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Diskutiere im Thema Verlust von Begabung durch ADS im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 76

    Verlust von Begabung durch ADS

    Liebe Versteher meiner kruden Art,ich habe eine drängende Frage,die mich beschäftigt:Kann ich durch ADS meine Begabung verlieren?Ich war immer weit überdurchschnittlich sprachbegabt (Prozentrang 99 im IQ-Test,den ich 2007 gemacht habe).Es war für mich selbstverständlich,dass ich mit einem Buch in einer Sprache,die ich ein kaum beherrsche, (lateinische Schrift erstmal vorausgesetzt),nach einer gewissen Zeit ohne Wörterbuch neue Vokabeln aus dem Zusammenhang lerne,mir Wissen über
    die Struktur über Wortendungen in einer neuen,durch Freunde angeschleppten,Sprache durch Vergleichen der Wörter mit Mini-Wissen selbst aneigne...das waren schöne Spiele für zwischendurch.

    Aber jetzt muss ich mich zusammennehmen,um einen englischen Support-Text im internet zu verstehen,ich klinge holperig,wenn ich mir englische Texte laut vorlese,wo ich früher einen sauberen britischen Akzent hatte.Ich habe schnell und geschmeidig meine Muskulatur auf die Lautformung in der fremden Sprache eingestellt,und jetzt lalle ich meinen deutschen Akzent vor mich hin und bleibe mit den Lippen und der Zunge zwischen "th","sh" und allen anderen Lauten kleben.Ich spreche meine Muttersprache,als wär ich verblödet.Wörter fallen mir nicht mehr ein,wo ich früher simultan zum Wort,das ich aussprechen wollte,Echtzeitauswahlen für Alternativausdrücke vorfand.Wirklich,wie in einem Fenster,das beim Touchieren eines Begriffes mit dem Cursor aufgeht.Ich habe nicht mehr den automatischen Rechtschreibblick,der mir sofort ohne Zweifel gesagt hat,wie ich ein Wort schreiben muss.

    Kann ich kognitives Potenzial verlieren durch den Matsch,der sich gefühlt in meinem Kopf befindet?So wie bei einem Epileptiker,bei dem Teile des Hirns bei jedem Anfall zerstört werden können?
    Ach Mensch,ich komm mir so dämlich vor.Ich möchte im Herbst zu studieren anfangen,nachdem ich die letzten Jahre beruflich ohne Ziel und Ergebnisse herumgeschwommen bin.Bin ich zu alt (34)?Hat mein ADS mein Hirn versoffen?Oder sollte ich darauf vertrauen,dass ich von meiner "brillanten" Leichtigkeit etwas zurückbekomme?
    Geändert von Grubenvogel ( 7.07.2015 um 18:59 Uhr)

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.831

    AW: Verlust von Begabung durch ADS

    Jede Begabung will auch gefûttert werden. Hast du es denn in den letzten Jahren weniger gemacht als vorher?

  3. #3
    MoC


    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 363

    AW: Verlust von Begabung durch ADS

    Also auf deine Frage,falls ich das so richtig verstanden habe

    ADHS hindert dich ja lediglich daran dein Potential vollständig bzw. überhaupt zur Entfaltung zu bringen aber es gleicht ja neurobiologisch keiner Demenz welche im fortschreiten die kognitiven Fähigkeiten mindert

    Ich habe mal gelesen, weiß aber nicht mehr wo, dass Menschen mit ADHS Einbußen von bis zu 15 IQ Punkten haben können. Im Kontext ist man nicht weiter drauf eingegangen aber ich denke hier handelt es sich nicht um irreversible IQ Punkte
    Ich denke es ist eher ein Vergleich, dass wenn du beispielsweise ein IQ von 130 hast nach außen hin bzw. durch deine Einschränkungen eher einem mit einem IQ von 115 gleichst. Das ist jetzt sehr oberflächlich beschrieben und nagel mich auch bitte nicht drauf fest

    Wie lange geht denn das schon so bei dir?


    LG MoC

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 582

    AW: Verlust von Begabung durch ADS

    Da eine ADHS ja nicht mit 30 Jahren plötzlich auftritt, sondern von Beginn an vorhanden ist, halte ich es für unwahrscheinlich, dass sie für deinen gefühlten(!) geistigen Abbau verantwortlich ist.

    Hast du denn objektive Sichtweisen auf deine Problematik, die dies belegen können?
    Also sagen auch Außenstehende, dass deine englische Aussprache z.B. schlechter geworden ist, oder ist es dein eigenes Gefühl?

    Ich kenne das aus dem Studium, dass man sich irgendwann plötzlich total dumm fühlt und denkt, dass man viel weniger kann als früher.
    Objektiv betrachtet ist das jedoch Unfug, positiv gesehen ist nämlich das Gegenteil der Fall: man kann deutlich mehr, aber man gewöhnt sich dran.
    Weil der Zuwachs an Fähigkeiten irgendwann nicht mehr so groß ist, hat man das Gefühl, dass man verblödet, obwohl das eine Täuschung ist.

    Ist das vielleicht bei dir der Fall?
    Es ist nunmal so, dass im höheren Alter das Lernen langsamer vonstatten geht. Vielleicht ist es eher das, was dich verunsichert?

    Mathematisch veranschaulicht: nicht deine Fähigkeiten sinken, sondern die erste Ableitung sinkt, also die Geschwindigkeit, in der du dir neues aneignest.

    Und noch ein Tipp am Rande: bitte mache ein Leerzeichen nach einem Satzzeichen (Punkt, Komma). Andernfalls sind deine Texte optisch wirklich schwer zu lesen.

  5. #5
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.571

    AW: Verlust von Begabung durch ADS

    Lernen funktioniert mit oder ohne ADS wie jede andere "Sportart" ... ohne Bewegung, Belastung und Training kommt es zu Muskelschwund oder langsamerer Denkleistung.

    Die ADS wird sich da aber sicher erschwerend einklinken ...

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 76

    AW: Verlust von Begabung durch ADS

    MoC schreibt:

    Wie lange geht denn das schon so bei dir?


    LG MoC

    Schwer zu sagen.Den letzten ernsthaften Job hatte ich 2008/2009,da habe ich mich noch mit dem Gedanken getragen,ein Buch zu schreiben,etwas Weiterführendes zu studieren,mich in meinem Job zu spezialisieren.Dann hab ich mich in Nebenjobs vertieft und hab langsam den Anschluss verloren an das,was ich früher mal gekonnt habe.Mir fällt auf,dass der "Verfall" in etwa mit der Zeit um 2010/11 deutlicher wurde.Das entspricht zufällig auch dem Zeitraum,in dem ich mit meinem Freund zusammenkam....er denkt und "leistet" ganz anders als ich,konkreter,zielstrebig,unna chgiebig.Aber das sollte doch nicht die Plastizität meines Hirns beeinflussen...

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 76

    AW: Verlust von Begabung durch ADS

    ReRegenbogen schreibt:
    Hast du denn objektive Sichtweisen auf deine Problematik, die dies belegen können?
    Also sagen auch Außenstehende, dass deine englische Aussprache z.B. schlechter geworden ist, oder ist es dein eigenes Gefühl?

    Ich kenne das aus dem Studium, dass man sich irgendwann plötzlich total dumm fühlt und denkt, dass man viel weniger kann als früher.
    Objektiv betrachtet ist das jedoch Unfug, positiv gesehen ist nämlich das Gegenteil der Fall: man kann deutlich mehr, aber man gewöhnt sich dran.
    Weil der Zuwachs an Fähigkeiten irgendwann nicht mehr so groß ist, hat man das Gefühl, dass man verblödet, obwohl das eine Täuschung ist.
    Vorletztes Jahr habe ich für einen Freund Tutorials für seinen Youtube-Kanal eingesprochen, da hat mich jemand für eine saubere Computerstimme mit muttersprachlichem Hintergrund gehalten. Ansonsten hat mich kaum jemand gehört in der letzten Zeit. Zwar hat mir eine Amerikanerin einen glatten britischen Akzent bescheinigt, aber das hat ja nichts mit der Expertise zu tun, die ich früher mit einem Fingerschnipsen erreicht habe.

    Das mit dem Gefühl des Schlechterwerdens bei gleichzeitigem Kompetenzgewinn kenn ich auch. Das hat damals dazu geführt, dass ich im Job unsicher wurde und mich nicht mehr neu beworben habe, nachdem mir gekündigt wurde.

    Ich komm mir jetzt blöd vor, dass ich überhaupt gefragt habe. Natürlich war ich das letzte Mal, dass ich geistige Anforderungen erfüllt habe, fast 10 Jahre jünger. Hat denn jemand von euch Erfahrung damit, sich aus dem Tal des Nichtsleistens wieder herauszuarbeiten? Ich habe das Gefühl,das Herunterschrauben meiner Ziele von "Selbstverwirklichung" zu "Sei-froh-dass-dich-überhaupt-wer-nimmt-Jobs" war vielleicht nicht so sehr Erfolg versprechend.

    Ich befinde mich jetzt in Kreisen (Jocenter), wo man über mich die Nase rümpft,wenn ich sage,dass ich mit "einfachen" Jobs und hochgepushten 20-jährigen Franchise-Vorgesetzten nicht gut klarkomme und lieber studieren will.
    Ich fühle mich schlecht, habe das Gefühl, ich müsste mir das Studierendürfen verdienen, indem ich mich in der Arbeiterklasse bewähre. Und da hab ich versagt. Ja,ich weiß. Je enger die Strukturen, umso schwerer hat unsereins das Funktionieren. Es wundert mich also nicht. Aber es steckt mir in den Knochen.

    Kann Ehrgeiz wiederkommen? Hat jemand eine Erfolgsgeschichte zu erzählen? Sowas wie "Ich hab meine Vision von damals wiedergefunden" oder so?
    Geändert von Grubenvogel ( 8.07.2015 um 12:36 Uhr)

  8. #8
    MoC


    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 363

    AW: Verlust von Begabung durch ADS

    Grubenvogel schreibt:
    Schwer zu sagen.Den letzten ernsthaften Job hatte ich 2008/2009,da habe ich mich noch mit dem Gedanken getragen,ein Buch zu schreiben,etwas Weiterführendes zu studieren,mich in meinem Job zu spezialisieren.Dann hab ich mich in Nebenjobs vertieft und hab langsam den Anschluss verloren an das,was ich früher mal gekonnt habe.Mir fällt auf,dass der "Verfall" in etwa mit der Zeit um 2010/11 deutlicher wurde.Das entspricht zufällig auch dem Zeitraum,in dem ich mit meinem Freund zusammenkam....er denkt und "leistet" ganz anders als ich,konkreter,zielstrebig,unna chgiebig.Aber das sollte doch nicht die Plastizität meines Hirns beeinflussen...
    Aber da haste es ja schon Du hast halt lange nix getan
    Dein Freund hat damit glaub ich nix zu tun(oder hat er da Einfluss gehabt?) außer dass man in einer Beziehung halt auch abgelenkt ist und da du dich in deine Nebenjobs vertieft hast, hast du dir so wahrscheinlich kein Freiraum eingeräumt.

    LG MoC

    PS.: Die ADHS macht es ja ohnehin schon schwierig etwas wirklich zu automatisieren. Ich kenne nix in meinem Studium, was zu 100% sitzt. Das hat Lücken zu folge was sich an anderer Stelle bemerkbar macht
    Geändert von MoC ( 7.07.2015 um 21:48 Uhr) Grund: Ergänzung

  9. #9
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 827

    AW: Verlust von Begabung durch ADS

    Ich habe manchmal auch das Gefühl, der ganze Stress im Leben - durch ADS - hat mir mein Gehirn verblödet. Konnte früher Songs nach 2-3 mal hören mitsingen, heut hab ich Schwierigkeiten, mir die Texte zu merken. Ich werd demnächst 31. Von einer Bekannten, die 40 ist, hab ich gehört, es kann durchaus schon in meinem Alter anfangen, dass manche Fähigkeiten langsam schwinden. Ich weiß nicht, ob man das generalisieren kann.

    Dann: Man sieht deinen Texten deine Sprachbegabung deutlich an. Du siehst diese Sprachbegabung vielleicht nicht mehr - dazu kommt, dass du mit einem hohen Niveau auch einen hohen Standard erwartest und deine eigenen Texte (oder Aussprache usw) stärker kritisierst als es jemand anders tun würde. Wenn du ganz besonders gut mit Worten umgehen kannst, dann wirst du wissen, was an Bestleistung möglich ist und alles darunter (von dir) als minderwertig einstufen. Du hast in dem Bereich, in dem du ganz besonders gut bist, auch einen besonders hohen Anspruch an dich.

    So und drittens: Tatsächlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass mein Freund mit seiner Art zu denken auch meine Art zu denken verändert hat. Wenn du jemand wie ich bist und dir Dinge schnell aneignest - quasi automatisch - dann denke ich schon, dass es möglich ist, dass dein Freund einen Einfluss auf dich und dein Denken hat. Außerdem könnte es sein, dass, wenn er eine so andere Art zu denken hat, deine Art zu denken im Vergleich "schlechter" abschneidet.

    Kann Ehrgeiz wiederkommen? Hat jemand eine Erfolgsgeschichte zu erzählen? Sowas wie "Ich hab meine Vision von damals wiedergefunden" oder so?
    Mein Ehrgeiz kommt und geht - und zwar abhängig von dem Umfeld, in dem ich mich bewege...vor ein paar Wochen hab ich zum ersten Mal meine "Ambitionen" verloren und mir gedacht "ach, dann halt ein Job unter meinen Fähigkeiten, der mich ernährt". Das war ein einprägsames Ereignis, weil ich davor noch nie aufgegeben hatte. Nun, ein paar Wochen später, hab ich meine "Vision von damals" wiedergefunden und versuche es noch einmal. Schuld daran waren inspirierende Leute und naja, Lob von anderen. Ich hab mir immer Leute gesucht, die mich ermutigen...wenn du in einem entmutigendem Umfeld lebst und Leute über dich die "Nase rümpfen", dann ist es schwer, seinen Visionen zu vertrauen. ADSlern wird angeraten, sich ein passendes, ermutigendes Umfeld zu suchen und ich denke, das ist wirklich ganz wichtig. Letztendlich hast du wahrscheinlich damit recht, wenn du sagst, dass das "das Herunterschrauben meiner Ziele von "Selbstverwirklichung" zu "Sei-froh-dass-dich-überhaupt-wer-nimmt-Jobs" vielleicht nicht so sehr Erfolg versprechend" war. Man zieht sich selbst herunter, wenn man seine "Selbstverwirklichung" aufgibt...gut, man muss ja nicht gleich das absolut identische Abbild seines eigenen idealen Ichs werden, man sollte vlt. einen Kompromiss zwischen kompletter Selbstverwirklichung und Aufgeben der Ideale eingehen.


  10. #10
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 226

    AW: Verlust von Begabung durch ADS

    Dass es nicht ursächlich am ADS liegen kann, wurde ja schon oft geschrieben.
    Du fragst nach Erfolgsgeschichten - habe ich nicht zu bieten, aber immerhin ein: Ich habe nicht aufgegeben und bisher lohnt es sich.

    Als Teenager hatte ich eine englische Grammatik und Aussprache, bei der Kanadier nicht merkten, dass ich kein Muttersprachler war.
    Aus Mangel an Übung höre ich mich heute an wie eine bayerische Hinterlandbewohnerin, die einen großen englischen Wortschatz hat bei wackeliger Grammatik.
    Da ich Englisch jetzt nicht brauche, ist es nur ein Kratzer am Stolz, nicht wirklich wichtig und ich weiß, dass sofort alles wiederkäme, wenn ich eine Woche allein in einem englischsprachigen Land wäre.
    Ich bin davon überzeugt, dass das bei dir auch so wäre, denn rein gefühlsmäßig verliert sich einfach die "Stimmgabel" im Kopf nach gewisser Zeit, in der man keine Muttersprachler sprechen hört und die Sprachmelodie nicht "nachsingt".
    Aber sie muss nur für kurze Zeit angeschlagen werden, denn du brauchst ja nur eine Erinnerung, musst nicht neu lernen. Der Rest ist der Kampf mit dem Körper und den ungewohnten Lauten. Auch das hast du schon mal gelernt und musst es nur wieder abrufen.

    Zur allgemeinen Hirnerweichung: Die habe ich mit 25 schon befürchtet - es war aber auch hier nur die mangelnde Übung.
    Der fast ausschließliche Dialog mit Kleinkindern hat mein Hirn in Winterstarre versetzt.
    Ich dachte wirklich, ich verblöde.
    Mit 28 war ich kurz vor dem Verzweifeln, weil ich befürchtet habe, das wars dann wohl in meinem Leben.
    Danach Studium und spannende, fordernde Arbeit haben mich wieder aufgeweckt.

    Neben meinem jetzigen Mann habe ich mich zeitweise dumm gefühlt - weil ich darauf hereingefallen bin, genauso denken zu wollen wie er, damit er mir Recht gibt.
    Wollte ja schließlich nicht dumm dastehen, wenn ich schon mal jemanden zur Hand habe, mit dem ich auch nach Jahren noch gern heiße Streitgespräche um Gott und die Welt führe.
    Geht nicht. Da hat er wesentlich mehr Übung und da ist er einfach zu Hause und ich nicht.
    Er hat - schlauerweise - nie versucht, zu denken wie ich.
    Ich denke wie ich und das ist in Ordnung.
    Er denkt wie er und das ist auch in Ordnung.
    Nebeneffekt, der gut fürs Ego ist: Seit mir das klar geworden ist und ich zu meiner Art zu denken stehe, seit ich nicht mehr unbedingt Recht haben muss, stehe ich auch nicht mehr in Diskussionen dumm da, akzeptiert er meine Gedanken auch viel öfter.

    Beruf:
    Bei mir auch so wie Chamäleon schreibt: unter Druck, aus einem Mangelgefühl heraus ist für mich alles schwierig, also auch denken, lernen, leisten.
    Aus Begeisterung und Interesse heraus in einem angenehmen Umfeld, aus der Fülle heraus geht viel mehr viel leichter.

    Ich habe nicht mehr meine erste Vision, nicht einmal mehr die zweite, aber ich habe - nach einer trockenen, zähen Mangelzeit in den letzten Jahren - wieder eine neue Vision, wieder Ehrgeiz und wieder einen Plan.
    Dieser Plan, dieser Ehrgeiz sind letztendlich aus halbherzigen, gescheiterten Pflichtversuchen entstanden.
    Also war es gut, dass ich diese Pflichtversuche gemacht habe, so lange mir nichts Besseres einfiel, denn sie haben mich am totalen Aufgeben gehindert, haben mich in Bewegung gehalten.
    Und sobald ich wieder ein bisschen Energie hatte, konnte ich etwas Interessanteres sehen, am Wickel packen und arbeite jetzt darauf hin.

    hab ich gehört, es kann durchaus schon in meinem Alter anfangen, dass manche Fähigkeiten langsam schwinden. Ich weiß nicht, ob man das generalisieren kann.
    Ich glaube, es verändert sich einfach.
    Bestimmt kann ich es nicht einmal für mich selber sagen, da ich erst spät mit MPH angefangen habe und auf einmal Dinge kann, die ich früher nie konnte.
    Aber auch vorher habe ich es so empfunden, dass meine Fähigkeiten eher von meiner Begeisterung, meiner Energie und vom Training abhängig waren als vom Lebensalter.
    Vielleicht denke ich langsamer, dafür habe ich mehr Koordinaten, Erfahrungen, Inhalte die ich verknüpfen kann - das spart wieder Zeit.

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