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Diskutiere im Thema Meine Probleme mit Hochbegabung im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #141
    Apollo_1012

    Gast

    AW: Meine Probleme mit Hochbegabung

    Luzie schreibt:

    Mir tut meistens gut: Die Flötenkonzerte von Vivaldi - und falls mir das nach einiger Zeit zuviel wird - wechsle ich auf Regengeräusche. (Videos bei youtube). Bei den Regengeräuschen finde ich diejenigen am besten, in denen "sanfter Regen" und "distant thunder" beschrieben wird.

    Das ist eine gleichmäßige akustische Hintergrundkulisse, die ich angenehm finde.

    Lustig! Meine Frau und ich auch beide ADS. Meine Frau hört auch meistens Vivaldi. Und Iron Maiden - wirkt genauso.
    Zum Thema Hochbegabung: Sind wir nicht alle genial in unserer Verpeiltheit?

    Lieben Gruß

  2. #142
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 282

    AW: Meine Probleme mit Hochbegabung

    "Zum Thema Hochbegabung: Sind wir nicht alle genial in unserer Verpeiltheit?"

    Sehr schön gesagt. :-)

  3. #143
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Meine Probleme mit Hochbegabung

    Irre schreibt:
    Ich habe es mir in diesem Zusammenhang zur Angewohnheit gemacht meine Intelligenz in Frage zu stellen. Es ist ja auch, statistisch betrachtet, sehr unwahrscheinlich das ich so einen hohen IQ haben soll.
    Ich habe jetzt nicht den ganzen Thread gelesen (nur die neusten Beiträge) - aber über diese Aussage bin ich gerade gestolpert - und weil mich Statistiken wirklich faszinieren, kann ich grad nicht anders. (Jetzt schon sorry für die Abschweifung. :S )

    Wahrscheinlich sage ich hier nichts neues - aber manchmal ist es ganz gut, wieder mal das offensichtliche aufzuschreiben:

    Statistiken sind ungeeignet, um Aussagen über Individuen zu machen.

    Statistiken machen Aussagen über grössere Gruppen von Menschen und die Wahrscheinlichkeit bzw. Häufigkeit, mit der ein bestimmtes Merkmal in dieser Gruppe vorkommt. Es ist nicht möglich (und nicht erlaubt), daraus Rückschlüsse auf einzelne Mitglieder der Gruppe zu ziehen.

    Nehmen wir an, wir hätten ein Dorf mit 100 Einwohnern - 99 haben blaue Augen und 1 hat grüne Augen. Das heisst, wenn ich weiss, dass du ein Bewohner in diesem Dorf bist, hast du mit 99% Wahrscheinlichkeit blaue Augen. Diese Aussage ist allgemein und trifft auf jeden einzelnen Einwohner der Dorfes gleich zu. Alle haben mit 99% Wahrscheinlichkeit blaue Augen.

    Wenn ich dich aber persönlich treffe und sehe, dass du grüne Augen hast - dann ist die statistische Aussage nicht mehr nützlich. Du hattest als Bewohner des Dorfes mit 99% Wahrscheinlichkeit blaue Augen. Als Individuum aber mit 100% Sicherheit grüne Augen. Beide Aussagen über dich sind statistisch korrekt und gleichzeitig wahr.

    Damit kann man beliebig herumspielen und jedes Mal neue Wahrscheinlichkeiten bekommen.

    Sprich:

    Dadurch, dass du ein Mensch bist, besteht die Chance, dass du tatsächlich einen so hohen IQ hast und die tiefe Wahrscheinlichkeit ist kein Argument dagegen. Es gibt nichts, das anhand einer Statistik ohne zusätzliche Informationen speziell für oder gegen dich als Individuum spricht.

    Ein weiterer wichtiger Faktor, den die meisten Leute beim Betrachten von Statistiken ausser Acht lassen ist die Grösse der betrachteten Gruppe:

    Ich hab extra nachgeschaut - Hochbegabung (IQ 130 oder höher) ist fixiert bei 2% der Weltbevölkerung. Da es sich um eine künstlich geschaffene Schwelle und einen standardisierten Quotient handelt, sind die 2% keine Vermutung, sondern künstlich so festgelegt. Die Definition von "IQ 130" ändert, wenn mehr als 2% der Bevölkerung die Bedingungen erfüllen. (Was auch schon mehrfach passiert ist)

    Wenn es ungefähr 7 Milliarden Menschen auf der Welt gibt, dann gibt es ungefähr 140 Millionen Menschen mit IQ 130 oder höher.

    1 von 140 Millionen zu sein ist gar nichtmal so unvorstellbar. Immerhin wohnst du auch in Deutschland, und da ist die Wahrscheinlichkeit bei 7 Milliarden Menschen (und 80 Millionen Einwohnern für Deutschland) bei nur etwas über 1% (und in der Schweiz zu wohnen, so wie ich, ist sogar noch unwahrscheinlicher - das trifft nur auf knapp über 0.1% der Menschen zu.)

    Wenn gar nichts über dich weiss (ausser, dass du ein Mensch bist, der gerade im Augenblick lebt) ist es rein statistisch wahrscheinlicher, dass du hochbegabt bist, als dass du in Deutschland wohnst.

    (Die kombinierte Wahrscheinlichkeit - als heute lebender Mensch in Deutschland zu wohnen und hochbegabt zu sein, ist übrigens 0.02% - das ist gering, trifft aber immer noch auf ca. 1.6 Millionen Menschen zu und ist etwa ähnlich wie die Wahrscheinlichkeit, ein heute lebendiger Mensch zu sein und in München zu wohnen. Wenn alle Leute in Deutschland einen zuverlässigen IQ-Test machen würden und alle Hochbegabten anschliessend MENSA beitreten würden, hätte der Verein mehr Mitglieder als München Einwohner hat!)

    Von diesen 140 Millionen heute lebenden Menschen mit einem IQ, der zur Bezeichnung "hochbegabt" berechtigt, wird kaum einer derart sichtbar sein wie der sprichwörtliche Einstein - da ist oft einfach auch ein viel zu unrealistischer Anspruch dahinter. Und es werden auch nicht alle "Grosses" leisten können.

    Diese ganze Rechnerei ist eine Spielerei (ich hoffe, ich habe mich beim Eingeben in den Taschenrechner nicht vertippt). Sie ist nützlich, wenn ich es mit Gruppen zu tun habe, um die Dimensionen einschätzen zu können - aber man darf nie - nie, nie, nie, nie! - den Fehler machen, diese Informationen auf ein Individuum zu beziehen. Sei es auf sich selbst oder auf andere. Und - es ist sehr schwierig, sich intuitiv etwas unter Wahrscheinlichkeiten vorzustellen.

  4. #144
    Apollo_1012

    Gast

    AW: Meine Probleme mit Hochbegabung

    Zurah, wirklich sehr schöne Darstellung. Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Ich würde gerne noch etwas zum ursprünglichen Thread-Thema hinzufügen:
    Jemand mit der Diagnose ADHS/ADS hat nach meiner persönlichen Meinung kein Problem mit seiner Hochbegabung, weil er sie im eigentlichen Wortsinne nicht besitzt. Genau genommen kann es sein, dass wir Inselbegabungen besitzen, die sich letztlich durch Überkompensation eines dazu passenden Defizits herausgebildet haben. Das ist überhaupt nichts besonderes, jemand, der nicht sehen kann, hört dafür besser. Hinter jeder Kompetenz steckt ein Defizit und hinter jedem Defizit steckt eine Kompetenz, ich erinnere nur mal an Stephen Hawking, krumm und schief und vollkommen auf fremde Hilfe angewiesen im Rollstuhl sitzend und dabei unendlich viel Zeit, sich brillante Gedanken über das Universum zu machen. Wer möchte mit ihm tauschen....?

    Oder um es ganz einfach zu sagen: "Ein appes Bein ist nun mal ein appes Bein" - und das ist das Problem und sonst nichts.

    LG

  5. #145
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Meine Probleme mit Hochbegabung

    Dein IQ sagt nichts über deine Fähigkeit zu lernen aus, bzw. dich in das Bildungssystem zu integrieren. Ich war jahrelang in einer "Freizeitgruppe" für Hochbegabte wo wir nach der Schule uns mit Themen auseinandersetzen konnten die WIR für Interessant hielten.

    Trotz meines IQ's bin ich nur mit Ach und Krach durch die Schule gekommen, eben weil ich mich für die Themen nicht interessiert habe (Von Naturwissenschaften mal abgesehen, aber da habe ich den Rahmen gesprengt). Und Egal wie stark dein Auffassungsvermögen ist oder wie "Intelligent" du bist wenn du dich nicht für ein Thema interessiert wird dein Hirn auch das lernen blockieren. Und das rein Intuitiv.

    Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung sagen vergiss das mit deinem IQ, am besten löschst du das aus deinem Gedächtnis, denn dadurch versuchst du einer Erwartung gerecht zu werden die totaler Schwachsinn ist. Rückblickend wäre ich dankbar dafür gewesen wenn man mir das als Kind nicht auf die Nase gebunden hätte, denn es hat sowohl meine soziale als psychische Entwicklung massiv gehemmt. Und das darf man dann im Nachhinein wenn man aus dem Hamsterrad ausgestiegen ist alles aufarbeiten (da arbeite ich mittlerweile seit Jahren dran und es ist kein Ende in Sicht).

    Also von mir der Tipp an dich:

    Halte dich an das was dir Spaß macht und finde das Gleichgewicht zwischen dem was du lernen möchtest und was dich begeistert und dem was du lernen musst. Und miss dich nicht an der Leistung anderer, in der Erwartung das du eigentlich mehr könntest. Verstehe wie dein Hirn arbeitet und versuche deine "Denk- und Lernstruktur" zu finden. Ansonsten wirst du dich immer weiter in Frage stellen und wirst dein Potential nicht ausschöpfen können.

    P.S.: Es gibt aus meiner Sicht nichts was Intelligenz weniger Wiedergibt als Leistung in Schule und Studium

  6. #146
    Apollo_1012

    Gast

    AW: Meine Probleme mit Hochbegabung

    Hallo veitstanz,

    an Deiner Empfehlung gefällt mir "halte dich an das was dir Spaß macht und finde das Gleichgewicht" sehr gut. Das ist wichtig und wirksam.

    Deiner Schlussfolgerung zum IQ möchte ich widersprechen.

    Nicht, weil der IQ irgendwas mit Wahrheit zu tun hat oder ich das Konzept als richtig beweisen könnte, sondern lediglich weil es sich um ein wirksames Konzept (Achtung: nicht richtig, oder toll, sondern lediglich w i r k s a m) in vielen Bereichen der Gesellschaft handelt.

    Wenn man verneint, dass viele Eingangshürden in unserer Gesellschaft auf das Konzept "IQ" abstellen, dann wird man sein Potential eben auch nicht unbedingt ausschöpfen können, da man die Zugangsvoraussetzungen zu bestimmten Berufen nicht akzeptiert bzw. erreicht. Man kann dann natürlich freischaffender Künstler werden und damit auch glücklich sein, ohne Frage, aber zu behaupten, ein erfolgreich abgeschlossenes Studium sage nichts über (in unserer Gesellschaft relevante) kognitive Leistungsfähigkeit aus, das ist schon absurd. Schließlich wird der Absolvent wegen dieser Leistung dann eingestellt und bekommt doch Geld, oder?

    Man kann ja sagen, die kognitiven Fähigkeiten, die zum Abschluss eines Jurastudiums benötigt werden, seien einem egal oder unwichtig, aber wirksam waren sie ja allemal. Und selbstverständlich sagt der IQ - vor allem in den unteren Bereichen und mittleren - etwas über die Lernfähigkeit aus. Es existiert zwar keine lineare Beziehung zwischen IQ und Potential, aber doch eine Korrelation. Aber wie bereits angedeutet, der IQ ist keine Wahrheit sondern nur eine Wirklichkeitskonstruktion zur Beschreibung kognitiver Fähigkeiten. Daraus kannst Du aussteigen und Du merkst ja selber, wie schwierig das ist.

    Neuerdings wird dann der EQ herangezogen: wenn wir es nicht peilen, dann aber mit ganz viel Empathie und Gefühl oder so. Auch das ist nur eine Konstruktion ohne Anspruch auf Wahrheit, aber sie ist a u c h wirksam: Dort wo für Berufe der EQ als wichtig angesehen wird, wird versucht, ihn direkt oder indirekt beim Bewerber zu messen und egal, ob Du persönlich ihn vorgaukeln oder tatsächlich spüren kannst, wenn die andere Seite meinst, Du besitzt ihn nicht, dann gibt es keine Zusage. Das meine ich mit Wirksamkeit versus Wahrheit: Da legt jemand eine Latte irgendwo hin, und Du springst drüber oder läufst drunter durch.

    Es ist daher aus meiner Sicht eine schlechte Empfehlung, dem Teilnehmer zu raten, das ganze mal zu vergessen.

    LG

    Geändert von Apollo_1012 (12.05.2015 um 17:44 Uhr) Grund: vertippt

  7. #147
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Meine Probleme mit Hochbegabung

    veitstanz schreibt:
    Halte dich an das was dir Spaß macht und finde das Gleichgewicht zwischen dem was du lernen möchtest und was dich begeistert und dem was du lernen musst. Und miss dich nicht an der Leistung anderer, in der Erwartung das du eigentlich mehr könntest. Verstehe wie dein Hirn arbeitet und versuche deine "Denk- und Lernstruktur" zu finden. Ansonsten wirst du dich immer weiter in Frage stellen und wirst dein Potential nicht ausschöpfen können.
    Stimmt, ich gebe Apollo_1012 Recht, das ist tatsächlich ein sehr guter Satz Genau das möchte ich meinem Sohn mitteilen und bin deswegen in seine Nähe gezogen. Vor Ort kann ich ihm das besser mitteilen. Leider sind die Einflüsse, dass er sich primär nach den klassischen Leitlinien orientieren sollte, sehr groß.

  8. #148
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Meine Probleme mit Hochbegabung

    aber zu behaupten, ein erfolgreich abgeschlossenes Studium sage nichts über (in unserer Gesellschaft relevante) kognitive Leistungsfähigkeit aus, das ist schon absurd. Schließlich wird der Absolvent wegen dieser Leistung dann eingestellt und bekommt doch Geld, oder?


    Natürlich sagt es etwas über kognitive Fähigkeiten aus, aber aus meiner Sicht wenig über Intelligenz. Aus meiner Sicht ist das was einen Hochbegabten ausmacht seine Auffassungsvermögen, sprich man ist in der Lage die gleiche Menge an Informationen in wesentlich kürzerer Zeit zu verarbeiten. Mitunter ist auch das analoge Denken und das erschließen von kausalen Zusammenhängen verstärkt. Diese sind dann unglaublich schlecht im Auswendig lernen, was gerade in der Schule und auch in vielen Studienfächern, immer noch Voraussetzung ist. Dir wird oftmals Wissen kreuz und quer durch das Spektrum der Lehre beigebracht. Anstatt mit den Basics zu beginnen, zumindest in höheren Klassenstufen.

    Ja ein abgeschlossenes Jurastudium sagt etwas über deine kognitiven Fähigkeiten aus, deine Fähigkeit Auswendig zu lernen. Auswendig lernen hat aber wenig mit Denken zu tun, ich möchte damit nicht sagen das diese Menschen dümmer sind als Hochbegabte, aber die Lernstrukturen und die Art und Weise wie das Gehirn funktioniert sind gänzlich anders. Das macht es für viele Hochbegabte auch so unerträglich in die Schule zu gehen. Weil die Art wie der Stoff vermittelt wird eben nicht logisch bzw. verständlich für einen ist. Das trifft nicht auf jeden zu. Ich habe bei MinD auch viele kennen gelernt die es geschafft haben ihre Lernstrukturen an das System anzupassen. Aber vielen ist gemein das sie damit immense Probleme hatten.

    Das soll jetzt nicht bedeuten das unser Bildungssystem schlecht ist, es funktioniert ja für viele Menschen. Deswegen bin ich umso froher das es mittlerweile viele Förderprogramme, bzw. auch alternative Lehrmethoden gibt die auf Menschen mit Hochbegabung ausgerichtet sind. Denn im allgemeinen Bildungsbereich gehen die meisten einfach unter oder kommen nicht annähernd an ihr Potential ran.

    Interessant ist finde ich auch die Korrelation zwischen hohem IQ und niedrigem EQ, wo man dann wieder bei der Diskussion wäre ohne Defizit keine Begabung. Aber das ist gerade zu sehr OffTopic.

    Wo ich dir bedingungslos Recht gebe ist die Quantifizierung des IQ's, je nach Intelligenztest erzeugt man immer andere Werte und dadurch auch andere IQ's. Wobei die unterschiedlichen Tests auch unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Genau das ist der Grund warum ich meinte das man das mit seinem IQ vergessen sollte (mir hat das im großen und ganzen wirklich geholfen), da er ein relativer Wert ist den x-beliebige Menschen festgelegt haben. Und die Stigmatisierung, egal ob durch die Gesellschaft oder auch durch sich selbst, denn genau das ist aus meiner Sicht der Grund für dieses Gefühl sein Potential nicht auszuschöpfen, behindert einen mehr als das sie einem Hilft.

    Und was das mit den Eingangsbedingungen angeht ... das ist wie bei jedem Menschen, man muss wissen was man möchte und wo seine Stärken liegen und darauf sollte man sich konzentrieren.

    Viele Menschen beachten das aber nicht und versteifen sich auf etwas was ihnen eigentlich nicht liegt oder ihnen nur bedingt Spaß macht und zwingen sich zum lernen und Erfolg haben. Das ist etwas was bei Hochbegabten so gut wie nie funktioniert. Und da korrelieren Hochbegabung und ADS sehr stark, was es für ADS-Hochbegabte, aus meiner Sicht, noch schwieriger macht mit der Situation zurecht zu kommen..




  9. #149
    Apollo_1012

    Gast

    AW: Meine Probleme mit Hochbegabung

    Ja gut, ich verstehe Dich schon und ich glaube, wir sind nicht so weit auseinander. Ich habe ADS, Du auch, wir sitzen also im selben Boot.

    Die Fähigkeit, ein Jurastudium (ich habe nur BWL studiert, übrigens) erfolgreich zu absolvieren, sagt nicht so viel über das Auswendiglernen aus, wie Du vermutest. Eine abgeschlossene Ausbildung (jede) sagt für mich etwas darüber aus, inwieweit ein Mensch in der Lage ist, sich und seine Aufgaben zu strukturieren und sich zu organisieren. Und dazu braucht es kognitive Fähigkeiten und das hat sehr wohl etwas mit Denken zu tun. Es qualifiziert einen Juristen unnötig und ohne Substanz ab, ihn zu einem Nachplappler zu degradieren.

    Deinen letzten Absatz sehe ich kritisch und in meinem Falle ganz klar als Behinderung und sonst gar nichts! Aber ich urteile da nur über mich selbst:
    Ich kann nur solche Aufgaben richtig super gut, zu denen ich Lust habe. Wenn ich aber einfach mal was erledigen soll, eine Pflicht erfüllen, mir 5 Sachen merken, die ich vom Supermarkt mitbringen soll und mit 4 zurückkommen und ähnliches, dann komme ich mir ziemlich blöd vor. Ich würde gerne in der Lage sein, auch mal eine Routineaufgabe ordentlich und vollständig zu erledigen. Und da ist es mir total egal und pimpe, Inselbegabungen im Bereich IQ130 und höher zu besitzen, solange ich bei trivialen Alltagsaufgaben zerebral entkernt herumhönke. Und dafür will ich Drogen. Sofort. LOL

    Ich verstehe Dich so, dass Du dieses ADS-typische Problem auf das Bildungssystem oder IQ und andere Methoden umleitest anstatt auch zu betonen, dass wir es sind, die etwas anders sind als die Mehrheit und das das der Grund ist, warum uns manche Dinge schwerer fallen und N I C H T, weil die anderen uns Fallen gestellt haben.

    Daher bleibe ich dabei, dass Dein gut gemeinter Ratschlag vom eigentlichen Problem ablenkt und einem ADSler nicht viel nützt.

    Lieben Gruß
    Apollo

  10. #150
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 282

    AW: Meine Probleme mit Hochbegabung

    Ich habe das Gefühl das sich in meinem Geist etwas "streitet". Zum einen scheine ich ein intrinsisches Interesse an komplexen und komplizierten Sachverhalten zu haben. Das bewegt mich dazu, mich von ganz allein mit Themen wie Physik, Mathematik oder eben auch weiteren Teilgebieten der Elektrotechnik (hab ich studiert). Die Sache ist eben nur, wenn ich mich an meine eigenen Projekte setze passiert im Prinzip das selbe wie wenn ich lernen will. Mich verlässt recht schnell die Motivation und zurück bleibt eine Art Angst vor dem Versagen. Mit unter scheitern auch meine Projekte schon im Ansatz, weil ich mich nicht traue nach notwendigen Dingen zu fragen oder weil ich glaube, dass es eh nichts wird.

    Manchmal frage ich mich, ob dies vielleicht darauf zurück zuführen ist, dass ich (wie behauptet) sowohl Hochbegabt bin als auch ADHS habe?

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