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Diskutiere im Thema auf 3Sat... Ritalin - Medizin, die krank macht? 7.2. 22:25 (kritisch zu sehen) im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    howie

    Gast

    AW: auf 3Sat... Ritalin - Medizin, die krank macht? 7.2. 22:25 (kritisch zu seh

    Ich fand es sehr einseitig. Der Beitrag gibt den Anschein objektiv zu sein, aber er zeigt nur die leichten Fälle.
    Zeigt nur Jugendliche die kein MPH mehr nehemen wollten.
    weiß nicht, ob das nur leichte fälle waren. kenn nur mich, meinen kumpel, meinen cousin, hab noch nie andere adhsler gesehen.
    hätte er noch jugendliche zeigen sollen, die mph nehmen wollen, oder wie?

    in den andern beiden dokus kamen schon schwierige kinder vor.

    @corrupted one - endlich mal einer, der richtig diskutiert!
    Und Neurologen haben an Ratten nachgewiesen, dass Ritalin dauerhaft die Gehirnplastizität erhöht ( und das ganze nochmal in vitro wiederholt ; gleiches Ergebnis ) Versuch ist wiederholbar/ Empirisch nachweisbar ^^

    Link:Ritalin (Methylphenidate) Enhances Plasticity in The Brain | Healthmad Wenn dir die Quelle nicht genügt google einfach neuroplasticity Ritalin/ Methylphenidate enhances etc
    aber das ist leider nicht der ganze artikel. gut, ich schau mal selber.
    da steht: have now been shown to increase plasticity in brains ---> das würde ich schon gern genauer wissen! wie haben die das gemessen? hätte gern den gesamten artikel.
    außerdem: wie schon oft erwähnt, auch meditation kann das gehirn verändern. jetzt bräuchte man noch eine studie an menschen, die ritalin mit anderen methoden vergleicht und/oder kombiniert.



    ich hab diese liste nicht gemacht - aber soweit ich weiß wurden sehr viele studien ausgewertet und metaanlysiert.
    Cannabis allerdings ungefährlicher als Nikotinhaltige Tabakwaren einzustufen halte ich für sehr gewagt
    du vielleicht. vom nikotin komme ich schwieriger weg. aber dann könnte wieder cannabis an meiner psychose beteiligt gewesen sein (aber auch das ritalin). weiß auch nicht.

    aber die haben ja kein mg Vergleich zueinander mit angegeben von daher ist da ne Menge Interpretationsfreiheit gegeben
    is doch klar, dass man niemanden die gleiche dosis lsd wie heroin spritzen lässt klar, die dosis unterscheidet sich von droge zu droge. aber das ist doch gar nicht wirklich relevant, wenn man die sozialen folgen abschätzen will und zum kriterium gefährlichkeit hinzufügen will.
    Geändert von howie ( 8.02.2012 um 02:28 Uhr)

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: auf 3Sat... Ritalin - Medizin, die krank macht? 7.2. 22:25 (kritisch zu seh

    howie schreibt:
    weiß nicht, ob das nur leichte fälle waren. kenn nur mich, meinen kumpel, meinen cousin, hab noch nie andere adhsler gesehen.
    hätte er noch jugendliche zeigen sollen, die mph nehmen wollen, oder wie?

    in den andern beiden dokus kamen schon schwierige kinder vor.

    @corrupted one - endlich mal einer, der richtig diskutiert!

    [FB2]aber das ist leider nicht der ganze artikel. gut, ich schau mal selber.
    da steht: have now been shown to increase plasticity in brains ---> das würde ich schon gern genauer wissen! wie haben die das gemessen? hätte gern den gesamten artikel.
    außerdem: wie schon oft erwähnt, auch meditation kann das gehirn verändern. jetzt bräuchte man noch eine studie an menschen, die ritalin mit anderen methoden vergleicht und/oder kombiniert.




    ich hab diese liste nicht gemacht - aber soweit ich weiß wurden sehr viele studien ausgewertet und metaanlysiert.

    du vielleicht. vom nikotin komme ich schwieriger weg. aber dann könnte wieder cannabis an meiner psychose beteiligt gewesen sein (aber auch das ritalin). weiß auch nicht.


    [FB1]is doch klar, dass man niemanden die gleiche dosis lsd wie heroin spritzen lässt klar, die dosis unterscheidet sich von droge zu droge. aber das ist doch gar nicht wirklich relevant, wenn man die sozialen folgen abschätzen will und zum kriterium gefährlichkeit hinzufügen will.
    [FB1]Aber die Durchschnittsdosis per Monat und die Frequenz des Konsums ist extrem ausschlaggebend ;D

    [FB2]Das Gehirn verändert sich auch bei jeder gespeicherten Erinnerung bei jeder Aufgabe etc. Allerdings sind diese Effekte im Vergleich zu dem was Medikamente bewirken können natürlich gering.
    (Die FB-Markierungen sind für Farbenbline)


    Das Problem bei der Analyse zur Gefährlichkeit von Drogen und der Wirkung von Medikamenten ist ja leider nunmal, dass die individuelle Genetik eine extrem große Rolle auf alle Wirkungen und auf Wirkungen im Verlauf der Toleranzentwicklung hat. Und ja Nikotin macht abhängiger als THC, aber dafür ist die chance, dass die alle möglichen Veranlagungen für schwere psychische Erkrankungen im Gehirn auslößt auch wesentlich größer.(Ich hab keine Ahnung ob Nikotin das kann, allerdings sollte nen DRI das hinkriegen können[man beachte sollte + können in einem Satz])

    Ich kann die größeren Berichte über die Studie raussuchen sobald ich wach bin / nachdem ich geschlafen hab. Mein Satzbau und meine Argumentation leidet schon stark

  3. #23
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: auf 3Sat... Ritalin - Medizin, die krank macht? 7.2. 22:25 (kritisch zu seh

    weiß zufällig jemand, ob man die sendung irgendwo online abrufen kann? in der 3sat-mediathek kann ichs leider nicht finden.

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: auf 3Sat... Ritalin - Medizin, die krank macht? 7.2. 22:25 (kritisch zu seh

    @howie: RP-Online ist ja auch *die* seriöse Quelle ... für Familienanzeigen in der Kölner Buht Suchen nach Familienanzeigen - Alle Trauerfälle - RP Trauer - Rheinische Post (Düsseldorf)

    außerdem sprichst du ein rattenexperiment an
    Du drehst das Argument um. Das Rattenexperiment soll angeblich gezeigt haben dass MPH Alzheimer auslöst und nicht umgekehrt. Es gibt keinen einzigen belastbaren Hinweis auf eine Erhöhung von Alzheimer oder Parkinson durch MPH. Es gibt aber Hinweise dass ADHS-Patienten Parkinson-Anfälliger sind und zwar unabhängig von MPH.

    und keine langzeitstudie an rentnern. seit den 70ern ist nicht lang genug.
    Hmmm. Ab wann akzeptierst du es denn? Sind 40 Jahre nicht lang genug? Ey, das Zeug gibt es erst seit 1944 ... also es gibt keine Erfahrung mit Leuten die es im Grundschulalter bekommen haben und die heute über 70 sind ... tja, daraus schließe ich zwingend dass es Langezeitschäden auslöst oder wie?
    Klar, man *weiß* es nie, es ist immer eine Abwägung. Aber es erscheint mir doch recht sicher.

    Und, ja, wenn sich ein Experiment nicht wiederholen lässt dann gehe ich mal stark davon aus dass das Ergebnis Zufall oder Blödsinn ist. Wer das anders hält - bitte schön. Aber so funktioniert eben Wissenschaft.

    Ansonsten verstehe ich die Debatte um die Plastizität des Hirns nicht ... das ist doch *das* Argument für MPH - wenn die Plastizität erhöht wird - was heißt dass? Dass dieMenschen besser lernen! Will man das nicht? Ist das nicht einfach die Beobachtung - die Menschen lernen besser - Neurobiologisch erklärt?

    Mir kommt das so vor:

    "Oh jemmine, die PLASTIZITÄT des Hirns wrid erhöht wie SCHLIMM! Ein Therapie BEWIRKT WAS messbares und dann am Hirn (bibber) .... sofort MPH verbieten.... wir nehmen Blaualgen oder geschütteltes Wasser, das ist gaaaanz sanft ... da tut sich wenigstens nix" ... also bitte.


    Bevor ich hier weiter diskutiere guck ich mir aber mal die Sendungen an. Hoffentlich hab ich den Rekorder richtig programmiert ..
    Geändert von Wildfang ( 8.02.2012 um 10:35 Uhr)

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: auf 3Sat... Ritalin - Medizin, die krank macht? 7.2. 22:25 (kritisch zu seh

    Wildfang schreibt:
    @howie: RP-Online ist ja auch *die* seriöse Quelle ... für Familienanzeigen in der Kölner Buht Suchen nach Familienanzeigen - Alle Trauerfälle - RP Trauer - Rheinische Post (Düsseldorf)



    Du drehst das Argument um. Das Rattenexperiment soll angeblich gezeigt haben dass MPH Alzheimer auslöst und nicht umgekehrt. Es gibt keinen einzigen belastbaren Hinweis auf eine Erhöhung von Alzheimer oder Parkinson durch MPH. Es gibt aber Hinweise dass ADHS-Patienten Parkinson-Anfälliger sind und zwar unabhängig von MPH.



    Hmmm. Ab wann akzeptierst du es denn? Sind 40 Jahre nicht lang genug? Ey, das Zeug gibt es erst seit 1944 ... also es gibt keine Erfahrung mit Leuten die es im Grundschulalter bekommen haben und die heute über 70 sind ... tja, daraus schließe ich zwingend dass es Langezeitschäden auslöst oder wie?
    Klar, man *weiß* es nie, es ist immer eine Abwägung. Aber es erscheint mir doch recht sicher.

    Und, ja, wenn sich ein Experiment nicht wiederholen lässt dann gehe ich mal stark davon aus dass das Ergebnis Zufall oder Blödsinn ist. Wer das anders hält - bitte schön. Aber so funktioniert eben Wissenschaft.

    Ansonsten verstehe ich die Debatte um die Plastizität des Hirns nicht ... das ist doch *das* Argument für MPH - wenn die Plastizität erhöht wird - was heißt dass? Dass dieMenschen besser lernen! Will man das nicht? Ist das nicht einfach die Beobachtung - die Menschen lernen besser - Neurobiologisch erklärt?

    Mir kommt das so vor:

    "Oh jemmine, die PLASTIZITÄT des Hirns wrid erhöht wie SCHLIMM! Ein Therapie BEWIRKT WAS messbares und dann am Hirn (bibber) .... sofort MPH verbieten.... wir nehmen Blaualgen oder geschütteltes Wasser, das ist gaaaanz sanft ... da tut sich wenigstens nix" ... also bitte.


    Bevor ich hier weiter diskutiere guck ich mir aber mal die Sendungen an. Hoffentlich hab ich den Rekorder richtig programmiert ..
    Also Plastizität ist definitiv Pro und so war das auch von mir gemeint und eine Erhöhung der Plastizität = Besseres Gedächtnis, schnellere Neuronen-Kommunikation und ansich ist das auch ein Anti-Alzheimer Argument. + Jede Medikamentation bewirkt was messbares <,< ( Zumindest jede nicht Alternativ/ Pseudo-wissenschaftliches ^^)[Die können auch nen messbaren Effekt haben, nur der ist halt dann im Vergleich zur Placebo-Testgruppe nicht anders ;P)

    Und die Frage ob es Alzheimer auslösen kann ist eig. einfach zu beantworten:Ja, hängt von deinen Anlagen ab . Ob das nun eine höhere Auslöserate als irgendwelche Farbstoffe etc. ist noch zu beweisen( Was ich sagen will, man kann auch allergisch gegen Wasser sein oder bei bestimmten Frequenzen von Schall total durchdrehen [also Frequenzen die dem Durchschnitt nichts machen]). Eine Studie das MPH die durchschnittliche Alzheimerrate erhöht gibts nicht und versucht wurde der Dreck vermutlich schon an Ratten und ein richtiger Versuch ist wiederholbar, weil er ansonsten nicht empirisch ist. Und ich bin aus Grundsatz gegen ein Verbot von Medikamenten. Z.b ist Desoxyn/ Methamphetamine hier nicht mehr verschreibungsfähig obwohl, dass in harten Narkolepsiefällen und Schlafstörunen durchaus angebracht sein sollte.

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: auf 3Sat... Ritalin - Medizin, die krank macht? 7.2. 22:25 (kritisch zu seh

    Ephedra schreibt:
    Was mich aber nachdenklich stimmt ist die tiefere Wahrheit in dem Beitrag zu den Anforderungen die die Gesellschaft zunehmend an uns stellt.
    Ich z.B. bin alleinerziehend, muss also arbeiten gehen, dann noch Zeit fürs Kind aufbringen, Haushalt..... das Studium habe ich bereits aufgegeben... und damit verliere ich jetzt auch meinen Job.

    Ich begann nach den Ursachen zu suchen, warum ich nicht so belastbar bin wie andere..... dabei kam ich auf ADHS.

    Viele Menschen würden diese Belastung nicht auf Dauer aushalten andere wiederrum blühen dabei erst auf. In dieser Situation, die für viele Stress und überforderung bedeuten, suchen viele eine Antwort darauf "Warum schaffe ich das nicht warum bin ich nicht so belastbar" und landen dann bei ADHS. Doch frage ich mich, haben alle die einem bestimmten Leistungsdruck ausgesetzt sind und diesem nicht standhalten können ADHS ? Das bezweifel ich stark. Ich finde es gibt soviele charakterliche unterschiedliche Menschen, die einen können mit Druck umgehen, die anderen nicht. Wer sagt mir den, dass ich nicht der Norm entspreche.....nur weil ich gewisse Leistungen nicht erbringen kann, die ein anderer vielleicht schafft. Ich denke einfach Ephedra, dass viele Frauen, die kein ADHS haben mit deiner Situation auch überlastet wären... ich will damit auf keinen Fall andeuten das bei dir kein ADHS vorliegt...

    Beim Fernsehbeitrag viel mir vorallem die eine Familie auf, der Sohn hat ADHS und nimmt MPH, dann bemerkte man "oh die Tochter hat auch ADHS" und übrigens viel dann der Mutter ganz nebenbei auch auf, dass sie eigentlich ja auch betroffen ist, aber sie kommt im Alltag damit klar. Sie wirft halt nur ne MPH ein, wenn sie lange Motorradtouren macht. ..weil das doch so einfach ist. Viel zu schnell wird heute auf Tabletten zugriffen. Auf- wendiger ist es natürlich an sich zu arbeiten und Techniken zu lernen, die einem Helfen. Also warum den schwierigeren Weg gehen.


    Sehr gut gefiel mit die Autorin, die alles sehr kritisch betrachtete - nicht der Norm entsprechen doch wer legt diese Normen fest ? Die Macht der Pharmagesellschaften und das Leistungsprinzig der Gesellschaft.
    Wäre die Gesellschaft, dass Arbeitsleben anders gepoolt müsste ich dann MPH nehmen ? Um mit dem Tempo das verlangt wird mithalten zu können ? Mir geht es gerade so, dass ich den Anforderungen die im Arbeitsleben gefordert werden nicht gerecht werde. Warum zum Teufel ist es so schlimm, wenn ich gegenüber meinen Kollegen etwas länger brauche, obwohl ich die Arbeit genauso sorgfälltig ausführe, aber ohne Zeitdruck....

    Meine Tante hat im Laufe einer Unterhaltung zu mir mal etwas interessantes gesagt. Sie arbeitete bis zu ihrer Rente in ein und dem selben Unternehmen. "Wir hatten früher auch Kollegen, die für einen Brief 30 Minuten brauchten, aber das interessierte keinen, wie lange er braucht"......ja, dass war früher, so ändern sich die Zeiten...........das bringt mich zum Schluss - ist nicht etwas wahres dran, wenn man behauptet das AD(H)S eine Krankheit der "Neuzeit" ist.....vielleicht sind wir alle "Normal" doch unsere Gesellschaft in der wir leben ist es nicht....

  7. #27
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.267

    AW: auf 3Sat... Ritalin - Medizin, die krank macht? 7.2. 22:25 (kritisch zu seh

    Mir kommt das so vor:

    "Oh jemmine, die PLASTIZITÄT des Hirns wrid erhöht wie SCHLIMM! Ein Therapie BEWIRKT WAS messbares und dann am Hirn (bibber) .... sofort MPH verbieten.... wir nehmen Blaualgen oder geschütteltes Wasser, das ist gaaaanz sanft ... da tut sich wenigstens nix" ... also bitte.
    Naja, ganz so schlimm war der Ritalin-Bericht nicht, aber objektiv war er auch nicht.

    Ich hab mir alle Drei aufgenommen und werde sie später in Ruhe nochmal ansehen - für drei Berichte am Stück hätte ich nämlich um die nachtschlafene Zeit das böse Ritalin nehmen müssen, um lange genug durchzuhalten.

    Wenn ich mich jetzt mal nur ganz diffus an meinen Eindruck erinnere, dann war da Einiges durchaus korrekt geschildert, daneben aber viel Tendenziöses. In Summe habe ich den Bericht als den x-ten Jammerbericht über die böse Pharmaindustrie und die bösen Tabletten in Erinnerung.

    Wenn der Journalist einen bestimmten Eindruck erwecken will, kann er JEDES Interview so zurechtschneiden / kommentieren, dass das gewünschte Ergebnise herauskommt. Ich bin überzeugt, dass man mit den selben Interviewpartnern eine richtig ausgewogene Reportage erstellen hätte können. Aber das wollte anscheinend Niemand, herausgekommen ist leicht gehobener Boulevard. Schade um die versäumte Chance, von einem öffentlich rechtlichen Sender hätte ich mir mehr erwartet.

    Da kann ich als Beispiel nur den schweizer Bericht vom Herbst anführen. Da war von totalen Befürwortern bis zu totalen Gegnern alles drin, und im Unterschied zum gestrigen Bericht neben den "nie Wieder"-Aussagen auch eine Jugendliche, die nach guten Erfahrungen mit der Medikation darum kämpft, ihr MPH weiter zu bekommen. Den Bericht hab ich leider nirgendwo online gefunden zum Ansehen, da das SF ihn als Kauf-DVD vermarktet, es gibt aber hier im Forum eine Diskussion dazu. http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...arnsignal.html

    Ich glaube unbesehen dass es Fehldiagnosen gibt, und dass es Ärzte gibt, die ohne die nötige Sorgfalt diagnostizieren und verschreiben. Durch Reportagen wie die Gestrige werden aber zum wiederholten Male Ärzte, Eltern und Betroffene verunglimpft, die sich nach langer Leidensgeschichte und reiflicher Überlegung schliesslich doch zur Medikation entscheiden. ETwas subtiler als bei den Privaten, aber mit dem selben Effekt.

    Zum dritten Bericht (Almprojekt):

    Das was Hüther & Co da anbieten nennt man Erlebnispädagogik und ist ein alter Hut, kenn ich seit den 90er Jahren als pädagogisches Konzept für verhaltensauffällige Jugendliche. Für Jungs mit ADHS sicher eine gute Möglichkeit, sich mal auszuleben und das soziale Lernen zu fördern. Grob fahlässig wird das Ganze erst, wenn man es als Alleintherapie anpreist und die Kinder indoktriniert.

    Bei einer zeitgemäßen Therapie für Menschen jeglichen Alters geht es nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl als auch. Da ist nichts nur gut oder nur schlecht - gut ist, was hilft.

    lg
    lola

    P.S.: inzwischen wurden 2 weitere Beiträge geschrieben, ich schick das aber jetzt so ab.

  8. #28
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.267

    AW: auf 3Sat... Ritalin - Medizin, die krank macht? 7.2. 22:25 (kritisch zu seh

    @Bella34

    Du hast ganz recht mit deinem Hinweis auf die gesellschaftliche Realität, die nur mehr auf Leistung und Geschwindigkeit gepolt ist. Ich bemerke über meine Nichten und Neffen, wie sehr dieser Ungeist bis in die Grundschule durchgedrungen ist. Dieser Missstand ist aber unabhängig von der ewigen Ritalindebatte zu beklagen, und wir haben durch unsere andere Verdrahtung vielleicht sogar eine bessere Chance, aus diesem Hamsterrad abzuspringen.

    Was mich an der Reportage aber stört, ist die klare Tendenz, die Medikation als unnötig abzuwerten.

    Was mir fehlt, ist die Stimme von Menschen, denen MPH einfach hilft, die dadurch nach einer Karriere des Versagens endlich Tritt fassen und ihr Leben in den Griff bekommen usw.

    Solange die positiven Rückmeldungen unerwähnt bleiben, ist für mich jeder Bericht über Ritalin & Co nur tendenziös.

    lg
    lola

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: auf 3Sat... Ritalin - Medizin, die krank macht? 7.2. 22:25 (kritisch zu seh

    Ich habe nur den zweiten und dritten Bericht gesehen.
    Den zweiten "Ist mein Kind noch normal" fand ich sehr berührend und es steckte viel wahres drin, natürlich auch wieder Meinungen die ich nicht teile, aber ich konnte das meiste nachvollziehen! Es hat mich teilweise an meine Grenzen gebracht, weil mich der eine Junge extrem an meinen Sohn erinnert hat. Ich musste echt heulen, denn Sätze wie "lieber bin ich tot..." ja die hatten wir auch. Die Mutter des Jungen hat sich ja sehr GEGEN Medikamente ausgesprochen, teilweise konnte ich sie verstehen, aber ich denke das muss eben jeder selbst entscheiden und ist auch von den Problemen und dem Kind abhängig. Für uns war es der richtige Weg den wir gegangen sind!

    Den Jungen mit dem hohen IQ der am Ende aufs Gymnasium kam hat mir viel Hoffnung gemacht muss ich sagen, das war ein schönes Beispiel von Eltern die nicht alles "hinnehmen" und man merkte, dass er einfach ein gutes Selbstwertgefühl hatte trotz seinem angeblichen "anders sein".

    Der Satz der Mutter am Ende von dem "verträumten" Jungen mit LRS hat mich nachdenklich gemacht. Auch wir hätten uns viele Dinge glaube ich sparen können, auch ich wurde sehr unter Druck gesetzt und wurde durch Selbstvorwürfe förmlich zerfressen... heute denke ich manchmal, dass wir vieles davon vielleicht einfach gar nicht hätten machen sollen... Vielleicht hätte ich mich mehr auf mich und mein Gefühl verlassen sollen. Nungut ich bin froh, dass wir einen super Arzt haben der einfach Spezialist ist und Ahnung und Einfühlungsvermögen hat.
    Ich denke mein Sohn bekommt LRS und ADHS in den Griff wenn ich ihm vermittel, dass er das kann und dass er nicht schlechter ist als andere sondern etwas ganz besonderes und auch wenn er für manche Dinge vielleicht härter arbeiten muss als andere, so hat er aber in vielen anderen Hinsichten Vorteile und Begabungen die andere nicht haben.

    Die Sendung mit der Alm kannte ich schon, habe es mir aber nochmal angesehn und war wieder mal schokiert! Ich sehe es ähnlich wie der eine Psychologe mit dem die Mutter relativ am Anfang spricht...wenig Kontakt zu den Eltern und was sie auf der Alm lernen schön und gut... aber sie werden wieder in ihren Familie leben wenn sie wieder kommen und was haben sie dann wirklich davon mitgenommen? Auch wie es teilweise da abging fand ich grenzwertig ...
    Aber was ich am miesesten an dem Beitrag fand/finde ist, dass die das so hinstellen als wäre es für jedes Kind eine Qual Medikamente nehmen zu müssen... ich selber war mehr als skeptisch lange Zeit und auch zu beginn der Behandlung, aber mitlerweile ist es meinem Sohn freigestellt ob er seine Mediamente nimmt oder nicht und mein Kind nimmt sie freiwillig. Er merkt was es ihm bringt, er sagt selbst, dass er froh ist wenn sein Kopf "nicht so wirr" ist, dass er merkt, dass er besser lernen kann, dass er besser basteln kann, dass er besser die Worte findet die er sagen will.... ! Ich würde ihn nicht zwingen Medikamente zu nehmen und ich denke damit bin ich auf einem ganz guten Weg.
    Am Ende muss doch jeder selbst entscheiden was das beste ist für sein Kind/Kinder... deswegen fand ich auch die Kommentare der einen Mutter die alle Eltern verurteilt die ihren Kindern Medikamente geben verurteilt ziemlich daneben!

    Alles in allem ziehe ich wieder das Resüme, dass wir unsere Kinder bestärken sollten in dem was sie sind und ihnen Kraft und Stärke mit auf den Weg geben sollten, ob nun mit Medikamente oder ohne..........

    LG

    Rose

  10. #30
    howie

    Gast

    AW: auf 3Sat... Ritalin - Medizin, die krank macht? 7.2. 22:25 (kritisch zu seh

    oh shit. da wurde viel geantwortet, auf das was ich gesagt habe. ne nicht oh shit, sehr gut, freut mich. hab aber grad keine zeit. antworte später/abends.


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