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Diskutiere im Thema Was sagt ihr zu den Regeln, die ich einmal für mich aufgestellt habe? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    Was sagt ihr zu den Regeln, die ich einmal für mich aufgestellt habe?

    Vorsicht, langer Text! Tut mir leid.

    Irgendwie komme ich mir ein bisschen merkwürdig vor, weil ich meine Regeln hier aufschreibe. Es sind dazu noch Fehler drin und ich komme mit dem Schreibprogramm auf meinem Computer nicht immer zurecht.
    Vielleicht findet ihr den Inhalt total blöd.
    Aber hier sollte mir das ja nicht peinlich sein – oder?

    Ich bin hier noch relativ neu und sicher haben schon viele hier Ähnliches geschrieben, trotzdem hätte ich gerne mal andere Meinungen dazu gewusst.

    Diese Regeln habe ich vor vielen Jahren für mich und meinen Sohn entwickelt. Ich war damals krank und hatte öfter Angst zu sterben.
    Ein bisschen hatte ich gehofft, dass ich meinem Sohn, der damals noch ein Kind war, dann etwas Sinnvolles hinterlasse, dass auch ihm im Leben helfen könnte.


    Diese Regeln haben mir dann beim Aufschreiben selbst sehr geholfen, aber ohne eine gute Freundin, die sich immer wieder das Gleiche von mir anhören musste, hätte es vielleicht trotzdem nicht geklappt.

    Andere Regeln aus diversen Büchern passten außerdem nicht richtig zu mir, habe mich davon aber teilweise inspirieren lassen.

    Was meint ihr, würdet ihr diese Regeln auch für euch richtig finden?
    Habt ihr vielleicht gute Tipps, die ich vergessen habe?
    Vielleicht können wir ja alle zusammen Regeln für uns entwickeln? Vielleicht gibt es aber schon längst sehr Gute? Tausend Fragen……………..

    Es tut mir leid, es ist viel zu lesen. Mein Kopf sprudelt immer über. Das kann für meine Umgebung ganz schön anstrengend sein.

    Jetzt kommen endlich die für mich wichtigen Regeln:

    A) Vermeiden, was mir oder anderen schadet (sollte wohl jeder, ist aber ganz schön schwer!)

    B) Tricks finden, um Konzentrationsprobleme auszugleichen

    C) Langeweile vermeiden

    So kann ich es vielleicht schaffen:


    • Informieren, was ADS ist und klären, ob ich es wirklich habe



    • Bei jemandem Hilfe suchen (nach Möglichkeit mit Humor, der mich mag und tolerant ist)



    • Freunde finden, mit denen ich mich wohlfühle, wo ich mich nicht verstellen muss (vermutlich welche mit AD(H)S)



    • Meine „echten“ Freundschaften pflegen, denn diese sind ganz wichtig für mich



    • Von „falschen Freunden oder Freunden, die mir nicht guttun“ entfernen.

    Wenn eine Freundschaft zu Ende geht, sollte dies ohne Hass geschehen, sonst schade ich mir nur selbst. Ich muss mir deutlich machen, dass der andere Mensch vielleicht auch Probleme mit sich selbst hat und unsere „Macken“ vielleicht nur nicht zusammenpassen.


    • Wichtige Menschen über mein AD(H)S informieren, denen ich vertrauen kann, damit sie mich besser verstehen ( Menschen ohne AD(H)S haben damit allerdings oft Probleme - nicht zu viel von Ihnen erwarten und nicht enttäuscht sein, wenn sie mich nicht verstehen)
    • Es tut gut, wenn ich mich mit meiner Familie, meinen Freunden oder meinem Partner ergänzen, und wir uns gegenseitig helfen können. Dabei auf die Bedürfnisse der anderen achten, so wie ich mir von ihnen Verständnis erwarte



    • Gegenseitiges Ruhebedürfnis tolerieren



    • Über meine Schwächen mit anderen Lachen. Das Ernsthafte ins Komische verwandeln (in einem Film würde ich mich über die meisten Dinge, die mir passieren kaputtlachen – mache ich auch ohne Film meistens schon)



    • Lieb und fürsorglich zu anderen sein. Sie auch mal loben oder ein Kompliment machen. So etwas tut mir auch gut. Mich verwöhnen lassen- aber auch die anderen verwöhnen



    • Tolerant sein (andere haben auch ihre Schwächen oder fühlen sich verletzt). Wer Schlechtes tut, handelt meist aus eigener Schwäche!!!!!!



    • Nicht denken, dass ich eine Charakterschwäche habe! Es ist vermutlich nur eine genetische Besonderheit und keine Krankheit (auch, wenn es manchmal dicht an eine Krankheit herankommt). Wenn ich zuerst mit anderen Menschen, die auch von AD(H)S betroffen sind, die gleiche „Wellenlänge“ habe und später gibt es doch Probleme, dann sollte ich nicht irritiert oder traurig sein, denn jeder ist verschieden und AD(H)S äußert sich bei jedem anders. Erwartungshaltungen senken.



    • Ich habe viele positive Eigenschaften, die ich ohne ADS nicht hätte. Darum habe ich keinen Grund für ein schlechtes Selbstbewusstsein (bekomme ich aber trotzdem immer wieder, wenn ich mit Nicht-AD(H)Slern zu tun habe)



    • Die negativen Eigenschaften kann ich im Laufe meines Lebens ausgleichen und dadurch zum Lebenskünstler werden.



    • Nicht immer an meine Schwachpunkte denken, es sei denn, ich arbeite an einer Veränderung.



    • Auf meine Stärken konzentrieren



    • Ärger über Ignoranten und unwissende „Fachleute“, wie viele Lehrer, Psychologen und Ärzte schnell wieder vergessen. Auch wenn man mir oft Unrecht getan hat, sollte ich Verständnis dafür haben, denn dies geschah wohl meist aus Unwissenheit oder aufgrund der Schwäche der anderen..



    • Kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich meist tue, was mir Spaß macht. Nur so kann ich meine Konzentration halten. Am besten ist es, wenn ich versuche, besonders oft das zu machen, was meiner Begabung entspricht, dann kommt auch was Sinnvolles heraus



    • Bei langweiligen Tätigkeiten Tricks finden, wie ich diese trotzdem schaffe. Zum Beispiel die Arbeit in verschiedene Einheiten zerlegen, öfter mal eine Pause machen und die Zeitplanung trotzdem nicht vergessen. Wenn es die Tätigkeiten erlauben, nehme ich mir vor, mit diesen noch am gleichen Tag fertig zu werden. Zwei oder mehrere Dinge auf einmal machen, z.B. Fernsehen oder laut Musik hören und Aufräumen oder Saubermachen. Dann macht es mehr Spaß



    • Meine Hobbys wie zum Beispiel im Internet surfen, Fernsehen (auch nur hören), Musik hören, Zimmer verschönern, Gartenarbeit, schönes Essen kochen, Freude einladen, bummeln gehen, Essen gehen…….dienen zu meiner Belohnung.



    • Mindestens einmal in der Woche oder jeden Tag für eine gewisse Zeit auf meine Entspannung achten. Dann sollte mich niemand stören



    • Rechtzeitig mit allem anfangen, damit ich später nicht in Zeitdruck komme oder der

    Berg der Arbeit so anwächst, dass ich alleine nicht mehr damit fertig werde


    • Alles nach Wichtigkeit ordnen und mit System arbeiten.Vielleicht hilft ein Computer oder der Organizer eines Handys. Wichtig ist, dass ich alles Geplante aufschreibe, aber in ein Notizbuch, das ich überall griffbereit habe (keine Zettel - denn die sind irgendwie immer verschwunden).



    • Nie zu viel auf einmal vornehmen



    • Beim Aufräumen alles so beenden, wie es endgültig bleiben soll (sonst habe ich die gleiche Sache immer wieder in der Hand). Mit der Digitalkamera von selten benutzten Gegenständen Fotos zur Erinnerung machen und im Computer ordnen. Dann kann ich wichtige Gegenstände schnell wieder finden (Z.B. Gegenstände im Keller oder auf dem Dachboden)



    • Wichtige Stellen beim Lesen mit verschiedenen Leuchtstiften markieren



    • Wenn ich traurig oder mit jemandem wütend bin, ist es am besten, wenn ich am Computer einen Brief schreibe. So ordne ich meine Gedanken und Gefühle am besten. Ca. drei darauffolgende Tage verändere ich den Brief immer wieder, bis ich mit dem richtigen Abstand hinter meinen Gefühlen stehe und diesen Brief mit einem guten Gewissen absenden kann. Er sollte dann auf jeden Fall freundlich geschrieben sein und deutlich machen was mich traurig oder wütend gemacht hat. Vielleicht lernt der andere auch daraus, besonders, weil er sich nicht angegriffen fühlt



    • Wenn die Gedanken zu stark springen, hilft es, diese am Computer aufzuschreiben und immer wieder zu korrigieren, bis sie einigermaßen geordnet sind



    • Versuchen niemanden zu verletzen. ADS kann ein

    Grund für schlechte Selbstkontrolle sein, aber es ist keine Entschuldigung. Wenn es mir doch einmal passiert, sollte ich anschließend um Verzeihung bitten und erklären,
    was in mir vorging, damit es dem anderen leichter fällt, mich zu verstehen


    • Nie aufgeben, wenn meine Pläne, Arbeiten oder Beziehungen nicht gelingen. Beim nächsten Mal wird es vielleicht besser funktionieren.



    • Erkennen, wie mich vertraute Personen einschätzen. Ich kann mich manchmal falsch gesehen haben. Der erste Weg zur Besserung ist die Erkenntnis!!!!



    • Auch, wenn ich einmal verzweifelt bin und mir wünschen würde, kein AD(H)S zu haben, frag ich mich, welche positiven Eigenschaften an mir dann nicht mehr vorhanden wären? Vielleicht wird mir dann klar, dass ich das AD(H)S dann doch lieber behalten möchte. Ich kann trotzdem versuchen einige Dinge mir zu ändern und die positiven Eigenschaften bleiben.


    Letztendlich kann es dann doch ein Vorteil sein, wenn man ein(e) Chaosprinz(essin) ist. Oft habe ich das Gefühl, dass die Menschen ohne AD(H)S mehr Nachteile haben, als die mit dieser meist hoffentlich sympathischen Besonderheit.

    Ich lese mir das immer wieder selber durch und schreibe manchmal noch etwas dazu, weil ich dieses Ideal noch nicht erreicht habe. Es wird aber immer besser. Falls ich so alt werden sollte, hab ich es im Alter von 80 oder noch später ?????????vielleicht geschafft………Grins und endlich

  2. #2
    Burningdevil

    Gast

    AW: Was sagt ihr zu den Regeln, die ich einmal für mich aufgestellt habe?

    Ich finde die regeln klasse ... danke dafür und ich weiß ich werde sie mir ausdrucken und mir meine aufstellung auf mich angepasst machen .

    ich denke sie ist sehr hilfreich.


    lg burning

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 87

    AW: Was sagt ihr zu den Regeln, die ich einmal für mich aufgestellt habe?

    Toll dass Du Deine Tipps so zusammengefasst hast und teilst! Danke Dir

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Was sagt ihr zu den Regeln, die ich einmal für mich aufgestellt habe?

    Hallo,
    im Grunde sind das Dinge die ich ja alle weiss, aber man mauss auch dran glauben und sich daran erinnern.

    Im Moment fällt es mir sehr schwer das umzusetzen.

    Du hast vollkommen recht. Ich sollte mir auch sollche Dinge aufschreiben und immer wieder durchlesen und anpassen. Ich vergesse oft was ich schon geschafft habe und wie gut ich es eigentlich habe.

    Vielen Dank für Deine Regeln

    LG sychotante

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Was sagt ihr zu den Regeln, die ich einmal für mich aufgestellt habe?

    Hey
    Da sind eine ganze Menge Ratschläge, einige werde ich bestimmt mal ausprobieren! Finde es eine super Idee das du sie mal aufgeschrieben hast.

    • "Tolerant sein (andere haben auch ihre Schwächen oder fühlen sich verletzt). Wer Schlechtes tut, handelt meist aus eigener Schwäche!!!!!! "

    Vergess ich zu oft...

    • "Versuchen niemanden zu verletzen. ADS kann ein

    Grund für schlechte Selbstkontrolle sein, aber es ist keine Entschuldigung. Wenn es mir doch einmal passiert, sollte ich anschließend um Verzeihung bitten und erklären,
    was in mir vorging, damit es dem anderen leichter fällt, mich zu verstehen
    ."

    Den Rat geb ich mal weiter

    "Wenn ich traurig oder mit jemandem wütend bin, ist es am besten, wenn ich am Computer einen Brief schreibe. So ordne ich meine Gedanken und Gefühle am besten. Ca. drei darauffolgende Tage verändere ich den Brief immer wieder, bis ich mit dem richtigen Abstand hinter meinen Gefühlen stehe und diesen Brief mit einem guten Gewissen absenden kann. Er sollte dann auf jeden Fall freundlich geschrieben sein und deutlich machen was mich traurig oder wütend gemacht hat. Vielleicht lernt der andere auch daraus, besonders, weil er sich nicht angegriffen fühlt"

    ...werde ich persönlich nutzen!!!

    DANKE fürs teilhaben lassen!

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 26

    AW: Was sagt ihr zu den Regeln, die ich einmal für mich aufgestellt habe?

    Hey,
    das sind super Regeln. Gut das jmd die aufgeschrieben hat, ich hätte es wahrscheinlich nie getan, aber nur weil ich zu faul o.ä. gewesen wäre

    Danke

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Was sagt ihr zu den Regeln, die ich einmal für mich aufgestellt habe?

    Ich habe mich riesig gefreut, dass einige mit meinen Regeln etwas anfangen konnten und bedanke mich für die lieben Rückmeldungen.
    Leider ist der Text völlig verrutscht. Ich habe es aus meiner Word-Datei kopiert. Da standen alle Punkte noch untereinander. Ich muss da aber bereits einen Fehler drin gehabt haben.
    Mit solchen Schreibprogrammen kann ich einfach nicht richtig umgehen und werde wahnsinnig, wenn plötzlich alles an eine andere Stelle springt. Manchmal kann ich es später nicht einmal mehr korrigieren

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