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Diskutiere im Thema ADHS und Hochbegabung: Wie viele betrifft das überhaupt? im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 274

    ADHS und Hochbegabung: Wie viele betrifft das überhaupt?

    Hallo zusammen,

    leider wurde der Thread, in dem ich auf dieses Thema noch einmal antworten wollte, inzwischen geschlossen (einer der diversen Lini123-Threads).

    Deshalb dieser neue Thread:

    Addy Haller schrieb:
    Statistisch sind 2% der Bevölkerung hochbegabt und 2% haben eine adulte ADHS - man kann sich leicht ausrechnen, wie klein diese Schnittmenge ist. Dass man bei Hochbegabung eine ADHS kompensieren und dadurch nur "normale" Leistungen bringen kann, halte ich grundsätzlich für möglich. Aber das dürften, wenn es diese Fälle überhaupt gibt, Ausnahmen sein. Stattdessen schreibt sich gefühlt jeder Zweite eine Hochbegabung zu, der eine ADHS-Diagnose möchte, diese jedoch aufgrund seiner unauffälligen Schullaufbahn verwehrt bekommt.

    gonzales schrieb darauf:
    In meiner Rolle als nicht-offizieller nicht-Experte, der dennoch ein "pfiffiges" Kerlchen ist (siehe Schulzeugnisse), stelle ich aber die Frage, was dann mit den x% der 2% Hochbegabten ist, die nach den offiziellen Kriterien durch das Raster fallen. (Nebenbemerkung: x%, weil die 2%, die du für adultes ADHS angibst sich auf die Gesamtbevölkerung beziehen, die 2% Hochbegabten aber keine randomisierte Teilmenge der Gesamtbevölkerung sind. So einfach wie du das gemacht hast, darf man das nicht rechnen). Werden diese einfach als Kollateralschaden des offiziellen Systems verbucht?

    Dazu folgendes:

    Ich wollte gar nichts genau ausrechnen. Ich wollte darstellen, dass es sich bei der Gruppe der hochbegabten Erwachsenen mit ADHS um eine vergleichsweise kleine Gruppe handeln muss - und es bemerkenswert ist, warum man dennoch überdurchschnittlich oft darüber liest.

    Mal grob überschlagen komme ich statistisch auf maximal 40 000 Erwachsene in Deutschland, auf die das zutreffen könnte. Und da man die ADHS durch die Hochbegabung ja angeblich gut kompensieren kann, stellt sich die Frage, wie viele davon von dem einen oder dem anderen überhaupt etwas merken. (Andererseits stellt sich die Frage, warum bei anderen diese Kompensation im Erwachsenenalter plötzlich nicht mehr funktionieren soll, aber das ist ein anderes Thema).

    Wie gesagt: Möglich wäre diese Kombi natürlich, aber als Ausnahme. Für diese Ausnahmen könnte ich mich mit einem IQ-Test anfreunden, wenn eben die Diskrepanz zwischen massiven ADHS-Symptomen als Erwachsener einerseits und guten Schulnoten andereseits besonders auffällig ist.

    Ansonsten gibt es andere mögliche Diagnosen, deren Symptome sich mit denen von ADHS in weiten Teilen überlappen, die aber natürlich den Nachteil haben, dass bei ihnen der Einsatz von MPH nicht zugelassen ist und die deshalb weniger beliebt scheinen (obwohl sich z.B. mit einigen Antidepressiva auch ADHS-Symptome lindern lassen).

    Schließlich ist ADHS eine Restkategorie. Die Diagnose soll nur gestellt werden, wenn wirklich nichts anderes infrage kommt. Und das scheint in der Praxis, wie auch anderes, häufig nicht beachtet zu werden. Warum auch, wenn die Diagnose ADHS für wirklich alle Beteiligten außerordentlich attraktiv ist und niemand die Einhaltung der Richtlinien zu überprüfen scheint?

    Ich weiß, dass ich mich jetzt wahrscheinlich sehr unbeliebt mache, aber nicht zuletzt aufgrund der im DSM-V wiederum gesenkten Hürden für die Diagnose ADHS scheint für mich legales Neuro-Enhancement per MPH durch die Hintertür auf dem Vormarsch zu sein...
    Geändert von Addy Haller ( 3.07.2017 um 11:53 Uhr)

  2. #2
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.814

    AW: ADHS und Hochbegabung: Wie viele betrifft das überhaupt?


    Meiner bescheidenen Meinung nach, triffst Du aber den Nagel auf den Kopf, bzw. bringst Du sehr prägnant die aktuell auffällig oft zu anzutreffende Problematik auf den Punkt.

    -Neuro-Enhancement wird salonfähig

    -Grund:die oft für den„normalen Menschen“ gar nicht mehr zu bewältigenden Anforderungen eines vom Raubtierkapitalismus geformten Arbeitsmarktes

    -allein die so ausgelösten Störungen der Psyche verursachen immer stärkeren Leidensdruck, der absolut ernstzunehmen ist!

    -DAS Unterscheidungskriterium zur Trennung von ADHS von einigen anderen Störungen ist der Beginn der Probleme bereits in frühester Kindheit- man ist sozusagen vom Mutterleib an auffällig!

    -andere Störungen mit späterem Beginn-wie verschiedene PS, Angststörungen, Depression- sehen teilweise sehr ähnlich aus, genau deshalb ist die Anamnese der Kindheit so immens wichtig!!

    -Leider liegt auf einigen der infragekommenden Diagnosen ein noch größeres Stigma, als auf ADHS-Borderline z.B....

    -So viele Hochintelligente kann es unter ADHS'lern eigentlich gar nicht geben.

    -Keiner der (international bekannten) namhaften/renommierten ADHS-Experten, einschließlich dem so häufig herangezogenen Barkley, hält eine Kompensation der ADHS-erstrecht in der Kindheit!-, unter welchen Umständen auch immer, inklusive HB!!, auch nur für möglich!

    -Entsprechend negativ fällt das Urteil bezüglich einer Diagnose unter solchen Bedingungen aus!

    -Sämtliche hier im Forum zugänglichen Erfahrungen von Menschen mit ordentlich diagnostizierter ADHS UND tatsächlich festgestellter HB widersprechen diesem imho ebenso absurden wie durchschaubaren Konstrukt zumindest in mehreren Punkten.

    -Siehe dazu die Verläufe einiger lieber Chaötchens, die sich sehr lange ohne Diagnose durchbeißen mussten. Sie bilden mMn. die oft heraufbeschworenen Ausnahmen!

    -Am deutlichsten sichtbar ist der Widerspruch mMn. bei Personen mit der Diagnose aus der Kindheit oder zumindest einem erkennbaren „roten Faden“ verschiedenster Auffälligkeiten von Kindheit an bis heute.

    -Geht es so weiter, werden,imho, ADHS'ler unter der Häufung von „Pseudo-ADHS'lern“ immer stärker „leiden“, da letztere das Bild in der Öffentlichkeit schon heute signifikant prägen. Das hat in meinem Leben beispielsweise schon ganz konkrete Schwierigkeiten zur Folge gehabt! Wie das sich weiter entwickelt möchte ich mir eigentlich gar nicht vorstellen...


    p.s. Beliebtheit wird überbewertet!
    Geändert von luftkopf33 ( 3.07.2017 um 12:57 Uhr)

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 53

    AW: ADHS und Hochbegabung: Wie viele betrifft das überhaupt?

    Huhu. Super, Ich stimme euch voll und ganz zu.Ich zum Beispiel konnte meine Symptome überhaupt nicht kompensieren und Habe in meiner Jugend vielen Menschen das Leben zur Hölle gemacht und immer aus einem Impuls heraus gehandelt. Ich konnte keine Bücher lesen, obwohl ich interessiert war!
    Geändert von Lumpi0815 ( 3.07.2017 um 14:53 Uhr) Grund: Ich wuerde gerne noch etwas hinzufügen

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 53

    AW: ADHS und Hochbegabung: Wie viele betrifft das überhaupt?

    Noch Eine Frage an euch. Was unterscheidet den die Pseudo Adhsler von den wirklich Betroffenen Menschen?

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 274

    AW: ADHS und Hochbegabung: Wie viele betrifft das überhaupt?

    Der Pseudo-AD(H)Sler (so wie ich das verstehe)...

    liest sich hier im Forum oder bei Wikipedia ein....

    und zieht dann zu seinem Doc um dort "mit der richtigen Geschichte" einen Schein zu erhalten,

    der dann dazu führt, dass gewisse unter das BTM-Gesetz fallende Substanzen auf Krankenschein zur Einnahme verabreicht werden.


    So wäre mein Plan, wenn ich der irrigen Meinung aufsitzen würde, dass ich mit o.g. Substanzen "besser" oder "mehr" lernen könnte.

    Allerdings sollen sehr viele Mitbürger sich durch diverse Mittel (Antidepressiva = landläufig auch Happys genannt) für den Arbeitstag "fit" machen.

    Die Verwendung von illegalen Substanzen wird durch Analyse der Abwässer im Klärwerk geschätzt und fast jeder Geldschein verfärbt sich beim Drogenwischtest....

    Also NEUROENHANCEMENT findet statt !

  6. #6
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 53

    AW: ADHS und Hochbegabung: Wie viele betrifft das überhaupt?

    Ok. Sauerei :-(. Einige behaupten ja, dass man sich unterbewusst selbst behandelt, wenn man sich mit Medis zu knallt obwohl keine Diagnose gestellt wurde. Was meint ihr dazu?

  7. #7
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 8

    AW: ADHS und Hochbegabung: Wie viele betrifft das überhaupt?

    Lumpi0815 schreibt:
    Ok. Sauerei :-(. Einige behaupten ja, dass man sich unterbewusst selbst behandelt, wenn man sich mit Medis zu knallt obwohl keine Diagnose gestellt wurde. Was meint ihr dazu?
    Selbstmedikation ist insofern problematisch, als das zu einer solchen Medikation eigentlich immer eine psychotherapeutische Begleittherapie stattfinden muss. Man handelt ja, nur weil man auf einmal Medikamente nimmt nicht gleich wie ein ,,gesunder'' Mensch. Gleiches gilt eben bei illegalem Drogenkonsum, die konsumierten Substanzen haben eigentlich immer ein therapeutisches Potenzial (dafür wurden viele davon ja geschaffen), welches aber erst nutzbar wird, wenn man von einer Person in die richtige Richtung gelenkt wird.

    Ansonsten gibt es möglicherweise wenige Fälle, in denen das funktioniert hat. Ich glaube die meisten fangen an, in der Freizeit psychoaktive Substanzen zu konsumieren und merken dann vielleicht, dass das ein oder andere besser gelingt, wenngleich eine typische Dosis im freizeitlichen Konsum verglichen mit einer bereits therapeutisch wirksamen Dosis wahrscheinlich eine Überdosierung darstellt.

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 251

    AW: ADHS und Hochbegabung: Wie viele betrifft das überhaupt?

    Ich weiß von jemanden, der mit verschiedenen Substanzen illegal herumprobiert hat, bis er schließlich herausfand, dass ihm am besten Methylphenidat hilft und zwar in relativ niedriger Dosis über den Tag verteilt eingenommen. Heraus kam eine typische Dosis, wie sie in der Therapie von ADHS üblich ist.
    Er ist bei seinen Versuchen mit verschiedenen Substanzen sehr vorsichtig und akribisch vorgegangen und hat sich jeweils die ganaue Dosis und die Wirkungen notiert. Das wirkte richtig wissenschaftlich.

    Nach langen fehldiagnostizierten Jahren stellte dann im Rahmen eines Gerichtsverfahrens ein Gutachter die Diagnose ADHS mit der Feststellung, dass der multiple Drogenmissbrauch klar der Selbstmedikation diente und dass der Mensch am ende die Einstellung von MPH so durchgeführt habe, wie es auch unter ärtzlicher Aufsicht üblicher Weise erfolgt wäre.
    Dieser Arzt schlug dann vor, den Mann nunmehr legal mit Methylphenidat in der Menge zu behandeln, die der Mann als optimal erkannt hatte.

    Leider war Medikinet adult damals noch nicht zugelassen und er bekam es damals auch nicht Off Label verschrieben. Was aus ihm jetzt geworden ist, weiß ich nicht.

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 274

    AW: ADHS und Hochbegabung: Wie viele betrifft das überhaupt?

    Gianna schreibt:
    Ich weiß von jemanden, der mit verschiedenen Substanzen illegal herumprobiert hat, bis er schließlich herausfand, dass ihm am besten Methylphenidat hilft und zwar in relativ niedriger Dosis über den Tag verteilt eingenommen.
    Ohne seine nachträgliche Diagnose in Abrede stellen zu wollen: MPH und Antidepressiva können auch Normalos "helfen", die positive Wirkung sagt also über das Vorhandensein von ADHS oder anderen Störungen gar nichts aus.

  10. #10
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 8

    AW: ADHS und Hochbegabung: Wie viele betrifft das überhaupt?

    Addy Haller schreibt:
    Ohne seine nachträgliche Diagnose in Abrede stellen zu wollen: MPH und Antidepressiva können auch Normalos "helfen", die positive Wirkung sagt also über das Vorhandensein von ADHS oder anderen Störungen gar nichts aus.
    Gleichwohl sind es dann doch ADHSler, die eher dazu neigen illegale Drogen zu probieren und ganz abgesehen vom sozialen Status.

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