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Diskutiere im Thema Video Dr.Ohlmeier im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    ErichW

    Gast

    AW: Video Dr.Ohlmeier

    @Eiselein

    Auf deutsch: Die einzige Möglichkeit ADHS zu behandeln liegt in einer Restrukturierung der Umgebung. Idiotisch vereinfacht: In der Veränderung der Umgebung gemäß den Bedürfnissen und Möglichkeiten des ADHSlers.

    Also was heißt das denn anderes, als dass ein ADHSler so in den Klauen seiner genetischen Disposition hängt, dass er zu jeder Form von Anpassung an die Umwelt unfähig ist? Damit ist er ganz klar eine inferiore, degenerierte Form des Menschen. Zum Überleben des Menschen, des gesunden Menschen, gehört doch, dass er in der Geschichte eine schier unglaubliche Anpassungsfähigkeit an die verschiedensten Umweltbedingungen gezeigt hat.

    Übrigens wäre es auch keine Restrukturierung, denn diese kann es nur geben, wenn es mal eine ADHS-freundliche Umgebung gegeben hätte.

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Video Dr.Ohlmeier

    Korrekt. Zu jeder gesunden Form von Anpassung an seine Umwelt ist der ADHSler unfähig. De facto ist er natürlich ein Weltmeister der Anpassung, aber stets nur auf Kosten der Verleugnung seiner Persönlichkeit.

    Sprechen wir stattdessen, wenn Du Dich an dem Begriff aufhalten willst, nicht von einer Restrukturierung, sondern einer notwendigen Destrukturierung seiner Umgebung eben aus diesem Grund.

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Video Dr.Ohlmeier

    zammel schreibt:
    (vielleicht hast Du auch nur nicht bedacht, dass Stimulanzien bei ADHSlern auch sedierend wirkend können, aber so weit wollte ich gar nicht ausholen)
    Wenn sie das tun, wäre mein erster Gedanke, dass sie nicht richtig dosiert, bzw. eingestellt sind.
    Eine richtig dosierte Medikation normalisiert den Stoffwechsel.
    Wenn eine sedierende Wirkung vorliegt, hat man keine Normalisierung mehr, sondern eine zu starke Wirkung.

    Allerdings mag es sein, dass man eine Normalisierung, also etwas mehr "Ruhe im Kopf", anfangs als sedierend wahrnimmt ( EDIT: was keine Einbildung ist, sondern eine Wahrnehmungssache eines tatsächlich vorhandenen Phänomens).
    Denn das ist zunächst ein unbekannter Zustand, an den man sich erstmal gewöhnen muss.
    Aber "fehlt" mir deshalb etwas?
    Eher doch das genaue Gegenteil, ... ich kann mich plötzlich auf das Wesentliche konzentrieren ...

    zammel schreibt:
    Wenn Du Recht hast, würde das bedeuten, dass die, denen mit Medis in gewissen Situationen was fehlt, sich das einbilden.
    Eher sind sie nicht richtig eingestellt.
    Bei einer gut eingestellten Medikation möchte ich behaupten, dass einem nichts wirklich fehlt.
    Es mag allerdings sehr wohl und sehr gut sein, dass man das Gefühl hat, dass einem was fehlt, was ich keineswegs als Einbildung betrachte.
    Es kann ja durchaus sein, dass einem die an sich ungünstige Sprunghaftigkeit und ständige Ablenkung fehlt, wenn sie nicht mehr da ist.
    Weil man es eben sein Leben lang nicht anders kannte.
    Tatsächlich aber hilft doch gerade das dabei, sich besser auf den Punkt zu konzentrieren.
    Aber es ist eben anders und das kann einen schon kräftig irritieren.

    Und ich muss gestehen, bei diesem Spruch mit dem Schauspieler im Video auch die Augen gewaltig verdreht zu haben.
    Auch in meinen Augen ist das völliger Mumpitz.

    Ich hab schon als Kind und Jugendlicher gerne geschauspielert, sogar in einem der größten Freilichtamateurtheater des Landes.
    Damals ohne Medikation, und wenn ich mich heute mit Medikation vergleiche, hat sich daran nichts, aber auch wirklich gar nichts geändert.
    Auf meine schauspielerischen Fähigkeiten hat die Medikation auf jeden Fall nicht den geringsten Einfluss und ich sehe auch keine logische Erklärung dafür, warum das so sein sollte

    Ich halte es für möglich, dass das passiert, aber dann stimmt meiner Ansicht nach schlicht die Mediation nicht.
    EDIT: Oder es liegt, wie Eisi schrieb, tatsächlich keine ADS vor, was ja nicht auszuschließen ist, denn wir wissen, wie leicht sich ADS mit anderen Störungen, z.B. Traumafolgestörungen verwechseln lässt und wie es teilweise noch immer um die Kompentenz in bezug auf ADHS in der Fachwelt bestimmt ist ...
    Oder es liegen weitere komorbide Störungen vor, die eine Wirkung der Medis beeinflussen, Asperger würde mir da auf Anhieb einfallen.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

    EDIT: PS: Sorry für die vielen EDITS's, ... bin heute ein wenig verstreut, ... was eine direkte Konsequenz daraus ist, heute mein MPH vergessen zu haben
    Geändert von Fliegerlein (29.08.2013 um 12:28 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur/ Edit zugefügt

  4. #24


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Video Dr.Ohlmeier

    Eiselein schreibt:
    Korrekt. Zu jeder gesunden Form von Anpassung an seine Umwelt ist der ADHSler unfähig. De facto ist er natürlich ein Weltmeister der Anpassung, aber stets nur auf Kosten der Verleugnung seiner Persönlichkeit.

    Sprechen wir stattdessen, wenn Du Dich an dem Begriff aufhalten willst, nicht von einer Restrukturierung, sondern einer notwendigen Destrukturierung seiner Umgebung eben aus diesem Grund.
    Ist es dann so, dass unsere Lage ziemlich hoffnungslos ist?
    Weil sich niemals unsere Umwelt an uns anpassen wird.

    Wir haben natürlich die Möglichkeit uns unsere Umwelt passend zu gestalten.
    Indem wir uns einen passenden Partner suchen. Am Besten mit ADHS. Indem
    wir einen entsprechenden Freundeskreis aufbauen und uns eine Arbeit suchen,
    bei der einige unserer unangepassten Persönlichkeits/Krankheitsamerkmale von
    Vorteil sind.
    Es muss ja nicht immer die Gesellschaft sein, die sich verändert.
    Hat man es geschafft, sich ein Umfeld zu schaffen, dass zu uns
    passt, dann kommen wir sicher auch klar und müssen unsere Persönlichkeit nicht
    mehr verleugnen.
    Leider wäre dies für Viele ein schwerer oder nicht durchführbarer Prozess.

    Für Kinder ist dies natürlich noch viel schwieriger, weil sie erst mal durch den
    Gesellschaftsschlauch müssen. Ohne die Möglichkeit zu haben, sich ihre Umwelt
    auszusuchen.
    Helfen könnte da eine ADHS-gerechte Schulform. Wie die aussehen könnte, können
    sich sicher ADHS´ler mal überlegen.


    Und jetzt noch was zu Ohlmeier: Ich bin mir sehr sicher, dass durch die Medis nichts gestohlen wird.
    Ich arbeite schon über 10 Jahre mit ADHS-Kindern und bislang hatte ich bei keinem richtig eingestellten
    Kind den Eindruck, dass es irgendwas verloren hätte. Sie sind alle weiterhin quirlig, ruhig, lustig, habe Ideen.
    Alles ihrem Naturell entsprechend. Nur sind sie oft nicht mehr so getrieben und sprunghaft und sind mehr
    bei sich.

  5. #25
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Video Dr.Ohlmeier

    minzi schreibt:
    Ist es dann so, dass unsere Lage ziemlich hoffnungslos ist?
    Weil sich niemals unsere Umwelt an uns anpassen wird.
    Das denke ich nicht.
    Zum Einen ist das gewiss nicht so fatalistisch, wie Eisi das geschrieben hat und zum Anderen ist es ja auch nicht unbedingt unser Wunsch, dass sich unsere Umwelt an uns apassen soll.
    Das wollen wir ja auch gar nicht.

    Vielmehr denke ich, dass es für uns sehr wichtig ist, unsere Nische zu finden.
    Eben den Bereich, in dem unsere Einschränkungen einfach nicht so auffallen oder es Kompensationsmöglichkeiten gibt, die uns nicht überfordern.

    Ich denke aber, basierend auf meiner eigenen Erfahrung, dass diese Nischen in der heutigen Welt immer schwerer zu finden sind.
    Dazu kommt, dass unsere lebenslangen Anpassungsversuche auch großen Schaden an uns angerichtet haben, was ebenfalls wieder erschwerend hinzukommen kann.

    Aber alles in Allem glaube ich, dass es unsere Nischen gibt.

    Die Bereiche, in denen wir einfach in unserem Element sind und funktionieren, ohne uns permanent zu überfordern.
    Die finden wir aber sicherlich erst, wenn wir aufhören so sein zu wollen, wie die Anderen.

    Das ist alles gewiss nicht so einfach und ich halte es auch für gut möglich, dass es nicht immer so funktioniert und man am Ende vielleicht doch in der Erwerbsunfhägkeitsrente landet.
    Aber ich denke auch, dass das nicht die Regel ist.

    Also hoffnungslos würde ich unsere Lage allerdings wirklich nicht betrachten.
    Anders, ... ja, aber hoffnungslos nicht.

    Es ist wie der Pinguin in Hirschhausens Pinguingeschichte.
    In der Wüste oder generell an Land wirkt er plump und hilflos, ... aber im Wasser ist er in seinem Element und einer der besten Schwimmer überhaupt.
    Aber um seine Stärken zu nutzen, muss er in seinem Element sein.
    Pinguine gehören nicht in die Wüste.
    Wir müssen halt unser Element finden, in dem wir unsere Stärken einsetzen und nutzen können und in dem unsere Schwächen nicht so ins Gewicht fallen.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  6. #26
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Video Dr.Ohlmeier

    Ja. "Wir" müssen die Umwelt so weit anpassen wie möglich aber uns auch anpassen. Aber, hey, das muss jeder - nur ADHSlern fällt beides aus verschiedenen Gründen viel schwerer.

    Die Medikation hilft zu erkennen was geändert werden muss und wie es geändert werden kann und natürlich lindert es die manchmal Auftretenden richtigen körperlichen Folgen die nix mit Umwelt zu tun haben und die auch nicht jeder ADHSler spürt.







    ---
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  7. #27
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Video Dr.Ohlmeier

    Wildfang schreibt:
    Die Medikation hilft zu erkennen was geändert werden muss und ...... und wie es geändert werden kann
    Da würde ich noch ergänzend zwischen den genannten Punkten hinzufügen:
    "was geändert werden kann".

    Ich glaub, das ist auch eine gewisse Kunst.
    Zu sehen und zu erkennen, was ich tatsächlich ändern kann und nicht versuche, Energie dort zu verschwenden, wo ich nichts ändern kann.
    Da fällt mir wieder mein Farbsehfehlerbeispiel ein.
    Ich kann gewisse Farben nicht sehen und das werde ich auch niemals ändern können.
    Aber ich kann den Umgang damit ändern.

  8. #28
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: Video Dr.Ohlmeier

    Fliegerlein schreibt:
    Ich hab schon als Kind und Jugendlicher gerne geschauspielert, sogar in einem der größten Freilichtamateurtheater des Landes.
    Damals ohne Medikation, und wenn ich mich heute mit Medikation vergleiche, hat sich daran nichts, aber auch wirklich gar nichts geändert.
    Auf meine schauspielerischen Fähigkeiten hat die Medikation auf jeden Fall nicht den geringsten Einfluss und ich sehe auch keine logische Erklärung dafür, warum das so sein sollte
    Sehr schön, dann hoffe ich, dass das nur im Falle ener Überdosierung der Fall sein kann. (oder eben einer Fehldiagnose, aber bei einer Fehldiagnose dürften Medis ja nicht paradox wirken ..... oder?).

    Logisch hätte ich gefunden, wenn jemand weniger ... wie soll ich sagen .... sagen wir mal draufgängerisch auftritt - vielleicht wollte der Regisseur aber genau das.
    Oder dass die Fähigkeit zur Hingabe Einbußen erleidet (beeinhaltet also auch das Sichhineingeben in eine Rolle).
    Wenn jemand musikalisch improvisieren muss, könnte sein Repertoire schmaler werden, weil er nicht mehr so viel auf einmal sieht, sondern nur noch die Einzelteile.
    ..... nein?

    Das Konzentriertsein beeinhaltet ja auch zwangsläufig einen fokussierteren Blick, aber das heißt doch gleichzeitig, dass manches ausgeblendet wird, sonst wäre der fokussiertere Blick ja gar nicht möglich.

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Video Dr.Ohlmeier

    zammel schreibt:
    Sehr schön, dann hoffe ich, dass das nur im Falle ener Überdosierung der Fall sein kann. (oder eben einer Fehldiagnose, aber bei einer Fehldiagnose dürften Medis ja nicht paradox wirken ..... oder?).
    Gute Frage, ... sehr gut sogar.
    Es gibt ja auch Nonresponder, die trotz vorhandener ADHS nicht auf MPH ansprechen und bei vielen anderen bedarf es einfach einer Kombination, z.B. aus SSRI und MPH, um die richtige Wirkung zu erzielen.
    Es ist bei uns ja bei weitem nicht so wie mit Medikation bei schweren Psychosen oder schwerer Schizophrenie, bei denen die Medikation ja wirklich hammermäßige weitere Wirkungen haben und die Betroffenen regelrecht im Nebel stehen.
    Ich weiß dass es viele Berichte darüber gibt, dass Betroffene sich wie "Zombies" anfühlen oder so wirken, aber da kann ich wirklich nur sagen, dass ich da eine falsche Medikation vermuten würde.

    zammel schreibt:
    Logisch hätte ich gefunden, wenn jemand weniger ... wie soll ich sagen .... sagen wir mal draufgängerisch auftritt - vielleicht wollte der Regisseur aber genau das.
    Oder dass die Fähigkeit zur Hingabe Einbußen erleidet (beeinhaltet also auch das Sichhineingeben in eine Rolle).
    Wenn jemand musikalisch improvisieren muss, könnte sein Repertoire schmaler werden, weil er nicht mehr so viel auf einmal sieht, sondern nur noch die Einzelteile.
    ..... nein?
    Nein, absolut nicht.
    Warum auch?
    Weder meine Hingabe noch mein Charakter werden durch MPH verändert.
    Außerdem wird mein Repertoire mitnichten schmaler, sondern im Gegenteil, ich kann doch viel besser drauf zugreifen.
    Ich kann von meiner Warte aus sagen, dass ich zu 100% nicht anders agiere, wenn ich mit oder wenn ich ohne Medikation bin.

    Ich hatte ja schon mal eine Studie genannt, in welcher nachgewiesen werden konnte, dass MPH keinen erkennbaren Einfluss auf die Kreativität hat.

    Davon abgesehen kann ich von mir selbst sagen, dass ich zum Beispiel auch beim Filmschnitt, welcher ebenfalls ein kreatives Schaffen ist, keinerlei Unterschiede habe, egal ob mit oder ohne MPH.
    Das habe ich schon mehrmals ausprobiert.
    So habe ich z.B. Trailer oder Werbeclips produziert und wenn ich mir die vergleichend anschaue, sehe ich da keinen Unterschied.
    Im Gegenteil.
    Ich habe auch mal aus vorhandenem Filmmaterial zweimal einen Film geschnitten, mit zeitlichem Abstand.
    Einmal mit und einmal ohne Medikation.
    Die kann ich nahezu eins zu eins übereinander legen, Filmschnitt und Musikschnitt sind fast identisch mit nur minimalen Unterschieden.

    Gerade im Moment schneide ich eine Veranstaltung einer Ballettschule.
    Die haben drei Aufführungen gehabt und ich schneide alle Drei und suche anschließend die Schönste aus.
    Filmschnitt ist ein kreativer Prozess, der viel Gefühl erfordert.
    Die Filme sind auch wenn ich sie unter MPH geschnitten habe, nicht anders als ohne, nahezu gleich.

    Die Entscheidung, wann ein Schnitt, eine Blende erfolgt, wie der Film vertont wird usw., ist, zumindest bei mir, nicht von der Medikation abhängig, sondern rein von meinem Gefühl und meinem Fachwissen EDIT: und das wird beides nicht von der Medikation beeinflusst.
    Das ist auch beim Schauspielern nicht anders.

    zammel schreibt:
    Das Konzentriertsein beeinhaltet ja auch zwangsläufig einen fokussierteren Blick, aber das heißt doch gleichzeitig, dass manches ausgeblendet wird, sonst wäre der fokussiertere Blick ja gar nicht möglich.
    Das ist paradox, denn gerade beim Schauspielern KANN die Medikation meiner Meinung nach ohnehin nur kaum einen Einfluss haben, wenn überhaupt denn was genau passiert denn beim Schauspielern?
    Gerade ADS'ler funktionieren da sehr gut, weil das etwas ist, das sie sehr interessiert, sie sehr spannend finden und bei dem sie mit vollem Einsatz dabei sind, es begeistert sie.

    Das ist doch genau DER spezielle Zustand, in dem wir einer Sache mit voller Aufmerksamkeit folgen können.
    Genau da ist es eigentlich genaugenommen völlig egal, ob der Betroffene eine MPH Medikation hat oder nicht, er ist ja sowieso im "Hyperfokus" (in Anführungszeichen, weil ich den Begriff nicht als für uns passend finde).
    MPH bringt uns doch die Möglichkeit, in "normaldoofen" Situationen trotzdem, wie jeder andere Mensch auch, "bei der Stange" zu bleiben..
    Wenn wir in solchen Situationen sind, in denen wir eh "hyperfokussieren", können wir das doch sowieso schon.
    Und es ist ja keineswegs so, dass MPH das blockiert.

    Ich würde eher im Gegenteil sagen, dass ich unter MPH besser in der Lage bin, auch auf meine Umwelt zu reagieren, sprich auf Anweisungen des Regisseurs und diese auch umsetzen kann, während wir im "Hyperfokus" so gar nicht in der Lage sind, uns da rauszureißen und uns unterbrechen zu lassen.

    Und gerade Unterbechung ist für mich z.B. ein großes Problem.
    Wenn mich einer während des Schneidens oder generell während der Arbeit anquatscht, bin ich raus.
    Ich kann ihm sowieso nicht zuhören oder folgen, weil ich mich nicht auf ihn einstellen kann, denn ich komme von meiner eigentlichen Tätigkeit nicht los, und wenn das dann vorbei ist, brauche ich erstmal wieder eine Ewigkeit, um mich wieder in meine Tätigkeit zurückzufinden und sie wieder aufnehmen zu können.
    Geht einfach nicht.
    Ich hasse es, wenn ich unterbrochen werde.
    Mit MPH geht das deutlich besser.
    Nicht unbedingt gut oder so gut wie bei Normalos, aber besser.
    Und ich finde schneller wieder den Anschluss an den Punkt, an dem ich unterbrochen wurde.
    EDIT: Wobei ich diesen Punkt durchaus relativieren muss, denn an diesem Punkt habe ich eher weniger von der Medikation, was aber dann auch eher dem Asperger geschuldet ist, dessen ich verdächtig bin.
    Gleiches gilt für Reizoffenheit, die bei mir durch MPH verstärkt wird, was allerdings von verschiedenen Faktoren abhängig ist, was ebenfalls dem Asperger angelastet werden kann.


    Für mich und meine eigenen Erfahrungen ist diese Aussage unverständlich und unlogisch und auch unschlüssig.
    Aber wie gesagt: Für mich und meine eigenen Erfahrungen.


    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (30.08.2013 um 14:15 Uhr) Grund: Edit zugefügt/ Fehlerkorrektur

  10. #30
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Video Dr.Ohlmeier

    Eiselein schreibt:
    Korrekt. Zu jeder gesunden Form von Anpassung an seine Umwelt ist der ADHSler unfähig. De facto ist er natürlich ein Weltmeister der Anpassung, aber stets nur auf Kosten der Verleugnung seiner Persönlichkeit.

    Sprechen wir stattdessen, wenn Du Dich an dem Begriff aufhalten willst, nicht von einer Restrukturierung, sondern einer notwendigen Destrukturierung seiner Umgebung eben aus diesem Grund.
    Ohja, kann ich nur bestätigen. Aus diesem Gefühl heraus, das es eine Lüge ist, was ich spiele(die Maske die ich trage), schrieb ich ja auch ein Zitat von Shakespeare" Das Leben ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler....

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