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Diskutiere im Thema Hochbegabt, aber schlecht in Mathe? im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 122

    Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Hallo ihr,

    ich frage mich wie bzw. ob man überhaupt erklären kann, warum ich katastrophal in Mathe bin (wie viele andere auch, von denen ich aber den IQ nicht weiß), obwohl mein IQ sich um die 130 bewegt?
    Liegt das (wie ich vermute) an meiner chaotischen Jugend, wo ich nach der 7. Klasse von der 1,0 auf 4,0 oder so nachhaltig abgerutscht bin, weil zwischen 14-16 nur Saufen, Kiffen und Schule schwänzen angesagt war? (Weil sowas in unserem Land und mit entsprechenden Mitgliedern der Gesellschaft leider einfach so möglich ist!!)

    Kontext: Außerdem bin ich Linkshänder, habe aber generell Probleme mit dem räumlichen Denken Probleme, d. h. im IQ-Test mit diesem Figuren zusammensetzen Probleme gehabt bzw. immer Probleme (nicht aber bei den Würfel(seiten) erkennen bzw. zuordnen!) und bin auch sonst katastrophal beim Autofahren (mehrfach durch die praktische Prüfung gefallen, aber damals noch ohne Medikamentensupport) sowie einparken. (Mehr Glückssache. Und all das als Mann!...

    Zusätzlich bin ich nur bei wenigen Sprachen (Englisch und eine andere) wirklich halbwegs fähig, generell aber recht ungeeignet scheinbar. Da fragt man sich natürlich ob man überhaupt was kann. Aber zurück zum Thema:

    Wie ist es bei euch mit Mathe? Viel in meinem Studium ist sehr mathematisch und das nervt extrem bzw. befördert so halt auch die Abgelenktheit bzw. Frustration, weil ich Jahre brauche um das zu verstehen, sofern man sich irgendwo verrechnen kann bzw. das sonstwie abstrakt ist! Derivative Rechnungen habe ich zum Glück nur im Ausland im Detail bearbeiten müssen (war auch Master-Vorlesung), aber ich frage mich echt wie manche Leute das locker bzw. nach kurzer Einarbeitung verstehen und behalten können und warum ich, trotzdem ich theoretisch 96-98% aller Menschen IQ-technisch in die Tasche stecke, derbe auf dem Schlauch stehe?! Hätte ich meine Mathematik- und Statistik-Vorlesungen nicht durch andere Veranstaltungen anerkennen lassen können, wäre ich schon viel früher in der Uni gescheitert.

    Und auch sonst sind die sehr abstrakten und mathelastigen VWL-Fächer genau die, wo die meisten Probleme habe. Wie umgeht man das? Ich habe so viele Mathe-Bücher hier, ich habe mir damals bei jedem neuen Mathetest (gibt oft so Assessment-Center an Unis) ein neues Mathebuch dazu gekauft! Und trotzdem seltenst in einem dieser vielen Mathebücher eine Erklärung oder Lösung gefunden! Von daher habe auch ich das Gefühl dass Mathe leider nicht (an mich) vermittelbar ist, selbst von Profs!
    So bin ich dann schon an zwei Elite-Unis damals nur wegen den Mathetests gescheitert! (Einmal sogar nur wegen einem einzigen Punkt zum "Cut"! Mathe wars...)

    Auch wenn es für die Zukunft hoffentlich egal sein wird, ich würde das Thema gerne für mich selbst irgendwie in den Griff kriegen. Habe sogar schon mehrere 100 EUR in Mathe-Kurse gesteckt, die ich hier und da mal wahrgenommen habe, erleuchtend waren die für mich leider nie. Aber ein zahlenlastiger Master muss ja irgendwie überlebt werden! ...freue mich auf interessante Diskussionen!

    Viele Grüße,


    "Khaos_Prinz"

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Also als erstes muß ich mich dazu entschuldigen, das ich das meiste nur überflogen habe, aber während des Reboutds hab ich nicht mehr die nötige motivation dazu.
    Also Deine Frage:
    Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Hochbegarbung hat nichts damit zu tun, das jemand in allem sehr gut ist.
    Meistens bezieht sich eine echte Hochbegarbung (egal ob mit oder ohne ADS/ADHS) nur auf eins oder selten mehrere bestimmte Dinge. Dann aber extrem. z.B.
    Musik, Mathematik, Sprachen oder Naturwissenschaften, usw. Aber nicht auf alles.

    Im allgemeinem ist eine Hohbegarbung die potentielle Fähigkeit zu hohen geistigen Leistungen. Voraussetzung hierfür ist wiederum eine hohe allgemeine Intelligenz, die sich durch eine außergewöhnliche Informationsaufnahme und -verarbeitung auszeichnet sowie außergewöhnliche Fähigkeiten im Bereich des Denkens und Problemlösens.

    Desweiteren muß nicht zwangsläufig eine Hochbegarbung vorliegen, wenn man ADS/ADHS hat.
    Es kann beides getrennt und zusammen auftreten.
    Prozentual gesehen tritt aber eine Hochbegarbung öfter mit ADS auf, als ohne.
    Oft wird sie daher nur selten erkannt, weil sie häufig von einem ADS/ADHS, einer Legasthenie oder eine Dyskalkulie überlagert wird.

    Bei Mathematik liegt beim ADS/ADHS das Problem häufig am "zu geringem Arbeitsspiecher" der nicht genügend aufnimmt.
    Daher benötigen viele eine externe Speicherhilfe, um sich bestimmte Dinge besser vorstellen zu können.
    Da nützt der höchste IQ nichts.

    Es muß aber nicht zwangsläufig jeder der ADS/ADHS hat, Probleme in diesem Fach haben.
    Das ist veranlagungsbedingt. Die einen haben eine dieser Teilleistungsschwächen oder in krassen Fällen sogar eine Legasthenie oder Dyskalkulie, die anderen haben sie nicht.

    Desweiteren hat das bei ADS/ADHS auch immer seeeeeeehr viel mit Motivation zu tun.

    Wenn beides Auftritt (Hochbegarbung und ADS/ADHS) dann kann der Betroffene durchaus, trotz Hochbegarbung, Defiziede in dem ein oder anderen Bereich haben.

    Ich z.B. :Mathematik mangelhaft bis ungenügend- vorallem die Textaufgeben 4,5,6,5,6...
    Gezeichnet habe ich immer schon gerne und daher war Geometrie fast nie ein Problem für mich.

    In Deutsch war ich eine Absolute Niete, wenns ums Diktat schreiben ging 6,5,6,5,6...
    Wenn beim Aufsatzt schreiben meine Kreativität gefragt war, dann hatte ich immer super Noten.Vorrausgesetzt, die Rechtschreibfehler wurden nicht bewertet.

    Englisch hat mich ebenfalls nicht interessiert, daher waren die Noten auch nicht die besten.
    Und bei anderen Fächern, mit denen ich ebenso nichts anfangen konnte, waren die Noten änlich.

    Ich habe auch schon den ein oder anderen IQ -Test gemacht.
    Bei einem, den ich mangels Zeit nicht komplett ausfüllen konnte, ist irgendetwas mit 130 rausgekommen. Die meisten anderen haben so um die 129 gelegen.
    Aber ich brauch dazu wesentlich länger, als jemand ohne ADS/ADHS.
    Es gibt für Leute mit ADS/ADHS meines Wissens nach einen eigens zugeschnittenen IQ Test.

    Diese Erkenntniss nützt mir aber rein wenig- ich habe damals nicht einmal meinen Hauptschul - Quali gepackt- trotz diesem hohen IQ.
    Ich konnte es wegen meines, damals nicht erkannten ADS, nicht umsetzten.

    Ob ich mich als Hochbegarbt bezeichen kann, das weiß ich nicht. Und wenn, dann würde das nicht viel ändern.

    Und nochmal zurück zu Dir, es ist möglich, das neben Deinem ADS und einer evtl. Hochbegarbung, zusätzlich auch eine Rechenschwäche oder sogar Dyskalkulie vorliegt.
    In letzten Fall kannst Du Dich noch so sehr anstrengen, Du wirst es nie richtig hinbekommen.

    Aber ein kleiner trost:
    Mitlerweile ist man mehr und mehr dabei, das auch Bundesweit an den Schulen und Unis anzuerkennen. Es gibt schon einige Bundesländer, die das unterstützen , nur leider noch nicht genug.

    Hoffe ich habe Deine Frage damit beantwortet.

    LG Irrlicht
    Geändert von Irrlicht80 (12.07.2011 um 02:23 Uhr)

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Irrlicht80, was wollen die an Schulen und Unis anerkennen?

    Und du darfst irgendwelche Internettests oder Selbsttests aus Büchern nicht mit einem strikt genormten und kontrollierten IQ-Test vergleichen!! Ich habe meinen mit anderen zusammen geschrieben, weil mich die IQ-Angaben des Psychologen von mir da darauf gebracht haben, das mal zu prüfen! Ich bin dorthin OHNE Vorbereitung (keine Bücher gelesen) mit ZWEI Stunden Schlaf hingegangen (Schlafprobleme habe ich so oder so -.-, war absolut unaufgeregt...) und hab trotzdem in dem Bereich "gescored"! Von daher war's mir nicht so wichtig, juckt eh keinen. Ich wollte es halt nur einigermaßen exakt haben.
    Beim Selbstvertrauen hilft es mir wirklich, ernsthaft null.

    Das mit dem Speicher bei Mathe (aber auch sonst denk ich?) ist interessant! Das könnte durchaus sein.
    Merkfähigkeit wie gesagt katastrophe, aber kein Wunder, mein Kopf kreist ja den ganzen Tag nur über meinen Problemen und Ängsten - und zwar meist unfreiwillig. Trotzdem, vielleicht wegen meinem notorisch-naivem Optimismus frage ich mich das und hoffe, dass sich das irgendwie noch ändert! Ich muss doch was können!
    Ich mein ich war schon immer "auf Zack" und mich nerven die diversen Trödler-Leute, wieso kann ich das nicht positiv umsetzen, sondern immer nur negativ?! Das ist die Frage die mich beschäftigt. Ich kann gar keinen tempoarmen Job machen, da bin ich mir sicher!! Da stürze ich mich früher oder später vom Balkon...

    Deswegen hoffe ich so sehr dass ich mein Studium noch irgendwie (gut) schaffe!...muss einfach. Weil ich glaube ehrlich gesagt nicht dass ich mit mehr / den richtigen Medikamenten so abstumpfe, dass mir all das plötzlich egal ist und meine Ambitionen alle verschwinden. Die sind ja da. Waren halt nur teilweise jahrelang von den Depressionen "übertrumpft"!

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Hallo,

    Khaos Prinz schreibt:
    ich frage mich wie bzw. ob man überhaupt erklären kann, warum ich katastrophal in Mathe bin (wie viele andere auch, von denen ich aber den IQ nicht weiß), obwohl mein IQ sich um die 130 bewegt?
    eine hohe Intelligenz ist in Mathe hilfreich, aber wichtiger ist es meines Erachtens nach viel zu üben und Spaß an dem Fach zu haben.
    Khaos Prinz schreibt:
    Liegt das (wie ich vermute) an meiner chaotischen Jugend, wo ich nach der 7. Klasse von der 1,0 auf 4,0 oder so nachhaltig abgerutscht bin, weil zwischen 14-16 nur Saufen, Kiffen und Schule schwänzen angesagt war? (Weil sowas in unserem Land und mit entsprechenden Mitgliedern der Gesellschaft leider einfach so möglich ist!!)
    In der Mathematik baut vieles auf einander auf. Wenn einem die Grundlagen fehlen, kann man die schwereren Aufgaben nur mit viel Mühe lösen.
    Mit 14-16 Jahren war auch meine Zeit des Saufens.
    Khaos Prinz schreibt:
    Kontext: Außerdem bin ich Linkshänder, habe aber generell Probleme mit dem räumlichen Denken Probleme, d. h. im IQ-Test mit diesem Figuren zusammensetzen Probleme gehabt bzw. immer Probleme (nicht aber bei den Würfel(seiten) erkennen bzw. zuordnen!) und bin auch sonst katastrophal beim Autofahren (mehrfach durch die praktische Prüfung gefallen, aber damals noch ohne Medikamentensupport) sowie einparken. (Mehr Glückssache. Und all das als Mann!...
    Es gibt eine starke Korrelation zwischen den mathematischen Fähigkeiten und der Fähigkeit gut räumlich Denken zu können. Klick! Beide Fähigkeiten zählen zu meinen Stärken. Mit dem Führerschein habe ich zwar noch nicht angefangen, aber dass wird bei mir wahrscheinlich auch katastrophal enden.
    Khaos Prinz schreibt:
    Wie ist es bei euch mit Mathe?
    Ich bin im Mathe-LK, komme nächstes Jahr in die 13. Klasse und fange nach der Schule mit dem Mathematikstudium an. Der Unterrichtsstil kommt mir sehr entgegen (kein Frontalunterricht, sondern Gruppenarbeit) und ich habe das Glück einen guten Mathematiklehrer abbekommen zu haben. In den letzten zwölf Klassenarbeiten habe ich nur Einsen geschrieben. Hochbegabt bin ich übrigens nicht.
    Khaos Prinz schreibt:
    Ich mein ich war schon immer "auf Zack" und mich nerven die diversen Trödler-Leute, wieso kann ich das nicht positiv umsetzen, sondern immer nur negativ?! Das ist die Frage die mich beschäftigt. Ich kann gar keinen tempoarmen Job machen, da bin ich mir sicher!!
    Während dem Mathematikunterricht mach ich mit meinem Banknachbar immer so etwas wie ein Wettrennen. Wir versuchen die Aufgaben immer schneller zu lösen als der andere. Das führt dann dazu, dass wir doppelt so schnell mit den Aufgaben fertig sind, als die meisten anderen.


    Falls du bei irgendwelchen Matheaufgaben hilfe brauchst, kannst du mich gerne anschreiben.

  5. #5
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Hallo Khaos Prinz,

    mich hat Mathe immer runtergezogen, weil es das einzige Fach war, in dem ich manchmal wirklich gar nichts verstanden habe und mich noch so sehr anstrengen konnte bei den Arbeiten, sie waren immer schlecht. Nun fehlten mir aber auch die Grundlagen, weil ich ab der 6. Klasse der festen Überzeugung war, eine absolute Niete in Mathe zu sein. In der Grundschule war es wie alles andere erlernbar, irgendwann schrieb ich dann in der 6. Klasse eine fünf, was mich so runterzog, dass ich in der nächsten Arbeit wieder eine 4 oder 5 schrieb und mein Mathelehrer mich darin bestätigte, dass ich schlecht in Mathe war, indem er mich damit aufzog. Seine ,,Scherze" nahm ich damals sehr ernst und gab es auf, in Mathe etwas lernen zu wollen. Das wirkte sich dann auf das Grundlagenwissen aus, was ich im Laufe der Schuljahre nie aufholen konnte, da ich nicht die Angewohnheit hatte, mich extra für ein Fach hinzusetzen und etwas nachzuholen....im Gegenteil lernte ich für Arbeiten 1-3 Tage vorher, was in anderen Fächern auch meist reichte.

    Wie auch immer, ich merkte bei Mathe irgendwann, dass ich Mühe hatte, die einzelnen Details der Rechenschritte im Kurzzeitgedächtnis zu behalten und ich deswegen beim 2. Rechenschritt den 1. schon wieder vergessen hatte...das würde auch mit der Theorie des Arbeitsgedächtnisses zusammenpassen. Wenn ich Kopfrechnen mache, dann bekomm ich Probleme mit den Zwischenschritten...ich rechne auch nie nacheinander, sondern immer durcheinander - was dumm ist bei meinem schlechten Arbeitsgedächtnis.

    Außerdem habe ich in Mathe ein Problem mit den Details...übersieht man mal eines, ist gleich die ganze Rechnung schrott und ich übersehe bei so trockenem Zeug wie Zahlen und Variablen oft mal etwas. Und weil ich das schon damals in der Schule wusste, ohne von ADS gewusst zu haben, hab ich auch alles zwanghaft 5 mal nachgeprüft, was mich extrem viel Zeit gekostet hat (die Aufgaben bekam ich nie alle fertig). Ich hatte halt die ganze Zeit Angst, etwas zu übersehen (berechtigterweise).

    Insofern würde ich schon sagen, dass das ADS mit dem Zusammenhang zum Arbeitsgedächtnis da eine Rolle spielt. Wir hatten in der 6. Klasse mal eine Vertretungslehrerin, die mit uns 4-Ecken-Rechnen gespielt hat...Kopfrechenaufgaben, die man möglichst schnell lösen musste. Ich gewann eine Runde nach der anderen. Meine Theorie: Durch die Schnelligkeit musste das Arbeitsgedächtnis die Informationen nicht so lange speichern, wozu es ja auch gar nicht in der Lage war...je schneller ich etwas mache, desto besser funktioniert es mit dem Zusammenfügen der einzelnen Informationen. Zum Beispiel schreibe ich gerade auch sehr schnell...

    Ob das alles etwas mit deinem Problem zu tun hat...hm. Ich denke, dass ein ADS- Gehirn anders mit Informationen umgeht und manche ,,Beschaffenheit" von Infos besser aufgenommen wird als andere. Mathe ist sehr detailbelastet, sehr linear und erlaubt keine Fehler. Das erfordert Präzision und die Fähigkeit, Informationen passgenau aneinander zu fügen, es hat kaum Spielraum (naja, vielleicht in der höheren Mathematik schon, was weiß ich, ich studier bestimmt kein Mathe .

    Eine verbale Hochbegabung hab ich amtlich bestätigt und in meinem Umgang mit Sprache hab ich auch überhaupt kein Problem mit dem Arbeitsgedächtnis, weil ich dort sehr schnell Informationen, einzelne Elemente der Sprache zusammenfügen kann und beinahe jede Information der Sprache ihren konkreten Platz hat, ich mir sehr sicher bin, was ein Wort bedeutet und wie es geschrieben wird. In Mathe dagegen hab ich oft einfach nur geraten. Ehrlich gesagt, hatte ich auch Angst vor Mathe, was sich im Laufe der Jahre eher verschlimmerte und nicht unbedingt konstruktiv war.

    Naja, vielleicht hab ich dir ein paar Anregungen gegeben. Interessant wäre es noch zu wissen, wo genau deine Probleme liegen. Kannst du das abstrakt beschreiben (konkrete Beschreibungen von Matheproblemen werde ich wahrscheinlich nicht verstehen)?

    LG
    C.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 42

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Höhere Mathematik hat sicher viel mit Intelligenz zu tun - aber mathematische Grundlagen, wie man sie in der Schule lernt, sind zum grössten Teil eine Fleissarbeit. Dinge wie z.B. die Binomischen Formeln muss man einfach dutzende Male üben, dann kann man sie automatisch anwenden...

    Mein Mathelehrer hat damals zu mir gesagt: "Sie haben ein Gefühl für die Mathematik, aber Ihnen fehlt die Routine." Und bei den Prüfungen hat er z.B. geschrieben: "Hier kommen Sie nicht weiter, weil Sie die Binomischen Formel nicht richtig anwenden können.."

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    hallo khaos prinz

    jetzt wage ich mich auf's glatteis..... - habe weder eine bescheinigte hochbegabung - noch habe ich ein uniabschluss...
    .... doch mathe kapiere ich.... soweit man sie praktisch anwenden kann.

    ich weiss nicht ob es dir hilft - doch ich habe die mathematischen formeln immer in für mich logische folgerungen
    abgeändert. bildlich.

    2x2 = 4 oder 2 hoch 2 was auch einer fläche endspricht z.B. einem Brett.... dass 2 m auf 2 m misst oder 1 m auf 4 m diese fläche kann man jetzt auch auf 4 gleichgrosse einzelstücke aufteilen die
    dann 1 auf 1 messen.

    ich muss immer das ganze verstehen - z.b. das 1x1 auswendig lernen - bringt mir nichts - ich musste wissen wie man es einsetzt (praktisch)
    die biomischen (bei uns hiess es algebra?) - sind doch immer geometrisch nachvollziehbar?

    z.b. a b c stehen als platzhalter, z b. ( a= 2, b = 4, c =
    a hoch 2 + a hoch 2 = b + b = b hoch 2 = c
    so ist a x a = b und b x b = c
    und so ist c ./. b = a so sieht man an der formel, dass a = (a x a x a) ./. (axa) also ist b immer a hoch 2 und c immer a hoch 3
    es ist eine spielerei.... so wie wenn man ein brett oder würfel aufteilt und es als 4 einzelstücke oder als ganzes schreibt, der würfel
    bleibt immer gleich.
    wenn a jetzt 3 wäre - so ist b 9 und c 27 usw.

    und bildlich, z.B bei der grössen C des aufzugs und der mororisierung b darf das gewicht a nicht überschritten werden. also möchte man das nutzgewicht erhöhen
    hat dies zu folge dass man die motoriesierung und grösse auch mitverändern muss. (dass sind jetzt phantasieformeln - sicherlich ist es noch viel komplizierter, da sich die
    grösse ja direkt mit der motorisierung und das gesamtgewicht verhält und das personengewicht auf ein druchschnitt u.s.w. .... jetzt wird es kompliziert :-)


    versteht man mich?? -

    ich hoffe, dass ich jetzt bei den intelligenten nicht unten durch bin, weil ich mich wirklich nicht zu denen zählen darf.
    gruss

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Hallo,

    eine Matheschwäche und Hochbegabung (ich mag dieses Wort nicht) schließen sich keineswegs aus.

    Vielmehr findet man bei ADS'lern relativ häufig sog. Teilleistungsschwächen, insbesondere Lese-Rechtschreibschwäche oder eben Matheschwäche, die sog. Dyskalkulie.
    Ist letztlich auch nur eine der vielen möglichen Komorbiditäten ....

    Man kann einen noch so hohen IQ haben (angeblich liege ich ebenfalls in den 130ern) und trotzdem zählt man mit den Fingern und verrechnet sich am laufenden Band, bzw. kriegt das einfach nicht gebacken.

    Dabei gilt natürlich wie immer, auch hier eine möglichst gesicherte Diagnose zu stellen, so man das überhaupt will und benötigt.

    IQ-Tests werden ja nicht mit Formeln der höheren Mathematik gemacht, sondern mit den rechnerischen Grundlagen und der Frage danach, ob und wie man innerhalb gewisser Zeit die Grundrechnung anwenden und umstellen kann, etc.

    Ich hab ebenfalls eine Dyskalulie und in der Tat kann ich die in dem Wikipedia beschriebenen Phänomene gut nachvollziehen.

    Insofern würde ich Shuai Ran also hier widersprechen und es genau umgekehrt sagen: Die Grundlagen sind es, für man die Intelligenz benötigt, die höhere Mathe ist dann nur noch die Fleißarbeit.

    Auch bei einem IQ-Test, der mit mir in der Kindheit mal gemacht wurde, kam in einer Balkengrafik sehr gut zum Vorschein, dass meine Matheleistung deutlich schlechter war, als der Rest.
    Da Mathematik aber nur ein Teil der Gesamtmessung ausmacht (deshalb ja Teilleistungsschwäche), kann der gesamte Endwert durchaus im hohen Bereich liegen.

    Obwohl bei mir dabei 136 rauskam, rechne ich fast immer mit den Fingern, einen Dreisatz kann ich nicht im Kopf umstellen, ich muss ihn mir aufschreiben und vieles mehr.
    Das kann ich auch hunderttausendmal machen, es geht mir nicht in den Kopf, ich kann das nicht mal auswendig lernen.


    Immerhin hats bei mir gereicht, um eine Ausbildung zum Elelektroniker hinzubekommen, bei der Pilotenausbildung hats ebenfalls hingehauen und im täglichen Leben komme ich meistens auch damit weitgehend zurecht. Ich brauch halt Hilfsmittel und es dauert länger, so what.
    einen 46-Jährigen fragt man nicht, warum er mit Taschenrechner arbeitet und wenn ich im Restaurant das Trinkgeld ausrechne, wühle ich im Portemonaie und suche halt nach 'ner passenden Münze .
    Ob's jemand merkt? Mir egal.

    Viele Grüße
    Fliegerlein

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Hi,

    ich muss ehrlich sagen: ich verstehe Leute die Mathe nicht verstehen nicht.

    Das sind trivialbomben. Es ist wie das BGB alles ist trivial definiert.

    Ich glaube das ist so Schulding:

    In der Schule wird gesagt: Der XXX hat kein Talent für Mathe etc, weil ist Mädchen liegt ihr nicht, interessiert ihn nicht etc.

    Aber wenn man sich die Kinder in Japan mal anguckt herscht dieses Problem nicht. Die rechnen da noch mit Abakus und lernen das Mathe spass macht.

    Man kann jetzt daraus 2 Sachen schlussfolgern:

    (1) Man glaubt Sarazzin

    (2) Man kriegt es scheiße beigebracht (und allgemein kriegt man das Lernen nicht beigebracht) und man hat so krasse Lücken im Stoff und so ein starkes desinteresse entwickelt, dass man denkt es "Ich kann das einfach nicht"

    ___

    Mich würde interessieren was ihr so in Mathe macht? Kenn mich nicht in VWL nicht aus... Denke mal die Standard Sachen Analysis, Stochastik.. oder?

    Mfg isebaby

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    isebaby schreibt:
    Hi,

    ich muss ehrlich sagen: ich verstehe Leute die Mathe nicht verstehen nicht.

    Das sind trivialbomben. Es ist wie das BGB alles ist trivial definiert.
    Nicht ganz.
    Gesetze kann/ muss man auswendig lernen, bei Mathe gibt es Formeln und Regeln, die anzuwenden sind und um dies zu können, muss man sie quantisieren/ verstehen können.

    Betroffene von einer Dyskalkulie können genau das nicht, die Werte hinter den Zahlen können sie nicht erkennen.

    Vielleicht hilft Dir dieser Artikel über die Dyskalulie weiter, er erklärt das recht gut und ist interessant.

    Ich glaube das ist so Schulding:
    (2) Man kriegt es scheiße beigebracht (und allgemein kriegt man das Lernen nicht beigebracht) und man hat so krasse Lücken im Stoff und so ein starkes desinteresse entwickelt, dass man denkt es "Ich kann das einfach nicht"
    Das ist sicherlich auch eine Möglichkeit, aber eben nur eine Möglichkeit von mehreren.
    Ob es sich um schulische Fehlleistungen handelt oder tatsächlichn um eine Dyskalkulie, erkennt man anhand der entsprechenden Tests, denn hier wird nicht danach gefragt, ob jemand diese oder jene Formel auswendig kann, sondern es wird geprüft, inwiefern die Person in der Lage ist, Formeln anzuwenden, umzustellen, Zahlen zu quantisieren und sich vorstellen zu können.
    Sprich: Hat man die Grundlagen verinnerlicht oder spult man nur auswendig gelerntes ab.
    Das macht einen großen Unterschied.

    Dennoch sollte man das Schulding nicht außer acht lassen, ich denke schon, dass da viel falsch gemacht werden kann, wird und wurde.
    Aber es gibt eben auch Fälle, in denen die mathematische Intelligenz eine andere ist, auch wenn man sich selbst das nicht vorstellen kann .

    Viele Grüße
    Fliegerlein

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