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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 64

    Alles dreht sich im Kreis

    Hallo zusammen,

    momentan habe ich das Gefühl in meinem Kopf dreht sich alles im Kreis.
    Ich bin Studentin im 7. Semester und absolviere gerade mein Pflichtpraktikum. Eigentlich ist es genau das Praktikum, das ich immer haben wollte ... Nun sitze ich hier auf Arbeit, fühle mich fehl am Platz und habe vor allem das Gefühl, nichts mehr zu wissen. Als wäre alles, was ich jemals gelernt habe, wieder weg.
    Und was noch schlimmer ist: ich frage mich warum ich genau das machen wollte? Wo ich doch weiß, dass ich das mit meinem Hintergrund nicht hinbekommen werde!

    Ich weiß nicht mehr weiter.
    Meine Jüngste hat ja ADS, sie bekommt keine Medis, da sie bisher sehr viel durch ihre Intelligenz wettmachen konnte.
    Meine Große ist mitten in der Pubertät und ich habe das Gefühl, bei ihr verstärkt sich gerade alles. Sie wird hibbelig und kann mit ihrem Rumgerenne und Rumgezappel die ganze Umgebung auf die Palme bringen. Sie geht jetzt auch zu der Therapeutin meiner Kleinen, mal sehen wo das noch hinführt.

    Und ich ... ich sehe ja nun in meinen Kindern mich selbst. Ich möchte gerne eine Diagnose angehen, und habe keinen Plan wo ich da anfangen soll. Gehe ich da zuerst zu einem Psychologen, Psychiater, Neurologen, Hausarzt? Wo fange ich an?
    Und wenn ich dann hier im Forum lesen stellen sich mir Fragen wie: Und was ist, wenn ADS diagnostiziert wurde? Hilft Dir das dann weiter? Wie ist das mit Medis, die werden doch sicherlich auch nicht nen anderen Menschen aus Dir machen. Können die mir überhaupt helfen?
    Und nun sitze ich wieder hier und frage mich was richtig oder falsch ist, wo ich hingehen soll und ob ich mich nicht lieber gleich irgendwo verkrieche ...

    Ich überlege momentan sogar, wieder anzufangen mit Rauchen (obwohl es mir schon bei dem Gedanken ekelt) ... als ich aufhörte war das irgendwie der Anfang vom Ende und alles wurde nur noch schlimmer.

    Ich fühle mich auch so unverstanden. Freunde oder Bekannte habe ich ja keine, da bleibt nur meine Familie. Und meine Mutter erklärte mir dann gestern beim Weihnachtsessen, dass ich doch zur Akupunktur gehen soll. Das heilt dann auch ADS. Ist ja nur eine Stoffwechselstörung, richtig essen und so und das geht alles weg.
    Bei ihrer Enkeltochter akzeptiert sie das ADS. Bei mir nicht.

    Danke fürs Zuhören ...
    LG
    Carry

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Alles dreht sich im Kreis

    Hey Carry,

    also ich hab mich eine ganze Zeit vor der Diagnose gedrückt, einfach aus dem Grund: was wäre wenn die Diagnose negativ ist, dann weiss ich ja wieder nicht warum ich so bin wie ich bin. Oder anderum was ist wenn sie positiv ist? Dann hab ich die Bestätigung, ist das denn dann Besser?!? Aber meine Mutter hat mich letztendlich doch dazu gedrängt.
    Zwischen der Diagnose und dem Beginn der Medikation verging auch nochmal eine ganze Weile, insgeheim setzte ich eine menge Hoffnungen in die Wirkung der Medis, auch davon wollte ich mich nicht enttäuschen lassen und zögerte es hinaus (ist das unlogisch, keine Ahnung).
    Ich dachte mir dann auch, was passiert denn dann?! Werd ich anders, wie werd ich dann!?
    Aber an und für sich hab ich bisher eher das Gefühl ich schaffe soviel. Das hab ich auch nicht gleich gemerkt, hab eher gedacht ich würde mich anders fühlen, das ich plötzlich glasklar im Kopf bin und alles lesen kann ... aber nach einer Weile war es eher so dass der Kopf "leichter" wurde. Es waren weniger Aufgaben drin die ich noch vor mir herschob. Vieles auf meiner "Kopfliste" konnte ich schnell abhaken. (ich hab sogar geschafft einen Zahnarzttermin zu machen *yeah*)
    Außerdem kann ich mich hinsetzten und lernen, ohne das Gefühl zu haben es zerreißt mich gleich und ich müsste hundert Dinge vorher tun (vieles ist eben schon erledigt) ... dadurch schlafe ich auch wesentlich besser ... kein Kopfkino mehr oder Angst vor der Liste an Dingen die in die nächsten tagen noch zu bewähltigen habe.
    Allgemein hab ich also nicht das Gefühl die Medis verändern mich, sondern sie setzten meinen inneren Schweinehund in den Schrank (wo er nichts zusagen hat) und lassen mich das erledigen was ich vorhab. Es ist als flüstere eine kleine Stimme "ach komm machs eiinfach gleich" statt "wir haben doch noch sooo viel Zeit, machs später". Darum beende ich lieber Dinge und das motiviert mich und so schaff ich anderes auch viel leichter.

    Also vondaher muss ich sagen es hat sich gelohnt. Diese ganze Ärzte-Prozedur und das "hab ichs oder hab ichs nicht"-Spiel.
    Ich hoffe ich konnte bissl helfen.

    Lg schnutz

    Ps: Ach und sovon wegen Verständnis der Familie zum Thema. Viele Menschen verbinden ADS eben mit Kinder, und Erwachsene müssen sich "einfach nur" bissl zusammenreisen, ja oder besser essen, oder mehr trinken ("ja da kannste dich sicher besser konzentrieren") oder toll ist auch "ach das sind die Symtome, hmm, ich hatte auch schon oft solche Phasen, aber da kann man sich doch nicht gleich so gehen lassen, das geht schon vorbei"). Meist wird es aber totgeschwiegen, wie ich finde oftmals auch angenehmer und eine Bessere Alternative zu den pseudointelligente Ratschläge "so würdest auch du dein Leben auf die Reihe kriegen". In der Hinsicht hab ich aber Glück mit meiner Mutter, sie hat es hundertpro auch, und hat sich viel damit beschäftigt, mit ihr kann ich zum Glück reden, aber mein Lbensgefährte/Freund was auch immer, der redet da mit mir nich drüber, nie.

    Tja.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 64

    AW: Alles dreht sich im Kreis

    Ahh ... ich wollte doch antworten ... völlig vergessen


    Hallo Schnutz,
    ich denke auch, dass mich momentan vor allem das Ungewisse so sehr plagt. Und auch das: Was ist, wenn die Diagnose negativ ist? Bin ich dann wirklich zu blöd für alles?
    Aber da bei mir momentan wirklich nichts mehr geht, ich immer müder werde und immer weniger schaffe gehe ich es jetzt an.
    Ich wäre froh wenn meine Mutter irgendwas davon verstehen würde. Sie hat auch 100% ADS, nur liegt für sie alles am Essen usw. Und mit Akupunktur bekommt man auch alles weg.

    Ja es hat mir sehr geholfen deine Zeilen zu lesen. Zu sehen dass nicht nur ich so verquere Gedanken hab und es vielleicht doch alles normal ist.
    Überhaupt - seit ich hier im Forum mitlese bin ich bei vielen Dingen schon entspannter geworden. Sehe dass ich nicht alleine bin.
    Außerdem hab ich mir "Die Chaosprinzessin" gekauft und lese das gerade ... und frage mich ob die ein Buch über mich geschrieben haben?
    Ich habe schon ewig nicht mehr geweint, aber bei dem Buch kommen mir die Tränen. Wie kann jemand meine Gedanken- und Gefühlswelt so treffend beschreiben?
    All die Angst, die Scham, dieses Nicht-um-Hilfe-bitten-können, das wie-eine-normale-Frau-sein-wollen.

    Ich habe nie gefragt, was normal ist. Es war immer das, was ich nicht war.
    Oder dieses Einreden in der Kindheit:
    "Du schaffst das eh nicht"
    "Stell Dich doch nicht so an"
    "Warum packst Du das nicht, Du bist doch so intelligent"
    "Hab Dich nicht so"
    ....

    Ich bin froh, dass man mit vielen Ärzten inzwischen auch per E-Mail in Kontakt kommen kann. Einfach da anzurufen und zu sagen "Ich hab da ein Problem und brauch Hilfe" - das kann ich noch nicht. Ich habe immer Angst, dass man mich auslacht oder wegschickt oder was weiß ich. Und das obwohl das jetzt ja alles Ärzte sind die wissen was ADS ist ...
    So gehe ich das jetzt also an und bin gespannt wann ich nen ersten Termin für eine Diagnose bekomme.
    Hab da eine Ärztin empfohlen bekommen, die da mehrstündige Tests macht für die ADS-Diagnostik. Bezahlt aber wohl nicht alles die Krankenkasse?
    Ich bin gespannt.

    Liebe Grüße
    Carry

  4. #4
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: Alles dreht sich im Kreis

    hallo cary

    wollt dir nur sagen, auch ich kann das alles sehr gut verstehen.

    vieleicht könnten wir uns über einige dinge austauschen und "anstubsen" helfen..

    leider bin ich momentan so richtig krank..

    muss mich erst mal erholen..

    chaos und krank..

    da wird das durcheinander (im umfeld und im kopf) leider jeden tag grösser..

    hab das gefühl nicht mehr klar zu denken..

    aber wenn wieder besser, würd ich gern in austausch mit dir treten, gern auch pn..

    lg angeL

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 64

    AW: Alles dreht sich im Kreis

    Huhu Engelchen

    fühl Dich gedrückt
    Ich hoffe Dir geht es bald besser!

    Deine PN werd ich auch gleich noch beantworten ... aber jetzt werd erstmal gesund!

    Liebe Grüße
    Carry

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