möglich wäre, dann mit potential dadurch krank zu werden. Weils ja wieder darum ginge vorhandene Gefühle zu unterdrücken.


    Smile schreibt:
    Doch jetzt zum Provokanten: Ist ein Psychopath nicht einfach nur jemand der es nicht aushalten würde - könnte er mitfühlen?!?
    Könnte ein Würfel es nicht ertragen zu kullern wenn er ein Fußball wäre?

    Wenn man mangels Mitgefühl Dinge tut, die man mit Mitgefühl nicht ertragen könnte.....würde vorhandenes Mitgefühl dann nicht verhindern, dass man diese Dinge tut? Also ein mitgefühlsloser Psychopath keiner mehr sein, wenn er Mitgefühl hätte?

  2. #102
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Psychopathie - Ähnlichkeit mit ADHS?

    Smile schreibt:
    @fliegerlein

    ein "reiner egoist" würde da so antworten, dass das "leiden der anderen" nicht SEIN problem sei.
    Das genau ist das Problem ...
    Er sieht das Problem nicht bei sich selbst, also sieht er auch keinen Grund, etwas zu ändern.
    Genau das macht es so schwer, solche Menschen zu behandeln, bzw,. ihnen zu helfen.


    Smile schreibt:
    wie soll ich es umschreiben: aus welchem grund, sollte dieser sich "helfen" lassen? - eigentlich nur, wenn er/sie ein persönlichen nachteil hätte.
    die konsequenz für sein handeln in derart einschränken würde - dass er selbst darunter leidet?
    Ja ... so schauts aus.
    Der Haken ist, dass seine Umwelt, der er zusetzt, das gänzlich anders sieht.


    Smile schreibt:
    sieht man doch häufig bei menschen, die ein "suchtproblem" haben... (nicht dass diese eine persönlichkeitsstörung hätten)... doch die sucht
    kann einen menschen so sehr in seiner persönlichkeit verändert - dass ihnen nur noch die suchtbefriedigung (geozentrisches weltbilt) steuert.
    ich lehne mich mal aus dem fenster, ich glaube nicht dass bewusst andere verletzt wird.... doch lässt es sich nicht vermeiden... auf den weg zur (sagen wir mal)
    nächsten flasche, anderen zu verletzen.... tuen sie das!
    Schönes Beispiel.
    Allerdings könnte man hier zumindest noch annehmen, dass sie die Verletzung anderer "wissentlich in Kauf nehmen", das Leid der anderen also möglicherweise durchaus wahrnehmen und es ihnen auch leid tut, sie es aber unter ihre eigenen Belange =die Sucht stellen (müssen).

    Menschen mit einer entsprechenden PS nehmen das Leid anderer entweder nicht wahr, oder erfreuen sich sogar daran.

    Smile schreibt:
    hilfe zur selbsthilfe geht doch nur, wenn der "betroffene" einen grund hat - sich ändern zu wollen/müssen.
    Da müsste man ansetzen und dem Betroffenen versuchen zu erklären, ihm verständlich machen, was durch ihn bei anderen passiert und angerichtet wird.
    Zunächst muss man wohl das Bewusstsein der Betroffenen dafür wecken.

    Ein klein wenig ähnlich ist es auch bei ADHS.
    Viele nehmen das gar nicht wahr, erkennen das nicht.
    Dahinter liegt keine Ignoranz und keine böse Absicht, sondern schlicht der fehlende Blick.
    Nicht selten beginnt die Arbeit damit, zu lernen, das zu erkennen.

    Smile schreibt:
    darum? die frage..... lohnt es sich, wenn sich jemand in "seiner haut" wohl fühlt - und mit den kosequenzen seines tuns zu recht kommt - ihn behandeln zu wollen?

    leben und leben lassen?
    Gute Frage.
    Die Frage sollte man aber auch denjenigen stellen, die unter dem Betreffenden leiden.

    Ein kleines Beispiel:
    Mein Vater hatte mit 100%iger SIcherheit ADHS und in seinen jüngeren Jahren hat er seine Familie, also seine Frau und Kinder aufs brutalste terrorisiert.
    Sein blinder Jähzorn hat sich oft in körperlicher Gewalt geäußert.
    Seine Umtriebigkeit, seine Geliebten etc. haben vielen Menschen großes Leid zugefügt, während er sich dessen entweder nicht bewusst war oder es bewusst provoziert hat.

    Er hat auch nicht selten sehr gezielt mit Worten und Gesten und Handeln anderen ... wie ich es gerne nenne, ins Gewissen oder in die Seele getreten.
    Ich würde ihn nicht als Psychpathen im Sinne der umgangssprachlichen Deutung bezeichnen, aber durchaus als ADHS'ler mit Borderline- und auch narzisstischen Zügen.

    Meine Mutter hatte damit na klar auch Probleme und hat auch durchaus therapeutische Hilfe gesucht.
    Ihr Therapeut hat, auch nachdem er mit meinem Vater selbst reden konnte, nur noch gesagt, dass nicht sie diejenige sei, die einer Therapie bedarf, sondern er...
    (Natürlich brauchte sie die auch, denn da war reichlich Leid und Depressionen etc. entstanden, aber was er damit ausdrücken wollte, ist glaube ich klar)

    Ich finde, das ist ein schönes Beispiel für Jemanden, der selbst das Leid nicht wahrnimmt, welches er anderen zufügt und selber auch nicht leidet, sondern das als völlig normal empfindet.

    Aber er hat sich natürlich nicht zu einer Therapie bereit erklärt, denn in seinen Augen waren immer die anderen schuld.

    Die Konsequenz daraus war, dass er eben irgendwann allein war und die gesamte Familie (bis auf mich) sich von ihm abgewendet hat.
    Erst sehr spät, nachdem er eine Frau kennengelernt hat, die es mit ihm aufgenommen und ihm die Augen geöffnet hat, fing er an, das alles zu erkennen.
    Wir haben darüber später oft und viel und lange geredet und da konnte ich sehen, dass das alles für ihn plötzlich in einem ganz anderen Licht erschien.
    Das zeigt, dass er kein "Psychopath" war, sondern einfach nicht wahrnehmen konnte.

    Ich habe immer gewusst, warum und wie auch immer, dass er das nicht in böser Absicht getan hat.
    Aber damals hätte man keine Chance gehabt, ihm zu helfen.

    Insofern kann man bei solchen Personen, solange sie diese Einsicht nicht haben, nur eines tun:
    Sich in Sicherheit bringen und sie meiden.
    Nur geht das oftmals nicht, denn solche Menschen schaffen es auch nicht selten, eine Abhängigkeit ihnen gegenüber herzustellen, so dass die Anderen regelrecht von ihm gefangen sind.
    Es ist oftmals ein sehr schwerer und harter Weg, sich von solchen Menschen zu lösen.
    Besonders auch, wenn man selber sieht, dass der Betreffende das nicht mit Absicht macht und auch noch Mitleid für ihn empfindet.


    Man kann nur jemanden behandeln, der eine, wie man es nennt Kankheitseinsicht besitzt.

    Da ist der Haken.


    Das war jetzt sicherlich ein sehr sehr persönliches Beispiel und ich hoffe, es war in Odnung das anzubringen.

    Liebe Grüße
    Marcus

  3. #103
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.120

    AW: Psychopathie - Ähnlichkeit mit ADHS?

    Fliegerlein schreibt:

    Menschen mit einer entsprechenden PS nehmen das Leid anderer entweder nicht wahr, oder erfreuen sich sogar daran.

    Da müsste man ansetzen und dem Betroffenen versuchen zu erklären, ihm verständlich machen, was durch ihn bei anderen passiert und angerichtet wird.
    Zunächst muss man wohl das Bewusstsein der Betroffenen dafür wecken.

    Insofern kann man bei solchen Personen, solange sie diese Einsicht nicht haben, nur eines tun:
    Sich in Sicherheit bringen und sie meiden.
    Nur geht das oftmals nicht, denn solche Menschen schaffen es auch nicht selten, eine Abhängigkeit ihnen gegenüber herzustellen, so dass die Anderen regelrecht von ihm gefangen sind.
    Es ist oftmals ein sehr schwerer und harter Weg, sich von solchen Menschen zu lösen.
    Besonders auch, wenn man selber sieht, dass der Betreffende das nicht mit Absicht macht und auch noch Mitleid für ihn empfindet.

    Man kann nur jemanden behandeln, der eine, wie man es nennt Kankheitseinsicht besitzt
    ...genau das unterscheidet eine Störung zu Tendenzen dazu ...erklärte mir der Therapeut, das bei einer PS nicht die Betroffenen leiden, sondern das Umfeld...bei Tendenzen oder Anteilen ist es nicht so fest verankert in der Persönlichkeit ...bei PS ist auch zu erkennen, das ausschließlich die anderen Schuld sind...und wenn diese mal in Therapie kommen, meinte er dann ,weil die anderen sich ändern sollen, das es ihm/ihr besser geht ...und genau das mache es schwierig PS zu therapieren, weil die Notwendigkeit gar nicht eingesehen wird...die anderen stressen, usw...meist das außen verändert werden soll...aber gar nicht gesehen wird, die Notwendigkeit sich selber zu verändern ... weil meist gar kein Leidensdruck verspürt wird ...um was zu verändern...

  4. #104
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Psychopathie - Ähnlichkeit mit ADHS?

    auri schreibt:

    Eine wirklich funktionierende emotionale Blockade kenne ich nur als Trauma-Folge und dann nicht bewusst gesteuert sondern vom Unterbewusstsein im Alleingang kontrolliert. Also als Folge einer Störung und dabei - so hab ichs jedenfalls erlebt - extrem quälend und das Leben ruinierend. Das Mitgefühl hat es übrigens bei mir trotzdem nicht blockiert, das war noch genauso da wie zuvor. Dafür waren eigene Gefühle teils ausgeschaltet und ohne bewusst darauf zugreifen zu können.
    keine Ahnung? - In der Krise fühlte ich.... NICHTS ?!?

  5. #105
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Psychopathie - Ähnlichkeit mit ADHS?

    Öhm, du hast deine Krise hier irgendwo beschreiben? Muss ich gerade nochmal auf den vorigen Seiten gucken gehen worums da bei dir ging, sorry.

    Wobei garnichts zu fühlen ja als vorübergehender Zustand/Krise für mich auch nach "Gehirn rettet dich erstmal vor akuter emotionaler Überforderung" klingt. Nicht nach möglichen antisozialen Tendenzen. Aber ich such nochmal, nicht das ich da an dem was du meinst total vorbeidenke.

    Edit: Kam mir gerade dazu in den Kopf: siehst du die Fähigkeit sich frei von Mitgefühl antisozial zu verhalten als möglichen Hinweis auf psychopathische Neigungen-Tendenzen-Störungen?
    Geändert von auri (30.07.2013 um 18:28 Uhr)

  6. #106
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Psychopathie - Ähnlichkeit mit ADHS?

    @auri

    sorry, ich spicke von einem gedanken zum anderen.... die grundfrage war.... Psychopathie - Ähnlichkeit mit Adhs.... und ich wollte
    dies ergründen.... also ob es sein kann, dass ein "hintergründiges" Adhs... solche "Züge" mit sich bringen kann...

  7. #107
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.447

    AW: Psychopathie - Ähnlichkeit mit ADHS?

    Hallo smile,

    Ich denke, psychopathen haben nicht viel mit ADS zu tun... Da ich mich ein bisschen an das thema interessiere (weil ich verstehen will, wieso menschen so handeln wie sie handeln), habe ich gehört und gelesen dass richtige psychopathen zwar die körpersprache merken und deuten können (sogar sehr sehr gut!), aber gar nicht mitfühlen können. Sie können auch sehr gut planen und empfinden sogar vergnügen andere zu schaden... Ich denke dass vielen schaffen einige grenzen zu respektieren und nie etwas illegal zu machen (was nicht heisst dass sie nie leiden zufügen, es kann subtil sein) und anderen, werden zu serienmörder... Aber es ist kalt kalkuliert, sie empfinden keine reue, weil sie auch nicht nachempfinden können, was andere menschen dabei empfinden.

    Bei ADSler ist es ganz anders: wir fühlen sehr viel! Uns fehlt manchmal der automatische perspektivwechseln, aber nicht das einfühlungvermögen. Wenn wir jemand enttäuschen, verletzen tut uns leid... Wir sind zu reue fähig.
    Klar, mit der impulsivität, können wir auch schaden anrichten, aber es ist mehr eine ausrasten, als etwas geplant... Wenn jemand eine amoklauf macht, könnte es auch eine ADSler sein, weil so was ziemlich spontan kommen kann, meistens aus grosse leidendruck. Oder jemand im affekt, zum beispiel, wenn der partner sich trennen will, mal zu messer greift und... Wenn so was impulsiv passiert, kann es ADS dahinten sein. Noch mehr wenn der mensch danach auch reue empfindet... Naja, und wie psychopathen, sind die meistens ADSler gut innerhalb die gesetzlichen grenzen...

    lg

  8. #108
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Psychopathie - Ähnlichkeit mit ADHS?

    Smile schreibt:
    also ob es sein kann, dass ein "hintergründiges" Adhs... solche "Züge" mit sich bringen kann...
    Als Mensch geboren zu werden kann solche Züge mit sich bringen, sehe ich jedenfalls so.

    Das Problem der unzähligen Elemente die Einfluss haben können oder auch nicht, ist ja hier schon mehrfach angesprochen worden. Ein Mensch der nach außen so wirkt als habe er psychopathische Züge, muss diese deshalb noch lange nicht haben. Es gibt zahlreiche mögliche Ursachen für antisoziales Verhalten, die auch bei Menschen mit großem Mitgefühl und außerhalb von Affekthandlungen zum Tragen kommen können.

    Wer wütend werden kann, der kann auch zu Taten fähig sein, die bei oberflächlicher Betrachtung schockierend deutlich nach Psychopathie aussehen werden. Dies vielleicht sogar noch bei gründlicher Betrachtung tun werden.

    Mitgefühl ist ein Affekt, ob und in welcher Form wir das entwickeln und ausleben werden, wird u.a. davon bestimmt wie wir aufwachsen.
    Wut ist ein Grundgefühl, es ist angeboren, es gehört zum evolutionären "Survival-Kit" und hat entsprechend große Macht über uns wenn dieses Gefühl aktiv wird.

    Nur mal ein plumpes Beispiel zum Selbsthinterfragen:

    A tötet B.
    Er plant es wochenlang, setzt es kühl und sehr präzise um, lässt sich beim Töten viel Zeit.
    Er zeigt danach keine Reue, sagt er habe sich bewusst Zeit gelassen weil er es genossen habe B zu quälen.

    Reichen diese Infos um mal spontan und gewollt laienmäßig darauf zu tippen ob A ein Psychopath ist? Wer jetzt Nein denkt, sollte sich dieses Nein gut merken und dran denken wenn die nächste Schlagzeile dieser Art durch die Medien geistert....




    Nehmen wir mal an....

    B ist pädophil.
    A's einziges Kind war sein Opfer.
    B wird freigesprochen, wohnt in der Nachbarschaft.
    A's Kind begeht daraufhin Suizid.

    Hat sich für dich was geändert? Verliert es jetzt für dich z.B. deutlich an Gewicht, dass A geplant hat, keine Reue zeigt, es genossen hat B zu quälen? Wird es vielleicht gar ein bisschen verständlich so ganz tief innendrin wo man es nicht aussprechen muss?

    Stell dir vor du bist A.
    Wozu wärst du fähig? Würdest du das wozu du fähig wärst für psychopathisch halten? Würdest du genug Mitgefühl für B's mögliche Vorgeschichte als selbst missbrauchtes Kind haben, um ihm zu verzeihen, nicht nach Gerechtigkeit zu schreien, ihm nicht die Hölle an den Hals zu wünschen?

    Ich nicht.

    Wäre ich A, dann wärs vermutlich eher Mord im Affekt. Weil ich zu chaotisch fürs Planen, Abwarten, schrittchenweise Umsetzen wäre. Weil ich wohl zu wütend wäre um nicht direkt auf den loszugehen und mein Verstand da kaum was gegenzusetzen hätte. Aber ich würde keinen Eid darauf leisten wollen....man weiß nie wozu man fähig sein könnte, wenn damit z.B. das Gefühl dabei Gerechtigkeit wieder herzustellen verbunden wäre.

    Wenn genug Wut da ist, verliert Mitgefühl sehr schnell und schockierend heftig an Einfluss aufs Denken, Fühlen und Verhalten. Für mich einer der wichtigsten Unterschiede zwischen all den möglichen Ursachen 'böser' Taten und Psychopathie. Wut kann aus den besten Absichten bei den sozialsten Menschen monströse Dinge hervorzaubern.

    Ein Psychopath zerstört dich nicht aus Wut, sondern weil er es kann und die damit für ihn verbundenen Macht-/Lust-/xyz-Gefühle genießt. Klar kann so jemand auch wütend werden und auch aus dieser Wut heraus 'böse' Dinge tun. Doch das ist nich die Regel sondern die Ausnahme für ihn.

    Im Gegensatz zur restlichen Welt, bei der Wut fast immer die treibende Kraft ist. Egal ob direkt oder über Umwege.

    Edit: Um mal zum Topic zurückzukehren...

    Studien, Forschungsergebnisse o.ä. die eine erhöhte Gefahr psychopathischer Veranlagung bei Adhslern nachweisen wollen, würden mich erst dann interessieren, wenn:

    - Untersuchungsverfahren die entsprechende Anlagen nachweisen können, ausgereift genug sind um sichere Ergebnisse zu liefern (hier waren ja auch schon Links in denen z.B. EEG und welche Reaktionen durch Reize - die Mitgefühl auslösen sollten - wo im Gehirn etwas auslösen bzw. nicht auslösen )

    - diese Verfahren standardmäßig weltweit bei allen Diagnoseverfahren zu Adhs mit angewandt werden würden

    - dabei - ebenfalls weltweit - immer eine erhöhte Veranlagung zu psychopatischen Neigungen bei Patienten festgestellt werden würde, die gleichzeitig auch sicher auf vorhandenes ADHS diagnostiziert werden können

    So lange das nicht der Fall ist, sehe ich es - für mich - also uninteressant an, ob und wo und vom wem das behauptet wird. Denn unabhängig davon wie wissenschaftlich oder korrekt eine Studie angegangen, abgelaufen und beurteilt werden mag, die Ergebnisse hängen stark vom Geldgeber, den gewählten (und beiseite gelassenen) Prämissen und der Zielstellung ab.

    Man kann sich einen lustigen Nachmittag damit machen, mal im Internet rumzustöbern und zu lesen welche absurden Ergebnisse dabei herauskommen können. Ungewollt und teils über Jahre hinweg als belegte Fakten übernommen.
    Geändert von auri (31.07.2013 um 15:47 Uhr)

  9. #109
    Apollo_1012

    Gast

    AW: Psychopathie - Ähnlichkeit mit ADHS?

    Hallo,

    Flöhen schließen Läuse nicht aus. Was hat Psychopathie ursächlich mit ADS zu tun? Gar nichts.

    Psychopathie wird erworben. Wenn man aktuellen Publikationen folgen möchte, in den ersten 18 Monaten des Lebens. Der Schaden ist irreparabel, diese Menschen können nicht erfolgreich therapiert werden. Zumindest da besteht eine Gemeinsamkeit mit ADS, aber das ist beliebig. Es gibt dutzende Krankheiten, die unheilbar sind, deshalb haben die aber nicht etwas miteinander zu tun.

    Nach allen Beschreibungen muss ein Psychopath über die Reizoffenheit des ADSlers lachen.

    Selbstverständlich kann ein ADSler zum Täter werden, vor allem im Affekt und ich persönlich glaube den Studien, dass der Anteil von ADSlern unter den Häftlingen größer ist als ihr Anteil an der Gesamtgesellschaft.

    Dinge sauber trennen

    LG
    Apollo

  10. #110
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.447

    AW: Psychopathie - Ähnlichkeit mit ADHS?

    Hallo apollo,

    Ich hatte gedacht, psychophatie sei als veranlagung genetik, obwohl es wie bei vieles, nachher die biographie mitspielt. Naja, erworben darf auch mal sein...

    Sonst stimmt es schon dass es in gefängnissen viele ADSler sind... Ich errine von 80% alle häftlinger... Vor allem solche täter die im affekt etwas gemacht haben... Wenn dort ADS bekannt wäre, könnte auch viele menschen geholfen werden, da ADS zwar nicht heilbar ist, aber behandelbar.

    lg

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Thema: Psychopathie - Ähnlichkeit mit ADHS? im Forum ADS ADHS: Presse, Medien bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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