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Diskutiere im Thema Das Genie des ADHS nutzen im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #41
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 419

    AW: Das Genie des ADHS nutzen

    Ja, das mit dem Kreativen ist so eine Sache. Nachdem die vorlesungsfreie Zeit begonnen hat, hab ich innerhalb von 5 Tagen nen Thriller zusammengeschrieben. (Etwa 120 Seiten, die man aber noch auf min. 150 verdichten könnte/müsste). Schon komisch, jetzt rühr ich das Zeug mal wieder nicht mehr an, weil ich Angst habe, mich darin zu verlieren. Sobald ich kreativ werde, leide ich arg unter Realitätsverlust. Aber so kleine Sachen notieren geht natürlich immer

  2. #42
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Das Genie des ADHS nutzen

    Hey Du Hans im Dampf

    In der Vergangenheit und natürlich auch heute finden wir doch etliche Beispiele, Aussagen, die genau das wiedergeben: wenn man sich derartig im "Flow" befindet, kann man schon mal den Anschluß an die Realität verlieren bzw. besteht die Gefahr. Doch genau für solche Tätigkeiten ist das ja notwendig - dieses Versinken in seinem Tun. Das können Dir wahrscheinlich "alle" Schriftsteller bestätigen.

    Nutze diese klasse Fähigkeit! Bleib dran! Tue Dinge, die Dir gut tun. Vielleicht merkst Du den Zeitpunkt eine Pause einzulegen...doch wenn es aus den Fingern (Kopf) kommt, dann kommt es...schnell irgendwie festhalten...

    Ich versuche das auch auszubauen...ob ich dazu Talent habe??

    Ich lese gern mal Deinen Thriller (Psycho?)

  3. #43
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: Das Genie des ADHS nutzen

    hirnbeiß schreibt:
    Wenn ich die gesamte K*cke in meinem Kopf in einen See schütten würde, dann wäre wohl der Teufel los.
    Zur Zeit bin ich ein universeller Müllhaufen. Bekomme kaum die Beine auf den Boden und bewege mich permanent in der Raum-Zeit-Krümmung
    um mit meinem geistigen Mist die Welt zu verderben.
    Wenn dies doch zu etwas Nütze wäre....
    Ich traue mich kaum umzusehen. Da ein halb fertiger Bilderrahmen, dort ein Schaltkasten auf dem Boden.
    Ein paar Küchenstühle die auf den Bus warten...und Antwort bekomme ich auch keine, wenn ich sie anschreie.

    Chaos pflastert meinen Weg...*heul*

    WO? Wo nehmt ihr euer Genie her? HA?

    Wenn ich eins erwische, dann aber...
    Ich hatte es woanders bereits geschrieben - wenn dann liegt dein persönliches Genie wohl im kreativen Schreiben. Denk mal drüber nach.

  4. #44
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Das Genie des ADHS nutzen

    Hallo,

    endlich habe ich diesen Threat gefunden ... morgens um viertel vor fünf nach vergeblichen Einschlafversuchen ...

    Mali schreibt:

    Ich weiss, es tönt überheblich. Aber manchmal, wenn ich total down bin, denke ich auch:
    Wenn ich das Zeugs nicht hätte, ich wäre in vielen Bereichen einfach super. Viel besser als andere. ...

    Mali
    Das ist es was ich denke, Mali!
    Nicht das wir "besser" sind als andere, sondern das dass was unter ADHS zusammengefasst ist keine Krankheit ist, sondern Evolution. (Diese Meinung teilt auch mein Hausarzt.) ...

    Mali schreibt:

    ... Wir ADHS-ler sind so gut, so genial, wenn wir wirklich "normal" funktionieren würden, würden wir alle anderen in den Schatten stellen. Und dann hätten sie ein Riesenproblem! Vielleicht werden wir durch eine "höhere Macht" oder die Natur oder was immer natürlich gebremst. ...

    Mali
    ... Und das ist was wir sind: Von der Norm abweichend, uns in unserer Idividualität dermaßen bewußt, dass es uns unmöglich ist uns einer geltenden Norm zu unterwerfen. Und das ist auch was uns bremst, wir selbst. Es geht nämlich nicht darum andere in den Schatten zu stellen sondern vielmehr darum das Potenzial anderer zu erkennen, zu würdigen und mit dem eigenen Potenzial zu kombinieren. ...

    (Ich erinnere mich noch zu gut an die Aussage meiner Lehrer "Der kann ja, wenn er will.", die in sich vollkommen korrekt ist. - Bloß ist es mir unmöglich zu wollen was ich nicht will.)

    Mali schreibt:

    ... Denn wehe, wenn wir wirklich losgelassen würden....

    Mali
    ... Dann muss die gültige Norm abgeändert werden, was unter Betrachtung der stetig ansteigend Zahl diagnostizierter "ADHS-Fälle" unausweichlich ist.

    Wenn man "böses" unterstellt, könnte man vermuten das dies führenden Köpfen und so genannten "Experten" bewußt ist. Dann würden aus Angst vor Neuerung, um ein bestehendes System so lange wie möglich zu erhalten, bereits Kinder als krank erklärt und durch Medikamente eingedämmt anstatt sie in ihren individuellen Fähigkeiten zu fördern.

    M[U schreibt:
    ali;162716]
    ...Tönt gut, gell?

    Mali
    Tönt nicht nur, IST.


    Nun zu meinen Erfahrungen:

    Seit mir im Alter von sechs Jahren die Benutzung meiner linken Hand schmerzvoll Abtherapiert wurde findet mein kreativer Ausdruck (fast) ausschließlich im Kopf statt.
    Dadurch habe ich die Fähigkeit zur Visualisierung stark ausgebaut. So stark, und ich würde dies als Einbildung ab tun wenn es nicht auch den Menschen in meiner Umgebung auffallen würde, dass manchmal Ereignisses innerhalb kurzer Zeit nach meiner Vorstellung eintreten.

    "Hypersensibilität" ist zu einer meiner absoluten Stärken geworden (Deshalb lehne ich für mich Dauermedikamentierung strikt ab und setze Medikamente nur ein um von Zeit zu Zeit angestaute Eindrücke zu verarbeiten und mich, mit entsprechendem Feedback, selbst zu betrachten.)
    In Kommunikationstrainings und einem Lehrgang zum Motivationstrainer habe ich gelernt, meinem Gesprächspartner, unabhängig von dem was gesagt wird, auf emotionaler Ebene zu folgen und die richtigen "Stubser" zu geben um ... - ... nun ja, ein Gespräch in eine bestimmte Richtung zu lenken und Standbunkte verständlich machen zu können.

    Wem es bisher noch nicht unbegreiflich genug vorkommt, für den kommt jetzt vielleicht das passende. (Ich habe lange gebraucht um dies wirklich wahr- und anzunehmen)
    Ich kenne Menschen mit denen es mir möglich ist ganze Unterhaltung zu führen ohne das ein Wort gesprochen wird. Dies geschieht durch die Kombination von Sensibilität und "Hyperfokus". ... und ... hier höre ich erstmal auf ...

    Auch kommt es vor das ich in Gesprächen, wenn ein bestimmter Rapport-Zustand erreicht ist, plötzlich in verdutzte Gesichter schaue weil ich z.B. auf unausgesprochene Fragen antworte. Ich versuche dies zu vermeiden.



    Es interessiert mich brennend ob jemand hier ähnliche oder andere "unglaubliche" Erfahrungen gemacht hat. Ich vermute fast, dass der "Irre" hier das Thema bloß erst einmal anschneiden mußte.

    ... Bin gespannt ...
    Geändert von Malaclyps ( 7.08.2011 um 07:47 Uhr) Grund: Der Versuch etwas Recht in die Schreibung zu bringen.

  5. #45
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.160

    AW: Das Genie des ADHS nutzen

    Wir SIND, teilweise jedenfalls, vorausdenkend! Mir ist es auch schon oft passiert, dass ich Fragen beantwortet habe, ohne das sie gestellt wurden, das hat natürlich nichts mit Hellseherei zu tun, wir denken einfach schneller. Und dann kommt, leider oft an den falschen Stellen, die Impulsivität dazu.


    LG Anni

  6. #46
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.160

    AW: Das Genie des ADHS nutzen

    Sgrhn schreibt:
    Schon komisch, jetzt rühr ich das Zeug mal wieder nicht mehr an, weil ich Angst habe, mich darin zu verlieren. Sobald ich kreativ werde, leide ich arg unter Realitätsverlust. Aber so kleine Sachen notieren geht natürlich immer

    So gehts mir auch, leider, das ist das Hyperfocussieren, was mir Angst macht, vergesse dann wirklich ALLES um mich herum, sogar das trinken. Kurz was aufschreiben geht, aber eine Geschichte zuende schreiben........sch..... komm nicht weiter obwohl ich gern schreibe.

    Der Wille ist wie ausgeschaltet.

    LG Anni

  7. #47
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Das Genie des ADHS nutzen

    Hi zusammen, ich bekomme immer gesagt, dass ich sehr kreativ bin und auch ich selber weis, dass ich eine gewisse Veranlagung habe kreativ zu denken.
    Leider ist meine Sprunghaftigkeit und meine niedrige Frustrationsgrenze ein großes Problem, da ich mich schnell für etwas begeistern kann aber nicht lange die Begeisterung aufrecht erhalten kann.
    Meine Kreativität hat hauptsächlich mit der Fotografie und Videobearbeitung ihren Kern und Musik inspieriert mich, da ich sofort passende Bilder im Kopf habe oder Sachen b.z.w Motive in einem anderen Licht sehe.
    Ich würde mich furchtbar gerne intensiv mit diesen Dingen auseinandersetzen und mich stetig darin verbessern aber ich schaffe es nicht dahinter zu bleiben, das frustriert.

    Habt ihr Tipps wie man diese Begabung richtig angehen kann ohne dass ich die Lust daran verliere.

    Ich liebe diese Kreativität, da ich dadurch auch Gefühle zum Ausdruck bringen kann und ich möchte diese Chance nicht an mir vorbeiziehen lassen und dadurch später noch mehr Depris zu schieben weil ich das auch vergeigt habe.

    Gruß Mike

  8. #48
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Das Genie des ADHS nutzen

    Hallo Mike.
    Das Leben ist eine Anhäufung vertaner Chancen.
    Das ist nun einmal so.
    Nun kommt es darauf an, dieses Desaster in Grenzen zu halten.
    Es gab eine Zeit, da habe ich gebetet und die Guten wie die schlechten Dinge
    in mir angesprochen.
    Dabei ist mir aufgefallen, dass die guten Seiten an mir stets nach "schlecht"
    rübergerutscht sind, weil ich mir das Ausmaß meiner eigenen Unzulänglichkeit bewusst
    gemacht habe.
    Dann habe ich angefangen die guten Seiten wieder zu verfestigen
    und das mit dem (mir bis dato noch unbewussten) Dilemma ADHS als Unterstützung
    heranzuziehen. Das alles geschah recht unbewusst, hat aber scheinbar funktioniert.

    Also. Nimm deine Bilder und Musik, die Schleier des Unbekannten, die Farben der Sehnsucht
    die virtuellen Trapezkünstler in deinem Kopf und gib ihnen Gestalt...
    Lass sie tanzen in einem Reigen der wunderschönsten Schöpfung, die eben nur du ihnen geben kannst.

    LG --hirnbeiss--

  9. #49
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 419

    AW: Das Genie des ADHS nutzen

    DerMike schreibt:
    Habt ihr Tipps wie man diese Begabung richtig angehen kann ohne dass ich die Lust daran verliere.

    Ich liebe diese Kreativität, da ich dadurch auch Gefühle zum Ausdruck bringen kann und ich möchte diese Chance nicht an mir vorbeiziehen lassen und dadurch später noch mehr Depris zu schieben weil ich das auch vergeigt habe.

    Gruß Mike
    Gut sind immer starke Depressionen und ein allgemeines Gefühl des Unwohlseins. Ausserdem hilfreich ist eine allgemeine Sozial- bzw. Kontaktstörung.
    Weitere Vorteile sind die allgemeine Ablehnung der Gegenwart und die Miss- bzw. Verachtung der eigenen Lebensumstände mit dem Wunsch, in eine utopische Traumwelt zu flüchten. Es hilft auch sehr, wenn man es nicht schafft, seine Probleme auf konventionelle Weise zu lösen.

    Insgesamt sollte man versuchen, sich nicht zu Scheuen, Dinge zuende zu denken. Man muss davon, das heisst auch von sich überrascht sein.
    Es ist ja nicht gerade ungewöhnlich, dass der Verstand der eigenen Fantasie enge Grenzen setzt, um mit dem üblichen Leben klarzukommen.
    Für einen bestimmten Schreibertypus wird deshalb wohl gelten: Je unverbindlicher das Leben, desto vielfältiger die Literatur

    Äusserst fragwürdig, ob man das aber als gute Lebensgrundlage bezeichnen kann.
    Der andere Weg ist vermutlich eine forcierte Distanz zum eigenen Projekt. Dadurch schreiben sich die Sachen fast wie von alleine und werden auch eher zu einem Produkt, möglicherweise auch mit besseren Marktchancen..

    (Ja, alles meine Meinung, was sonst)


    Malaclyps schreibt:

    Es interessiert mich brennend ob jemand hier ähnliche oder andere "unglaubliche" Erfahrungen gemacht hat. Ich vermute fast, dass der "Irre" hier das Thema bloß erst einmal anschneiden mußte.

    ... Bin gespannt ...
    Je nachdem. Faszinierende, nonverbale Kommunikation hab ich mit verschiedenen Menschen gemacht. Manchmal banal, manchmal sehr intensiv. Inzwischen hab ich das als Geisteskrank geframed und davon relativ mechanisch Abstand genommen. Ist wohl etwa so wie eine geistig-emotionale Chemotherapie.


    Zur mir selbst:
    Es ist der ewige Kampf zwischen Chaos und Ordnung, zwischen emotio und ratio, der (nicht nur) mich daran hindert, in eine Ecke geschleudert zu werden. Das wird vermutlich gut so sein, weil ich selbst als Kreativer bestimmt schöne Sachen schreiben würde, aber wahrscheinlich auch aus irgendeinem Grund untergehen würde. Deswegen läuft es auf den stoischen Mittelweg hinaus, der einen nie ganz zufrieden, aber auch nie ganz unzufrieden werden lässt. Stattdessen gibts dann diese schäbige, bürgerliche Einkehr aus Melancholie und Gelassenheit.

    Manche Leute erleben diesen Kampf vermutlich nicht so nah wie ich. Bei mir taucht er ständig auf. Andere wiederum beneiden mich dafür, dass ich keine Routine kenne. So ist das eben, wenn man selbst jemand anders ist.
    Geändert von Sgrhn (16.08.2011 um 20:21 Uhr)

  10. #50
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: Das Genie des ADHS nutzen

    Malaclyps schreibt:

    "Hypersensibilität" ist zu einer meiner absoluten Stärken geworden (Deshalb lehne ich für mich Dauermedikamentierung strikt ab und setze Medikamente nur ein um von Zeit zu Zeit angestaute Eindrücke zu verarbeiten und mich, mit entsprechendem Feedback, selbst zu betrachten.)
    In Kommunikationstrainings und einem Lehrgang zum Motivationstrainer habe ich gelernt, meinem Gesprächspartner, unabhängig von dem was gesagt wird, auf emotionaler Ebene zu folgen und die richtigen "Stubser" zu geben um ... - ... nun ja, ein Gespräch in eine bestimmte Richtung zu lenken und Standbunkte verständlich machen zu können.

    Wem es bisher noch nicht unbegreiflich genug vorkommt, für den kommt jetzt vielleicht das passende. (Ich habe lange gebraucht um dies wirklich wahr- und anzunehmen)
    Ich kenne Menschen mit denen es mir möglich ist ganze Unterhaltung zu führen ohne das ein Wort gesprochen wird. Dies geschieht durch die Kombination von Sensibilität und "Hyperfokus". ... und ... hier höre ich erstmal auf ...

    Auch kommt es vor das ich in Gesprächen, wenn ein bestimmter Rapport-Zustand erreicht ist, plötzlich in verdutzte Gesichter schaue weil ich z.B. auf unausgesprochene Fragen antworte. Ich versuche dies zu vermeiden.



    Es interessiert mich brennend ob jemand hier ähnliche oder andere "unglaubliche" Erfahrungen gemacht hat. Ich vermute fast, dass der "Irre" hier das Thema bloß erst einmal anschneiden mußte.

    ... Bin gespannt ...
    Ich beneide dich ehrlich gesagt um deine Kommunikationstrainings sowie deine Ausbildung zum Motivationstrainer. Ich würde sowas auch gerne gelernt haben, denn ich glaube ich habe da auch Talente, die ich zu wenig nutze.

    Die von dir beschriebenen Phänomene kommen mir bekannt vor. Ich glaube auch dass das ganz normale Nebeneffekte des Rapports sind. Pacing und Leading sagt dir sicherlich etwas und ich glaube, das hier ist nicht ein "Gedankenlesen", sondern geht eher in die Richtung "Gedankeneingebung". Nicht in dem Sinne, dass du real Gedanken einpflanzt, sondern schlicht, dass man in einem tiefen Rapport nicht nur Körpersprache, sondern sogar teilweise Gedanken spiegelt. Ich vergleiche solche Kommunikation gerne mit einem Tanz, wenn beide Partner in der Musik aufgehen dann werden die synchronen Schritte wie selbstverständlich im Takt. Im Gespräch ist der Effekt lediglich eindrucksvoller weil das seltener ist.

    Und da kann ich mir schon sehr gut vorstellen, dass dieser Hyperfokus hier ein Talent sein kann. Ich komm da nicht automatisch im Gespräch rein, ich muss mich schon gezielt drauf konzentrieren (wer hätte es gedacht?). Aber ja, wenn ich locker drauf bin staune ich schon manchmal drüber wie das wirkt. Das geht mir aber hauptsächlich beim Flirten so. Die Sache ist einfach, wenn du hyperfokussierst tut dein partner das meist auch. Manchmal erreiche ich diesen Punkt, wo ich uns in so eine Art Blase ziehe, in der es nur uns beide gibt und sonst nichts. Eigentlich unterhalten wir uns nichtmal richtig, bzw. der Inhalt der Worte ist eigentlich vollkommen egal, da wir einfach nur "tanzen". Es gibt für mich zwei verschiedene Arten der Kommunikation - den Informationsaustausch und den Emotionsaustausch. Man kann Tanzschritte aneinanderreihen - damit, wirklich zu Tanzen und Spaß daran zu haben, voll in der Musik aufzugehen hat das aber kaum etwas zu tun.

    Am erstaunlichsten finde ich jedoch wie das auf das Umfeld wirkt. Manchmal wache ich aus dieser Trance auf und merke erst dann, dass ich nicht nur sie total reingezogen habe. Ich hatte schon so absurde Situationen auf Partys, wo ich feststellen musste, dass irgendwie außer uns niemand anderes mehr etwas sagt. Ein ganzer Raum voll mit Leuten hört nur zu und beobachtet uns mit großen Augen, als ob das so eine Art Film wäre oder soetwas.

    Und wo du mich daran erinnerst, dass ich sowas prinzipiell kann ärgere ich mich darüber dass ich mich die gesamte letzte Zeit eigentlich nur mit Arbeit rumschlage und mies drauf bin anstatt auch mal öfter unter die Leute zu gehen. Denn momentan fühle ich mich eher ziemlich holprig auf dem Tanzbein, mir saugt zuviel anderes die Aufmerksamkeit ab. Naja vielleicht besser so. Oder auch nicht. Manchmal weiß ich das nicht so wirklich...

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