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Diskutiere im Thema Süddeutsche Zeitung Online: Wir haben längst amerikanische Verhältnisse im Forum ADS ADHS: Nonsens aus Presse und Medien
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  1. #11
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Süddeutsche Zeitung Online: Wir haben längst amerikanische Verhältnisse

    Süddeutsche Zeitung... Da würde sich schon lohnen, etwas zu machen...

  2. #12
    Simönchen

    Gast

    AW: Süddeutsche Zeitung Online: Wir haben längst amerikanische Verhältnisse

    Loyola schreibt:
    Süddeutsche Zeitung... Da würde sich schon lohnen, etwas zu machen...
    Die Sueddeutsche hat doch grundsätzlich einen sehr guten Ruf, oder? Neben der FAZ oder auf gleicher Ebene sogar?

    S.

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Süddeutsche Zeitung Online: Wir haben längst amerikanische Verhältnisse

    Desweiteren wird behauptet, dass ADHS in Unterschichtenfamilien häufiger auftritt als bei Akademikern, daraus wird gefolgert, dass ADHS durch Erziehungsdefizite ensteht.

    In diesem Satz befinden sich schon 2 Denkfehler:

    1. Ist die Erziehung in Unterschichtenfamilien nicht grundsätzlich schlechter als in Akademikerfamilien.

    2. Hat ADHS eine starke genetische Komponente, was oftmals dazu führt, dass die Eltern von ADHSlern nicht die Möglichkeit hatten, ihre Talente vollständig umzusetzen. Bei Akademikereltern ist es dagegen häufig so, dass diese ihre ADHS kompensieren konnten, und auch ihre Kinder frühzeitig dazu anleiten, sich auf ihre intellektuellen Stärken zu kaprizieren. Dass ADHS weniger häufig in Akademikerfamilien diagnostiziert wird, heisst nicht, dass es dort weniger häufig vorkommt.

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Süddeutsche Zeitung Online: Wir haben längst amerikanische Verhältnisse

    Hm, könnten den Artikel zum Anlass nehmen, das im Artikel benutzt Wort "überaktiv" von "hyperaktiv" abzugrenzen... Sonst ist ja die Implikation gegen Pillenbegeisterungs-Überschwang nach dem Stil der Dr. Feelgood-60er Jahre ok. Wie sich "hyperaktiv" anfühlt - wenn man nicht im Hyperfokus ist - ist gerade von öffentlicher Relevanz. Stinos können das nicht wissen... Lg

  5. #15
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Süddeutsche Zeitung Online: Wir haben längst amerikanische Verhältnisse

    Wenn wir etwas schreiben wollten, welche Quellen findet ihr als Basis gut. Bis jetzt find ich lin's ADHS-Blog: Hyperaktiv, Hypoaktiv, Strukturiert besser als Hyperaktivität. Welche besseren Quellen habt ihr? Wie können wir das unter 200 Zeichen beschreiben? Lg L.

  6. #16
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Süddeutsche Zeitung Online: Wir haben längst amerikanische Verhältnisse

    SZ schreibt:
    .... in Gegenden mit vielen Kinder- und Jugendpsychiatern auch besonders viele Kinder und Jugendliche an ADHS leiden. Ein Zusammenhang zwischen ärztlichem Angebot und Krankheit scheint also zu bestehen.
    Vielleicht liegt das eher daran, dass viele "allgemeinmedizinisch orientierte" Kinderärzte,

    gerade in ländlicheren Gegenden, wo in der Regel die "Ärzteversorgung" insgesamt eher schlechter ist,

    immer noch eher den pädagogischen als den neurologischen Theorien glauben... (Wo keine Fachleute sind, kann auch weniger diagnostiziert werden). Und wie schlecht die bundesweite "fachärztliche Versorgung", insbesondere bei AD(H)S ist, kann man hier an allen Ecken im Forum lesen....

    Auffällig ist aber auch, dass besonders viele Kinder aus sozial schwachen Schichten mit Ritalin behandelt werden. Akademiker-Haushalte agieren zurückhaltender.
    Vielleicht sind "diese Eltern" zurückhaltender, allerdings kenne ich genügend Fälle, wo trotz aller Zurückhaltung irgendwann klar war, dass an der Medikation selten ein Weg vorbei führt. Da kann man noch so viel erzieherisch auffangen, die Grundsymptomatik aufgrund der Stoffwechselstörung bleibt erhalten und belastet das psychische Gleichgewicht enorm... Damit können die wenigsten gut umgehen.

    Vielleicht sollte man die Behandlung einfach erweitern. Bevor Ritalin verordnet werden kann, sollte jeder Vater und jede Mutter einfach mal selbst so eine Pille probieren. Die Eltern würden sofort erkennen, wie potent und mächtig und Bewusstseins-ändernd dieses Mittel ist, das sie ihren Kindern zumuten möchten. Vielleicht kommen sie dann zu dem Schluss, es doch noch einmal anders zu versuchen.
    Hahaha....

    Ich habe "es" schon vor meiner Tochter genommen, deshalb wußte ich auch, was "es" kann und ab welchem Zeitpunkt ihr das eine Hilfe sein kann... Dieses Mittel ändert nicht das Bewußtsein, sondern es "normalisiert" die stoffwechselbedingten Wahrnehmungs-, Verarbeitung- und Regulationsstörungen.

    Normalerweise halte ich nicht viel von Amerika und "den Verhältnissen" dort, aber in der Hirn-(AD(H)S)Forschung waren sie die Pioniere...

    Ich denke, das Problem ist, dass ein Großteil der "Masse" immer noch von der Theorie der "ungünstigen Erziehungsbedingungen" als Erklärung für AD(H)S ausgeht.... Ich will auch gar nicht bestreiten, dass die "Aussenwirkung" sehr ähnlich ist.

    Aber bei einer AD(H)S können ungünstige Sozialisationsbedingungen die Grundsymptomatik allenfalls verschärfen (Komorbiditäten auslösen), aber niemals ursächlich sein.

    Wirklich schade, dass die immer die falschen Leute zu Wort kommen lassen, aber die SZ vertritt eben auch eine "bestimmte Meinung" ...

    LG Tanja

  7. #17
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Süddeutsche Zeitung Online: Wir haben längst amerikanische Verhältnisse

    lin´s ADHS blog schreibt:
    Der Hyperaktive versucht durch Bewegung mehr davon zu produzieren (was ja auch dem Diabetiker gelingt, der durch Bewegung mehr Insulin produziert). Nur ist das nicht so gerne gesehen, besonders in der Schule nicht. Beim Marathonläufer schon eher.

    Der Hypoaktive versucht sein Dopamin zu schonen (was ja auch dem Diabetiker gelingt, der weniger isst), fällt dadurch weniger auf in der Schule, aber wenn später Leistung gefordert wird kann er nicht liefern.

    Der Strukturierte versucht sein Leben zu strukturieren (was ja auch dem Diabetiker gelingt, der gezielt Diät hält), so dass er mit möglichst wenig Aufwand und Energie möglichst effizient funktionieren kann. Zu der Sorte gehöre ich meistens. Frau Lynn Weiss hat in ihrem Buch: ADS im Job das sehr gut beschrieben.

    Der Mischtyp. Zu dem gehört man wohl immer mal wieder.. mal ist man unruhig, mal ist man verträumt.
    Die Argumentation finde ich eher "oberflächlich"....
    Ich habe mich schon immer darüber geärgert, dass die AD(H)S in drei "Typen" unterteilt wird, ich sehe diese scharfe Abgrenzung nicht. Und jetzt erweitert die das auch noch...

    Gehe ich von der Vorstellung (Theorie) aus, dass die Stoffwechselstörung die Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- und Regulationsfähigkeit stört, empfinde ich diese unterschiedlichen "Ausprägungen" eher als verschiedene Arten, mit der Grundsymptomatik umzugehen, abhängig von gemachten Erfahrungen und der eigenen Persönlichkeit.

    Banal gesagt: Bei einer permanenten Reizüberflutung von innen und aussen ziehen sich einige komplett zurück, um das auszublenden, andere komepensieren das durch viel Bewegung/Aktivität. Menschen ohne AD(H)S sind auch manchmal eher ruhig und manchmal lauter...

    Die Kernaussage ist: Allen FEHLT Dopamin!
    Wer mph zu sich nimmt, der ersetzt das. Er ist jetzt in dem Zustand, wo er merkt wie sein NORMALZUSTAND wäre!
    (...)
    Man kann eben - es produzieren, es schonen, sich strukturieren - der Therapeut wird helfen, dass man nicht durchdreht, dass man sein Selbstvertrauen nicht verliert, keine Begleiterkrankungen bekommt, sich ein Leben, also eine Umgebung aufbauen kann wo man damit leben kann.
    Ich bezweifle, dass man die gestörten Reizleitungen, durch "verhaltensbedingtes rationieren des körpereigenen Dopamin" beeinflussen kann.
    Was ich "spare" wird ohne MPH vom Körper resorbiert (also wieder aufgenommen). Bildlich kommt da der Staubsauger und "macht nach dem "Andock- und Nachreichtenweiterleitungsvorg ang" erstmal sauber".....
    MPH ersetzt nichts, sondern verhindert "das Saubermachen"
    Ich glaube, wer ganz ohne MPH auskommen will, der muss schon extremst reflektiert sein und sich immer seiner Wahrnehmungs-, Verabeitungs- und Regulationsschwierigkeiten bewußt sein und dagegen steuern.... Das kostet viel Kraft


    Grundsätzlich ist es aber so, dass auch wenn ein ADSler mph nimmt, dass er erst an dem Punkt ist, wo er eben weiss wie sein Normalzustand wäre. Jetzt ist harte Arbeit gefragt sich das Leben so einzurichten, dass man diesen Normalzustand auch aufrechterhalten kann. Zur Not auch ohne mph. Die Macht der Gewohnheit!
    Ja, unter Umständen erkennt er erst "unter MPH", welche "Baustellen" er eigentlich hat, was dann erstmal in den "Abgrund" führen kann.....

    Wkipedia erklärt in dem Artikel nur die Hyperaktivität und erwähnt AD(H)S lediglich in diesem Zusammenhang.... Ich habe mir dann mal deren Seite zu AD(H)S angeguckt, da ist das schon sehr viel ausführlicher, allerdings auf dem Forschungsstand von 2008/09....
    Da kann ich auch nicht jedem Detail zustimmen....

    Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

    LG Tanja

  8. #18
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Süddeutsche Zeitung Online: Wir haben längst amerikanische Verhältnisse

    Die Kernaussage ist: Allen FEHLT Dopamin!
    Ich weiß jetzt nicht, aus wessen Quelle das stammt, aber diese Aussage ist vollkommen falsch, aber sowas von ...
    ADHS ist KEIN Dopaminmangel.
    Unser Dopaminhaushalt ist so normal wie der eines Nicht-ADHS'lers.

    Unser Problem liegt in der Reizübertragung einer Synapse, bei welcher Dopamin als Botenstoff verwendet wird.
    Das Dopamin ist vorhanden und wird auch ausgeschüttet, also in den synaptischen Spalt geschickt, aber es kommt nicht am Ziel an, weil das "körpereigene Recyclingsystem" das Dopamin bereits wieder zurückholt, bevor es überhaupt seinen Job machen konnte.
    Es ist ähnlich wie eine defekte elektrische Leitung.
    Wir haben Spannung, wir haben einen Schalter, wir haben eine Glühlampe, alles ist korrekt angeschlossen, aber die Elektronen kommen nicht zur Lampe, weil die Leitung defekt ist.
    Nur dass es bei uns etwas anders ist, weil das Dopamin von den Dopaminrücktransportern, die Martin mal so wunderbar als "Dopaminstaubsauger" beschrieben hat, wieder zurückgeholt werden.

    Das ist auch normal, jeder Mensch hat diese Dopaminstaubsauger, aber wir haben zu viele davon, deshalb wird der Impuls nicht oder nicht korrekt übertragen.

    Die "Kernaussage", dass Dopamin fehlt, ist wirklich völlig falsch!
    Somit auch dieser Satz:
    Wer mph zu sich nimmt, der ersetzt das. Er ist jetzt in dem Zustand, wo er merkt wie sein NORMALZUSTAND wäre!
    Der zweite Satz ist korrekt, mph sorgt dafür, dass die Stoffwechselübertragung in einen normalen oder normaleren Bereich kommt, aber der erste Satz stimmt nicht, denn mph. ersetzt kein Dopamin, muss es auch nicht.
    Das ist im Grunde nichts anderes, als eine Socke, die über das Rohr des Staubsaugers gestülpt wird, so dass nun nicht mehr zu viel abgesaugt wird, bevor es seinen Job gemacht hat.
    Es wird aber kein fehlendes Dopamin ersetzt.

    Das nur nebenbei, denn das ist schon ein recht elementarer Unterschied würde ich sagen .


    Oh, einen noch :
    Jetzt ist harte Arbeit gefragt sich das Leben so einzurichten, dass man diesen Normalzustand auch aufrechterhalten kann. Zur Not auch ohne mph. Die Macht der Gewohnheit!
    Auch hier sei bedacht, dass es einige Funktionen gibt, die ein ADHS'ler nicht durch Lernen, bzw. Konditionierung aneignen kann.
    Bei einigen Punkten heißt es: MPH weg, Funktion weg.
    Das ist eben auch einer dieser Irrpunkte, von denen man immer wieder liest.
    Es gibt Dinge, die können wir lernen, aber auch einige, die zwingend von der korrekten Rreizübertragung abhängig sind.

    Beispiele könnte ich liefern, müsste ich aber die Nase wieder tief in die Bücher stecken, das ist im Moment ein Problem.


    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (12.03.2013 um 16:08 Uhr) Grund: Nachsatz zugefügt

  9. #19
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Süddeutsche Zeitung Online: Wir haben längst amerikanische Verhältnisse

    In Lin' blog sollte auch einmal darauf hingewiesen werden, dass die Infos, die dort über Diabetiker stehen, nicht verallgemeinert werden dürfen, sondern hier ganz klar zwischen Typ I und Typ II zu unterscheiden sind.

    DAS ist mir nur gerade u.a. stark negativ aufgefallen. Wo finde ich diesen Blog bitte?

    lg Heike

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Süddeutsche Zeitung Online: Wir haben längst amerikanische Verhältnisse

    Ich muss hier mal kurz nachfragen:

    Loyola schreibt:
    Wie können wir das unter 200 Zeichen beschreiben? Lg L.
    Was genau möchtest du unter 200 Zeichen beschreiben?
    ADHS?

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