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Diskutiere im Thema Identitätskrise im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 116

    Identitätskrise

    Hallo Liebe Leute.

    Ich bin echt verzweifelt und am inzwischen täglich am rumgrübeln, denn ich weiß nicht was ich noch denken soll.

    Kurz zu den Hintergrundinfos. Bei mir würde Anfang 5ter Klasse Hochbegabung festgestellt und in der 9ten Klasse, im Zuge einer Lerntherapie, von einer Ergotherapeutin ein dringlicher Verdacht auf ADS geäußert.

    Mein Problem: mein langjähriger Freund und größte Bezugsperson sieht das ganz anders. Er sieht in den familiären Konflikten das einzige Problem für meine niedrige Frustrationsgrenze, meine Emotionalität und leichte Ablenkbarkeit. Er hat auch durchaus sinnvolle Tipps um mir den Alltag zu erleichtern. Aber trotzdem gibt es oft Rückschläge und daraus resultierendes Unverständnis seinerseits.

    Was mich auch sehr enttäuscht, ist dass er AD (H)S nicht als überhaupt existent anerkennt. Ich bin mir nicht ganz sicher wieso. Inzwischen glaube ich selber oft, dass es alles nur Hirngespinst ist.

    Hinzu kommt, dass er mir mal halbwegs zu Verstehen gegeben hat, dass er sich mich für nicht so intelligent/sich für intelligenter hält (er selber ist meiner Meinung nach schon in Fachbereichen über dem Durchschnitt), was für mich natürlich im Konflikt zu dem Ergebnis des Testes steht. (Auch wenn er absurderweise nicht viel davon hält, weil man Intelligenz ironischerweise seiner Meinung nach nicht messen kann)

    Nun kann man sagen, dass ich dem keinen Glauben schenken muss, dennoch hat er durchaus auch oft gute Argumente dagegen wenn wir über das Thema ADS diskutieren. Ich denke auch inzwischen nervt es ihn und er will sich auch gar nicht damit befassen, dabei sieht er nicht wie wichtig mir das ist und oft gibt es emotionale Momente wo ich mir denke "Moment. Er kann doch gar nicht wissen wie du fühlst, wieso sollte er dann wissen was dir fehlt, wenn du es selber gut benennen kannst.

    Wo wir zum Knackpunkt kämen. Kann es nicht möglicherweise sein, das sich meine Hochbegabung nur nicht so zeigt, weil ich wirklich ADS habe? Ich habe nämlich schon oft das Gefühl ich gleiche Dinge bei denen ich zB. nicht zugehört habe mit grobem Erfassen des Kontextes und einem sich daraus erschließendem Resultat aus.

    Habt ihr selber mit so etwas zu kämpfen? Ich bin ein bisschen "lost in space", weil es mich den ganzen Tag beschäftigt.

    Und vielleicht fragt sich der ein oder andere warum es mir so wichtig ist (zumindest höre ich diese Frage öfter). Naja, ich will weder damit angeben, was wahrscheinlich viele denken, noch will ich damit mein Ego pushen. Eigentlich will ich nur wissen wer ich bin und wie ich am besten mit mir umgehen kann.

    Ich würde mich über Anregungen und Ideen sehr freuen.

  2. #2
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 64

    AW: Identitätskrise

    Aus persönlichen Gründen gelöscht
    Geändert von guitary (28.10.2017 um 01:09 Uhr)

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 135

    AW: Identitätskrise

    Erst wenn du dir nicht mehr wünschst, etwas ganz Besonderes zu sein, wirst du erkennen wer du bist.

  4. #4
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Identitätskrise

    Liebe AnnCath,

    ich selber habe die Wertung meiner Stärken, Talente und Schwächen leider viel zu lange anderen überlassen...das Problem dabei ist ja, dass es sehr unterschiedliche Blicke darauf gibt.

    Wichtig ist dass DU deine Unsicherheiten und Ängste ernst nimmst und jeden Schritt unternimmst der dir hilft, dich besser zu verstehen und dich selbst anzunehmen.Sonst landet dein Selbstwertgefühl irgendwann im Keller und du wirst total handlungsunfähig.Habe ich leider schon hinter mir.

    Dass andere deine Talente sehen und sich wundern, was dich blockiert, die Suche nach einer Erklärung als eine Art Ausrede sehen...das kenne ich auch. Lange Zeit* übernahm ich den Blickwinkel meiner Mutter, dass es nämlich egal ist WARUM, dass eine Suche nach Ursachen feige wäre.

    Das glaube ich heute nicht mehr.Ich weiß einfach dass Verstehen für mich der Weg ist der zum Handeln führt.Und dazu, Verantwortung für mich selber zu übernehmen.

    Und es ist eigentlich nicht so wichtig was er glaubt, wichtig ist doch was du glaubst.Vielleicht ist er genervt weil er merkt, es bringt dich zu keinem Ergebnis wenn du das durchkaust, er sieht also den Sinn nicht sich damit zu beschäftigen, denn seine Meinung hat er dir ja schon kundgetan.Du musst ihn nicht überzeugen um überzeugt zu sein, er kann das nämlich nicht für dich entscheiden und will das wahrscheinlich auch nicht.
    (ich bin daran leider in meiner letzten Beziehung gescheitert, indirekt habe ich damit nämlich die Verantwortung für mich an meinen Partner abgeben wollen.Ich wollte dass er mir sagt was ich machen soll und war dann mit seinem Rat ja garnicht einverstanden Und ich gab ihm auch so eine "Macht" über mich, die er nicht haben wollte, das ist nämlich ganz schön beängstigend.Habe das mittlerweile andersherum erlebt und verstehe das nun viel besser!)Hat er schonmal sowas gesagt wie:musst du halt selber wissen?

    So lange du überlegst, wer denn nun "richtig" liegt, wirst du nicht weiterkommen denke ich.
    Es gibt halt nicht "richtig", es gibt nur "richtig" für DICH.Und da, finde ich, solltest du in allererster Linie auf dein Bauchgefühl hören.Du hast ja garnicht vor dich auf einer Diagnose auszuruhen, sondern möchtest ja weiterkommen oder?
    Du könntest dich doch zB auf Hochbegabung und ADS neu prüfen lassen?Die Frage ist dann was du daraus machst.Ich für mich glaube gelernt zu haben, dass es einfach nur wichtig ist DASS ich etwas daraus mache.

    Und wenn ich mich in solchem Gegrübel dann zu verlieren drohe sage ich mir immer wieder: diese Erkenntnis/ Diagnose nützt mir nur, wenn sie mich zum Handeln bewegt und mich dahin bringt wo ich sein möchte.

    Ich hoffe du fühlst dich nicht missverstanden und ich konnte dir irgendetwas Hilfreiches erzählen :*

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Identitätskrise

    Ich habe erlebt, dass andere mich auf meine Taten und Auftreten reduzieren und daraus Intelligenz/ Probleme ableiten. Daher höre dir die Tipps an, immerhin versucht man dir zu helfen.
    Sollten diese sich als falsch anfühlen, sind sie es meistens allerdings auch (kommt natürlich darauf an, was es für Ratschläge sind).

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 323

    AW: Identitätskrise

    Liebe Ancath,

    eine gemessene hohe Intelligenz sagt gar nichts darüber aus,
    ob es uns auch möglich ist, diese Intelligenz für uns selbst zu nutzen.

    Geht es rein um die Verarbeitung abstrakter Informationen im Denkprozess
    wird es dir beim Studium in der Vorlesung so vorkommen,
    als würdest du deine hohe Intelligenz dort ganz nutzen können.

    Im Alltagsleben hingegen sind ganz andere Fähigkeiten gefragt,
    die eher über den Faktor der "Emotionalen Intelligenz" bestimmt werden.

    Und geht es um praktische, handwerkliche Dinge,
    dann braucht man dafür eine ganz andere Form von Intelligenz,
    die auch evtl. als "Bauernschläue" bezeichnet werden könnte.

    Geht es aber um die Beziehung zwischen Männern und Frauen,
    dann ist eine Art "Gleichgewicht" eine gewisse "Augenhöhe"
    der Partner zueinander das Wichtigste.
    Unabhängig von allen anderen Faktoren, wie AD(H)S, oder anderem.
    Meiner Erfahrung nach sind Männer sehr empfindlich und unsicher,
    was ihren Stellenwert für ihre Partnerin angeht.
    Sie möchten diesen öfter bestätigt bekommen.
    Dann kann es wichtig sein, "klüger als..." zu sein oder "mehr zu verdienen als..."
    Viele Männer beziehen darüber ihren Selbstwert und sehen sich dann
    gegenüber ihrer Partnerin lieber "eine Stufe höher gestellt".

    Ich würde eher in diesem Bereich eine leichte Schieflage bei dir und deinem Partner sehen,
    nach deiner Beschreibung hier.

    Ich hoffe ich habe dir einige andere Blickwinkel eröffnen können.

    sei nett zu dir selbst
    Liebe Grüße
    finckla

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 235

    AW: Identitätskrise

    Anncath schreibt:

    Ich würde mich über Anregungen und Ideen sehr freuen.
    ...wie wäre es mit diagnostischer Abklärung und IQ-Test?

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 707

    AW: Identitätskrise

    Hallo Anncath,

    ich habe jetzt nur deinen ersten Post gelesen und nicht die Posts der anderen Mitforis. Von daher, sieh es mir bitte nach, falls schon ähnliche Antworten kamen.

    Hochbegabung bzw. eine sehr hohe kognitive Intelligenz und AD(H)S können definitiv gleichzeitig vorhanden sein. Bei den intelligenteren Kindern, zeigt sich ein AD(H)S meiner Info nach meist erst ab Klasse 3 bis 4. Hast du evtl. Zeugnisse von damals, in denen die Lehrer zu den Noten schriftliche Einschätzungen geschrieben haben? Dann könntest du dort mal nachschauen. Typische Sätze, die auf AD(H)S hindeuten sind z.B. "ist im Unterricht häufig unruhig und stört dadurch den Unterricht", "sollte mehr Selbstvertrauen bei der Lösung von schwierigen Aufgaben haben", "ist leicht ablenkbar". Bei mir ging es deutlich ab Kl. 5 los (trotz eines Notenschnitts von 1,x)

    Und natürlich kann ein AD(H)S dazu führen, dass man sein kognitives Potenzial nicht richtig ausleben kann.

    Mir und meiner Lebensgefährtin hat sehr das Buch von C. Neuhaus "Lass mich, doch verlass mich nicht" geholfen (kostet nur 10 €). Darin geht es nicht nur um Partnerschaft, sondern auch recht ausführlich um AD(H)S an sich, auch in der Kindheit u Jugend. Ich habe mich in dem Buch sehr gut wiedergefunden und bei manchen Sachen, wo ich dachte, die treffen nicht auf mich zu, meinte meine Freundin, dass sie zutreffen. Oha! Nun ja... Wir konnten durch das Buch jedenfalls auch einige Missverständnisse aus der Welt räumen. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn du das Buch erstmal liest u schaust, ob du dich darin wieder findest. Falls ja, würde ich an deiner Stelle versuchen, das Buch mit deinem Freund durchzugehen, in der Hoffnung, dass er auch AHA-Erlebnisse hat und nicht mehr leugnet, dass es AD(H)S gibt. Bei mir im persönlichen Umfeld, waren auch alle sehr überrascht, aber für meine Psychiaterin war sehr schnell klar, dass ich es habe. Ein 2. Psychiater, bei dem ich einen Test am PC absolvieren musste, hat die Diagnose auch bestätigt und schätze meine Intelligenz in dem Befundbericht als "sehr hoch" ein.

    Letztlich wäre es zudem wohl sinnvoll, wenn du das AD(H)S bei einem/einer auf AD(H)S im Erwachsenenalter spezialisierten Psychiater/in abklären lässt. Da es oft sehr lange Wartezeiten gibt, kannst du ja jetzt schon ein Termin vereinbaren. Denn absagen kannst du ja immer noch, falls du in der Zwischenzeit zu dem Schluss kommst, dass du AD(H)S wohl eher nicht hast.

    Ach so, und falls du wirklich arge familiäre Probleme hast, macht eine Therapie natürlich auch ohne AD(H)S- Diagnose Sinn. Die Probleme, die du beschreibst (z.B. geringe Frustrationstoleranz etc.) sind mE aber typisch für AD(H)S und zum Teil auch für Hochbegabung.

    LG
    Hyper
    Geändert von Hyper80 (27.10.2017 um 15:14 Uhr) Grund: Ergänzungen

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 86

    AW: Identitätskrise

    Anncath schreibt:

    Mein Problem: mein langjähriger Freund und größte Bezugsperson sieht das ganz anders. Er sieht in den familiären Konflikten das einzige Problem für meine niedrige Frustrationsgrenze, meine Emotionalität und leichte Ablenkbarkeit. Er hat auch durchaus sinnvolle Tipps um mir den Alltag zu erleichtern. Aber trotzdem gibt es oft Rückschläge und daraus resultierendes Unverständnis seinerseits.
    Da hat er nicht unrecht. Familiärer Streß sorgt dafür, dass ADHs-Symptome noch stärker in den Vordergrund treten. Tipps von anderen höre ich mir immer gerne an, nur um bei nächster Gelegenheit das Gegenteil zu machen. Das ist ADHS und ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis in Reinkultur. Mit Intelligenz hat das nichts zu tun.

    Was mich auch sehr enttäuscht, ist dass er AD (H)S nicht als überhaupt existent anerkennt. Ich bin mir nicht ganz sicher wieso. Inzwischen glaube ich selber oft, dass es alles nur Hirngespinst ist.
    Das sollte Dir wurscht sein. Denn selbst wenn er es anerkennt - verstehen wird er es kaum. Also, lass gut sein und diskutiere nicht dauernd drüber. Damit bringst Du dich selbst nur unter Druck, gibst ihm evtl. das Gefühl ADHS "besiegt" zu haben und versaust es dann im nächsten Augenblick wieder spektakulär. Ich habe das zumindest so gemacht, bis ich aufgehört habe das Thema andauernd zu diskutieren.

    Hinzu kommt, dass er mir mal halbwegs zu Verstehen gegeben hat, dass er sich mich für nicht so intelligent/sich für intelligenter hält (er selber ist meiner Meinung nach schon in Fachbereichen über dem Durchschnitt), was für mich natürlich im Konflikt zu dem Ergebnis des Testes steht. (Auch wenn er absurderweise nicht viel davon hält, weil man Intelligenz ironischerweise seiner Meinung nach nicht messen kann)
    Wer sich nichts merken kann und noch nicht mal die nächsten 3 Arbeitschritte im Kopf behalten kann, kriegt schnell einen Deppenstempel. Nochmal: Vergesslichkeit, Fahrigkeit, Konstanz, Motivation etc. haben nichts mit der Intelligenz zu tun. Wir sind weder dumm noch faul - wir sind einfach bei der Aktivierung und dem Merkvermögen schwer gehandicapped (zumindest bei Sachen die uns nicht interessieren - wenn uns was interessiert, ist es gerade anders herum).

    Nun kann man sagen, dass ich dem keinen Glauben schenken muss, dennoch hat er durchaus auch oft gute Argumente dagegen wenn wir über das Thema ADS diskutieren. Ich denke auch inzwischen nervt es ihn und er will sich auch gar nicht damit befassen, dabei sieht er nicht wie wichtig mir das ist und oft gibt es emotionale Momente wo ich mir denke "Moment. Er kann doch gar nicht wissen wie du fühlst, wieso sollte er dann wissen was dir fehlt, wenn du es selber gut benennen kannst.
    Siehe oben. Es ist Dein ADHS und Deine Hochbegabung. Lass ihn da raus und beschäftige Dich selbst damit. Ich habe Stunden verbracht mit meiner Frau mein ADHS zu diskutieren, damit sie versteht warum ich bin wie ich bin. Auf Grund dieser Erfahrung bin ich der ideale Erstkontakt für alle ankommenden Marsianer. Ich habe wirklich versucht jemandem eine komplett fremde Gedankenwelt näher zu bringen und das obwohl ich selbst noch gar nicht richtig wusste, was ich warum denke. So ähnlich wie wenn ein Blinder einem Tauben die Farbe Grün erklärt. Daß das nicht viel gebracht hat, sollte klar sein. Seit ich meine ADHS-Konflikte mit mir selbst ausmache, auf mich achte und versuche mich zu verstehen (ohne anderen eine Erklärung geben zu müssen), läuft das leichter. ADHS ist nicht mehr Dauer-Thema und wird daher auch nicht mehr als Universal-Ausrede angesehen.

    Wo wir zum Knackpunkt kämen. Kann es nicht möglicherweise sein, das sich meine Hochbegabung nur nicht so zeigt, weil ich wirklich ADS habe? Ich habe nämlich schon oft das Gefühl ich gleiche Dinge bei denen ich zB. nicht zugehört habe mit grobem Erfassen des Kontextes und einem sich daraus erschließendem Resultat aus.

    Habt ihr selber mit so etwas zu kämpfen? Ich bin ein bisschen "lost in space", weil es mich den ganzen Tag beschäftigt.

    Und vielleicht fragt sich der ein oder andere warum es mir so wichtig ist (zumindest höre ich diese Frage öfter). Naja, ich will weder damit angeben, was wahrscheinlich viele denken, noch will ich damit mein Ego pushen. Eigentlich will ich nur wissen wer ich bin und wie ich am besten mit mir umgehen kann.

    Ich würde mich über Anregungen und Ideen sehr freuen.
    Ich bin selbst (glaube ich) nicht hochbegabt. Die wichtigste Frage wäre für mich aber: Worin bin ich denn hochbegabt? Was kann ich gut? Wo soll sich Deine Hochbegabung denn zeigen?

    Hochbegabung kommt mir hier oft so vor, als müsste man allen in allen Bereichen überlegen sein. Das kann aber gar nicht sein... Ich kann es nur nochmals erzählen: In meinem Umfeld bin ich mit weitem Abstand der Kreativste der rumläuft. Alle kreativen Aufgaben gehen mir locker von der Hand. In der Buchhaltung bin ich dafür noch weniger als eine Null. Wo viel Licht, da halt auch viel Schatten...

    Denk mal drüber nach was Du (ganz allein) in der Vergangenheit gut gemacht hast. Nur drüber nachdenken, nicht mit anderen diskutieren. Such Dir was worauf Du stolz bist und bau drauf auf. Damit kommst Du hoffentlich aus deiner negativen Spirale etwas raus...

    Chili_666

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.714

    AW: Identitätskrise

    Hallo Anncath,

    in deiner Vorstellung im März 2016 schriebst du, ADHS sei in deiner Kindheit festgestellt worden, aber so sicher sei es dir nicht gesagt worden, denn eine sichere Diagnose gebe es ja gar nicht. Oder so ähnlich.

    Hat sich das inzwischen geändert? Bist du inzwischen als Erwachsene diagnostiziert und wirst du aktuell vielleicht sogar behandelt?

    Nicht dass das unbedingt nötig wäre, ich kenne ja deinen aktuellen Leidensdruck nicht. Aber ich bemerke, dass du selbst verunsichert bist und dich auch von deinem Freund weiter verunsichern lässt. Und du schreibst ja auch selbst, du seist unbehandelt unter deinem Potenzial.

    Eine aktuelle Diagnose würde nicht unbedingt die Reaktion der Umwelt verändern. Wenn sich dein Freund dir überlegen fühlen möchte (und man könnte sich fragen, warum er das nötig hat), dann täte er das weiter. Aber es würde dich nicht mehr so verunsichern, weil du es besser weißt.

    Und auch ein Behandlungsversuch wäre gar nicht so schlecht. Dann würdest du im günstigsten Fall sehen, was dadurch verbessert werden kann. Ob du diese Behandlung dann fortsetzt, kannst du dann ja immer noch entscheiden.

    Leider sehen viele ADHS-Behandlung "nur" als mögliche Verbesserung der intellektuellen Leistung. Mindestens ebenso wichtig finde ich allerdings, dass die Unfallgefahr durch Unaufmerksamkeit auch abnimmt, und die Lebenszufriedenheit durch entspanntere Beziehungen auch.

    D. h. auch dein Freund könnte von deiner ADHS-Behandlung profitieren. Wenn er diesen Effekt erst einmal sähe, wird er aufhören das anzuzweifeln.

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