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Diskutiere im Thema Mal wieder der Stern ... nur bei zu niedrigem Blutdruck öffnen im Forum ADS ADHS: Nonsens aus Presse und Medien
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  1. #31
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Mal wieder der Stern ... nur bei zu niedrigem Blutdruck öffnen

    Ja, weil vor ner Stund ca, konnte ich es noch.

  2. #32
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    AW: Mal wieder der Stern ... nur bei zu niedrigem Blutdruck öffnen

    Wär blöd - das Forum wurde meines Wissens schon mal gezielt zum Einsturz gebracht.

    Aber vielleicht bauen sie nur um.

  3. #33
    Simönchen

    Gast

    AW: Mal wieder der Stern ... nur bei zu niedrigem Blutdruck öffnen

    Also bei mir funktioniert der Link.

    Gruß,

    S.

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 30

    AW: Mal wieder der Stern ... nur bei zu niedrigem Blutdruck öffnen

    Da kommt mir die Galle hoch...

  5. #35
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Mal wieder der Stern ... nur bei zu niedrigem Blutdruck öffnen

    Ja, er geht wieder, war wohl nur temporär weg, hatte schon Angst, Simönchen als Hexe bezeichnen zu müssen, weil bei ihr der Link geht

  6. #36
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    AW: Mal wieder der Stern ... nur bei zu niedrigem Blutdruck öffnen

    Johannes Streif hat bei ADHS Deutschland - Facebook mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen.

    Ich denke, er hat nichts dagegen, wenn der Text in voller Länge hier eingestellt und möglichst weit verbreitet wird:


    ADHS Deutschland

    14. September

    Anmerkungen zu „Malte ist clean“ auf STERN.de/Wissen 13.09.2013

    „Malte ist clean“, doch bei der Autorin des so betitelten Artikels kann man sich da nicht sicher sein. Was sie und den STERN dazu gebracht hat, das Schicksal des armen Malte (übrigens: Kennen Sie den „Kinderfreund“ von Rüdiger Hoffmann?) nach der unsäglichen Berichterstattung über das Almcamp der Sinn-Stiftung im Jahr 2009 erneut auszuzuzeln wie der Bayer eine Weißwurst, will man nicht wissen. Dabei klingen die blödsinnige Überschrift sowie die weihevolle Schreibe von Katja Reith wie Jahre zuvor die unkritische Hüther-Panegyrik Uli Hausers, der nach „Zeit des Erwachsens“ im Jahr darauf über „Adrians neues Leben“ gefaselt hatte. Damals wollte der 9-jährige Adrian laut STERN seinen Stoffwechsel nicht mehr untersuchen lassen. Diesmal ist es der 9-jährige Malte, der sich 2007 den Wecker stellte, um ein Interview mit Helmut Bonney (Autor von „ADHS – na und?“, andernorts unter der Überschrift „Fakten – was soll’s?“ rezensiert) anzuhören. Beide bemerkenswerte Kinder. STERN-Autoren sind wahre Meister fast unglaublicher Anekdoten …

    Eigentlich könnte man MIB 3 (Malte im Boulevardjournalismus, Teil 3) unter der Rubrik „Laues und erneut Aufgewärmtes“ ablegen und vergessen. Drei Aspekte machen „Malte ist clean“ jedoch zu einem Ärgernis, das anzusprechen notwendig erscheint. Deren erster ist die insinuierende Schlichtheit der Ausführungen. Der Titel, wohl ein Zitat der Mutter des Jungen, und der Satz vom „Safe“, in welchem Apotheker die unter das Betäubungsmittelgesetz fallenden Stimulanzien aufbewahren müssen, spielen einmal mehr auf der Klaviatur unspezifisch-billiger Ängste vor Medikamenten. „Verschlossen und verbarrikadiert“ müssten diese vor Missbrauch geschützt werden, „ein Zeichen, dass die Tabletten nicht ganz harmlos sein können“, wo doch zudem – die Millionste Wiederholung macht es nicht wahrer – über die Langzeitfolgen „noch nicht viel bekannt“ sei.

    Da klärt uns der verlöschende STERN am eingetrübten Himmel des Qualitätsjournalismus mit Kenntnis und Tiefgang auf: ADHS-Medikamente sind gefährlich, da ihr Handel beschränkt ist. In der ersten Fassung des Artikels subsumierte die Autorin auch den Wirkstoff Atomoxetin unter die Betäubungsmittel – ein Zeichen, wie viel Frau Reith vor der Abfassung ihres Textes von der ADHS und ihrer Behandlung wusste. Abgesehen vom obligatorisch-unkritischen Hinweis auf den Barmer GEK Arztreport 2013 verzichtet „Malte ist clean“ auf jedwede gehaltvolle Information des Lesers zur Medikation der ADHS. Na dann, Frau Reith, lassen wir den guten Malte in Zukunft saufen, denn Alkohol muss im Umkehrschluss ja recht harmlos sein, kann man ihn in Deutschland doch für wenig Geld in jedem Supermarkt kaufen.

    Aspekt und Ärgernis Nummer zwei ist die Besinnungslosigkeit, mit welcher der STERN alles ignoriert, was seit Oktober 2009 über das Almcamp, die Sinn-Stiftung und Prof. Hüther geschrieben wurde. Immerhin wurde Malte auch in „Adrians neues Leben“ genannt und gezeigt, ein halbes Jahr nach dem Almaufenthalt, im Kuhstall mit Bauer und Mistgabel. Damals berichtete der STERN im unkritischen Bemühen, das Almcamp und seine naive journalistische Überhöhung aufs Neue zu rechtfertigen, in ungenierter Selektivität über vier der elf Teilnehmer. Malte, einer der Erwählten, ging zu diesem Zeitpunkt (insgesamt offenbar ganze zwei Jahre) nicht zur Schule, da er Probleme hatte, sich „in der Enge der Schule zu bewegen“.

    Kein Wort zur Aggressivität des Jungen, deren Rückkehr die Mutter am Ende des Almcamps erwartete und fürchtete, da sie zuvor das Familienleben bestimmte – und wohl auch danach, wie man „Malte ist clean“ entnehmen kann. Kein Wort auch dazu, dass nach der Alm zunächst andere Hoffnungen für Malte bestanden. Denn beim Dreh der ZDF-Filmcrew von „37 Grad“ wenige Monate nach dem Almaufenthalt war er noch in einer speziellen Schule, ein weiterer Neuanfang in einer besonderen Einrichtung, der allem Bemühen zum Trotz scheiterte. Und das galt nicht allein für Malte: Sechs von elf teilnehmenden Jungen wechselten nach dem Almcamp die Schule bzw. waren aufgrund ihres Verhaltens vom Schulausschluss bedroht. Von dieser Zahl, dem Schicksal der Kinder und dem Leben ihrer Familien nach der Alm-Auszeit las man im STERN seinerzeit nichts. Da macht es die nun von Frau Reith demonstrierte erzählerische Nonchalance nicht besser, mit welcher der verlogene Anspruch von „Malte ist clean“ die bis heute anhaltende soziale Isolation des Jungen, die leidvolle Geschichte der Familie sowie die beklagenswerte Schulkarriere des einst als hochbegabt Eingeschätzten vergessen machen soll.

    Ein dritter und letzter Aspekt des Artikels quält den kundigen Leser am meisten: der Missbrauch eines Kinderlebens als ideologisches Statement. Dieser Vorwurf trifft freilich nicht allein die Autorin, sondern auch Maltes Eltern. „Welche individuelle Entwicklungsaufgabe und welches gesellschaftspolitische Ziel rechtfertigen den Schmerz dieses Kindes?“, schrieb ich vor knapp vier Jahren über die Prostitution von Adrians Geschichte durch den ersten STERN-Artikel zum Almcamp. Heute und hier stelle ich die Frage erneut – und kann nicht begreifen, warum andere sie nicht vor der Veröffentlichung von „Malte ist clean“ stellten: Welcher Erfolg und welches Glück in Maltes Leben, das doch eine lange und traurige Geschichte der Zurückweisung und Selbstausgrenzung ist, machen diese Biographie zu einer besseren Lebensgeschichte als das Leben zahlreicher vergleichbar begabter und von der ADHS betroffener Kinder, die Medikamente nehmen, nun die 10. Klasse des Gymnasiums besuchen, Freunde haben und niemals fürchten mussten, ein Trennungsgrund für die überlasteten Eltern sowie ein Kandidat für eine Fremdunterbringung zu sein?!

    Und an die Autorin samt Redaktion des STERN gerichtet: Welches ökonomische oder politische Ziel rechtfertigt einen Journalismus, der als Reportage verkleidet, was ein Pamphlet ist – als Triumph, was ein bitteres Beispiel vermeidbaren Leides ist?! Dabei geht es nicht um die ADHS oder die Frage der Medikation, auf welche das Thema nachgerade in den Massenmedien immer wieder reduziert wird. Es geht um Leben, das wächst, heranreift, sich entwickelt, und das in unserer Zeit und unserer Gesellschaft dazu einer wohlwollenden Gemeinschaft bedarf: zunächst der Familie, dann der Freunde, der Klassengemeinschaft, der Teams in Ausbildung und Arbeit, der Partnerschaft, im Alter des Mitgefühls und der Pflege. Was bedeutet die schmerzhafte Isolation für einen Menschen, der bereits als Kind ein Außenseiter war, von den Eltern reglementiert, von den Geschwistern ertragen, von den Mitschülern ausgegrenzt, von Lehrern und Arbeitgebern abgelehnt?

    Erinnern wir uns an die Diskussionen, als Laura Dekker, das Mädchen aus den Niederlanden, mit 14 Jahren alleine die Welt umsegeln wollte. Der Vater unterstützte das Vorhaben (war es nicht auch das seine?), das Jugendamt widersprach, Pädagogen und Psychologen wurden zurate gezogen. Jetzt, da sie es geschafft hat, ist es eine herausragende Leistung, die zweifelsohne positiv zu ihrer Persönlichkeitsbildung beitrug. Sollen und wollen wir nun allen pubertierenden Jugendlichen eine Extremleistung abverlangen, da dies ihrer psychosozialen Entfaltung dienen könnte? Wer von uns schickte (s)ein Kind ohne Not auf eine Reise, die große Gefahr birgt, oder tolerierte ein solches kindliches Ansinnen leichthin? Können wir ernsthaft glauben, dass jede Reise, da sie Erfahrungen mit sich bringt, auch ein Gewinn ist?

    Malte ist auf einer solchen Reise. Er durchschwimmt Kindheit und Jugend – und wenig ist ihm mehr zu wünschen als seine Teilnahme an der nächsten Olympiade. Und doch hätte dieser Erfolg nichts, gar nichts mit den leidvollen Erfahrungen zu tun, die mit familiärem Streit, Schulverweisen und impulsiver Selbstausgrenzung über viele Jahre seines Lebens einhergingen. Dieser Erfolg wäre einem Leben abgerungen, das in der Gemeinschaft viele Chancen und manche glückliche Stunde bot, die jedoch in Erregung, Wut und Verzweiflung untergingen. Der „Scheißegoismus“, den ein anderer Junge Malte während des Almcamps 2009 vorgeworfen hatte, seine stumpfe Uneinsichtigkeit, die im 37 Grad-Beitrag „Wo die starken Kerle wohnen“ zu sehen war, mögen den Ehrgeiz des Jugendlichen geweckt haben, allen zu zeigen, dass er es besser kann als das ungebärdige Kind. Das Glück, das sich am Horizont abzeichnet, macht das Unglück allerdings nicht ungeschehen, in das Malte sich über Jahre durch sein impulsiv-rücksichtsloses Verhalten offensichtlich selbst brachte.

    Ist vor diesem Hintergrund „Malte ist clean“ tatsächlich eine gute Geschichte? Sind die anderen ADHS-Kinder „schmutzig“, weil sie nie den Wecker stellten, um den Heilsversprechen eines Prof. Hüther oder eines Dr. Bonney zu lauschen, und daher Medikamente gegen die ADHS nahmen?! Sind ihre Eltern „schmutzig“, weil sie die Medikation fünf vermeidbaren Schulwechseln vorziehen?! Ist es minderwertig oder gar schlecht, sich für das eigene Kind ein Leben zu wünschen, das in der hinreichenden Anpassung des kindlichen Verhaltens an die Anforderungen der Gesellschaft die Voraussetzungen dafür schafft, dass Kind, Familie, Freunde und Lehrer miteinander zufrieden sein können?! Ich frage mich, ob Malte selbst, ob sich seine Eltern, ob sich Herr Hauser, Frau Reith und all die anderen Journalisten, die in den letzten Jahren so viel ahnungslosen Mist über die ADHS geschrieben haben, je diese Fragen stellten. Seltsam, verwirrend, beängstigend, wenn sie es nicht taten. Möglicherweise aber die bessere Erklärung für „Malte ist clean“ als die Annahme, dass erst psychotrope Substanzen diesen Artikel möglich machten.

    Dr. Johannes Streif

  7. #37
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 30

    AW: Mal wieder der Stern ... nur bei zu niedrigem Blutdruck öffnen

    Absolut richtig! Gerade das Verhalten der Eltern stört mich enorm, habe gestern Abend noch etwas dazu geschriebe, aber dann nicht gepostet, Es war nicht gerade freundlich.........

  8. #38
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Mal wieder der Stern ... nur bei zu niedrigem Blutdruck öffnen

    Einfach nur traurig und grottenschlecht recherchiert....

    Wie geht das Leben des Jungen weiter? Bestätigung beim Schwimmen. Prima!!

    Freundschaften? Braucht kein Mensch...
    Soziales Verhalten, Rücksichtnahme, Einfühlungsvermögen? Braucht auch niemand... weder für das normale Zusammenleben, noch für eine Ausbildung oder den späteren Beruf.

    Schließlich kommt man mit dem Motto: "Alle doof, außer mir!" ganz wunderbar durch´s Leben.

    Ist der Junge glücklich? Ich wage es zu bezweifeln...sehr sogar.....

  9. #39
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Mal wieder der Stern ... nur bei zu niedrigem Blutdruck öffnen


    Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen muss


  10. #40
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Mal wieder der Stern ... nur bei zu niedrigem Blutdruck öffnen

    Johannes Streif hat inzwischen einen seiner ironischen Kommentare geschrieben ... leider auf Facebook.

    https://m.facebook.com/permalink.php...25963424135757


    EDIT wurde ja schon gepostet. Sorry Esme, übersehen.

    ---
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    Geändert von Wildfang (17.09.2013 um 16:40 Uhr)

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