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Diskutiere im Thema die Unruhe macht mich wahnsinnig im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Lisamarie

    Gast

    die Unruhe macht mich wahnsinnig

    Ich schreibe um Entlastung zu finden, ich werde langsam wahnsinnig.

    Entweder ist meine innere Unruhe im letzten Jahr immer größer geworden, oder ich bilde mir das ein, seit die ADHS Vermutung im Raum steht.

    Ich will endlich wissen, was mit mir los ist und nicht noch 3 ganze Monate warten, bis ich endlich zum Gespräch kann.

    Ich kann das nicht beschreiben, aber zur Zeit kann ich keine 5 Minuten bei einer Sache bleiben. Ich springe die ganze Zeit von meinem Stuhl auf, kann keinen Film zu Ende schauen, Treffen mit Freunden nicht genießen, ich verlasse jede Party als Erste, stehe bei Familienessen schon immer als Erste auf, kann keine langen Telefonate führen, kann nicht lange an meinem Schreibtisch im Büro sitzen. Unterbreche Leute bei Gesprächen, rauche (ohne das ich es will und schon so oft zu lassen versucht habe) non-stop und bin einfach nie entspannt.
    Lege ich mich wegen des Wunsches nach Entspannung in die Badewanne, halte ich es kaum 10 Minuten aus. Wenn ich im Auto Radio höre, höre ich nie ein Lied zu Ende, sondern schalte permanent auf den nächsten Sender weiter.
    Ich esse nur die am allerschnellsten zuzubereitenden Sachen, will das Chaos in meinem Zimmer seit Tagen los werden und obwohl ich Zeit dazu habe, schaffe ich es nicht.

    Ich schaffe es seit Monaten nicht, mich um meinen Telefonanschluss zu kümmern, um manche Dinge bei der Bank etc....

    Irgendwie krieg ich gar nichts mehr hin und wünsche mir nur noch eines, nämlich endlich einmal Ruhe.

    Kann so ein ADHS schlimmer werden mit der Zeit? Kann es wirklich sein, dass ich mich bis heute so erfolgreich durchs Leben gemogelt habe, dass meine Eltern mich nicht früher mal zum Arzt geschleppt haben?
    Kann es sein, dass die Symtomatik sich erst jetzt so richtig entfaltet, wo ich die Bulimie hinter mir habe?

    Inwieweit passt es zu ADHS, dass ich als Kind mehrere Kalender im Jahr angefangen und neu gestaltet habe (<-- das fiel meiner Mutter immer auf und das fand sie sehr seltsam)... inwieweit passt es zu ADHS, dass ich früher für mein Organisationstalent in der Familie bekannt war?

    Inwiefern passt es zu einem ADHS, dass ich früher erfolgreich Instrumente gespielt habe?

    Ich leide seit Monaten wie wahnsinnig unter dieser ständigen Gedankenarbeit, unter diesem nie-ankommen, dieser Last den Alltag geregelt zu kriegen...

    Seit ich den ADHS Verdacht habe, fällt mir auf, dass ich permanent irgendwelche Dinge rumliegen lasse, meinen Kaffee oder mein Wasser verschütte, Dinge (wie Stricken/schreiben/nähen) anfange und nicht fertig stelle.

    Ich kann einfach nicht mehr und am liebsten würde ich inzwischen einfach abtauchen, Hilfe bekommen, in eine Klinik gehen und mal mich und die ganze Verantwortung abgeben.
    Leider geht das nicht, weil meine Eltern bis heute nicht einmal etwas von der Bulimie, der Verhaltenstherapie deswegen, den depressiven Verstimmungen, dem ADHS Verdacht wissen etc.... Es gab einfach nie den richtigen Augenblick und ich will ihr Glück nicht zerstören und ich denke, sie würden aus allen Wolken fallen, weil ich eigentlich immer die Starke war, die alles vermeintlich wegstecken konnte und mit der man oft hart ins Gericht gegangen ist...

    Meine Freunde wissen über all das Bescheid und trotzdem fühl ich mich im Endeffekt sehr alleine mit dem ganzen Wahnsinn in meinem Kopf und ich hab einfach Angst, dass ich das nicht mehr bis zu dem Termin bei der ADHS Ambulanz aushalte.

    Ich habe auch schon überlegt, was, wenn ich doch gar kein ADHS habe und wenn ich mir das alles einbilde und nur eine "billige" Erklärung suche für mein Verhalten und Fühlen?
    Ich will mir nicht vorwerfen lassen müssen, dass ich mich bloß "anstelle", "wichtig mache", oder dass es ADHS gar nicht gibt und nur eine Modediagnose ist.



    Zur Zeit fühle ich mich mehr denn je wie ein schutzlos ausgeliefertes Kind und bräuchte so dringend einen Halt.
    Meinen Freunden kann ich das ganze "Gesülze" auch nicht ständig zumuten.

    Meine ehemalige Psychotherapeutin hat die Therapie mit mir nach fünf Monaten gegen meinen ausdrücklichen Wunsch beendet (es waren sogar noch Stunden übrig), weil sie fand, ich könne mich nicht genug auf die Therapie einlassen. Würde auf dem Stuhl hin und her rutschen, würde signalisieren, ich sei schon auf dem Sprung, könne mich nicht auf ein Thema dauerhaft festlegen etc.... sie empfahl dann eine Psychoanalyse (das kann ich mir aber gar nicht vorstellen, weil ich ja eh schon ständig nachdenke)...

    Ich komm mir nur noch blöd vor, unfähig irgend etwas gut zu machen.

    Bei den Wartezeiten scheints für mich irgendwie keine zeitnahe Hilfe zu geben.

    Außerdem muss ich jetzt nochmal zu meinem Hausarzt, weil der Psychiater mir für die ADHS Ambulanz eine Überweisung gegeben hat, die natürlich längst mit diesem Quartal abläuft.
    Und jetzt muss ich meinem Hausarzt von dem Verdacht erzählen und ich fühl mich nur noch blöd, weil ich mich da so öffnen muss. ....

    Warum kann ich nicht einfach normal sein, wie andere auch?



    grüße von lisa

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 639

    AW: die Unruhe macht mich wahnsinnig

    So, Süße, jetzt erstmal tiiiiiiieeeef durchatmen

    Das mit dem nicht zur Ruhe kommen kenne ich auch verdammt gut.
    Auch habe ich das Gefühl zu fallen, und dass mich niemand fangen kann.
    Und konzentrieren kann ich mich auch seit längerem nicht mehr wirklich.


    Chaos herscht hier zu genüge und bis heute, als ich vor meiner Chefin im Lager in Tränen ausgebrochen bin hatte ich nach außen hin alles so gut im Griff, dass mir maximal eine handvoll Leute glauben würde wenn ich ich sage, dass ich einfach nicht mehr kann.

    Du bist damit nicht alleine.

    Und du bist schonmal einen guten Schritt weiter als ich - ich plane seit mehreren Monaten einen Besuch bei meinem Hausartz für ein Gespräch.... Wird wieder an den Anfang des nächsten Quartals verschoben

    Weißt du, ich denke, dass es zum Teil einfach diese im Raum stehende (Diagnose-)Frage ist, die dich nervös macht.
    Was kommt, kommt - was nicht kommt, kommt eben nicht.
    Manchen Dinge entziehen sich einfach unserem Einfluss

    Außerdem: Wenn AD(H)S bei Kindern anerkannt ist - warum sollte es das bei Erwachsenen nicht existieren? Nicht alles wächst sich raus.

    Schau dich ein wenig um. Les die Texte von anderen.
    Du wirst merken, dass du nicht allein bist mit deinen Problemen


    Befürchte das ist jetzt alles ein wenig konfus geworden (der Tag war einfach nur mies...) - wollte dir eigentlich nur Mut machen

    Alles liebe und blos nicht aufgeben,

    B.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 735

    AW: die Unruhe macht mich wahnsinnig

    Guten Morgen Lisamarie! Ich hab Dein Post schon gestern Abend gelesen und mußte schon fast schmunzeln, weil diese vielen Parallelen echt faszinierend sind. Gut, daß Du es so rauslassen konntest. Ich kann das nämlich gerade im Moment gar nicht.

    Lisamarie schreibt:
    Ich schreibe um Entlastung zu finden, ich werde langsam wahnsinnig.

    Entweder ist meine innere Unruhe im letzten Jahr immer größer geworden, oder ich bilde mir das ein, seit die ADHS Vermutung im Raum steht.
    Das geht mir ganz genauso: Ich nehme an, daß das mit der Wahrnehmung zutun hat. Jetzt ist es tatsächlich so, daß man quasi "weiß", wo man verquer tickt und "kann" es sich nicht mehr länger schönreden. Es ist ein Problem und das verstärkt die Symptomatik, nehme ich an. Es ist halt kein gebrochenes Bein...man kann rein theoretisch mit diesem ganzen Mist leben, sich von Tag zu Tag schleppen, aber jetzt kriegen wir erstmal mit, wie unendlich viel ENERGIE wir für die einfachsten Dinge aufwenden müssen. Dieses Bewußtsein ist heftig und darf es auch sein.
    Lisamarie schreibt:

    Ich will endlich wissen, was mit mir los ist und nicht noch 3 ganze Monate warten, bis ich endlich zum Gespräch kann.
    Ja, diese Warterei ist kaum auszuhalten. Vorallem vor dem Hintergrund, dass man ständig das Empfinden hat, das ein Fehltritt irgendwie den Totalzusammenbruch bewirken könnte. Mein Termin ist Mitte Juni. Die Zeit bis dahin versuche ich jetzt durch eine Verhaltenstherapie "zu füllen". Weiß aber auch nicht, in wie weit das greifen wird. Man ist ja quasi vollkommen auf sich selbst zurück geworfen. Kaum einer kennt sich mit der Thematik wirklich aus...Wir müssen ständig Kräfte aktivieren, die wir eigentlich kaum mehr aufbringen können. Gott sei Dank bin ich das Gefühl gewohnt, von Ärzten keine wirkliche Hilfe zu erwarten und mir mein Wissen selbst zu erarbeiten. Dennoch: Wir sind auf ihre Mitarbeit verdammt nochmal angewiesen. Und dieses Wissen, daß es einige wenige Leute gibt, die einen zumindest teilweise aus diesem Schmamassel "befreien" könnten...Ich weiß nicht, ob das jetzt hilft. Der Druck, nicht an die falschen Leute zu geraten...ständig auf Halbachtstellung...das ist ja gerade für uns echtes richtiges Gift. Wo wir eh schon so schlecht vertrauen können und alles und jeden ständig hinterfragen.


    Lisamarie schreibt:
    Kann so ein ADHS schlimmer werden mit der Zeit?
    Kann es wirklich sein, dass ich mich bis heute so erfolgreich durchs Leben gemogelt habe, dass meine Eltern mich nicht früher mal zum Arzt geschleppt haben?
    Kann es sein, dass die Symtomatik sich erst jetzt so richtig entfaltet, wo ich die Bulimie hinter mir habe?
    Ich nehme an, dass es etwas mit unserem Hormonspiegel zutun hat, der sich ja immer wieder verändert. Ich habe auch jahrelang unter Essstörungen gelitten und nu, da ich das halbwegs unter Kontrolle habe...kriecht der ganze andere Mist untendrunter hervor Aber ich glaube, das war schon vorher da, nur war der Leidensdruck der Essstörung prägnanter und hat unser ganzes Bewußtsein eingenommen???

    Lisamarie schreibt:
    Ich leide seit Monaten wie wahnsinnig unter dieser ständigen Gedankenarbeit, unter diesem nie-ankommen, dieser Last den Alltag geregelt zu kriegen...
    Dito! Es ist alles schwer! Die einfachsten Handgriffe...total abgefahren.

    Lisamarie schreibt:
    Ich kann einfach nicht mehr und am liebsten würde ich inzwischen einfach abtauchen, Hilfe bekommen, in eine Klinik gehen und mal mich und die ganze Verantwortung abgeben.
    Das denk ich mir auch oft. Aber was will ich da? Was will ich in der klinik um die Ecke, die sich mit der ganzen Symptomatik gar nicht auskennen? Die dann nur wieder irgendwelche schrägen Depressionen diagnostizieren, die ich gar nicht habe? Aber Du hast es schön beschrieben und das sag ich auch immer: Verantwortung abgeben, das wär schon mal was.


    Lisamarie schreibt:
    Ich habe auch schon überlegt, was, wenn ich doch gar kein ADHS habe und wenn ich mir das alles einbilde und nur eine "billige" Erklärung suche für mein Verhalten und Fühlen?
    Ich will mir nicht vorwerfen lassen müssen, dass ich mich bloß "anstelle", "wichtig mache", oder dass es ADHS gar nicht gibt und nur eine Modediagnose ist.
    Du bist nicht wütend genug!
    Überleg mal: All die vielen Jahre Kraftanstrengung! Das ist doch nicht normal, Mensch. Wir schleppen uns von Tag zu Tag...tausend Beinchen, aber kein Vorankommen. Tausend Talente...alles in den Wind geschmissen...! Was für ein Verlust! Manchmal denk ich mir, wenn mir einer querkommt, dann dreh ich total am Rad und schlag da alles kurz und klein. Aggressionspotential ist da. Die Kraft bring ich immer irgendwie auf Aber verar*** lass ich mich nicht mehr.


    Lisamarie schreibt:
    Außerdem muss ich jetzt nochmal zu meinem Hausarzt, weil der Psychiater mir für die ADHS Ambulanz eine Überweisung gegeben hat, die natürlich längst mit diesem Quartal abläuft.
    Und jetzt muss ich meinem Hausarzt von dem Verdacht erzählen und ich fühl mich nur noch blöd, weil ich mich da so öffnen muss. ....
    Genau wie bei mir.
    Nur, daß ich mir diese "Öffnerei" viiiel schwerer vorgestellt hatte. Meine Ärztin hat ganz klar gesagt, dass alle Zeichen dafür sprechen, sie sich aber natürlich nicht gut genug auskennt.

    Lisamarie schreibt:
    Warum kann ich nicht einfach normal sein, wie andere auch?
    Keine Ahnung.
    Aber einfach wär ja langweilig. Ich finde schon auch, daß diese ganze Geschichte, wenn man sie sich mal aus der Distanz betrachtet, verdammt spannend ist. Ich sach immer: Das sind die Herausforderungen, die das Leben an uns stellt. Fertig. Gehen wirs an. Immerhin haben wir nun einen Ansatzpunkt.
    Quasi ein Lichtlein am Ende des Tunnels.

    Wir schaffen das schon.
    Zumindest immer mal wieder so zwischendurch.

    Alles Liebe
    Etosha

  4. #4
    Lisamarie

    Gast

    AW: die Unruhe macht mich wahnsinnig

    Liebe Becky und Ethosa,

    danke für eure Nachrichten. Ich hab diese auch schon länger gelesen, aber wie es so ist mit der Konzentration ist mir erst jetzt danach zu antworten

    Es tut mir gut zu lesen, dass ihr diese Erfahrungen teilt und im Alltag hilft es mir wirklich wenn ich mir vorstelle, dass andere auch mit diesen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

    Ich hab mir jetzt auch Bücher gekauft und wenn ich darin lese, fühle ich mich verstandener und kann auch mehr Verständnis für mich aufbringen, wenn ich mich selber mal wieder total nervig finde, weil ich z.B. wieder ständig nachdenke, nichts zu Ende bringe, Stimmungsschwankungen habe, wieder mal eine Party früher verlasse und keiner das verstehen kann etc...

    Ich habe die letzten Tage auch darüber nachgedacht, dass ich es schräg finde, dass ich früher immer gedacht habe, dass ich außergewöhnlich wäre, weil ich immer irgendwie anders war (<-- der Klassiker ) und wenn ich nun so feststelle, dass das gängige Muster sind, dann bin ich ja gar nicht mehr so außergewöhnlich. Eigentlich ist das schön, aber andererseits nimmt mir das auch eine Einzigartigkeit (klingt eingebildet, mein ich aber nicht so. weiß nicht, ob man das versteht).

    Dazu kommt, dass ich natürlich ständig zweifle, ob ich vielleicht doch kein ADHS habe. Weil man liest ja auch ständig, dass diese Menschen oft Rechtschreib- oder Flüchtigkeitsfehler im Schreiben machen. Und das finde ich bei mir gar nicht...
    Also im Endeffekt lese ich jetzt alles über AD(H)S durch nach dem Schema (Hab ich, Hab ich nicht)...
    Ich denke, die Unsicherheit ob man nun "normal" oder "nicht normal" ist, hängt auch immer daran, dass das Syndrom ja eine Ansammlung verschiedener Symptome ist, die jeder irgendwie bei sich kennt. Und weil man ja - wenn, dann - schon immer damit lebt, ist es für einen selbst ja auch irgendwie "normal".... Naja, gut Ding will Weile sein - es wird sich schon zeigen bei der Diagnostik obs vorliegt oder nicht. Ich hab einfach Angst, mich lächerlich zu machen, falls raus kommt, dass ich es nicht habe. Dann wäre ich ja sowas wie ein Hypochonder.

    Nachdem ich schon seit Montag frei habe und genau so lange plane, meine Wohnung in Ordnung zu bringen, werde ich heute (da ich morgen weg fahre) mich nun endlich mal ganz arg in den Hintern treten und das in die Hand nehmen.

    Ich wünsche euch einen ganz schönen ruhigen Tag und hoffe es geht euch gut,

    lG Lisa

  5. #5
    Lisamarie

    Gast

    AW: die Unruhe macht mich wahnsinnig

    Ich frage mich, ob es nur mir mit folgendem so geht, oder auch anderen? :

    Seit einigen Jahren stelle ich bewusst fest, dass ich "ganz komisch" werde, wenn ich mit mehreren (ca. ab 4-5) Personen länger (über Nacht) auf engem Raum ohne Rückzugsmöglichkeit zusammen bin.

    Ich bin dann leicht genervt von den Gesprächen, den Musikvorlieben, den Erwartungen etc. der anderen und ohne es zu wollen, werde ich relativ abrupt sehr in mich gekehrt. Mich interessiert dann nichts mehr von den anderen und ich will auch nicht angesprochen werden..

    Das sind Momente, in denen ich all meine Energie da hinein legen muss, nicht agressiv zu reagieren und eben wie eine Mauer um mich zu bauen....

    Oftmals ist es dann so, dass ich, wenn ich wieder zuhause bin und geheult habe (wegen des angestauten Stresses) mich darüber ärgere, dass ich es nicht besser kann und in so Sitationen immer so reagiere und damit irgendwie alles (für mich, aber auch für die anderen) kaputt mache.

    Inzwischen ist es schon so, dass ich - obwohl ich eigentlich immer total gerne unter Menschen war - mich eigentlich nur noch zuhause "wohl" fühle, bzw. eben "unbelästigt" von meiner Umwelt... Da muss ich mich nicht erklären.

    Ich beobachte das mit ganz großer Traurigkeit, dass ich mich eigentlich immer mehr der Isolation zuwende, obwohl ich das eigentlich gar nicht will. Aber die Momente in Gesellschaft, wenn mir ganz plötzlich alles unwiderruflich über den Kopf wächst, fühlen sich für mich dann immer wie ein inneres Gefängnis an... Das ist schrecklich.

    Wer kennt das noch in Gruppen???

    Ich wünsche euch ein gutes neues Jahr!!

    lG Lisa

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 8

    AW: die Unruhe macht mich wahnsinnig

    Hallo Lisa,

    ich las grade deine texte, und du sprichst mir teilweise aus der seele!

    Das was du über die Gruppen und das zusammensein mit andern Menschen aussrichtst kann ich 1 zu 1 auch von mir behaupten. Ich frag mich dann immerwieder wieso man sich in scheinbar einer Schönen Zeit von seinen gefühlen wiedereinmal runtergezogen werden muss, obwohl es doch leichter ist mit freunden einen schönen abend zu verbringen.

    Mir wurde mit 8 Jahren gesagt das ich unter ADHS leide, konnte aber damals damit nicht viel anfangen. Erst als ich mit meiner gefühlswelt am ende war, wurde mit klar was ADHS eigendlich bedeutet und was mit in meiner kindheit alles so wiederfahren ist! Jetzt bin ich seit ein paar tagen 18. Und ich denke dieser klarwerdeprozess wird noch jahre dauern, wenn nicht mein ganzes leben.

    Zu deiner Wartezeit, was macht das denn letztsendlich für dich für ein unterschied ob dir das nun Ärztlich anerkannt wird oder nicht? Die syntome die du da aufzählt sprechen meiner meinung alle dafür. Und ich meine das leben geht weiter ob nun mit oder ohne das ADHS. Auch wenn es so einfach gesagt ist, gehe doch einfach mal vom Positven aus, wenn es dir anerkannt wird, dann hattest du Recht mit deiner Vermutung und bist einen ganzen Schritt weiter. Vllt reicht es ja auch schon wenn du Versucht das ganze zu Akzeptieren und du dir selber sagst ich hab halt ADHS, vllt hilft es dir die Wartezeit angenehmer zu machen. Und wenn weißt du auch, das du nicht allein damit bist in dieser Welt! ADS oder ADHS haben mehr menschen in deinem Umfeld als du glaubst, doch auch wie ich trauen sie sich nicht offen damit umzugehen.

    Ich hoffe ich konnte dir damit ein wenig helfen.

    Liebe Grüße

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 30

    AW: die Unruhe macht mich wahnsinnig

    Lisamarie schreibt:
    Ich schreibe um Entlastung zu finden, ich werde langsam wahnsinnig.

    Entweder ist meine innere Unruhe im letzten Jahr immer größer geworden, oder ich bilde mir das ein, seit die ADHS Vermutung im Raum steht.

    Ich will endlich wissen, was mit mir los ist und nicht noch 3 ganze Monate warten, bis ich endlich zum Gespräch kann.

    Ich kann das nicht beschreiben, aber zur Zeit kann ich keine 5 Minuten bei einer Sache bleiben. Ich springe die ganze Zeit von meinem Stuhl auf, kann keinen Film zu Ende schauen, Treffen mit Freunden nicht genießen, ich verlasse jede Party als Erste, stehe bei Familienessen schon immer als Erste auf, kann keine langen Telefonate führen, kann nicht lange an meinem Schreibtisch im Büro sitzen. Unterbreche Leute bei Gesprächen, rauche (ohne das ich es will und schon so oft zu lassen versucht habe) non-stop und bin einfach nie entspannt.
    Lege ich mich wegen des Wunsches nach Entspannung in die Badewanne, halte ich es kaum 10 Minuten aus. Wenn ich im Auto Radio höre, höre ich nie ein Lied zu Ende, sondern schalte permanent auf den nächsten Sender weiter.
    Ich esse nur die am allerschnellsten zuzubereitenden Sachen, will das Chaos in meinem Zimmer seit Tagen los werden und obwohl ich Zeit dazu habe, schaffe ich es nicht.

    Ich schaffe es seit Monaten nicht, mich um meinen Telefonanschluss zu kümmern, um manche Dinge bei der Bank etc....

    Irgendwie krieg ich gar nichts mehr hin und wünsche mir nur noch eines, nämlich endlich einmal Ruhe.

    Kann so ein ADHS schlimmer werden mit der Zeit? Kann es wirklich sein, dass ich mich bis heute so erfolgreich durchs Leben gemogelt habe, dass meine Eltern mich nicht früher mal zum Arzt geschleppt haben?
    Kann es sein, dass die Symtomatik sich erst jetzt so richtig entfaltet, wo ich die Bulimie hinter mir habe?

    Inwieweit passt es zu ADHS, dass ich als Kind mehrere Kalender im Jahr angefangen und neu gestaltet habe (<-- das fiel meiner Mutter immer auf und das fand sie sehr seltsam)... inwieweit passt es zu ADHS, dass ich früher für mein Organisationstalent in der Familie bekannt war?

    Inwiefern passt es zu einem ADHS, dass ich früher erfolgreich Instrumente gespielt habe?

    Ich leide seit Monaten wie wahnsinnig unter dieser ständigen Gedankenarbeit, unter diesem nie-ankommen, dieser Last den Alltag geregelt zu kriegen...

    Seit ich den ADHS Verdacht habe, fällt mir auf, dass ich permanent irgendwelche Dinge rumliegen lasse, meinen Kaffee oder mein Wasser verschütte, Dinge (wie Stricken/schreiben/nähen) anfange und nicht fertig stelle.

    Ich kann einfach nicht mehr und am liebsten würde ich inzwischen einfach abtauchen, Hilfe bekommen, in eine Klinik gehen und mal mich und die ganze Verantwortung abgeben.
    Leider geht das nicht, weil meine Eltern bis heute nicht einmal etwas von der Bulimie, der Verhaltenstherapie deswegen, den depressiven Verstimmungen, dem ADHS Verdacht wissen etc.... Es gab einfach nie den richtigen Augenblick und ich will ihr Glück nicht zerstören und ich denke, sie würden aus allen Wolken fallen, weil ich eigentlich immer die Starke war, die alles vermeintlich wegstecken konnte und mit der man oft hart ins Gericht gegangen ist...

    Meine Freunde wissen über all das Bescheid und trotzdem fühl ich mich im Endeffekt sehr alleine mit dem ganzen Wahnsinn in meinem Kopf und ich hab einfach Angst, dass ich das nicht mehr bis zu dem Termin bei der ADHS Ambulanz aushalte.

    Ich habe auch schon überlegt, was, wenn ich doch gar kein ADHS habe und wenn ich mir das alles einbilde und nur eine "billige" Erklärung suche für mein Verhalten und Fühlen?
    Ich will mir nicht vorwerfen lassen müssen, dass ich mich bloß "anstelle", "wichtig mache", oder dass es ADHS gar nicht gibt und nur eine Modediagnose ist.



    Zur Zeit fühle ich mich mehr denn je wie ein schutzlos ausgeliefertes Kind und bräuchte so dringend einen Halt.
    Meinen Freunden kann ich das ganze "Gesülze" auch nicht ständig zumuten.

    Meine ehemalige Psychotherapeutin hat die Therapie mit mir nach fünf Monaten gegen meinen ausdrücklichen Wunsch beendet (es waren sogar noch Stunden übrig), weil sie fand, ich könne mich nicht genug auf die Therapie einlassen. Würde auf dem Stuhl hin und her rutschen, würde signalisieren, ich sei schon auf dem Sprung, könne mich nicht auf ein Thema dauerhaft festlegen etc.... sie empfahl dann eine Psychoanalyse (das kann ich mir aber gar nicht vorstellen, weil ich ja eh schon ständig nachdenke)...

    Ich komm mir nur noch blöd vor, unfähig irgend etwas gut zu machen.

    Bei den Wartezeiten scheints für mich irgendwie keine zeitnahe Hilfe zu geben.

    Außerdem muss ich jetzt nochmal zu meinem Hausarzt, weil der Psychiater mir für die ADHS Ambulanz eine Überweisung gegeben hat, die natürlich längst mit diesem Quartal abläuft.
    Und jetzt muss ich meinem Hausarzt von dem Verdacht erzählen und ich fühl mich nur noch blöd, weil ich mich da so öffnen muss. ....

    Warum kann ich nicht einfach normal sein, wie andere auch?



    grüße von lisa
    Hallo lisa das alles was du da schreibst ist für mich sehr ergreifend da du wie du es sagst einfach große probleme hast der letzte satz den du geschrieben hast ist für mich dir entscheidende ich möchte dir keine angst machen aber damit du weiter kommst ist die wahrheit das einzige mittel du musst dazu stehen lernen mit dir umzugehen egal wie schwer es ist es wird dich von nunan immer begleiten ich bin als kind schon diagnostiziert worden und hatte daher schon lange zeit darüber nachzudenken und ich habe mir schon als ganz kleiner junge gedacht das ich anders bin doch ich würde es nie verleugnen und niemals tauschen ich will es lieber mehr verstehen es bringt nicht nur nachteile auch wenn man die am meisten sieht :-) die anderen leute hier sind der schlüssel dazu vieles zu verstehen du musst es nur wollen und einsehen es geht niemals wieder weg das sage ich dir von vorne herein es ist nicht heilbar aber man kann lernen :-)

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 30

    AW: die Unruhe macht mich wahnsinnig

    Etosha schreibt:
    Guten Morgen Lisamarie! Ich hab Dein Post schon gestern Abend gelesen und mußte schon fast schmunzeln, weil diese vielen Parallelen echt faszinierend sind. Gut, daß Du es so rauslassen konntest. Ich kann das nämlich gerade im Moment gar nicht.



    Das geht mir ganz genauso: Ich nehme an, daß das mit der Wahrnehmung zutun hat. Jetzt ist es tatsächlich so, daß man quasi "weiß", wo man verquer tickt und "kann" es sich nicht mehr länger schönreden. Es ist ein Problem und das verstärkt die Symptomatik, nehme ich an. Es ist halt kein gebrochenes Bein...man kann rein theoretisch mit diesem ganzen Mist leben, sich von Tag zu Tag schleppen, aber jetzt kriegen wir erstmal mit, wie unendlich viel ENERGIE wir für die einfachsten Dinge aufwenden müssen. Dieses Bewußtsein ist heftig und darf es auch sein.

    Ja, diese Warterei ist kaum auszuhalten. Vorallem vor dem Hintergrund, dass man ständig das Empfinden hat, das ein Fehltritt irgendwie den Totalzusammenbruch bewirken könnte. Mein Termin ist Mitte Juni. Die Zeit bis dahin versuche ich jetzt durch eine Verhaltenstherapie "zu füllen". Weiß aber auch nicht, in wie weit das greifen wird. Man ist ja quasi vollkommen auf sich selbst zurück geworfen. Kaum einer kennt sich mit der Thematik wirklich aus...Wir müssen ständig Kräfte aktivieren, die wir eigentlich kaum mehr aufbringen können. Gott sei Dank bin ich das Gefühl gewohnt, von Ärzten keine wirkliche Hilfe zu erwarten und mir mein Wissen selbst zu erarbeiten. Dennoch: Wir sind auf ihre Mitarbeit verdammt nochmal angewiesen. Und dieses Wissen, daß es einige wenige Leute gibt, die einen zumindest teilweise aus diesem Schmamassel "befreien" könnten...Ich weiß nicht, ob das jetzt hilft. Der Druck, nicht an die falschen Leute zu geraten...ständig auf Halbachtstellung...das ist ja gerade für uns echtes richtiges Gift. Wo wir eh schon so schlecht vertrauen können und alles und jeden ständig hinterfragen.



    Ich nehme an, dass es etwas mit unserem Hormonspiegel zutun hat, der sich ja immer wieder verändert. Ich habe auch jahrelang unter Essstörungen gelitten und nu, da ich das halbwegs unter Kontrolle habe...kriecht der ganze andere Mist untendrunter hervor Aber ich glaube, das war schon vorher da, nur war der Leidensdruck der Essstörung prägnanter und hat unser ganzes Bewußtsein eingenommen???


    Dito! Es ist alles schwer! Die einfachsten Handgriffe...total abgefahren.


    Das denk ich mir auch oft. Aber was will ich da? Was will ich in der klinik um die Ecke, die sich mit der ganzen Symptomatik gar nicht auskennen? Die dann nur wieder irgendwelche schrägen Depressionen diagnostizieren, die ich gar nicht habe? Aber Du hast es schön beschrieben und das sag ich auch immer: Verantwortung abgeben, das wär schon mal was.




    Du bist nicht wütend genug!
    Überleg mal: All die vielen Jahre Kraftanstrengung! Das ist doch nicht normal, Mensch. Wir schleppen uns von Tag zu Tag...tausend Beinchen, aber kein Vorankommen. Tausend Talente...alles in den Wind geschmissen...! Was für ein Verlust! Manchmal denk ich mir, wenn mir einer querkommt, dann dreh ich total am Rad und schlag da alles kurz und klein. Aggressionspotential ist da. Die Kraft bring ich immer irgendwie auf Aber verar*** lass ich mich nicht mehr.



    Genau wie bei mir.
    Nur, daß ich mir diese "Öffnerei" viiiel schwerer vorgestellt hatte. Meine Ärztin hat ganz klar gesagt, dass alle Zeichen dafür sprechen, sie sich aber natürlich nicht gut genug auskennt.


    Keine Ahnung.
    Aber einfach wär ja langweilig. Ich finde schon auch, daß diese ganze Geschichte, wenn man sie sich mal aus der Distanz betrachtet, verdammt spannend ist. Ich sach immer: Das sind die Herausforderungen, die das Leben an uns stellt. Fertig. Gehen wirs an. Immerhin haben wir nun einen Ansatzpunkt.
    Quasi ein Lichtlein am Ende des Tunnels.

    Wir schaffen das schon.
    Zumindest immer mal wieder so zwischendurch.

    Alles Liebe
    Etosha
    Hallo Etosha das was du hier über mir schreibst ist vollkommen Richtig.
    Es bringt euch nur etwas euch damit auseinanderzusetzen wenn ihr auch nicht mehr zweifelt ob ihrs habt oder nicht. So wie ich es lesen kann ist es auf jeden fall so das ihr es habt und genau was du Etosha schreibst darüber das die sache spannend ist sehe ich auch so :-)ich finde es auch echt nicht mehr so schlimm alles und am meisten macht man sich halt selber fertig das ist das schlimmste oder?

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 735

    AW: die Unruhe macht mich wahnsinnig

    Hi Fabian,
    schwierig ist es für mich Grenzen zu ziehen. Zu sagen: Hier stehe ich (mit meinen Sorgen, Ängsten, Gaben, etc.pp.) und da steht der andere.
    Sich wirklich klar und deutlich zu definieren in dieser Welt/Gesellschaft, das ist das was uns wohl mit die grössten Schwierigkeiten bereiten dürfe.
    Erst recht, wenn man viel Ballast mit sich rum trägt.

    Ein stabiles, einigermaßen "positives" Selbstbild zu entwickeln.
    Etwas, das einem Halt gibt. Etwas, das nicht ausserhalb von einem selbst liegt.
    Sowas wie Ruhe. Geborgenheit, die von innen kommt.
    Ge-lassen-heit.

    Ich für mich stelle immer wieder fest, wie ich in einen regelrechten Sog hinhein gezogen werde,
    weil ich mich nicht frei machen kann von diesem ganzen Scheiß und mir permanent selbst ein Bein stelle, weil ich meine Umwelt ernster zu nehmen scheine,
    als mich selbst.


    Ich nehme mich nicht wahr.
    Ich spüre keine Kraft (oder selten).Und wenn, dann ziehe ich sie aus den falschen Dingen, z.B. Lob, Anerkennung, etc. Und das ist schon ein Problem.
    Wenn Du soviel Kontrolle abgibst und ständig neben Dir stehst...

    Ich will gar nicht so sein, wie die Tante Erna von nebenan. Ich mag mich nur zwischendurch
    auch mal...hmm...gerne im Spiegel ansehen und sagen: Scheiße, haste gut gemacht.
    Hast Dich nicht übern Tisch ziehen lassen. Kraft in etwas investiert, was Dich wieder Jahre Deines Lebens kosten wird.
    Und NIX dafür bekommen.

    Weißt Du, ich will mal KingKong sein, mir auf die Brust trommeln und sagen:
    Ich bin der Heeeeld!



    ...und das ist keine Jammerei.
    Ich reflektiere mein Tun/Sein.

    Spät abendliche Grüße
    E.

  10. #10
    Lisamarie

    Gast

    AW: die Unruhe macht mich wahnsinnig

    Hallo ihr Lieben

    vielen Dank für eure Antworten und bitte entschuldigt, dass ich erst jetzt wieder schreibe.
    Ich hatte nicht die Muse, nicht die Konzentration. Auch jetzt schreibe ich wieder aus gegebenem Anlass und ich hoffe, ihr seid mir nicht böse, wenn ich nicht genau auf eure Beiträge eingehe. Das fällt mir gerade einfach zu schwer, mich darauf zu konzentrieren .

    Meine Mitbewohner und ich wollten demnächst an einem WE zusammen wegfahren. Erst große Euphorie, dann Uneinigkeit, ob wir von Freitag bis Sonntag oder Samstag bis Sonntag fahren.

    Heute sagt ein Mitbewohner (der erst Samstag los will), dass er Angst hat, dass das WE anstrengend wird mit uns,,,,,

    Ich war so traurig über diesen Satz. Ich habe das soooo oft in meinem Leben von Familienangehörigen und Freunden gehört " Lisamarie, du bist so anstrengend!" "Du siehst aus wie ein Engel und bist ein Teufel" " Wenn du so bleibst, wirst du irgendwann alleine dastehen" "Wenn du so bleibst, wirst du später keine Freunde haben"..... etc....

    Dieses Wörtchen "anstrengend" in Bezug auf mich ist für mich wie ein Messer in meiner Brust.... Am schlimmsten: Ich kann es nachvollziehen, ich rede viel, ich springe im Thema, ich habe Stimmungsschwankungen - na klar ist das anstrengend..... aber in meinem Inneren bin ich einfach nur ganz arg liebesbedürftig und fühle mich jetzt einfach total SCHULDIG und FALSCH so wie ich bin. Ich bin einfach NIE GANZ RICHTIG.....

    Wie soll man sich selbst mögen lernen, wenn man offenbar scheiße ist? Mein Selbstbewusstsein fährt bei solchen "Reizwörtern" unter 0 und ich könnte mich ohrfeigen dafür, dass ich so bin wie ich bin. Ich will nicht so sein wie ich bin.



    liebe Grüße

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