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Diskutiere im Thema FAZ 22.02.2014, "Lasst die Kinder in Ruhe!" im Forum ADS ADHS: Nonsens aus Presse und Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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  1. #1
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    FAZ 22.02.2014, "Lasst die Kinder in Ruhe!"

    A new Hüther was born:

    aus fast allen Kindern, die liebevoll begleitet und gefördert werden, werden Menschen, die für sich einen guten Weg durchs Leben finden.
    Ein Arzt empört sich: Lasst die Kinder in Ruhe! - Gesundheit - FAZ

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: FAZ 22.02.2014, "Lasst die Kinder in Ruhe!"

    Hallo Steintor,

    ist ja schön, dass du dass postest, aber ich habe heute keine Energie mehr.

    Kürzlich gab es Zwischenzeugnisse.
    Habe Eltern einer Erstklässlerin geraten, ihr Kind so rasch wie möglich einer
    Ergotherapeutin vorzustellen, weil ihre Versetzung gefährdet ist.

    Wenn er schon die "Jungen in Ruhe lassen will", sollte man bei diesem Kinderarzt
    mit einem intelligenten Mädchen mit sensomotorischen Störungen nicht auftauchen.

    Aber die Leser lieben ihre Zeitung für solche Artikel.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.935

    AW: FAZ 22.02.2014, "Lasst die Kinder in Ruhe!"

    Ich finde das generell gesehen nicht verkehrt. Ich sehe immer wieder Eltern, die für ihre Kinder einfach nicht da sind oder für und mit ihnen arbeiten. Sie entlassen sich einfach mal selbst aus der Verantwortung oder meinen diese mit Geld- oder Sachzuwendungen zu erfüllen. Sei es Überforderung, Unwissen oder einfach Unwille / alternativ auch Ruhebedürfnis genannt. Ich höre so etwas immer und immer wieder und kann es meist nur schwer nachvollziehen.

    Sicher, man kann als Eltern(teil) nicht alles leisten und manchmal ist fachliche Hilfe durchaus angebracht, aber man kann tatsächlich sehr viel im häuslichen Umfeld erreichen, wenn man es denn versucht. Wie viele hier hatten kein "gutes" Elternhaus, was sie nicht gefördert und gefordert hat?! Wieviel Potential geht da einfach verloren?! Es heisst ja nicht, das Probleme verleugnet werden sollen, allerdings sind m. E. Probleme da um sie zu lösen. Das geht aber gerade bei Kindern nur im Zusammenhang mit dem Elternhaus, wenn das nicht "steht", dann geht leider noch viel mehr in die Binsen. Generell denke ich einfach, ein Kind ist kein Kuscheltier aus Stoff mit einer Aufziehschnur, es ist eine anstrengende, aber wunderbare Aufgabe! Darüber sollte man sich einfach mal im Klaren sein.

    Dabei möchte ich jedoch klar stellen, dass - wenn die Grenzen der Eltern erreicht sind - man unbedingt fachliche Hilfe in Anspruch nehmen sollte. - Ich kenne da nur so spezielle Fälle ... da tun mir dann einfach die Kinder fürchterlich leid. Und ich fürchte, da hops ich schnell mal über den Rand. Sorry.
    Bevor es jetzt zu viel wird, höre ich lieber mal auf.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    AW: FAZ 22.02.2014, "Lasst die Kinder in Ruhe!"

    Bis zu dem Satz " Es fehlt an ausreichender Anregung in den Familien" würde ich tatsächlich noch mitgehen, was danach kommt, ist nicht belegbar, Klugscheißerei oder seine eingeschränkte subjektive Sichtweise als Arzt...

    Klar ist ergotherapie ni als Ersatz eines Hobbys gedacht, klar ist es falsch,wenn das Kind dadurch nur beschäftigt werden soll....

    Und klar gibt's Eltern, die sich aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend um ihe Kind kümmern, aus geldnot und zu viel Stress im Job usw ...
    und klar gibt's Eltern die die Schwäch e es Kindes nicht sehen wollen und als Krankheit abstempeln und beim Atzt gleich mit einer selbst bei Tante Wikipedia recherchierten Diagnose antanzen....

    Aber das ist doch die Minderheit!
    Muss mans wieder so pauschalisieren ja?

    Ich hatte ein geregelten Tagesablauf, wenig TV, gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie und oh Wunder, ich war trotzdem auffällig, Wahnsinn....

    Ich denke auch nicht, dass das was mit adhs zu tun hat, denn es ist von einem Bewegungsdrang und nach außen gerichtete Aggression die Rede, ni jeder der aggressiv is, hat adhs ... adhs zeichnet sich auch nicht immer durch äußere Unruhe aus, das Problem liegt ja va in der inneren Unruhe, das ist mit Bewegungsdrang ni zi vergleichen, weil das zwei Paar Schuhe sind...

    Es geht nun wieder mal um die Frage ob das Kind einfach nur langsam lernt oder aufgeweckt ist oder ob wirklich eine Störung vorliegt. Das ist natürlich ne Gratwanderung, an der sich (wie ich finde) jeder kritische Medienbericht aufgeilt....

    Natürlich sollte nicht etwa die Lehrerin oder die Mutter, sondern spezialisierte Psychologen eine Diagnose stellen, das steht ja nun wirklich außer Frage! Das weiß aber eine kompetente Pädagogin auch ....

    Und dass einige Eltern bzw Lehrer in jeder Schwäche eine Krankheit sehn wolln, is ja nun wirklich nicht neu...
    Geändert von Annili ( 1.03.2014 um 01:08 Uhr)

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: FAZ 22.02.2014, "Lasst die Kinder in Ruhe!"

    Hm, ich find den Text nicht sooo schlimm.
    Kritik würde ich nur daran üben, das es wirkt, als wäre der Großteil der Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten nur vernachlässigt/überfordert/...
    Aber es wird nirgendwo im Text tatsächlich behauptet.
    Was diskutierbar ist, ist die Aussage, das die Zunahme der Diagnosen (wohlgemerkt, es geht nicht nur um ADHS) "soziogene Ursachen" hat.
    Sprich, wenn "normal" 15% eine Diagnose bekommen und dieses Jahr 17% eine Diagnose bekommen haben, dann sind laut Sichtweise des Arztes die zusätzlichen 2% eben ausfgrund des Elternhauses, der Lehrer, des Leistungsdrucks oder so.

    Ich denke, da ist wahres dran, aber gehe nicht 100% mit.
    Was von "gesunden" gerne ignoriert wird, da sie es wohl kaum oder gar nicht wahrnehmen: Kinder mit Reizfilter- oder Wahrnehmungsstörungen werden in heutiger Zeit weit mehr gefordert.
    Noch vor 50 Jahren gab es kaum Autos, die Supermärkte waren nicht riesig mit dämlicher Hintergrundmusik und Neonlicht, sondern eher "Tante-Emma-Lädchen",
    es gab keine Shoppingmeilen im heutigen Sinne, es lief nicht überall Musik, man war nicht DURCHGEHEND von nervtötenden äußeren Reizen umgeben.
    Stattdessen gab es für Kinder mit solchen Störungen viel mehr Möglichkeiten ihre Hyperaktivität auszuleben, prügelnde Jungs waren "normal" (zumindest wurde sich laut meinem Vater früher extrem viel geprügelt), die Tobefläche größer. Alleine was in meinem Geburtsort zwischen der Zeit meiner Geburt und heute an "echten" Grünflächen verschwunden ist... und ich bin noch lange keine 50.
    Dazu eignen sich die ganzen modernen Medien wunderbar um Aufmerksamkeit zu lenken, vor allem von den Hausaufgaben und anderen notwendigen Dingen weg.
    Die Ablenkungsgefahr ist einfach viel größer, merkt jeder, der mal verglichen hat ob es einfacher ist zuhause (mit Computer, Fernseher, Playstation etc.) oder in der Bibliothek zu lernen ;-)
    Was will ich damit sagen?
    Ich glaube, das selbst "leichtere" (wie auch immer man das messen möchte) Fälle von ADHS heutzutage eher auffallen, weil die Umgebung es quasi herausfordert.
    Zugleich sind Eltern heutzutage netter zu Kindern mit ADHS, früher wurde geprügelt, heute wird halt der Ergotherapeut zu Rate gezogen. Lieber so als andersrum.

    Es wird vermutlich nicht mehr Fälle mit ADHS u.ä. geben, aber Menschen die früher noch so durchkamen, stehen heute vor deutlich größeren Problemen. Und die Eltern können wohl nur bedingt was dafür.

    Was man aber nicht machen sollte, ist die Verharmlosung der Fälle, in denen Kinder wirklich wegen zu viel Fernseher etc. auffällig werden.
    Diese Fälle gibt es und es jedesmal zu negieren und als Anti-ADHS-Kampagne zu werten ist vermutlich wenig effektiv.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: FAZ 22.02.2014, "Lasst die Kinder in Ruhe!"

    Ich finde lediglich den unterschwelligen Rassismus des Artikels bedenkenswert.

    "dies ist überwiegend in armen, bildungsfernen Familien der Fall, in Familien mit ausländischen Wurzeln, in Familien in denen sich beide Elternteile gleichzeitig zwischen mehreren schlechtbezahlten Jobs zerreiben, und in Familien mit nur einem Elternteil..."

    Lassen wir es uns auf der Zunge zergehen:
    - Arm bedeutet also schlecht
    Voilà eine ökonomische Denkweise!
    Das kann man als Arzt so sehen aber nur so lange man eben in finanziellen Kategorien denkt.
    Hat er schon mal an studierte Arbeitslose gedacht? Oder fehlt es dem Mediziner hier wieder durch das strukturierte Studium an Kreativität?
    Man denke nur an all' die tollen Dinge, die man gerade mit Kindern OHNE Geld machen kann!
    Kleiner Scherz: Liebe ist z.B. gratis.
    Ok, als Arzt mit finanziell orientiertem Ehe-Frauchen - um bei den Klischees zu bleiben - gehört das nicht zum eigenen Erfahrungsschatz und man kann deswegen nicht in dieser Kategorie denken.

    - Bildungsferne [ohne überhaupt das Wort zu kritisieren, ich nutze es nie..] bedeutet gleich "ohne Liebe und Zuneigung".
    (Ich denke, das Gegenteil ist auch der Fall: bildungsferne Eltern, die ihre Kinder aus der naiven Freude an den Kindern selbst bekommen haben weil sie gerne eine Familie habe wollen und sozial sind! Soll durhaus vokommen... Es kann sogar sein, dass sie ihre Kinder mehr lieben und verhätscheln als Erfolgsehepaare, die Kinder nur für den Lebenslauf bekommen...)
    -Bildungsferne bedeutet übrigens nicht arm. Man kann z.B. ein reicher Unternehmer sein, z.B. ein ausländischer Hallal-Schlachter mit mehreren Filialen und trotz dem Töten der unschuldigen Tiere seine Kinder lieben und BMW fahren (nur um jetzt in der Denkweise des offensichtlich finanziell obsessionellen Arztes zu bleiben..)
    -die sich zerreibenden Elternteile sorgen in der Regel für eine Betreuung in öffentlichen Einrichtungen. Wie hieß das? Ach, ja Kindergarten!
    Ist das dem Arzt auch nicht recht?
    Ja, dann blondes, süßes Artzweibchen bitte an den Herd..

    -Alleinerziehende: ganz böse Liga! Wie kann man nur!

    Tja, vielleicht sind das auch nur die Ex-Gattinnen der Ärzte, die einfach keine Lust mehr hatten auf ihre präskriptiven Ehemänner, die sich ständig über Dinge äußern, von denen sie keine Ahnung haben.

    Ansonsten habe ich mal in einem Internat mit ADS Kindern und anderen "auffälligen" Kindern gearbeitet. Das private Gymnasium diente dazu, allen vernachlässigten Arztkindern, Juristenüberfliegerkindern und anderen Kindern, die als handtaschenersatz gezeugt wurden, das Abitur irgendwie zu verschaffen. Es war mir eine Lehre in Sachen Liebe und Geld. Es gab ein proportionales Verhältnis zwischen Geld und Karriere der Eltern zur Vernachlässigung. Nie werde ich die Kinder vergessen, die vor Erleichterung geweint haben, als sie ihre unendlich unfähigen und egoistischen Eltern endlich "los" waren. Es war bittertraurig. Von der Ausbildung hätten diese Eltern es besser wissen müssen.

    Aber wie jeder Soziologe weiß: Kindesmissbrauch und Vernachlässigung kommen in all "Schichten" vor auch bei Arztkindern!

    Und mit Verlaub: Eltern'teile' und Lehrer sehen das Kind täglich länger als ein Kinderarzt, welcher vielleicht einmal im Monat zwei Minuten mit dem Kind spricht.


    Für mich gehört der Autor klar in die Kategorie der sich selbst überschätzenden weißen Götter. Wie heißt es bei Wittgenstein sinnjemäß' schon so schön: wovon man keine Ahnung hat, sollte man jefälligst schweigen.
    Geändert von slippyamelia (26.03.2014 um 20:24 Uhr)

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.935

    AW: FAZ 22.02.2014, "Lasst die Kinder in Ruhe!"

    Du hast die vergessen, die "verarmen", weil sie wegen der Kinder zuhause bleiben wollen oder gar müssen.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 359

    AW: FAZ 22.02.2014, "Lasst die Kinder in Ruhe!"

    Ja, entschuldige, ich war gestern sehr polemisch. Es hätte auch gereicht statt all' der Bissigkeit nur einen trockenen Kommentar zu schreiben:
    Der Arzt ist Arzt, kein Soziologe, kein Pädagoge und kein Philosoph. Immer schön im eigenen Fachgebiet bleiben.

    Das sage ich mir dazu nur - denn dann entstehen auch keine Verkürzungen.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 57

    AW: FAZ 22.02.2014, "Lasst die Kinder in Ruhe!"

    Die letzten Beiträge kann ich überhaupt nicht teilen. Man kann den Artikel meiner Meinung nach durchaus auch anders lesen. Ich lese z.B. das Komma in „arme, bildungsferne Familien“ als „und“, nicht als „oder“.
    Ich empfinde den Artikel jedenfalls exakt so, wie ReRegenbogen. Einzig den Titel halte ich für zu plakativ.
    Der zuletzt kritisierte Absatz ist für meine Begriffe völlig wertungsfrei und inhaltlich nachvollziehbar. Ihn anders zu formulieren halte ich für äusserst schwierig, ihn als nicht PC zu kritisieren finde ich nicht angemessen.
    Ich finde den Artikel dementsprechend auch in diesem Unterforum nicht ganz glücklich platziert.

  10. #10
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.124

    AW: FAZ 22.02.2014, "Lasst die Kinder in Ruhe!"

    Da bin ich aber ganz anderer Meinung. Aber erklär mir bitte was denn da besser ist wenn ich arm und bildungsfern rauslesen kann. Im Übrigen hätte ich das auch ohne Hinweis exakt so gedeutet. Selbstverständlich gehen diese Familien öfter zum Kinderarzt, nämlich aus dem Grund dass sie auch welche haben. Zum Anderen finde ich seine Meinung im Großen und Ganzen vertretbar für einen Arzt über ADHS und andere Störungen nicht sehr viel mehr weiß als die Eltern seiner Patienten.

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