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Diskutiere im Thema Potzblitz! Wir sind alle als Kinder verhätschelt wurden! (Spiegel-Artikel) im Forum ADS ADHS: Nonsens aus Presse und Medien
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  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Potzblitz! Wir sind alle als Kinder verhätschelt wurden! (Spiegel-Artikel)

    ich mache mal einen sprung von erziehung.... zu teamfähigkeit im job.... (weil es mir schwer fällt, im team zu arbeiten, interessiert es mich)....
    friede, freude, eierkuchen - als team.... funktioniert, so gelesen in einer studie.... schlecht. nur, wenn einzelne teams gegeneinander konkurrieren.

    es hat nichts mir autorität zu tun, wenn man als familie einen rahmen definiert.... damit das zusammenleben für alle am besten funktioniert....
    wenn ich meinem sohn erlauben würde, das zu tun, was er gerade will.... ihn manchmal nicht bremsen würde.... müsste ICH ständig angst um ihn haben...
    Ich will ihm nur vor Schmerzen / Leid und Unfällen schützen....

    er sieht die Gefahr nicht.... und das meine ich in Extremis.... auf Bäume, 10 meter hoch rumklettern.... statt die Treppe die Wand hoch über den Balkon hoch kommen...
    (wir wohnen im zweiten Stock)..... im Winter einen Hang runter rutschen ..... bis auf den zugefrohrenen Bach... bricht das Eis... geht er unter.... (er war 5 J.)

    Sorry, das hat nichts mit Autorität zu tun - sondern mit Fürsorge.

    Wenn die Kinder aus Freude an den Tieren, Heuschrecken / Raupen / Insekten / Würmer / Schnecken fangen - liegt es an mir als Erwachsene dafür zu
    sorgen, dass sie mit den Tieren gut umgehen... sie nicht in Plastikbehälter stecken und an die Sonne stellen.
    (Das machen Kinder nicht aus böswilligkeit - sondern aus unwissenheit....) - das ist mein Job als Erwachsene hier ein Auge darauf zu halten.

    Ja, ich kenne auch Eltern - die doch sooo antiautoritär erziehen - doch sie lassen die Kinder (ohne Rücksicht auf Andere) - alles tun.

    Zur Erziehung gehört auch, das zeigen, dass die Erde sich nicht um einen selbst dreht - weil wird man älter - und diese Erfahrung erst in der Pupertät (auf Jobsuche)
    macht - ganz böse auf den Boden der Tatsachen geschleudert wird. Lehrjahre sind keine Herrenjahre.... (das ist heute nicht viel anders als früher :-)

    Sorry.... genau jj.... !! - was mir diese Denkweise gebracht hat?..... Ganz viel Ärger - auf all die äusseren Umstände - ich kann die Welt rund um meine Kinder
    nicht ändern - nur versuchen sie in dieser unserer Gesellschaft zu begleiten - Kinder müssen und sollten ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen - doch nach
    Möglichkeit will ich als Mutter ihnen einige "schlimme" ersparen.

    lg (nur so meine Meinung)
    Geändert von Smile (27.08.2013 um 07:34 Uhr)

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Potzblitz! Wir sind alle als Kinder verhätschelt wurden! (Spiegel-Artikel)

    Hach, immer wieder schön.

    Meine Schwester erzieht ihre Kinder nicht. Sie mag das Wort nicht. Sie zeigt ihnen, dass andere Menschen Grenzen haben, dass es Regeln gibt und diese nicht wahllos überschritten werden dürfen.
    Es ist ein Unterschied, ob ich "STOPP!" rufe, wenn das Kind zur Straße rennt, oder ob ich im bösen Ton "GERADE HINSETZEN!" rufe, wenn das Kind nicht "vernünftig" auf dem Zugplatz sitzt.
    Ersteres ist eine Sicherheitsmaßnahme, zweites ist ein reines Machtspiel seitens der Eltern.
    Wie oft ich sowas erlebe ist erschreckend, die Art und Weise wie die meisten Eltern mit ihren Kindern reden ist, gelinde gesagt, zum kotz*n.
    Das ist reine Machtausübung und diese Kinder werden später, sobald sie die Möglichkeit haben, ihren Respekt und Wertschätzung mit ähnlichen Mitteln erkämpfen.
    Über Druck, über Macht, über Boshaftigkeit.

    Letztens waren meine Schwester+Family mit anderen Familien im Urlaub. Die Eltern dort waren allesamt eher, nun ja, typisch.
    Kinder wurden von morgens bis abends mit strengem Ton zurechtgewiesen u.s.w.
    Ich war für einen Tag dabei und tatsächlich war meine Nichte das Kind, was man wohl für "am besten erzogen" halten würde.
    Irgendwie, nun, lustig, oder auch traurig.

    Es ist ein großer Unterschied, ob ich Erziehung über Machtausübung und Willensbrechung definiere, oder ob ich Erziehung als etwas sehe, bei dem ich meinem Kind beibringe,
    andere Menschen und soziale Regeln zu respektieren. Grenzen anderer zu achten und gleichzeitig eigene Grenzen setzen zu können.
    Respekt und Achtung sind keine Einbahnstraßen. Wenn ich es von meinem Kind verlange muss ich es diesem auch entgegenbringen!

    Problematisch wird es, wenn ich meinem Kind nicht nur keine Regeln beibringe, sondern auch zulasse, dass es tagtäglich meine Grenzen überschreitet.
    Aber das ist mit den heutigen Strömungen ala demokrative Erziehung (=/= anti-autoritär) nicht gemeint.
    Wer seinem Kind nicht beibringt, dass auch andere Menschen Gefühle und Bedürfnisse hat, nun, der macht was falsch.
    Das war in den 90ern wohl recht verbreitet, da war es hoch angesehen wenn Mütter WEIT über ihre Grenzen gegangen sind.
    So funktioniert das aber nicht.
    Da ich viel mit Kindern zusammen bin, mit ihnen arbeite und immer wieder verschiedenste Strömungen mitbekomme, kann ich sagen:
    Die heutigen Kinder sind ganz gut erzogen, aber sie sind eben nicht so, wie der Mainstream es sich wünscht (nie laut, sitzen immer brav rum, hören sofort, haben keine eigenen Bedürfnisse u.s.w.)

    Wisst ihr, mein Vater wurde nach Vorlage des damals pädagogischen Hauptwerkes "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind" erzogen.
    Da geht es hauptsächlich um die Negierung kindlicher Bedürfnisse, Willensbrechung und emotionale Abstumpfung.
    Gestern erzählte mein Vater (Bj. 1940) ein paar Geschichte von sich und seinen Freunden, so als Grundschulkinder.
    Ich saß da und war geschockt. Die waren sowas von "unerzogen", haben Dinge gemacht, die man sich nicht vorstellen mag. Die ich noch nie von den "heutigen" Kindern erlebt habe.
    So viel Missachtung und Respektlosigkeit, zwar nur in Abwesenheit der Eltern, aber macht es das besser?
    Da habe ich die Kinder lieber, die sich gegen ihre Eltern behaupten und kämpfen, aber sich dafür auch ohne Anwesenheit vom Prügelvater benehmen können.

    Wie heißt es so schön:
    Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

  3. #13
    lostinthoughts

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 69

    AW: Potzblitz! Wir sind alle als Kinder verhätschelt wurden! (Spiegel-Artikel)

    Interessant, dass du das Gefühl hattest, dich gegen die "gängige Meinung" verteidigen zu müssen, ich hatte in letzter Zeit das Gefühl, es gibt gerade eine zunehmende Bewegung fürs Tragen, lange Stillen, Familienbett etc. Google z.B. mal Nora Imlau, die ist eine ganz Nette, und hat gerade ihr zweites Buch über diese Themen herausgebracht und schreibt auch in der Elternzeitschrift immer pro- "bedürfnisorientierte Erziehung".

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Potzblitz! Wir sind alle als Kinder verhätschelt wurden! (Spiegel-Artikel)

    Bavepeco schreibt:
    Interessant, dass du das Gefühl hattest, dich gegen die "gängige Meinung" verteidigen zu müssen, ich hatte in letzter Zeit das Gefühl, es gibt gerade eine zunehmende Bewegung fürs Tragen, lange Stillen, Familienbett etc. Google z.B. mal Nora Imlau, die ist eine ganz Nette, und hat gerade ihr zweites Buch über diese Themen herausgebracht und schreibt auch in der Elternzeitschrift immer pro- "bedürfnisorientierte Erziehung".
    Das stimmt, wenn man in "gewissen" Kreisen unterwegs ist, dann wird langes Stillen, Familienbett&Co. immer positiver betrachtet und weiter verbreitet. Sowas ist sehr schön.
    Meine persönliche Erfahrung ist, dass es trotz allem die deutliche Minderheit ist.
    Obwohl über 90% der Meinung sind, dass Stillen das Beste sei, sind trotzdem >70% auch der Meinung, dass man nach spätestens 9 Monaten abstillen sollte.
    Bei Familienbett sind die Zahlen im Bereich unter 10%, gleiches gilt für Tragen etc., gehe mal in die Stadt und vergleiche wie viele Kinder du in der Trage siehst und wie viele im Kiwa.
    Ich sehe eine durchaus positive Entwicklung aber die dauert halt.

  5. #15
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.211

    AW: Potzblitz! Wir sind alle als Kinder verhätschelt wurden! (Spiegel-Artikel)

    Also, ich will auch mal meinen Senf dazu geben:

    Die drei Themen "Tragen, langes Stillen, Familienbett" waren auch aktuell,
    als ich mich vor über 30 Jahren für das Kinderkriegen entschieden habe (und wir haben damals
    alle "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" von Jean Liedloff gelesen).

    Als trotz "vielem Tragen, langem Stillen und Familienbett" sich das Glück bei uns
    nicht einstellen wollte, bin ich auf "Die Bausteine der klindlichen Entwicklung" von
    Jean Ayres und "Drück mich mal ganz fest" von Roswitha Defersdorf umgestiegen
    und schließlich beim Spezialisten für ADHS (damals noch HKS) gelandet.

    Meine Tochter musste mit drei Jahren auf die Muttermilch verzichten, als ich schwer
    erkrankt bin. Sonst hätte sie bestimmt meiner Großtante Konkurrenz gemacht, die
    mit fünf Jahren noch genuckelt haben soll. Tragen tue ich sie manchmal heute
    noch, sie ist zum Glück nicht schwer. Meine Schwester hat ihren kleinen Schatz fast
    nur getragen, leider sind dafür unsere mitteleuropäischen Bandscheiben nicht so gut
    geeignet. (Auch er hat ADHS). Und welch ein Glück, - unser Sohn hat zum ersten Mal
    in seinem eigenen Bett durchgeschlafen! Zwei Wochen nach Beginn der medikamentösen
    Behandlung. ADHS-Betroffene haben offenbar andere Bedürfnisse als Nicht-Betroffene.

    Ich habe den Spiegel-Artikel nicht gelesen, aber manche psychische Störungen sollen
    auch zurück gegangen sein. (Ich war Spiegelleserin von Kind auf an, habe aber damit
    aufgehört wegen der Hetzkampagnen gegen ADHS usw. oder weil das Spiegellesen
    mir einfach nicht mehr gut getan hat.)


    LG Gretchen
    Geändert von Gretchen ( 7.09.2013 um 14:40 Uhr) Grund: zu schnell - deshalb blöde Fehler

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