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Diskutiere im Thema ADHS und Hochbegabung - Häufigkeit, Diagnostik, Besonderheiten im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 347

    ADHS und Hochbegabung - Häufigkeit, Diagnostik, Besonderheiten

    Dies ist eine Fortsetzung eines Themas, das sich in einem anderen Bereich entwickelt hat.
    Es geht um Folgendes: Gibt es ADHS und Hochbegabung gemeinsam, was ist darüber bekannt, welche Probleme kann es bei der diagnostischen Erfassung geben. Mein Beitrag bezieht sich auf Diagnostik und Prävalenzen.

    Hochbegabung und ADHS schließen sich nicht aus. Aber: Soweit man dazu was sagen kann (kleine Grundgesamtheit in beiden Gruppen --> schwer untersuchbar), ist HB bei ADHSlern gleich häufig wie in der Gesamtbevölkerung, und beide Gruppen sind sehr klein, daher ist die Gruppe, bei denen beides zutrifft mini. Dazu unten mehr.

    Der diagnostische Weg ist idealerweise ein etwas anderer, das Profil im Intelligenz-Test ein typisches. Z.B. im HAWIK oder seinen Nachfolgern (für Kinder/Jugendliche) sehr hohe Leistungen in Sprachverständnis und wahrnehmungsgebundenem logischen Denken, deutlich geringere in Verabeitungsgeschwindigkiet und/oder Arbeitsgedächtnis.) Ein solches Ergebnis in einem Intelligenz-Test sollte, wenn zuvor kein ADHS diagnostiziert worden war, sogar den Verdacht darauf nahelegen bzw. eine ADHS-Diagnostik nach sich ziehen. Trotzdem kann in der Summe ein sehr hoher IQ-Wert erzielt werden (der halt vielleicht noch höher wäre, wenn überall sehr hohe Werte erreicht worden wären) oder eine Teil-Hochbegabung.

    Zudem hängt die Aussagekraft der Ergebnisse stark von der Qualität der Durchführung ab: Den ganzen Test in einem Rutsch oder verteilt auf mehrere Termine, Herausgreifen der vorgeschriebenen Teile des Tests oder Komplettdurchführung mit allen optinalen Teilen. Bei einer kürzeren Variante kann ein sehr gut begabter ADHSler schon, gepackt von dem überhaupt nicht langweiligen und eintönigen Material (wie er es sonst oft hat) und daher hyperfokussiert, mit sehr hohem Gesamt-IQ und dem entsprechenden aufälligen Profil durchkommen. Ein anderer evtl. auch nicht, weil in aktuell schlechter Gesamtform und die Durchführung oder der Test so ganz an seinen Bedürfnissen vorbeigeht.

    Bei allem Respekt vor denen, die beides in sich vereinen und den Diagnostikern, die auf diesem anspruchsvollen Terrain in etwa verlässliche Ergebnisse hinbekommen: Das ist eine Minderheit in der Minderheit. 2,2% Hochbegabte, ADHSler etwa 7%, (ich hoffe ich denke und rechne das richtig, ich bin wahrscheinlich nicht hb ), da kämen wir auf 0,14% in der Gesamtbevölkerung, die beide Kriterien erfüllen. Selbst wenn man von einer in Wirklichkeit höheren Prävalenz von ADHS ausginge und ab einem Gesamt-IQ von sagen wir 125 von HB sprechen würde, was manche Fachleute tun, sind es sehr sehr wenige Personen, die beiden Gruppen zuzurechnen sind. Trotzdem gibt's es einige wenige.

    Das Ganze immer unter der Voraussetzung, dass es unter ADHSlern nicht mehr und nicht weniger Hochbegabte gibt als in der Gesamtbevölkerung, wovon ausgegangen wird, ohne dass man es sicher weiß.
    Geändert von alice_s (23.06.2016 um 20:29 Uhr)

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 347

    AW: ADHS und Hochbegabung - Häufigkeit, Diagnostik, Besonderheiten

    klippklar schrieb (woanders, ich hoffe, dafür dass ich den Beitrag hierherverpflanze gibt's keine , ich kenn da die Regeln noch nicht so genau...)
    "... Ich finde es schlimm wie sehr das Thema Hochbegabung allein aber vor allem in Verbindung zu ADHS missachtet wird. Es gibt bei Hochbegabten gravierende Abweichungen (soziales Umfeld, Verhalten, Interessen) bis hin zur dringenden pathologischen Relevanz."

    Ja, das gibt es. Dazu habe ich jetzt keine Statistik, aber allein im privaten Bekanntenkreis lief es bei einigen hochbegabten Kindern und Jugendlichen nicht geradlinig und schön .(Ich kenne relativ viele, da meine Tochter einen HB-Zug besucht). In geeigneteren Schulumfeldern klappt es oft besser, aber auch das ist keine Garantie, und bis sie dort waren, hatten sie oft einen längeren Leidensweg hinter sich. Selbst ohne zusätzliches ADHS sind viele echt sehr speziell, man köntte sagen "anstrengend", jedenfalls für nicht wenige Lehrer und zum Teil Mitschüler in Grundschulen und Regelklassen. Sie wollen, "müssen" einfach viel mehr wissen, zumindest haben sie selten von Beginn an die Gabe, sich zu zügeln (und wenn, dann kann man sich fragen, wie gut ihnen DAS tut, meiner hat's jedenfalls nicht gut getan, dass sie von der Lehrerin das Gebot bekommen hat, sich möglichst rauszuhalten um die anderen nciht zu verunsichern ),ecken an, werden mißverstanden, können es auf keine Weise wirklich recht machen und brillieren auch nicht in jedem Fall mit guten Leistungen. Sich irgendwo mal richtig normal fühlen is nich. Vermutlich haben sie's wirklich vielfach ähnlich wie ADHSler.

    Ich kenne einen, der am HB-Zug gestartet hat und mittlerweile um den Realschulabschluss zittert, weil es diverse Schulen nur noch als Gnade sehen, ihn zu behalten. Weil er einige Zeit alles hat schleifen lassen, abrutschte, sich wieder gerappelt hat und trotzdem einmal im Unterricht einschlief (Kommentar hinterher "Es tut mir leid, aber ihr Unterricht war auch ziemlich langweilig." Ich kann's mir regelrecht vorstellen). Oder ein anderer, dessen Eltern nach dem Test im Grundschulalter vom Psychologen gehört haben: "Glückwunsch, ihr Sohn wird nie Schwierigkeiten im Leistungsbereich haben!" Die haben das geglaubt, weil Wort des Fachmanns. Was für eine Bürde! Wieder andere labern ihre Lehrer in Grund und Boden und das ganze gepaart mit einem hohem Maß an Intelligenz, wow, da würde ich auch die Ohren anlegen!

    Ist es nicht eigentlich absolut gut und wünschenswert, wenn sich schon junge Leute nicht in der Masse verstecken, sondern ihre Meinung und Ideen äußern? Wer will denn eine nachfolgende Generation von Konformisten? Ich finde es gut, dass es (auch) Lehrer gibt, die sich darüber freuen, wenn sie mit Schülern zu tun haben, die Individuen sind, auch wenn sie noch manche soziale Fertigkeit lernen können. Tatsächlich glaube ich, dass Lehrer da viel mehr ausgebildet werden müssen dafür, nicht nur für HB oder ADHS, sondern die ganze Vielfalt dieser jungen Menschen, die sie da vor sich haben.

    Die schiere Seltenheit macht es Hochbegabten auch im Sozialbereich, ganz ohne Schule, alles andere als leicht. Nicht, dass die nicht auch mit denen unterhalb von der kritischen 130er Marke können, aber es ist sicher auch schön, wenn man jemanden auch diesbezüglich ähnlichen trifft. Und dann bist du halt einer von zweien bei hundert Leuten.

    Im Übrigen: Meine persönlichen Feldstudien lassen mich übrigens immer wieder vermuten, dass HB und ADHS so selten nicht gemeinsam auftritt, wie ich oben schön herleite. Der Stand der Forschung geht eben von gleicher Verteilung aus, es gibt keine anderslautenden Hinweise, andere meinen aber auch anderes (mehr HB unter ADHSler, oder auch weniger). Sicher weiterhin ein interessantes Forschungsgebiet, auf dem man durchaus auch mal nach Interaktionen suchen könnte.

    Andererseits ist das persönliche Umfeld sehr trügerisch, um darauf Vermutungen zu begründen. Man kennt ja doch immer mehr Leute, die ähnliche Merkmale aufweisen wie man selbst und kennt sich deshalb "anderswo" gar nicht so aus. Z.B. war ich neulich sehr erstaunt, als ich über den Akademiker-Anteil in Deutschland gelesen habe (die Zahl hab ich schon wieder vergessen), den ich selbst deutlich höher geschätzt hätte. Oder der Arzt in der Unfallaufnahme im Krankenhaus, der Schlittschhlaufen als recht unfallträchtig einschätzt

    Ach ja: Das wollte ich noch sagen: Auch jeder Psychologe hat halt seine Haupt-Tätigkeitsfelder und andere, womit er seltener befasst ist, auch die eigenen, nicht durchschnittlichen (Berufs-) Erfahrungen prägen die Sichtweise auf Weiteres. Gut ist, sich das immer wieder vor Augen zuführen.
    Geändert von alice_s (24.06.2016 um 20:02 Uhr)

  3. #3
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 22
    Forum-Beiträge: 434

    AW: ADHS und Hochbegabung - Häufigkeit, Diagnostik, Besonderheiten

    Vielen Dank für diesen Thread.
    Ich denke, ich bin einer dieser seltsamen Potpourris aus HB und ADHS. Wer möchte, hier ein Ausschnitt meiner Lebens- und Leidensgeschichte, vielleicht geht oder ging es jemandem der sie liest ja ganz ähnlich. Ich hoffe ich bin hier überhaupt richtig damit

    Ich konnte bereits mit zwei Jahren 5 Wort-Sätze sprechen, ich habe mich als Kleinkind schon sehr für die Welt und abstrakte Themen interessiert ("Was ist die letzte Zahl? / Wie heiß ist es in einem Vulkan?"). In dem Kindergarten habe ich die ersten Schwierigkeiten gehabt, ich war dort bekannt als Exot, für die meisten Tätigkeiten wie singen und basteln interessierte ich mich nicht und saß am liebsten im Garten.
    Ich wurde bereits mit 5 eingeschult - gegen Einschätzungen der Erzieherin (ich sei zu verträumt) - und konnte kurze Zeit nach Schuleintritt ohne jegliche Hilfe meiner Eltern lesen und schreiben. Dort fingen dann die richtigen Probleme an, ich geriet an eine Lehrerin, die meinen Eltern nahe legte, ich solle zurück in den Kindergarten gestuft werden, die Situation eskalierte bald darauf. Vom Unterricht bekam ich nicht viel mit, da ich die meiste Zeit vor der Tür verbrachte.
    Das Oberschulamt riet meinen Eltern nach einem Gespräch zu einer Begabungsdiagnostik.
    Zum Glück wechselte in der zweiten Klasse bereits die Lehrerin. Ich galt bis dahin als sehr leistungsstark, ein sehr neugieriger und interessierter Schüler der gut rechnen und lesen kann, aber als sozial sehr schwieriger Fall, der oft den Klassenclown spielt, einfach aufspringt und seine Antworten reinruft, nicht auf den Lehrer hört und starke Aufmerksamkeitsprobleme und chaotische Heftführung hat.
    Mit dem Lehrerwechsel nahmen die Probleme ein wenig ab, es blieben die Leistungsschwankungen und ausgesprochenen Konzentrationsschwierigkeiten. Zu dieser Zeit wurde ich dann tatsächlich auf Hochbegabung getestet, mit Ergebnissen im weit überdurchschnittlichen Bereich. Erwähnenswert finde ich, dass der Handlungsteil des IQ-Tests und der Verbalteil eine Differenz von über 30 (!) IQ-Punkten aufwies, was eigentlich ein deutliches Zeichen für eine ADHS darstellt. Auch die Leistung während der zweiten Hälfte des Tests nahm ab.
    Im Gymnasium angekommen, meine Leistungen nun im durchschnittlichen Bereich, bin ich sofort auf der Abschussliste vieler Lehrer. Sie werfen mir mangelnde Integrationsfähigkeit, fehlende Selbstkritik, grenzüberschreitendes Verhalten und Stören des Unterreichts vor. Außerdem würde ich sehr viel Aufmerksamkeit verlangen. Selbst bei unbedeutenden Konflikten war ich sofort der Sündenbock, selbst wenn ich den Konflikt gar nicht ausgelöst hatte, oft wurde ich zu Unrecht bestraft.
    Der Beurteilung der Psychologen nach lag ich knapp unter dem pathologischen Bereich einer Aufmerksamkeitsstörung, der Lehrerbeurteilung nach erzielte ich sehr starke Ausprägung auf dieser Skala.
    Zu der Zeit hatte ich vielfältige somatische Symptome, Probleme mit dem Einschlafen und der schulischen Anforderung gegenüber Ängstlichkeit und Leistungsunsicherheit.

    Den Großteil Schulzeit nahm ich eine Sonderrolle ein, jede Bemühung wurde von den Lehrern im Keim erstickt und es kam öfter vor dass es zu Ausschreitungen kam. Von den Mitschülern wurde ich zeitweise auch gemobbt, die Lehrer waren jedoch ein anderes Kaliber. Oft haben die Lehrer mich vor der Klasse vorgeführt, meine Heftkritzeleien in der Klasse rumreichen lassen, einmal wurde mir von einem Lehrer sogar ein Stück Kreide ins Auge geworfen. Im Chemieunterricht bei der Frage eines Mitschülers, ob sich denn bei einem Experiment giftiges Gas am Boden sammeln würde, musste ich mich vor der Klasse auf den Boden legen und einatmen.
    Wenn ich heute so darüber nachdenke ist das schon ziemlich krass, wenn man bedenkt, dass ich erst Anfang 20 bin und meine Schulzeit noch gar nicht so lange her ist...
    Später dann - ich wurde eine Klasse hochgestuft - ging es bergauf mit mir. Ab da an wurde ich selten (von den nun 2-3 Jahre älteren und deutlich reiferen Mitschülern) geärgert. Bis ich in der vorletzten Klasse sitzen blieb wegen Mathematik.
    In dieser neuen Klasse florierte ich nun sozial, ich fand Freunde und Zugehörigkeit, meine Leistungen wurden jedoch immer schlechter und ich schlängelte mich grad so durch. Die Hälfte der Zeit war ich gar nicht, die andere Hälfte nur physisch anwesend oder musste den Raucherhof kehren.

    Ich habe in der Schule gelernt das Lernen zu hassen, ich wurde dort sozusagen zum Underachiever erzogen. Ich muss jetzt, Jahre später immer noch daran arbeiten in mir diese innere Abwehrhaltung abzubauen.
    Ebenso mein Selbstwertgefühl, welches sich seit dem Schulaustritt zwar sehr stetig verbessert, aber trotzdem oft eher niedrig ist.

    Die ADHS-Diagnose im Studium dann, der ich eigenständig nachgegangen bin, weil selbst ohne die unterdrückende Schulumgebung meine Probleme mit Organisation, Chaos, Unkonzentriertheit und.. eben Andersartigkeit nicht aufhörten. Vor allem wegen der Diskrepanz - zwischen dem, was mein Kopf bereit wäre, zu leisten und dem was er tatsächlich leistet - die ich schon immer gespürt habe.
    Diese Diagnose war eine totale Befreiung, endlich eine Erklärung für meine leidvolle Schulzeit. Endlich wusste nicht nur mein Kopf, dass ich gar nicht Schuld bin daran, wie sich alles entwickelt hat. Endlich eine Möglichkeit, positiv mit sich selbst umzugehen.

    Ich gebe der (zumindest bis dato unbehandelten) Mischung aus ADHS und Hochbegabung viel Schuld an den Problemen die mich belasten. Zum Beispiel diese innere Kluft die ich häufig verspüre. Einerseits Perfektionist zu sein, andererseits nie in der Lage die eigenen Ansprüche zu erfüllen. Einerseits das große Bedürfnis nach geistiger Ausschöpfung, andererseits Hindernisse durch Lernstörung. Das schreckliche Gefühl sich nirgends verstanden zu fühlen.
    Doch es geht immer weiter bergauf seit der Diagnose. Ich habe meine ersten richtigen Erfolge in meinem - nun zweiten Studium - geerntet. Ich weiß nun endlich langsam, wo meine Stärken liegen und wie ich daran knüpfe, das ist ein sehr gutes Gefühl. Ich weiß vor allem endlich, dass ich liebenswert bin, dass ich Charakter habe.

    Bis heute ist es mir ein kleines Rätsel warum mir nie eine ADHS diagnostiziert wurde. So wie ich gehört habe, können die Symptome einer ungeförderten Hochbegabung für das ungeübte Auge tatsächlich stark nach ADHS aussehen (und in meinem Fall noch wichtiger - vice versa), jedoch gibt es feine Unterschiede. Nach dem was ich vor wenigen Tagen auf der Seite einer Psychologin gelesen habe ist es sogar häufig so, dass hochbegabte ADHSler oftmals mit nur der Hochbegabung abgespeist werden. Ich scheine also kein Einzelfall zu sein.

    Dass ich irgendwie anders bin wusste ich jedenfalls schon immer *grins*
    Zu spleenig zum leben, zu selten zum sterben
    Geändert von klippklar (24.06.2016 um 02:18 Uhr)

  4. #4
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.321

    AW: ADHS und Hochbegabung - Häufigkeit, Diagnostik, Besonderheiten

    @klippklar - ich bin beeindruckt! Willst du deinen Beitrag vielleicht auch in den Thread mit Lebensstilen im Treffpunkt setzen?

    Wäre schade, wenn er untergeht.

    Ich z. B. lese selten in den Threads über Hochbegabung, da ich weit von Hochbegabung bin. Auch meine Kinder sind "nur" an der Grenze.

    Allerdings habe ich u. a. zwei Nichten, die sicher dazu gehören. Sie kommen aber gut durchs Leben (gute Beziehungen, Kinder, erfolgreiche Forscherinnen, allerdings nicht in Deutschland).

    In den nächsten Tagen habe ich Zeit zu lesen, wenn auch ohne PC, bin gespannt, was sich hier noch alles verbirgt.

  5. #5
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 22
    Forum-Beiträge: 434

    AW: ADHS und Hochbegabung - Häufigkeit, Diagnostik, Besonderheiten

    Gretchen schreibt:
    @klippklar - ich bin beeindruckt! Willst du deinen Beitrag vielleicht auch in den Thread mit Lebensstilen im Treffpunkt setzen?

    Wäre schade, wenn er untergeht.

    Ich z. B. lese selten in den Threads über Hochbegabung, da ich weit von Hochbegabung bin. Auch meine Kinder sind "nur" an der Grenze.

    Allerdings habe ich u. a. zwei Nichten, die sicher dazu gehören. Sie kommen aber gut durchs Leben (gute Beziehungen, Kinder, erfolgreiche Forscherinnen, allerdings nicht in Deutschland).

    In den nächsten Tagen habe ich Zeit zu lesen, wenn auch ohne PC, bin gespannt, was sich hier noch alles verbirgt.

    Gerne, Gretchen. Welchen Thread meinst du?

  6. #6
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.321

    AW: ADHS und Hochbegabung - Häufigkeit, Diagnostik, Besonderheiten

    AD(H)S-"Lebensformen" und Lebenstile im Forum Treffpunkt für Erwachsene mit ADS ADHS ²
    Hallo klippklar,

    ich meine diesen Thread, aber ehrlich gesagt, ich weiß bis heute nicht, wie man threads reinsetzt.
    Du findest ihn sicher, bist ja freigeschaltet.

    Liebe Grüße
    Gretchen

    Oje, Schreck in der Morgenstunde, eine meiner Nichten forscht in England, bin gespannt, wie das weitergeht.

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

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    Forum-Beiträge: 347

    AW: ADHS und Hochbegabung - Häufigkeit, Diagnostik, Besonderheiten

    klippklar schreibt:
    Vielen Dank für diesen Thread.
    Ich denke, ich bin einer dieser seltsamen Potpourris aus HB und ADHS. Wer möchte, hier ein Ausschnitt meiner Lebens- und Leidensgeschichte, vielleicht geht oder ging es jemandem der sie liest ja ganz ähnlich. Ich hoffe ich bin hier überhaupt richtig damit
    Bevor ich das loswerde, kann ich gar nicht richtig weiterlesen, es drängt nach einer sofortigen Antwort (impulsiv ist vielleicht gar nicht nur schlecht... ): Klar bist du hier richtig!!!

    ---

    Jetzt, nach dem Lesen: Auch mich hat deine Geschichte sehr berührt! So konnte es noch vor Kurzem (angesichts deines jungen Alters) laufen!

    Wenn Hochbegabung zuerst festgestellt wird, kann das tatsächlich ein Hindernis sein, noch darüber hinaus zu schauen, wenn es Schwierigkeiten gibt, in der Annahme, man hätte schon die vollständige Erklärung und wenn der Betroffene doch hochbagbt sei, könne er per Verstand seine Probleme auch selber lösen oder sein Verhalten in der Griff kriegen etc.
    Bei meiner Tochter war das ähnlich: HB wurde mit acht erstmals diagnostiziert, ADHS mit 13 und nach vielen schwieirgen Jahren pendelt sie sich erst jetzt, mit geeigneten Maßnahmen für beides, langsam ein.

    Was du allerdings in der Schule erlebt hast ist schlichtweg Psychoterror!
    Du hast mein volles Mitgefühl und ich finde es stark, dass du trotz all dieser Erlebnisse nicht aufgegeben, sondern weiter nach Lösungen gesucht hast!
    Es freut mich sehr für dich, dass du nun einen Weg gefunden hast!

    Diese immense Entlastung durch die Diagnose, nicht wegen der "schicken" Diagnose oder der Medikamente, sondern weil man sich und seine Erfahrungen endlich passend einordnen kann, die beschreibst du wunderbar. Ich glaube, das ist für viele, die das nicht selbst oder in der Nähe erlebt haben, nicht nachvollziehbar.
    Geändert von alice_s (24.06.2016 um 20:37 Uhr)

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 64

    AW: ADHS und Hochbegabung - Häufigkeit, Diagnostik, Besonderheiten

    Hallo Klipklar,

    Danke, dass du von dir erzählt hast! Ich bin auch einer dieser seltsamen Vögel und du hast eine erschreckend ähnliche Geschichte hinter dir! Bei mir war nur die Reihenfolge ADS-Diagnose/HB-Diagnose anders: Ich bin so mit 11-12 öfters handgreiflich gegenüber anderen geworden wurde dann als ADSler diagnositiziert. Im Studium dachte ich mir mit 20 dann: "Hmm... Irgendwie fällt mir das alles immer noch zu leicht..." Und hab dann nochmal ADS bestätigen lassen, wobei aber auch eine HB herausgefunden wurde. Interessanterweise war die größte Differenz im Begabungsprofil auch sowas um die 30+

    Echt interessant! Ich dachte immer, meine Schulzeit wäre anders verlaufen, wenn die HB damals schon bekannt gewesen wäre. Aber du hattest eine ziemlich ähnliche Schulzeit wie ich. Ich wurde glücklicherweise weniger gemobbt und konnte mich in eine Sucht flüchten (Computerspiele). Paradoxerweise hab ich durch das Zocken keine Ehrenrunde drehen müssen. Die Oberstufe ist ja so aufgebaut, dass man maximal 900 Punkte sammeln muss - das hat dann den Spieler in mir getriggert und ich habe die Oberstufe ohne größere Blessuren überstanden.

    Ha, grade meldet sich mein ADS, bin heute mal wieder besonders zerstreut und habe den Faden verloren Will nur noch einen Unterschied zwischen uns beschreiben: Ich wusste damals nicht offiziell, dass ich hätte mehr leisten können, hatte aber immer sowas wie eine Erklärung für Leistungseinbrüche. Du wusstest damals nicht, warum du weniger leistest, als du offiziell dazu in der Lage sein solltest. Interessant.

    Ich hoffe, es geht dir nun kontinuierlich besser! Seitdem ich mit meinem Hirn im reinen bin (in meinem Fall Förderung, in deinem Fall wahrscheinlich das Coping der ADS-Symptome), geht es mir so gut wie nie, ich hoffe, sowas kannst du auch jetzt schon oder irgendwann mal sagen!

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 347

    AW: ADHS und Hochbegabung - Häufigkeit, Diagnostik, Besonderheiten

    Hallo ihr!

    Während ich heut mit dem Rad völlig "unausgelastet" auf dem Heimweg von der Arbeit war, habe ich das nochmal hochgerechnet: Sofern die Grundannahme mit den ca. 0,14% Personen, die ADHS und HB haben, stimmt, ist das natürlich grundsätzllich erstmal selten. Und trotzdem wär'ns in einer Stadt mit 100000 Einwohnern schon 140, in Deutschland etwa 85800. (Hab ich das jetzt richtig gerechnet...? Meistens vertu ich mich um die ein oder andere Null )

    So sind es doch plötzlich viele, und bezogen auf das Forum hier evtl. gar nicht so unwahrscheinlihc, dass es hier ein paar dieser gleichzeitig Hochbegabten gibt. Wahrscheinlich treibt einen auch eine relative Seltenheit eher in Foren, da man dort eher ähnliche Leute treffen kann als in der Nachbarschaft.

    Auf einen weiterhin guten Austausch !
    Geändert von alice_s (28.06.2016 um 22:34 Uhr)

  10. #10


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8.506

    AW: ADHS und Hochbegabung - Häufigkeit, Diagnostik, Besonderheiten

    Hallo alice_s,

    du hast dich tatsächlich vertan, aber nicht erst bei der Personenzahl, sondern schon davor. Die Rechnung müsste meiner Ansicht nach so gehen:

    2,2% = 2,2/100
    7% = 7/100

    2,2/100 * 7/100 = 15,4/10 000 = 0,154 %

    Deine Rechnung wäre richtig, wenn du 2% als Prozentrang für Hochbegabung ansetzt.

    Es sind also noch ein paar mehr. In einem Dorf mit 2 000 Einwohnern hättest du ca. 140 ADHS-Betroffene, 44 Hochbegabte wobei 3 von beidem betroffen wären. Nehmen wir Stuttgart mit ca. 612 000 Einwohnern, dann kommen wir auf mehr als 42 800 ADHS-Betroffene, etwas weniger als 13 500 Hochbegabte und ca. 940 Personen, die von beidem betroffen sind. Das ganze ist natürlich eine rein statistische Aussage, es kann also gewisse Abweichungen geben.

    In einem hast du aber recht. Auch wenn es nur ein sehr geringer Anteil der Gesamtbevölkerung ist, in absoluten Zahlen sind es nicht so wenig Personen, wie man annehmen würde.


    Viele Grüße

    Clown

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