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Diskutiere im Thema Huffington Post, 25.06.2016 im Forum ADS ADHS: Nonsens aus Presse und Medien
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  1. #71
    salamander

    Gast

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    bei der sache mit dem mobbing wäre ich vorsichtig.

    mobbing resultuert nicht zwangsläufig aus dem system der regelschulen und des konkurrenzkampfs heraus.

    eine persönlichkeitsstruktur die mobbt tut es in jedem system. dass ein anders schulsystem zu weniger mobbing führt, halte ich für eher stark fragwürdig.

  2. #72
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 2.956

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    Das Beispiel Summerhill funktioniert nur solange die Lehrer und Schüler mit der gleichen Leidenschaft zusammenarbeiten.

    Ich denke dass es in Deutschland sehr schwer ist eine Lehrerschaft für solch ein Projekt zu finden.

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  3. #73
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 768

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    @Salamander: Klar, eine gestörte Persönlichkeit - nichts anderes haben für mich Mobber - wird dies immer tun, egal in welchem Schulsystem. Die Frage ist nur, inwieweit das bisherige Schulsystem mit seiner Versagenskultur das begünstigt. Ich glaube, das hat einen großen Anteil daran.

    Mit Versagenskultur meine ich Noten und Segregation: Schlechte Noten drücken für Kinder aus: "Du bist schlecht, du kannst das nicht" und wenn das noch mit "weil du so schlecht bist, darfst du nur auf die Hauptschule. Hauptschüler sind weniger wert" zusammen kommt, denke ich schon, dass diese Umstände großen Einfluss auf die Kinder und ihre Persönlichkeit haben.

    Ach, gerade gefunden:
    Die Ergebnisse der Studie haben bestätigt, dass Schulkultur und vor allem das Verhalten der Lehrer beim Mobbing eine große Rolle spielen.
    http://www.leuphana.de/news/meldunge...ingstudie.html

    @Sunpirate: Ja, das mit der problematischen Lehrerschaft sehe ich auch so. Ich kann mich nur zu gut an eine FB-Diskussion in einer Gruppe für Lehrer und Pädagogen erinnern, in der der O-Ton: "Wissensvermittlung steht an erster Stelle, Beziehungsarbeit ist zweitrangig" kam. Und das ist aus pädagogischer Sicht schlichtweg falsch. Das wiederum spricht sehr für eine geänderte Lehrerausbildung, finde ich.

  4. #74


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8.750

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    Hallo Oracle.Kid,

    die von dir verlinkte Pressemitteilung ist interessant. Eine etwas detailliertere Veröffentlichung mit Hintergrundinormationen zur Studie ist auf der Seite verlinkt: DAK/Leuphana Universität Lüneburg: Mobbing und Gewalt an Schulen - Hintergrundinformationen zur Schülerbefragung..., abgerufen am 26.9.2016

    oracle.kid schreibt:
    Ach, gerade gefunden:
    Die Ergebnisse der Studie haben bestätigt, dass Schulkultur und vor allem das Verhalten der Lehrer beim Mobbing eine große Rolle spielen.
    http://www.leuphana.de/news/meldunge...ingstudie.html
    Beim Durchlesen der Veröffentlichung sind mir ein paar Details bei der Interpretation der Statistik sofort ins Auge gesprungen. Eines davon möchte ich besonders hervorheben.

    Sowohl Mobbing-Opfer, als auch Täter empfinden Lehrerverhalten und Schulklima als negativ, insbesondere beurteilen sie diese Punkte schlechter, als Schüler, die nicht zum Täter- respektive Opferkollektiv gehören. Soweit ich es aus dem Kontext erkennen kann, wurde der Vergleich jeweils über die gesamte Stichprobe gezogen. Damit sind andere Effekte als der dort angeführte nicht auszuschließen. Zum Beispiel könnten der Grund für die Angabe bei den Opfern ebenso in einer depressiven Verzerrung der Lebensrealität liegen und nicht in einem objektiv schlechten Lehrerverhalten.

    Die von dir zitierte Aussage

    Die Ergebnisse der Studie haben bestätigt, dass Schulkultur und vor allem das Verhalten der Lehrer beim Mobbing eine große Rolle spielen.
    ist demnach nur eine von mehreren möglichen Ursachenkonstellationen. Ohne detailliertere Betrachtungen des Datenmaterials, wie zum Beispiel einen Vergleich einzelner Schulklassen, kann sie meiner Ansicht nach als Arbeitshypothese für weitere Untersuchungen angenommen werden, nicht jedoch als zwingende Folgerung aus den dargestellten Daten.


    Damit komme ich zum ersten Teil deiner Antwort:

    oracle.kid schreibt:
    @Salamander: Klar, eine gestörte Persönlichkeit - nichts anderes haben für mich Mobber - wird dies immer tun, egal in welchem Schulsystem. Die Frage ist nur, inwieweit das bisherige Schulsystem mit seiner Versagenskultur das begünstigt. Ich glaube, das hat einen großen Anteil daran.

    Mit Versagenskultur meine ich Noten und Segregation: Schlechte Noten drücken für Kinder aus: "Du bist schlecht, du kannst das nicht" und wenn das noch mit "weil du so schlecht bist, darfst du nur auf die Hauptschule. Hauptschüler sind weniger wert" zusammen kommt, denke ich schon, dass diese Umstände großen Einfluss auf die Kinder und ihre Persönlichkeit haben.
    Ob Noten Mobbing fördern, kann ich nicht einschätzen. Denn auf die Schnelle habe ich keine systematische Untersuchung zu diesem Thema gefunden. Es wäre sicherlich interessant hier einen quantitativen Vergleich der Mobbing-Erfahrungen zwischen Schulen mit Notensystem und alternativen Ansätzen, zum Beispiel Waldorfschulen anzustellen.

    Dass diese Schulen völlig frei von derartigen Dingen sind, halte ich persönlich für unwahrscheinlich, weil Erzählungen einer früheren Bekannten im Kopf herum spuken über Mobbingerfahrungen wegen Körperlichkeiten, in ihrem Fall schwarze Haare zusammen mit einem sehr heller Teint. Allerdings ist ein solcher "Kronzeugenbericht" ein Einzelfall ohne statistische Aussagekraft. Ohne einen methodisch sauberen Vergleich wird sich das nicht klären lassen.


    Was die Segregation angeht, genauer das von dir angeführte gegliederte Bildungssystem, so halte ich es durchaus für möglich, dass sie zur Belastung werden kann. Was ich in der Diskussion vermisse ist die Überlegung, dass sie auch eine Entlastung bringen könnte. Hierfür will ich zwei hypothetische Konstellationen anführen.

    Das eine ist ein Schüler, der sich vor der Differenzierung auf die Schultypen im Hinblick auf Leistung und Noten im hinteren Teil des breiten grauen Mittelfelds bewegt. Dementsprechend selten sind für ihn schulische Erfolgserlebnisse. Auch die Aufmerksamkeit, die extrem Leistungsschwache Schüler genießen, wird ihm nicht zuteil. Nach der Differenzierung findet er sich plötzlich im oberen Drittel der Leistungsskala wieder, sein Interesse wird besser und er erlebt seinen Schulalltag positiver.

    Das zweite Beispiel mag etwas provokant wirken, da es sich um einen leistungsstarken Schüler mit guten Noten handelt. Auch wenn leider häufig davon ausgegangen wird, dass die betreffenden keine Schulprobleme haben, ist dies keineswegs immer so. Im Unterricht langweilt er sich häufig. Er koppelt sich deswegen aus dem Geschehen ab, verweigert die Hausaufgaben... . Deshalb darf er bald einen Nachmittag pro Woche in zusätzlichen Förderstunden, früher Stützunterricht, verbringen. Dort wird noch intensiver wiederholt, die geistige Anregung ist noch geringer als im normalen Unterricht und nach ein paar Wochen beschäftigt er sich hauptsächlich damit, den Förderunterricht zu sabotieren. Wegen seiner, trotz allem, guten Noten, landet er auf der höchsten Schulstufe. Dort blüht er auf, da das Tempo endlich besser zu seinen Bedürfnissen passt.

    Beides sind, mehr oder weniger erfundene, Beispiele für Gewinner einer Differenzeirung.


    Vor allem aber halte ich es für problematisch, zu verschweigen, dass in einer spezialisiert arbeitsteiligen Gesellschaft an einem bestimmten Punkt eine Differenzeirung, anders gesagt eine Segregation, stattfinden muss. Unter der Annahme, dass es neben erlernten Fähigkeiten auch etwas wie Begabung gibt, eignet sich nicht jeder für jede Aufgabe. Damit bleiben nur drei Fragen zu beantworten.

    Zu welchem Zeitpunkt führen wir die Differenzierung durch. Ob es günstiger ist, die Schüler im Alter von ungefähr zehn Jahren auf die Schultypen aufzuteilen, oder das ganze in die Pubertät zu verschieben, wenn sich im Alter von ca. 16 Jahren entscheidet, mit welchen Abschluss der betreffende von der Schule abgeht, kann ich nicht beurteilen. Mit einem Einheitsabschluss nach acht Schuljahren würde sich das Problem auch nicht lösen, denn damit würde die Entscheidung nur auf die potentiellen Ausbildungsstätten und Hochschulen verlagert.

    Wie öffnen wir Wege für Personen, die zum Zeitpunkt durch das Selektionsraster gefallen sind. Anders gesagt, wie geht das System mit seinen eigenen Unzulänglichkeiten um. Im Fall von Schulen sind hier zum Beispiel Einrichtungen wie berufliche Gymnasien sehr erfolgreich. Ich kenne die Zahlen nur für Baden-Württemberg, aber hier erreichen zwischen einem Viertel und einem Drittel eines Abschlussjahrgangs die Hochschulzugangsberechtigung auf diesem Weg (Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Abiturienten nach Schularten, abgerufen 26.9.2016). Dieser Punkt müsste eigentlich auch den gesellschaftlichen Umgang mit den betroffenen Personen beinhalten, dieser überschneidet sich aber mit der direkt folgenden dritten Frage.

    Wie ist die gesellschaftliche Achtung für Menschen mit verschiedenen Bildungsabschlüssen. Wenn der Mensch erst mit Abitur anfängt, ist das ein ernsthaftes Problem der Gesellschaft. Den Satz habe ich von Carl Zuckmayer geklaut und leicht abgewandelt. Im Original karrikiert er damit in 'Der Hauptmann von Köpenick' den Effekt eines Verschmelzens von gesellschaftlichem Ansehen und militärischem Rang. Mein persönliches Gefühl ist, dass sich eine derartige Ansicht in immer weiteren Teilen der meinungsführenden Schicht ausbreitet. Wenn in Diskussionen zum Thema Bildungsgerechtigkeit der Hauptschulabschluss als minderwertig bezeichnet wird, kocht mir regelmäßig die Galle hoch. In letzter Zeit habe ich sogar schon erlebt, dass die Behauptung aufgestellt wurde, nur ein Universitätsstudium sei ein vollwertiger Bildungsabschluss.

    Schon der von dir verwendeten Begriff Versagenskultur schmerzt mich, denn er impliziert, dass ein Hauptschulabschluss ein schulisches Versagen ist. Meiner Ansicht nach sollten wir dahin kommen, dass wir ihn als das ansehen, was er ist, einer von mehreren möglichen ersten Bildungsabschlüssen. Zugegeben, das ist Wortklauberei aber Worte haben Macht.


    Meine persönliche Meinnung ist, dass es problematisch ist, am Bildungssystem Dinge reparieren zu wollen, die wir in der parallel dazu stattfindenden Gesellschaftsdebatte kaputt machen. Ein Müller mag kein Abitur haben, ohne ihn würden wir aber verhungern. Er leistet einen ebenso wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft wie ein Universitätsprofessor. Wenn wir das verneinen, legen wir die Axt an die Wurzeln des Zusammenlebens als Gesellschaft. Aber damit sind wir weg von der Diskussion um Schulsysteme. Mit dem Ausgangspunkt des Threads einer Veröffentlichung in der Huffington Post hat es noch weniger zu tun.

  5. #75
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 768

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    Danke für die Aufklärung zu der Studie - bin leider nicht dazu gekommen, mich da selbst einzulesen, daher hab ich mal auf die Interpretation vertraut Deiner Darlegung folgend, ist der Artikel natürlich nur teilweise ein Beleg.

    Dass diese Schulen völlig frei von derartigen Dingen sind, halte ich persönlich für unwahrscheinlich, weil Erzählungen einer früheren Bekannten im Kopf herum spuken über Mobbingerfahrungen wegen Körperlichkeiten, in ihrem Fall schwarze Haare zusammen mit einem sehr heller Teint. Allerdings ist ein solcher "Kronzeugenbericht" ein Einzelfall ohne statistische Aussagekraft. Ohne einen methodisch sauberen Vergleich wird sich das nicht klären lassen.
    Niemand behauptet doch, dass demokratische oder sonstige Schulen frei von Mobbing sind. Meine Aussage sollte sein, dass Mobbing - wie in meiner Argumentation aufgeführt - in Regelschulen wahrscheinlicher ist. Und das alleine wäre schon ein Grund, der im Sinne der Berufsethik der Sozialen Arbeit (mein argumentativer Standpunkt in der ganzen Diskussion) gegen das bisherige Schulsystem spricht.
    Denn die Soziale Arbeit - und jegliche Pädagogik meines Erachtens auch - ist verpflichtet auf eine "Stärkung" der Menschen hinzuarbeiten und Defizite zu beseitigen.

    Vor allem aber halte ich es für problematisch, zu verschweigen, dass in einer spezialisiert arbeitsteiligen Gesellschaft an einem bestimmten Punkt eine Differenzeirung, anders gesagt eine Segregation, stattfinden muss. Unter der Annahme, dass es neben erlernten Fähigkeiten auch etwas wie Begabung gibt, eignet sich nicht jeder für jede Aufgabe. Damit bleiben nur drei Fragen zu beantworten.

    Zu welchem Zeitpunkt führen wir die Differenzierung durch. Ob es günstiger ist, die Schüler im Alter von ungefähr zehn Jahren auf die Schultypen aufzuteilen, oder das ganze in die Pubertät zu verschieben, wenn sich im Alter von ca. 16 Jahren entscheidet, mit welchen Abschluss der betreffende von der Schule abgeht, kann ich nicht beurteilen. Mit einem Einheitsabschluss nach acht Schuljahren würde sich das Problem auch nicht lösen, denn damit würde die Entscheidung nur auf die potentiellen Ausbildungsstätten und Hochschulen verlagert.
    Meine Argumentation hat ja die ganze Zeit auf der BRK beruht, daher möchte ich die hier auch erwähnen. Denn in einer inklusiven Gesellschaft muss eben keine Segregation "von oben herab" erfolgen - das ist der Sinn der ganzen Geschichte. Sondern jeder bekommt Zugang zu allen Lebensbereichen, seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend und kann seine Ausbildung, sein Studium o.ä. frei wählen. Das wiederum hat nichts mit Ausgrenzung zu tun.

    (1) Die Vertragsstaaten anerkennen das gleiche Recht von Menschen mit Behinderungen auf Arbeit; dies beinhaltet das Recht auf die Möglichkeit, den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, die in einem offenen, inklusiven [erneut geändert im Sinne des Vertragstextes] und für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Arbeitsmarkt und Arbeitsumfeld frei gewählt oder angenommen wird.
    Die Vertragsstaaten sichern und fördern die Verwirklichung des Rechts auf Arbeit, einschließlich für Menschen, die während der Beschäftigung eine Behinderung erwerben, durch geeignete Schritte, einschließlich des Erlasses von Rechtsvorschriften, um unter anderem
    (...)
    d) Menschen mit Behinderungen wirksamen Zugang zu allgemeinen fachlichen und beruflichen Beratungsprogrammen, Stellenvermittlung sowie Berufsausbildung und Weiterbildung zu ermöglichen;
    e) für Menschen mit Behinderungen Beschäftigungsmöglichkeiten und beruflichen Aufstieg auf demArbeitsmarkt sowie die Unterstützung bei der Arbeitssuche, beim Erhalt und der Beibehaltung eines Arbeitsplatzes und beim beruflichen Wiedereinstieg zu fördern;
    f) Möglichkeiten für Selbständigkeit, Unternehmertum, die Bildung von Genossenschaften und die Gründung eines eigenen Geschäfts zu fördern;
    Meine Intention mit dem Begriff "Versagenskultur" und den darauffolgenden Ausführungen war nicht, die Aussage zu treffen, dass ich persönlich der Meinung bin, dass Hauptschul- oder sonstigen Schulabschlüsse "weniger" wert sind. Das Gegenteil ist der Fall. Ich wollte vielmehr die Aussagen der Gesellschaft wiedergeben - die du auch nochmals bestätigt hast.
    Stattdessen bin ich eben gegen die Ausgrenzung, den Stempel und sonstiges, der mit bestimmten Schulabschlüssen verbunden ist. Die Inklusion in der Schule ist für mich ein (von vielen) geeigneter Anfangspunkt.

    Mein Plädoyer für die Einhaltung der UN-BRK beschränkt sich allerdings nicht auf eine Kritik am Schulsystem. Vielmehr unterstreicht die BRK und die damit verbundene inklusive Gesellschaft eben die Aussagen von dir:
    Meine persönliche Meinnung ist, dass es problematisch ist, am Bildungssystem Dinge reparieren zu wollen, die wir in der parallel dazu stattfindenden Gesellschaftsdebatte kaputt machen. Ein Müller mag kein Abitur haben, ohne ihn würden wir aber verhungern. Er leistet einen ebenso wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft wie ein Universitätsprofessor.
    Konsequent umgesetzte Inklusion ist daher nicht "nur" für Menschen mit Behinderung von Vorteil, sondern auch und gerade für so "Sonderlinge" wie uns. In einer Gesellschaft ohne Diskriminierung (was durch die BRK angestrebt wird), oder zumindest mit weniger Diskriminierung bekommen auch wir mehr Luft zum Atmen und müssen uns nicht mehr so sehr an die "Leistungszwänge" des bisherigen Systems anpassen.

    PS: Natürlich ist die Debatte schon von dem Artikel und auch nun leicht von dem Schulsystem entfernt - wichtig und spannend finde ich sie trotzdem

  6. #76
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 477

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    Ich finde die Diskussion auch total spannend und habe sie bisher still verfolgt.

    Nun möchte ich aber mal eine Sache zum Thema Mobbing loswerden.

    Leider erlebe ich es immer wieder, dass Mobbing bereits im Kindergarten ein Thema ist und oftmals von den Eltern selbst forciert wird.

    Ein Beispiel, was gerade jetzt erst passiert ist:

    Der Sohn einer guten Freundin sollte dieses Jahr zur Schule kommen. Meine Freundin hat hart kämpfen müssen, dass er eine andere als die vorgesehene Grundschule besuchen kann, weil sich dort schon beim ersten Info-Eltern-Abend abgezeichnet hat, dass es mit einigen bereits aus dem Kindergarten bekannten Eltern Probleme geben würde. Es fielen so Kommentare wie, also ich möchte aber nicht, dass mein Kind mit ihrem Kind in eine Klasse kommt usw. Furchtbar! Und die Reaktionen der Direktorin waren alles andere als sachdienlich.

    Also eben gekämpft und gerade mal 2 Tage vor Schulbeginn endlich die Zusage, er darf auf die andere Schule. Und da war es dann sogar noch schimmer. Es gab gleich am zweiten Tag eine Rauferei zwischen dem Jungen meiner Freundin und einem anderen Kind, welches auch schon im Kindergarten mit ihm in deiner Gruppe war und auch da gab es schon einen nicht besonders erfreulichen Zwischenfall....mit der Mutter. Diese Mutter ist dann allen Ernstes aufgelaufen und hat mit einem Anwalt gedroht, wenn der Sohn meiner Freundin nicht umgehend rausgeschmissen werden würde.

    Und ja, dass ist wirklich so passiert.

    Ein anderes Beispiel:

    Der beste Freund meines Sohnes wächst in einer Familie auf, in der es momentan zur Tagesordnung gehört über die Flüchtlinge herzuziehen. Es werde alle über einen Kamm geschert und der Sohn übernimmt das natürlich.

    Was ich damit sagen will. Die Weichen für Mobbing werden oftmals schon viel früher als in der Schule gestellt und deren Lösung dürfen daher m.E. auch nicht "nur" den Schulen aufgebrummt werden. Das heißt jetzt aber nicht, dass die Schulen m.E. oft durch völlig falsches oder eben nicht vorhandenes Handeln nicht alles nur noch schlimmer machen. Auch das habe ich selbst erlebt.

    Das wollte ich jetzt mal los werden.

  7. #77
    Chef - Knuddler

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.322

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    salamander schreibt:
    bei der sache mit dem mobbing wäre ich vorsichtig.

    mobbing resultuert nicht zwangsläufig aus dem system der regelschulen und des konkurrenzkampfs heraus.

    eine persönlichkeitsstruktur die mobbt tut es in jedem system. dass ein anders schulsystem zu weniger mobbing führt, halte ich für eher stark fragwürdig.
    Danke!
    Aus eigener Erfahrung weiß ich,dass Mobber auf Gymnasien,Realschulen-staatlich,wie auch beispielsweise christlich-in Begabtenförderklassen,auf Internaten und Waldorfschulen zu finden sind. Trotz und entgegen jedem anderslautenden Anspruch und noch so ausgefeilter pädagogischer Konzepte,die alle Eines gemeinsam haben:

    Es sind Theorien.
    Teils sehr optimistische.
    Unrealistische.
    Die völlig den Blick für die menschliche Natur verloren haben. Ihn zum Nabel der Welt erklären.
    Auf ganz verschiedenen philosophischen und ideologischen Fundamenten aufgebaut.

    Humanismus.
    Anthroposophie.
    Säkularismus.
    Inklusion.
    Gewaltfreie Erziehung und Kommunikation.
    Nach Summerhill,im Laissez-fair Stil.
    Rudolf Steiner.
    Erlebnisorientierte Pädagogik.

    Au weia,die Liste ist lang und würde noch länger,hätte ich grad die Muße zum weiter im Gedächtnis kramen.

    Das ist-imho-die größte Schwäche der Pädagogik wie auch der Psychologie/Psychotherapie. Man(n) erfindet irgendwelche Konstrukte,die sich je nach individuellem Weltbild,den Werten und so förtelchen unterscheiden, und wirft sie dann wie Schablonen raus in die Realität um den Feldversuch zu machen. Am Menschen.

    Ich glaub',ich bin etwas OT gegangen...

  8. #78
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 723

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    irgend so ne schwachsinnige Person in so ner Art Mutter-Gruppe der CSU hat mal kinderlosen Erwachsenen überzogenen Individualismus vorgeworfen...

    ...bei solchen (meist Normalo-) Eltern, deren Horizont am eigenen Tellerrand aufhört, wie es die in dem Beitrag von LadyCuckoo genannten Normalo-Eltern mutmaßlich sind, da muss ich doch sagen, das Gegenteil ist meist der Fall...bei sehr vielen Eltern zählen nämlich immer nur die EIGENEN KINDER, für die Belange aller anderen interessieren sich solche Mutter-Tiere nicht...meine Mutter hat, als ich Grundschüler war, übrigens ähnliche Anfeindungen erlebt...ich verachte solche "Mutter-Tiere", für die nur die eigenen Kinder zählen...(darf man das hier schreiben, oder verstößt das schon wieder gegen die Forenregeln )


    ....mitunter habe ich als die edelsten Menschen, die mir bisher begegnet sind, übrigens gerade kinderlose Erwachsene erlebt...

  9. #79
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 723

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    vielleicht kennt jemand die Simpsons-Folge mit dem Vertretungslehrer von Lisa Simpson...unter Mutter-Tieren findet man solche Personen nicht:

    https://www.youtube.com/watch?v=1igmzkmTv6U

  10. #80
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 723

    AW: Huffington Post, 25.06.2016

    ...jetzt schreibe ich hier doch noch was zu Inklusion: ...das preisgekrönte Konzept der Privatschule nur für mit ADHS betroffene Schüler von Cordula Neuhaus hatte ja genau das zu Inklusion gegenteilige Konzept...nämlich ein speziell auf Schüler mit ADHS zugeschnittener Unterricht in Klassen mit ausschließlich Menschen mit ADHS (dort besteht neben auf ADHSler zugeschnittenem Unterricht auch ein Schutz vor Mobbern)...

    siehe hier: Zappelphilipp und Traumsuse: Leben mit ADHS -Video - SPIEGEL ONLINE
    (das Video bzw. die Dokumentation lässt sich nur komplett anschauen, wenn man sich über spiegel plus gegen Zahlung einloggt, neuerdings eben die Bezahlschranke bei Online-Angeboten vom Spiegel)


    ...leider ist das von Cordula Neuhaus gegründete Konzept der Privatschule für Kinder mit ADHS aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen (erst nach ein paar Jahren bekamen damals neu gegründete Privatschulen in Baden-Württemberg staatliche finanzielle Förderung) und politischer Intrigen gescheitert bzw. von extern zerstört worden...
    Geändert von ChaotSchland (27.09.2016 um 21:39 Uhr)

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