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Diskutiere im Thema SWR-Sendung mit Christopher Lauer im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 117

    AW: SWR-Sendung mit Christopher Lauer

    Die Philosophie nimmt sich sehr wohl das Recht, über alles Mögliche zu sprechen
    Das will ich ihr auch gar nicht nehmen. Aber ich bin halt Physiker, hab auch keine Ahnung von Neurobiologie und muss desewgen einfach still sitzen und nicken, wenn mir ein Fachmann aus einem andern Fachbereich Fakten mitteilt.
    Diskussion anwerfen/unbequeme Fragen stellen ist meiner Meinung nach auch die Aufgabe eines Philosophen. Aber in der Wissenschaft gilt nunmal eine strikte Trennung zwischen Meinung und Fakten. Also lasse ich mir Fragen über die gesellschaftliche Rezeption von ADS gerne gefallen. Diese Fragen waren zum großen Teil schon gefestigte Meinungen, die der nette Herr als Provokationsfragen verkleidet hat. Das ist unwissenschaftlich und gehört an den Stammtisch und nicht an die Öffentlichkeit.
    Ich selbst hab auch immer wieder diese Stammtischmeinung gehört und bis vor kruzem auch ein stückweit geglaubt, ADS sei die neue Modekrankheit. Das war aber eben bevor ich:

    a) Ahnung davon hatte - und wusste, dass ich auch zum Club gehöre
    b) mich notgedrungen mal in die Problematik eingelesen hatte
    c) Mal mit ganz offensichtlichen Fällen gearbeitet habe ( c war auch schon vor meiner eigenen Diagnose). Habt ihr mal den Fehler gemacht, ein Kind das gerade kurz vor dem Flippen ist, in einer Ecke der Turnhalle zur Rede zu stellen, und ihm den Fluchtweg abzuscheiden? Ich hab den nur einmal gemacht.. Tut mir auch jetzt noch leid, wenn ich an den panischen Gesichtsausdruck denke. Tiger im Käfig beschreibt die Sache ganz gut. Danach hab ich immer darauf geachtet, dass ich in der Ecke stehe und er die offene Halle hinter sich hatte, wenn ich wieder schimpfen musste.

    Ich schweife ab..
    Ich finde einfach, Diskussionen müssen offen geführt werden, sonst kann man die Zeit auch anders verbringen. Und vor allem, wenn man sich als Wissenschaftler bezeichnet (Natur- oder Geistes- ist da egal)

  2. #12
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 457

    AW: SWR-Sendung mit Christopher Lauer

    adskind schreibt:
    Das will ich ihr auch gar nicht nehmen. Aber ich bin halt Physiker, hab auch keine Ahnung von Neurobiologie und muss desewgen einfach still sitzen und nicken, wenn mir ein Fachmann aus einem andern Fachbereich Fakten mitteilt.
    Woher nimmst Du die Gewissheit, dass das, was Dir Dein Gegenüber erzählt, auch Fakten sind? (insofern gebe ich Deinem weiteren Posting vollkommen Recht!)

    Wenn Du mir was aus der Physik erzählst, kann ich (Linguist…) es entweder experimentell nachprüfen (Archimedes, Newton, Torricelli,, Bohr [mit dem Barometer zum Messen der Höhe vom Kirchturm *g*]) oder Experimente Anderer nachvollziehen, oder aber mich schlau lesen und feststellen, dass ohne Einstein meine Navi im Auto nicht funktionieren würde. Und wenn ich etwas partout nicht kapiere, weil es zu "mathematisch" ist, dann gibt es immer noch Leute wie Ranga Jogeshwar oder Florian Freistetter, die das Ganze einem Laien nachvollziehbar, wenn nötig stark vereinfacht, näher bringen können. Das hat aber alles solide Grundlagen und macht eine Diskussion möglich.

    Wissen ist halt Wissen und nicht Glauben, das ist das Schöne am Wissen.

    Der Philosoph im Gespräch übt aber den angewandten Solipsismus indem er sich komplett den nachvollzieh- und nachprüfbaren Aussagen von dem Arzt komplett sperrt. So gesehen gibt er sich hier eher als ein Philomeph als ein Philosoph (mephia als gegensatz zu sophia).

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 117

    AW: SWR-Sendung mit Christopher Lauer

    Woher nimmst Du die Gewissheit, dass das, was Dir Dein Gegenüber erzählt, auch Fakten sind?
    Wenn ich das nicht annehme (präziser: wenn ich nicht annehme, dass es nach bestem Wissen meines Gegenübers und beim aktuellen Stand der Forschung stimmt, was er sagt) muss ich auch wieder gar nicht erst diskutieren.

    Überprüfen ist so ne Sache, in unseren Fächern können wir uns gegenseitig sicher Dinge erzählen für die der jeweils andere einige Jahre Studium braucht, um sie zu verstehen. Deswegen muss ich ab einer gewissen Stelle einfach sagen: "ok, davon hab ich keine Ahnung, wird schon stimmen". Außerdem gebe ich dir vollkommen recht: In das Thema einlesen schadet nicht, so dass man vor der Diskussion wenigstens auf dem Stand der Forschung ist, soweit sie einem Laienpublikum zugänglich ist.

    Aber was wäre die Diskussion gewesen, wenn niemand die gängigsten Meinungen zum Thema ins Feld geführt hätte?
    stimmt auch wieder. Und dass er irgendwann auf stur gestellt hat, darüber sind wir uns ja einig.
    Geändert von adskind (27.03.2012 um 21:21 Uhr) Grund: Beitrag erst jetzt gesehen

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    AW: SWR-Sendung mit Christopher Lauer

    Hier gibt es einen neuen Blog zum Thema ADHS & co.

    Der Startbeitrag beschäftigt sich schon gleich mit der Sendung Lauer-Skrodzki-Türcke und stellt interessante Fragen...

    adhs & co.

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: SWR-Sendung mit Christopher Lauer

    Vielen Dank Esme,

    das fand ich sehr interessant.

    Die Kritik an Christopher Lauer konnte ich allerdings nicht verstehen.

    Im ersten Beitrag, ADHS und Christopher Lauer, steht:

    Das Leben vieler ADHS Betroffener dürfte aber anders aussehen. Es gibt Psychiater die betonen, dass ADHS eine mindestens so schwerwiegende Behinderung darstellt, wie die meisten anderen psychiatrischen Erkrankungen. So ist es auch keine Seltenheit, dass ADHS in Verbindung mit Suchterkrankungen und/oder Depressionen auftaucht.“

    Das ist vollkommen richtig und es ist ganz besonders wichtig, dass endlich allgemein anerkannt wird, dass ADHS eine sehr schwere psychiatrische Erkrankung sein kann und es vermutlich sogar sehr oft auch ist.

    Doch sollen mittelschwere und leichtere Formen deshalb nicht mehr zum ADHS gezählt werden oder in der Öffentlichkeit verschwiegen werden?


    Sogar ein amerikanischer ADHS-Forscher, der sehr intensiv auf die schlimmen Auswirkungen des ADHS hinweist, schreibt:

    “ADHS ist keine Entweder-Oder-Katagorie wie z. B. eine Schwangerschaft; vielmehr handelt es sich um eine Größe wie die menschliche Intelligenz oder Körpergröße."

    Darum verstehe ich nicht, warum es nur noch ein einziges ADHS-Bild geben soll, denn im ersten Beitrag steht weiterhin:

    „Jedenfalls ist zu hoffen, dass Lauers ADHS-Bild bald wieder von der Bildoberfläche verschwindet. Zu verharmlosen gibt’s nämlich beim ADHS so gut wie gar nichts!“

    Ich finde nicht, dass Lauer das ADHS verharmlost hat. Er beschreibt sein ADHS, wie es sich bei ihm auswirkt und in welcher Form die Medikamente bei ihm helfen. Mit einer schweren ADHS-Form würde er wohl kaum in dieser Form politisch tätig sein können.


    Lauers Schilderung kann eine Hilfe für die leicht bis mittelschwer Betroffenen sein, auch wenn sie sich nicht immer oder vielleicht nie schwer psychisch behindert fühlen, bei denen aber trotzdem gelegentlich oder für eine längere Zeit ein Leidensdruck aufgrund des ADHS auftritt.


    Darf die Öffentlichkeit denn nur über die schweren Formen des ADHS informiert werden und nicht über die Vielfältigkeit dieses Syndroms?

    Im zweiten Beitrag bei diesem Link, ADHS und Philosophie,
    fand ich unter anderem folgenden Satz sehr gut:
    „Es sollte also nicht darum gehen die Philosophie aus der Diskussion um ADHS zu verbannen, sondern eine “neue” Philosophie zu fordern. Eine, welcher der Komplexität der Sache vielleicht etwas gerechter wird.…“
    Geändert von Celine ( 1.04.2012 um 02:06 Uhr) Grund: Absatz eingefügt

  6. #16
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 457

    AW: SWR-Sendung mit Christopher Lauer

    Celine schreibt:
    Das ist vollkommen richtig und es ist ganz besonders wichtig, dass endlich allgemein anerkannt wird, dass ADHS eine sehr schwere psychiatrische Erkrankung sein kann und es vermutlich sogar sehr oft auch ist.

    Doch sollen mittelschwere und leichtere Formen deshalb nicht mehr zum ADHS gezählt werden oder in der Öffentlichkeit verschwiegen werden?
    Letzteres sagt doch in der SWR-Sendung Dr. Skrodzki ganz deutlich.

    Im verlinkten Blog geht es im Text:
    [Her Lauer] habe ein bisschen Probleme mit der Impulsivität, erwähnt er beiläufig, er sagt aber auch, dass beim Nachlassen der Wirkung von Methylphenidat er leicht aggressiv werde. Die Aussagen Lauers irritieren.

    Warum "irritieren" diese Aussagen? Wir reden von einem menschlichen Organismus, und dieser ist normalerweise nicht binär. Wer an Migräne (die einst ebenfalls "Modekrankheit" galt, so by the way) leidet, der kann so stark betroffen sein, dass er nur noch in einem abgedunkelten Raum am Reihern ist - oder "nur" so, dass er alle paar Wochen oder Monate ganz gemein an fiesen Kopfschmerzen leidet. Ein gut eingestellter Diabetiker leidet auch nicht übermäßig, zum Glück. Ein Herzkranker kann mit dem Fehler jahrzehntelang gut leben - ein anderer Herzkranker stirbt mit 20. Schlimm.

    Und warum soll Herr Lauer nun in einem öffentlichen Interview lange über die Symptome seines Leidens erzählen? Wird da ein Jammern erwartet? Dann würde ich sagen: falscher Sender und falsche Sendung, bitte auf die üblichen Jammershows im Primaten-TV umschalten. Er hat doch schon eh genug erzählt, und das recht bildlich (u.a. die Sache mit China, herrlich). Einem Nicht-ADHS-ler über die Symptome zu erzählen, ist ungefähr so schwierig, wie einem Farbenblinden die Farbenlehre zu erklären.

    Noch'n Gedicht:

    Man bekommt den Eindruck als hätte Lauer mit Methylphenidat ein Mittel in die Hände bekommen, um sein Leben ein bisschen zu optimieren.

    Wer ist "man"? Der Autor hat offensichtlich nicht genug Cojones, zu gestehen, dass dies seine eigene Meinung ist und sonst nichts. "Man" bedeutet so viel wie "mag ich gar nicht sagen, aber…". Nichts.

    Jedenfalls ist zu hoffen, dass Lauers ADHS-Bild bald wieder von der Bildoberfläche verschwindet.

    Jedenfalls ist zu hoffen, dass unseriöse Blogger mit Meinung, aber ohne Ahnung, bald wieder von der Bildoberfläche verschwinden.

    Zu verharmlosen gibt’s nämlich beim ADHS so gut wie gar nichts!

    Wahre Worte. Der geschätzte Herr Blogger möge sie sich noch einmal durchlesen. Diesmal mit Verständnis.
    Geändert von Dalek ( 5.04.2012 um 12:40 Uhr)

  7. #17
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: SWR-Sendung mit Christopher Lauer

    Dem kann ich voll zustimmen.

    Warum "irritieren" diese Aussagen? Wir reden von einem menschlichen Organismus, und dieser ist normalerweise nicht binär. Wer an Migräne (die einst ebenfalls "Modekrankheit" galt, so by the way) leidet, der kann so stark betroffen sein, dass er nur noch in einem abgedunkelten Raum am Reihern ist - oder "nur" so, dass er alle paar Wochen oder Monate ganz gemein an fiesen Kopfschmerzen leidet.
    Das Beispiel finde ich überhaupt nicht schlecht, zumal ich selber oft an einer Migräne "leide", aber dabei meist noch nicht einmal Kopfschmerzen verspüre, sondern nur Flimmerskotome, die nach zwanzig Minuten verschwunden sind. Trotzdem ist es ganz klar als Migräne diagnostiziert worden.

    Ein Arzt sagte einmal zu mir: "Das typische an der Migräne ist das Untypische". So scheint es auch beim AD(H)S zu sein.

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