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Diskutiere im Thema "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..." im Forum ADS ADHS: Nonsens aus Presse und Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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  1. #51
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    ReRegenbogen schreibt:
    Aber prinzipiell: Wenn man etwas mehr wahrnimmt als der Durchschnittmensch, dann ist man doch noch lange nicht krank.
    Wenn's nur das wäre, würde das vollkommen zutreffen.
    Aber ADHS ist etwas komplexer, als nur eine Reizfilterstörung einhergehend mit erhöhter Wahrnemung.

    ReRegenbogen schreibt:
    Viele würden vermutlich recht gut klarkommen, so ohne Leistungsdruck, ohne diese unnatürliche und übertriebene Reizüberflutung (war gestern im Kaufland,
    DAS ist krank!), ohne Zwang zum Stillsitzen, ohne unverständliche gesellschaftliche Normen u.s.w.
    95% der Menschen können das aber problemlos .
    5% dagegen bereitet das derart erhebliche Probleme, dass es zu einer Diagnose führt.
    Aber unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass 95% der Menschen diese Probleme nicht haben.
    Für die ist der Rummel um sie herum eben nicht krank, die können das einfach ausblenden.
    Nicht immer und nicht alle gleich gut, aber gut genug um damit nicht in unsere Probleme zu geraten.

    ReRegenbogen schreibt:
    Ist die "Abweichung von der Norm" hingegen so stark ausgeprägt, dass man selbst auf einer Insel überfordert wäre,
    dann kann man es für sich selber(!) in dem Moment wohl mit Fug und Recht als Krankheit bezeichnen.
    Das kann man auch, wenn man hier überfordert ist und zum Glück wird das auch so gehandhabt .

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  2. #52
    Mumford

    Gast

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Wildfang schreibt:
    Ich sehe ADHS aber ganz deutlich als Krankheit. Ich hätte auch auf der berühmten Insel meine Probleme damit.
    In zwei Wochen werde ich durchgecheckt.

    Im Anmeldebogen wurde u. A. gefragt in welchen zwei(!!!) Lebensbereichen ich mich beeinträchtigt fühle.
    Zur Auswahl standen: Beruf, Familie, Partnerschaft, Wohnsituation, Finanzen, Sonstige.

    Ich habe ALLE angekreuzt!

    So sieht's bei mir aus. ^^

  3. #53
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.426

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Es gibt situationen, wo es mich mit ADS gut geht... Auch ohne medis. Mit medis kann ich etwa besser kompensieren und wenn die umständen stimmen, habe ich meine sachen im griff...

    Vieles mache ich nicht wie nicht betroffenen, ich habe auch mehr chaos im wohnung, aber ich kriege es irgendwie hin...

    Für bleibt deswegen das thema umfeld auch nicht umwichtig: es macht viel aus, ob ich mit eine situation klar komme oder nicht!

    Ich finde, mehr aufklärung, mehr verständnis für ADS kann uns auch helfen. Nun, so einfach ist es nicht... Ich bin nebenbei linkshänderin und es macht selten problemen... So was versteht jeden und niemand ärgert sich deswegen... Blindheit ist vielleicht auch etwas einfacher zu verstehen und nachvollziehen als ADS, daher auch einfacher darauf rücksicht zu haben.

    Ob ADS eine krankheit oder eine störung oder eine eigenheit ist, ist mich auch etwa egal... Es ist alle 3 gleichzeitig. Aber mich ist wichtig dass ich als mensch, mit meine eigenarten so gut wie möglich leben kann, dass ich dort hilfe bekomme wo ich es brauche und manchmal auch eine gewisse mass an rücksicht. Jeden mensch braucht rücksicht, weil jeden bedürfnissen hat.

    Ich möchte auch nicht mit der norm verglichen werden im sinn "aber die anderen schaffen es doch!" Daher finde ich auch aufklärung gut: damit menschen verstehen dass es einige menschen gibt die mit einfaches mühe haben.

    Aber um alles das von mein umfeld zu bekommen, ist es an mich zu reden...

    lg

  4. #54
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Fliegerlein schreibt:
    Wenn's nur das wäre, würde das vollkommen zutreffen.
    Aber ADHS ist etwas komplexer, als nur eine Reizfilterstörung einhergehend mit erhöhter Wahrnemung.
    Naja, ist natürlich eine sehr komprimierte Darstellung, das ist schon klar.
    Ich finds im besagten Thread eigentlich nett diskutiert (du bist auch dabei ;-) ),
    es gibt immer noch weitere Faktoren, aber so ists nunmal erstmal am anschaulichsten.
    Und eben für die meisten die Kernproblematik.

    95% der Menschen können das aber problemlos .
    5% dagegen bereitet das derart erhebliche Probleme, dass es zu einer Diagnose führt.
    Aber unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass 95% der Menschen diese Probleme nicht haben.
    Für die ist der Rummel um sie herum eben nicht krank, die können das einfach ausblenden.
    Nicht immer und nicht alle gleich gut, aber gut genug um damit nicht in unsere Probleme zu geraten.
    Damit sagst du im Endeffekt das Gleiche wie ich.
    Nur mag ich es nicht, von den 5% direkt auf eine Störung oder gar Krankheit zu folgern.
    Eine Abweichung von der Norm sagt erstmal nichts aus (blaue Augen, Blutgruppe AB,...).
    Wichtig ist also der von dir betonte Punkt mit den Problemen.
    ADHS wird nicht durch das seltenere Auftreten zur Störung, sondern dadurch, dass die meisten große Probleme damit haben.
    Gibt aber auch Leute mit einer Diagnose, deren Problematik recht gering ist, quasi auf einem Level,
    auf dem jeder Mensch Probleme hat (der eine hat Probleme mit der Rechtschreibung, der andere mit Zahlen,
    der dritte hat eine schlechte Feinmotorik u.s.w.), ohne dass diese Probleme direkt eine Störung definieren.
    Sind diese Menschen trotzdem "gestört"? Oder ist die Bezeichnung abhängig von der Ausprägung?

    Das kann man auch, wenn man hier überfordert ist und zum Glück wird das auch so gehandhabt .
    Natürlich kann man das. Aber einige mögen den Begriff Krankheit in dem Kontext numal nicht.
    Ich finde, das sollte jeder individuell für sich entscheiden, ist ja erstmal nur Geschmackssache und hat keinen Streitwert*g*


    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Grüße zurück
    Geändert von ReRegenbogen ( 2.10.2013 um 00:00 Uhr)

  5. #55
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 186

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Es spielt für den Betroffenen gar keine Rolle wie es die Ärzte exakt definieren. Entscheidend ist nämlich, was der Betroffene fühlt. Man hat nichts davon, wenn die Experten ewig streiten, ob Krankheit oder nicht. Es gibt noch keinen unumstößlichen Beweis oder Gegenbeweis.
    Der Beweis ist der Patient selbst. Wenn er auf Grund dieser Symptome sein Verhalten bzw. Leben nicht im Griff hat und Hilfe sucht, dann sollte
    er/sie auch Hilfe bekommen.Selbst wenn es keine Krankheit sein sollte, was ich nicht glaube, die Probleme hat man trotzdem, oder hält man uns für Simulanten? Die Symptome verschwinden nicht wie von Zauberhand. Manchmal hab ich wirklich das Gefühl, das glauben einige kampfeslustige ADHS-Leugner tatsächlich.

  6. #56
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Hallo ReRegenbogen,


    ReRegenbogen schreibt:
    Und eben für die meisten die Kernproblematik.
    Nicht ganz korrekt.
    Das mag für die meisten als die Kernproblematik angesehen werden, weil es das ist, was sie tatsächlich wahrnehmen.
    Weitaus problematischer ist das Problem der exekutiven Funktionen.
    Da aber die Selbstwahrnehmung Teil dieser entwicklungsverzögerten exekutiven Funktionen und dummerweise die sich am Schluss bildende ist, nehmen Betroffene ausgerechnet diese Probleme nicht oder nur sehr schwach wahr, obwohl genau da die größten Beeinträchtigungen bestehen.
    Wirklich vertrackt.

    ReRegenbogen schreibt:
    Nur mag ich es nicht, von den 5% direkt auf eine Störung oder gar Krankheit zu folgern.
    Eine Abweichung von der Norm sagt erstmal nichts aus (blaue Augen, Blutgruppe AB,...).
    Wichtig ist also der von dir betonte Punkt mit den Problemen.
    Korrekt.
    Das ist exakt auch das, was ich schreibe und immer geschrieben habe.
    Das Leiden und der Grad der Beeinträchtigung setzen die Grenze zur Krankheit und wer eine Diagnose hat, bei dem ist diese Grenze überschritten, sonst gäbe es die Diagnose nicht oder sie wäre nicht berechtigt.

    ReRegenbogen schreibt:
    ADHS wird nicht durch das seltenere Auftreten zur Störung, sondern dadurch, dass die meisten große Probleme damit haben.
    Gibt aber auch Leute mit einer Diagnose, deren Problematik recht gering ist, quasi auf einem Level,
    auf dem jeder Mensch Probleme hat (der eine hat Probleme mit der Rechtschreibung, der andere mit Zahlen,
    der dritte hat eine schlechte Feinmotorik u.s.w.), ohne dass diese Probleme direkt eine Störung definieren.
    Sind diese Menschen trotzdem "gestört"?
    Das ist eine in sich unlogische Fragestellung, da die Antwort bereits darin enthalten ist, indem Du schreibst, dass bei denen eben die Problematik gering ist und quasi auf einem Level, auf dem jeder Mensch Probleme hat.
    Genau das ist der Punkt.
    Da frage ich mich tatsächlich, inwiefern diese Personen dann eine Diagnose zurecht erhalten.
    Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass bei einer ADHS, wie auch so manch andere Erkrankung, auch das Umfeld eine Rolle spielt.
    Ein Rollstuhlfahrer hat in einem mehrstöckigen Bürohaus ohne Aufzüge wohl deutlich mehr Beeinträchtigungen gegenüber nicht gehbehinderten Menschen, als in einem Gebäude, welches über Aufzüge verfügt und rollstuhlgerecht mit Rampen, enstprechenden Türen etc. ausgestattet ist.

    Ein Farbenblinder oder Farbsehgestörter (da ist wieder das "böse" Wort "Störung" ) hat in einem Beruf, in dem es nicht auf Farben ankommt, keine Beeinträchtigungen, dennoch ist aber die Störung vorhanden.
    Benötigt er deshalb eine Diagnose?
    Zunächst mal möchte man sagen: nein.
    Andersherum aber durchaus ja, denn so weiß er um das Problem und kann entsprechend darauf achten, falls es doch mal anders kommt.
    Aber dennoch ist die Störung seines Farbsehvermögens vorhanden und der allergrößte Teil der Menschheit kann Farben sehen, insofern ist es also auch dann begründet, die Störung als solche zu diagnostizieren, wenn er aktuell keine Beeinträchtigungen dadurch hat und sie auch als solche zu bezeichnen.
    Denn auch wenn eine Diagnose Leiden und/oder Beeinträchtigungen bedingt, so ist sie auch dann zu stellen, wenn noch kein Leiden/ keine Beeinträchtungen vorhanden sind, um diese zu vermeiden.
    Wir reden hier eben nicht von einer einfachen Abweichung der Norm im Sinne einer Blume, welche eine andere Farbe hat oder einem Mensch, der eine andere Größe hat, sondern von signifikanten Funktionsbeeinträchtigungen, welche die Natur aber nun mal für unsere Spezies vorgesehen hat.


    ReRegenbogen schreibt:
    Oder ist die Bezeichnung abhängig von der Ausprägung?
    Natürlich ist sie das.
    Zunächst mal muss überhaupt die Schwelle der Beeinträchtigung überschritten sein, um die Diagnose zu stellen, denn Bedingung für eine Diagnose, egal von welcher Krankheit die Rede ist, ist nun mal das Leiden und die Beeinträchtigung.
    Danach kommt in der Tat eine Einteilung in bezug auf die Ausprägung, als da wären eine leichte, eine mittelschwere und eine schwere Form der ADS.
    Während die erste in der Regel zwar durchaus bereits zu einer Diagnose berechtigt, ist die Ausprägung gering genug, um nicht weiter behandelt werden zu müssen.
    Das ist der von Dir genannte Fall, dass man, zwar nicht auf einem Level, auf dem jeder Mensch Probleme hat, sondern eben durchaus schon, aber eben leicht, darüber liegt.
    Aber man hat es im Griff, sollte aber darum wissen und darauf achten um die Entstehung von weiteren Problemen (Komorbiditäten) zu vermeiden/ verhindern.
    Wenn ich weiß, dass ich Farben nicht korrekt sehe, kann ich darauf Rücksicht nehmen und darauf achten und andere fragen, bevor ich einen schwerwiegenden Fehler mache.
    Aber dazu muss ich um die Störung wissen und sie auch als solche akzeptieren.


    ReRegenbogen schreibt:
    Ich finde, das sollte jeder individuell für sich entscheiden, ist ja erstmal nur Geschmackssache und hat keinen Streitwert*g*
    Das wiederum finde ich ganz und gar nicht, denn gerade ADS'ler werden das aus den genannten Gründen (fehlender, bzw. fehlerhafte Selbstwahrnehmung) gar nicht korrekt einschätzen können, da sie es nicht oder fehlerhaft wahrnehmen.
    Bei vielen vielen, vor allem jungen ADS'lern wirst Du Antworten hören wie "Ich hab keine Probleme, Ihr seid meine Probleme, wenn Ihr Probleme mit mir habt, ist das Euer Problem".
    Was einfach daran liegt, dass sie die Probleme störungsbedingt gar nicht wahrnehmen können.
    Eine echte Krux... und das macht den Prozess der Akzeptanz so wahnsinnig schwer.


    Und über Allem kommt erschwerend dazu, dass wir den Begriffen "Krankheit" und "Störung" so gerne auch eine wertende Note mitgeben.
    Dabei sind es nur Worte, Beschreibungen, sachlich, neutral, wertefrei.
    Es liegt an uns, die Wertung zu ändern oder beiseite zu schieben.
    Es ist nur ein Wort, eine Beschreibung, keine Wertung und schon gar keine Abwertung.

    Um zum Abschluss nochmal wieder Barkley zu zitieren:
    "Sie wollen wissen, wo eine "schillernde" Persönlichkeit aufhört und eine ADS beginnt?
    Es sind genau diese Beeinträchtigungen, die diese Grenze bilden.
    Keine Beeinträchtigungen, keine Störung"


    Besser kann man es meiner Meinung nach nicht formulieren.

    Liebe Grüße
    Marcus
    Geändert von Fliegerlein ( 2.10.2013 um 09:07 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  7. #57
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 250

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    @Fliegerlein. Deine Schätzung von 95% ist vermutlich zu hoch, ich habe in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung gearbeitet und
    von den 14 Mitarbeitern hatten ca die Häfte die "Ticks" der "Behinderten" nicht ausgehalten und den angeblichen Lärm den sie machten,
    die waren empfindlicher als die Bewohner, haben die vermutlich auch alle AD(H)S oder liegt das eher daran, dass sie 20 Jahre dort gearbeitet
    haben? mit dem Atler wird man sowieso empfindlicher. So schlecht finde ich den Artikel nicht, man müßte nur die Originalquelle rausfinden.

    Meine Störung und Schwächen habe ich durchaus wahrgenommen besondes in der Schulzeit. Ich habe mittlerweile auch eine gute Fremdwahrnehmung aber hatte
    lange Zeit eine schlechte Selbstwahrnehmung in anderen Bereichen, eher im Emotionalen Bereich, konnte mich nicht reflektieren, durch meine Ausbildungszeit als Heilerziehungspflegerin, habe ich dies dort erst gelernt und konnte es dann auch immer besser, früher ging es kaum. " Krankheit und Ströung sind keine Wertefrei Wörter, damit Stigmatiiert man Menschen.

    Hier gibt es diverse Definitonen für Gesundheit, kann man sich ein entsprechend aussuchen.
    Definition Gesundheit - Definition Krankheit in der betrieblichen Gesundheitsförderung


    @alle:
    Wer heute nicht so tickt wie es andere gerne hätten oder nicht der norm entsprechen, gilt heute als psychisch krank. Ich denke schon, dass es viele erfunde Krankheiten gibt, früher brauchte man keine Ärzte und keine Pillen.
    Ich habe auch schon oft gesehen wie unsozial sich die angeblichen "Normalos" verhalten, da kann man nur den Kopf schüttlen und über die Macht und Geldgier.

    wenn ihr in der Familie Menschen ohne AD(H)S habt, dann fragt die doch mal was sie unter Normalität verstehen, sie sollen es detailliert erklären, auch Bekannt, Freunde evtl Fremde.
    Fast jeder wird eine andere Definition davon haben,

    Warum soll ich mich immer anderen anpassen, ab einem gewissen Maß ist erstens für uns wahrscheinlich nicht mehr möglich und ich will gar nicht mehr normal werden,
    wenn ich sehe was viele unter Normal verstehen.

    Meine Mutter versteht es auch nicht, warum sie hätte mit mir andes umgehen sollen, und hat ihre Mutter ins Spiel gebracht: "Meinst Du wirklich meine Mutter hätte bei 9 Kinden noch drauf achten können, wie sie den einen behandeln kann, der "angeblich anders ist?". Sie versteht es auch ncht, dass ich kein Ordnungssystem habe, eine andere Struktur brauche,
    Für mich ist ADS kein Krankheit, sondern ein Charackterzug meiner Persönlichkeit

    Ich habe ein Buch gelesen, der Titel fand ich super, war mir aber etwas zu esoterisch, aber vom Ansatz fande ich es gut, da es auch mit christlichen Prinzipien übereinstimtm, die ich selbt nicht verinnerlicht habe, das Buch und der Titel heißt:" Willst du normal sein oder glücklich?" oder auch so augedrückt: Willst Du normal Leben oder ein erfülltes Leben haben?
    Geändert von hillarius ( 8.10.2013 um 21:44 Uhr)

  8. #58
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.426

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Hallo Hillarius,

    Ich finde auch die heutige Gesellschaft ziemlich untolerant... Es scheint mich auch, dass weil wir zu Therapie gehen können, Wohlstand haben und uns viel leisten können, dass wir auch alles machen sollen um uns anzupassen... Es gibt fast ein Pflicht, leistungfähig zu sein und dazu glücklich... Alles ist doch möglich...

    Mein Vater sagte mich dass es früher schon anders war: Wenn jemand vergesslich oder ablenkbar war, galt es mehr einfach "Er ist halt so" und es war gegessen... Klar, jeden musste schon irgendwie mit sein Leben klar kommen, mit seine Rolle... Einfach war es oft sicher nicht und vielen haben sicher in stillen gelitten. Früher war manchmal schlicht überleben wichtig... Leiden war normal...

    Ich merke auch eine Druck, einfach besser zu werden... Naja, heute ist jeden zugänglich eine Therapie zu machen, eine Kurs zu besuchen. Aber ich mag diese Druck nicht mehr... Ich bin halt so und möchte meine Ruhe.

    Sonst finde ich schon sinnvoll, Menschen die leiden zu helfen. Wo Untoleranz Leid bringt, muss auch etwas gemacht werden. Im Moment, habe ich wegen mein ADS mehr Schwierigkeiten mit der Druck von aussen, als mit der ADS selber, die ich eigentlich, wenn ich genug Freiraum habe, gut kompensieren kann und mich arrangiert habe. Einmal möchte ich diese Druck der Vogel zeigen und mich nicht mehr von ihr belästigt fühlen...

    Mit ADS fühle ich mich vor allem anders... Eine Leidendruck gibt es auch und damit habe ich mein Weg gefunden: ändern was möglich ist zu ändern und der Rest annehmen.

    lg

  9. #59
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 250

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    @mj71 so ähnlich wie Du sehe ich es auch, ich habe das Gefühl, dass andere menschen glücklich sein mit Leistungen und Erfolgen gleichsetzen und # früher hatte ich auch den Eindruck, dass man viel leisten soll, aber nicht glücklich sein darf, heutzutage fnde ich manche Arbeitseinstellung fragwürdig (bei Leiharbeitrern könnte ich die Einstellungnoch verstehen, aber nicht am Arbeitspaltz wo man schon viel freiraum als Mitarbeiter bekommt)

    Habe schon davon gehört, dass ein Mensch im Rollstuhl sitz und sich amüsiert hat oder gelacht hat, andere Menschen verstanden es nicht, warum er lachen kann.
    Soll er nur wege diesen Leuten sich anpassen und darf weil es andere nicht "ertragen" nie mehr in seinem Leben lachen? Ist etwas hart ausgedrückt, aber ist leider so.

    Ich habe großen Respekt vor Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder eine Behinderung haben, aber trotzdem zufrieden sind mit ihrem Leben. Ich habe natürlich auch Respekt vor anderen Leuten, mit anderen Beeinträchtiungen oder andere Hindernisse, die versuchen ihr Leben zu meistern.

    Auch wenn die Eu Inklusion vorschreibt, soweit ist Deutschland noch nicht, hier herrscht eher noch die "alt Zeit" vor, dass Menschen mit Behinderung oder Menschen, die Anders sind nicht zu gebrauchen sind.

    Die Aussage von deinem Vater stimmt schon: der ist halt so, jeden so sein lassen wie er ist, ihn all mit seinen Ecken und Kanten annehmen komischerweise ging das früher,
    heutzutage hat man zu sein wie ein funktionierender willenslose roboter (kommt mir oft so vor), und von Robotern wird uns später die Arbeit abgenommen, auch die Pflege, gibt schon Prototypen,
    da frage ich mch dann auch wie man zur bezahlten Arbeit kommt. Halte zwar nicht viel davon, aber wenn ich sehe wie Leute gepflegt werden, frage ich mich dann auch, ob es doch nicht besser ist von einem mechanischem Roboter gepflegt zu werden

  10. #60
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Fliegerlein schreibt:
    Hallo ReRegenbogen,



    Nicht ganz korrekt.
    Das mag für die meisten als die Kernproblematik angesehen werden, weil es das ist, was sie tatsächlich wahrnehmen.
    Weitaus problematischer ist das Problem der exekutiven Funktionen.
    Da aber die Selbstwahrnehmung Teil dieser entwicklungsverzögerten exekutiven Funktionen und dummerweise die sich am Schluss bildende ist, nehmen Betroffene ausgerechnet diese Probleme nicht oder nur sehr schwach wahr, obwohl genau da die größten Beeinträchtigungen bestehen.
    Wirklich vertrackt.
    Da stimme ich dir zu und setze faulerweise einfach ein gefühlt davor.
    Also die gefühlte Kernproblematik. ;-)



    Das ist eine in sich unlogische Fragestellung, da die Antwort bereits darin enthalten ist, indem Du schreibst, dass bei denen eben die Problematik gering ist und quasi auf einem Level, auf dem jeder Mensch Probleme hat.
    Genau das ist der Punkt.
    Da frage ich mich tatsächlich, inwiefern diese Personen dann eine Diagnose zurecht erhalten.
    Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass bei einer ADHS, wie auch so manch andere Erkrankung, auch das Umfeld eine Rolle spielt.
    Ein Rollstuhlfahrer hat in einem mehrstöckigen Bürohaus ohne Aufzüge wohl deutlich mehr Beeinträchtigungen gegenüber nicht gehbehinderten Menschen, als in einem Gebäude, welches über Aufzüge verfügt und rollstuhlgerecht mit Rampen, enstprechenden Türen etc. ausgestattet ist.
    *g* Die Frage war auch eher rhetorisch gemeint (genauso wie die Frage danach mit der Ausprägung),
    mit dem Text davor habe ich die Antworten durchaus bewusst vorweg genommen.
    Ich weiß nicht, wie viele recht problemlos leben UND eine Diagnose haben.
    Da denke ich auch, dass das Umfeld ein wichtiger Faktor sein könnte. Künstler o.ä. gibt es ja einige mit ADHS.


    Ein Farbenblinder oder Farbsehgestörter (da ist wieder das "böse" Wort "Störung" ) hat in einem Beruf, in dem es nicht auf Farben ankommt, keine Beeinträchtigungen, dennoch ist aber die Störung vorhanden.
    Benötigt er deshalb eine Diagnose?
    Zunächst mal möchte man sagen: nein.
    Andersherum aber durchaus ja, denn so weiß er um das Problem und kann entsprechend darauf achten, falls es doch mal anders kommt.[...]
    Na lustig, irgendwie musste ich beim schreiben des vorigen Textes auch an Farbenblindheit denken und bin auf das von dir formulierte Dilemma gestoßen.
    Wobei meinem (unprofessionellem) Gefühl nach immer noch ein Unterschied zum ADHS besteht, da letzteres sich durch psychische Probleme auszeichnet
    und diese meist ein größeres Konfliktpotential beherbergen, was die Definition einer Störung betrifft.
    So lässt sich Farbenblindheit z.B. recht einfach und eindeutig diagnostizieren, während es bei ADHS deutlich komplizierter wird.



    Das wiederum finde ich ganz und gar nicht, denn gerade ADS'ler werden das aus den genannten Gründen (fehlender, bzw. fehlerhafte Selbstwahrnehmung) gar nicht korrekt einschätzen können, da sie es nicht oder fehlerhaft wahrnehmen.
    Bei vielen vielen, vor allem jungen ADS'lern wirst Du Antworten hören wie "Ich hab keine Probleme, Ihr seid meine Probleme, wenn Ihr Probleme mit mir habt, ist das Euer Problem".
    Was einfach daran liegt, dass sie die Probleme störungsbedingt gar nicht wahrnehmen können.
    Eine echte Krux... und das macht den Prozess der Akzeptanz so wahnsinnig schwer.
    Das stimmt. Aber ich sehe hier eher die Freiheit des Einzelnen. Mir geht es ja nicht darum, wie man ADHS offiziell bezeichnet,
    sondern wie es jeder Einzelne für sich selber sieht.
    Wenn jemand, trotz vieler Probleme, meint, dass ADHS eine Gabe sei, dann ist es sein gutes Recht.
    Und wenn ein anderer, mit der gleichen Problematik, es als Krankheit wahrnimmt, dann ist es ebenfalls sein Recht.
    Wie ich mich wahrnehme, ist mir überlassen und wenn die Wahrnehmung trügt, dann tut sie es.
    Natürlich hat es seine Grenzen, wenn jemand sich selbst und anderen schadet und jegliche Einsicht verweigert, dann wird es zum Problem.
    Aber man kann niemanden dazu zwingen, wer stellt sich denn dahin und schreibt einer anderen Person vor,
    was die "richtige" und was die "falsche" Wahrnehmung ist?
    Ich kann für mich persönlich sprechen und sagen, dass ich es als Störung sehe, aber kann ich einer anderen Person meine Wahrnehmung dieser Störung aufdrängen?
    Das ist ein recht komplexes Thema.
    Gilt ja auch für einige Persönlichkeitsstörungen. Habe eine "nette" Bekannte mit einer narzisstischen PS, die vollkommen davon überzeugt ist,
    dass ALLE anderen krank sind, nur sie ist als Einzige psychisch gesund.
    Als Betroffene (diese Person hat innerhalb von 2 Jahren eine ganze Familie zerstört durch Intrigen, Manipulation, Erpressung etc.) wünsche ich mir manchmal,
    dieser Person meine Wahrnehmung ihrer Störung überstülpen zu können.
    Aber im Endeffekt habe ich nicht das Recht dazu, nur sie selber kann entscheiden, ob sie sich für krank hält oder nicht.
    Und naja, Psychiater/Psychologen vllt. noch, aber da sind wir wieder bei der Bezeichnung durch Außenstehende und darum geht es mir nicht.


    Und über Allem kommt erschwerend dazu, dass wir den Begriffen "Krankheit" und "Störung" so gerne auch eine wertende Note mitgeben.
    Dabei sind es nur Worte, Beschreibungen, sachlich, neutral, wertefrei.
    Es liegt an uns, die Wertung zu ändern oder beiseite zu schieben.
    Es ist nur ein Wort, eine Beschreibung, keine Wertung und schon gar keine Abwertung.
    Das stimmt. Ich muss zugeben, dass mir die Wörter eben nach wie vor irgendwie negativ aufstoßen. So als reines Gefühl.
    Und das gehört irgendwie auch zum obigen Text.
    Vielleicht nehmen sich A und B "gleich gestört" wahr, aber A hat eine negativere Einstellung zu diesen Wörtern,
    während B diese eben wertfrei benutzt. Und schon haben wir unterschiedliche Meinungen zur Bezeichnung,
    obwohl die Wahrnehmung dieselbe ist.


    Um zum Abschluss nochmal wieder Barkley zu zitieren:
    "Sie wollen wissen, wo eine "schillernde" Persönlichkeit aufhört und eine ADS beginnt?
    Es sind genau diese Beeinträchtigungen, die diese Grenze bilden.
    Keine Beeinträchtigungen, keine Störung"


    Besser kann man es meiner Meinung nach nicht formulieren.
    Ich stimme dir da auch einfach mal widerspruchslos zu

    Liebe Grüße
    Marcus
    Und nochmal Grüße zurück!

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