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Diskutiere im Thema Huffington Post, 25.06.2016 im Forum ADS ADHS: Nonsens aus Presse und Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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  1. #81
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 768

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    @ChaotSchland: Das Video kann ich leider nicht anschauen, das triggert mich.

    Aber so generell: ich hab den Eindruck, dass wir irgendwie aneinander vorbei reden. Mit Inklusion meine ich, dass jeder einen freien Zugang zur Gesellschaft mit allen ihren Lebensbereichen hat. Ist das für dich denn nicht erstrebenswert?

  2. #82
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 2.954

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    Ich denke nicht dass man gegen die Inklusion sein muss, um sie mit kritischen Augen zu betrachten.
    Als Außenstehender kann man auch leicht den Eindruck kriegen, mit der Regelung wird eine Eingliederung
    der behinderten Schüler um jeden Preis angestrebt. Ein bisschen nach dem Motto, dir bleibt keine Wahl,
    du "musst dich inkludieren(lassen)".
    Dieser Zwang, egal ob er tatsächlich ausgeübt wird oder nicht, kann auf allen Seiten schon im Voraus einen inneren
    Widerstand auslösen.

  3. #83


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 8.478

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    oracle.kid schreibt:
    @ChaotSchland: Das Video kann ich leider nicht anschauen, das triggert mich.

    Aber so generell: ich hab den Eindruck, dass wir irgendwie aneinander vorbei reden. Mit Inklusion meine ich, dass jeder einen freien Zugang zur Gesellschaft mit allen ihren Lebensbereichen hat. Ist das für dich denn nicht erstrebenswert?
    Letztens hatte ich eine Unterhaltung über Inklusion und da kam die Frage auf, was denn dann mit den Hauptschülern (z.B.)
    sei. Die müssten doch dann auch freien Zugang zum Gymnasium haben wie im Moment die Kinder mit z.B. Förderbedarf
    lernen. Und da erschließt sich mir nicht der Sinn, ehrlich gesagt.

  4. #84
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 768

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    Nun, es gibt meiner Ansicht nach keinen Mittelweg zwischen Inklusion und Segregation. Man muss sich also entscheiden was man möchte - die Beibehaltung des status quo oder eine Hinarbeit zu einer offenen und toleranten Gesellschaft.

    Daher hatte ich die "Gretchenfrage" gestellt: Wie hältst dus mit der Integration?

    Natürlich kann man über das WIE der Zielerreichung einer inklusiven Gesellschaft streiten und das kritisch betrachten. Dabei bleibt aber das Ziel "Inklusion" bestehen. Und selbstverständlich ist Inklusion unbequem - aber nur für die, die bisher die Privilegien alleine hatten. Deren Vermögen und sozialer Status reproduziert sich im bisherigen System immer wieder (wie bereits dargelegt).

    Menschen wie wir mit ADHS oder anderen Diagnosen/Umständen, die sie nicht so leistungsfähig und gesellschaftskonform sind, können davon aber nur profitieren. Als bereits praktiziertes Beispiel sei an der Stelle der Nachteilsausgleich an der (Hoch-)Schule genannt.

  5. #85
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 768

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    minzi schreibt:
    Letztens hatte ich eine Unterhaltung über Inklusion und da kam die Frage auf, was denn dann mit den Hauptschülern (z.B.)
    sei. Die müssten doch dann auch freien Zugang zum Gymnasium haben wie im Moment die Kinder mit z.B. Förderbedarf
    lernen. Und da erschließt sich mir nicht der Sinn, ehrlich gesagt.
    Das stimmt, dass dann jeder Zugang zu allen Schulformen haben darf und kann - was auch der Grund dafür ist, wieso unser bestehendes Schulsystem in einer inklusiven Gesellschaft nicht weiter bestehen bleiben kann.

    Ein stichhaltiger Grund könnte doch sein, soziale Ungerechtigkeit abzubauen und zu verhindern, oder nicht?

    Hab ja ein oder zwei Seiten weiter vorne schon dargelegt, wie eng in Deutschland der Bildungsstatus mit sozialem Status zusammenhängt und welche Folgen das hat:
    Die Elite und die Arbeiterklasse bleiben unter sich. Für die Schlechtergestellten ist das eine real existierende, massive Benachteiligung, die durch Inklusion abgebaut werden kann.

  6. #86
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.598

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    Gretchen würde auch gerne mal ein Frage stellen.

    Nein, Gretchen wartet, bis ihre angenommene Enkeltochter im kommenden Jahr in die Schule kommt.

    Aber meine Klappe halten kann ich trotzdem nicht .....

    Und was das Schulsystem in Deutschland angeht, da halte ich es mit Konstantin Wecker:
    ...es reichen keine Reformen, da braucht es schon eine Reform......

    Und das liegt nicht an unfähigen Lehrern.

    Sollte meine Enkeltochter die gleichen Probleme in der Schule haben wie meine Tochter
    (LRS), werde ich versuchen, sie genauso zu unterstützen wie ich es bei meinen Kindern getan habe.

    Das andere habe ich wieder gelöscht, folgt dann in einem Jahr.

  7. #87
    Chef - Knuddler

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.322

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    Ich finde diesen "wir müssen alle gleich sein,Männlein wie Weiblein,jeder darf alles machen" Gedanken schlimm. Es ist mMn nicht okay,wenn immer schlechter qualifizierte Ärzte beispielsweise am Ende rauskommen,weil irgendein Schlauberger meint,da AUCH NOCH den Numerus Clausus abzuschaffen!

    Es kann eben nicht jeder alles. Was ist denn an der Wahrung der Individualität so schlimm und-"Segregation"?!! Ernsthaft? Nur weil nicht jeder studieren kann,oder was auch immer?

    Ja... ich weiß,rein auf sprachlicher Ebene ist die Segregation das gesuchte Gegenstück,es hat aber den "Beigeschmack" der Ungerechtigkeit. Und die existiert so de facto nicht.

  8. #88


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 8.478

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    Gut, ich gebe zu, wenn man sich in solch eine Diskussion einklinkt, sollte man
    vorher alles gelesen haben Aber ehrlich gesagt, ist mir das viel zu viel.
    Dennoch versuche ich mal ein paar Gedanken loszuwerden.......

    Ich könnte mir schon vorstellen, dass eine totale Veränderung unserer Schulen vielen
    Schülern viel bringen würde. Inklusion an Schulen, wie es jetzt läuft, kann nicht funktionieren.
    Eine Sonderpädagogin, die für alle inkludierten Schüler zuständig ist???? Vielleicht noch ein zweiter,
    der/die von einer Förderschule zwangsabberufen wurde für eine geringe Stundenanzahl?????
    Wenn, dann müssten unsere sehr gut ausgebildeten Sonderpädagogen in viel höherer Zahl an den Regelschulen
    arbeiten. In jeder Klasse mindestens eine/r den ganzen Tag. Dann müssten noch die "normalen" Lehrer von ihrem
    hohen Ross runterklettern und lernen, dass die Sonderpädagogen eine ebenso gute Ausbildung genossen haben
    und man sich ergänzen kann und nicht konkurriert.
    Dann müssten alle Kinder, die besonderen Bedarf haben, auch wenn er nicht explizit durch Ärzte oder Psychologen
    bestätigt wurde, ein Recht bekommen auf individuell aufbereitete Aufgaben.
    Klingt ein wenig wie Utopia, aber ich könnte mir vorstellen, dass es schnell umsetzbar wäre, wenn nicht die politischen
    und gesellschaftlichen Mühlen so langsam mahlen würden.

    Ich denke, wie Salamander, dass es Persönlichkeitsstrukturen gibt, die sich gerne über andere erheben und diese dann
    auch merken lassen, wie blöd, hässlich oder was auch immer sie sind. Und da reicht nicht immer die Schule, um das
    zu lösen. Und da würde auch nicht unbedingt eine wirklich gut funktionierende Schulform helfen können. Vor allem nicht
    in heutigen Zeiten, wo Mobbing via Internet noch leichter geworden ist.

    Ich glaube auch nicht an die Menschen, ehrlich gesagt. Ich denke, unterschiedliche Persönlichkeiten gehen unterschiedliche
    Wege und nicht jeder Weg tut anderen Menschen gut. Wenn man sich Gruppengefüge unterschiedlichster Art ansieht, so hat
    man doch, mehr oder weniger ausgeprägt natürlich, immer wieder ähnliche Zusammensetzungen. Es gibt die, die anführen, die
    die sich am Anführer orientieren, die, die gerne Anführer wären, die, die ihr eigenes Süppchen kochen etc. In allen Gruppen, die
    ich bislang kennengelernt habe, war es so. Und die jenigen, die unzufrieden mit ihrer Position sind, beginnen häufig auch gegen
    andere zu mobben. Und sie können oft auch einige Mitläufer um sich scharen, die da mitmachen.
    In der Schule sähe das nicht anders aus, glaube ich. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es jemals Menschen geben wird,
    die völlig frei vom Wunsch nach Macht und Einfluss sind. Und sobald ein einziger da ist, wird es schwierig werden.

    Im Prinzip finde ich ja, dass die Gesamtschulen schon einen besseren Weg darstellen als unser geteiltes Schulsystem, aber auch
    dort werden die Kinder in verschiedene Kurse, entsprechend ihren Fähigkeiten verteilt, was wiederum dazu führt, dass es u.U. zu
    Diskriminierungen kommt. Ich kann mir aber auch kein Schulsystem vorstellen, wo es nicht dazu kommt, dass Unterschiede sichtbar
    werden. Auch in der Intelligenz. Es ist nämlich nicht so, dass jedes Kind alles erreichen kann. Es ist nur so, das viele mehr erreichen
    könnten. Eben entsprechend ihrer Fähigkeiten. Wie vorher schon geschrieben wurde: Wir brauchen auch Handwerker, denn wenn wir
    keine mehr hätten irgendwann, können wir anfangen über Essen zu reden oder versuchen unsere HandyApps zu essen.
    Hier müsste dringend ein Umdenken stattfinden. Handwerkliche Berufe oder auch Dienstleistungen müssten den Stellenwert bekommen,
    den sie verdienen. Gehälter müssten angepasst werden. Die einen nach unten, die anderen nach oben.
    Und schon haben wir wieder ein Utopia. Da müsste nach meiner Meinung die ganze Welt mitziehen. Ansonsten funktioniert es nicht.

    Als letztes noch zum eigentlichen Thema: der Artikel in der Huffington Post
    Ich denke nach wie vor dass Herr Hüther ein Idiot ist. Er denkt immer noch, dass Adhs vor allem eine Sache der Umwelt /des Umfeldes ist.
    Da ich schon sehr lange mit Kindern arbeite, die ADHS haben, habe ich schon viele Kinder kennengelernt, die eben nicht in Familien groß werden,
    wo die Eltern keine Zeit haben, soziale und finanzielle Probleme existieren, liebevoll mit ihnen umgegangen wird und auch im Kindergarten und
    der Grundschule mit den Eltern zusammengearbeitet wird und nicht dagegen. Sie spielen vorwiegend draußen oder mit Lego und nicht mit der
    Playstation. Trotzdem hatten sie massive Probleme, sich zu konzentrieren, aufmerksam zu bleiben, bzw. eben vor allem starke Defizite in den
    exekutiven Funktionen. Dort hatten die Eltern zwar gelernt, die Kinder zu unterstützen, aber letztendlich war es dann doch erfolgreicher, zusätzlich
    Medikamente zu verabreichen. Und das nicht zum Wohle der Eltern, Erzieher und Lehrer, sondern zum Wohle der Kinder. Ich sage nicht, dass Herr
    Hüther in allem unrecht hat. Aber geht so dermaßen zu weit, dass ich kaum in der Lage bin, mir das positive herauszuziehen.

    Eine Gesellschaft kann es meiner Meinung nicht schaffen, allen Menschen gerecht zu werden. Ein wenig gerechter schon, aber nicht zu 100%.

  9. #89
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.598

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    @minzi

    Hier müsste dringend ein Umdenken stattfinden. Handwerkliche Berufe oder auch Dienstleistungen müssten den Stellenwert bekommen,
    den sie verdienen. Gehälter müssten angepasst werden. Die einen nach unten, die anderen nach oben.
    Dafür hast du meinen Beifall!

    Ich habe mich damit abgefunden, dass ich nicht das Abitur oder wenigstens die Fachhochschulreife nachgeholt und studiert habe.
    In meinem Leben habe ich aber viel bewegen können und viele Herausforderungen konnte ich meistern.

    Was mich aber immer noch wurmt, ist , mit welch einer Missachtung Menschen mit höherer Bildung manchmal auf andere herabschauen,
    ohne dass es ihnen wahrscheinlich überhaupt bewusst ist.

    Ich habe bereits mit 17 eine sehr interessante Stelle in einem Industriebetrieb gehabt, wo ich in kürzester Zeit sehr viel Erfahrung gesammelt
    habe und mit verantwortungsvollen Aufgaben betraut wurde (Anfang der 70-er Jahre war so etwas noch ohne BWL-Studium möglich.)

    Jeden Morgen bin ich mit zwei Arbeiterinnen vom Bus zur Firma gelaufen. Mir ist schon aufgefallen, dass die beiden sehr einfach in ihrem
    Denken waren, aber ich habe sie genauso respektvoll behandelt wie alle anderen Kollegen.

    Auch wenn ich durch die Fertigung gelaufen bin, habe ich freundlich gegrüßt, wenn ich einen Raum betreten habe. (Ich bin in einem kleinen
    Bauerndorf aufgewachsen, wo üblich war, dass man jeden gegrüßt hat).

    Später leitete ich eine Mutter-Kind-Gruppe. Eine Teilnehmerin erzählte mir, dass ihr Mann, der im gleichen Betrieb wie ich zuvor an einer Maschine arbeitete,
    sagte, ich sei die einzige freundliche Angestellte gewesen .....

    Ich muss nicht mit jedem eine Freundschaft eingehen, aber können wir unsere Mitmenschen nicht einfach ein bisschen mehr achten?
    Egal, was für eine Bildung sie haben. Was sie für Jobs machen.

    Abgesehen davon, ein Mechatroniker hat vielleicht mehr am Ende des Monats in der Tasche als ein Hochschullehrer, der keine unbefristete Anstellung findet.

    Und wenn ich an meinen Hausarzt denke, was der jammert, wie wenig er verdient im Vergleich zu manchem Handwerker.

    Das war jetzt off-Topic, aber wie ich schon sagte, mit der Schule befasse mich erst in einem Jahr wieder so richtig.

    P
    S. Es gibt auch immer wieder sehr erfreuliche Ausnahmen, wo sich Menschen auf Augenhöhe treffen!
    Geändert von Gretchen (28.09.2016 um 14:54 Uhr) Grund: P. S.

  10. #90
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 2.954

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    Was mE bisher noch nicht erwähnt wurde. Summerhill funktioniert weil eine bestimmte Mischung von Schülern und Lehrern ausgewählt worden ist. Solange nicht eine größere Anzahl von Schulen dem Beispiel folgt, bleibt der experimentelle Charakter bestehen.

    Bei unserem Schulsystem muss man zugegebenermaßen nach den Stärken suchen. Das liegt vermutlich daran, dass wie in jedem anderen staatlich geregelten Bereich nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Daran wird sich auch mit einer tiefgreifenden Schulreform nichts ändern.

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