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  1. #1


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.803
    Blog-Einträge: 40

    Ärztezeitung: ADHS-Arzneien bergen kein Herzrisiko

    Hallo.

    "ADHS-Arzneien bergen kein Herzrisiko"


    ist der Titel eines bereits gestern, am 1.11.2011 auf aerztezeitung-online veröffentlichten Artikels.

    Hintergrund ist eine Studie aus den USA mit über einer Million Teilnehmern, unter denen sich sowohl Kindern und Jugendliche, wie auch junge Erwachsene bis 24 Jahren befanden.

    Ausgewertet wurden dabei nicht nur Daten zu Methylphenidat, sondern u.a. auch Daten zu Atomoxetin (Strattera), dem man ja gerne mal ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse zuschreibt.

    Alles weitere gibts nachzulesen auf der Site der Ärztezeitung:

    ADHS-Arzneien bergen kein Herzrisiko

    (Der Artikel ist auch für nicht-Fachkreise lesbar)



    LG,
    Alex

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: Ärztezeitung: ADHS-Arzneien bergen kein Herzrisiko

    Statistik kann man immer drehen und wenden wie man möchte

    Man kann es auch so betrachten: Die haben ein bis zu doppelt so hohes Herzinfarktrisiko dort feststellen können.

    Ich hab die Originalveröffentlichung mal überflogen.

    Ich steh dem kritisch gegenüber, zumindest in der Hinsicht, ob die nicht ein bestimmtes Interesse damit verfolgen könnten.

    Auch wenn die da enorm hohe Teilnehmerzahlen begutachten, ich runzele trotzdem die Stirn bei den folgenden Dingenbezüglich der Aussagekraft:

    - die durchschnittliche Teilnahmedauer war 2.1 Jahre.
    - durchschnittliches Alter war 11.1 Jahre
    - Probanden, die im Laufe des vorherigen Jahres bereits einen Herzinfarkt erlitten haben wurden aussortiert

    Problem 1: Die kurze Studiendauer.

    Egal, wieviele Menschen man nun anschaut, das Risiko für sowas entsteht nicht plötzlich, sondern langfristig. Wenn auf die Gefäße ein stetig erhöhter Blutdruck lastet und andere Risikofaktoren hinzukommen dann häuft sich das Risiko mit den Jahren an, das ist ein langsamer Prozess von den Risikofaktoren bis zum Infarkt, der sich über Jahrzehnte zieht. Daraus folgt auch:

    Problem 2: Kinder.

    Natürlich haben Kinder nicht so schnell mal eben einen Herzinfarkt. (Fast) egal, was man denen nun an Medikamenten gibt. Wenn man die nun nur zwei Jahre begutachtet ist klar dass die Zahlen gering bleiben werden. Da steht nun auch garnichts darüber, wie die nun so zusammengesetzt waren, da steht was von 4-24 Jahren.

    Problem 3: Ein kleineres zwar aber auch das verfälscht ein bisschen. Nun, wenn in dem Jahr vorher ein Herzinfarkt vorlag sind diese Leute eventuell eher dazu erblich veranlagt. Abgesehen davon, dass man dann wohl auch nichts dergleichen mehr verschreiben sollte - sollte es dennoch getan werden wäre es eher angebracht auch diese Fälle zu untersuchen und dann isoliert aufzuführen. Es interessiert ja ausschließlich, wieviele von denen die insgesamt Medikamente bekommen einen Herzinfarkt erleiden, egal wie nun ihre Vorgeschichte nun aussieht (es sei denn man will das von Anfang an schon garnicht betrachten weil man dann evtl. ein Ergebnis präsentieren müsste das nicht so schön ins Gesamtbild passt).

    Nun rechne ich mal selbst anstatt das einfach so zu glauben was dort steht, mal sehen was dabei rumkommt:

    There were 7 confirmed events among
    373,667 person-years of follow-up for current
    users, 25 confirmed events among 607,475 person-
    years of follow-up for former users, and 49
    confirmed events among 1,597,962 person-years
    of follow-up for nonusers
    Wenn die nun im Schnitt 11 Jahre alt waren und man einfach mal so annimmt es wären einfach alle 11 Jahre alt gewesen:

    7 Fälle unter 33969 Probanden die momentan medikamentieren, also 0.021%
    25 Fälle unter 55225 Probanden, die ehemals medikamentiert haben, also 0.045%
    49 Fälle unter 145269 Probanden die nie Medikamente bekamen, also 0.03%

    Nagut, das sind nun die "serious events" - noch keine Todesfälle.

    Die sind auch noch einzeln aufgeführt:

    Plötzlicher Herztod:

    17 Fälle unter den 145269 Probanden ohne Medikamente: 0.012%
    13 Fälle unter 55225 Probanden mit ehemaliger Medikamention: 0.024%
    3 Fälle unter 33969 Probanden die momentan medikamentieren: 0.008%

    Zum Vergleich noch eine allgemeine Statistik die ich mal eben rausgesucht habe:

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	m006a2t1.gif
Hits:	3
Größe:	7,5 KB
ID:	4478

    Von 100.000 im Jahre 1998 sind in der Altersgruppe bis 24 Jahre 88 Personen an akutem Herzversagen gestorben, also 0.08%
    im Alter von 25-35 sind es dann schon umgerechnet 0,49%

    Wenn man mich fragt biegen die da schon gut. Die müssten ja in etwa auf dieselben Werte kommen wenn sie eine ausgeglichene Altersverteilung gewählt hätten - stattdessen ist ihre Rate für die Menschen ohne Medikamente aus irgendeinem Grunde mal eben fast achtmal niedriger als dieser Wert. Warum?

    Offensichtlich waren alle Probanden sehr jung, die einzige sinnvolle Erklärung. Man sieht ja, was passiert mit steigendem Alter. Die zehn Jahre zwischen 25 und 35 reichen aus, um das Risiko sechsmal so hoch ausfallen zu lassen als in der Gruppe jünger als 25. *edit* habs grad gefunden, die waren tatsächlich nur 8-12 Jahre alt...

    Ich glaube nicht dass man dasselbe hinbekommt wenn man über längere Zeiträume mit älteren Probanden testen würde...

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Ärztezeitung: ADHS-Arzneien bergen kein Herzrisiko

    Hallo

    Mph sind keine Zuckerdrobs und auch Zuckerdrobs hätten Nebenwirkungen.

    Für mich ist es wichtig, welche Wirkung Mph hat und ob ich mit dieser Wirkung gut klar komme und ob die Wirkung mir hilft mit meinem Leben besser klar zu kommen.

    Ich habe nun jahrelang in einem Obdachlosenheim gearbeitet. Dort durfte ich die Nebenwirkungen der AD(H)S und ihrer Comorbiditäten tagtäglich erleben. Das Herzversagen zwischen 25 - 35 Jahren von 0,49% wäre das kleinste Problem gewesen

    Alkohollismus, Drogen- und Tablettenabhängigkeit, Eßstörungen, Borderlineerkrankungen, HCV und HIV als Folge von Süchen und riskantem Leben, Gefängnisaufenthalte als Folge von Körperverletzungen durch mangelnde Impulskontrolle .... und so weiter.

    Bis denne
    Elvira

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