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Diskutiere im Thema Angst vor der eigenen Begabung im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 12

    Angst vor der eigenen Begabung

    Guten morgen!

    Seit ich klein bin wurde mir gesagt ich sei hochbegabt. Meine Eltern sorgten nach einem iQ-Test dafür dass ich 2 Klassen der Grundschule überspringen durfte und früher eingeschult wurde und war daher am Gymnasium immer 3 Jahre jünger was logischwerweise mit härtestem Mobbing bestraft wurde. Ende der 10. Klasse war mir das zu doof und ich beschloss die 2 Jahre zu wiederholen, nicht wegen den Noten ( die waren völlig gut) aber wegen des Alters. Mein Abi habe ich auch ohne viel Lernen mit 1,3 bestanden.

    Wegen der guten Leistungen kam natürlich nie jemand darauf ich könnte ADHS haben, alle Verplantheit wurde meinem jungen Alter zugeschrieben.

    Ich selbst habe mich nie als hochbegabt gesehen. Ich konnte ja nix außergewöhnlich gut geschweige denn hat mich irgendwas so lange so sehr interessiert dass ich darin außergewöhnlich gut hätte werden können.

    Als der Arzt dann sagte mit Medikinet könne es sein dass ich plötzlich unerkanntes in mir finde dachte ich mir nichts dabei.

    Montag habe ich dann die erste 5 mg Tablette genommen, Nachmittags die zweite.

    Und ich hatte plötzlich Spass am lernen. Ich will ab nächstem Jahr Psychologie studieren und arbeite auch in dem Bereich und mich bekam mittags die unglaubliche Lust etwas darüber zu lesen. Wie ein Schwamm der Wasser aufsaugen will wollte ich irgendein Wissensloch füllen. Ich schnappte mir Wissenschaftliche Bücher und legte los. Und wie ich so las vergaß ich völlig die zeit!

    Nachmittags war ich erstaunt, dass ich so gut wie alles wusste was ich gelesen hatte. Alle Fremdworte die ich vorher nicht kannte konnte ich erklären, ich erzählte meinem Freund zuhause welche Medikament bei Schizophrenie helfen, was im Gehirn passiert und führte quasi mit mir selbst Diskussionen über Behandlungswege. Viele chemischen Zusammensetzungen konnte ich auch.

    Ich war wirklich erschrocken denn das kannte ich ja gar nicht. Klar, mir war lernen immer im Verhältnis leicht gefallen, aber dann fiel mir das erste mal auf WIE leicht. Denn wenn nicht. ADHSler schon viel lernen müssen, müsste jemand mit Konzentrationsstörung das ja noch viel mehr.


    Aber dann bekam ich Angst: Denn 5mg sind ja nicht viel, Was würde bei 20 mg passieren, was bei 30? Könnte es sein dass ich all die " Werkzeuge" plötzlich auch benutzen kann?

    Und dazu kommt dass ich immer gelernt habe durch eben solche Mobbing-Attacken dass begabt sein eigentlich nichts gutes ist weil Menschen sich davon in die Ecke gedrängt fühlen....


    Und weil mich das alles etwas überfordert wollte ich mal nachfragen, ob dieses Phänomen jemand kennt....
    Hatte MPH bei euch auch so eine Wirkung?
    Muss ich Angst haben oder lernt man damit umzugehen?



    Ganz liebe Grüße aus der Verwirrung

  2. #2
    ErichW

    Gast

    AW: Angst vor der eigenen Begabung

    brildafrings schreibt:
    Aber dann bekam ich Angst: Denn 5mg sind ja nicht viel, Was würde bei 20 mg passieren, was bei 30? Könnte es sein dass ich all die " Werkzeuge" plötzlich auch benutzen kann?
    Es kann sein, dass jemand sofort die individuell perfekte Dosis findet und eine Steigerung der Dosis die Wirkung wieder veschlechtert. Das hört sich ja hier so an. Es könnte auch sein, dass eine Dosissteigerung deswegen gar nicht mehr nötig sein muss. Angst muss man wegen der positiven Wirkung von MPH wahrhaftig nicht haben.

    Und nebenbei. Dass jemand besonders Begabtes gemobbt wird, dürfte ein ungünstiges Zusammenspiel von persönlichem Auftreten und sozialem Umfeld sein. Es ist nicht zwangläufig. Ich bin z.B. nie gemobbt worden (ok, so hoch wie deiner war mein IQ wahrscheinlich doch nicht), und musste dazu nur bereit sein, bei diversen Streichen mitzumachen, von den Lehrern ab und an einen auf den Deckel zu kriegen und gelegentlich mal einem weniger Begabten zu helfen. Dadurch hatte ich das Image eines akzeptierten Außerseiters. So nach dem Motto: er liest zwar jeden Tag ein Buch, aber er stört auch den Unterricht und muss Strafarbeiten abliefern, irgendwie ist er also doch ok.

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Angst vor der eigenen Begabung

    Hallo brildafrings,

    weiter helfen kann ich dir leider nicht, aber ich biete dir mein Gehirn zum Tausch an.
    Aber Achtung! Dann hast du nur noch einen Durchschnitts-IQ und kannst dir das geplante Psychologiestudium abschminken...

    Ich bin übrigens in der 3. Woche mit MPH (aktuell 10-10-0) und ich kann mich nicht besser konzentrieren als vorher. Leider.
    Was ich nun gut kann ist ruhig bleiben und putzen. Damit werde ich bestimmt eines Tages reich!

    (Entschuldige meine Ironie. Kann ich grad nicht lassen und ist nicht gegen dich gerichtet. Ich habe mir schon immer gewünscht ein hochbegabtes Kind zu sein...)

    LG, Joy

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Angst vor der eigenen Begabung

    Bin auch nicht hochbegabt sondern in einigen Bereichen über-, in anderen unterdurchschnittlich. Diffuses Profil.

    Meine kognitiven Leistungen haben sich mit MPH überhaupt nicht gesteigert.
    Was sich verändert hat ist, dass ich mich unter der Einnahme viel weniger verausgabe, weniger anstrengen muss, konstanter durchhalte und dadurch in der Regel bessere Ergebnisse erziele. Ich habe mehr Geduld, rege mich nicht so auf- all das was mir vorher die Energie geraubt hat.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Angst vor der eigenen Begabung

    brildafrings schreibt:
    Muss ich Angst haben oder lernt man damit umzugehen?
    Müssen tust du garnichts, Angst taucht ja für gewöhnlich auf ohne dazu verpflichtet zu sein.

    Ich kann mir schon vorstellen, dass so eine plötzliche Veränderung erstmal etwas beängstigend ist. Versuch es anzunehmen, mit der Zeit wird es sich dann 'normaler' anfühlen. Deutliche Veränderungen hab ich auch gemerkt. Nicht hochbegabungsmäßig zwar, aber in Richtung mich fragen warum ich vorher überhaupt was hinbekommen hab.

    Potential zu haben und es nicht nutzen zu können fühlt sich sehr leicht so an als wär kein Potential da oder als hätte man alles was da ist schon ausgeschöpft. Zu sehen, wieviel mehr da drin sein kann, wenn man klarer denken kann, fand ich auch ziemlich verblüffend.

    Wenn deine aktuelle Dosis schon so deutlich wirkt, kanns gut sein, dass du garnicht viel höher zu gehen brauchst. Vielleicht ist deine persönlich passende Dosis bereits erreicht. Mehr würde dann nicht gleichzeitig 'mehr Nutzen' bedeuten müssen. Es ist gut möglich, dass du bei höheren Dosen nicht mehr Effekt erlebst, sondern nur mehr Nebenwirkungen und evtl. dann sogar negative Wirkung durch Überdosierung.

    Hast du schon mit deinem Arzt gesprochen? Weiß er wie die Dosis bei dir wirkt?

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Angst vor der eigenen Begabung

    Hi brildafrings!

    Ich kenn diesen Effekt, wenn man frisch so ein Medikament einsetzt. Ich hab da auch immer so einen unglaublichen Lernschub bekommen und ziemlich krasses leisten können.
    Ich glaube aber nicht, dass man durch so ne Pille intelligenter wird, man schaft es eher die "Brainpower" umzusetzen. Und das kann schon mal erschrecken, wenn man sieht, dass man an einem Tag mehr geschafft hat, als in den vergangenen 2 Wochen. Ich denke das legt sich recht bald...

    Wenn du mehr als 5mg nimmst wird das wahrscheinlich keinen Unterschied machen, die Dosierung ist von Mensch zu Mensch komplett unterschiedlich. Es gibt auch Leute (so wie ich gelesen habe) die bis zu 70mg brauchen um etwas zu bemerken.

    Zur Hochbegabung:
    Gesellschaftlich ist Hochbegabung immer problematisch. In unserer Gesellschaft definiert man sich in erster Linie darüber, welchen Schulabschluss man hat und was man alles weiß. Wenn man also sagt, dass man Hochbegabt ist, kommt das so rüber wie "Ich bin besser als ihr".
    Der Umgang damit ist schwer. Es kommt drauf an in welchem Umfeld man sich bewegt, wenn man z.B. unter Studenten ist wird Klugscheißen nicht so schlimm gewertet.
    Prinzipiell sollte man einfach darauf achten, dass man mit seinem Wissen nicht zu sehr "in your face" ist.
    Ein dezentes Klugscheißerle zwischendurch kann durchaus positiv ankommen

    Grüße!

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