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Diskutiere im Thema ADHS und Hypersensibilität im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #231


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.507

    AW: ADHS und Hypersensibilität

    Hallo Merlinka,

    bitte sei mir nicht böse, weil ich dich auf etwas hinweise. Du läufst meiner Ansicht nach Gefahr, gleich in zwei Fallen zu tappen.

    Vor der ersten hatte ich gegen Ende meines anderen Beitrags gewarnt.

    traenenclown schreibt:
    Im Hinblick auf die Frage von Gianna besteht allerdings ein gewisses Risiko falsche Schlüsse zu ziehen. Denn, dass Hypersensitivität bei Autisten vermehrt auftritt, sagt nichts darüber aus, ob sie auch in einem anderen Zusammenhang auftreten kann und wie häufig dies der Fall ist.
    Bis jetzt existiert nur eine Beobachtung in Vorwärts-Richtung. Bei einer Gruppe gesichert Betroffener weicht eine Eigenschaft deutlich ab von einer Gruppe gesichert nicht Betroffener. Für eine weitere Aussage reichen die Daten nicht.

    Um das zu illustrieren, im folgenden eine kleine vereinfachte Beispielrechnung. Unterstellen wir, dass alle Autisten eine deutlich überdurchschnittliche Sehfähigkeit hätten. Gehen wir weiter von 2 % Betroffenen in der Gesamtbevölkerung aus. Das würde in diesem Fall bedeuten, dass 2,5 % der Bevölkerung auf Grund einer Autismusspektrumstörung eine überdurchschnittliche Sehfähigkeit haben.

    Unterstellen wir weiterhin hypothetisch, es gäbe in der Bevölkerung einen Anteil von 5% mit überdurchschnittlicher Sehfähigkeit. Dann wären die von einer Autismusspektrumstörung Betroffenen unter den Personen mit überdurchschnittlicher Sehfähigkeit eine Minderheit. Sie wäre zwar stark, aber dennoch wären es nur zwei von fünf Fällen gegenüber drei.

    In der oben erwähnten Studie von Ashwin et. al. könnte der Effekt im Hinblick auf die Normalbevölkerung eventuell verwischen. Der Grund dafür ist die größe der Stichprobe. Im Fall des Zahlenbeispiels wären in der Restbevölkerung, aus der sich die zweite Stichprobe rekrutiert 3% mit überdurchschnittlicher Sehfähigkeit, also eine Person in 33. Bei einer Vergleichsgruppe von 15 Personen könnte es passieren, dass zufällig nur Normalsichtige darin wären. Die Wahrscheinlichkeit dafür ergibt sich aus der für ungeordnetes Urnenziehen ohne Zurücklegen.

    Deshalb ist es generell wichtig, zu überlegen, in welche Richtung eine Aussage gut belegbar ist und in welche Richtung weniger gut.


    Die zweite Falle ist noch viel gefährlicher. Hierbei geht es darum, aus dem Puzzle der Symptome das richtige Bild zusammenzusetzen. Dies ist schon bei objektiven medizinischen Daten wie Laborwerten schwierig. Bei subjektiven Einschätzungen wird es noch komplizierter. Ich habe einmal mit den Symptomen (ohne Laborwerte) eines gesicherten grippalen Infekts eine Fragenliste eines "Onlinedoktors" durchgearbeitet. "Diagnostiziert" wurde am Ende ein akutes Nierenversagen, was aber definitiv nicht vorlag.

    Deshalb kann ich nur raten bei Selbst- und Internetdiagnosen extrem vorsichtig zu sein. Es gibt einen guten Grund, weshalb für Medizin und Psychologie ein 5-6 jähriges Studium und im Anschluss eine mehrjährige Facharzt- beziehungsweise Therapeutenausbildung notwendig sind. Die hierbei erlernten theoretischen und praktischen Kenntnisse sind eine notwendige Voraussetzung, dass es nicht zu massenhaften Fehleinschätzungen kommt.


    Viele Grüße

    Clown

  2. #232
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: ADHS und Hypersensibilität

    Ja, da hast Du total Recht - man könnte meinen ich mache ernsthafte Selbstdiagnose wenn man das aus dieser Perspektive liesst.
    Meine ganze Absicht ist aber nur ne Suche und genau in diese Schublade ist das zu versorgen.

    ADS wurde jetzt im Erwachsenenalter diagnostiziert - mit hoher Wahrscheinlichkeit dass ich es auch als Kind hatte. (Tests)

    Da ich aber wie oben erklärt viele gegensätzliche Symptome habe die andernort zu finden wären wage ich es mal selbst zu recherchieren. Ich mache übriges keine Internet-Tests da ich mich nicht auf die Test da verlassen könnte. ich lese bis ich umfalle. So isses.
    Aber auch dann glaub ich nicht wenn ich das Gesamte Gelesene resümier - dass ich weiss oder gar medizinisch behaupten könnt was ich hab. ich suche nur Spuren. Denn ohne meine Spurensuche würd mich niemand untersuchen auf irgendwas. DAS hab ich bisher erfahren.
    Wär ich nicht mit HSP gekommen (und ne gute Freundin gab mir das Buch 'das passe zu mir') ich wurde also von Aussenwahrnehmungen drauf gestossen - hät ich das in der Burnoutklinik nicht vorgebracht (mehrere male - denn sie wollten mir reflexartig gleich AD geben) wär ich nie auf ADHS getestet worden u.s.w.
    Ich mach nur Selbsthilfe indem ich überlege - keine Selbstdiagnose.

    Was das Sehen anbelangt ist dies einfach ne schöne Geschichte in dem Zusammenhang den Du auftischtest als Gina fragte ob meine beschriebenen Symptome (HSP) im Autismusspektrum zu finden seien. Auch ich weiss dass dies nichts mehr bedeutet als ein Fünkchen zufälliger uebereinstimmung. Ich leite nichts gewichtiges davon ab.
    Soviel zu meiner Selbsteinschätzung und Selbstdiagnose.

    Es ist aber wichtig dass Du das Selbstdiagnostizieren kritisch unterstreichst - ich kann mir vorstellen wie oft sich das überschlagen kann wenn man zu fest anfängt dran zu glauben bevor es untersucht ist.
    Selbst MIT der ADS Diagnose bin ich überhaupt noch nicht sicher dass ich 'nur' das hab.-. Ich finde, man darf schon selbst weiterdenken und suchen.

    Herzlich!
    Merlinka

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