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Diskutiere im Thema Psychische gesund zu sein? Mittlerweile unmöglich! im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
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  1. #11
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Psychische gesund zu sein? Mittlerweile unmöglich!

    minzi schreibt:
    Früher habe ich auch meistens auf der Arbeit die Eltern darin bestärkt, dass sie ihrem Kind auch ohne Medis helfen können. Ich war überzeugt davon, dass die Ärzte viel zu schnell dazu greifen und hatte auch die Erfahrung gemacht, dass die Kinder trotz Medis sich nicht so gravierend besser strukturieren und konzentrieren konnten. Oft wurde MPH schon nach einem kurzen Test verordnet und das wars.
    Aber ich war auch wirklich überzeugt, dass Therapien es richten können.
    Das war bei mir mit unserer Tochter genauso, ich habe gedacht:"Sie ist noch sehr jung, sie ist intelligent, sie hat die Chance, mit Hilfe von Therapien einen Umgang damit zu finden."

    minzi schreibt:
    Heute bin ich nach vielen Misserfolgen sehr überzeugt davon, dass es sehr oft ohne MPH oder so nicht geht. Und zwar so früh wie möglich. Denn nur mit medikamentöser Unterstützung kann auch in der Therapie gut und erfolgreicher gearbeitet werden.
    (...)
    Aber es muss aufmerksame Menschen geben, die die medikamentöse Therapie begleiten und Schwankungen erkennen.
    (...)
    Und das soziale Umfeld der Kinder sollte involviert sein. Strukturen müssen geschaffen werden und dem Kind muss von außen der Halt gegeben werden, den es sich selbst nicht geben kann. Immer genau abgestimmt auf seine persönlichen Stärken und Schwächen. Das ist harte Arbeit, aber mit MPH zu bewältigen, ohne nur sehr schwer. Und letztendlich leiden alle darunter, aber besonders das Kind.
    Unsere Erfahrung: Mit einer "wertschätzenden" Erziehung kann man in vielen Bereichen "gegensteuern" und die AD(H)S positiv einbinden.
    Wenn ich z.B. den ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hinsichtlich des Sozialverhaltens "nutze" ("stell dir die Situation andersherum vor, wie würdest Du Dich fühlen? Fändest du das fair?"), entwickeln (zumindest unsere) Kinder eher ein "gutes Sozialverhalten", weil sie es erkennen bzw. einsehen und nicht einfach nur eine Sanktion ohne Klärung der Situation bekommen.


    minzi schreibt:
    Schade ist, dass viele Ärzte immer noch nicht die Therapie wirklich gut begleiten.
    ADHS Begleitung ist ein schwerer Job. Es ist nicht mit einem kleinen Test und hinein mit den Medis getan. Aber nach einer fundierten Diagnostik, sollte auf den Fachmann/die Fachfrau gehört werden.
    Das Wichtigste ist m.E. das "häusliche Umfeld" und die Schule, man kann Kindern durch Bestrafung von unerwünschtem oder durch Lob von erwünschtem Verhalten erzieherisch "eine Richtung weisen". In der Schule verbringen die meisten Kinder den Großteil ihrer Zeit, auch dort ist es wichtig, die Fähigkeiten zu loben, bei den "Defiziten" sollte den Kindern Mut gemacht werden, "es zu schaffen", ihnen wenn notwendig "kleine Hilfestellungen" zu geben, damit sie zum Ergebnis kommen...
    Und das gilt meiner Meinung nach für alle Kinder...

    Bei einer solchen Erziehungsgrundhaltung würden Kinder mit einer AD(H)S gar nicht "groß auffallen", weil dadurch ihre emotionale Wahrnehmungsstörung durch das "wertschätzende und lobende Erziehungsverhalten" kompensiert würde...
    Die Reizoffenheit und Störung der Selbstregulation(Ablenkbarkeit , Konzentrationsmangel...), die Selbst- und Fremdwahrnehmung (innere Selbstbewertung, die "Aussenwirkung") würde das aber weniger beeinflussen.
    (Man kann ja schlecht "die ganze Welt" schulen, damit AD(H)S´ler unter optimalen Bedingungen leben..)

    Da "greift" nach unserer Erfahrung die Medikation mit MPH, sie hilft, den gestörten Stoffwechsel im Gehirn auszugleichen..

    RAPHELL schreibt:
    Es ist schon eigenartig. Hast Du ein Problem mit dem Herzen, der Leber, dem Darm und sagst das dem Arzt, bekommst Du eine Medizin. Auch Deine Umwelt akzeptiert Dein Problem.

    Nun ist aber das Gehirn auch ein Körperorgan. Aber sobald es daran geht das es nicht richtig funktioniert ist es ein Stigma und Du wirst für "blöd" erklärt. Wenn es aber mit Medikamenten wieder besser arbeitet, warum ist das etwas anderes als bei den anderen Organen???
    Weil sich die aktuellen neurologischen Erkenntnisse noch nicht herumgesprochen haben, ich vergleiche die AD(H)S dann gerne mit einer Schilddrüsenerkrankung, da ist der Stoffwechsel auch gestört und zeigt Symptome im "psychischen Bereich"...

    LG Tanja
    Geändert von Chaostanja (15.03.2013 um 12:22 Uhr) Grund: Korrektur

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