Seite 1 von 2 12 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 16

Diskutiere im Thema UNO und ADHS ... *crazy* im Forum ADS ADHS: Nonsens aus Presse und Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Neues Forum!
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    UNO und ADHS ... *crazy*

    Uno-Berater Pascal Rudin: «Ritalin ist fast immer überflüssig» - NZZ am Sonntag Nachrichten - NZZ.ch


    Wird die Uno der Schweiz empfehlen, den Ritalin-Konsum einzuschränken?


    Wahrscheinlich schon. Die Uno wird zwar sagen, dass es das Krankheitsbild ADHS gibt und Ritalin deshalb seine Berechtigung hat. Aber der Konsum sollte massiv reduziert werden. Ein erster Schritt, zu dem die Uno raten wird, ist die Erstellung von detaillierten Statistiken, um die Lage zu erfassen. Auch zur Diagnose-Praxis wird sie sich äussern. Es braucht nämlich seriöse Abklärungen. Heute verschreiben manche Ärzte bereits nach einem halbstündigen Gespräch Ritalin. Schliesslich wird sie an die Kinderrechte, etwa das Recht auf Selbstbestimmung, appellieren.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: UNO und ADHS ... *crazy*

    Gerade in der Schweiz, wo so viele Medikamente sogar frei verkäuflich sind, macht man sich Sorgen um Ritalin.

    Und dass es als "Krankheit definiert [wird], lässt sich aber medizinisch kaum messen" ist ja nur eine Frage der Zeit. Denke da an die Studie zur Stimmhöhe. Da werden die Gegner komisch gucken, wenn eine billige zwei Minutenanalyse mit einem Computer ausreichend sein wird.

    Er ist ein Freund der Individualisierung:
    "Es gibt heute schon Schulmodelle, die in diese Richtung gehen, zum Beispiel die Steiner-Schulen."

    Ja, wer die Waldorfschule lobt, ist auch gegen Ritalin und für Almprojekte.

    Auch Waldorfschüler müssen u. U. als Erwachsene trotzdem MPH nehmen. - Soviel zur Wirksamkeit von gutem Umfeld, Erziehung und Verständnis.
    Geändert von slippyamelia ( 2.04.2014 um 22:51 Uhr)

  3. #3
    aficionado

    Gast

    AW: UNO und ADHS ... *crazy*



    Was ist denn hier so "crazy"? Das Gespräch ist sehr gut. Einiges ist bestimmt kontrovers (das Ende zum Beispiel: was ist schlimmer Ritalin oder Ohrfeigen), aber vieles was er sagt macht viel Sinn. Ich würde auch nicht denken, die These dass Ritalin (und andere MPH-Präparate) zu oft genommen werden ist etwas Neues oder Schockierendes. Ich würde eher denken, jeder weiß das - ich meine jetzt die Situation generell in Europa oder im "Westen", nicht speziell in der Schweiz. Der UNO/Spezialist stellt ja absolut nicht in Frage, dass es ADHS gibt und dass Ritalin in manchen Fällen berechtigt ist.

    Hier im Forum wird ADHS oft so dargestellt als ob es eine Krankheit wäre, die man medikamentös behandeln MUSS, weil sie sonst lebensgefährlich wird.

    Tatsache ist, dass ADHS-Diagnosekriterien mit einem objektiven Verfahren nichts zu tun haben. Es gibt mehrere Faktoren, die sowohl die Eigenanamnese als auch die Fremdanamnese beeinflussen. Wenn man z.B. (einen Großteil von...) meine Familienmitglieder und Freunde fragen würde, ob ich ADHS habe, würden sie alle in Gelächter ausbrechen. Ja, ich war als Kind desorganisiert, hatte Wutausbrüche und alle andere typische ADHS-Verhalten. Aber das ist schon lange her, nur ein paar Personen kennen mich so lange und gut genug um sich daran erinnern zu können. Im Erwachsenalter ist mir ein Wutausbruch noch nie passiert und ich bin besser organisiert als die Hälfte meiner Freunde, vielleicht mehr. Ich habe meinem letzten "Date" gesagt, ich habe ADHS und er war erstaunt: Er meinte er würde nie denken, ich habe es.

    Entscheidend für die ADHS-Diagnose und dann medikamentöse Behandlung ist angeblich der Leidensdruck. Man sollte sich also bemühen die Gesellschaft so zu gestalten, damit der Leidensdruck, den die Unangepassten erfahren, möglichst gering wird. Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Dann brauchen Menschen wahrscheinlich nicht so viel Ritalin. Mehr Toleranz und neue pädagogische Ansätze können dazu beitragen. Und das, glaube ich, meint der UNO-Spezialist in diesem, ganz guten, Interview.
    Geändert von aficionado ( 3.04.2014 um 04:22 Uhr)

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: UNO und ADHS ... *crazy*

    Ich finde den Artikel auch nicht schlecht. Ich finde zwar, das teilweise doch noch Wissenlücken seitens des Herren bestehen, gehe aber mit ihm konform, das nicht alles sofort pathologisiert werden sollte, sondern das wirklich auffallende und "unzumutbare" Kriterien für eine Positivdiagnose sprechen sollten. Zwischen Krankheit und störender Eigenschaft besteht auch für mich ein Unterschied.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: UNO und ADHS ... *crazy*

    @creatrice
    Du schreibst "Auffälligkeit und Unzumutbarkeit von Kriterien für eine Positivdiagnose". Ich sage: das ist jheute bei fast allen andern psychischen Erkrankungen auch nicht der Fall. Wie möchtest Du Unzumutbarkeit messen? Ein Beispiel: eine abgeschwächte hypomanische Phase wird ja auch nur diagnostiziert und dann nicht behandelt. Ist sie "unzumutbar"? Nein. Sogar eine echte Manie (und ich hatte da so einen Fall in meinem Umfeld) ist für den Betroffenen durchaus zumutbar; erbweissnja nicht, dass z.B. der Priester, dem er das ganze Vermögen gibt, nicht wirklich den Teufel neben seinem Bett vertreiben kann aber das Geld trotzdem gerne nimmt.
    kurz gesagt: diagnostizieren kann man vieles aber behandeln? Das wollen wir nicht unbedingt.

    Dazu schätze ich die Worte meines Neurologen:

    "wenn das Leid objektiv messbar in zwei Lebensbereichen besteht, sollte man medikamentös behandeln. Und zum objektiven Leid gehören messbare Ereignisse oder Dinge. Traurigkeit oder Durcheinandersein als Gefühle gehören nicht dazu, sie sind subjektiv!
    (Jetztkönnte man einwenden: und es ist mit Depressionen? Aber das ist jetzt nicht das Thema. Und wie da die diagnostischen Kriterien sind..naja.. Eine Debatte wie Ei ADS gibt es dennoch nicht. Oder zumindest wird sie anders geführt)

    Ernsthafte Beziehungsprobleme, finanzielle Schulden oder Nöte, Arbeitslosigkeit, unabgeschlossene und aufgegebene Ausbildungensind messbar objektive Kriterien und leider auch Konsequenzen aus ADS."

    Mich wunderte neulich bei dem Entzündungshemmer, den ich nehmen musste: einer von zehn Patienten erleidet damit einen Herzinfarkt (sagt die Packungsbeilage). 1 von 10 - und es gibt keine gesellschaftliche Debatte um ein Medikamentenverbot. Es muss also im Fall von MPH etwas anderes sein als die Gefährlichkeit des Medikaments für die Patienten, die die Debatte antreibt (um es neutral ausdrücken.)

    Ich lese den Artikel als etwas, was einfach nur nach Waldorfpädagogik und Herrn HÜTHERLI schreit. Er zitiert als Vorbild für Schulmodelle Waldorfschulen, d.h. Rudolf Steiner Schulen. Wie viele meiner ehemaligen Freunde haben mit einem Abitur von dort kein Studium geschafft, weil sie nicht auf die "Härte der Welt" vorbereitet waren. Mit dem Lob der Waldorfschule ist er ideologisch klassiert und nicht mehr ernst zu nehmen für mich. Jedem das seine und wenn Bachblüten und Alpenwanderungen helfen würden, hätte ich auch nichts gegen Verbote und Einschränkungen unseres Medikaments.

    In der Zwischenzeit hoffe und setze ich auf die Forschung zu objektiv messbaren diagnostischen Kriterien weil manchen Menschen objektiv messbare (tragische) Auswirkungen der Erkrankung nicht ausreichen.
    Darüber haben wir ja schon gesprochen und ich setzte sehr viel auf die Stimmenanalyse. In zwei Jahren haben wir vielleicht ein objektiv messbares Kriterium - wer weiss?


    Die nicht von Dir stammenden Kritiken weiter oben im Strang, was sonst angeblich so hier im Forum diskutiert wird, kommentiere ich nicht. Das regt mich jetzt zu sehr auf.
    Geändert von slippyamelia ( 3.04.2014 um 17:42 Uhr)

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    UNO und ADHS ... *crazy*

    Der gute Rudin ist ein gemäßigter Vertreter der Hüther / Bonney - Schule. Gibt's bei Spzialpädagogen oft. Immerhin streitet er nicht rundweg die Existenz von ADHS ab - und über die optimale Behandlung darf man ja diskutieren und bessere Therapien und Ausbildung der Lehrer und ms und sind schon hilfreich. Das Problem ist nur - vielen ist eben nicht damit geholfen. Ich hab auch auf einer Einsamen Insel ADHS.

    Was mir aufgestoßen ist sind so Märchen wie diese Parkinson- Geschichte. Wozu an der Stelle Panikmache???



    ---
    Gesendet von meinem Telefon ... was die heute können ...

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: UNO und ADHS ... *crazy*

    Ja das mit dem Parkinson habe ich damals meinen Shrink auch gefragt. Er hat nur kurz kommentiert: Rattenexperiment mit hoher Dosis.

    Was mir aufstößt in der Debatte ist die Argumentationsweise -so als ginge es tatsächlich um das Wohl der Patienten.
    Seit wann geht jemals darum?

    Es geht um einen ideologischen Graben, der kaum zu überbrücken ist. Und Geld verdienen beide Seiten: die Esotheriker und die Pharmazeuten.

    Ich nutze beides (und definiere Esotherik sicherlich falsch) und antworte Kritikern dann immer: ich weiß deswegen nicht, was hilft.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: UNO und ADHS ... *crazy*

    slippyamelia schreibt:
    @creatrice
    Du schreibst "Auffälligkeit und Unzumutbarkeit von Kriterien für eine Positivdiagnose". Ich sage: das ist jheute bei fast allen andern psychischen Erkrankungen auch nicht der Fall. Wie möchtest Du Unzumutbarkeit messen? Ein Beispiel: eine abgeschwächte hypomanische Phase wird ja auch nur diagnostiziert und dann nicht behandelt. Ist sie "unzumutbar"? Nein. Sogar eine echte Manie (und ich hatte da so einen Fall in meinem Umfeld) ist für den Betroffenen durchaus zumutbar; erbweissnja nicht, dass z.B. der Priester, dem er das ganze Vermögen gibt, nicht wirklich den Teufel neben seinem Bett vertreiben kann aber das Geld trotzdem gerne nimmt.
    kurz gesagt: diagnostizieren kann man vieles aber behandeln? Das wollen wir nicht unbedingt.
    Ich finde einen finanziellen Komplettruin wie in dem Beispiel mit dem Priester im Gegensatz zu dir schon unzumutbar. Auch sexuelle Exzesse, verändertes Wesen (Stichwort Sozialkontaktabbruch) und unnötige Geldausgaben etc etc. wie sie bei hypomanen Phasen (die durchaus behandelt werden!) ein Kriterium sind, finde ich unzumutbar. Wer sich allerdings in einer hypomanen Phase wähnt, weil er teure Bioprodukte statt sonst der Dicounterprodukte kauft und obendrauf noch teure Unterwäsche für den Geliebten, hat eine Sinnkrise und keine hypomane Phase. Und genauso sehe ich das bei ADHS. Wie du ja in blau die Kriterien schreibst.......

    slippyamelia schreibt:
    Ernsthafte
    slippyamelia schreibt:
    Beziehungsprobleme, finanzielle Schulden oder Nöte, Arbeitslosigkeit, unabgeschlossene und aufgegebene Ausbildungensind messbar objektive Kriterien und leider auch Konsequenzen aus ADS."


    Und genau da sehe ich wie beim Beispiel mit Hypomanie das Problem....... nicht jedes Problem(chen) im Beruf oder der Beziehung bedeutet ADHS.

    Aber das ist meine Meinung......
    Geändert von creatrice ( 3.04.2014 um 20:16 Uhr)

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: UNO und ADHS ... *crazy*

    Du hast einfach genau den Sinn zusammengefasst von dem, was ich gesagt habe. Mit einem Missverständnis: kein Mensch hält eine Manie für zumutbar - außer dem Betroffenen selbst in seinem Gefühl.

    Nach dem Psychiatrieaufenthalt ist die Person im Fall mit dem Priester klassisch entmündigt worden. - Denn so enden, anders formuliert, schlimme Fälle von denen ich gesprochen habe: mit der Auflösung der eigenen Arbeitskraft, der Trennung von der Familie, des Umfeldes und am Ende der Auflösung der juristischen Integrität.

    Welche Rechte haben Entmündigte? - Kaum welche - nicht einmal die eigene, körperliche Unversehrtheit könnten sie selbst einklagen.

    Es ist dieser Hintergrund, der mich wütend macht, wenn man Hilfe durch Medikamente in Zweifel stellen will. Objektive diagnostische Kriterien sind eben auch objektiv messbare schlimme Folgen der Krankheit.
    Und ADSler haben genauso ein Recht auf ein erfülltes Leben wie alle andern auch.
    Geändert von slippyamelia ( 4.04.2014 um 01:14 Uhr)

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: UNO und ADHS ... *crazy*

    slippyamelia schreibt:

    Welche Rechte haben Entmündigte? - Kaum welche - nicht einmal die eigene, körperliche Unversehrtheit könnten sie selbst einklagen.

    Es ist dieser Hintergrund, der mich wütend macht, wenn man Hilfe durch Medikamente in Zweifel stellen will. Objektive diagnostische Kriterien sind eben auch objektiv messbare schlimme Folgen der Krankheit.
    Sie haben durch eine gesetzliche Betreuung das Recht/ die Chance auf ein Leben ohne Beeinträchtigungen die sie selbst verursachen oder nicht selbst abstellen können.

    Medikamente und Betreuung sollte man hier nicht in diesen Zusammenhang bringen. Bevor man eine Betreuung bekommt, wird ausgeschlossen, das eine medikamentöse Therapie allein nicht ausreicht oder das eine (regelmäßige) medikamentöse Therapie ohne Betreuung nicht gewährleistet ist.

Seite 1 von 2 12 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 6.12.2013, 00:02

Stichworte

Thema: UNO und ADHS ... *crazy* im Forum ADS ADHS: Nonsens aus Presse und Medien bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Neues Forum!
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum