Seite 2 von 2 Erste 12
Zeige Ergebnis 11 bis 16 von 16

Diskutiere im Thema Sind wir überdiagnostiziert? Bericht zu Frances Allen im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Sind wir überdiagnostiziert? Bericht zu Frances Allen

    In dem Bericht geht es doch gar nicht explizit um ADHS. Und ja, wenn ich bedenke, wie schnell man z.B. mit der Diagnose Burn Out bei der Hand ist, obwohl diese noch nicht einmal im ICD geschlüsselt ist, finde ich schon, dass wir überdiagnostiziert sind.
    Und wenn jetzt noch die ganzen Kinder/Jugendlichen wie in den Staaten hinzukommen, dann "Prost Mahlzeit". Bald muss man nach Gesunden wirklich suchen. Stimme dem Artikel also völlig und ganz zu.

    Gruß, Amn
    Geändert von Amneris (29.12.2012 um 11:14 Uhr)

  2. #12
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Sind wir überdiagnostiziert? Bericht zu Frances Allen

    Zum Argumentarium von Frances gehören die drei «unechten Epidemien» bei Kindern in den vergangenen zwei Jahrzehnten, die ihm zufolge eine Konsequenz weit gefasster DSM-Definitionen sind: In den USA verdreifachte sich in dieser Zeit die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), autistische Störungen nahmen um das 20-Fache zu, die Bipolare Störung um das 40-Fache.
    Zitat aus dem Artikel, das sich auf die von Frances beanstandeten Passagen der DSM bezieht.

    Nur der Vollständigkeit halber, weil das eben den "Gegnern" der ADHS Diagnosen sicherlich günstig kommt.

    Es kann nie schaden wenn man weiss um was sich eine Kritik eigentlich handelte, dann kann man leichter argumentieren, falls mal jemand behaupten sollte, "Der "Frances Allen" hat ja auch gesagt, es gibt kein ADHS."

    Er hat ja nur festgestellt, das die weitgefassten Diagnosekriterien, der neueren Versionen des DSM in den angesprochenen , eben auch eine sehr schnelle (zu schnelle) Diagnoseerstellung befördern und warnt:
    Er warnt davor, dass mit der fünften DSM-Version weitere normale Eigenschaften zu psychischen Störungen gemacht werden.

    Vor wenigen Tagen hat das zuständige Gremium über den definitiven Inhalt von DSM-V entschieden; die Veröffentlichung findet im Mai 2013 statt. Auch wenn die neue DSM-Version erst mit Verzögerung in die Praxis einfliessen wird, ist Frances betrübt über den nun abgesegneten Inhalt: «Dies ist die traurigste Zeit meiner 45-jährigen Karriere.» Auf der Website der Zeitschrift «Psychology Today» rief er diese Woche dazu auf, die problematischen Neuerungen zu ignorieren.
    Zuviel essen, Wutanfälle, Trauer........sobald man soundsoviel von X Kriterien erfüllt, hat man eine Krankheit.

    Das ist die negative Seite eines zu genauen Katalogs von Krankheits und Störungscharakteristika.


    -----

    In einer Webseite eines deutschsprachigen Psychiaters habe ich neulich irgendwo gelesen, das er seit Jahrzehnten ohne z.B. Borderline Diagnosen arbeitet, es gibt auch Wege, z.b. die zugrunde liegenden Traumata oder Probleme die vordringlich als problematisch empfunden werden aufzuarbeiten/zu therapieren, das vermeidet den Stempel Borderline und erhält den Glauben an eine Heilung vielleicht um einiges besser.

    Zum Vergleich noch mal eine interessante Gegenüberstellung zu Borderline Diagnosekriterien:
    Der geheimnisvolle Wandel der Borderline Persönlichkeits-Diagnostik vom DSM-III zum DSM-IV.

    Wer weiss wie es jetzt aussieht?


    --------

    Vielleicht muss man die ganze Katalogsache eher pragmatisch sehen, die Ärzte bekommen ihre Ziffernschlüssel, was wir im Alltag und in der Gesellschaft daraus machen, sollte etwas anderes bleiben. Wir sind schliesslich mit Menschen zusammen, die auch viele andere Qualitäten haben, sie sind nicht die Summe ihrer Störungen.
    Auch wenn diese Arztbriefe uns das manchmal denken lassen, wenn wir sie in Händen halten.

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    Sind wir überdiagnostiziert? Bericht zu Frances Allen

    Na ja, aber wer an Begriffen und Diagnosen von vor 100 Jahren festhält behindert auch Verbesserungen ... ich hätte dann noch immer eine Minimale Cerebrale Dysfunktion, wäre Neuropath und man könnt halt nix machen aber es wächst sich ja irgendwann aus ...

    Außerdem finde ich die Skalen in DSM 5 gut. Die gleiche Störung kann heute problemlos und morgen behandlungsbedürftig sein - in der Schule brauchst der ADHSler Behandlung, als Außendienstler 10 Jahre lang nicht mehr und als Familienvater und Abteilungsleiter vielleicht wieder.





    ---
    Zwischen Angel und Tür: Per Telefon und Tapatalk.

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Sind wir überdiagnostiziert? Bericht zu Frances Allen

    Naja, von vor hundert jahren redet ja niemand.

    Ich bin auch ein fan von Details und Fortschritt, es kommt eben auf den Handwerker an und nicht aufs Werkzeug.

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Sind wir überdiagnostiziert? Bericht zu Frances Allen

    stargazer schreibt:
    -----

    In einer Webseite eines deutschsprachigen Psychiaters habe ich neulich irgendwo gelesen, das er seit Jahrzehnten ohne z.B. Borderline Diagnosen arbeitet, es gibt auch Wege, z.b. die zugrunde liegenden Traumata oder Probleme die vordringlich als problematisch empfunden werden aufzuarbeiten/zu therapieren, das vermeidet den Stempel Borderline und erhält den Glauben an eine Heilung vielleicht um einiges besser.

    Zum Vergleich noch mal eine interessante Gegenüberstellung zu Borderline Diagnosekriterien:
    Der geheimnisvolle Wandel der Borderline Persönlichkeits-Diagnostik vom DSM-III zum DSM-IV.

    Wer weiss wie es jetzt aussieht?

    Was will uns diese Seite sagen?
    Die reheinfolge der Klassifizierung bei Borderline hat sich beim übergang von DSM III zu DSM IV geändert ?

    Schaunmermal:
    in dieser tabelle finde ich die Entsprechung der nummern von DSM IV bei DSM IV
    DSM IV DSM III
    1 6
    2 2
    3 4
    6 5
    7 8
    8 3
    5 7
    4 1
    Kriterium 9 ist neu. Man hätte da manches früher unter 4 einordenn können, aber es ist schon was anderes.
    Die anderen sind in Details anders formuliert. Wirklich andere Kriterien sind es nicht, der Fokus vielleicht an manchen Stellen verschoben.
    Ihr kennt alle den Umstand, dass diese Kriterien nicht wirklich scharf zu fassen sind.
    Wenn ich mir die DSM kriterien für ADS amschaue, dann finde ich kriterien, die ich ohne wenn und aber jederzeit mit ja beantworten muss, und manche, bei denen ich schon überlegen muss, ob ich das in der gedachten Form als auffallendes Merkmal wirklich habe.
    Richtig eindeutig zurückweisen kann ich keine der bedinungen des DSM IV

    Wie man aus diesem unscharfen Bündel an Kriterien nun mathematisch definierte Äquivalenzklassen konstruiert und (wegen des hinzufügen eines kriteriums !) die enorm gewachsene Zahl an Äquivalenzklassen (schlicht : 5 aus 9 statt zuvor 5 aus zur Formulierung einer Fundamentalkritik am DSM zu benutzen will, das spiegelt vor allem eine bemerkenswerte praxisferne wieder.

  6. #16
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Sind wir überdiagnostiziert? Bericht zu Frances Allen

    Okay danke, da hätt ich wohl im Detail nachlesen sollen.

    Es sollte auch nur als Beispiel dienen.

    War wohl ein schlechtes.

Seite 2 von 2 Erste 12

Stichworte

Thema: Sind wir überdiagnostiziert? Bericht zu Frances Allen im Forum ADS ADHS: Presse, Medien bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum