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Diskutiere im Thema "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..." im Forum ADS ADHS: Nonsens aus Presse und Medien
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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  1. #21
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    tember schreibt:
    Wenn du darauf bestehst krank zu sein - bitte.
    Hier wird garantiert niemand darauf bestehen, krank zu sein oder krank sein zu wollen ....
    Wer eine Diagnose erhält, muss gewisse Kriterien erfüllen, dazu gehört, dass man entsprechende Beeinträchtigungen hat und auch vorhandenes Leiden gehört dazu.
    Wer also eine Diagnose hat, bei dem ist ein Krankheitswert festgestellt worden.
    Aber diese Diskussion ist müßig, permanent vorhanden und wird zu keinem Ergebnis führen,
    Fakt ist aber, für Gesundheit gibt es keine Diagnose, für Krankheit schon.

    tember schreibt:
    Es gibt sehr viele Menschen da draußen, die das gleiche Bündel an Eigenschaften besitzen wie du - und sich dagegen wehren würden als "krank" bezeichnet zu werden. Mein Vater zB beschreibt sich als kreativ und gewitzt. Eigenwillig und impulsiv. Neugierig und getrieben/ antreibend.
    Seiner Meinung nach ganz sicher keine schlechten Eigenschaften. Dass er übertrieben ordentlich ist, damit er wie er sagt, den "Chaos in seinem Kopf beherrschen kann", stört ihn dabei nicht weiter.
    Solange das innerhalb eines Rahmens bleibt, der kein Leiden und keine Beeinträchtigungen verursacht, spricht auch gar nichts dagegen.
    Hier in diesem Forum aber wirst Du viele Menschen antreffen, die eben aufgrund ihrer ADHS sehr wohl Probleme haben und nicht nur wegen ihrer Komorbiditäten...
    EDIT: Wenn jemand "übertrieben ordentlich" ist, dann mag das ok sein und noch keine Beeinträchtigungen zur Folge haben.
    Wenn jemand dagegen sein Chaos derart zu bezwingen sucht, dass er am Ende in einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung landet, dann ist das schon ein ganz massives Problem und war auch nur der Versuch, das eigene Chaos beherrschen zu wollen...


    tember schreibt:
    Ich sagte: "Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Medikamente wirklich brauche, immerhin habe ich es ja bis hierher geschafft - auch ohne Medikation (Abi, Studium, Job) und ein hochintelligenter Mensch bin ich ja gemäß der Tests auch nicht - vielleicht habe ich ja gar kein sooo stark ausgeprägtes ADS - vielleicht reicht bei mir ja eine Verhaltenstherapie"
    Mal ganz ehrlich:
    Wenn das alles so gut gelaufen wäre und keine Probleme aufgetreten wären, dann wärest Du doch kaum bei ihm gelandet oder?
    Das ist so ein gaaaaanz typisches, anfängliches Argument, welches viele in der Phase vor der Akzeptanz oder Einsicht aufwerfen (was auch bei mir der Fall war):
    "Ich hab es doch bis hierher geschafft"
    Ja, ... aber andere ohne ADS sind an dieser Stelle nicht soweit, dass sie derartige Probleme haben, welche ihnen eine Diagnose einbringt.
    Es ist eine unglaubliche Leistung, dass man es soweit beschafft hat, aber bei vielen ist dann die Batterie derart leer, dass sie eben beim Arzt landen.
    Und das ist bei Nicht-ADS'lern eher selten der Fall.
    Und auch wenn jetzt wieder kommt, dass es ja die Komorbiditäten, wie Depression/ Burnout etc. sind, welche die aktuellen Probleme verursachen, so sollte man dabei bedenken, welche Ursache dahinter steht.
    Die Komorbiditäten sind nicht selten Folgen von Kompensationsstrategien, damit wir unsere Aufgaben so hinbekommen, wie es von uns erwartet wird, unwissend, dass wir damit Energie verbrauchen EDIT: und zwar mehr, als normal üblich und von Menschen ohne ADS aufgebraucht werden muss).
    Während andere also einen "normalen" Energieaufwand zur Bewältigung ihres Alltages haben, welcher auch immer ausreichend regeneriert werden kann, ist dies bei ADS'lern eben nicht der Fall.
    Es ist, als müssten sie immer "etwas mehr Gas geben" als andere.
    Viele beschreiben es als "Fahren mit angezogener Handbremse"
    oder man fühlt sich, als würden alle um einen herum Autos mit 5 Gängen fahren, während man selber nur 4 Gänge hat und daher ständig Vollgas fahren muss, um mitzuhalten.
    Klingt all das gesund für Dich?
    Eher nicht oder?


    tember schreibt:
    Mein Psychotherapeut sagte daraufhin: "Sie haben stark ausgeprägtes ADS. Und nun seien Sie mal ehrlich zu sich selbst: Sie sind freundlich, nett und attraktiv... was glauben Sie wie Sie das alles geschafft haben... Ich rate Ihnen auf jedenfall zu einer durchgängien Medikation. Derzeit werden Sie nur von allen manipuliert ohne es zu merken..."
    Und damit hat er auch gar nicht mal so unrecht.
    Wie Martin (web4health) es gerne beschreibt, wirkt die Medikation nicht selten wie eine Art "Wahrheitsserum" durch das man erstmal überhaupt mitbekommt, was um einen herum passiert.

    tember schreibt:
    Danach wollte man mir noch eine Schulung zur Steigerung des Selbstwertgefühls andrehen... *hüst*
    Ich war so schockiert, dass ich daraufhin erstmal gar nichts weiter sagen konnte... nach diesen Aussagen braucht man auf jedenfall eine Schulung! *muhahaha*
    Auch auf die Gefahr hin, damit mal wieder zu direkt und ehrlich zu sein:
    Das sind recht typische Abwehrreaktionen.
    Bist Du sicher, dass er nicht doch ein klein wenig recht haben könnte?

    tember schreibt:
    Wenn jemand zB dumm ist und deswegen arbeitslos, dann ist dieser Mensch ja auch nicht gleich krank (oder vielleicht wurde diese Krankheit noch nicht definiert, weil man damit noch kein Geld verdienen kann). Und wenn eine Frau mit Ihrem Aussehen Ihren Lebensunterhalt bestreitet, weil sie nichts anderes kann, dann würde ihr bisher auch niemand sagen, dass sie krank ist... (auch damit läßt sich kein Geld verdienen)
    Was für Vergleiche ....
    Das wekct die Vermutung, dass Du noch nicht so richtig alles an dieser ganzen ADS-Thematik verstanden haben könntest, ganz ehrlich.
    Es geht nicht darum, dass gewisse Charakter- oder persönliche Eigenschaften eine Krankheit ausmachen, sondern bestimmte Beeinträchtigungen, welche schwerwiegend genug sind, dass sie eine Diagnose und eine Behandlung rechtfertigen.
    Wie bereits geschrieben:
    Keine Probleme, keine Diagnose, keine Krankheit.
    Keiner geht zum Arzt, weil es ihm gut geht oder?

    tember schreibt:
    ADHS an sich ist meiner Meinung nach wirklich keine Krankheit - nur die Komorbitäten die daraus entstehen können - Angststörungen, Depressionen u.a.
    Diesen Satz hört und liest man laufend ....
    Und immer wieder frage ich mich, ob man sich der Unlogik dieses Satzen wirklich so gar nicht bewusst ist?
    Was löst denn bitte diese Komorbiditäten aus?
    Keine Beeinträchtigungen -> keine Kompensation -> keine Komorbiditäten.

    Gerade deshalb ist es wichtig, ADS als das zu erkennen und zu akzeptieren, was sie ist, nämlich eine ernstzunehmende Problematik, derer man sich bewusst sein muss und die man managen muss, um eben gerade die Komorbiditäten zu vermeiden.
    Das setzt allerdings eine gewisse Einsicht voraus.

    tember schreibt:
    "Jeder ist ein Genie! Aber wenn Du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.” (Einstein)
    Schöner Spruch, passt aber so gar nicht in diesen Zusammenhang.
    Würdest Du das auch einem Rollstuhlfahrer sagen?
    Auch der muss sich seiner Beeinträchtigungen bewusst sein und Strategien erlernen und nutzen, mit denen er sie so kompensieren kann, ohne dass es ihn mehr Energie kostet, als er aufbringen kann.

    Das bedeutet ja mitnichten, dass er nichts mehr kann, aber er muss sein Leben darauf einstellen.

    Das gleiche gilt so z.B. auch für Diabetiker.
    Man muss darum wissen und sich darauf einstellen.
    Aber man kann sie managen, eben mit der Zugabe von Insulin, regelmäßigen Kontrollen und sicherlich auch mit einer entsprechend angepassten Lebensweise.

    Mit ADHS ist es kein bisschen anders.

    Das alles bedeutet nicht, dass wir uns unbedingt als krank betrachten wollen.
    Aber wir versuchen uns der Problematik bewusst zu sein und dementsprechende, funktionelle Strategien zu erlernen, mit denen wir zurecht kommen, ohne dass wir irgendwann in den Komorbiditäten landen...

    Viele Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (21.08.2013 um 01:53 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur/ Edit zugefügt

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    tember schreibt:

    Leben heißt doch irgendwo auch leiden. Wenn du nur die eine Entschuldigung für dein Leiden suchst, dann lies doch einfach die Bibel. Jesus ist ja bekanntlich für uns alle am Kreuz gestorben. Für all die kranken Herzen
    Ich glaube, das ist der Punkt, an dem es Sinn macht, die Diskussion zu verlassen.
    Du hast keine Ahnung von dem, was hinter den Menschen und ihrem Leben und ihren Erfahrungen steht, weißt gar nichts über sie und erzählst ihnen, dass sie nur eine Entschuldigung für ihr Leiden suchen?
    Holla die Waldfee .... das ist starker Tobak ... (und, wie ich behaupten mächte, keineswegs zutreffend)
    Geändert von Fliegerlein (21.08.2013 um 00:54 Uhr)

  3. #23
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    @Wildfang


    dann kommt wieder der Spruch. "Der von Dir eingegebene Beitrag ist zu kurz .... "

    @tember
    ja, ich halte einen Mann der sein Leben lang 16h am Tag arbeitet, und dann erst merkt, dass er seine Familie vernachlässigt hat, für ernsthaft krank. Auch wenn er es selbst nicht so sieht. Manchmal leiden nämlich die anderen unter einer psychischen Krankheit, nicht der Betroffene selbst, ich denke da zum Beispiel an einen Herrn mit Schnauzbart und Linksscheitel, um ein prägnantes Beispiel zu nennen, was Du mir bitte verzeihen mögest, wenn es Deine Gefühle verletzen sollte, was nicht meine Absicht ist (ernsthaft). Dieser Effekt ist eben auch bei ADHS gut bekannt (mit Betonung auf H) und Ausdruck der fehlerhaften oder eingeschränkten oder was auch immer Wahrnehmung und nicht Ausdruck bösen Willens (oder des Teufels )

    Leiden ist menschlich stimmt. Leider schreibt die Bibel, die ich bestens kenne (kannst Du mir glauben, denn sie wurde richtig in mich hineingeprügelt) nicht viel über psychische Krankheiten und wie man damit umgehen soll. Die kannten das früher vermutlich nicht, weil es das gar nicht gab (weil sie es nicht erkannten) oder das dann Teufelswesen waren, Hexen, oder schlicht Sünder oder was auch immer "Liebenswertes". Für die Bibel ist alles eine Frage des rechten Glauben, was für ein Witz!!! ich muss hier stoppen, sonst werde ich noch impulsiv.

    Ich bin mir nicht sicher, ob dein Satz: "ich philosophiere nunmal gern", angesichts echten Leidens, nicht wie Zynismus klingen muss. Du machst Gedankenspielereien, ich habe unter diesem Glauben und Philosophieren noch wirklich leiden müssen, für mich waren das nicht nur Gedankenspielereien sondern zeitigten echte Folgen, die ich bis heute noch spüre, also komm mir nicht mit der Bibel und Jesus ..... (Jesus ist am Kreuz für uns gestorben?! was für ein Held, es sterben jeden Tag viele Menschen viel elender als Jesus, für viele Menschen, die Folter, Misshandlungen, Krankheiten erleiden, wäre das Kreuz eine Gnade; ich hoffe, ich verletze Deine religiösen Gefühle, falls vorhanden, nicht).

    Entschuldige meine Heftigkeit, aber es wäre einfach schön, wenn wir solche Dinge endlich überwinden könnten und mehr Respekt vor uns selbst entwickeln könnten, anstatt vor Götzenbildern, Meinungen, Massstäben usw..

    LG

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 21

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Mmmh Mist ... jetzt kann ich nicht schlafen ...
    .... also ich will mich erstmal entschuldigen ... ich wollte niemanden verletzen und mit religiösen Äußerungen muss man sowieso immer vorsichtig sein, das versteh ich...

    Also 1. : ist irgendjemand hier der Meinung, dass z.B. Kinder mit Adhs Symptomen nicht unbedingt immer auch gleich eine Therapie/Medikation brauchen. Also es auch ohne schaffen, wenn zB die Eltern es zulassen. Da draussen gibt es ADHSler die meiner Meinung verhältnismäßig gut klarkommen, weil sie gar nicht wissen, dass sie es haben. Und wo kein Leiden, da keine "Krankheit" nicht wahr.

    Einen Leiden zu haben akzeptiere ich sehr wohl, aber jeden gleich als krank abzustempeln, besonders Kinder mit diesen Symptomen finde ich persönlich schlimm.

    2. Das mit Jesus war Zynismus... wenn wir so weitermachen werden wir feststellen, dass jeder Mensch per (irgendeiner) Definition krank ist. Aber dann brauchen wir das Wort Krankheit nicht mehr. Dann will man wirklich nur noch helfen Leiden zu lindern und zwar bei jedem Menschen...

    Das Wort Krankheit wird durch die Gesellschaft definiert, in der wir leben. Das Leiden aber durch sich selbst.

    Es tut mir leid, wenn ich Menschen in diesem Forum aufgebracht habe ... und am meisten tut es mir natürlich leid, weil ich deswegen nicht schlafen kann (aber kenn ich ja schon, ist ja nicht das erste Mal)

    Ich hoffe ich kann jetzt besser schlafen ... und ich hoffe ihr versteht jetzt besser was ich überhaupt meine...

    Ich selbst habe ADS und habe ich eine Menge durchgemacht. Ich möchte meinen Kindern aber nicht beibringen, dass sie krank sind und zu 99, 9% Medis brauchen, kurz nachdem sie laufen gelernt haben.

  5. #25
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    ad 1: jemand der nicht leidet, stellt sich solche Fragen doch gar nicht. Wir tun immer so, als ob Aussenstehende die Kinder abstempeln, die Eltern gehen zum Arzt, sie suchen Hilfe, diese Eltern sollte man nicht abstempeln. Und Ja, wo kein Leiden ist, ist keine Krankheit. Kannst Du Dir vorstellen, dass soviel, und so emotional um kein Leiden diskutiert wird???

    ad 2: Betreff Leiden bin ich Deiner Meinung, aber es gibt nun mal Leiden, bei denen hilft keine Philosophie und keine Religion, deshalb haben wir uns ja weiterentwickelt, oder habe ich da etwas nicht mitbekommen . Deine Gesellschaftskritische Haltung in Ehren, mein Freund, aber das was Du da schreibst klingt nach Uni, die Leuten kommen in eine Praxis, weil sie sich krank fühlen (dieses Gefühle kennst Du bestimmt auch). Der Arzt muss dann heraus finden, was fehlt und da sind Diagnosen sehr hilfreich und nicht nur eine diskriminierende Etikettierung. Ich fand's auf jeden Fall sehr, sehr hilfreich, eine wahre Erlösung und meiner Freundin ging's mit ihrem Sohn ebenso.

    Ad 3: Du bringst Deinen Kindern nicht bei, dass sie krank sind, sondern dass sie (evt.) unter ADS leiden und hoffentlich auch, wie man auf eine gute Art damit lebt. Mach Dir deswegen keine Sorgen, aber denke nach: wie ist es wohl für Deine Kinder, wenn sie ADS haben und merken, dass Du sie (indirekt) ablehnst, weil Du das Leiden, dass daraus entsteht gar nicht würdigst, weil Du es herunterspielst usw. ? ist das wirklich die bessere Variante. Ich habe dem Kerl meiner Freundin gesagt, "schau ich leide auch darunter und Du lernst damit umgehen und nimm die Medi's solange sie helfen, das musst Du ja nicht ein Leben lang tun" und ich glaube, er hat sich sehr respektiert gefühlt und gar nicht abgelehnt, diskriminiert oder whatever.

    und ich hoffe Du schläfst gut, dass ich mich aufgeregt habe oder so heftig reagiert habe, liegt in meiner Verantwortung, obwohl ich froh bin, von Dir zu hören, das Dir das nicht scheissegal ist.

    LG
    dompteur

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 21

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Ich glaube jetzt sind wir mit unserer Meinung nicht mehr so weit auseinander... und das freut mich sehr, denn ich kann wirklich nicht einschlafen... hihi

    Ich will nie Menschen verletzen ... oder meine Anerkennung Ihnen oder anderen gegenüber mindern. Und nein, ich habe nicht Philosophie studiert. Ich versuche nur mein Leiden zB zu lindern indem ich mih von vielem 'Wollen' auch einfach lossage.

    Eine Frage hätte ich noch an Sie: Ab wann formt Leid einen Menschen und macht ihn zu etwas besseren. Verständnisvoller gegenüber anderen leidgeplagten, emphatischer, kreativer, philosophischer, nachdenklicher. Gehört nicht zu jeder Gesellschaftskritik auch ein wenig 'Leidens' druck?

    Ansonsten weiss ich zB auch nicht ob mich als Kind unzahlige Stunden beim Psychotherapeuten mich oder meine Eltern am Ende glücklicher gemacht hätten...

    So, mal sehen ob ich jetzt schlafen kann...

  7. #27
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Leid formt immer, es macht aber nicht immer bessere Menschen aus uns. Nur wenn wir es tief verstehen, ist es möglich, dass wir es in etwas Gutes transformieren können. Leid kann uns zerstören, ich glaube nicht an die Unzerstörbarkeit der Seele, sondern an die Zerbrechlichkeit (sorry ist meine Meinung) und deshalb braucht sie einen guten Umgang; Aber wir sind ungemein leidensfähig. Du brauchst keine unzähligen Stunden beim Psychologen, das Wichtigste ist doch, dass Du Dich mit ADS annimmst und Dich nicht deswegen abwertest. Dadurch lösen sich schon viele Probleme. Du wertest Dich eben selbst ab, wenn Du die Diagnose nicht akzeptierst, nicht akzeptierst, wie Du wirklich unter den Symptomen leidest, wenn Du das nicht genügend würdigst, holt Dich das sowieso wieder auf unangenehm Art ein und .....

    Vielleicht kennst Du Thich Nhat Than? ein buddhistischer Mönch, der diese Frage bestens beantwortet, z.B. in "Versöhnung mit dem inneren Kind". Ein sehr lesenswertes Buch.

    Gute Nacht

  8. #28
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 241

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Also 1. : ist irgendjemand hier der Meinung, dass z.B. Kinder mit Adhs Symptomen nicht unbedingt immer auch gleich eine Therapie/Medikation brauchen. Also es auch ohne schaffen, wenn zB die Eltern es zulassen. Da draussen gibt es ADHSler die meiner Meinung verhältnismäßig gut klarkommen, weil sie gar nicht wissen, dass sie es haben. Und wo kein Leiden, da keine "Krankheit" nicht wahr.
    Ich bin der Meinung, dass Kinder mit Adhs-Symptomen nicht unbedingt immer auch gleich eine Therapie/Medikation brauchen. Ich würde sie ihnen aber auch nicht verwehren, wenn es nötig ist!
    Mein Sohn hat Adhs und steht ein wenig auf der Schwelle zur Medikation. Wir haben über die Diagnose seine Schwächen und Stärken abklären lassen und versuchen nun erstmal mit verschiedenen Möglichkeiten ihn zu unterstützen. Sollte dies nicht ausreichen, werden wir auch die Medis in Betracht ziehen. Es nützt ja nix, wenn er sich irgendwie durchkämpft, Frust entwickelt, unter seinem Potenzial bleibt (dies dann auch sehr bewußt mitbekommt) und kein gesundes Selbstvertrauen und -wert aufbauen kann, da das schulische Umfeld für ihn ein Mienenfeld ist!
    Dies habe ich selbst mitmachen dürfen. Klar, ich bin super durch die Schule gekommen, da nicht ganz unintelligent und extrem angepaßt, dafür ist dann aber meine Person auf der Strecke geblieben und den Scherbenhaufen versuche ich jetzt mit fast 40! zu kitten.
    Nur weil die Kinder nichts von Adhs bei sich gehört haben, heißt es nicht, dass sie nicht merken, dass sie anders sind wie der Großteil der Kinder. Sie sind sehr sensibel und bekommen den Unterschied, wenn vielleicht auch unterschwellig, mit.

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Die Debatte geht ein bisschen an der Sache vorbei weil hier Betoffene eine blöde Eigenschaft von ADHS nicht sehen. ADHS ist nämlich keineswegs wie immer suggeriert wird (unterstützt durch die scharfen Grenzen bei den Fragebögen und die unsägliche unsachliche Dauerdebatte in den Medien die wir hier ja unnötigerweise immer wieder nachzeichnen) mit Windpocken vergleichbar: Entweder man hat Tupfen -> Windpocken oder eben nicht -> keine Windpocken.

    ADHS ist eher mit Übergewicht zu vergleichen. Sowohl in schwere als auch in Art und Auswirkung gibt es mehrere Dimensionen und Beeinträchtigungen. Von "na ja, eigentlich gesund" bis "oi, sofort was machen".

    Um beim Bild zu bleiben: Ein kleines Bäuchlein schadet körperlich nie aber es kann empfindliche Gemüter schon psychisch belasten. Schwere Adipostitas dagegen ist immer lebensbedrohlich. Und dann gibt es einen riesigen Zwischenbereich in dem man je nach Lebensumständen mehr oder weniger beeinträchtig ist oder sich beeinträchtigt fühlt - oder eben auch nicht.

    Ich für meinen Teil liege in diesem Bild bei ziemlich fett (ausgeprägtes ADHS) aber nicht lebensbedrohlich - ich hab Schule und Studium geschafft aber bin trotzdem überall hinter meinen Möglichkeiten zurück geblieben und ich habe Probleme mit den unmittelbaren, auch körperlichen Auswirkungen. Mein ADHS beeinträchtigt mich, es bringt mich aber nicht um. Ich bin in dem Bild der Fette der zwar laufen und Sport treiben kann und eigentlich auch mag aber bei der ersten Treppe schnauft. Andere mögen bei anderen Umständen und anderer Konstitution bei dem gleichen ADHS ganz glücklich im Sessel sitzen, wieder andere hätten sich schon lange vor den Zug geworfen. Oder eher hinter den Zug - ich verpass Züge gerne knapp ...

    Manch anderer mag da empfindlich sein, und schon bei einem kleinen Bäuchlein (leichtem ADHS) zum Doc rennen dabei würde Sport und eine bisschen Struktur ausreichen. Denen hilft ein Verhaltenstherapie und Zuspruch, diese Patienten brauchen kein MPH oder nur kurzzeitig bis sie ihre Spur haben. Andere sind Fettberge und schon bettlägerig und finden sich immer noch schlank und lehnen deswegen jede dringend nötige Therapie ab. Die allermeisten sind irgendwo dazwischen.

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 241

    AW: "Beichte auf dem Sterbebett: ADHS gibt es gar nicht..."

    Schöner Vergleich

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