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Diskutiere im Thema Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ) im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #71
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Morgenröte schreibt:
    Das nennt man Manipulation. Und im schlimmsten Falle beeinflusst du die Kinder so, dass sie verwirrt sind und nicht mehr wissen, was sie selbst wollen und fühlen.
    Ja. So gesehen ist jede Form von Erziehung Manipulation. Aber willst du denn auf Erziehung generell verzichten? Sollte (Muß!) man Kinder nicht darin unterstützen, sich innerhalb gewisser Bahnen frei zu entfalten, sie dazu aber gezielt an die Dinge heranführen? Meines Erachtens ist da positive Motivation wesentlich besser als Druck!
    Und was Manipulation betrifft: Das tun wir alle miteinander, jeden Tag, denn gegenseitige Erziehung hört im Erwachsenalter nicht auf!

    Negative Aspekte von Erziehung/Manipulation in Eigennutz und Verantwortungslosigkeit (z.B. Mobbing, ***********, Werbeindustrie, Wahlkampf, Boulevard-Presse) spar' ich mir, darüber könnte man leider ein ganzes Forum füllen!

  2. #72
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Hallo Camisinho,

    erstmal danke, für deine Antwort.

    Ich denke, ich weiß, was du meinst. Weg vom Zwang und hin zur Motivation ist (für mich) auch ein großes Erziehungsziel.
    Und einigen von uns ginge es vllt. besser, hätten unsere Eltern das auch versucht... was nicht bedeutet, dass es dann alles toll wäre. Aber mir ist aufgefallen, dass die jenigen, die mir hier so scheinen, als kämen sie, trotz widriger Bedingungen mit sich selbst eigentlich ganz gut klar, auch oft sagen, dass sie sich von ihren Eltern unterstützt fühlten.

    Stützen sagt ja schon irgendwie, dass Sicherheit im Spiel ist, aber auch ein gewisser "Gegendruck" ...wenn man sich das bildlich vorstellt.
    Und ich finde jetzt interessant, dass sich hier zeigt, was du zB als positiv (Suggestion statt Zwang) empfindest, jemand anderes als negativ (Manipulation) sieht.

    Das zeigt mir, dass ich mit meiner Theorie, Kommunikation ist alles, gar nicht soooo falsch lag. Denn wenn ich mit den Kindern im Gespräch bleibe (voraus gesetzt, sie vertrauen mir), dann erfahre ich, wie sie meine Verhalten empfinden. Und das gut gemeintes auch mal vom gegenüber ganz anders empfunden wird, ist menschlich....darüber muss (entschuldigung dass ich immer "muss" sage, aber ich sehe das so) gesprochen werden.


    Haben eure Eltern mit euch gesprochen...ganz offen? Oder waren die Erklärungen eher so.... Das gehört sich eben so..oder... Das ist nur zu deinem Besten....oder meine Lieblingsaussage... Alle anderen machen das doch auch so!......also eher leere Wortblasen...

    Ich wäre jetzt auch gerne mal auf das Thema Hyop vs Hyper eingegangen, aber für mich sind beide Ausgangsbedingungen gleichermaßen schwierig. Sowohl für die Eltern, als auch für die Kinder selbst. Vllt. mit der Ausnahme, dass ein hyper-Kind eher mal seine Gefühle raus schreit...und da eine Chance bestünde darauf einzugehen, wenn man es als Eltern denn auch wahr- und ernst nimmt.


    Liebe Grüße
    happypill

  3. #73
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Hallo Happypill,

    ich erinnere mich ganz konkret, dass ich als Kind auf Sätze, die das Wort "doch" enthielten ("Jetzt tu doch mal") ganz allergisch reagierte, die Ohren gleich auf Durchzug schaltete. In den Augen meiner Eltern war ich ein großer Dickkopf und sehr stur!
    Als ADHSler ist man ein Mensch mit sehr stark ausgeprägten Stärken und Schwächen, auch ist der "innere Schweinehund" riesengroß, gerade bei Hypo - und dann das ewige Rumgenerve der Eltern .... schrecklich!
    Auf der anderen Seite sind ADHSler unter Umständen aber auch sehr leicht begeisterungsfähig. Noch heute stelle ich fest, dass ich mich zu vielen Dingen mit aller Gewalt selbst zwingen muss, im Nachhinein jedoch oft froh darüber bin, es getan zu haben und sogar sagen kann, es war nicht schlimm, es hat sogar noch Spaß gemacht.

    Das stellt die Erzieher sicher vor eine große Herausforderung! Das Kind immer in Ruhe zu lassen wäre verkehrt, damit wird es - in seiner eigenen Welt alleine gelassen - auch nicht glücklich. Also muß man wohl oder über mit Tricks arbeiten (das Wort Manipulation gefällt mir überhaupt nicht). Kennst du das? Die Frage "Kinder, wollt ihr ein Eis?" - "Jaahh!!" Also warum nicht einmal im gleichen Tonfall fragen: "Kinder, wollen wir jetzt Mathe-Hausaufgaben machen? - Danach gibt's ein Eis!" In der verhaltensbiologischen Fachsprache würde man dies als positive Konditionierung bezeichnen. Und wenn es einmal erfolgreich konditioniert ist, muß auch nicht immer eine separate Belohnung erfolgen.

    Wenn ich meinen eigenen Eltern (nicht ADHS betroffen), insbesondere meiner Mutter, eines zugute halten kann, dann war's nämlich das, dass sie mich regelmäßig für Dinge, die sehr viel Überwindung kosteten, belohnt hat. Zuhause bis zum Erbrechen Diktate geübt (ich war in Tränen), dann jedoch, wenn ich mit einer "gut" nach Hause kam, gab's jedesmal ein kleines Geschenk. Also im Endeffekt hab' ich dadurch bereits im zarten Kindesalter kapiert, es lohnt sich, den inneren Schweinehund zu überwinden. Ebenso hab' ich auch kapiert, dass ich genauso gut sein kann, wie andere auch. Desweiteren kann ich meinen Eltern zugute halten, dass, wenn es wenigstens mit prinzipiellen Dingen geklappt hat (z. B. Schulnoten), sie auf der anderen Seite mal gerne die Augen zugedrückt haben, was z. B. das Chaos im Kinderzimmer betraf. Man kann einem ADHS-Kind eben nicht alle Schwächen wegerziehen, Hauptsache, es klappt wenigstens mit einigen prinzipiellen Dingen, die dem Kind auch selbst einigermaßen Spaß machen. Und indem die Eltern diese Stärken gezielt fördern, verhelfen sie ihm zu mehr Selbstsicherheit und -Vertrauen.
    Was meine Eltern auf tragische Weise leider bis heute nicht verstanden haben (und was ich leider erst seit kurzem selbst weiß), ist, dass ADHS eine genetisch bedingte Stoffwechsel-Anomalie ist, die niemals ausheilt. Die Ärzte hatten bei mir im Vorschulalter MCD diagnostiziert und gesagt, das wäre eine Hirnschädigung, vermutlich wegen Sauerstoffmangels bei der Geburt (Das hatten mir die Eltern auch relativ früh anvertraut). Insofern - wenn man z. B. mal bedenkt, welche Reha-Erfolge Schlaganfall-Patienten haben - hätte man ja vermuten können, dass die Defizite irgendwann überwunden sind. Angesichts der guten Teilerfolge die ich z.B. in der Schule hatte, haben meine Eltern dann natürlich auch überhaupt nicht verstanden, wieso, weshalb, warum sich mein ADHS-typisches Verhalten niemals ändert, sie sind regelrecht an mir verzweifelt. Und irgendwann kommt's raus: "Unser Sohn will ja garnicht. Der ist nur ein sturer Dickkopf, der macht nur was er will!" Und dann die ständigen Vergleiche "Andere tun das ja auch - warum du nicht?" So war meine Jugend leider miserabel und auch die Familie ist mehr und mehr zerbrochen. Schade. Stell' ich mir heute vor, wie wär's gewesen, wenn ich damals richtig diagnostiziert worden wäre, und nicht mit so einer Verlegenheits-Diagnose?

    Also, wenn man - wie in deinem Fall - über die Dinge genau Bescheid weiß, seh' ich da viel bessere Karten, dass sich die Kinder gut entfalten können. Vertrau einfach mal mehr deinem eigenen Gefühl, deiner Empathie und Kreativität, statt unzähligen selbsternannten Experten. Wie ist es, haben deine Kinder auch ADHS?

    LG
    Camisinho

  4. #74
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    @happypill
    .... alle anderen machen das auch so.... ne, ne.... meine eltern sagten.... und wenn alle über die klippe springen, springst du hinterher?

    @camisinho
    meine eltern wussten nicht, was adhs ist - sie sahen mich, und sie gaben mir nie das gefühl "schlecht" zu sein - ich war anders, doch
    sie stellten die positiven seiten an mir immer in den vordergrund. klar gab es grenzen, klar gab es diskussionen - doch ich hatte nie das gefühl,
    dass ich nicht geliebt wurde. eine schlechte note, war kein weltuntergang und eine gute note im sport war gleich viel wert wie eine in mathe.
    da unsere kinder unsere gene in sich tragen, bin ich der meinung, dass man vieles nur schon vom "bauch"-aus richtig macht.
    das wichtigste, dem kind immer das gefühl geben, dass nichts an ihm falsch ist (selbstwertgefühl)
    statt therapie - training :-)

  5. #75
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Smile schreibt:
    da unsere kinder unsere gene in sich tragen, bin ich der meinung, dass man vieles nur schon vom "bauch"-aus richtig macht.
    das wichtigste, dem kind immer das gefühl geben, dass nichts an ihm falsch ist (selbstwertgefühl)
    statt therapie - training :-)
    Das sehe ich genauso wie du. Nur eines möchte ich noch ergänzen: Wir sollten unseren Kindern auch helfen zu lernen, mit ihren Schwächen (besser) umzugehen. Meine Eltern haben mir viel Selbstbewusstsein mitgegeben, weil sie dagten, dass ich schaffen kann, was ich möchte. Aber sie haben meine Schwierigkeiten nicht Ernst gekommen. Wenn ich z.B. mein Zimmer aufräumen sollte und wenn ich dann gesagt habe, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll, kam dann ein: Das schaffst du schon... Und später habe ich dann Ärger bekommen, weil ich es nicht geschafft habe. Und wenn ich keinen Ärger bekommen habe, dann hat mein Vater stillschweigend mein Zimmer aufgeräumt. Was für mich fast noch schlimmer war.

  6. #76
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Fliegenpilz schreibt:
    Das sehe ich genauso wie du. Nur eines möchte ich noch ergänzen: Wir sollten unseren Kindern auch helfen zu lernen, mit ihren Schwächen (besser) umzugehen. Meine Eltern haben mir viel Selbstbewusstsein mitgegeben, weil sie dagten, dass ich schaffen kann, was ich möchte. Aber sie haben meine Schwierigkeiten nicht Ernst gekommen. Wenn ich z.B. mein Zimmer aufräumen sollte und wenn ich dann gesagt habe, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll, kam dann ein: Das schaffst du schon... Und später habe ich dann Ärger bekommen, weil ich es nicht geschafft habe. Und wenn ich keinen Ärger bekommen habe, dann hat mein Vater stillschweigend mein Zimmer aufgeräumt. Was für mich fast noch schlimmer war.
    Hallo ihr,

    dein Beispiel, Fliegenpilz, zeigt, wie ich finde, dass auch "gut gemeint" voll daneben sein kann.
    Und das meinte ich mit leiten und lassen. Sie wollten dich lassen...hätten aber deine Aussagen, dass du nicht weißt, wo du anfangen musst, ernst nehmen müssen und dir sagen zB "Fang mal mit den Klamotten an...die dreckigen dahin, die sauberen dahin...und wenn du Hilfe brauchst, wie es weiter gehen könnte, frag' ruhig.
    ...oder so ähnlich....

    Ist eben nicht einfach, und besonders dann nicht, wenn man nicht immer voll aufmerksam sein kann...


    @ Camisinho: Ich sag mal so, meine Kinder sind nicht diagnostiziert


    L.G.
    happy

  7. #77
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    @fliegenpilz
    ja, du hast recht.
    das war unter anderem eines meiner probleme - zu realisieren, dass ich eben
    nicht so kann wie es andere tun (?!) -

    danke.

  8. #78
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Smile schreibt:
    das war unter anderem eines meiner probleme - zu realisieren, dass ich eben
    nicht so kann wie es andere tun (?!) -
    Ja, das ist bzw. war auch eines meiner Probleme. Und ich komme immer wieder an Punkte in meinem Leben, wo ich merke, dass ich es anders angehen muss bzw. Hilfe brauche. Ich denke, die Stärken zu stärken ist eine wichtige Sache. Aber wir sollten unsere Kinder (ich habe leider noch keine) so stark machen, dass sie auch mit ihren Schwächen klar kommen und vor allem diese kennen.

    Ansonsten glaube ich, dass man sogar an der besten (wenn es sowas überhaupt gibt) Erziehung was bemängeln kann. Eltern haben keine leichte Aufgabe und sie machen Fehler. Niemand ist perfekt.

  9. #79
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Ich war hyperaktiv als Kind und habe als Erwachsene noch stark das H dabei, aber auch Antriebsprobleme und Tagträumerei. Ich muss sagen, dass ich schon als Kind starke Ängste und Depressionen spätestens als Jugendliche hatte aus lauter Überreizung und aber auch der lautstarken Erziehung, denn alle dachten, ich bin ein Rüpel und brauche das.

    Hyperaktivität wird oft als schlechter Charakter ausgelegt in der Kindheit: Geht über Leichen, ist unsozial, verhaltensauffällig, egoistisch, gewaltbereit. ADHSler haben viele Unfälle, sind gefährdet in Sachen Drogen, Kriminalität, Delinquenz.

    Weil ich das als Mädchen alles durch strenge Erziehung nicht auffällig ausleben konnte, zum Glück einerseits, stauten sich extreme Überreizungen auf, die in Panikanfälle ausbrachen.

    Die ganze motorische Unruhe und Aktivität verläuft auch weitgehend chaotisch und planlos, so dass ich wirklich nicht finden kann, dass diese Variante mit dem H als das kleinere von 2 Übeln gesehen werden kann, womit hier das Thema ja beginnt. So wird das ja auch in beiden links unterschiedlich beurteilt.

    Und dann habe ich mich über die Jahrzehnte sooo ausgepowert, dass ich dann jahrelang ein Burnout hatte.

    LG Maggy .

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