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Diskutiere im Thema Identitätskrise im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #31
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 729

    AW: Identitätskrise

    Hallo Anncath,

    dass dich die lange Wartezeit nervt, kann ich gut nachvollziehen.

    Bei mir hat die Diagnostik von der ersten Terminanfrage bis zur Diagnose 4 Monate gedauert. Ich habe mir gedacht: "Ich habe nun schon über 30 Jahre damit gelebt, was sind schon die paar Wochen/Monate im Vergleich dazu".

    Ich würde dir raten: such dir auf AD(H)S im Erwachsenenalter spezialisierte Psychiater/Ambulanzen und mach einfach Terminanfragen. Und nimm dann den Termin, der am frühesten möglich ist.

    Wegen des IQs: Du kannst auch bei Mensa e.V. preiswert einen IQ-Test machen, falls dich das noch mal interessiert. Ein IQ-Test ist nicht Standard bei der Abklärung eines Erwachsenen-AD(H)S, ein Psychiater verdient daran nämlich nichts - außer du zahlst ihm ein Honorar. Das mag in Uni-Ambulanzen anders sein, die bekommen ja Geld vom Staat.

    Eine Behandlung wirst du aber nur dann brauchen, wenn du wirklich Leidensdruck verspürst.

    Und wie bereits geschrieben, ich kann dir sehr das Buch von C. Neuhaus empfehlen, um für dich schon mal zu schauen, ob du AD(H)S haben könntest. Es muss nicht alles zutreffen, was darin steht. Ich habe z.B. nicht die typischen Liebesbeziehungsprobleme.

    Dass deine Probleme schon weniger geworden sind, seitdem du von zu Hause ausgezogen bist, heißt auch nicht, dass du kein AD(H)S hast. Bei mir zeigen sich die typischen Probleme z.B.immer wieder und vor allem im Berufsleben!

    Würde mich freuen, wenn du uns auf dem Laufenden hältst.

    LG
    Hyper

  2. #32
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 729

    AW: Identitätskrise

    luftkopf33 schreibt:
    Thema ADHS und HB:

    Ja, genau diese von Dir nochmal genante Position vertrete ich.

    Sprich:

    ADHS maskiert HB, aber definitiv nicht umgekehrt. Beziehungsweise dies nur punktuell, jedoch keinesfalls wirklich global.
    Ich würde dazu mal ergänzen wollen, dass es z.B. anderen auffällt, dass man offensichtlich intelligenter ist als die meisten anderen, ABER das Verhalten nicht (immer) dazu passt.

    Als Beispiel: Hochbegabte können sich besonders gut an ihr Umfeld anpassen. Bei einem AD(H)S das hinzu kommt, ist die Leistungsfähigkeit aber extrem personengebunden. Z.B. sind nur weit überdurchschnittliche Leistungen möglich, wenn der HB-AD(H)Sler den Lehrer, den Trainer, den Dozenten o.ä. mag.

    Ist jedenfalls bei mir so gewesen.

    Typisch war bei mir auch, machmal halt mit Antworten herauszuplatzen, ohne vorher nachgedacht zu haben, worüber sich Lehrer und Dozenten dann arg gewundert haben.

    Ach, und ein ganz großer Unterschied soll sein, dass der Hbler sich auch zu Aufgaben locker überwinden kann, obwohl er keine Lust dazu hat. Der AD(H)Sler kann das nicht bzw. kostet es ihn unglaublich viel Überwindung. Das kann Stunden, Wochen, Monate dauern, wobei auch drohende negative Konsequenzen, den Antrieb nicht steigern können.
    Geändert von Hyper80 ( 2.11.2017 um 10:24 Uhr) Grund: Ergänzung

  3. #33
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 125

    AW: Identitätskrise

    Genau das was du sagst Hyper, ist bei mur quasi immerzu vorhanden. Und zwar in im Wechsel. Ich kann sehr sozial kompetent, angepasst und auf mein Umfeld fixiert sein, aber dann gibt es so Tage und ich Verhalte mich entgegen jeder Norm und verstehe nicht die sozialen Stukturen und Zusammenhänge. (Wobei mein Elternhaus auch Mitschuld an weiteren Verhalten tragen könnte)

    Ist ebenso bei der Schule. Das mit dem "herausplatzen" hab ich auch oft. Aber das ist halt oft wenn ich mich so krass über etwas freue, das ich meinen Verstand ausblende... Das kann man glaub ich auf vieles übertragen. Meine Gefühle blenden meine Verstand komplett aus.

    Ich glaube gerade dieser "Mischmasch" zwischen einer sehr rationalen und einer extrem emotionalen Anny, könnte der Grund für mein Identitätsproblem sein und fürndas Gefühl nicht zu wissen wer ich bin...

  4. #34
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 729

    AW: Identitätskrise

    Anncath schreibt:
    Ich glaube gerade dieser "Mischmasch" zwischen einer sehr rationalen und einer extrem emotionalen Anny, könnte der Grund für mein Identitätsproblem sein und fürndas Gefühl nicht zu wissen wer ich bin...
    Bei mir war es vor dem Beginn der Medikation eher so, dass ich mich einfach nicht auf mich selbst und meinen Körper verlassen konnte. Ich war den halben Tag mindestens damit beschäftigt mich innerlich zu regulieren bzw. es zu versuchen, vor allem meine Unruhe/Hibbeligkeit. Ich warf innerlich ständig Pläne um, wusste nie, wie ich mich morgen fühlen werde und ob ich schaffen werde, was ich mir vornehme. Hielt mich nicht an Bearbeitungsfristen, die ich mir selbst ggü. meinen Kunden gesetzt hatte. Um nur einige Beispiele zu nennen.

    Das hat sich nun alles arg verbessert!

    Wirklich geglaubt an die Diagnose habe ich btw als das Medi genau die paradoxe Wirkung hatte, die es wohl nur bei AD(H)Slern hat: es beruhigte mich und zugleich stieg mein Antrieb. Ich habe nachdem ich die 1. Tablette genommen hatte z.B. meine Wohnung aufgeräumt und zwar innerhalb von 3 Stunden. Dafür brauchte ich normalerweise mindestens den ganzen Tag, verbunden mit ganz, ganz vielen Pausen, negativen Emotionen und einem ganz hohen Stresspegel. Manchmal schuf ich nur noch mehr Chaos dabei.... Zufrieden war ich nie.

  5. #35
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.902

    AW: Identitätskrise

    O ja! Dankeschön! Ganz speziell für den ersten Absatz, liebe Hyper!

    Ich habe schon länger nach der besten Ausdrucksweise für dieses nerven-und kräftezehrende Problem gesucht, um's hier reinzuschreiben aber es klappte nicht...

    Deshalb: *sich linkisch verbeugend das Hütchen lüpf*

  6. #36
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 125

    AW: Identitätskrise

    Hey Hyper,

    Ich habe mir mal vor Jahren Medikinet verschreiben lassen, um zu testen ob es mir hilft. Ich muss sagen, dass es schrecklich war und mich in einen monotonen Zustand gebracht hat. Weder gut noch schlecht. Das hat mich derbe verwirrt und das Gefühl war wirklich ekelig.

    Kann natürlich sein, dass es zu viel war. Es hat zwar etwas geholfen, aber mir war alles egal irgendwie... Und wo bleibt da der Reiz, wenn die Leidenschaft fehlt?
    Geändert von Anncath ( 2.11.2017 um 12:21 Uhr)

  7. #37
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 125

    AW: Identitätskrise

    Hyper80 schreibt:
    Bei mir war es vor dem Beginn der Medikation eher so, dass ich mich einfach nicht auf mich selbst und meinen Körper verlassen konnte. Ich war den halben Tag mindestens damit beschäftigt mich innerlich zu regulieren bzw. es zu versuchen, vor allem meine Unruhe/Hibbeligkeit. Ich warf innerlich ständig Pläne um, wusste nie, wie ich mich morgen fühlen werde und ob ich schaffen werde, was ich mir vornehme. Hielt mich nicht an Bearbeitungsfristen, die ich mir selbst ggü. meinen Kunden gesetzt hatte. Um nur einige Beispiele zu nennen.
    Ja das kenne ich Auch, bis auf die Unruhe. Das eher weniger. Und du hast von Anfang an mit Medis angefangen?

  8. #38
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.902

    AW: Identitätskrise

    Öhm. *leise hüstel*

    Liebe Anncath, wärst Du bitte so lieb, Deinen Text dahingehend zu editieren, dass er den Community-Regeln entspricht?

    Genau solche Sachen bereiten unserem Betreiber, der PERSÖNLICH für das, was in diesem Forum passiert, HAFTET und u.a. deshalb, weil die ganz unverblümten Schilderungen vom Missbrauch der Medikamente so sehr zugenommen haben, nicht mehr lange weitermacht, solche Kopfschmerzen!

    Ich denke und hoffe ohnehin, dass klar ist, dass das Medikamentenmissbrauch war & dieser NICHT OKAY ist. Auch, wenn im Wechsel Neugierde und Leidensdruck durchaus verständlicherweise einen sehr starken Antrieb liefern können.

    Rein hypothetisch wäre bei Medikinet auch noch fehlende VORHERIGE Nahrungsaufnahme und Unverträglichkeiten den Freisetzungsmechanismus betreffend als Ursache für Unwohlsein möglich. Zumindest bei den Adult.

    Btw:

    Auch und gerade hier, im öffentlichen, google-searchable Bereich des Forums haben WIR ALLE, die WIR uns wünschen, endlich einmal ernstgenommen zu werden, die ein für alle mal mit dem furchtbaren Mythos der „Kinderkrankheit ADHS“ aufräumen wollen und so fort, noch verstärkt eine Verantwortung dafür, dass auch TATSÄCHLICH konkrete Schritte in diese Richtung gegangen werden.

    Wer sich Seriösität und korrektes Verhalten, gute Diagnostik WÜNSCHT, sollte sich selbst entsprechend benehmen. Ja, ich weiß, PÖSES WORT, ganz furchtbar ist das!

    Und:

    Ja, jüngere ADHS'ler werden auch aus DIESEM Grunde nicht allein auf einen solchen Prozess losgelassen. Irgendwann geht's dann aber mal.

    Sorry. Der ist jetzt doch etwas länger als geplant geworden.
    Geändert von luftkopf33 ( 2.11.2017 um 12:48 Uhr)

  9. #39
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 729

    AW: Identitätskrise

    Anncath schreibt:
    Ja das kenne ich Auch, bis auf die Unruhe. Das eher weniger. Und du hast von Anfang an mit Medis angefangen?
    Ja, es wurde mit der Diagnose ein Versuch mit MPH empfohlen. Vermutlich lag das daran, dass mein beruflicher Leidensdruck sehr groß und meine berufliche Existenz gefährdet war, meine Hibbeligkeit deutlich erkennbar war (die Psychiaterin meinte, dass sie dazu keinen Fragebogen gebraucht hätte) und ich bereits 3 Verhaltenstherapien gemacht hatte, die nicht den dauerhaft gewünschten Erfolg gebracht hatten. Außerdem konsumierte ich viel zu viele Zigaretten und auch zu viel Alkohol.

    Mein Bedürfnis nach Alkohol ist btw. komplett weg seitdem ich das Medi nehme.

    Ach, und Einschlafprobleme habe ich arg seit Beginn der Pubertät. Ich beherrsche zig Einschlaftechniken deshalb. Da meinte der Psychiater, der die Diagnose absicherte, dass da unbedingt was gegen getan werden muss. Seitdem ich MPH nehme, werde ich abends zwischen 20 und 22 Uhr müde und schlafe, wenn ich mich ins Bett lege nach max. 5 Minuten ein ohne eine Einschlaftechnik anwenden zu müssen.

    So etwas wie Müdigkeit mal zu spüren, ist echt toll!

  10. #40
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 125

    AW: Identitätskrise

    Tut mir leid, ich habe mich da wohl mißverständlich ausgedrückt...

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