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Diskutiere im Thema Umgang mit wenig gebildeten Menschen im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 1.008

    AW: Umgang mit wenig gebildeten Menschen

    Schade, daß der Eingangspost mittlerweile der Selbstzensur unterliegt.
    Das Thema ist nämlich sehr interessant, weil es zwei Schneiden eines Schwertes zeigt.
    Und ich für meinen Teil behaupte, BEIDE Seiten zu kennen.
    Ich würde sogar einfach mal spekulieren, daß es vielen anderen hier - unabhängig davon, mit welchem Standpunkt sie hier geantwortet haben - selber so geht.

    Also zieht Bummel hier mal blank:
    Intellektuelle Arroganz - eine große Haßliebe...
    Ich mochte es noch nie, moralinsauer zurechtgewiesen zu werden.
    Und es gibt Zeiten und Gelegenheiten, da reagiere ich (nicht immer wörtlich aber doch sinngemäß) mit der Haltung: "Halt's M***, Du Studendekopp!"
    Auf der anderen Seite kann ich selber viel schlimmer werden, wenn ich mich von einer (womöglich vermeintlichen) Einsilbigkeit oder Einfältigkeit anderer genervt oder provoziert fühle.

    Ich glaube, das ist in etwa das, was in manchen Beschreibungen der AD(H)S-Symptome als "altklug" bezeichnet wird.
    In dieser Situation halte ich es einfach nicht aus, daß ein anderer Mensch meine Erkenntnisse nicht teilen kann, wo sie doch meiner subjektiven Sichtweise nach SOOO offensichtlich sein müßten.
    Daraus ist mein Abschalten im Oberstufenunterricht mit entstanden, ebenso wie die Haltung, daß die ganzen Mitschüler, die im Gegensatz zu mir das Abi erhielten, in Wirklichkeit viel dümmer seien als ich.

    Natürlich stellt sich die Frage: "Gibt es so etwas wie Dummheit denn überhaupt?"
    Und mir stellt sie sich vor allem, weil ich immer wieder mit der Behauptung konfrontiert werde, es läge nur eine Art "Talentverschiebung" vor.
    Dieser These zufolge wäre die Antwort "NEIN".
    Aber daran habe ich so meine Zweifel...
    Womöglich hängt es an der Definition der Dummheit:
    Ist Dummheit das Unvermögen, kognitive Prozesse umzusetzen?
    Ist Dummheit eine moralisch verwerfliche Weigerung, dazuzulernen?
    Oder ist Dummheit eher mit Ignoranz gleichzusetzen (die ja nicht unbedingt selbstverursacht sein muß!)?
    Ist Dummheit - wenn wir von der genannten These der Talentverschiebung ausgehen - einfach nur ein auf andere wirkendes Trugbild, das durch verschiedene Referenzrahmen in den jeweiligen Grundverständnissen der Personen entsteht?

    Im Augenblick gehe ich eher davon aus, daß der Begriff "Dummheit" als abstrakt wahrgenommen werden kann, vergleichbar mit Begriffen wie "normal" oder "gerecht".
    Es gibt ein konventionelles Verständnis dafür, das aber in einem unverhältnismäßig Fall entweder ein Zerrbild abgibt oder gar nicht zutrifft.
    Eine Basis die Stoff für endlosen Streit bietet.
    Kein Wunder daß sich so viele Menschen gegenseitig für dumm halten...

    Der Begriff "dumm" ist kein nettes Wort.
    Aber er drückt etwas aus, was derart empfunden wird.
    Und natürlich hat dieses Wörtchen Verletzungspotential.
    Deswegen darauf aber zu verzichten, hat etwas von einem politisch korrekten Neusprech.
    Und ob dieser welcher wiederum dazu geeignet ist, der Realität oder dem Realitätsempfinden der Menschen zu genügen, wage ich zu bestreiten.

    Ja: von "Dummheit" kann sehr (vor)schnell die Rede sein.
    Und das wird ebenfalls mit Tatsachen kollidieren.
    Es wird immer wieder an uns selbst liegen, zu beurteilen, ob wir das in der jeweiligen Situation für angemessen halten, oder nicht.
    Und ich glaube, darin werden wir uns immer wieder unterscheiden.

    Ich selbst bin auch oft für dumm gehalten oder als dumm beschimpft worden.
    Wahrscheinlich war das in einigen Fällen sogar vollauf gerechtfertigt.
    Es gibt Dinge, die ich nicht kapiere.
    Es gibt Bereiche, in denen ich partout nicht dazulerne, und zwar z.T. bis heute.
    Ich habe Dinge getan, die ich im Nachhinein so bereue, daß ich heutzutage zusammenzucke, wenn ich mich daran erinnere (und das waren teiweise wirklich extrem peinliche Dinge!).

    Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, daß ich einigermaßen gelernt habe, damit zu leben, daß es Menschen gibt, die schlauer sind als ich.
    Genauso verhält es sich mit denen, die dümmer sind als ich.

    Über den Charakter dieser Leute sagt das aber nur einen kleinen Teil aus.
    Es gibt nämlich Dummköpfe, die ich sehr gerne mag, und in deren Gegenwart ich mich wohlfühle.
    Und es gibt Schlauberger, die mich vom ersten bis zum letzten Molekül anwidern, und die ich meide, wie der Teufel das Weihwasser.
    Und natürlich beides in umgekehrter Kombination, nicht zu vergessen die ganze Bandbreite dazwischen...

    Richtig: ich bekenne mich...
    Auch ich habe beim Eingangspost einen Augenblick gedacht: "Na klasse! Da meldet sich der Richtige zu Wort!"
    Das war ein reflexiver Gedanke, für den ich mich nicht entschuldigen werde, weil ich ihn hier nicht so und in der Form vertrete.
    Dann habe ich mir gedacht, daß ich mal einen Randaspekt beleuchten kann, von dem im Titel nicht unbedingt die Rede ist, aber der gefühlt oft damit gleichgesetzt wird.
    War das jetzt dumm von mir?

    Wende ich mich dem Begriff "ungebildet" zu, dann springt mich doch von vorne herein die "Wissenslücke" an.
    Und die haben sowohl schlaue als auch dumme Menschen.
    Wissenslücken kann man manchmal schließen, manchmal nicht.
    Dies auszuprobieren heißt: kommunizieren.
    Um zu kommunizieren brauche ich die entsprechende Motivation.
    Wenn ich die nicht habe, lasse ich es besser sein.
    Das mag an der Menge Motivation liegen, die eine hartnäckige Bildungslücke erfordert.
    Es mag aber genauso an der vorhandenen Motivation liegen.
    Und die wiederum ist ja vor allem bei uns AD(H)Slern häufig begrenzt.

    Hiervon ausgehend würde ich es keinem von uns zum Vorwurf machen, Menschen zu meiden, von denen er oder sie erwartet, die Nerven strapaziert zu bekommen.
    Das sehe ich als reinen Selbstschutz an.
    Wer allerdings genügend Motivation mitbringt, sich auch mit Leuten auszutauschen, die "auf einer anderen Wellenlänge funken", braucht sich um sein Nervenkostüm keine Sorgen zu machen.
    Das Gefühl, sich mit Menschen zu unterhalten, denen man etwas beigebracht hat, ist durchaus erbauend.
    Aber es setzt einen Prozeß voraus, in dem man seine eigene Energie investiert hat.
    Bestes Beispiel: Kinder.
    Sie kommen nicht mit allem möglichen Wissen auf die Welt.
    Und auch ich meide ihre Gegenwart (ich habe keine eigenen Kinder und bin auch kein Lehrer), wenn mir nicht nach hartnäckigen Fragen ist.
    Sie allerdings mit neuen Erkenntnissen zu erleben, kann mir in der ein oder anderen Situation durchaus spaß machen, auch wenn es noch nicht ganz ausgereift ist.

    Der Clou an der ganzen Geschichte ist:
    Meide ich Kommunikation mit weniger gebildeteten Menschen, behalte ich selber Bildungslücken, die diese Leute womöglich bei mir hätten schließen können.
    Tue ich das lang und extrem, bin ich eines Tages ihnen gegenüber vielleicht der weniger gebildete Mensch.
    Das MUSS so nicht passieren, aber es KANN.
    Gehe ich das Risiko ein, oder nicht?
    Eine Entscheidung, die ich immer wieder von vorne treffen muß... (grausames Schicksal... Dose Selbstmitleid... pfffT!)

    AAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRRRRGGG GGGGGGGGGHHHHHHHHHH!!!
    So viel zwischendurch geschrieben!
    Mal wieder zuviel gebummelt...

    Übrigens: warum den Thread in den Müll?

  2. #12
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 123

    AW: Umgang mit wenig gebildeten Menschen

    @Windchaser
    Tut mir leid. Bin wohl etwas ruppig gewesen.
    Deine Frage habe ich hoffentlich richtig verstanden und hab versucht sie ehrlich zu beantworten.

    Es ist ein polarisierendes Thema, dem ich, mit meiner Charakteristig, versucht habe gerecht zu werden.
    Angreifen, kränken oder beleidigen wollte ich dich nicht.

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Umgang mit wenig gebildeten Menschen

    Ich kenne den Eröffnungspost auch nicht, aber meine, es reicht, um auch ein bisschen Senf dazuzugeben Der eine oder andere hat vielleicht mitbekommen, dass ich mich gerne mal über bestimmte Sachen aufrege bzw. wütend werde... Ebenso bekomme ich körperliche Schmerzen, wenn gewissen Leute gequierlte Schmarrn von sich geben. Was sind das dann für Situationen bzw. Leute... Ich finde den Begriff "ungebildet" für mich nicht so passend, dumm trifft es schon eher. Aber eben nicht dumm im Sinne von ungebildet. Es kommt auch darauf an, wie sich die- oder derjenige selber einschätzt oder auf mich "zugeht". Z.B. Leute, die unaufgefordert die Welt erklären wollen oder Ratschläge geben - Leute, die meinen, alle anderen Menschen machen alles genauso wie sie selbst - Leute, die meinen, das, was sie nicht kennen gibt es nicht - Leute, die ohne dich genauer zu kenne, wissen, was gut für dich ist - Leute, die klugscheißen müssen, ohne wirklich zu wissen, von was sie reden...

    Vielleicht trifft es eher die Bezeichnung "beschränkt sein" im Sinne von nicht offen sein für Anderes, Unbekanntes. Scheuklappen aufhaben, nicht sehen wollen, was irgendwo dahinter steckt. Ich hoffe, ich konnte mich einigermaßen verständlich ausdrücken

  4. #14
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 348

    AW: Umgang mit wenig gebildeten Menschen

    @iono

    jaaaa ich war gestern evtl. auch bissle neben de Kappe und dann hab ich in deinem Post mehr negatives gelesen als es eigentlich war und deshalb dann auch den Eröffnungpost gelöscht mit der Intention keine Leute zu verärgern und keinen Stein des Anstoßes zu bieten wo eigentlich keiner ist.

    Ich wollte ja nie andere herabwerten oder sagen dass ich irgendwie darüber erhaben bin. Ich habe nur versucht ein Problem welches mir im Alltag oft begegnet irgendwie wiederzugeben. Tragischerweise habe ich kein Talent fürs Schreiben da kommt nie rüber was ich eigentlich meine. Ich mach mir nochmal Gedanken und Formuliere den Eröffnungspost evtl. neu wenn ich die Ruhe und Zeit habe.

    Und ja meine Rechtschreibung ist teilweise mies meistens weil ich nicht nochmal drüberlese und die ganzen Tippfehler korrigiere.

  5. #15
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 123

    AW: Umgang mit wenig gebildeten Menschen

    Windchaser schreibt:
    @iono

    jaaaa ich war gestern evtl. auch bissle neben de Kappe und dann hab ich in deinem Post mehr negatives gelesen als es eigentlich war und deshalb dann auch den Eröffnungpost gelöscht mit der Intention keine Leute zu verärgern und keinen Stein des Anstoßes zu bieten wo eigentlich keiner ist.

    Ich wollte ja nie andere herabwerten oder sagen dass ich irgendwie darüber erhaben bin. Ich habe nur versucht ein Problem welches mir im Alltag oft begegnet irgendwie wiederzugeben. Tragischerweise habe ich kein Talent fürs Schreiben da kommt nie rüber was ich eigentlich meine. Ich mach mir nochmal Gedanken und Formuliere den Eröffnungspost evtl. neu wenn ich die Ruhe und Zeit habe.

    Und ja meine Rechtschreibung ist teilweise mies meistens weil ich nicht nochmal drüberlese und die ganzen Tippfehler korrigiere.
    @Windchaser Das mit dem Geschreibsel ... man das ist mir so raus gerutscht. Eigentlich weiß ich das es überhaupt nicht die feine Art ist , jemand durch den Kakau zu ziehen wegen Tippgewohnheiten.
    Werd versuchen mich zu bessern. Einige Chaotinnen und Chaoten gehen ja mit gutem Beispiel voran . Ich bin etwas geschlagen mit Umgangsformen aus der MMO-Szene, die haften noch etwas an mir.

    Tut mir leid.

  6. #16
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: Umgang mit wenig gebildeten Menschen

    Ich seh da eher den gesellschaftlichen Trend, Menschen vorschnell als "dumm" zu beurteilen.
    Das hat auch nix mit ADHS zu tun.

    So dieses "ah, du lachst über meinen Sarkasmus nicht, also bist du dumm" usw...
    Wobei ich das konkrete hier nicht bei dir gelesen hab, sondern eher die Alltagserfahrung, dass jemand vorschnell als "dumm" erscheint.

    Google mal nach dumme Menschen, Sarkasmus usw. Du findest massenhaft Leute die sich über die "dummen Menschen" aufregen/erheben/lustig machen.
    Das hat für mich viel mit "schneller Wahrnehmung" und Individualismus zu tun.
    Und es geht halt schnell und einfach.

    (Warum ist RTL-Scripted-Reality so "beliebt"? Weil sich da jeder Klug vorkommt, egal wer. Dass man selbst auf die Inszenierung hereinfällt und alles glaubt, was man sieht, das fällt einem nicht auf).

    __

    Kurz gefasst: Wenn man sich selbst nachträglich reflektiert fällt einem mit Sicherheit auch die eine oder andere Szenerie ein, bei der man sich ebenso "lächerlich" gemacht hat. Selbst wenn man dann darüber steht und sich denkt "scheißegal ob die mich für dumm halten, ich weiß doch dass ich es nicht bin". Oder noch besser ADHS-Bezogen "Ich weiß dass ich nicht dumm bin, ich war nur abgelenkt".
    Da wird es sicher einige geben die so einen Satz nur für eine Ausrede halten und sich insgeheim denken "ADHS ist doch nur ne Ausrede, selbst der Dr. Bliblabla hat am Sterbebett gesagt, dass er das nur erfunden hat".

    Und wenn man die Kette weiterspinnt landet man irgendwann immer mehr Eigentore.

    Für mich heißt das in dem Moment: was du nicht willst, das man dir tuh, das füg auch keinem anderen zu.
    Dass einem die Gedanken kommen, dass manch einer nicht so ganz helle ist, ist vielleicht normal.
    Das man sich im inneren darüber aufregt oder auch aus der Situation fliehen will oder irgendwas machen will, was die Situation beendet, vielleicht auch.

    Aber konstruktiver ist es doch, das zu versuchen beiseite zu schieben und versuchen, sich in die Person hinein zu versetzen.
    Schrieb hier ja schon jemand:
    Man nimmt sich selbst die Chance, von der Person positiv überrascht zu werden, oder generell ihre Stärken zu sehen, wenn man nur ihre Schwächen fokussiert.
    Impulsivität macht das Ganze schwer, aber nicht unmöglich.
    Schließlich will man selbst hinterher nicht als "arroganter Schnösel" da stehen, wenn man sich aus der Sicht der anderen "unverhältnismäßig schroff" verhält.

    (Ich glaube da draußen wird ADHS sowieso schnell mit Narzissmus verwechselt. Na gut, Schüchternheit wird für Arroganz gehalten. Auch total Sinnlos, aber das hat eher mit einer Verständnisschwierigkeit und nicht mit Dummheit zu tun. Viele können sich nicht vorstellen was sie selbst von sich nicht kennen.)

  7. #17
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 1.008

    AW: Umgang mit wenig gebildeten Menschen

    Aua, meine Seelenwarze!

    tasseKaffee schreibt:
    Ich seh da eher den gesellschaftlichen Trend, Menschen vorschnell als "dumm" zu beurteilen.
    Erstmal ein dickes KONTRA:
    Nein, einen gesellschaftlichen Trend zu voreiligen Dummheits-Stigmata sehe ich ganz und gar nicht!
    Eher im Gegenteil: während man vor 30 Jahren noch bei jeder Kleinigkeit sozusagen "amtlich" als dumm abgestempelt wurde, und zwar genau mit dem bösen D-Wort, wird doch ebendies gerade heute vermieden.

    Natürlich finden auch heute Fehleinschätzungen in dieselbe Richtung statt, allerdings unter anderem Vorzeichen, an anderer Stelle und subtiler.

    Den Wetteifer um den cleversten Sarkasmus kannte ich schon in den 80er- und 90er-Jahren.
    Der muß nicht unbedingt erstrebenswert sein.
    Aber so sehr von übel ist das auf der anderen Seite auch nicht, weil der Mensch sich ohnehin immer wieder Artgenossen sucht, mit denen er auf einer Wellenlänge liegt.
    Dabei ist eben auch dieser Sarkasmus-Abgleich ein Element von vielen, und zwar völlig wertfrei zu betrachten.

    tasseKaffee schreibt:
    (Warum ist RTL-Scripted-Reality so "beliebt"? Weil sich da jeder Klug vorkommt, egal wer. Dass man selbst auf die Inszenierung hereinfällt und alles glaubt, was man sieht, das fällt einem nicht auf).
    Oh sch...
    Und ich hielt schon die Talkshows der 90er für zu primitiv um geguckt zu werden.
    Bin ich jetzt top-arrogant?

    Über mich selbst sage ich eigentlich immer: "Ich bin zwar der größte Trottel im ganzen Landstrich, aber dumm bin ich nicht."
    tasseKaffee schreibt:
    Aber konstruktiver ist es doch, das zu versuchen beiseite zu schieben und versuchen, sich in die Person hinein zu versetzen.
    Schrieb hier ja schon jemand:
    Man nimmt sich selbst die Chance, von der Person positiv überrascht zu werden, oder generell ihre Stärken zu sehen, wenn man nur ihre Schwächen fokussiert.
    Impulsivität macht das Ganze schwer, aber nicht unmöglich.
    Schließlich will man selbst hinterher nicht als "arroganter Schnösel" da stehen, wenn man sich aus der Sicht der anderen "unverhältnismäßig schroff" verhält.
    Es kommt drauf an...
    Und zwar unter anderem auf Deine Stimmungslage.
    Wenn Du gerade überhaupt keinen Nerv dazu hast Dich auf einen Menschen einzulassen, der Dir am besten gerade zuvor noch penetrant mit Äußerungen auf den Wecker gegangen ist, die Du für untragbar hältst, dann ist es geradezu notwendig, aus Fairness Dir selbst gegenüber, eine solche "Dummheit" nicht länger ertragen zu müssen.
    Natürlich: wenn Du gerade wirklich um Klärung usw. bemüht bist, dann sieht die Situation schon wieder etwas anders aus.

    Zwischen zwei Bekannten entwickelte sich dereinst ein vielzitiertes Gespräch.
    Der eine war Wirt und bot einen halben Liter Bier für 2 Euro und einen Maßkrug für 5 Euro an.
    Der andere - ich nenne ihn hier mal "Blubb" - machte ihn darauf aufmerksam, daß er bei einer solchen Kalkulation die größere Menge wohl schlechter absetzen werde:
    Wirt: Warum?
    Blubb: In meinen zwei Halben hier ist die gleiche Menge, wie in den großen Stein. Da wäre ich ja schön blöd für dieselbe Menge einen Euro mehr auszugeben, oder?
    Wirt: Aber da ist doch mehr drin!
    Blubb: Mehr als ein Liter? Dann stimmt aber der Eichstrich so nicht...
    Wirt: Doch das ist genau ein Liter. Und das ist halt mehr als ein halber.
    Blubb: Ja, aber eben nicht mehr als zwei halbe Liter! Mit denen hab ich auch Deinen ganzen Liter wieder eingeholt. Und noch weniger dafür ausgegeben!
    Wirt: Aber da ist doch mehr drin!
    Blubb: Nein, eben nicht! Das einzige was daran mehr ist, das ist der Preis pro Liter. Und der schreckt mich ab, bei Dir einen Stein zu bestellen.
    Wirt: Aber da ist doch mehr drin!
    ...

    Blubb hat auch so seine Dummheiten an sich. In diesem Fall aber nicht, wie ich finde...
    Good Old Blubb hätte ich es nicht zumuten wollen, bis zum Sankt-Nimmerleinstag kramphaft zu versuchen, sich in den Wirt hineinzuversetzen.
    Über die Dummheit dieses Wirts regt er sich bis heute auf, wenn ich diese olle Kamelle in seiner Gegenwart wieder raushole.
    Der Wirt mußte seine Bar übrigens bald darauf schließen.
    Ob das mit solch einer Kalkulation un Beratungsresistenz zusammenhängt... es steht jedem frei sich selbst ein Urteil darüber zu bilden.
    Ich leiste mir das Meine, auch ohne den tatsächlichen Pleitegrund zu 100% zu kennen.
    Und das lasse ich mir auch nicht zum Vorwurf machen.

    Was wollte ich mit diesem Beispiel ausdrücken?
    So manch eine Dummheit muß man nicht unbedingt in aller Offenheit nachvollziehen.
    Da ist dann der Dummenstempel eben einfach angebracht.
    Wichtig ist für jeden selbst zu entscheiden, wann und wann nicht.
    Und zwischen übertriebender Aufgeschlossenheit und gnadenloser Arroganz gibt es da ein sehr breites Spektrum an Graustufen, das zur Wahl steht.
    Dann ist es auch egal, ob ANDERE Dich deshalb als Arrogant oder naiv ansehen...

  8. #18
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Umgang mit wenig gebildeten Menschen

    Ich hab den Anfangsbeitrag auch nicht lesen können.

    Der gesuchte Begriff heißt nicht "dumm" oder "ungebildet", sondern KURZSICHTIG. Oder, wie Triskell schrieb: beschränkt. Menschen, die nicht weiter sehen können als bis vor die eigene Stirn, die vorschnell urteilen, Diversitäten abschreckend finden und sich weigern, neue Perspektiven einzunehmen, die lassen mich manchmal verzweifeln. Dagegen: wenn jemand einen Denkfehler macht oder etwas nichts weiß - pfft, ist doch völlig legitim und nicht nur das: "Dumm"/beschränkt ist es dagegen, jemanden wegen Wissenslücken zu verurteilen, denn es ist doch komplett logisch, dass niemand alles wissen kann und auch nicht jede Erfahrung machen kann. Es gibt so manche weitverbreitete Wertungen (Vorurteile), die, wenn man mal nur ein bisschen weiter denken würde, absolut unangebracht und undifferenziert sind. Und auch dieses undifferenzierte Denken ist ein Teil dessen, was ich unter "beschränkt" einordnen würde.

    Langweilen tun mich sowohl ungebildete als auch gebildete Menschen, zweitere evtl. sogar stärker. Es gibt doch nichts langweiligeres als einen umfangreichen Beitrag über etwas, das mich die Bohne interessiert! Da kann derjenige noch so eloquent sein, es langweilt mich trotzdem. Aber auch bei ungebildeten Menschen gibt es diese Langeweile, weil sie ebenso wie die hypergebildeten nichts neues hergeben, ihre Fähigkeit, "weiter zu denken" ist eben nicht besonders ausgeprägt - was mir auch egal wäre, wenn sie mir trotzdem die Möglichkeit einer neuen Perspektive gäben...durch ihre Art, ihre vielleicht andere Art, die Welt wahrzunehmen.

    So. Und nehmen wir "beschränkt" mal wörtlich: Was soll man mit solchen Menschen auch anfangen? Mit ihnen kann man nichts entdecken, seinen Horizont nicht erweitern, nichts lernen (außer vielleicht, sich nicht aufzuregen) - sie sind beschränkt, begrenzt.
    Ich werde dann meistens ganz still, wenn ich merke, jemand kommt nicht besonders weit (so wie in dem Wirt-Beispiel)...so jemandem von einer anderen Perspektive zu überzeugen oder auch nur einen ungewöhnlichen Gedanken auszusprechen, ohne doof angeguckt zu werden, ist sinnlos.

    Spannend finde ich es, einen Menschen näher kennenzulernen und auszuloten, wie "weit" man kommt, manche Menschen gehen nämlich tiefer als man zuerst angenommen hatte. Naja, wenige.
    Gott, ja, ich finde das auch frustrierend, das ganze Thema und ich weiß auch nicht, was man da tun kann. Ich schätze, man muss es irgendwie schaffen, seine eigene Einstellung dazu zu ändern. Zu schauen, ob es nicht doch etwas spannendes an dem anderen gibt und wenn nicht, schleunigst den Rückzug antreten. Mehr kann ich mir da im Moment auch nicht vorstellen. Menschen an sich sind wirklich spannend...eigentlich. Man kann auch sozialwissenschaftliche Forschungen anstellen, wenn einem zu langweilig wird.

    Den Begriff der Intelligenz und dessen Auslegungen empfinde ich auch als ziemlich willkürlich. Für mich ist Intelligenz = geistige Weite. Was sich wiederum auf verschiedene Weisen zeigen kann.

    Weiß nicht, ob ich es geschafft habe, das zu sagen, was ich sagen wollte. Auch ich habe den automatischen Reflex, mich für das, was ich gesagt habe, im Nachhinein zu entschuldigen, weil ich einfach schon so oft die Erfahrung gemacht habe, dass sich jemand wegen der Beschreibungen meiner subjektiven Wahrnehmung angegriffen gefühlt hat.
    Korrekte Rechtschreibung ist übrigens kein Indikator für Intelligenz, sieht aber einfach besser aus. Ich kenne mehrere Leute, die hochintelligent sind und keine gute Rechtschreibung haben.
    Geändert von Chamaeleon (30.06.2015 um 20:07 Uhr)

  9. #19
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: Umgang mit wenig gebildeten Menschen

    Bummel77 schreibt:
    Den Wetteifer um den cleversten Sarkasmus kannte ich schon in den 80er- und 90er-Jahren.
    Der muß nicht unbedingt erstrebenswert sein.
    Aber so sehr von übel ist das auf der anderen Seite auch nicht, weil der Mensch sich ohnehin immer wieder Artgenossen sucht, mit denen er auf einer Wellenlänge liegt.
    Dabei ist eben auch dieser Sarkasmus-Abgleich ein Element von vielen, und zwar völlig wertfrei zu betrachten.
    Ich soll das wertfrei betrachten, dass man mich dumm nennt, weil ich nen Witz nicht lustig find?
    Weil man mir unterstellt, ich hätte den nicht verstanden? Dabei find ich den blos nicht lustig?

    Was soll an Beleidigungen wertfrei sein? WTF?


    Oh sch...
    Und ich hielt schon die Talkshows der 90er für zu primitiv um geguckt zu werden.
    Bin ich jetzt top-arrogant?

    Über mich selbst sage ich eigentlich immer: "Ich bin zwar der größte Trottel im ganzen Landstrich, aber dumm bin ich nicht."
    Herzlichen Glückwunsch, ich fand Talkshows auch fast immer scheiße. Das negiert ihre Beliebtheit aber nicht.

    Nur weil man etwas selbst scheiße findet, kann es garnicht sein dass etwas beliebt ist?

    Es kommt drauf an...
    Und zwar unter anderem auf Deine Stimmungslage.
    Wenn Du gerade überhaupt keinen Nerv dazu hast Dich auf einen Menschen einzulassen, der Dir am besten gerade zuvor noch penetrant mit Äußerungen auf den Wecker gegangen ist, die Du für untragbar hältst, dann ist es geradezu notwendig, aus Fairness Dir selbst gegenüber, eine solche "Dummheit" nicht länger ertragen zu müssen.
    Natürlich: wenn Du gerade wirklich um Klärung usw. bemüht bist, dann sieht die Situation schon wieder etwas anders aus.
    Mir ging es darum, dass man sich nicht hinstellt und den anderen zurecht weist wie dumm er doch sei.
    Oder dass man keine arrogante Haltung entwickelt, weil man sich selbst für so viel klüger hält.
    Das mündet bei manchen in Selbstüberschätzung.

    Wer still und leise erträgt oder geht, kann das weiterhin machen. Aber ich muss anderen nicht vor den Latz knallen wie dumm ich sie doch finde.
    Und sei es nur dass ich das durch meine Körpersprache ausdrücke, weil sich meine innere Haltung nur schlecht verstecken lässt.

    Ich glaub nicht dass du das toll finden würdest, wenn sich Menschen dir gegenüber so verhalten würden.
    Es sei denn dir ist wirklich absolut egal, wenn andere dich aus welchen Gründen auch immer für dumm oder minderwertig halten.

    Ich leiste mir das Meine, auch ohne den tatsächlichen Pleitegrund zu 100% zu kennen.
    Und das lasse ich mir auch nicht zum Vorwurf machen.
    Vorwurf? Ich mache keine Vorwürfe, ich zeige mögliche Lösungwege auf die für beide Parteien eine Win:Win-Situation ergeben können.

    Wenn du meinst, dass jemand dumm ist, weil er nicht rechnen kann... von mir aus... aber was hast du dadurch gewonnen?
    Dass du die Bestätigung hast, dass du klug bist weil du rechnen kannst?
    (Was machst du wenn du jemanden findest, der etwas besser beherrscht als du? Dich selbst dumm finden? Wohl kaum.)

    Wenn du mit dem Wirt ansonsten nix zu tun hast und ihm das auch nicht ins Gesicht schmierst dass du ihn dumm findest ist daran doch nix auszusetzen.


    (Mal abgesehen davon, dass die "Taktik" vom Wirt auch hätte aufgehen können. Denn es gibt nicht wenige die glauben, dass Großportionen, Vorratspacks oder auch der Einkauf in bei Großhändlern "günstiger" ist. Das mag auch in vielen Fällen stimmen, aber auch nicht immer. Mit dem richtigen Köder fängt man Mäuse. Man kann Emotionen auch besser verkaufen als Fakten. Vorrausgesetzt, der Wirt hatte nicht tatsächlich eine Rechenschwäche, sodass das keine Taktik war.)

    Und zwischen übertriebender Aufgeschlossenheit und gnadenloser Arroganz gibt es da ein sehr breites Spektrum an Graustufen, das zur Wahl steht.
    Das mag stimmen, wenn man abstrakt darüber nachdenkt.
    Aber wenn dich jemand Arrogant findet, weil er dich arrogant findet, ist das scheißegal wer "faktisch" gesehen recht hat. (Gibt es bei Meinungen Fakten?)
    (Es sei denn es ist einem wirklich tooootal egal, was andere von einem halten.)

    Dann ist es auch egal, ob ANDERE Dich deshalb als Arrogant oder naiv ansehen...
    Wenn es DIR egal ist, ists sowieso egal. Aber wem es NICHT egal ist, der findet bei mir eine Möglichkeit damit umzugehen. Keine Anweisung, kein Gesetz, kein Vorwurf, kein "Gutmenschentum". Nur eine Möglichkeit.

    (Warum ist es eigentlich so wichtig, was ich hier im Forum schreibe? Vor allem wenn du das als Vorwurf interpretiert hast. Denk dir doch einfach "die ist dumm" und gut ists. Ich dachte um diese Haltung geht es hier)
    Geändert von tasseKaffee (30.06.2015 um 20:52 Uhr)

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Umgang mit wenig gebildeten Menschen

    Es legt hier keiner Rechtschreibung als Intelligenzmesslatte, es war ein Beispiel wie schnell man wegen einer Sache in eine Ecke gedrängt wird, wo man gar nicht steht. Im Prinzip das, was du in deinem 1. Post gemacht hast. Du hast die Intelligenz an bestimmten Dingen festgemacht, die damit nicht unbedingt etwas zu tun haben.

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Thema: Umgang mit wenig gebildeten Menschen im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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