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Diskutiere im Thema Hyperfocusieren nur bei HB+ADS? im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Hyperfocusieren nur bei HB+ADS?

    Holyscorp schreibt:
    Ich habe bisher nur situationen erlebt in denen ich in gedanken war und nichts mehr mitbekommen habe (bin in der Schlange im Supermarkt und stehe auf einmal vor der kassierin und bin dann auf einmal aus den gedanken heraus)
    oder das ich bücherlese und alles andere wird schwarz und ich lese nicht mehr aktiv sondern schaue mir nur noch die bilder im die ich vor augen habe an.

    Ist es das was ihr Hyperfokus nennen würdet?

    Japp. Das ist der so genannte Hyperfokus. Du siehst also, dass einen des bloss wirklich weiterbrächte, wenn man ihn w i l l e n t l i c h steuern könnte.

    Zwar wird von AD(H)Slern gerne die positive Eigenschaft des so genannten Hyperfokuss (so genannt, weil es in Wirklichkeit keine Fokussierung ist, sondern genau genommen ein Abdriften) erwähnt, der auftritt, wenn sie sich mit einem Thema beschäftigen, das sie besonders interessiert oder begeistert. Aber, der von Dir beschriebene Vorgang des Hyperfokus, ist sozusagen der alltägliche.

    Weswegen

    a) Jawoll. Der AD(H)Sler hyperfokussieren kann

    und

    b) die Sache nicht als Fähigkeit oder Talent zu bezeichnen ist, dies würde voraussetzen, dass man den Hyperfokus (ein Normalo nennt sowas einfach: Konzentration) steuern könnte. Kann man aber nicht.

    Die "Fähigkeit" zum "Hyperfokussieren" ist also in 95 % aller Fälle der Grund des Ab****ens, in 5 % kann es durchaus zu aussergewöhnlichen Leistungen führen.

    Wer des Englischen mächtig, davon gehe ich beim Thread HB aus, sehe sich diesen Schnipsel an, besser noch den ganzen Vortrag.

    YouTube - Dr Russell Barkley - ADHD "Hyperfocus"


  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Hyperfocusieren nur bei HB+ADS?

    Spezi schreibt:
    Na ja, das scheint mir das übliche Zusammenspiel zwischen Ablenken, Hyperfokussieren und Träumen.

    Leider ist der Gegenstand des Hyperfokussierens schwer steuerbar. D.h. man wird bei irgend einer Beschäftigung durch eine Nebensächlichkeit/ein Detail der Sache abgelenkt, die die Aufmerksamkeit anspricht und fesselt - und auf die man dann hyperfokussiert und das Umfeld bzw. die eigentliche Beschäftigung vergisst, ohne es zu merken. Manchmal kann (muss aber nicht) das dann auch in eine Traumwelt abgleiten, in der man dann gefangen ist, bis man von außen "herausgerissen" wird - dann ist der Hyperfokus quasi auf die eigene Phantasie, die dort produzierte Traumwelt gerichtet.

    Bsp. 1, Hyperfokus auf eine Nebensächlichkeit: Ich höre einem Redner zu, bin aber von seiner Mimik fasziniert. Diese bindet meine Aufmerksamkeit - ich beobachte lange sehr aufmerksam nur die Mimik und bekomme nicht mehr mit, was der Redner redet und was um mich rum passiert.

    Bsp. 2, Hyperfokus auf ein Detail: Ich höre einem Redner zu und bin von der von ihm eingangs formulierten These, auf der er seinen Vortrag aufbaut, fasziniert. Diese These beschäftigt mich, ich überlege, ob ich diese teilen kann...denke immer intensiver darüber nach...dabei merke ich nicht, dass ich gar nicht mehr zuhöre. Auch mein Umfeld habe ich vergessen.

    Bsp. 3, Hyperfokus auf einen "Traum": Ich höre einem Redner zu, bin aber von der Mimik fasziniert, weil sie mich an einen Bekannten erinnert. Dabei fällt mir die letzte Begegnung mit meinem Bekannten ein...ich denke lange an das Gespräch und die dabei besprochene Inhalte - und male mir angeregt im Kopf die dort besprochenen, geplanten Unternehmungen aus. Dabei höre ich natürlich nicht mehr was der Redner sagt...und vergesse auch mein Umfeld...

    In allen drei Beispielen ist der Hyperfokus nicht auf den gegenwärtigen Prozess gerichtet geblieben, bei Bsp. 2 aber wenigstens irgendwie am Thema.


    Hört, hört, Spezi ist sozusagen ein Spezialist bei diesem Thema, da hilft nur noch: Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

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ID:	2217 zu sagen angesichts der Präzision und Anschaulichkeit mit den Beispielen des Phänomens Hyperfokus. Der Spezi kennt sich aus mit diesem Thema AD(H)S, solche Leute brauchen wir mehr in unserem Forum. Leute, die dagegen nur auf Stunk, Trolling und Nötigung hübscher Frauen aus sind, wie dieser Eiselein, sollten schnellstmöglichst ausgeschlossen werden. Aber des nur am Rande.Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

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ID:	2217

  3. #23
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Hyperfocusieren nur bei HB+ADS?

    Eisi, ich muss sagen, für mich bist du... wie scharfer Curry .

    Am Anfang hats wie Feuer auf der Zunge gebrannt und mir die Tränen des Schmerzes in die Augen getrieben... aber, wenn man sich mal daran gewöhnt hat.... da wäre ein Essen ohne doch ziemlich fade


    Ich ducke mich schon mal und harre der Gemeinheit, die da wohl komme...

    L.G.
    happypill

    PS: Ich geh davon aus, dass das hier in den Kolumnen landet und deshalb ist mir ganz egal, dass es totale OT ist

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Hyperfocusieren nur bei HB+ADS?

    Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
    ach meinem Eindruck ist dieses "Abdriften" des Hyperfokus/der Aufmerksamkeit besonders stark bei den ADS-Typen ausgeprägt, bei denen die "Unaufmerksamkeit" bzw. die "Aufmerksamkeitsstörung" im Vordergrund steht. Der klassische Hypo ist quasi der Prototyp dieses "Träumers".
    Ich kenne das sehr gut, als Kind war ich genaus so - ich habe permanent hyperfokussiert und /oder geträumt. War quasi die Hälfte meiner Zeit in der eigenen Welt. Heute ist das nicht mehr ganz so "schlimm", aber ich kann es immer noch gut und es kommt in abgeschwächter Form regelmäßig vor. Hab mich dran gewöhnt und meine Freude sind darüber gelegentlich amüsiert, sie kennen mich nicht anders und wir können Späße darüber machen.
    Hey Spezi, später mehr

    das was Du schreibst ist interessant und ich erkenne mich trotz H darin wieder. Hab überlegt, ob es nicht sein könnte, dass es noch eher mit der "Überlebensstrategie" aus der Kindheit zu tun hat. Wenn das was passierte nicht erträglich für die Kinderseele war, blieb als einzige Möglichkeit sich weg zu träumen. War z. B. keine Liebe da, musste ich mir Illusionen darüber machen, wo ich sie finden könnte. Nach dem bekanntem, ausgeleierten Spruch : Träume nicht Dein Leben, sondern Lebe Deinen Traum.
    .. [.. denn jetzt bist Du erwachsen und kannst Dein Leben selbst bestimmen.] Wenn es so wäre, fällt es mir wirklich schwer ins Handeln zu kommen. Und Du so?

    Theorie zur Hyperaktivität als Beispiel:

    Körperlich-seelische Funktionsebene

    Geistig-soziale Handlungsebene
    Kinder mit Symptomen, wie hohe Ablenkbarkeit, haben Eltern mit starren Standpunkten, an denen sie lange festhalten. Nicht kontrollierbares überaktives Verhalten bei den Kindern deutet auf Eltern hin, die alles unter Kontrolle haben müssen. Kinder mit ADHS-Symptomen zeigen auf ein unbewegliches, zögerndes, an Maßstäben und Regeln festhaltendes Familien-system. Probleme darf es nicht geben, deshalb wird es vermieden, miteinander zu reden, wenn es Konflikte gibt. Immer wieder stößt man in Familien auf das Phänomen, dass sich alles um den „Problemfall“ dreht und sich die anderen Familienmitglieder um diesen herum stabilisieren.
    Bearbeitung
    Daher kann die Auslösung der Symptome b
    http://www.simplepower.de/der-sozial...on-a-bis-z.php
    Geändert von Omkowska (18.02.2011 um 14:10 Uhr)

  5. #25
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Hyperfocusieren nur bei HB+ADS?

    Körperlich-seelische Funktionsebene
    Um das Wesen psychischer Störungen, wie ADS/ADHS, zu verstehen, ist es wichtig, sich über das Familiensystem klar zu werden und herauszufinden, welche Rolle die Krankheit in dieser Familie übernommen hat. Wie sind die Beziehungen in der Familie beschaffen? Wie kommunizieren ihre einzelnen Mitglieder miteinander? Welche Vorstellungen haben sie voneinander? Psychische Störungen sind Störungen in Beziehungen und nicht Störungen in der Seele eines einzelnen Menschen. Keiner ist allein krank.
    Geistig-soziale Handlungsebene
    Kinder mit Symptomen, wie hohe Ablenkbarkeit, haben Eltern mit starren Standpunkten, an denen sie lange festhalten. Nicht kontrollierbares überaktives Verhalten bei den Kindern deutet auf Eltern hin, die alles unter Kontrolle haben müssen. Kinder mit ADHS-Symptomen zeigen auf ein unbewegliches, zögerndes, an Maßstäben und Regeln festhaltendes Familien-system. Probleme darf es nicht geben, deshalb wird es vermieden, miteinander zu reden, wenn es Konflikte gibt. Immer wieder stößt man in Familien auf das Phänomen, dass sich alles um den „Problemfall“ dreht und sich die anderen Familienmitglieder um diesen herum stabilisieren.
    Bearbeitung
    Daher kann die Auslösung der Symptome b[


    Bullshit. Aber danke für den Hinweis, es ist ein besonders treffendes Beispiel für Bullshit.

    Es hat, nebenbei bemerkt, weder mit HB noch Hyperfokus was zu tun.

  6. #26


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.807
    Blog-Einträge: 40

    AW: Hyperfocusieren nur bei HB+ADS?

    Hallo

    @ Eisi:
    Ausdrucksweise. Sowas kann man auch anders formulieren.

    @ Omkowska:
    Woher stammt dieser Text?

    Soweit du ihn nicht selbst erstellt hast fehlt der Quellnachweis und er wäre für das Zitatrecht auch zu lange.







    Liebe Grüße,
    Alex

  7. #27
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Hyperfocusieren nur bei HB+ADS?

    @eis: darauf wollte ich ja auch nicht hinaus.

    @alex: http://www.simplepower.de/der-sozial...on-a-bis-z.php -hier der Link : Verzeihung
    Geändert von Omkowska (18.02.2011 um 14:11 Uhr)

  8. #28


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.807
    Blog-Einträge: 40

    AW: Hyperfocusieren nur bei HB+ADS?

    Hallo

    Danke dir. Jetzt passt es.









    Liebe Grüße,
    Alex

  9. #29
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 277

    AW: Hyperfocusieren nur bei HB+ADS?

    Omkowska schreibt:
    Hey Spezi, später mehr

    das was Du schreibst ist interessant und ich erkenne mich trotz H darin wieder. Hab überlegt, ob es nicht sein könnte, dass es noch eher mit der "Überlebensstrategie" aus der Kindheit zu tun hat. Wenn das was passierte nicht erträglich für die Kinderseele war, blieb als einzige Möglichkeit sich weg zu träumen. War z. B. keine Liebe da, musste ich mir Illusionen darüber machen, wo ich sie finden könnte.
    Hi Omki,

    natürlich ist es auch (!) Überlebenstrategie. Und das ist bei Menschen mit und ohne "H" genauso - nur mit dem Unterschied, dass es für ADS'ler ohne "H" quasi die einzige Möglichkeit ist, da sie praktisch ansonsten weitgehend hilflos und ausgeliefert sind und sich daher (nur) passiv verhalten (können), während die Vettern mit dem "H" noch andere, sehr wirksame (!), aktive Reaktionsmöglichkeiten haben.

    Hier sind die "Strategien" der Subtypen ganz einprägsam beschrieben, auch die Ursachen und Funktion des Träumens (Button linke Spalte).

    Bevor es zur "Überlebenstrategie" wird, ist ausgeprägteres "Träumen" bzw. Hyperfokussieren, als es bei anderen "normalen" Kindern auch auftritt, erst mal ganz wertfrei nur eine "persönliche Eigenart", die aus der AD(H)S-Veranlagung resultiert. Also ein Schutz vor Reizüberflutung. Ob es sich so stark (negativ) bemerkbar macht, dass es zur Beeinträchtigungen führt, also der/die Betroffene darunter leidet und die Entwicklung behindert wird, ist weitgehend vom Umfeld abhängig. Akzeptiert das Umfeld dieses "Anderssein", nimmt den betroffenen Menschen trotzdem an, gibt ihm Rahmenbedingungen, mit denen er zurecht kommt (keine Reizüberflutung, angemessene Anforderungen etc.), sich wohlfühlt und in denen er Erfolgserlebnisse hat, wird sich ein solches Kind zu einer kompetenten, zufriedenen, stabilen und starken Persönlichkeit entwickeln, die mit ihren Eigenarten umgehen gelernt hat, dazu steht und sie erfolgreich kompensiert. Vielleicht merkt man es dieser Person dann gar nicht mehr an oder wenn, dann nicht wesentlich störend oder behindernd. Kurzum: Da das "Träumen" nicht als Flucht bzw. Überlebensstrategie benötigt wird, wird es sich auch nicht verstärken sondern - durch Kompensation etc.- eher unauffälliger werden.



    Körperlich-seelische Funktionsebene

    Geistig-soziale Handlungsebene

    Kinder mit Symptomen, wie hohe Ablenkbarkeit, haben Eltern mit starren Standpunkten, an denen sie lange festhalten. Nicht kontrollierbares überaktives Verhalten bei den Kindern deutet auf Eltern hin, die alles unter Kontrolle haben müssen. Kinder mit ADHS-Symptomen zeigen auf ein unbewegliches, zögerndes, an Maßstäben und Regeln festhaltendes Familien-system. Probleme darf es nicht geben, deshalb wird es vermieden, miteinander zu reden, wenn es Konflikte gibt. Immer wieder stößt man in Familien auf das Phänomen, dass sich alles um den „Problemfall“ dreht und sich die anderen Familienmitglieder um diesen herum stabilisieren.

    Bearbeitung



    Daher kann die Auslösung der Symptome





    Der von Dir zitierte und verlinkte Text ist eine Verengung/Verkürzung des Phänomens auf eine rein systemische Sichtweise. Sie sieht die Ursache allein im (Familien-)System und blendet alle anderen Ursachen, Faktoren und Prozesse aus, suggeriert, man könne AD(H)S durch "über Probleme reden" heilen. Das ist genauso einseitig und damit nur ein Teil der "Wahrheit", wie wenn man AD(H)S als rein medizinisches Problem sehen würde, dass nur der entsprechenden Medikamentierung bedarf und schon ist es behoben.
    Ich habe auch hier schon mal was dazu gesagt.
    Eine gründliche Ursachenforschung und sinnvolle Behandlung wird die unterschiedlichen Ansätze mit einbeziehen: medizinische wie systemische und einige andere.



    Nach dem bekanntem, ausgeleierten Spruch : Träume nicht Dein Leben, sondern Lebe Deinen Traum.

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    Na ja, wir werden immer Träumer bleiben - das ist ja auch gut so, in bestimmtem Rahmen ganz nett und aus meiner Sicht eine Eigenschaft, die auch angenehme Seiten hat (Fantasie zu haben, ist doch was Positives). Änderungsbedarf besteht für mich nur, wenn ich träumen tät, anstatt zu leben, also das Träumen mich vom Leben abhalten würde - und ich dann darunter leide. Das kann ich so deutlich aber nicht sehen.

    Als Kind hat mich meine Träumerei tatsächlich behindert, da haben mir die Kompensationstrategien gefehlt. Das hat mich durchaus verunsichert. Je älter ich wurde, um so besser konnte ich diese kompensieren. Und je mehr Erfolgserlebnisse ich hatte, um so weniger Grund hatte ich, mich in die Träume zu flüchten...heute dient sie eher der Entspannung, den Schutz vor Reizüberflutung - und dazu ist sie ja auch sinnvoll. Ich suche mir dazu geeignete Räume und Zeitpunkte...z.B. die Fahrt in Bus oder Bahn, die Pause auf einer Parkbank...und bin danach wieder im Hier und Jetzt. Außerdem habe ich gelernt, damit offensiv umzugehen, z.B. sie als "normale Eigenart" anzusehen und dies auch so selbstvertändlich anderen zu signalisieren. Wenn ich z.B. in einem Gespräch kurzzeitig gedanklich abdrifte, weil mich ein Stichwort oder ein Nebensächlichkeit abgelenkt hat, signalisiere ich das möglichst sofort, wenn ich das merke. Z.B. sage ich dann freundlich: "Entschuldigung, ich war gerade wegen diesem oder jenem abgelenkt und hab den lezten Satz nicht mitbekommen - was hattest du gesagt?" - und bin dann wieder ganz Ohr und aufmerksam bei der Sache. Oder ich sage einfach neutraler: "Den letzten Punkt habe ich nicht verstanden - wie war das doch gleich?" oder so ähnlich. Wenn das Gegenüber merkt, dass man die ganze Zeit sehr interessiert ist und ein angeregtes Gespräch führt, wird es dies nicht als Desinteresse, sondern sogar als Interesse werten, dass man wirklich alles mitbekommen und ja nichts verpassen will. So ein "Nachfragen" hat dann sogar positive Effekte. Menschen die mich kennen nehmen mir das sowieso nicht übel, weil sie wissen, dass das nichts mit Desinteresse an ihnen zu tun hat. Mir wird von Gesprächspartnern eigentlich regelmäßig signalisiert, dass sie die Gespräche sehr angeregt, interessant und angenehm finden und mich als kommunikativ, aufmerksam, interessiert, inspirierend und einfühlsam empfinden. Daran ändern die kleinen "Abschweifungen" und anschießenden Reaktionen meinerseits nicht das geringste! Also ein "Problem" sind sie hier für mich schon lange nicht mehr.
    Dies ist nur ein Beispiel, wie man mit den Eigenarten, auch den scheinbaren "Schwächen" des ADS, wie der "Ablenkbarkeit des Hyperfokus", kreativ und konstuktiv umgehen und sie positiv nutzen kann.

    Liebe Grüße
    Spezi


    P.S.: @ Eisi: Ist das Deine Art, Anerkennung auszudrücken? Oder ist das Spott? Oder Deine Art, Frust zu äußern? Dazu kenne ich Dich (noch) zu wenig...

    Geändert von Spezi (18.02.2011 um 20:44 Uhr) Grund: Link und Zitat eingefügt

  10. #30
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Hyperfocusieren nur bei HB+ADS?

    Meint Eisi ihr solltet Euch vielleicht mehr PNs schicken? Ich denke es liegt an seiner schüchternen Art, dies so zu formulieren.

    LG Petrocelli

Thema: Hyperfocusieren nur bei HB+ADS? im Forum ADS/ADHS und Hochbegabung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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