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Diskutiere im Thema Kompensation durch Hochbegabung im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Kompensation durch Hochbegabung

    xyberlin schreibt:
    Ich denke auch, dass die einzige gesunde Lösung darin besteht, die Umgebung so zu gestalten, dass man nicht mehr kompensieren muss. Das zu erkennen dauert ...
    Das umzusetzen u.U. ebenfalls ...
    Denn das ist ja nicht immer so einfach, man kann heutzutage ja nicht mal eben einen Job wechseln oder seine Nische finden ...
    Möglich ist es, aber eben auch nicht immer einfach.

    Umso wichtiger ist es, dass man über sich und seine Besonderheiten bescheid weiß.
    An anderer Stelle wurde vor kurzem beschrieben, dass Diagnosen (da war es in den Augen der Verhaltenstherapeuten in einer Klinik) ja eigentlich doch gar nicht wichtig seien.

    Hier finde ich, sieht man ein schönes Beispiel dafür, dass dem doch so ist.
    Zwar könnte man sagen, dass man sich auch ohne eine Diagnose einen Job in seiner eigenen Nische suchen und den auch finden kann.
    Aber mitunter ist es einfacher, wenn man gezielt darauf schauen kann und auch entsprechende Unterstützung bekommt.

    xyberlin schreibt:
    In meinem Fall kann ich das mit zwei Arbeitssituationen vergleichen, ein Internetprojekt, bei dem ich allein vor mich hinwurschteln konnte, es gab kein Teamwork, in den Mittagspausen bin ich allein spazieren gegangen, die Arbeit lief super und hat bis auf die Unterforderung viel Spaß gemacht (irgendwann habe ich angefangen mir eigene Projekte an Land zu ziehen ..., das wurde auch gerne angenommen), aus einer anderen Stelle bin ich nach 3 Monaten Probezeit rausgeflogen, hier musste ich mein Arbeitszimmer teilen, was gar nicht geht, es gab Teamsitzungen und Abläufe, die ich am Team ausrichten musste, ich habe die Kommunikationsprozesse nie verstanden.
    Abgesehen davon, dass mir sowas sehr bekannt vor kommt, klingt das immer mehr und mehr eher in Richtung Asperger als nach ADHS.
    Mir geht das sehr sehr ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass ich zwar lieber allein und für mich selbst arbeite, dabei aber in meinem inneren Chaos versinke ...
    Aber das scheint bei Dir nicht so der Fall zu sein, daher würde ich eher in Richtung Asperger denken.

    Aber Deine Beschreibung zeigt auch, dass es zwar bis dato möglich war, gut und vielleicht auch funktional zu kompensieren (wobei ich mit "funktionaler Kompensation" die meine, die nicht überfordert und überanstrengt), aber wenn das Umfeld, bzw. bestimmte Umstände geändert werden, die Beeinträchtigungen doch deutlich werden, und ein Jobverlust ist da in meinen Augen ein doch recht deutlicher Hinweis ...

    Das trifft übrigens durchaus auch auf viele ADS'ler zu.
    Das Abi schaffen sie noch und solange sie im elternhaus leben und von dort her gut strukturiert werden, fallen sie nicht weiter auf und "funktionieren" im Großen und Ganzen ganz gut oder zumindest nicht schlcht.
    Auf jeden Fall würde man da noch nicht an Probleme in Sinne von ADS oder AS denken.
    Da reicht es aber schon, wenn die Betroffenen dann von zu Hause aus- und in ihre erste eigene Wohnung ziehen ... dann geht das Chaos nicht selten gnadenlos zur sache .

    Es waren die stabilisierenden Außeneinflüsse, die den Halt und Struktur gegeben haben ... bricht das weg, gehts nicht selten abwärts.

    Umso wichtiger, genau, bzw. genauer darum zu wissen, um solchen Problemen auch entgegenwirken zu können, denn dann rennt man nicht mehr blind drauf zu, sondern kann damit etwas anders umgehen.

    Liebe Grüße
    Marcus

  2. #22
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Kompensation durch Hochbegabung

    Fliegerlein schreibt:
    Es waren die stabilisierenden Außeneinflüsse, die den Halt und Struktur gegeben haben ... bricht das weg, gehts nicht selten abwärts.
    Und zwar ganz rapide abwärts, aber Hallöchen.

    Im Grunde habe ich inzwischen alle Abwärtspunkte abgehakt, bis auf zweie: obdachlos und im Knast bin ich noch nicht gewesen. Aber das könnt ja auch noch kommen.

    Kompensation der ADHS durch Hochbegabung würde nur funktionieren, wenn ADHS ein Intelligenzproblem wäre, ist aber ein Strukturproblem.

    Konzentrationsstörung + Strukturunfähigkeit + Affektlabilität (von unwissenden Psychiatern und Psychologen auch gerne verharmlosend emotionale Instabilität genannt) = ADHS.

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Kompensation durch Hochbegabung

    Konzentrationsstörung + Strukturunfähigkeit + Affektlabilität (von unwissenden Psychiatern und Psychologen auch gerne verharmlosend emotionale Instabilität genannt) = ADHS
    Besonders ärgerlich finde ich auch die Bezeichnung (und Diagnose) Anpassungsstörung F43.2.

    Ich frage mich dann, wo fehlende Anpassung besteht, eine Störung meint ja eine kurzfristige Unregelmäßigkeit in einem kontinuierlichen Ablauf, nur ADHS (auch Asperger) sind ja chronische Anpassungsstörungen bzw. wem das Wort Störung nicht gefällt, angeborene neurologische Besonderheiten, die chronisch unter "Normalbedingungen" nicht funktionieren.

  5. #25
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Kompensation durch Hochbegabung

    Fliegerlein schreibt:
    Es waren die stabilisierenden Außeneinflüsse, die den Halt und Struktur gegeben haben ... bricht das weg, gehts nicht selten abwärts.

    Heisst also im Umkehrschluss.......


    ......wenn ich an meinen Sozialkompetenzen und meinem Augenaufschlag arbeite und einen Außeneinfluss mit Helfersyndrom finde, bin ich geheilt?





  6. #26
    Neues Forum-Mitglied

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    Forum-Beiträge: 234

    AW: Kompensation durch Hochbegabung

    Eiselein schreibt:
    Kompensation der ADHS durch Hochbegabung würde nur funktionieren, wenn ADHS ein Intelligenzproblem wäre, ist aber ein Strukturproblem.
    Naja, wenn das Arbeitsgedächtnis beeinträchtigt ist, dann wirkt sich das auch auf die Intelligenz aus oder nicht?

  7. #27
    Ist hier zuhause

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    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Kompensation durch Hochbegabung

    vakuum schreibt:
    Naja, wenn das Arbeitsgedächtnis beeinträchtigt ist, dann wirkt sich das auch auf die Intelligenz aus oder nicht?
    Überhaupt nicht. Es bewirkt lediglich, dass die vorhandene Intelligenz nicht produktiv umgesetzt werden kann.

  8. #28
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Kompensation durch Hochbegabung

    Seraphim schreibt:
    Ich bin schon der Meinung, das man ADHS mit Hochbegabung (bis zu einem gewissen Teil) kompensieren kann. Tatsächlich wurde bei mir durch Ärzte der Verdacht geäußert, das es gerade die Kompensation durch die Hochbegabung ist, durch die mein ADHS so lange nicht auffiel.

    Was die ADHS Diagnose angeht, fanden sich in meinen Zeugnissen allerdings schon Hinweise auf ADHS und auch im Test der während der Diagnosestellung angeordnet wurde, konnte ein eindeutiges Indiz gefunden werden.

    Wie allerdings der Arzt eines Users hier einmal so treffend sagte (ich hoffe, ich zitiere es richtig):
    "ADHS allein ist schon schlimm genug. Aber zusammen mit einer Hochbegabung ist die K***e richtig am dampfen."

    Heißt nach meinem Empfinden:
    Es ist oft schon schwer genug, sein Leben mit ADHS zu meistern. Durch die Hochbegabung kommen aber noch andere "Probleme" dazu. Auch wenn sie wie im Falle deiner Frage, durchaus helfen kann.

    Seraphim

    In meinem Fall wurde das von Ärzten und Psychologen sehr ähnlich kommuniziert mit dem Verweis, dass ich das Abitur und den Großteil des Studiums absolvierte bevor ich tatsächlich diagnostiziert wurde.

    Das eine hätte das andere z.T. kompensiert und dazu geführt, dass Außenstehende keine offensichtlichen Merkmale hätten erkennen können.

    Da mir jedoch die fast wolllüstige Verwendung etwaiger Intelligenzeinordnungen zuwider läuft, habe ich egozentrisch eine subjektive Handhabung mit der Thematik.

    Salopp formuliert: Das praktische Ergebnis von "Dummheit" und Faulheit ist quasi deckungsgleich. Menschen, die zur Erreichung gewisser Ziele einen höheren Aufwand verwenden bzw benötigen, sind mit Attributen wie Fleiß, Zielstrebigkeit und Hingabe gesegnet.

    Fleiß und die Bereitschaft fehlendes Talent mit Hingabe zu kompensieren sind m.E. gerade nicht unerhebliche Bestandteile der Intelligenz, da sie problemorientiert sind und eine realistische Auffassungsgabe implizieren.

    Einem talentierten Menschen, der ebenjenes nicht auszunutzen vermag, eine höhere "Intelligenz" zu attestieren, halte ich ganz persönlich für absurd, da scheinbar ein intelligenter Umgang mit einem etwaigen "Vorsprung" fehlt.

    Kompliziertes Thema. Nicht ungewöhnlich. Bei Juristen oftmals zu finden: Herausragende theoretische Meinungen deren Traumata das Szenario der Praxis ist:-)

    Ergo liegt mein Augenmerk hauptsächlich auf der ADS Thematik; findet man hierbei einen für sich persönlich erfolgreichen Umgang mit dem "Zustand", ist die Möglichkeit sein Potential zu erkennen und auszuschöpfen deutlich höher; unabhängig von Intelligenz und Hochbegabung.

  9. #29
    Ist hier zuhause

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    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Kompensation durch Hochbegabung

    HankMoody schreibt:
    Salopp formuliert: Das praktische Ergebnis von "Dummheit" und Faulheit ist quasi deckungsgleich.
    Genau genommen ist es noch schlimmer. Die Faktoren Faulheit und Dummheiten verhalten sich reziprok. Wäre ich Mathemathiker könnte ich das in einer Exponentalfunktion ausdrücken und in einem Kurvendiagramm beschreiben.

    In deinen Worten: Verhalten sich die beiden Faktoren deckungsgleich, ist also der ADHSler gleichermaßen faul wie dumm, hat er noch die besten Chance. Je weiter die Gleichung auseinander trifftet, desto übler wird es. Am ungünstigen ist eine hohe Intelligenz bei hoher Faulheit, arbeitsmarttechnisch betrachtet ist ein Ausgleich zwischen Dummheit und Faulheit am günstigsten. Das andere Extrem: extreme Dummheit bei hohem Fleiß, sieht zwar oberflächlich betrachtet günstig aus, ist aber für die Karriere letztlich genauso hinderlich wie die gegenteilige Funktion: hohe Intelligenz bei hoher Faulheit.

    Die Grundschwierigkeit für Aussenstehende, das Phänomen zu begreifen, liegt eben in seiner Exponentalität begründet. D.h. als Beispiel: Mit dem Anstieg der Intelligenz nimmt die Faulheit exponentiell zu.

    Deshalb ist es besser von Intelligenz und Antriebslosigkeit zu sprechen als von Dummheit und Faulheit, noch hilfreicher wäre es, man spräche von Intelligenz und Reizunterflutung.

    Denn das Phänomen der Faulheit ist nichts anderes als eine Antriebslosigkeit und diese Antriebslosigkeit stellt sich ein durch Reizunterflutung oder anderes herum formuliert: Damit der ADHSler seine Faulheit bspw. an der Arbeitsstelle überwinden kann, ist er darauf angewiesen, von aussen stetig mit positiven, ihn positiv stimulierenden Aussenreizen versorgt zu werden. Im anderen Falle, interessiert ihn seine Arbeit bspw. nicht die Bohne, wird er auch seine Antiebslosigkeit bzw. Faulheit nur sehr schwer untedrücken oder verbergen können.

    Die Pointe des ganzen ist nun diejenige, dass der Intelligenteste auch immer gleichzeitig der Faulste ist, in der Schule geht das noch, hier macht er die Feststellung, dass er aufgrund seiner Intelligenz auch ohne Lernen durchkommt und so wird er es in den Fächern, die ihn nicht interessieren auch betreiben, im späteren Arbeitsverlauf kommt diese Technik an ihre Grenzen, es sei denn es handelt sich um die so genannten freien Berufe.

    Nochmal präziser: Je intelligenter, desto fauler heisst: Je intelligenter, desto weniger interessante, spannende Aussenreize (Ausnahme: der Selbstständige, der sich seine Arbeit wirklich heraussuchen kann) sind in normalen Tätigkeiten/Berufen, aber auch im Alltagsleben zu finden. Banal gesagt: Ein naturwissenschaftliches Genie, dass erst in die Gänge kommt, in eine Motivation hineinkommt, wenn es sich mit phsysiaklischen Versuchen oder dem Studieren der Schriften Einsteins, Heisenbergs usw. beschäftigt, wird im Alltag einen sehr faulen Eindruck hinterlassen, da das ADHS-Gehirn dieses genialen Naturwissenschaftlers mit Dingen wie normalen Haus- und Gartenarbeiten, dem Inhalt der Tageszeitung oder dem Fernsehprogramm überhaupt rein gar nichts anfangen kann, weil die Aussenreize, die von diesen ausgehen nicht genügend sind, um dieses Gehirn in einen produktiven, d.h. nicht-faulen Zustand zu versetzen. Banal ausgedrückt: Das Hirn dieses Menschen schaltet sich bei den meisten Tätigkeiten gar nicht ein, weswegen er versuchen wird, die meisten dieser Tätigkeiten auf die lange Bank zu schieben, ergo er wird bei oberflächlicher Betrachtung auf seine Umgebung den Eindruck der Faulheit bis Desinteressiertheit hinterlassen.

    Ähm, hüstel, konnte jetzt irgend jemand was damit anfangen?

  10. #30
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Kompensation durch Hochbegabung

    Eiselein schreibt:
    Ähm, hüstel, konnte jetzt irgend jemand was damit anfangen?

    Ja!

    Nur würde ich es NOCH fataler sehen, eben auch für die freien Berufe.

    Hat man einen gewissen Stand, sowohl geistig als auch handwerklich erreicht, ist der unglaubliche Reiz des Neuen, der Antrieb des Erforschen, Ausprobieren und Perfektionieren einfach weg. Sicherlich gibt es in best. Berufssparten auch viel Abwechslung, aber mit Routine und Erfahrung ist die eben irgendwann auch nicht mehr so reizvoll.

    Langweilig wird`s dann,
    wenn man`s kann.

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