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Diskutiere im Thema Interview mit Wolfgang Bergmann - "ADS ist ein kulturelles Phänomen" im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 80

    AW: Interview mit Wolfgang Bergmann - "ADS ist ein kulturelles Phänomen"

    Ich habe nicht auf das Urheberrechtrecht geachtet, deswegen wurde es bearbeitet.

    Ich hab es jedenfalls so gemacht, das ich immer die Frage und die dazugehörige Antwort von Bergmann zitiert hatte und mich jeweils darauf bezogen habe.

    Etwas vom Thema abschweifen ist ja nicht schlimm, dann bekommt man jedenfalls mal mit welche Dinge man für sowas in Betracht ziehen sollte um sich eine möglichst objektive Sicht der Dinge zu erarbeiten.
    Ja, im Prinzip sind wir der selben Meinung, ich hab es nur sachlicher geschrieben da ich nichts über Bergmann selber wusste und eine Person nicht auf diese weise kritisieren wollte wo es vielleicht gar nicht angebracht gewesen wäre.

    Mfg Chris

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Interview mit Wolfgang Bergmann - "ADS ist ein kulturelles Phänomen"

    Ach, ich glaub den flapsigen Spruch nimmt dir niemand übel.
    Ich hab in diesem Forum noch nie einen Tread gesehen, der länger beim Thema beleibt. Woran das wohl liegt???? Ich les demnächst deine Kommentare zu Ende, versprochen

    ---

    Danke für die erhellenden Links. Ich habe den Stern Artikel in sehr lebhafter Erinnerung, mich hat das damals schwer beeindruckt. Von den Kritiken wusste ich nichts. Wie auch, hab mich ja nicht wirklich damit beschäftigt.

    Über das Almprojekt habe ich aber schon schlimme Erfahrungsberichte gelesen.
    Die würden mich jetzt auch mal interessieren - also wenn du mehr als den Esowatch-Artikel hast.
    Ich hab auch früher nix von der Ritalin-Verschreiberei gehalten, ich dachte, nur in Notfällen ... tja, jetzt nehm' ich's selber. Vom Saulus zum Paulus.

    Und in meinen Augen disqualifiziert sich Jeder, der grundsätzlich gegen Medikamente ist.
    Da geb ich dir allerdings recht. Ich hab übrigens, nachdem ich sensibilisiert bin, den Eindruck, dass die Grundstimmung eher gegen MPH ist als für zuviel wie immer behauptet.

    Zu dem Thema (Sorry, nächstes Fass): In der Klasse meines Sohnes ist ein Junge, der eindeutig ein ADHS-Kind ist und ich weiß auch dass es solide diagnostiziert ist - ich bin nämlich Elternvertreter und hab da einige Diskussionen mitbekommen müssen. Seine Eltern geben ihm kein MPH und die Klassenlehrerin unterstütz sie darin - allerdings kommt sie auch mit ihm klar. Der Junge tut mir trotzdem inzwischen leid.



    Hab mir schon überleget, ob ich mich Oute ...

  3. #23
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Interview mit Wolfgang Bergmann - "ADS ist ein kulturelles Phänomen"

    Hallo zusammen,


    puh... das ist mühsig... Immer diese Pauschalisierung und das wenn-dann Denken... Ist aber wohl auch eine menschliche Eigenart.


    Ich gebe zu, dass jede Diagnose ja auch eine Form von Pauschalisierung ist ( wenn der Mensch dies und jene Symptome zeigt, dann hat er dies oder jene Störung/Krankheit), aber sie bietet doch die Ansatzpunkte für das weiter Vorgehen/Behandeln des Menschen.
    Ich glaube Effektiver, was die Leidenslinderung angeht, wäre aber von vorne herein mal gar nicht auszuschließen oder anzunehmen, sondern ganz individuell zu betrachten, was ist mit diesem Menschen los?
    Welche ausgangsvorraussetzungen bringt er mit (Eltern sind ja nicht nur "Gengeber" sondern auch noch weit darüber hinaus "einflussreich"), wie sehen die sozialen Bedingungen im erweiterten Umfeld aus? Omas Opas ... aber auch Freune Bekannt ... oder eben keine Freunde... usw.

    Und natürlich das körperliche Befinden...

    Wenn das alles, wie es ja in jeder guten Diagnose auch sein sollte, gemacht wird und man dann nach individuellen Maßnahmen zum Gegenlenken sucht (und NICHTS von vorne herein verwirft) dann kann man sich langsam an die Möglichkeiten heran tasten... auch an die Medikamentösen...


    Ich liebe ja den Satz: Der Mensch ist mehr, als die Summe seiner Diagnosen.
    Wohl war...

    Es ist mit Sicherheit nicht so, dass alles seinen Ursprung in einer PS hat, genauso wenig wie alles seinen Ursprung in der ADHS (äh...dem ADHS?) hat.
    Deswegen bzw. genauso gibt es auch nicht DIE Therapieform und DAS Medikament... wie ja die meisten von uns leidvoll am eigenen Leibe erfahren mussten/müssen.

    Manchmal gibt es eben Kombinationen, die also auch mit kombinierten Methoden behandelt werden müssen....( nicht nur die Kombi Medikament mit Therapie! Sondern uU auch Therapie-Therapie-Medikament oder Therapie-Medikament-Medikament... oder noch viel mehr Kombinationen)

    Ich finde es ein Trauerspiel, dass Verhaltenstherapeuten weitestgehend die Analyse als weiter Möglichkeit ausschließen und die Analytiker Verhaltenstherapien verteufeln und Medikamente werden ja von beiden Fraktionen entweder akzeptiert oder verteufelt...

    Ich taue mich nicht meinem Therapeuten zu sagen, dass ich eine weitere Kombination, das Coaching anstrebe..... Ich finde das schlimm
    Aber genauso schlimm finde ich zu sagen, wenn ADHS vorliegt ist eine Analyse sinnlos (oder Analyse ist sowieso immer sinnlos). Für ADHS ist die Analyse sinnlos, aber wer hat denn nur ADHS und sonst nix im Gepäck? Ich denke, nicht alle Betroffenen......


    Ich glaube mehr Offenheit für das individuelle im Menschen, würde gut tun... ist aber sehr zeitaufwendig...und Zeit ist ja bekanntlich Geld...
    ...und deshalb müssen wir vieles, dass uns hilft dann aus eigener Tasche bezahlen und uns selbst darum kümmern, dass wir es überhaupt bekommen!! Und wehe dem, der das aus Kraftmangel nicht kann und nicht zufällig bei einem sehr guten und für alles offenen Arzt gelandet ist...


    Ich dachte ja das "Alles oder Nichts"/ "Schwarz-Weiß"( usw )-Denken, wäre eines meiner ADHS-Symptome.... Vllt. ist es ja einfach ein Symptom für Den Menschen schlecht hin... ein Merkmal, dass wir mit der Intelligenz dazu bekommen haben.... oder die engstirnigen Therapeuten/Ärzte/Pädagogen bräuchten auch mal ne Therapie.... wer weiß?


    L.G.
    happypill

  4. #24
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: Interview mit Wolfgang Bergmann - "ADS ist ein kulturelles Phänomen"

    @alle: ja, in meinen emotional übersteigerten Zuständen neige ich durchaus manchmal zur Unsachlichkeit, das gebe ich unumwunden zu Finde aber, dass dies hier im Chaotenforum auch mal sein darf ...

    sorry, ist ein langer Beitrag

    @TheFreak:
    TheFreak schreibt:
    Ich frag mich an dieser Stelle ob ihm der Gedanke kam, dass sich die Gesellschaft nun mehr mit solchen "Erkrankungen" auseinander setzt und die Erkennung und die Unterstützung solcher Kinder und deren Umwelt(Eltern, Lehrer, Freunde, Bekannte, Familie) sich verbessert haben.
    Dieser Gedanke ist ihm ganz offensichtlich nicht gekommen ... Ich denke auch, dass sich die Gesellschaft auch dahingehend verändert hat, dass es weniger "Nischen" gibt, in denen Aussenseitern ein gewisser Erfolg möglich ist. Quer in einen Beruf einzusteigen ist heute vielfach unmöglich, da alles völlig genormt ist. Hier muss man sogar einen Lehrabschluss haben, um am Kiosk als Verkäufer arbeiten zu können! Die persönliche Leistungsfähigkeit wird von frühester Kindheit an gemessen und gefördert, wer da rebelliert oder einfach nicht kann, der fällt halt sehr schnell auf. Es gibt vermutlich nirgends mehr einen "Ziegenpeter", der Jahrelang die Schule schwänzt und kaum lesen kann ... der wäre nach zwei Wochen beim Schulpsychologen und auf der Sonderschule!

    1. Soweit ich informiert bin, kann Hyperaktivität auch ohne ADS auftreten. Wenn ich mich täusche, korrigiert mich!
    2. "Das es "Zappelphilippe" offentsichtlich in allen Kulturen gibt und wohl schon immer gegeben hat" meine einfache Erklärung hierfür, es sollte den meisten bekannt sein das die Menschen ihren Ursprung in Afrika hatten und sich von da in der ganzen Welt verteilt haben und dann aufgrund biologischer Kriterien der Umwelt angepasst und haben und selektiert wurden.
    Wenn man jetzt auch noch die Hunter-Theorie mit in betracht zieht, muss es folglicherweise auch eine menge Hunter(Jäger) mit der Zeit gegeben haben als die Menschen anfingen sich an verschiedenen Orten auf der Welt niederzulassen und sich dort angepasst haben. Das sich die Hunter auch vermehren ist in so fern logisch da sich Gene dominant und rezessiv verhalten können. Desweiteren können solche Gene auch über Generationen ausgeschaltet werden und auch umweltbegingte Faktoren "eingeschaltet" werden(das mit den umweltbedingten Faktoren sollte mit Vorsicht genossen werden da dies eine noch recht neue wissenschaftliche Forschung ist, sie nennt sich Epikgenetik).
    3. Hmm, unfähig sind Strukturen und Ordnungen anzuerkennen. Hmm, hier würde ich sagen das es auch mit auf die Wahrnehmung ankommt, die auch bei jedem Menschen anderes ist. Und er geht nur auf die ADSler ein mit dem H, aber wie sähe es seiner Ansicht nach aus wenn das Kind oder der Erwachsene "nur" ADS hat ?
    Zu Punkt 1 und 3: Natürlich werden die Träumer wieder mal aussen vor gelassen, denn so ist es ja viel einfacher ... Ich glaube gerade die sind es ja, die nach aussen gesehen wesentlich angepasster wirken, da sie nicht stören! Das Grundproblem, nämlich die Aufmerksamkeit (will nicht sagen Defizit!) aber besteht ja trotzdem ... und dieses wird von Bergmann geflissentlich übergangen. Ausserdem gibt es mE noch den strukturierten Typ von AD(H)S, der sozusagen überangepasst sein kann, d.h. verzweifelt darum kämpft, sich den Strukturen unterzuordnen. Dazu muss er diese doch aber erst mal erkennen, oder?
    Zu Punkt 2: Also da verstehe ich dich nicht so ganz ... ich finde die Huntersche Hypothese ganz interessant, aber ich denke da ist noch viel zu wenig bekannt, um über eine rein theoretische Ebene hinaus zu diskutieren. Beispielsweise wurde vor Kurzem das Neandertaler-Genom (zu einem Teil) entschlüsselt. Durch den Vergleich mit dem Menschlichen Genom hat man herausgefunden, dass sich gewisse Gene (unsere Gene!) seit der Trennung vom Neandertaler (vor ca. 400'000) Jahren stark weiterentwickelt haben. Darunter solche, die u.a. vermutlich bei Autismus und Schizophrenie eine Rolle spielen. Das ist jetzt reine Theorie von Lineli: Autismus und Schizophrenie können auch mit ADHS in Verbindung gebracht werden, wenn man hauptsächlich die Wahrnehmung betrachtet (weniger Wahrnehmung oder übermässige "Wahrnehmung"). Dass ADHS evtl. zum Autismus-Spektrum gehören könnte schreibst du ja auch, ich weiss allerdings nicht, ob die genannten Gene auch auf der 7. Gensequenz (????) zu finden sind. Zurück zu meinen persönlichen Gedankenverwindungen: Neandertaler waren doch auch Jäger und Sammler, also iwie stimmt doch da was nicht Die sagen zwar, es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Neandertaler auch Autisten sein konnten ... inwiefern haben sich die Gene denn entwickelt? Dann hätte es wohl schon im Primatenstadium Autisten usw. gegeben? so viel zu den Jägern in uns ... Also wenn dazu mal jemand was schlaues sagen könnte fände ich das sehr interessant

    Ich wage zu behaupten das eine Diagnose nicht nur ein simples Zuordnungsverfahren ist, klar das Symtome etwas festem Zugeordnet werden, dies dient meiner Meinung dafür um etwas Ordnung zu schaffen und nicht um die Menschen zu klassefizieren.
    Darüber habe ich mir schon öfters Gedanken gemacht ... Eigentlich dient die Diagnose doch aber dazu, dass anschliessend die adäquate Behandlung eingeleitet werden kann! Klar, es ist unschön, und meist auch sehr schwierig, die vielschichtigen Störungen eines komplexen ADHS-Geistes einer einzigen F (xyz) Kategorie zuzuordnen ... aber dabei geht es doch v.a. um die Priorität. Ob diese nun durch physische Befunde oder Symptombezogen geschieht ... auf jeden Fall doch nach bestem Wissen und Gewissen hoffe ich. Im Übrigen glaube ich, dass die Symptombezogenheit auf die meisten psychischen Erkrankungen zutrifft, v.a. auch auf die Persönlichkeitsstörungen. Der Herr widerlegt sich sozusagen mit seinen eigenen Argumenten ...

    Meine Theorie: Die Kinder merken schon früh aufgrund verschiedener Faktoren und Abgleiche mit der Umwelt das sie "anderes" sind und versuchen eine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen da sie sich hilflos und alleingelassen fühlen und Hilfe finden wollen, wobei jeder Preis dafür akzeptabel wäre. Ich kann mich aber auch irren. Vielleicht könnte es auch als eine Komponente dieses Verhaltens sein aber nicht nur.
    Also da kann ich wiederum nur von mir selber sprechen: ich glaube nicht im Geringsten, dass es mir als Kind bei meinem auffälligen Verhalten darum ging, Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen! Im Prinzip habe ich mich konstant und vollkommen überfordert gefühlt, von so vielen Dingen ... ich musste mich doch irgendwie zur Wehr setzen, und sei es mit Tobsuchtsanfällen, Verweigerung, Abschalten, Träumen, in Fantasiewelten leben ... Einfach um mir selber das Leben erträglich zu machen! Ein Verzweiflungsakt also, aber nicht weil ich Beachtung wollte, sondern im Gegenteil, weil ich in Ruhe gelassen werden wollte!

    Soweit mal ... ich hoffe, denke, bin sicher das reicht

    @happypill:
    Ja, du hast mit allem im Grunde genommen recht. Ich glaube auch, dass Pauschalisierungen der Sachen eigentlich nur schaden können, und dogmatisches Denken ist von Grund auf zutiefst unwissenschaftlich. Denn das ist ja genau der Punkt: Wissen soll geschaffen werden, und dies kann nur gelingen, wenn diejenigen die damit befasst sind, also die Wissenschaftler (Forscher jeglicher Fachrichtung: Mediziner, Verhaltenstherapeuten, Analytiker ... ), eine gewisse Offenheit für Neues und Anderes zeigen. Ansonsten können die sich noch bis "Anno Tobak" bekämpfen, und es werden keine neuen Erkenntnisse erreicht.

    happypill schreibt:
    Aber genauso schlimm finde ich zu sagen, wenn ADHS vorliegt ist eine Analyse sinnlos (oder Analyse ist sowieso immer sinnlos). Für ADHS ist die Analyse sinnlos, aber wer hat denn nur ADHS und sonst nix im Gepäck? Ich denke, nicht alle Betroffenen......
    Was mich betrifft habe ich doch gesagt, dass dies meine persönliche Meinung und Erfahrung ist? - Solange das ADHS nicht als solches behandelt wird (auf welche Art auch immer), bringt eine Analyse tatsächlich nichts, aber eben ... ist auch meine Sicht. Ansonsten: ja, war wieder mal OT halt, davor ist wohl niemand von uns gefeit ... Ich denke halt, dass die Vielzahl an neuen Erkenntnissen im Bereich der Neurobiologie usw., also der "handfesteren" Wissenschaften, u.a. die Analytiker einigermassen in Bedrängnis bringen, und dass genau dies solch eine dogmatische Abwehrhaltung auslöst.

    @Wildfang: huhu das war ich mit dem EsoWatch-Artikel. Die Erfahrungsberichte vom Almprojekt hat aber lola gelesen - kann dazu nur sagen, dass ich ähnliches auch schon gehört habe, aber wo? ...

    Ich bin nur durch Zufall auf diesen EsoWatch-Artikel gestossen, auf der Suche nach wissenschaftlichen Belegen (Forschung ... ) für die Aussagen von Hüther. Da mir die Website von EsoWatch eher ... naja, etwas extremistisch (?) erscheint, wollte ich die Behauptungen überprüfen, die da gemacht werden. Fand sie (oberflächlich gesehen) bestätigt.
    Ich denke, im Grunde findet man für alle Behauptungen irgendwo eine Quelle, die man zitieren kann, wenn man lange genug danach sucht. Somit, da Hüther nicht selber zu forschen scheint, denke ich eher, dass er zu dieser Sorte von "Pseudowissenschaftlern" zählt. Einen Doktortitel kann man bekanntlich auch bekommen, wenn man sich schlau genug anstellt beim .... "zitieren", das heisst also nicht so viel.

    boaaaah, sorry für den Text!!!!

  5. #25
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.267

    AW: Interview mit Wolfgang Bergmann - "ADS ist ein kulturelles Phänomen"

    @Wildfang

    Ich vergesse beim Surfen oft auf Lesezeichen, und meine Expedition durchs Netz in Sachen Alm-Projekt ist schon zu lange her, um noch im Verlauf auffindbar zu sein. Auslöser für die Suche war der sehr negative Bericht der Mutter eines Alm-Kindes. Ich hab einen genehmigten Abdruck im Newsletter von adapt gelesen. Wenn ich die Zeitung noch finde, kann ich dir auch eine Quelle im Netz auftreiben.

    30 min später: Zeitung finde ich nicht mehr, liegt vermutlich bei der SHG. Und der link zu ADHS-Deutschland e.V. (Erfahrungsbericht einer Mutter) funktioniert nicht, die ganze Site funktioniert heute nicht gut.

    Was aber hervorragend funktioniert, ist der link zum entsprechenden Thema hier im Forum:http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-all...lin-stern.html
    In dem thread gibts auch eine Reihe von links zum Thema.

    lg
    lola

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: Interview mit Wolfgang Bergmann - "ADS ist ein kulturelles Phänomen"

    Und GENAU deswegen will ich hier einen Beitrag zur Forschung leisten!


    Er hat Recht, die gegenwärtige Diagnostik ist beschissen.

    Aber:

    Der Herr hat keine Ahnung. Er ist ein Normalo, ohne Einblick in die Welt des ADHSlers.

    Er unterliegt den gleichen Fehlschlüssen wie alle in unserem Umfeld - geprägt von den behavioristischen Wurzeln unserer gegenwärtigen Psychologie. Menschen wie Sigmund Freud haben die Basis aufgebaut, auf dem grundlegenden Glauben, dass alles unseres Verhaltens Produkt der Erfahrungen sei. Wer sich nicht benehmen kann ist einfach schlecht erzogen! Diese Theorie stammen aus einer Zeit, in der man Züchtigung unartiger Kinder als vollkommen normal angesehen hat. Das ADHS Kind wurde für sein verhalten grün und blau geprügelt! Und weil das nichts änderte wurde es dann noch doppelt und dreifach so oft geprügelt.

    Das ist die Grundlage, auf der diese Mentalität aufbaut. Nach wie vor prägt sie unsere Vorstellung und ignoriert völlig
    die Erkenntnisse der modernen Neurologie. Der Mann hat ganz offensichtlich überhaupt kein Wissen über irgendwelche Grundlagen, die dem ADHS zugrunde liegen. Es ist traurig, dass alleine der Doktortitel dazu bemächtigt, dass einem die Leute einfach glauben.

    Ich bin Neurobiologe, ich bin ADSler. Ich kann ganz genau sagen, was ich erlebe und warum ich es so erlebe. Ich kann ihm die Hirnareale aufzeigen wo es entsteht, ich kann ihm sagen welche Funktionen diese haben, was man im Tomographen sehen kann was bei ADHSlern verändert ist. Als ich die Diagnosefragebögen in der Hand hatte habe ich auch noch gezweifelt, als ich mir das Wissen angeignet hatte und die Methylphenidatwirkung einordnen konnte war alles klar.
    Ich kann ihm Stück für Stück begründen, warum ich nicht einfach nur ein eingebildeter Narzisst bin, sondern das eindeutige Ursachen in der Struktur des Gehirns hat und wo genau das Methylphenidat helfen kann.


    Diese Ignoranz kotzt mich an. Der Herr scheffelt mit seinem tollen Panikmachebuch Geld auf Kosten von Leuten wie uns, die dann mit zunehmend weniger Akzeptanz zu kämpfen haben. Ich hab die Schnauze voll von diesem Unsinn.

    Was ich hier gerade zuhause konkret entwickele ist eine neuartige Idee für ein Diagnosekonzept. Wenn das alles so funktioniert wie ich mir das vorstelle, dann könnte dort der erste Schritt sein, dass niemand mehr blöd auf die Fragebögen schielt, weil die Sache klar ist. Dann kann ich solchen Leuten genau sagen: "DA ist das Problem Herr Doktor, und deswegen können wir auch genau DAS HIER messen!"

    Ich hoffe wirklich für uns alle, dass das nicht nur blöde, überhebliche Spinnerei ist was ich mir da grad überlege...

    *edit*

    so muss ich mir nun doch eingestehen, dass der Wortlaut meines Beitrags hier durchaus narzisstische Züge beinhaltet wenn man danach suchen möchte
    Geändert von hypocampus (29.10.2011 um 03:19 Uhr)

  7. #27
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.267

    AW: Interview mit Wolfgang Bergmann - "ADS ist ein kulturelles Phänomen"

    so muss ich mir nun doch eingestehen, dass der Wortlaut meines Beitrags hier durchaus narzisstische Züge beinhaltet wenn man danach suchen möchte
    Ja, das ist die Krux, wenn man mal beim Psychiater gelandet ist: man kann jede Gegenwehr als Argument für eine weitere Pathologisierung nutzen. Analog wie in der Schule, wo man jeden Schüler auf "nicht genügend" prüfen kann, wenn man nur will. Nicht wenige ADHSler haben das schon am eigenen Leib erlebt.

    Verständnisfrage: meinst du in deinem Beitrag Bergmann oder Hüther, es passt zu beiden?

    lg
    lola

  8. #28
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Interview mit Wolfgang Bergmann - "ADS ist ein kulturelles Phänomen"

    Hallo Chris

    ich bin mit dieser Theorie, welche dieser Arzt in diesem Interview aufgestellt hat auch nicht einverstanden, Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, das ADHS nichts neues ist und untherapiert sind die spätfolgen nicht abschätzbar! (siehe meine Geschichte )

    Ein Kollege von mir sagt immer, bei den Indianern wären unsere Kinder mit ADHS am besten aufgehoben! dort finden sie für jeden und für alle eine Aufgabe und einen Platz in der Gemeinschaft! Egal welche Fähigkeiten und defizite ein Kind bzw. ein Mensch hat oder eben *nicht!*

    Diesen Gedanken finde ich super schön, will heisen, ich tröste mich oft damit, wenns mal wieder sehr schwierig ist!!!

    In diesem Sinne!


    Liebe Grüsse Mammeli

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Interview mit Wolfgang Bergmann - "ADS ist ein kulturelles Phänomen"

    Ein Kollege von mir sagt immer, bei den Indianern wären unsere Kinder mit ADHS am besten aufgehoben! dort finden sie für jeden und für alle eine Aufgabe und einen Platz in der Gemeinschaft! Egal welche Fähigkeiten und defizite ein Kind bzw. ein Mensch hat oder eben *nicht!*
    Na ja, die edlen Wilden ... ich halte das ja für ein Gerücht. Kein Gerücht ist, dass Stämme gibt, die Menschen, die nicht reinpassen, umbringen. Sofern speziell ADHS in der "Steinzeitumgebung" auffällt. Wär ja mal ein Thema für eine Anthropologische Doktorarbeit

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: Interview mit Wolfgang Bergmann - "ADS ist ein kulturelles Phänomen"

    Wildfang schreibt:
    Na ja, die edlen Wilden ... ich halte das ja für ein Gerücht. Kein Gerücht ist, dass Stämme gibt, die Menschen, die nicht reinpassen, umbringen. Sofern speziell ADHS in der "Steinzeitumgebung" auffällt. Wär ja mal ein Thema für eine Anthropologische Doktorarbeit


    Gemäss der Hunter'schen Thesen wären wir da ja wunderbar aufgehoben

    Im Grunde aber denke ich, dass sich die heutigen Menschen gar nicht so grundlegend von den Steinzeitlern unterscheiden wie sie manchmal glauben. Gerade die Herren Bergmann und Hüther vertreten Ansichten, die mir reichlich unaufgeklärt erscheinen ...

    Wenn es nach Bergmann ginge, dann würden wir alle wegen einer narzistischen Persönlichkeitsstörung behandelt, natürlich ohne Erfolg, und am Ende vermutlich für immer in der Psychiatrie landen, also weggesperrt. Hüther hingegen würde alle ADHS-ler auf eine Alm verfrachten, wo es dann ja keine Probleme mehr gibt mit uns (denn dass der Effekt seiner Therapien langfristig nicht anhält, das hat sich ja gezeigt, also würden wir ewig dort bleiben müssen).

    Wo also liegt der Unterschied zwischen wegsperren/wegschicken und umbringen? Lediglich in einer pseudohumanistischen Heuchlerei, denn wie bereits gesagt: unbehandeltes (oder falsch behandeltes) ADHS resultiert in Komorbiditäten. Darunter Depressionen usw .... mit den bekannten möglichen Folgen.

    Das ist jetzt natürlich sehr überzeichnet, aber im Grunde sind die doch beide eher hilflos der Sache gegenüber ... und die Menschen glauben ihnen auch noch blindlings, vergleichbar vllt mit den Schamanen der indigenen Völker (Mit dem Unterschied, dass diese im richtigen Kontext wirken und deshalb auch Erfolge haben können).
    Geändert von Lineli (30.10.2011 um 01:46 Uhr) Grund: Ironie angezeigt!

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