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Diskutiere im Thema Ist unsere Aufmerksamkeit wirklich immer schlecht? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    Frage Ist unsere Aufmerksamkeit wirklich immer schlecht?

    Ein typisches Merkmal von AD(H)S ist ja, dass wir große Probleme mit unserer Aufmerksamkeit haben.
    Ich wundere mich aber, warum häufig Kinder mit AD(H)S zum Beispiel bei Computerspielen oft extrem und stundenlang konzentriert sein können und in der Schule meist abschalten.
    Darüber hinaus habe ich erlebt, dass Lehrer bei Kindern mit AD(H)S die Diagnose angezweifelt haben, weil sie meinten, dass sich diese Kinder ja manchmal konzentrieren könnten. Es wurde dann vermutet, dass sie nur faul seien.
    In einem Zeugnis von einem Kind mit ADS stand: „Wenn ihn etwas interessiert, ist er zu sehr guten Leistungen in der Lage. Er muss lernen, seine Interessengebiete zu erweitern“(kann man so etwas eigentlich steuern?).
    Mir geht es auch oft so. Wenn etwas spannend ist, dann „funktioniere“ ich oft besser und schneller, als andere. Trotzdem bin ich meist weggetreten, vergesse viel und bringe häufig etwas durcheinander. Außerdem arbeite ich oft auch wie eine Schnecke.
    Warum können viele von uns anderen mit Dingen helfen, die wir bei uns selbst nicht schaffen?
    Können wir uns dann besser konzentrieren (denn die Hilfe ist ja oft erfolgreich)?
    Haben viele von uns wegen dieser Erfolgserlebnisse vielleicht ein „Helfersyndrom“?

    Bei einem Vortrag hat ein Facharzt, der viele Patienten mit AD(H)S behandelt, Folgendes berichtet:
    Er hatte festgestellt, dass bei AD(H)S die Aufmerksamkeit höher steigen kann, als es normalerweise der Fall ist. Sie kann auf der anderen Seite allerdings auch fast auf „0“ sinken.
    Die meisten Menschen haben eine Aufmerksamkeitsspanne, die sich mehr im Mittelpunkt bewegt und nicht so extrem schwankt.


    Da dieser Arzt immer auch mit einigen Testen die Hirnströme seiner Patienten gemessen hat, weiß ich nicht, ob er daran etwas erkannt hat.
    Ebenfalls ist mir nicht bekannt, ob dies nun nur eine einzelne These war, die noch nicht bewiesen werden kann.
    Es würde aber viele Widersprüche erklären.


    Warum gibt es trotz AD(H)S auch Menschen, die Extremes geleistet haben, wie zum Beispiel Albert Einstein oder Herrmann Hesse (diese sollen die typischen AD(H)S-Eigenschaften gehabt haben) sowie viele bekannte Erfinder? Ganz ohne Konzentration könnte einem wohl auch die größte Intelligenz nicht helfen.
    Wenn das so stimmen würde, dann hätten wir zwar einen gravierenden Nachteil, der uns viel Ärger und Kummer bereitet, aber auch einen sehr wichtigen Vorteil, der uns zusätzliche Chancen bieten könnte und es wäre um so wichtiger, dass wir eine für uns geeignete Tätigkeit ausüben könnten.
    Ist es vielleicht möglich, dass, wenn wir bestimmte Begabungen haben, dann trotz des AD(H)S weit über uns hinauswachsen und sehr große Erfolge erzielen könnten?
    Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?


    An alle die Medikamente einnehmen: Ich möchte auf keinen Fall, dass jemand glaubt, ich sei gegen eine medikamentöse Behandlung von AD(H)S, weil ich hier im Forum immer nach den Vorteilen dieser Andersartigkeit suche. Ich hatte auch ein Thema eröffnet, in dem ich nach den Vorteilen von AD(H)S gefragt habe. Ich kenne die andere Seite gut und darüber wird hier auch viel geschrieben. Das ist auch sehr gut, denn dadurch fühlt man sich unter anderem besser verstanden.
    Wer einen großen Leidensdruck hat und Probleme beim Studium, bei der Arbeit oder anderes, dem können die Medikamente bestimmt helfen. Aber es gibt auch eine Gruppe, die keine Medikamente einnehmen dürfen. Dazu zähle ich. Leider helfen die Medikamente auch nicht jedem oder lösen alle Probleme. Dann kann einem vielleicht das falsche Medikament verordnet worden sein oder es wurde möglicherweise falsch dosiert. Aufgeben sollte man am besten nie und immer nach einer besseren Lebensqualität suchen
    Wenn aber alles nicht helfen sollte, kann man nur versuchen, mit anderen Mitteln die Nachteile zu kompensieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man unter günstigen Bedingungen nicht immer einen Leidensdruck aufgrund des AD(H)S haben muss und nicht alles, was einen belastet, muss mit dem AD(H)S im Zusammenhang stehen.
    Das Thema ist ganz schön kompliziert, zumal es viele sich widersprechende Forschungsergebnisse gibt.
    Darum möchte ich mal hier im Forum von den Erfahrungen anderer hören.

  2. #2
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 59

    AW: Ist unsere Aufmerksamkeit wirklich immer schlecht?

    Hallo,

    ich bin überzeugt, daß in einem entsprechenden Umfeld keine Medikamente und auch sonst keine Therapie nötig wäre.
    Daß wir ADHSler leiden, liegt an unserer modernen Gesellschaft. Wir leben in einem für uns feindlichen Lebensraum.
    Mich stört eigentlich nur eines: Das ADHS macht mir immer wieder deutlich, daß der angebliche freie Wille des Menschens nicht existiert. Nur weil ich etwas will, kann ich es noch lange nicht. Ich will mit dem Fahrstuhl in den 6. Stock. Ich weiß, ich muß dafür nur auf das Knöpfchen 6 drücken. Kann ich aber nicht. Innere Blockade. Und man steht dumm im Fahrstuhl, der nicht fährt...
    Wie gesagt: KEIN freier Wille. Der Mensch folgt nicht zu 99 % seinem Willen und zu 1 % seinen Trieben, Instinkten und Reflexen, es ist eher umgekehrt. Mit ADHS wird das besonders deutlich, weil es uns unsere Reizfilterschwäche so schwer macht, die Triebe, Instinkte und Reflexe mal auszuklammern.
    Ich bin in meinem eigenen Kopf nur Bittsteller und nicht der Chef. DAS nervt.

    Gruß Michael

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 35

    AW: Ist unsere Aufmerksamkeit wirklich immer schlecht?

    also ich kann sagen, dass ich mit medikamenten gut bedient bin, teilweise also abgesehen von den ganzen üblen NWs.
    Ich bin so wie ich eigentlich sein sollte vorallem bin ich dann allgemein intellektueller.
    Egal in welcher Gesellschaft ich mich befinde, ich habe immer und überall Probleme mit ADS.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 87

    AW: Ist unsere Aufmerksamkeit wirklich immer schlecht?

    Hallo Celine,
    kürzlich habe ich irgendwo gelesen, dass diese Computerspiele sogar gut sind
    für ADHS Kinder. Aber ich weiss nicht mehr wo das war.
    Gut deshalb, weil hier viele Eigenschaften geübt werden können.
    Schnelligkeit, Reaktion und Multitasking stand da als Beispiel.

    Mein Sohn ist auch so ein Spezialist Er sagt klar, dass die Schule ihm
    einfach zu langweilig sei. Seit er Aufgabenhilfe bekommt, ist es besser geworden, weil
    er so gefördert wird.

    Selber habe ich mir natürlich auch schon Gedanken darüber gemacht wie das funktioniert
    mit der Aufmerksamkeit.

    Ich habe letzte Woche mit meinem Therapeuten darüber geredet und habe ein gutes Beispiel gefunden es ihm bildlich zu erklären.

    Also... ich schaue mit jemandem der kein ADS hat zum Himmel und betrachte einen Stern.
    Der andere kann das. Ich sehe die Sterne rundherum, und dann noch die dahinter und dann noch mehr Sterne und Sterne und es hört nicht auf. Dann mache ich einen Schnitt und bin wieder auf der Erde, weil es mir irgendwie auch Angst macht, dass da soviel auf mich zukommt das es mich beinahe erschlägt.
    Und dann ist aus die Maus, es wrd langweilig *gg
    Mein Psychologe hat das dann mit einem Wort Fokussieren genannt, was ich ihm beschrieben habe.

    Selber glaube ich ja, dass es eigentlich bei jedem so ist, dass man sich mehr oder weniger
    für etwas interessiert. Nur mit ADS gibt es halt mehr Extreme.
    Die Zwischenwelten mit nur ein bisschen Konzentration gibt es wohl weniger. Bei mir jedenfalls... entweder ganz oder gar nicht... So fällt es natürlich vielmehr auf.

    Mit den Medis bin ich noch nicht wirklich warm... Jetzt hatte ich eine Woche Ritalin und seit letzten Donnerstag Concerta und bin immer noch hundemüde
    von dem Zeug. Hoffe dass sich das bald legt, sonst würde ich mich mit Benzos
    wirklich wohler fühlen, da bin ich weniger müde.

    Lieber Gruss von Sofie

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    AW: Ist unsere Aufmerksamkeit wirklich immer schlecht?

    Celine schreibt:
    Ist unsere Aufmerksamkeit wirklich immer schlecht?
    Ich ziehe die Frage mal ein wenig aus dem Kontext, da sie mit dem Inhalt deines Threads weniger zu tun hat bzw. in eine andere Richtung lenkt (Trotzdem möchte ich es gern loswerden .

    Im Prinzip haben AD(H)S'ler kein Aufmerksamkeitsdefizit sondern eine vermehrte Aktivierung der Aufmerksamkeit, sodass es schwer fällt, uns auf eine Tätigkeit zu konzentrieren. Doch selbst wenn wir uns abschotten bzw. in einer ruhigen Umgebung sind, um uns auf eine Sache zu konzentrieren, klappt es nicht. Warum ist das so? Ich habe mich über HSP eine ganze Zeit lang informiert, die ja auch eine Reizfilterschwäche und mit vermehrter Aktivierung der Aufmerksamtkeit zu kämpfen haben. Scheint die Umgebung allerdings bei HSP zu stimmen, haben die keine Probleme mehr.

    Natürlich bringt die vermehrte Aktivierung der Aufmerksamtkeit auch Vorteile. Sind wir in einem Hyperfokus, können wir Dinge, die wir nicht rausfiltern konnten, verknüpfen und etwas Neues kreieren. Das ist schön und gut, doch in der heutigen Zeit kommen Dinge zustande, weil ein Zusammenbund aus mehreren Menschen gemeinsam arbeiten, um etwas zu erschaffen, was ich noch besser finde. Leider haben wir da so unsere Schwierigkeiten.

    Persönlich würde ich jedoch gerne die vermehrte Aktivierung der Aufmerksamtkeit abgeben, um mich mal zielstrebig auf ewtas konzentrieren zu können. Mit fällt es unheimlich schwer mich in einer Unterhaltung wohl zu fühlen. Mir wurde mal nachgesagt, dass ich HB sei und dadurch Komplikationen in Unterhaltungen habe. Selbst wenn es so wäre, alleine deswegen sicherlich nicht.

    Gruß
    vakuum
    Geändert von vakuum (21.12.2010 um 01:28 Uhr)

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 87

    AW: Ist unsere Aufmerksamkeit wirklich immer schlecht?

    Huhu vakuum... ähm... nicht hauen... aber da ist wohl etwas schiefgegangen mit dem Zitieren... die Frage stammt von Celine.
    Hmm... was ist an meinem Beitrag aus dem Kontext?
    Habe ich etwas falsch verstanden?
    Wünsche Euch eine gute Nacht
    Sofie

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    AW: Ist unsere Aufmerksamkeit wirklich immer schlecht?

    Oh ja, da ist was schief gelaufen. Habs geändert. Wollte Celines Frage zitieren.
    Wenn ich so recht überlege, hab ich gar nichts aus dem Kontext gezogen. Bin da ein wenig gebranntmarkt, durch meine Erfahrungen wahrscheinlich.

    Gute Nacht Sofie!
    Geändert von vakuum (21.12.2010 um 01:37 Uhr)

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 595

    AW: Ist unsere Aufmerksamkeit wirklich immer schlecht?

    Das hat mich auch schon oft beschäftig. Vielleicht ist aber auch die Wahrnehmung
    von uns in einigen Punkten anders, nicht so ganz richtig oder wie auch immer.

    Ein Kumpel sprach mich neulich darauf an und meinte, kann doch bei mir eigentlich
    alles nicht so sein, weil ich locker von früh um 10 bis nachts um 3 am PC sitzen kann
    und dabei auch voll die Ruhe bin.

    Wirklich?

    Ja, es scheint so. ABER: 1. geht es dann nur um Sachen, die mich gerade total
    interessieren. Ist da z.B. ein Softwareproblem oder der Rechner spinnt, dann sitze ich
    da auch mal 14 Stunden am Stück, aber auch nur, weil ich ohne PC nicht kann und
    das blöde Ding muss laufen.
    Auf der anderen Seite ist es eigentlich völlig unwichtig, genau genommen, ob das
    Teil nun läuft. Alles um mich rum ist in der Zeit egal, ich esse nichts, rauche eine
    Zigarette nach der anderen, mein Hund wird schon depressiv, weil ich sie dann
    stundenlang nicht beachte.

    Da ist dann was in meinem Kopf und das macht mich wie besessen, in dem Fall der PC.

    Die Küche sieht aus wie Sau, die Wohnung will ich auch schon seit 2 Wochen saugen.
    Meine Wohnungstüren hab ich vor 2 Jahren angefangen zu streichen, aber
    die sind bis heute nicht fertig.

    2. ich kann den ganzen Tag am PC sitzen und lesen. Ich lese schnell, schreibe auch
    gut, Deutsch 1. Auf der 3. Seite weiß ich aber nicht mehr, was auf der 1. Seite stand.

    Ich hab es lange nicht bemerkt, aber oft lese ich nur quer, weil ich einfach keine
    Geduld hab, alles zu lesen.

    Bei einem IQ Test lese ich die Erklärung für die Aufgaben, weiß aber ab Aufgabe 3
    nicht mehr, was in der Erklärung stand, muss wieder die Erklärung lesen, gerate
    unter Zeitdruck, Test mies.

    Das Problem ist einfach, zwischen wichtig und unwichtig zu unterscheiden und sich
    bei den wichtigen Dingen auf die Sache konzentrieren, kurz und knackig zu Ende
    führen. Und da mangelt es.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: Ist unsere Aufmerksamkeit wirklich immer schlecht?

    JA, das ist es was die meisten Leute an ADHS nicht verstehen!!

    Es ist nämlich ein Defizit, die Aufmerksamkeit zu steuern, nicht überhaupt aufmerksam sein zu können!

    Ich habe furchtbar viel Aufmerksamkeit, nur leider meist für die falschen Dinge.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 87

    AW: Ist unsere Aufmerksamkeit wirklich immer schlecht?

    Schnuff Du hast es auf den Punkt gebracht Genau so ist es!

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