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Diskutiere im Thema "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..." im Forum ADS ADHS: Nonsens aus Presse und Medien
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  1. #71
    asdf23

    Gast

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Fliegerlein schreibt:
    Also kommen da mehrere Punkte zusammen, an denen sich die ADS erkennen lässt:
    - Impulsivität (nicht selten auch gekoppelt an die sehr hohe Hilfsbereitschaft eines ADS'lers, der ja auch sehr gerne spontan zusagt, wenn er helfen kann).
    - Zeitblindheit -> eben nicht in der Lage zu sein, ein Gefühl für Zeiträume zu haben und daher kalkuliert man falsch
    - Höhere Planungsfunktionen (ich weiß grad nicht die genaue Bezeichnung dazu, sorry) -> was bedeutet, dass eine Aufgabenplanung,
    je komplexer sie ist, immer schwieriger für uns zu überschauen ist. Soll heißen: Eine Planung von mehreren Arbeitsschritten,
    welche alle auf ein einzelnes Ziel gerichtet sind, funktioniert bei uns nur bis zu einem gewissen Grad, ab dann verlieren wir schlicht den Überblick,
    weil wir nicht alle Schritte behalten können, sondern sowas wie einen "begrenzten Arbeitsspeicher" haben.
    - Begrenztes Arbeitsgedächtnis -> was nichts anderes bedeutet als: Wir vergessen Dinge, wobei das Arbeitsgedächtnis ein besonderes Gedächtnis ist.
    Hier findet man so eine Art "Ultrakurzzeitspeicher", der es einem Menschen ermöglicht, viele Dinge gleichzeitig zu überblicken.
    Bei uns ist das meist beeinträchtigt. Merkt man nicht selten z.B. bei solchen Dingen wie Kopfrechnen:
    Wenn Zwischensummen gebildet werden sollen, kommen wir oftmals nicht weiter, weil wir irgendeine Zahl immer vergessen und die Rechnung daher
    immer wieder neu ansetzen müssen, wir vergessen entweder die Ausgangswerte oder die Zwischensumme ... ich hab damit ein Riesenproblem...
    Eine sehr gute Problemanalyse

    Zu der "höheren Planungsfunktion": Ich denke, wir könnten eigentlich schon normal planen. Das Problem sehe ich mehr darin, dass man sich mit den Details erst gar nicht beschäftigen will. Wenn mich jemand fragt, ob ich um 15 Uhr Zeit habe, mache ich mir ja nicht die Mühe tatsächlich durchzurechnen ob ich diesen Termin realistisch schaffen kann. Eher sage ich spontan zu und rufe dann um viertel vor drei an, dass ich 15 Min. später komme. Hinzu kommt ein Zweckoptimismus nach dem Motto "nur kein Stress, klar schaffe ich das".

    Zum "begrenzten Arbeitszeitgedächtnis": Oh ja, die Vergesslichkeit.. Kennst du das, wenn dir jemand einen Bewegungsablauf zeigt der etwas komplexer ist und du kannst dir partout nicht merken, wie die einzelnen Schritte ablaufen? Zum Beispiel eine Krawatte binden? Scheiße, ist das schwierig


    Ich glaube, du hast vor allen Dingen den Moment der Entscheidung für oder gegen einen Termin beschrieben. Was dann noch hinzu kommt, sind die Probleme während der Termine.
    Hier kommt zum Einen wieder das mangelnde Zeitempfinden zum Tragen: Es ist ja manchmal so, dass man noch pünktlich sein könnte, aber die Uhr nicht im Blick hat. Aber vor allem ist es hier nach meiner Einschätzung die Impulsivität: Man verzettelt sich, fängt zB. noch mal ein interessantes Gespräch an und schon haut es mit der Pünktlichkeit nicht mehr hin. Die große Schwierigkeit seine spontanen Impulse zu kontrollieren, kann ein ziemliches Chaos im Alltag verursachen.

    Fliegerlein schreibt:
    Wie es mit Phobien ist, kann ich ebenfalls nicht genau sagen.
    Auch da kann ich nur meine eigenen Erfahrungen beitragen:
    Ich hatte eine Zeitlang eine Amaxophobie, eine Fahrangst, also Angst vor dem Autofahren.
    Das war auch mit Sicherheit eine Phobie und demnach auch eine klar irrationale Angst, zumal ich ja schon seit 30 Jahren Auto gefahren bin und das gerne.
    Der Auslöser ist aber interessant, denn das passt wieder in die hier genannten Beispiele:
    Die Angst vor dem Autofahren war eine Projektion.
    Die eigentliche Angst war die vor der Arbeit.
    Eine, bei der ich täglich total überfordert war, weil es, wie ich heute weiß, das totale Gegenteil dessen war, was man einem ADS'ler wie mir antun sollte.
    Die Angst vor dem, was kommt, Fehler zu machen, wichtige Dinge zu vergessen, zu übersehen etc, wurde immer und immer schlimmer.
    Aber ich habe mich dagegen gewehrt und bin weiter zur Arbeit gefahren.
    Die Reaktion des Körpers war dann eine drastische, eben die Amaxophobie.
    Dein Körper versucht Dich zu schützen, auf Biegen und Brechen.
    Und wenn Du nicht auf ihn hörst, dann greift er zu ganz anderen Mitteln.

    In meinem Fall war das die Fahrangst.

    Solche Phobien lassen sich bei ADHS'lern auch, soweit ich das verstehe, recht gut über das Angstreduktionstraining wieder in den Griff bekommen.

    Natürlich muss der auslösende Faktor erkannt und beseitigt werden, ganz klar.
    Aber danach kann man mit Desensibilisierungstraining und positiven realistischen Gedanken die Angst wieder in "normale Bereiche" bewegen.
    Das liegt auch einfach daran, dass diese Ängste ja tatsächlich irrational sind.
    Die anderen Ängste der ADS'ler dagegen sind sehr real, denn sie basieren auf zigmal gemachten eigenen Erfahrungen ... da wirds schon schwieriger.


    So, ... wieder viel getextet, ... sorry, ... war hoffentlich nicht zu viel...

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Macht überhaupt nichts mit dem vielen Text. Danke, dass du das so offen erzählst mit der Fahrangst!

    Vermutlich macht das Gehirn viele Schutzmaßnahmen unterbewusst. Wie das funktioniert weiß ich nicht und es überrascht mich, dass es überhaupt funktioniert. Das Gehirn hat schon eine Menge Strategien um sich zu wehren, manchmal geht der Schuss dann nach hinten los und man wird regelrecht ausgeknockt. Bis man das eigentliche Problem gefunden hat.

    Bei mir war das zum Beispiel der Zwang immer paar Mal zu kontrollieren, ob das Auto abgeschlossen ist. Bis ich verstanden hatte, dass meine Schusseligkeit, also das ADHS, das eigentliche Problem ist. Fängt man daran an zu arbeiten, wird der Zwang überflüssig.

  2. #72
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Dieser Paderborner Mathedidaktiker Meyerhöfer ist beim Thema Dyskalkulie auf den Zug aufgesprungen. Der lehnt ja medizinische Einsichten von vorn herein ab:

    Skandalös: Interview zur Dyskalkulie: Rechenschwäche ist eine erfundene Krankheit - SPIEGEL ONLINE

    "Meyerhöfer: [....] bei ADHS, da hat die Pharmaindustrie zu einem vorhandenen Wirkstoff eine Krankheit erfunden[...]

    Hoffe, dass Spiegel-online da reagiert. Sollten was in den Kommentaren dazu schreiben!
    lg
    l.
    Geändert von Loyola (28.10.2013 um 01:15 Uhr)

  3. #73
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 731

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Loyola schreibt:
    Dieser Paderborner Mathedidaktiker Meyerhöfer ist beim Thema Dyskalkulie auf den Zug aufgesprungen. Der lehnt ja medizinische Einsichten von vorn herein ab:

    Skandalös: Interview zur Dyskalkulie: Rechenschwäche ist eine erfundene Krankheit - SPIEGEL ONLINE

    "Meyerhöfer: [....] bei ADHS, da hat die Pharmaindustrie zu einem vorhandenen Wirkstoff eine Krankheit erfunden[...]

    Hoffe, dass Spiegel-online da reagiert. Sollten was in den Kommentaren dazu schreiben!
    lg
    l.
    Ich weiss nicht, inwiefern Dyskalkulie und Legasthenie Krankheiten sind. Ich konnte mein Leben lang kein Mathe, bis ich genug Druck im Arsch hatte, die Defizite aufzuarbeiten (Gymnasium). Inzwischen geht Mathe recht gut und mit Physik habe ich gar keine Probleme mehr. Aber eben, ich kann nicht sagen, ob das einfach nur das Unvermögen ist, den Arsch hochzubekommen oder es wirklich eine Krankheit gibt.

    ADHS ist aber angeboren. Er mag Recht haben, dass man daraus eine Krankheit macht. Er disqualifiziert sich aber schlicht und ergreifend mit seinem Nichtwissen, dass es neurobiologisch nachweisbar ist. Ausserdem redet er nur von Kindern. http://www.nervenklinik.ukw.de/filea...logie_ADHD.pdf

    Den besten Kommentar fand ich:

    es gibt kein ADHS lasst die Zappelkinder mehr Sport machen, reduziert das Daddeln und ADHS verschwindet. Und die Medikamente und Therapeuten gleich mit!
    Witzig, wie stellt er sich das mit ADS vor? Ich bin so gar nicht zappelig. Man beachte ausserdem seine beschränkten orthografischen Fähigkeiten. Ach ja, immer wieder herrlich. =D

  4. #74
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Witzig, naja. Mich macht Desinformation wütend.

  5. #75
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 731

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Bringt mir nichts, wütend zu sein.

  6. #76
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Theonar schreibt:
    Ich weiss nicht, inwiefern Dyskalkulie und Legasthenie Krankheiten sind. Ich konnte mein Leben lang kein Mathe, bis ich genug Druck im Arsch hatte, die Defizite aufzuarbeiten (Gymnasium). Inzwischen geht Mathe recht gut und mit Physik habe ich gar keine Probleme mehr. Aber eben, ich kann nicht sagen, ob das einfach nur das Unvermögen ist, den Arsch hochzubekommen oder es wirklich eine Krankheit gibt.
    Wenn es in Deinem Falle eine Dyskalkulie wäre, würde auch der Druck nichts helfen.
    Allerdings geht man heute mehr und mehr davon aus, dass Dyskalkulie kompensierbar ist.
    Das ändert aber an dem grundlegenden Verständnisproblem nichts.


    Theonar schreibt:
    ADHS ist aber angeboren.
    Dyskalulie auch.
    Sie zählt zu den sogenannten Teilleistungsschwächen.
    Betroffene können mit Zahlen schlicht nichts oder nur wenig anfangen.
    Sie begreifen sie einfach nicht.
    Insgesamt ist das ein durchaus ziemlich komplexes Problem, das sich nicht in einer Kurzfassung beschreiben lässt, wie auch ADHS.
    Allerdings finde ich den Wikipedia Artikel zum Thema Dyskalkulie gar nicht mal schlecht, um einen ersten Einblick in das Thema zu bekommen.

    Ich persönlich sehe durchaus einen gewissen Zusammenhang zwischen einer Dyskalkulie und ADHS.
    Menschen, die von vornherein mit Beeinträchtigungen z.B. im Arbeitsgedächtnis und den anderen exekutiven Funktionen zu kämpfen haben, kommen da schnell an ihre Grenzen.
    Zwischenberechnungen (Zwischensummen) im Kopf zu behalten, ohne andere Werte zu vergessen und daher immer wieder neu abzählen/ berechnen zu müssen, komplexe Planungen um Aufgaben in einzelne Schritte auflösen und dann Schritt für Schritt mit Blick auf das Gesamtergebnis lösen zu können, naja all sowas eben sind typische Merkmale von ADHS, die sich im Bereich der Mathematik dann aufsummieren und zu einer Teilleistungsschwäche führen.

    Ich würde allerdings vermuten (und das ist mein ganz persönlicher Gedankengang), dass eine Dyskalulie als direkte Folge von ADHS ein anderes Bild hat, als eine Dyskalulie bei Menschen ohne ADHS, ähnlich wie eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung und andere Komorbiditäten bei Menschen mit ADHS ein irgendwie anderes Bild zeigen als bei jenen ohne ADHS.
    Das ist aber wie gesagt nur mein persönlicher Gedankengang, eine Vermutung/ Annahme und durch nichts aus dem wissenschaftlichen Bereich gestützt (zumindest wüsste ich nichts), aber es erscheint mir irgendwie logisch.

    Viele Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (28.10.2013 um 22:01 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  7. #77
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Loyola schreibt:
    Dieser Paderborner Mathedidaktiker Meyerhöfer ist beim Thema Dyskalkulie auf den Zug aufgesprungen. Der lehnt ja medizinische Einsichten von vorn herein ab:

    Skandalös: Interview zur Dyskalkulie: Rechenschwäche ist eine erfundene Krankheit - SPIEGEL ONLINE

    "Meyerhöfer: [....] bei ADHS, da hat die Pharmaindustrie zu einem vorhandenen Wirkstoff eine Krankheit erfunden[...]

    Hoffe, dass Spiegel-online da reagiert. Sollten was in den Kommentaren dazu schreiben!
    lg
    l.
    möchtest du in diesem unterforum dazu einen eigenen thread aufmachen? dann sehen es mehr, gibt bestimmt eine interessante diskussion.
    seinen ansatz, das nicht als krankheit zu sehen, die die "schuld" beim kind lässt und als "da bringt alle mühe nix" abzustempeln, finde ich gut. sondern sich ans system zu richten, was dafür sorge zu tragen hat, dass jedes kind gewisse grundfertigkeiten lernen kann, weil auf seine schwierigkeiten eingegangen wird, bzw. in der erwachsenenbildung den stoff so zu vermitteln, unter berücksichtigung jahrelanger traumata, dass überhaupt die möglichkeit des lernens besteht. so weit so gut. was er allerdings sich mit seiner meinung, dass es das alles gar nicht gäbe, versperrt, ist die möglichkeit störungsspezifische hilfestellungen zu geben. das ist schade.

  8. #78
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Mail an Prof. Meyerhöfer ist ja raus ( https://adhs-chaoten.net/gruppen/oef...ef-seite3.html ). Die Diskussion ist inhaltlich eigentlich glasklar. Wer will, kann ja bei Spiegel online noch einen Kommentar schreiben.
    Geändert von Loyola (28.10.2013 um 21:30 Uhr)

  9. #79
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 10

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    so ein quatsch

  10. #80
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.207

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    @emolgator - Ich nehme an, deine Antwort bezieht sich auf den Threadtitel und nicht auf den Beitrag von Loyola!

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