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Diskutiere im Thema Ärztezeitung.de: GBA regelt ADHS-Medikation für Erwachsene im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    Ärztezeitung.de: GBA regelt ADHS-Medikation für Erwachsene


  2. #2


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.802
    Blog-Einträge: 40

    AW: Ärztezeitung.de: GBA regelt ADHS-Medikation für Erwachsene

    Hallo.

    Das begrüße ich außerordentlich.

    Es gibt momentan einfach zu viele "Diagnosen", die irgendwie in irgendwelchen Arztpraxen irgendwie zwischen Tür und Angel entstanden sind, keinen bestehenden Leitlinien gerecht werden und zu einem großen Teil schlicht falsch positiv sind.

    Was die Medikation angeht, so dürfte das m.E. ein guter Schritt auf dem Weg dahin sein, dass fachgerecht diagnostizierte Erwachsene mit einer ADS bzw. ADHS auch fachgerecht medikamentiert werden können und hierbei die Basis für eine generelle Kostenübernahme bezüglich der gesetzlichen Kassen geschaffen wird.

    Insgesamt dürfte diese Regelung also einer (überfälligen) Steigerung der Qualität gestellter AD(H)S-Diagnosen bei Erwachsenen zuträglich sein.







    LG,
    Alex

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    AW: Ärztezeitung.de: GBA regelt ADHS-Medikation für Erwachsene

    zu einem großen Teil schlicht falsch positiv sind.
    Alex, hast du dazu belastbare Daten - außer dieser Ruhruni Bochum-Studie, die zu dieser Thematik nicht wirklich was her gibt?

  4. #4


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.802
    Blog-Einträge: 40

    AW: Ärztezeitung.de: GBA regelt ADHS-Medikation für Erwachsene

    Hallo.

    Die Daten, die ich dazu in erster Linie habe, sind Schilderungen mehrerer hundert unserer mehrerer tausend Forum-Mitglieder zu den Umständen und Details ihrer Diagnosestellung.

    Das reicht mir in diesem Fall für meine persönliche Meinungsbildung absolut aus und ich muss hierzu nicht auf Studien referrieren.

    Zumal es eh keine verwertbaren gibt.

    Mehr entsprechende Erfahrungsberichte wie hier im Forum wirst du nirgendwo finden.






    LG,
    Alex

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    AW: Ärztezeitung.de: GBA regelt ADHS-Medikation für Erwachsene

    Ich habe kürzlich aus dem Munde von Michael Rösler, Uni Homburg/Saar, gehört, dass für einen niedergelassenen Psychiater ca 15 Min. zur Diagnose von ADHS als "Kassensatz" kalkuliert werden - alles darüber hinaus sei unwirtschaftlich bzw ist ein Defizit-Geschäft .
    Das deckt sich mit der Einschätzung von Martin Winkler, der in seinem aktuellen Blogbeitrag kommentiert:


    GBA: ADHS bei Erwachsenen Einschränkungen oder Selbstverständlichkeiten « ADHS-Spektrum: Neues und Altes aus der ADHS-Welt

    Analog zur Situation bei Kindern werden jetzt auch Regelungen diskutiert (es ist noch ein Entwurf), dass die Behandlung unter AUFSICHT eines Experten für Verhaltensstörungen erfolgt und bei der Diagnose standartisierte Diagnoseinstrumente verwendet werden sollen.


    Nun ja. Die verfügbaren Diagnosebögen nutzen zwar nach meiner Ansicht so gut wie gar nicht, wenn man kein Störungsbildverständnis hat. Aber wir werden also HASE-Fragebögen noch häufiger zur Beruhigung der niedergelassenen Kollegen einsetzen müssen.
    Das bedeutet eigentlich nur, dass die Diagnostik noch stereotyper ablaufen wird - in der irrigen Annahme, dadurch mehr Objektivität zu schaffen.
    Genau genommen, könnte man dann sogar über Online-Fragebögen diagnostiziert werden...

    Und an dem eigentlichen Versorgungsdilemma wird die neue Regelung leider gar nichts ändern.
    Schon jetzt sind ja die Wartelisten der Uni-Ambulanzen überfüllt, und es gibt in der Fläche einfach noch zu wenige Psychiater, die sich mit dem Störungsbild bei Erwachsenen auskennen.

    Martin Winkler dazu:
    Für mich stellt aber ehrlich gesagt nicht die Erstverordnung das Problem dar. Vielmehr sehe ich mit zunehmender Besorgnis, dass die Betroffenen dann eben ein Rezept erhalten und quasi auf sich allein gestellt bleiben. Und munter rauf und runter dosieren. Hier wäre eine Kontrolle angezeigt bzw. eben eine Forderung der kontinuierlichen Begleitung der Patienten durch die Experten für Verhaltensstörugen oder Hausärzte. Wir brauchen hier MEHR Experten, die dann auch für die Begleitung zur Verfügung stehen.
    Aus einem Qualitätszirkel in einer Uniklinik weiß ich, dass selbst in der betreffenden Landeshauptstadt eher einige engagierte Allgemeinmediziner kompetent hinsichtlich Erwachsenen-ADHS sind und an dieser Uniklinik selbst so gut wie kein Störungsbild-Teaching für die angehenden (Erwachsenen-)Psychiater statt findet.

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Ärztezeitung.de: GBA regelt ADHS-Medikation für Erwachsene

    Ich hatte eigentlich einen Entwurf zum Thema "Abklärung" von ADHS in der Pipeline unseres Blogs. Der ist erstmal zurückgestellt.

    So sehr ich eine bessere Diagnostik bei Erwachsenen begrüssen würde, so sehr missfällt mir, dass dazu derartig ungeeignete Untersuchungsinstrumente verwendet werden müssen bzw. jetzt suggeriert wird, man müsse einfach den "HASE-Fragebogen" machen und dann sei die Sache klar.

    Das erzeugt groteske Situationen zumindest bei uns in der Klinik. Man muss schon den IQ eines Feuerlöschers haben, wenn man dabei nicht die "gewünschten" Antworten angibt, wenn man nun auf die Diagnose "scharf" ist.

    Zumindest fehlt fast immer eine valide Fremdanamnese aus der Kindheit bzw. Zeugnisse etc, die dann HInweise auf ADHS-Symptome liefern. Dann würde ich persönlich die Diagose nur vergeben, wenn ich weitere deutliche Hinweise wie weitere Angehörige (Kinder, Geschwister) mit ADHS haben. Und sehr vorsichtig werde ich halt, wenn es um selbstgestellte Diagnosen vom "hypoaktiven Typus" geht

    Die machen bei uns inzwischen 75-90 Prozent der Erstdiagnosen bei Männern mit ADHS aus. Was mir dann doch sehr spanisch vorkommt...

    Ich teile die Beobachtung von Alex, dass hier im Forum teilweisende erschreckende Berichte zur Diagnostik und Therapie ausgetauscht werden müssen. Es fehlt schlicht an bezahlbarer Diagnostik und Therapie.

    (Vielleicht fiese Anmerkung : Für die "Diagnostik" = Inspektion meines Autos bezahle ich aber in aller Regel auch weit mehr als für einen Arzttermin bzw. selbst eine selbstbezahlte Diagnostik beim ADHS-Experten). Für 15 Min bezahlte Zeit beim Arzt kann ich schlicht nur Oberflächlichkeit erwarten. Das heisst nicht, dass ich das so akzeptieren mag oder kann.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    AW: Ärztezeitung.de: GBA regelt ADHS-Medikation für Erwachsene

    Danke, Martin!

    Ändert sich mit der DSM V nicht sowieso wieder alles?
    Ich meine, es wird doch dann wieder eine Weile dauern, bis die Fragebögen entsprechend den neuen Kriterien modifiziert sein werden, oder ist das z. T. schon vorausschauend im Inventar berücksichtigt?

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 135

    AW: Ärztezeitung.de: GBA regelt ADHS-Medikation für Erwachsene

    web4health schreibt:
    Man muss schon den IQ eines Feuerlöschers haben, wenn man dabei nicht die "gewünschten" Antworten angibt, wenn man nun auf die Diagnose "scharf" ist.
    Naja, bei mir kams mir die ganze Zeit so vor, als würde der Doc mit mir über alles reden wollen, nicht aber über das Thema selbst, so wie ichs schon erwartet hatte. Ist das nicht Standard? Denn in dem Falle wirds schwer, für normale Personen, das Gespräch in die Richtung zu lenken, die sie gerne hätten.

    Und zu Esme:
    Wird das DSM nicht vornehmlich in den USA angewendet?
    Und selbst wenn, so großartig unterscheiden sich die IV und V bisher nicht, so vom überfliegen.

  9. #9
    m-s


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 296
    Ich bin kein Profi und kenne mich wenig mit den möglichen Fehlern beim Diagnostizieren aus.

    Bei meiner Tochter wurde ein Aufwendiger IQ Test gemacht, der Aufschluss darüber geben sollte ob sie durchgängige Leistungen bringen sollte. Das hat sie nicht und auf Grund der extremen Abweichung bei nur einem der IQ Werte wurde die ADS diagnostiziert.

    Ich musste meine Schulzeugnisse mitbringen, einige Fragebögen ausfüllen, meine Frau über mich auch, habe von meiner ADS Tochter erzählt und ein längeres Interview mit dem Arzt gemacht. Die Arztbesuche dauerten zusammen vielleicht eine oder eineinhalb Stunden.

    Mir hilft das MPH und ehrlich gesagt habe ich wenig Interesse mir diese neue Chance, mein Leben besser auf die Reihe zu bekommen, nehmen zu lassen.

    Wir sprechen hier ja auch immerhin von erwachsenen. Das sind die die Autos fahren dürfen, sich Alkohol kaufen und unkontrolliert saufen und was immer. Will sagen, von erwachsenen sollte man auch ein gewisses Maß an Verantwortung erwarten können.

    Ich für meinen Teil sehe auch keinen Bedarf mich von einem Experten für Verhaltensstörungen permanent überwachen zu lassen. Ganz im Gegenteil, schon alleine diese Vorschrift empfinde ich als Diffamierung. Ich bin nicht verhaltensgestört, ich kann nur nicht immer konzentriert meinen Tag verleben.

    Also zumindest das was in dem Link zu lesen war, klingt für mich nicht wirklich nach einer Verbesserung.

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257
    Na ja, wenn ich das recht sehe geht es um Erstdiagnosen - das Problem seh ich tatsächlich in der Versorgung mit Therapien und Ärzten.

    Ich war für meine Ärztin auch ein Verlustgeschäft, die Chefin hat sich sicher Minimum 3 Stunden Zeit genommen und die Hilsfkräfte auch nochmal - aber das kommt langfristig wieder rein mit Rezepten und Kontrolluntersuchungrn




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