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Diskutiere im Thema Hochbegabt, aber schlecht in Mathe? im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 457

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Bin gleicher Meinung wie Schokominza. Mathe-Schwierigkeiten sind nicht unbedingt mit Dyskalkulie gleich zu setzen. Denn das Kopfrechnen alleine ist noch keine Mathematik, noch nicht mal deren Vorzimmer. Die ganzen Rechenarten kann seit 40 Jahren jeder blöde Taschenrechner, Addieren und Subtrahieren können mechanische Maschinen seit Blaise Pascal. Ich (absolute Mathe-Niete mit ziemlich "hochbegabter" IQ) hatte mit mathematischen Überfliegern zu tun, in der Schule, in der Verwandtschaft. Diese Leute ticken ganz anders. Die bewegen sich in der Welt der Integralen, Vektoren, Trigonometrie genauso einfach wie in den völlig abstrakten Dingen, die ich noch nicht einmal beim Namen nennen kann (imaginäre Zahlen und so Zeug).

    Auf der anderen Seite können dieselben Leute kein Gedicht schreiben, das diesen Namen verdient… das kann ich (manchmal).

    Gerade die besagten Mathematiker sind sich einig, dass es sich bei Mathe um eine Kunst handelt, wie die Malerei, Grafik, Musik oder eben Poesie. Da ist auf jeden Fall was dran…

    Abschließend sei gesagt, dass ich meine Matura in Mathe absolut alleine mit "Gut" geschrieben habe, nachdem ich a) zuerst von den umlaufenden Spickzetteln abgeschrieben habe, b) aus Langeweile begonnen, die Lösungen doch per Hand durchzugehen, c) festgestellt, dass diese scheiß Spickzettel absolut fehlerbehaftet waren, d) die Aufgaben selber gelöst… weiß ich bis heute nicht, wie ich es damals geschafft hatte, das Niveau an dieser Schule war in Mathe recht hochgeschraubt, analytische Geometrie, mathematische Analyse… ver****t, ich habe damals angefangen, an den Hl. Geist zu glauben

    Noch abschließender habe ich bereits einmal den Film "Pi" von Darrel Aronofsky empfohlen, den empfehle ich hier noch einmal, auch und insbesondere allen Mathe-Geschädighten, denn spannender und abgefahrener kann man Mathematik nicht vorstellen.

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Hallo Schoki,

    ich war in Mathe total schlecht, und habe mir damit meine Abiturnote völlig versaut - und zwar deshalb, weil mein Selbstbewusstsein kontinuierlich in den Keller ging durch das Mathe-Problem, und ich dadurch auch in allen anderen Fächern mir immer weniger zugetraut habe - einmal hatte ich sogar in einer Deutsch-Schulaufgabe eine 6 (nur Punkte aufs Papier gemalt, hatte keinen Mut, irgend etwas zu schreiben)

    Dabei bin ich auch nagewiesenermaßen, überdurchschnittlich intelligent. In der Schule dachte ich aber immer: "mensch, Du hast garantiert einen IQ unter 100", davon war ich völlig überzeugt. Toll, wohin die Schule einen bringen kann.

    Dann auch immer: "Träumen Sie doch nicht immer! Beteiligen Sie sich am Unterricht!" - Aber selbst wenn ich mit besten Vorsätzen die ganze Stunde an den Lippen der Lehrerin hing, hieß es nachher wieder: "Sie haben wieder NUR geträumt!"

    Die Tests von Mensa finde ich auch TOTAL DÄMLICH. Ich bin froh, dass das noch jemand so sieht. Ich finde nicht, dass die Lösung solcher Aufgaben große Intelligenz verrät - eher, dass man in der Lage ist, so eine Art Rätselseite auf ganz hohem Niveau zu machen.
    Ich hatte mal so ein Buch mit solchen Tests und Aufgaben, einen Test habe ich gemacht, wo dann auch was ziemlich Hohes rauskam, die Aufgaben aber fand ich so STERBENSLANGWEILIG. Oh Mann, dieses dämliche Knobelzeugs.... und das soll dann Intelligenz verraten....

    Und es stimmt sowieso, was Du schreibst: Du kannst dir von deiner wie auch immer herausgefundenen hohen Intelligenz keinen Blumentopf kaufen. Den Arbeitgeber interessiert, was Du de facto leistest, nicht, was Du leisten könntest. Da kann man noch so sehr mit seinem Intelligenz-Diagnostik-Bogen wedeln, das interessiert keine Sau....

    Klar, den Vorwurf, man würde doch helle rüberkommen, aber nicht entsprechend leisten, weil man einfach nur nicht will, den kenne ich seit Schulzeiten. "Du willst einfach nur nicht!" hieß es immer. Keiner konnte verstehen, dass ich im Gymmi so abgrundtief schlechte Noten hatte, aber immer mal wieder was im Unterricht gesagt habe, was die Lehrer in Erstaunen versetzt hat. Die konnten sich da keinen Reim drauf machen - aber genau das ist eben AD(H)S!!!

    Das ist ja das Schlimme. Man kann das ja auch nicht allen Leuten unter die Nase reiben. Stell dir mal vor, Du hättest ein gebrochenes Bein, und müsstest das allen Leuten verheimlichen. So ist es mit ADS. Man verbummelt Termine, kommt zu spät, schafft es nicht, sich zu organisieren - und die Normalos nehmen einem das total übel. Sie glauben, man will sie verarschen. Mir geht das zumindest immer so....

    Mit der Einsamkeit wegen ADHS und höherer Intelligenz hast Du auch völlig recht. Für mich persönlich ist es auch anstrengend, - entschuldigung, wenn das jetzt arrogant klingt - mich mit Leuten zu umgeben, die sich bezüglich der Intelligenz wesentlich von mir unterscheiden. Ich finde, dass man auch ohne Mensa-Kreuzworträtseltest merkt, ob jemand ein hohes geistiges Aktivitätslevel hat, oder nicht.

    Das läuft dann immer so, dass ich mich anpasse, aber niemand sich auf mich wirklich einlässt. Und ich kann mich wirklich überall super anpassen! Es ist nur wahnsinnig mühsam und frustrierend, weil ich nie so sein kann, wie ich eigentlich bin. Ich spreche dann sogar anders, unterdrücke meine normale Ausdrucksweise, die mir sicherlich als angeberisch ausgelegt werden würde.

    Wenn ich meine Maske fallen lasse, und einfach mal so rede, wie mir der Schnabel gewachsen ist, dann merke ich, wie seltsam mich die Leute finden. Sie wittern förmlich: hier schlägt einer aus der Art, hier will mir jemand auf den Schlips treten.

    Andersherum wittert man selbst auch, wenn man einem "Artgenossen" begegnet: die lachen dann auch mal über deine Witze, verstehen auf Anhieb, was du sagst... aber solche treffe ich eher selten.
    Oft wünsche ich mir, ich wäre durchschnittlich. Das macht das Leben so viel einfacher. Die Möglichkeit, sich zu vergnügen und zufrieden zu sein ist wesentlich größer. Man sieht die Welt nicht so kritisch.

    Mann, jetzt habe ich gerade gesehen, dass es hier noch ne dritte Seite gibt. Hmm, peinlich...

    LG
    chaosine

  3. #23
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    @ Chaosine:

    Du sprichst mir aus der Seele! Genau das mit dem "verarschen" dachten in meinem Leben schon so viele Menschen von mir.
    In meiner Ausbildung meine Mit-Azubis, weil sie dachten, ich WOLLE ihnen in der Schule nur nicht helfen, obwohl ich es doch kann. Dabei bin ich so unheimlich hilfsbereit, dachte nur immer während der Ausbildung ich sei zu blöd! Das sah vor einer Klausur so aus: Ich das völlig aufgelöste Hühnchen (weil ich schon 19 war und Torschlusspanik hatte, aber es auch mit dem Lernen trotzdem nie hinbekommen hatte), dachte "omg!! die anderen wissen alles so viel mehr, ich rassel bestimmt durch!" während die anderen sich eher mehr zutrauten.
    Z.B. weiß ich noch ganz genau, vor der einen Klausur sagte meine Mitschülerin: "Boah! Ich hab´s voll drauf, das werden bestimmt mindestens 9 Punkte!" Und ich war absolut zittrig, schwitzig, kurz vor´m Heulkrampf, weil ich nur all meine Wissenslücken gesehn habe (was die anderen natürlich auch mitbekommen haben). Danach war Ergebnis: Sie 4 Punkte, ich 12 Punkte. Was für mich natürlich zu absoluter Ausgrenzung und Mobbing führte (und das war auch noch Blockunterricht in einem Internat -> Ich war also wieder der einsame Arsch, dem asoziales Verhalten vorgeworfen wurde. Ich bin zu der Zeit zum 1. Mal fast verrückt geworden!)

    Und das mit dem Anpassen geht mir auch genauso: Im sozialen Umfeld der mir "geistig Unterlegenen" geht es mir so, wie du geschildert hast und im sozialen Umfeld derjenigen, die wohl geistig auf meinem Niveau (oder auch darüber) sind, "falle ich auch durch", weil ich so einen schrägen Humor habe (auch diesbezüglich brauche ich die krasseste Stimulation und stehe dann eben so auf den Ingo Appelt/Carolin Kebekus-Humor. Damit können die Akademiker, unter denen ich mich bewege, so gar nicht bzw. assoziieren das dann wiederum mit "assi" bzw. "dumm".). Nur bei denen bringe ich es einfach nicht über´s Herz den Versuch zu starten mich "anzupassen". Ich hab nicht so ein "Stöckchen im Popo" und bin auch nicht so intolerant (mein Studiengang ist wirklich voll von Schnöseln, die der Einblick in andere soziale Schichten auch einfach null interessiert.). Ich ticke überall anders, passe nirgendwo rein.

    War schön von dir Ähnliches zu lesen!

    Liebe Grüße,

    Schoko

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Hallo Schoko,

    ja, Akademiker können ganz schön ätzend sein: intolerant, arrogant, desinteressiert.... ich habe das auch festgestellt. Die schockierendsten Erlebnisse waren, wie ich etwa bei Studienbeginn mich wunderte, dass niemand was mit mir zu tun haben wollte, und mir eine Kommilitonin erklärte: Sie, z.B., brauche "keine neuen Freunde", sie habe "schon ihren Freundeskreis außerhalb der Uni". Hallo???!
    Auch die Arroganz anderen Schichten gegenüber finde ich völlig daneben. Wovor haben die Angst? Ich hatte kürzlich einen Krankenhausaufenthalt, und da lernt man ja Menschen jedweder Couleur kennen. Auch sogenannte "Proleten". Diese "Proleten" sind aber manchmal unheimlich witzig, sie haben das, was man "Mutterwitz" nennt, sie reden so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Mit einer Frau im Zimmer, die viele Akademiker (z.B. garantiert mein Vater) "grauenhaft" finden würden, hatte ich viel Spaß! Zwar handelte es sich jetzt - hm - nicht direkt um einen Austausch - meine Rolle in der Sache war eher so die der Stichwortgeberin und Folie - , aber trotzdem...
    Mir ist aber klar, dass diese meine Haltung auch als Diskriminierung gesehen werden kann, "positive Diskriminierung" ("Schwarze sind so sportlich"), aber es ist so: ich möchte JEDEM Menschen zunächst einmal offen und unvoreingenommen begegnen.
    Die Frau sah wirklich so aus wie aus einer RTL-Pseudo-Doku über Asoziale oder wie aus einer trash-talkshow: irrsinnig übergewichtig, klein, mit langen, strähnigen Haaren, einem verquollenen Gesicht - aber man konnte echt nicht sagen, dass sie doof war!!

    Was studierst Du denn, wo sich so viele Schnösel rumtreiben? Das kann doch eigentlich nur Jura oder Medizin sein - oder gibt es noch andere schnöselige Studiengänge?

    Was mir den Kontakt mit anderen erschwert, ist zudem, dass ich sehr empfindlich bin, aber manchmal Sachen sage, die andere als "Austeilen" empfinden. Mittlerweile bin ich sehr unsicher geworden: wann sage ich das richtige? Könnte jetzt irgend jemand beleidigt sein? Am besten, man hat vorsichtshalber gar keine Kontakte, ist sowieso nur enttäuschend...

    Viele Grüße
    chaosine

  5. #25
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Hey Chaosine!

    super! Du scheinst da ja ähnlich drauf zu sein wie ich. Die "Proleten" fühlen sich teilweise von mir eben auch verarscht, weil man irgendwann sein eigenes Niveau nicht mehr verbergen kann (außerdem war ich bisher auch immer irgendwie viel zu uncool für diese Leute! Mit dem dicken H ist es ja aber wohl auch schlecht möglich, mal so richtig zu relaxen...). Dabei meine ich es wirklich und ehrlich gut und bin wirklich und ehrlich interessiert an Menschen. Ich bin eine Zeit lang sehr sehr tolerant auf JEDEN zugegangen, weil ich davon los kommen wollte, den Wert eines Menschen nach seiner Intelligenz zu beurteilen. (Ich hab es sogar geschafft mich in einen mir geistig deutlich unterlegenen, jungen Mann zu verlieben. Daran waren wohl hauptsächlich die Pheromone schuld. Die ganze Aktion ging natürlich ziemlich nach hinten los. Aber das ist ein anderes Thema....) Und auch nicht nach den vorgegebenen Wertevorstellungen, die er/sie womöglich für sich noch nicht wirklich überprüft hat (bezogen auf: "Intoleranz der Akademiker") oder die einfach nicht meine sind. An der Uni bin ich also offenen Herzens auf die Leute zugegangen, wertschätzend und in der Hoffnung an JEDEM etwas Interessantes finden zu können. Ich wurde im ersten Semester regelrecht diskriminiert, allein wegen meines "alternativen" Kleidungsstils (und vermutlich wegen meines Alters, obwohl ich gerade neulich an der Kasse wieder nach meinem Ausweis gefragt wurde...). Das hat mir SO weh getan, dass ich eine ganze Weile gar nicht mehr in die Vorlesungen gegangen bin, obwohl ich dieses Studienfach so sehr mag. Ich habe gerade erst festgestellt, dass ich auch "hochsensibel" bin - durch MPH bin ich viel weniger schnell verletzt, reagiere folglich auch viel weniger schnell aggressiv.

    Ich muss leider los. War schön von dir zu lesen!

    Herzliche Grüße, Schoko
    Geändert von Schokominza (18.12.2011 um 19:33 Uhr) Grund: missverständlich formuliert

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Hallo Schoko,

    das mit dem "jungen Mann" und den Pheromonen ist klasse - versteh`mich nicht falsch.... es ist nur so, dass mir auch sowas passiert ist. Es gab allerdings einen kleinen, aber feinen Unterschied: ich war, im Gegensatz zu dir, nicht verliebt, sondern nur völlig davon überzeugt, es sein zu müssen . Pheromone?! Auch Fehlanzeige. Nur Überzeugung. Suggestion? Oder gar ein völlig falsches Verständnis von Höflichkeit? Völlig plemplem auf jeden Fall, das steht fest.

    Zum Punkt "Proletenkontakt": die tollste Story in der Hinsicht erlebte ich bereits in frühester Jugend. Ich hatte mir eingebildet, wie alle anderen Mädchen, die etwas auf sich hielten, reiten lernen zu müssen (der Haken an der Sache: ich hatte schreckliche Angst vor den Pferden, aber das ist auch eine andere Geschichte...). Ich fuhr also mit meiner besten Freundin, die ein Reit-Genie (?... oder sagen wir: ein "Reit-Genie") war, auf einen Reiterhof. Wie Du dir vielleicht vorstellen kannst, fand ich keinen so rechten Anschluss, obwohl ich mich redlich bemühte - die Anderen rochen bei mir nicht ihren Stallgeruch, sie merkten gleich, dass ich ein Eindringling war. Ganz verschissen hatte ich es, als ich eines Abends in lustiger Runde lustig sein wollte, und den schwerwiegenden Fehler machte, in meinen witzig gemeinten Ausführungen das Wort "Pyjama" statt "Schlafanzug" zu benutzen. Meine ausgesprochenen Anführungszeichen hatte natürlich niemand gehört, und seitdem war ich nur noch die "Pyjama-Lady". Ha-ha, lustig!

    Ich bin an der Uni auch immer offenen Herzens und wertschätzend auf die Leute zugegangen, aber sehr oft spürte ich sowas wie: "Hä?! Was will die eigentlich von mir?!" Als ich einmal eine traf, die ich aus dem Uni-Orchester kannte (die sogar neben mir saß), und zu ihr "Hallo" sagte, schaute sie mich nur mit offenem Mund an.
    Ich hielt mich selbst auch bald für völlig bescheuert....
    Das ist ja übel, dass Du wegen deines Kleidungsstils diskriminiert wurdest! Unglaublich, wie oberflächlich die Leute sind.
    Das mit dem Alter ist immer so eine Sache, ich war auch immer eine "alte" Studentin - noch älter als Du - und fühlte mich irgendwann nur noch völlig bescheuert unter diesen ganzen Fast-Teenagern. Aber wenn man jünger aussieht, als man ist, kann man sich gut tarnen. Ich habe mich immer peinlich gut getarnt, ich habe dann sogar absichtlich verschwiegen, dass ich ein Kind (und später noch eins) habe.... mann, mann, wie unsouverän....
    Ich glaube eigentlich, dass es in deinem Fall eher die Kleidung war (oder wussten die alle, wie alt Du bist? Das hast Du doch bestimmt nicht vor versammelter Mannschaft verkündet, oder? (-; )
    Kleidung, die aus dem Rahmen fällt, provoziert. In einer "Subkultur" wie die der Jurastudenten, wo die Mädels manchmal oder oft so einen korrekt-konservativen Perlenketten-Stil haben, provoziert ein alternatives Outfit enorm. Der Punkt ist: die anderen fühlen sich unterschwellig provoziert (ohne sich dessen gewahr zu werden), aber Du kleidest dich einfach, wie Du eben möchtest, nicht, weil Du diese besagte Wirkung erzeugen möchtest.
    Ich weiß noch, wie eine Freundin von mir bei einem Chorkonzert mal mit dem Minirock kam - alle anderen trugen "bodenlang". Wenn Blicke (der anderen Frauen) hätten töten können .... (zischel, zischel, keif). Dabei hat sie diese Wirkung mitnichten beabsichtigt, sondern sah auch den Minirock als ganz normales Kleidungsstück an.

    Schade, dass sie dich so kleingekriegt haben, dass Du dann eine Weile nicht mehr hingegangen bist. Aber ich verstehe das - ich selbst wäre nicht so mutig, das mit der Kleidung dann durchzuziehen. Ich bin immer panisch darauf bedacht, nirgends unangenehm aufzufallen, und überlege tausendmal, ob ich durch dies, das oder jenes unangenehm auffallen könnte.
    Wenn es das mit der Hochsensibilität tatsächlich gibt, bin ich es auch. Ein interessanter Ansatz ist es schon. Ich finde es sehr lästig, hochsensibel zu sein, da ich die kleinsten "bad vibrations" zwischen Leuten spüre und dabei sehr unter Spannung gerate, auch wenn ich gar nicht beteiligt bin. Ich nehme auch sehr viele andere nonverbale Signale wahr, und merke Dinge, die ich lieber nicht merken sollte, weil sie mich entmutigen o.ä.
    Dann wäre da noch die Sache mit der Geruchs-, Hitze- und Lärmempfindlichkeit....

    Das MPH macht mich auch ausgeglichener, es wirkt irgendwie beruhigend und auch antidepressiv, finde ich.

    Bis bald!
    chaosine

  7. #27
    Spasslernen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.331

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Begabung ist unterschiedlich vorhanden, genauso wie Zeit haben - meine zurückliegende IQ-Test gelten zeitlich - Zeit nah, mehr nicht - meine Interessen ändern sich immer

    wieder und ich habe Spaß mit und in meinem Leben - Mathe war bis zur achten Klasse nervig, danach hatte ich Nachhilfe, dann hat mir Mathe erstmals Spaß gemacht und im

    weiteren Verlauf habe ich dann selbst Nachhilfe gegeben - ich spreche gern Englisch, Grammatik war immer für mich ein Graus und wenn mich irgendjemand nicht versteht,

    dann kann er/sie mich fragen.

  8. #28
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Ich bin ebenfalls Linkshänderin und habe eine Dyskalkulie.
    Vergesse halt erlerntes Mathematische ziemlich schnell oder ich kann es erst gar nicht nachvollziehen auch wenn es für mich Logisch aussieht auf einem Zettel.
    Will nicht in den Kopf rein, ich habe viele Möglichkeiten versucht aber bisher hat es nicht geklappt.

    Eine Hochbegabung habe ich auch.

  9. #29
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    Es ist faszinierend, das ich nicht der einzige hochbegabte ADHSler bin mit diesem Problem bin.

    Ein paar schnelle Informationen und Überlegungen dazu aus meiner Perspektive:

    Ich habe einen Förderzweig für Hochbegabte besucht.
    Mein IQ liegt - ohne Medikation - deutlich über 130.
    Aus eigentlich allen Intelligenztests (>3) ergaben sich Prozentränge für logisches und mathematisches Denken zwischen 95 und 99.

    Allerdings habe ich niemals Zugang zur Mathematik oder verwandten Wissenschaften bekommen.
    Ich verstehe auch abstraktere Mathematik, wenn man sie mir erklärt, kann sie jedoch auf Teufel komm raus nicht anwenden.
    Ein Umstand der meinen Nachilfelehrer zu Internatszeiten in die Verzweiflung getrieben hat.

    Die Frage wie dieser Wiederspruch zu erklären ist beschäftigt mich bis heute.
    Dabei gibt es zwei Faktoren die sich für mich als möglicherweise ursächlich herauskristalisieren:

    a) die Schulbiographie
    b) ADHS spezifische Probleme im Wahrnehmungs und Gedächtnisbereich
    c) Selbstblockade

    zu a.) Meine Schulbiographie ist durch den Wechsel von der Realschule auf einen Begabtenförderzweig gekennzeichnet.
    Daraus folgte ein sehr großer Nachholbedarf in allen Fächern, inbesondere der Mathematik und den Naturwissenchaften.
    Da ich an diesen Bereichen damals kein grosses Interesse hatte, behandelte ich sie beim Nachlernen nur oberflächlich.
    Ein Faktor für meine Probleme mit der Mathematik ist also sicherlich die fehlende Übung.

    zu b.) Was die Hypothese der Wahrnehmungs- und Gedächtnisprobleme angeht, so beobachte ich immer wieder,
    das ich bei bestimmten intelligenztestypischen Aufgaben Probleme habe.

    So ist das Rotieren oder Falten von Körpern stets eher einfach für mich.
    Finden sich in den Aufgaben aber Elemente die Gedächntnisleistungen abverlangen,
    wie zum Beispiel Zahlenpaare an Verbindungskanten, wird ihre Lösung nahezu qualvoll.

    Bei Zahlenreihen besteht die Schierigkeit oft nicht darin, die logischen Gesetzmäßigkeiten zu erkennen,
    sondern die Veränderungsmuster im Gedächtnis zur Verarbeitung abrufbar zu halten, ohne das sie "versuppen".

    Auch das in der Diskussion bereits angeführt Problem des Schachspielens ist mir leider mehr als nur bekannt.
    Es ist für mich unmöglich, weil ich einfach nicht x Züge und y Szenarien in die Zukunft kalkulieren kann,
    es fliesst einfach alles in einem grossen Brei zusammen. Mit GO geht es mir nicht anders.
    Es gab sogar eine Phase in meiner Jugend in der ich Schachbücher gelesen haben,
    weil ich dachte, es liege einfach nur an fehlendem Verständnis für das Spiel ...

    Eine letzte sehr anektodische Beobachtung zu diesem Komplex stammt aus meinem Philosophiestudium.
    Obwohl ich beispielsweise mit der Lektüre von Heidegger keine abnormalen [ ] Probleme habe,
    ist mir das Lesen von Hegels Texten fast unmöglich.
    Beide haben eine komplexe Syntax mit langen Sätzen und nutzen eigene Begriffschöpfungen,
    aber Heidegger ist wesentlich plastischer und vorstellbarer in seiner Sprache und seinen Schlussketten.
    Es bedarf glaube ich wesentlich höherer Gedächtnisleistung einem Absatz Hegels zu folgen, als einem Heideggers.

    Dyskalkulie ist bei mir eher unwahrscheinlich. Im rein operativen Alltagsgeschäft komme ich mit Zahlen sehr gut klar.

    zu c.) Ich glaube inzwischen nach meinen Erfahrungen mit MPH, das auch die Selbstblockade ein wichtiges Element bei solchen Problemen ist.
    Als ADHSler, insbesondere mit hohen kognitiven Leistungspotentialen, haben wir gelernt, das wir an Dingen scheitern, die wir eigentlich Können sollten. Oftmals haben wir immer wieder die Erfahrung gemacht, etwas in einer seltenen Situation zu leisten, das wir nicht regelmässig reproduzieren können. Neben Selbstvorwürfen und Schaden an unserem Selbstbild und Selbstbewusstein folgt daraus nicht selten, das wir akzeptieren, Etwas tatsächlich nicht zu können. Neben ganz natürlichem menschlichen Verhalten, ist diese Akzeptanz genauso ein Schutz vor dem Leiden das aus erneuten Versuchen und ihrem Scheitern erwächst.
    Ich habe ein wenig das Gefühl, das nach der Diagnose und mit eingestellter Medikation, unser grösstes Problem ist, uns neu zu entdecken und unsere tatsächlichen Fähigkeiten zu bestimmen. Dabei erscheint mir das ehrliche Unterscheiden zwischen tatsächlicher und gelernter Inkompetenz als die schwerste Ausgrabungsarbeit im Treibsand unserer oft verletzten Psychen.
    Geändert von neologia (27.01.2012 um 00:26 Uhr)

  10. #30
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Hochbegabt, aber schlecht in Mathe?

    ich frage mich, sind die schulmethoden / lehrmethoden - lerngerecht?
    wie frau f. birkenbihl sagte gehirn-gerecht? oder ein blockieren des kreativen denkens?
    ein auswendiglernen ohne zusammenhang?

    Rechen-Training (Teil 1 / 17) - YouTube

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