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Diskutiere im Thema ADHS ist oft Falschdiagnose im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS ist oft Falschdiagnose

    @ Esme:
    The proposal to lower diagnostic thresholds is scientifically premature and holds numerous risks. Diagnostic sensitivity is particularly important given the established limitations and side-effects of popular antipsychotic medications. Increasing the number of people who qualify for a diagnosis may lead to excessive medicalization and stigmatization of transitive, even normative distress.
    Quelle: Open Letter to the DSM-5

    Ich möchte SPON nur ungern in Schutz nehmen, aber ich denke, dass sich die Aussage auf dieses Zitat bezieht.

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS ist oft Falschdiagnose

    mehr bauchgefühl - ganz einfach, ist doch so.
    wir wissen, wie es ist anders zu denken - so kann es uns schnuppe
    sein, was andere meinen, was für unsere kinder gut oder schlecht ist.

    über adhs zu informieren - sich von falschen (wirtschaftlichen/gesellschaftlichen/schulsystem) erwartungen
    trennen. das kind fördert sich selbt - in seinem eigenen tempo, seinem eigenen interesse - er macht seine
    entwicklungsschritte. (ob mit oder ohne adhs - es macht sie)

    die deffizitäre-therapie rumschrauberei um in ein schema x zu passen, nur um zu verstehen,
    das die entwicklungsschritte der kinder so frappand unterschiedlich und ganz NORMAL sind - IST zum KOTZEN
    und ehrlich, wird keinem kind gerecht!

    ja, es gibt adhs - ja, es braucht hilfestellungen - DA wo es nötig ist.

    nein, es braucht nicht mehr kletterbäume - es braucht mehr gesunden menschenverstand bei den erwachsenen.

    manchmal frage ich mich, ist das was wir unter normal verstehen doch nicht
    ein tick widernatürlich?!?

    adhs - muss als krankheit diagnostiziert werden, damit die, die es nicht haben
    in irgend eine schublade stecken können - die meisten vermögen es leider nicht ES zu verstehen.

  3. #23
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    AW: ADHS ist oft Falschdiagnose

    Fliegenpilz schreibt:
    @ Esme:
    Quelle: Open Letter to the DSM-5

    The proposal to lower diagnostic thresholds is scientifically premature and holds numerous risks. Diagnostic sensitivity is particularly important given the established limitations and side-effects of popular antipsychotic medications. Increasing the number of people who qualify for a diagnosis may lead to excessive medicalization and stigmatization of transitive, even normative distress.

    Ich möchte SPON nur ungern in Schutz nehmen, aber ich denke, dass sich die Aussage auf dieses Zitat bezieht.
    Deshalb bleibt das Zitat von den "9000 Medizinern", welche die Petition laut SPON-Autorin angeblich unterzeichnet haben , dennoch falsch, denn hier gehts ja um eine Petition der Psychologen.

    Im übrigen können meines Wissens in den USA auch Psychologen Medikamente verschreiben, und Russell Barklay, welcher die ADHS- Arbeitsgruppe der DSM V zumindest inhaltlich maßgeblich prägt, ist definitiv Psychologe.

    Wenn du die Petition aber genau liest, dann unterscheidet sich sowohl Grundton als auch Zielrichtung deutlich von dem, was die SPON-Autorin da hinein interpretiert.

    Man konnte die Fachdiskussion von Mitgliedern der ADHS-Arbeitsgruppe DSM V zeitweise gut online verfolgen - ich habe das zeitweise getan, weil ich wissen wollte, warum sie nicht in die Puschen kommen.

    Das Projekt läuft ja nun auch schon über mehrere Jahre - Zeit genug eigentlich für jeden Fachmenschen, sich da zumindest mit Anfragen einzubringen.
    Dann hätte es keine Petition im Nachklapp gebraucht.

    Außerdem sind die Grundlagenforschungsgruppen Neurowissenschaften eigentlich multidisziplinär , und in vielen Kliniken - speziell in der Kinder - und Jugendpsychiatrie - arbeiten Psychiater und Psychologen zusammen.
    Die Forschungsergebnisse der Psychologen fließen also ohnehin mit ein in die Grundlagendiskussion für die DSM V


    Dies hier:
    Increasing the number of people who qualify for a diagnosis may lead to excessive medicalization and stigmatization of transitive, even normative distress.
    ist übrigens eine etwas eigenwillige Interpretation der Folgen einer differenzierten multiaxialen Beschreibung von psychischen Störungen.

    Bislang hieß es aus mancherlei "Experten"-Mund ja gern, auf ADHS bezogen seien die Diagnosekriterien zu ungenau.
    Nun sind sie eben genauer.

    Warum aus einer präziseren Diagnostik nun zwingend und generell eine medikamentöse Über-Therapie folgen soll, ist mir auch nicht klar.
    Man könnte auch das Gegenteil annehmen:
    je präziser die Diagnose (auch die neuropsychologische), um so spezifischer die Therapie.
    Dazu gehören neben den manchmal notwendigen Medikamenten z.B. auch psychotherapeutische Interventionen, Skill-Training, sozialer Support und so weiter.

  4. #24
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS ist oft Falschdiagnose

    Esme schreibt:
    Deshalb bleibt das Zitat von den "9000 Medizinern", welche die Petition laut SPON-Autorin angeblich unterzeichnet haben , dennoch falsch, denn hier gehts ja um eine Petition der Psychologen.
    Hm, ich habe mal die Liste der Unterzeichner angesehen: darunter sind unterschiedliche Personengruppen, auch Ärzte insb. Psychiater. Nachgezählt habe ich nicht, wieviele von den mittlerweile über 12.000 Unterzeichnern tatsächlich Mediziner sind.

    Russell Barklay, welcher die ADHS- Arbeitsgruppe der DSM V zumindest inhaltlich maßgeblich prägt, ist definitiv Psychologe.
    Nein, ist er nicht. Er ist Psychiater. Zumindest schreibt er auf seiner Homepage:

    Russell A. Barkley, Ph.D., is an internationally recognized authority on attention deficit hyperactivity disorder (ADHD or ADD) in children and adults. This is his official website. He has specialized in ADHD for more than 35 years and is currently Clinical Professor of Psychiatry and Pediatrics at the Medical University of South Carolina
    Quelle: Dr. Russell A. Barkley Official Site, Authority ADHD, Attention Deficit Hyperactivity Disorder


    Wenn du die Petition aber genau liest, dann unterscheidet sich sowohl Grundton als auch Zielrichtung deutlich von dem, was die SPON-Autorin da hinein interpretiert.
    Sicher ist das, was SPON daraus macht, fragwürdig. Das, was du geschrieben hast, war aber vom Sachverhalt nicht richtig. Das wollte ich korrigieren. Denn ich halte es für wenig sinnvoll, wenn "wir" uns argumentatitionstechnisch auf das Niveau von SPON herab begeben. Die Diskussion sollte daher meiner Meinng nach von unserer Seite sachlich korrekt sein.

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 346

    AW: ADHS ist oft Falschdiagnose

    Das, was du geschrieben hast, war aber vom Sachverhalt nicht richtig. Das wollte ich korrigieren. Denn ich halte es für wenig sinnvoll, wenn "wir" uns argumentatitionstechnisch auf das Niveau von SPON herab begeben. Die Diskussion sollte daher meiner Meinng nach von unserer Seite sachlich korrekt sein.
    Eben.

    Und daher lese ich weiterhin den ersten Paragraphen der Petition, in welchem selben steht:

    To the DSM-5 Task Force and the American Psychiatric Association:

    As you are aware, the DSM is a central component of the research, education, and practice of most licensed psychologists in the United States. Psychologists are not only consumers and utilizers of the manual, but we are also producers of seminal research on DSM-defined disorder categories and their empirical correlates. Practicing psychologists in both private and public service utilize the DSM to conceptualize, communicate, and support their clinical work.

    For these reasons, we believe that the development and revision of DSM diagnoses should include the contribution of psychologists, not only as select individuals on a committee, but as a professional community....
    Kann natürlich sein, dass die Petition auch von Ärzten unterschrieben wurde - ich habe mir die Unterzeichner nicht angeschaut.

    Angeschoben wurde sie ja wohl von Psychologen, die ihrer eigenen Berufsgruppe hier irgendwie mehr Gehör verschaffen wollten, oder?

    Zu Barclay: anderswo ist er mir ausdrücklich (in einer Referenz) als Klinischer Psychologe untergekommen - vielleicht ist er tatsächlich beides.
    Spielt aber hier nicht wirklich inhaltlich eine Rolle, denn ob Psychologe oder Psychiater ist er nun mal eine entscheidende fachliche Landmarke.
    Geändert von Esme ( 8.03.2012 um 18:29 Uhr)

  6. #26
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    AW: ADHS ist oft Falschdiagnose

    Naja, SPON meint mit den 9000 Medizinern die Leute, die die Petition unterschrieben haben und nicht die, die die Petition verfasst haben. Da stimme ich dir zu, das waren Psychologen.
    Gut, man baucht nur mal in die Liste reinschauen, da kann quasi jeder unterschreiben. Und reinschreiben, dass ich Arzt bin, könnte ich da auch.

  7. #27
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    Forum-Beiträge: 346

    AW: ADHS ist oft Falschdiagnose

    Gut, man baucht nur mal in die Liste reinschauen, da kann quasi jeder unterschreiben. Und reinschreiben, dass ich Arzt bin, könnte ich da auch.
    Was sagt uns das jetzt?

    Und warum verwendet SPON das Ding als Beleg und stellt es in einen sinnwidrigen Zusammenhang?

    The proposal to lower diagnostic thresholds is scientifically premature and holds numerous risks. Diagnostic sensitivity is particularly important...
    Weißt du, warum es so lange dauerte/ dauert, bis das DSM V "steht"?

    In Puncto ADHS-Diagnostik aus dem Grund, dass sie z.B. ihre neuen psychologischen Fragebögen (z.B. für die genauen Merkmale und Kriterien der Erwachsenen-ADHS) erst mal in großen Kohorten auf Verlässlichkeit und Spezifität testen mussten - das dauerte entsprechend lange.

    Von "premature" kann also gar keine Rede sein.

    Naja, SPON meint mit den 9000 Medizinern die Leute, die die Petition unterschrieben haben und nicht die, die die Petition verfasst haben.
    Ach so.
    Kennst du die Autorin, oder woher weißt du, was sie wirklich meinte?

    Und warum gelingt es ihr nicht, präzise zu sein, wie sich das für eine seriöse Journalistin bei einem so brisanten Thema geziemt?

    Und was sollen die Leser von der Präzision des gesamten Artikels halten, wenn die Autorin hier schon verschwommen ist?
    Immerhin ist das die Hauptquelle, auf die sie ihre eigene Zwischen-den-Zeilen-Kritik am DSM stützt bzw Zweifel an dessen Sinnhaftigkeit schürt.
    Geändert von Esme ( 8.03.2012 um 18:46 Uhr) Grund: Zusatz

  8. #28
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    AW: ADHS ist oft Falschdiagnose

    @ Fliegenpilz:

    Russell Barkley, welcher die ADHS- Arbeitsgruppe der DSM V zumindest inhaltlich maßgeblich prägt, ist definitiv Psychologe.
    Nein, ist er nicht. Er ist Psychiater. Zumindest schreibt er auf seiner Homepage:
    Russell Barcley ist tatsächlich beides, kommt aber ursprünglich aus der Psychologie:

    After serving in the United States Air Force Dr. Barkley obtained his Bachelor's Degree with Honors in Psychology from the University of North Carolina at Chapel Hill in 1973.

    He then attended Bowling Green State University in Ohio where he received his Masters Degree in 1975 and his Ph.D. in 1977 in Clinical Psychology, receiving the Distinguished Dissertation Award for his research on the effects of medication on children with ADHD.

    He then attended the Oregon Health Sciences University for internship training in developmental, learning, and behavioral disorders of children. Thereafter, in 1977, he joined the Department of Neurology at the Medical College of Wisconsin (MCOW) and Milwaukee Children's Hospital where he worked in the Child Neurology Division and eventually founded the Neuropsychology Service at MCOW.

    He served as its Chief and as Associate Professor of Neurology until 1985. Dr. Barkley then relocated to the University of Massachusetts Medical School, where he served as the Director of Psychology and as a Professor of Psychiatry and Neurology (1985-2002).

    While there, he established the research clinics for both child and adult Attention Deficit Hyperactivity Disorders. In 2003, Dr. Barkley relocated to the Charleston, SC area where he became a Professor in the Department of Psychiatry at the Medical University of South Carolina. In 2005, he joined the faculty of the Department of Psychiatry at the SUNY Upstate Medical University in Syracuse, NY.
    oder - genau genommen - auch noch Kinderneuro(psycho)loge

    Dr. Barkley has been awarded a Diplomate (board certification) in three specialties, these being Clinical Psychology (ABPP), Clinical Child and Adolescent Psychology, and Clinical Neuropsychology (ABCN, ABPP)

    Dr. Russell A. Barkley Official Site, Authority ADHD, Attention Deficit Hyperactivity Disorder
    Geändert von Esme ( 8.03.2012 um 20:15 Uhr)

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