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Diskutiere im Thema DMDD vs. ADHS (bei Kindern) im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Lysander

    Gast

    DMDD vs. ADHS (bei Kindern)

    Ein wie ich finde interessanter Artikel:

    Kinder: Streit um neue Stimmungsstörung DMDD - SPIEGEL ONLINE

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 442

    AW: DMDD vs. ADHS (bei Kindern)

    Juchhuuu, noch 'ne neue "Krankheit"....

    Also, das ist jetzt meine ganz persönliche Meinung, und ich weiß, dass das einige sehr kontrovers sehen werden. Ich sag's trotzdem...

    Ich denke, dass ich meine "Krankheiten" nicht hätte, wenn ich anders erzogen worden wäre, die Welt nicht so schnell und laut und "kalt" wäre.
    Und das schreibe ich mit bereits 40! Meine Kindheit war noch vergleichsweise "schön", weil ich zum AUsgleich von all dem, was zu hause abging, meine Freunde hatte, viel draußen war udn an 5-6 von 7 Tagen sportlich aktiv war.

    Wenn ich dann anschaue, wie eingesperrt und so vielen sozialen Zwängen, Zeitdruck, Medienkonsum (schnell, laut, überfordernd...) ausgesetzt und überforderten Eltern mit vagem Erziehungsstil unterworfen die Kinder heute groß werden, wundert mich nicht, dass sie total überfordert sind und nicht ein noch aus wissen.

    Sie können sich nicht austoben.
    Sie kennen kaum Grenzen.
    Sie werden häufig unterschätzt und geistig unterfordert.
    Sie werden nicht ernst genommen.
    Ständiger Alltagsstress mit vielen Terminen und gereizten Eltern.
    Die Elternhäuser bieten oft keinen sicheren Hafen mehr (einfach weil die gesellschaftliche Entwicklung das provoziert).
    Sie wachsen isolierter auf als zumindest ich früher. Bei Kleinkindern ist ständig die Mutter dabei, bei größeren muss alles umständlich verabredet und geplant werden. Einfach raus und treffen ist hier, wo wir leben, nicht möglich.

    Wohin mit sich, ihren Emotionen, Ängsten, ihrem unbändigen Bewegungsdrang, womit den geistigen Appetit stillen....

    Das fällt mir jetzt erst einmal spontan ein. Aber da ist noch viel mehr, was ich gerade nicht formuliert kriege...

    Ich frage mich, wieso wir immer und immer mehr Krankheiten definieren müssen, statt mal ganz von vorn zu beginnen und die Eltern zu stärken. Die Großfamilie ist tot, Erziehungskompetenz ein rares Gut - weil viele Mütter lieber Ratgebern als der Intuition vertrauen.

    MEDIKAMENTE STATT LIEBE UND ZUWENDUNG.

    Ist das das Lebenskonzept der Zukunft??
    Ich fürchte es, denn so läuft es doch heute schon.

    Warum schaut man nicht wirklich hin, mit gesundem Menschenverstand? Warum sind wir so geil auf neue Beschwerdebilder??

    Die Kinder reeagieren ganz normal, die Gesellschaft ist krank!!!

    Meine ganz persönliche Meinung...

  3. #3
    Lysander

    Gast

    AW: DMDD vs. ADHS (bei Kindern)

    ADHS war auch irgendwann neu. Und ich bin froh, dass ich dadurch eine Erklärung für viele Ereignisse habe. Das soll aber nicht heißen, dass ich tatsächlich glaube, dass es DMDD wirklich gibt, eher scheint mir plausibel, was im letzten Absatz angedeutet wird: "Ist DMDD also überhaupt eine neue Störung oder ein zusätzlicher Krankheitsstempel? "Bisher steht der Nachweis noch aus, ob die Diagnose wirklich etwas komplett Neues beschreibt oder nur eine schwere Form von längst bekannten psychischen Erkrankungen oder deren Kombination ist", sagen auch die deutschen Kinderpsychiater Zepf und Holtmann. Bisher gebe es zwar Hinweise, dass es sich um eine eigenständige Erkrankung handeln könnte, sagt Zepf. "Doch vollständig ausgereift ist die Diagnose DMDD noch nicht."

    Ich glaube, dass Du mit Deiner Gesellschaftskritik bestimmt nicht ganz falsch liegst. Allerdings gibt es AD(H)S meiner Meinung schon viel länger als die industrielle Revolution. Und ich bezweifle sehr, dass früher die Erziehung besser war als heute. Außerdem sollte man dabei nicht nur unsere westliche Kultur betrachten. Würde mich schon mal interessieren, wie es Kindern in anderen Kulturen ergeht. Schon klar, dass die Unterschiede im Zuge der Globalisierung irgendwann verschwinden könnten.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 442

    AW: DMDD vs. ADHS (bei Kindern)

    Allerdings gibt es AD(H)S meiner Meinung schon viel länger als die industrielle Revolution. Und ich bezweifle sehr, dass früher die Erziehung besser war als heute. Außerdem sollte man dabei nicht nur unsere westliche Kultur betrachten. Würde mich schon mal interessieren, wie es Kindern in anderen Kulturen ergeht. Schon klar, dass die Unterschiede im Zuge der Globalisierung irgendwann verschwinden könnten.
    Da will ich Dir gar nicht widersprechen!!!

    Nur aus dem Verlauf bei mir (ich hatte es definitiv als Kind - durchaus deutlich, aber durch Sport, Natur und eine strenge Oma gut im Griff) schließe ich, dass unsere Gesellschaft die Wahrnehmung und Ausprägung von ADHS als Krankheit triggert!

    Ich denke, die charakteristischen ADHS-"Symptome" waren mal durchaus ein Evolutionsvorteil.

    Es passt halt heute nur nicht mehr. Und plötzlich wird ein Schuh = 'ne PSYCHISCHE ERKRANKUNG draus. Und wir sollen angepasst werden - medikamentös, statt die Fehler mal ganz woanders zu suchen...

    Das meine ich damit.

  5. #5
    Lysander

    Gast

    AW: DMDD vs. ADHS (bei Kindern)

    Ich sehe da keinen Vorteil. Als ADSler hätte ich als Jäger gar nicht die Ausdauer gehabt, tagelang einem Mammut hinterher zu laufen oder meinetwegen einer Gazelle hinterher zu tarpern. Da hätte mich doch auch nur jeder schöne Badeteich abgelenkt, nach der Devise "Lieber Baden, als Jagen".

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 328

    AW: DMDD vs. ADHS (bei Kindern)

    Eh was die da beschreiben klingt für mich eher nach einer beginnenden Borderline-Persönlichkeitsstörung - die gibt es zwar frühestens als Teenager aber bei allen Borderlinern, die ich bisher traf gings auch so in dem Alter los.

    Was mir eher fehlt ist eine Untersuchung der Lebensumstände solcher Kinder - Probleme im Elternhaus, trennen sich die Eltern ? Denn Kinder reagieren oft so unberechenbar auf belastende Lebensumstände.

  7. #7
    Inventar-Nr. 847

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 525

    AW: DMDD vs. ADHS (bei Kindern)

    Genau so wurde doch auch Diagnose ADHS in Deutschland diskutiert.. Schlechte Erziehung, faule Eltern, zu viel TV... blablabla. Und wir alle wissen, dass ADHS doch keine Fantasiekrankheit ist, war vor 100 Jahren vorhanden und wird wahrscheinlich noch länger/immer weiter existieren...

    Oder ist Erde doch eine Scheibe?

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: DMDD vs. ADHS (bei Kindern)

    Mhm, so wie das im Artikel geschrieben sehe DMDD auch etwas kritisch, sind doch solche Stimmungschwankungen doch oft Symtpom/Folge von anderen Störungen und Erkrankung. In wie weit sind solche Stimmungschwankungen dann wirklich nur alleine auf DMDD zurück führen und ist sichergestellt, dass die Kinder nicht noch irgendwas anders haben? Also Emotionalität würde ich doch schon mehr als eines der Kernsymptome von ADS sehe...

    Kann mich schwach erinnern, dass ich auf irgendeinen ADS-Vortrag gehört zu haben, dass in der neuen DSV V die Emotionale Komponente bei ADS herausgeworfen wurde und dann eigentlich viele ADSler gleich zwei Diagnose bekommen müßte - ADS und dann.. mhm.. das war vielleicht DMDD gewesen ..

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: DMDD vs. ADHS (bei Kindern)

    Frag mal die Ärzte die mit den Kindern zu tun haben. Bisher packt man die unter ADHS mit extremer Impulsivität und Aggressivität. Aber damit ist diesen Kindern ja nicht geholfen.

    Normalerweise fährt diese Frrankfurter Käseblatt ja auch eher Kampagnen gegen ADHS und die Medizin aber hier haben sie offenbar mal sachlich recherchiert (was der Spiegel bei dem Thema ja grundsätzlich nicht tut):

    Kinder- und Jugendpsychiatrie: Eine explosive Mischung - Medizin - FAZ

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 442

    AW: DMDD vs. ADHS (bei Kindern)

    Interessanter Artikel!

    Vermittelt ein klarereres Bild, wovon eigentlich die Rede ist. Danke!

    Im Kern bleibe ich bei meiner obigen Aussage - wobei ich vielleicht nicht deutlich gemacht habe, dass mir schon klar ist, dass diese Abstufungen für die Therapie - die ja mit viel Glück die Kinder bekommen, obwohl der Gesellschaft ein Umdenken auch gut täte - durchaus ihre Berechtigung haben.

    Den Rest zu erklären, habe ich jetzt keine Lust...

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